Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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129. Jahrgang / Nr. 117 / Zweites Blatt. 
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Landeszoituns 
LìrņLsdurger Làgeà« 
Rendsburg, den 20. Mai 1936. 
Zehstausend Kinder warte« aus ErholungsplStze 
Wieder glänzt in deutschen Gauen in Kin 
deraugen die Freude. Es ist die frohe Erwar 
tung einer in Aussicht stehenden Erholung 
auf dem Lande oder in einer deutschen Klein 
stadt. Die NSV. ist noch bemüht, all die vielen 
notwendigen Freistellen für die wartenden 
Kinder bereitzustellen. 
Zehntausend Kinder soll der Gau Schles 
wig-Holstein in diesem Sommer aufnehmen. 
Zehntausend Kinder aus den Gauen Düssel 
dorf, Essen, Franken, Halle-Merseburg, Ham 
burg, Hessen-Nassau, Koblenz-Trier, Magde 
burg-Anhalt und Westfalen-Süd warten auf 
das Zeichen zum Antritt der Reise in die gast 
liche Nordmark, in das Land zwischen Nord- 
und Ostsee. 
Will man diese erwartungsvoll Harrenden 
enttäuschen? Nein und abermals nein! Darum 
ergeht nochmals der Mahnruf an die Schles 
wig-Holsteiner: Stellt Freiplätze für die 
Kinderlandverschickung der NSV. zur Ver 
fügung! Die Anmeldung kann bei allen 
Dienststellen der NSV. vorgenommen werden. 
Zur Erholung ins Heşsenland 
91 Kinder aus dem Kreise Rendsburg, da 
von etwa die Hälfte aus der Stadt und die 
anderen aus Ortschaften des Kreises, fuhren 
am Dienstagnachmittag mit dem fahrplanmä 
ßigen Zug nach Altona, und von dort abends 
mit einem Sonderzug der Gauamtsleitung der 
NSV. ins schöne Hessenland zur Erholung. 
Die Verschickung der Kinder erfolgt durch die 
NS.-Volkswohlfahrt im Rahmen der Kinder 
landverschickung des Hilfswerks „Mutter und 
Kind". Am Bahnhof hatten sich neben den El 
tern der Kinder auch Vertreter der Kreis- und 
Ortsgruppenamtsleitung der NSV. zum Ab 
schied eingefunden. Für zuverlässige Trans 
portbegleitung ist gesorgt. Bei schönem Mai 
wetter reisen die Kinder frohen Ferientagen 
entgegen. Das Ziel ist der Kreis Dieburg 
bei Darmstadt im Gau Hessen-Nassau, wo die 
Kinder in Einzelpflcgestellcn einige Wochen 
der Erholung verbringen werden. 
Luftschutzübung in Rendsburg 
Alarmierung des passiven Selbstschutzes durch 
die Amtsträger des Reichslustschutzbundes. 
Im Rahmen der Luftschutzwerbewoche fand 
gestern abend im Stadtbezirk Rendsburg und 
im Gemeindebezirk Büdelsdorf eine Luftschutz 
übung statt. Es handelte sich bei dieser Uebung 
darum, durch einen plötzlichen Alarm die 
Schlagkraft und Einsatzbereitschaft des gesam 
ten passiven Selbstschutzes zu erproben. Die 
Luftschutzübung war also nicht vorher bekannt 
gegeben worden, vielmehr erfuhren die Amts 
träger des Reichsluftschutzbundes erst um 18 
Uhr, daß in der Zeit von 21.15 bis 21.46 eine 
behelfsmäßige Verdunkelung der Stadt durch 
zuführen sei. Von ihnen mußten die Luftschutz 
hauswarte, Hausfeuerwehren und Laienhclfer 
alarmiert werden, die ihrerseits den Alarm 
an die einzelnen Haushalte weiterzugeben 
hatten. 
