Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

niâîî öle trefgreisende ernste Besorg- 
àL?-sÄ'V°"/Ģ«t«chk-it um den Be- 
stand des Weltreiches. Noch niemals ist diese 
S offenkundiger und für englische 
Verhältnisse geradezu erregter Weise geäußert 
worden, und es erleichtert diese Besorgnis 
englische Oeffentlich- 
£mmc?t|f„“" 8 6tUi,<Sen 
As îoie ernst man besonders im MiUel- 
meerbecken auch in Londoner Regierungskrei- 
ansteht, das zeigt u. a. die Tat- 
sache der ivreder rn Dienststellung älterer 
langst zum Abwracken bestimmte/ Kreuzer 
was bekanntlich durch die Gleitklausel der 
ÏÏwTÏT ņotweudig ist. Ferner die 
tthon seit Wochen betriebenen Pläne des Aus 
baues von Kapstadt als dem größten und 
Kamvikr //Äschen Flottenstützpunkt, dessen 
Kampfkraft sogar noch die riesige Seefestung 
Egapore übertreffen soll. Bekanntlich gehen 
à/^^ļane aus die Erwägung zurück, daß der 
Indien durch die Verschiebung 
Pachtverhältnisse in Ostafrika, vor allem 
^ Suezkanal und im Roten Meer, nicht mehr 
als unbedingt sicher angesehen werden könne, 
^eitere Anzeichen für die ernste Besorgnis 
öer Regierung sind auch die ständigen Werbe- 
Ministern und anderen matzgebli- 
chen Männern fur die Rekrutenwerbung, die 
bekanntlich ,o schlechte Ergebnisse hat, daß 
ff, für den 30. September, also das Ende 
^.s^'^gen Rekrutiernngsjahres, mit einem 
Fehlbetrag von 6000 Mann rechnet. Dazu 
iommt noch die erhebliche Schwächung der so- 
ģf.f.ņten Territorialarmee, die nach der 
sļfļosung von 21 Bataillonen heute nur noch 
1/, u zahlt. Schon fast sensationell 
über hat dre letzte Rede des Verteidigungs 
ministers ^nskip gewirkt, der seine Landsleute 
bereits darauf vorbereitetc, daß mau ange- 
şŞs des Fehlens erner allgemeinen Wehr 
pflicht, die ja auch von Baldwin nach wie vor 
abgelehnt wird, zu „anderen Mitteln" werde 
greisen müssen. Und schließlich sprach ja auch 
X, te >.à".Gepflogenheiten zuwiderlaufende 
Veröffentlichung des Regierungsabkommens 
mit der Cunard-White-Star über den Einbau 
von Vorrichtungen für 15-Zentimetcr-Ge- 
Autze auf den schnellen Postschiffen nach den 
Vorschriften der Admiralität deutlich genug. 
^ Es wird der ganzen Erfahrung und per 
sönlichen Diplomatie Baldwins bedürfen um 
die Regierung aus dieser offenen Krise her- 
auszumanöverieren, die schon seit den drei 
großen Schlachten an der abessinischen Nord 
ic begann und seit der Eroberung von 
Addis Abeba von Tag zu Tag ernster wurde. 
die Krise sich noch mit einer teilweise» 
Kabinettsumbildung, beispielsweise durch Her- 
einnahme Hoares, vielleicht auch Churchills 
und Austen Chamberlains noch ausgleichen 
laßt, ist zur Zeit eine völlig offene Frage. 
Der innere Aufbau des Reiches 
Sinn c» .. " 
Ņon «nşerer Berliner Schriftleitung 
Die Fülle der außenpolitischen Begebenhei- 
ick ki/ckck'ck Sn* L ... c ^ J / 
tctt darf den Blick nicht von der Innenpolitik 
avlenken, Nicht von den innenpolitischen Kund 
gebungen, die in diesen Tagen zu hören waren 
“Jf b'e.für den inneren Aufbau des Deut 
schen Reiches von wesentlicher Bedeutung sind 
Die tzcrantragung kultureller Werte an das 
Volk beanspruchte drei Tagungen. 