Die Kontrollen, die durch die Ortsgruppen 
leitung des Reichsluftschutzbundes im Zusam 
menarbeiten mit der Polizei durchgeführt 
wurden, zeigten, daß die Uebung im großen 
und ganzen gut geklappt hat. Wenn in einigen 
Häusern noch nicht völlig abgedunkelt war, so 
wag das darauf zurückzuführen sein, daß die 
betreffenden Hausbewohner nicht im Hause 
gewesen und deshalb nicht von ihren Haus 
warten benachrichtigt worden waren. Man 
wird aber annehmen dürfen, daß bei der näch 
sten Alarmübung diese geringen Mängel aus 
gemerzt werden. & 
Tage des Lustsports 
Am 23. und 24. Mai d. I. soll Deutschland 
wiederum im Zeicheu des Luftsports stehen. 
Der Reichsluftsportführer tritt an diesem 
Tage mit seiner gesamten Organisation an die 
Volksgemeinschaft heran, um für den Luft 
sportgedanken zu werben. Diese Werbung ist 
wit dem Vertrieb von besonders geschmackvol 
len Werbeabzeichcn verbunden. Noch immer 
war der Appell des deutschen Luftsports an 
öie Opferfreudigkeit aller Volksgenossen ein 
voller Erfolg,' denn der Wichtigkeit und des 
wertes einer starken Luftgeltung ist sich die 
Zutsche Volksgemeinschaft gerade jetzt beson 
ders bewußt. Der Führer und sein Reichs 
minister der Luftfahrt haben seit dem Jahre 
des Umbruches dem Luftsportgedanken mäch 
tigen Impuls verliehen. Ueber den Luftsport, 
der durch das Versailler Diktat ohnmächtig 
darniederlag, der aber dann zu einer starken 
Einheit verschmolzen wurde, führt der Weg 
zur fliegenden Nation. 
Durch den Luftsport erhält beste deutsche 
Jugend das vorfliegerische Rüstzeug, welches 
ihr dann in der Luftwaffe, die den Frieden 
des Reiches zur Luft schirmt, zugute kommt. 
Der deutsche Luftsport ist das große Sammel 
becken all der Männer, die dem Vaterlande 
bei der Luftwaffe gedient haben. Großes ist 
auf allen Gebieten des Luftsports — Modell 
flug, Segelflug, Motorflug, Ballonwesen — 
seit 1933 geleistet und geschaffen worden. Be 
sonders die Jugend ist Trägerin des Luft 
fahrtgedankens. Begeistert eilt sie zu den 
Fahnen des deutschen Luftsportes. Verständ 
nisvolle Zusammenarbeit zwischen Reichs 
sportführer, Reichsjugendfüyrung und der 
Erzieherschaft gibt die Grundlage für die ein 
heitliche Erfassung der jungen Kräfte vom 
10. Lebensjahre ab. Handwerkliche und flie 
gerische Betätigung im Luftsport gehen Hand 
in Hand. In Reichsschulen des deutschen Luft 
sports für Segelflug, Segelflugzengbau, Mo 
dellbau und Sportflug wird beste Auslese als 
Führernachwuchs geschult. Den luftsportlichen 
Bestrebungen muß und wird das ganze deut 
sche Volk Helfer und Förderer sein. 
Wenn dich, deutscher Volksgenosse, nun am 
23. und 24. Mai der deutsche Luftsport ruft, 
um ihm zur Erfüllung seiner großen Aufga 
ben wie bisher ein Scherflein zu opfern, da 
mit deutsche Luftgeltung gefördert und auch 
der deutsche Luftsport für das Wohl des Va 
terlandes einsatzbereit sein und bleiben kann, 
so wird dieser Appell nicht ungehört verhallen. 
Lnstsport ist Sache des ganzen Volkes, aus 
Lustsportgcist ist jeder Flug geboren. 
Mütterschulung im Reichsmütterdienst 
Säuglingskurse, Koch- und hauswirtschaft 
liche Kurse, Näh- und Flickkurse, Schulung in 
häuslicher Krankenpflege, in Kindererziehung 
und Kleinkindbeschäftigung, dies alles bringt 
die Mütterschulung im Reichsmütterdienst. 