Reichsleitcr Rosenberg sprach bei dem 
Gcneralappell der NS.-Kulturgemeinde, Dr. 
Goebbels auf der Buchhändlertagung und 
fcstwvche^t èU àbe gegangenen Reichstheater- 
In seinen beiden Reden stellte Dr. Goeb- 
b^.bw Frage, ob unser Zeitalter noch die 
nk !!?§e.eme große Kunst zu schaffen, oder 
ob öre Politik und die Technik die alles be 
anspruchenden Formen unseres Lebens seien 
^k^Ņļmister bekannte sich zur Förderung 
öes Theaters leglicher Form, denn das The 
ater hat die Aufgabe, kulturelle Aufbauarbeit 
şf .ble Volksgemeinschaft zu leisten. 
Nicht minder bedeutungsvoll war die Rede 
öle der Staatssekretär Dr. Lammers über 
Ņ^i»/ŗş^ş"Ģrechtlichen Fragen öes neuen 
Reiches hielt. Der Staatssekretär der Neich?-- 
Gnzlel betonte, daß eine staatspolitische und 
staatsrechtliche Notwendigkeit für Schaffung 
und Prvklamierung einer Verfassungsurkunde 
grundsätzlich nicht bestände. Wie in allen aro- 
sten Fragen liege auch hier die Entscheidung 
beim,Führer. Wenn aber der Führer sich zum 
f ier Verfassung entschließe, dann wer- 
de ihr Grundsatz sein: die Einheit von Partei 
und Staat, die Totalität des Staates und die 
Festlegung des Führerprinzips als Grund 
lage der Staatsführung. 
Eine wichtige Ergänzung dieser Gedanken- 
gange bildete die Ansprache des Reichsinnen- 
MlNlsters Dr. Frick vor den deutschen Kom 
munalbeamten. Minister Dr. Frick hat bier 
ausdrücklich auf die Volksverbundenheit als 
Grundlage öes nationalsozialistischen Staates 
hingewiesen und sich gegen die Herrschaft der 
Bürokratie und des Formelkrams in den Ge 
meindeverwaltungen scharf ausgesprochen. Die 
wahre Führung der Gemeinde bestehe in der 
Uebereinstimmung der Verwaltung mit den 
Punschen und Interessen der Gemeinöemit- 
glieder, zwischen Führer und Gefolgschaft. Die 
Gemeinde werde immer die erste Etappe der 
gegenseitigen Verständigung sein, die große 
Ausgleichsstelle für alle Bürger einer Stadt, 
eines Dorfes oder eines Bezirks. 
Wenn man diese staatsrechtlichen Ueber- 
legungen auf sich wirken läßt, dann begreift 
man auch die hohe Bedeutung des deutschen 
Juristen tags in Leipzig und der auf ihm ge 
haltenen Reden und Ankündiguügen. 
Vor 12 000 Juristen konnten der Stellver 
treter des Führers und Minister Frank ver 
künden, daß auf dem neuen deutschen Recht 
das Reich der Gerechtigkeit beruhen wird, das 
der Führer wiederholt in seinen Reden uns 
vor Augen gestellt hat. 
Allein schon die Verdeutschung des Wortes 
,ģurl,t, das dem wirklichen Volksempfinöen 
immer fremd blieb und das ungewollt Gegen- 
stitze zwischen Rechtsuchenöen und Rechtspre- 
chenden schuf, in „Rechtswahrer" kennzeichnet 
die grundsätzliche Aenderung der Aufgaben 
und der Auffa,sung des Dritten Reiches über 
Volk und Recht. 
Der neue Staat kehrt sich bewußt von aller 
Begrisfsmechanlk, von allen Formalitäten ab, 
öre eure Kluft zwischen Negierenden und Re- 
gierten niemals überbrücken konnte. Der Neu 
bau des deutschen Reiches wird eine Tat sein 
die stch ebenbürtig den größten politischen Ta- 
ten aller Zelten zur Seite stellen kann. 
Der innere Aufbau des Reiches ist Dienst 
am Volk und er dient dem Glück öes deutschen 
Volkes. 
leicht doch einen entsprechenden Besieh! geben 
sollte. Verweigert er den Entwaffnungsbefehl, 
so kommt das einer offenen Rebellion gleich, 
nachdem schon bisher die Heimwehr stets eine 
Art von Nebenregierung dargestellt hat. 
Uebrigens erscheinen auch die Ostmärkischen 
Sturmscharen öes Bundeskanzlers ungeachtet 
der Entwaffnungsbefehle immer noch mit 
Stahlhelm und Seitengewehr bei Aufmär 
schen. 
Julius Schrecks letzter Gang — 
Die große Trauerfeier in Grafelfina 
ja«; cm_r....\ rw. . ^ — . 
- Unterhausopposition gegen Baldwin. 
-Die Regierung Baldwin geriet gestern im 
Unterhaus anläßlich der zweiten Lesung eines 
neuen und weitreichenden Gesetzes für die 
Kohlenbergwerke in ernstliche Schwierigkeiten. 
Das Gesetz sieht in der Hauptsache eine 
zwangsweise Verschmelzung von Kohlenberg 
werken vor. Als der Handelsminister Run- 
crman mehrere Einschränkungen der Zwangs 
maßnahmen ankündigte und mitteilte daß 
diese auf zwei Jahre aufgeschoben werden 
locken, erhob sich bei der Opposition ein Sturm 
der Entrüstung. Auch eine Reihe konservativer 
Abgeordneter, unter ihnen Winston Churchill, 
kritisierte die Methoden der Regierung. 
Schließlich teilte Ministerpräsident Baldwin 
Mt, daß die Aussprache über die Zweite Le- 
sung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben 
werde, und daß die geplanten Abänderungen 
in .Form eines Weißbuches veröffentlicht 
würden. 
Einige Morgenblätter glauben, daß Bald 
win dieses Verfahren einschlug, um die Ge 
fahr einer Regierungsniederlage in der Aus 
sprache zu vermeiden. 
(6et München), 19. Mai. 
(Ctg. Funkm.) Ern grauer trüber Himmel 
spanirt flch über Gräfelfing. Er paßt ganz zu 
dem Schmerz und der Trauer, die heu7e über 
diesem Ort liegen. Ucberall ruht die Arbeit. 
à„Ņetr.ebe stehen still. Ihre Belegschaften 
ordnen sich ern rn die große Trauergemeinde. 
Schon rn früher Morgenstunde rücken die 
^^ŗungen der Bewegung an, SA. SS. 
N-sKK., Arbeitsdienst. Kein Spiel rührt sich,' 
tert Schellenbaume der Kapellen sind geschul' 
Ein langes Spalier von trauernden Volks- 
/ 'nt die Zufahrtsstraßen und die 
f f e brs hinauf zum Neuen Friedhof außer 
halb des Ortes. SS.-Männer halten den Ein- 
gang^zur Frredhofskalle frei. 4 Sturmführer 
halten mit blankem Degen die Toten- 
»äche. Zu beiden Seiten öes Hauptweges im 
Friedhof liegen Kränze und Blumen. 
Gedampfte Kommandos künden den Auf- 
mar,ch der Parteiglieüerungen an. In Sechser 
reihen rucken die Politischen Leiter, rückt die 
H^. und die SS.-Verfügungstruppe an. Den 
Sturmriemen unterm Kinn, so marschieren 
die Manner, denen Julius Schreck Vorbild 
Fahiw/ ^orn war, hinter ihren umflorten 
^vorstehende Europareise des Negus? 
DNB. London, 19. Mai. (Eig. Funkmeldg.) 
Vach einer Meldung aus Jerusalem wird der 
Negus möglicherweise am Mittwoch oder Don 
nerstag mit einem großen Gefolge nach Euro 
pa abreisen. 
Das kürzlich für den abessinischen Kaiser er 
worbene Haus im Londoner Westen wird zur 
zeit eingerichtet. Der Negus selbst ist in stän 
diger Fühlungnahme mit den abessinischen Ge 
sandten in London und Paris. Der Rotter- 
öamer Courant meldet aus London: Dem 
englischen Schiff, das den Negus nach London 
bringen soll, wird ein aus 6 Einheiten beste 
hendes Mittelmeergeschwader zugeteilt wer 
den. In London wird diese Ankündigung in 
der Times mit größtem Interesse erörtert. 
Sie wird in Verbindung gebracht mit einer 
Rede Chamberlains in Glasgow, England ha 
be jetzt die Aufgabe, Aegypten und den Sudan 
m militärische Bereitschaft zu setzen. — Der 
Amsterdamer Telegraf meldet aus London, daß 
die Admiralität umfangreiche Aufträge an die 
englischen Reedereien gegeben habe, die die 
Bereitstellung von Transportdampfern für 
Anfang Juni beträfen. Die neuen Truppen 
verstärkungen seien für Aegypten, den Sudan 
Britisch-Somalilanö und Palästina bestimmt. 
^ DRV München, 18. Mai. Was an Julius 
w „f euen Vegleiter und Mitkämpfer 
Urers, sterblich war, das liegt nun auf 
gebahrt im neuen Friedhof von Gräfelfing, 
dem freundlichen Billenvrt im reizenden 
Ņurmtal auf der Strecke zwischen München 
«tarnberger See, der Julius Schreck 
gur ^ahlheunat geworden war und an dessen 
-oohl er als erster Beigeordneter mitwirkte, 
i Ķņapp außerhalb der Ortschaft auf einem 
idyllischen Hügel erhebt sich der neue Fried- 
Gemeinde. Weit schauen seine Kreuze 
m die schone Landschaft des Würmtales hin 
nen und hell ragt das Kuppelkreuz der Aus- 
segnungshalle, in der Julius Schreck aufge 
bahrt liegt, in das Blau öes Himmels. 
Die Front des Friedhofgebäuöes ist mit 
Lorbeer geschmückt. In der Mitte steht im 
Halbdunkel des Aussegnungsraumes, dessen 
vordere Halste durch große Flaggentücher auf 
sattbromnem Hintergrund von dem rückwär- 
f f seil der Halle abgetrennt ist, auf hohem 
z-ockel der Sarg. Ihn bedeckt ein Hakenkreuz- 
Eine Ehrenwache der SS.-Standarte 
Deutschland steht zu Seiten des Sarges. Auf 
einem schwarzen Kissen ruhen der Blutorden 
und die Kriegsauszeichnungen des Mannes 
Deuck/anffs Leben Kampf und Hingabe für 
Deutschland, fur den Führer gewesen war. 
"He Stille herrscht. Unaufhörlich pil- 
g rt dm Bevölkerung von Nah und Fern in 
ehrfürchtigem Schweigen zu der Bahre des 
Kampfers, um ehrenden Abschied von ihm zu 
nehmen. Ununterbrochen das Kommen und 
Gehen die Hunderte, die vorbeiziehen an der 
Bayre eines Mannes, den das Schicksal jäh 
hat aus einem Leben der 
Pflicht, der aber sein Leben gelebt und voll- 
enöet hat in der Treue zu seinem Führer 
und damit zu Deutschland. J 
Ļlrn Dienstag wird er in der geweihten 
Erde iciner Wahlheimat, in die an hellen 
Fohntagen die fernen Schneehäupter der 
Berge hereinschauen, zur letzten Ruhe geleitet 
werden, ein Kämpferleben, das vollendet hat, 
das aber als Beispiel weiter wirken wird, so 
lange Treue, Kameradschaft und Pflichterfül 
lung gelten in deutschen Landen. 
Vie eine lchle Btatmg 
an die HeimMhr 
ivirkt die jetzt veranlaßte Auflösung der frei 
willigen Schutzkorps in Oesterreich, die beim 
Beginn des roten Umsturzversuches vom 12. 
Februar 1934 gebildet worden waren. Die 
Auflösung begann in Wien, entsprechende An 
weisungen an die Länder sind bereits ergan 
gen. Auf Grund öes Ergebenheitstelegramms 
der Heimwehrführer an Starhemberg darf 
man gespannt sein, ob die immerhin 20—30 009 
Mann bewaffneter Heimwehrleute sich ent 
waffnen lassen — falls Starhemberg nicht viel- 
Ier se»sà»Äe SirchenkonfliN 
vos îtaesi 
ist bereits stuf dreifache Weise kompliziert 
worden. Erstens ist die Weigerung des Erz- 
bltwofs Monsignore de la Villerabel. das von 
chm bewohnte Palais zu räumen, insofern be 
rechtigt, als dieses von dem Besitzer, nämlich 
dem französischen Innenministerium, nicht an 
den Erzbischof als solchen, sondern an den 
Privatmann Herrn de la Billerabel als 
Prlvatmieter vermietet worden ist. Zweitens 
hat sich der Klerus der Normandie mit seinem 
Prrmas solidarisch erklärt. Und drittens steht 
die Bevölkerung und auch die französischen 
Zivilbehörden ersichtlich auf Seiten des Erz- 
Vschoss, dres nun freilich nicht etwa aus Bil 
ligung für die verlustreichen Spekulationen 
öes Gcneralvikars Berlin, sondern vielmehr 
aus der bekannten oppositionellen Haltung 
Frankreichs gegenüber dem Vatikan. Bekannt- 
lich sind erst im Jahre 1921 die diplomatischen 
Beziehungen zwischen der Kurie und Paris 
wieder aufgenommen worden, jedoch ohne daß 
ein Konkordat abgeschlossen worden wäre. 
Merkwürdigerweise ist erst jetzt bekannt ge 
worden, daß die Absetzung des Erzbischofs 
schon vor mehr als zwei Wochen, nämlich am 
-j. Mar, erfolgte. Diese Maßnahme gegenüber 
einem Erzbischof und Primas, also einem der 
höchsten Würdenträger in der katholischen 
Kirche, hat es seit dem schweren Kampf um das 
Unfehlbarkeitsdogma kaum mehr gegeben und 
ist vor allem für Frankreich etwas ganz Au 
ßergewöhnliches. 
Iuöenftmhliche kunögeöung 
im Lsudsner Schwimmbad. 
DD. London, 18. Mai. Ein seltsamer Zwi 
schenfall ereignete sich während des Wochen 
endes in der Nähe öes Londoner Vorortes 
Barnet. Am Sonntagmorgen wurde festge 
stellt, daß ein zu einem großen Gaststätten 
betrieb gehörendes Schwimmbad durch Hinein 
gießen von Oel und Salpetersäure unbrauch 
bar gemacht worden war. In der Näbe des 
Bades war ein Maueranschlag angebracht 
worden, in dem daraus hingewiesen wurde, 
daß der jetzige Besitzer des Betriebes ein 
Jude sei, während die frühere Besitzerin allen 
Juden einschließlich eines Mitgliedes der Fa 
milie Rothschild den Zutritt verweigert habe. 
Darauf hieß es! „Engländer erwacht! Euer 
Eigentum fällt in jüdische Hände. Der Bolsche 
wismus und das Frcimaurertum sind jüdisch. 
Kriege sind die Ernte der Inden!" 
IugenöfHrettUung in Braunschweig. 
DNB. Braunschweig, 19. Mai. Aus allen 
Gauen des Reiches sind über 1000 Führer der 
HI. und öes Jungvolks in die Stadt Heinrichs 
öes Löwen gekommen, um hier an einem Füh- 
rcrlager, das auf dem Gelände des Kennel 
bades und öes Schloßparkes Richmond errich 
tet worden ist, teilzunehmen. 
Forderungen der franZösische» Parteien 
Dre Fronten in Frankreich klären sich auf, 
nachdem dem Vorsitzenden der sozialistischen 
Partey Leon Blum, als dem zukünftigen 
Führer der Regierung, die Antworten der 
Parteien zugegangen sind: die Kommunisten 
werden nicht in das Kabinett eintreten Die 
Vertretung der Radikalsozialisten soll so ge 
halten sein, daß bei Mehrheitsbeschlüssen die 
sozialistischen Minister den Ausschlag geben. 
Die Führung der Regierung ivird also bei den 
Sozialisten liegen, und das bedeutet ein radi 
kales Linkskabinett. Der Generalsekretär der 
marxistischen Gewerkschaften, I o n h a u x er 
klärte, daß auch die Gewerkschaften nicht'der 
Regierung angehören würden, aber an der 
technischen Durchführung des Programms der 
Regierung der Volksfront sich beteiligen wür- 
dcn. „Wir wollen unsere Kraft nicht mit sinn 
losen Kämpfen in den Vorzimmern der Mi 
nister verzetteln und uns vor der öffentlichen 
Meinung belasten. Wir verlangen vielmehr 
dre erforderlichen Sicherheiten". 
Das Charakteristikum der Haltung aller die 
ser Parteien ist also, daß man wohl die Durch 
führung seines Programms verlangt, aber 
nicht bereit ist, durch Eintritt in die Regierung 
nun auch die Verantwortung für seine Forde 
rungen zu übernehmen. Neben den bekannten 
Programinpunkten über die 40-Stunden- 
Woche, Verstaatlichung der Munitionsfabri- 
V «rt C £ ?äe Jouhaux auch Forderungen für 
dm Abkehr vom Deflationsprogramm auf. Die 
Gewerkschaften schlagen zur Finanzierung der 
öffentlichen Arbeiten die Schaffung von Ar- 
beitswechseln vor, die durch die zu' schaffenden 
Reichtümer und durch die zu gründende Rück- 
verstcherungskasse gesichert werden müßten. 
zsvuhaux ging ferner aus die von der Volks 
front jetzt häufig gebrauchte Formel ein, „wir 
werden dre Reichen zahlen lassen" unö erklärte t 
Etappe Kerenski 
ffrtruM s • t f c • e 
hierzu, daß diese Formel nicht in wenigen Ta 
gen durchgeführt werden könne. 
Vergleicht man hierzu die Aeußerung Leon 
Blums, daß er den Kamps gegen die „Ueber- 
reichen und besonders die zweihundert Fami- 
lien, die Frankreich seit 100 Jahren regierten" 
mit rücksichtsloser Energie aufnehmen werde, 
so versteht man die sorgende Feststellung auf 
merksamer Beobachter der französischen Innen 
politik, daß Frankreich bei der Etappe „Keren- 
fki" angekommen sei und daß die nächste Etap 
pe nur „Lenin" heißen könnte. 
Die kommunistische Kammerfraktion hat am 
Montag einen umfassenden Amnestierungs 
entwurf beraten, der sämtliche politischen Ver 
brechen, also auch Militürdienstverweigerung, 
militärfeindliche und kolonialfeinöliche Propa 
ganda in Frankreich unö den Kolonien umfaßt. 
Erne Freilassung dieser politischen Verbre 
cher würde die innere Unruhe Frankreichs — 
das spanische Beispiel zeigt es — sehr vermeh 
ren. Am Montag kam es erst wieder zu Zu 
sammenrottungen in Paris, bei denen Anhän 
ger der Action Francaise, die vor einiger Zeit 
aufgelöst wurde, mit Polizeikräften zusammen- 
tteßen. 30 Verhaftungen wurden vorgenom- 
nren, und um 23 Uhr war die Ruhe in dem 
Stadtviertel wieder hergestellt. 
Verantwortlicher Hauptschriftletter und Herausaeverr şşeļ« 
dtnand Möller. 
Stellvertreter des Sauptfchriftleiters: Herbert 'BuMmowt, 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört» 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregori; für den wirt 
schaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielseldt,- für den provin- 
ziellen Teil: Karl Müller, alle t» Rendsburg. 
Btldverantwortliche: Ressortleiter. 
Verantwortlicher Anzetgenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D-A. Echleswlg.Holfteinifche Landeszeitung (Rendsburg«» 
Tageblatt - Hohenwestebter Zeitung I Die LandpoS 
Hanerau.Hademarfchen - Eüüerbraruper Tageblatts 
D.-A. IV 36 13 764 Pl. Nr. 7. i
	        
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