Und nicht nur iu den Städten bietet sich 
Frauen und Mädchen die Möglichkeit zur Teil 
nahme an solchen Kursen, die Wanderlehrerin 
nen ziehen hinaus aufs Land, in die Dörfer, 
am liebsten in die neuen Siedlungen und neu 
en Köge oder in das Grenzgebiet im Norden. 
Alle Lehrerinnen sind geprüfte Fachkräfte 
und Nationalsozialistinnen, die ihren Schüle 
rinnen auch die großen volkspolitischen Ge 
sichtspunkte nahebringen, um sie so fähig zu 
machen, wirkliche Mütter im Volk zu sein. 
Durch deu Fleiß der Mütterschullehrerinnen, 
durch das große Interesse der weiblichen Be 
völkerung an diesen Lehrgängen und durch das 
Entgegenkommen der städtischen und ländli 
chen Behörden, die so manche technische Schwie 
rigkeit überwinden halfen, ist es gelungen, in 
nerhalb eines einzigen Jahres im Gau 
Schleswig-Holstein mehr als 600 Kurse 
durchzuführen mit gut 12 000 Teilnehmerin 
nen. Unter den Schülerinnen befanden sich 
400 Antragstellerinnen auf Ehestandsdarlehen. 
Am 23. und 24. Mai führt das Deutsche 
Frauenwerk einen Abzeichenverkauf 
zum Besten des Reichsmütterdienstes durch. 
Man hofft, daß die Volksgenossen durch rege 
Abnahme der kleinen hübschen Schmuckstein- 
chen, die in Glas, Porzellan und Holz angebo 
ten werden, dazu beitragen, daß das Deutsche 
Frauenwerk den Reichsmütterdienst ständig 
weiter auszubauen vermag. 
Skagerrak 
Am 29. Mai 1936, zwei Tage vor der zwan 
zigsten Wiederkehr des Tages vom Skagerrak, 
werden sich vor dem Mikrophon des Reichs 
senders Hamburg eine Anzahl alter Skagerrak 
kämpfer, vom Admiral bis zum Heizer, zu 
sammenfinden, um gemeinsame Erinnerungen 
cu diese gewaltigste Seeschlacht der Weltge 
schichte auszutauschen. Doch wird diese Sen 
dung, die in der Zeit von 18,45 bis 19,45 Uhr 
von Hamburg aus auf alle deutschen Sender 
übertragen wird jvom Dentschlandsender in 
der Zeit von 20,10—21,10 Uhr), nicht allein 
Erlebnisberichte bringen, sondern diese Erleb 
nisberichte werden in dramatischen Augen 
blicken aufgelockert durch Szenen, die ans 
Grund der vorhandenen Unterlagen und von 
Tagebüchern genauestens nachgebildet werden. 
So wird aus Erlebnisberichten und Szenen 
ein packendes Bild der Schlacht vor den Ohren 
der Hörer erstehen. 
Im Skagerrak standen sich die gesamte deut 
sche Hochseeflotte und die englische Grand Fleet 
gegenüber, 60 000 englische, 46 000 deutsche See 
leute. Wie gewaltig die Schlacht war, zeigt ein 
Ueberblick über die verfeuerten Geschosse allein 
der schweren Artillerie: 4 698 schwere Geschosse, 
darunter 1 239 38,1 Ztm.-Granaten, verfeuerten 
die Engländer, während unsere Schiffe 3 597 
Granaten der schweren Artillerie verschossen. 
Maienhaftes Bild von der Schlangenallee an der Eider 
Unsere um den „Gymnasiumberg" herum und weiter längs der Untereider verlaufende 
Schlangenallee ist ein schönes Plätzchen Erde. Die alten Bäume mit ihren wasserwärts ge 
neigten schweren Aesten, der gebändigte und gesäuberte Flußarm mit der Weißen Brücke/ 
die stolzen Schwäne auf der ruhigen Flut, (sollen wir diese „Stadtsee" nennen?) — cs ist 
ein wirklich malerisches Bild. 
Grüngolden dämmert's im eng anschließenden Kindergarten, dem Revier der Beschau 
lichen und Ruhegenießenden. Lichtbild: Archiv Lanöeszeitung. 
JCuSiscE&uiz ist Schutz §6ir 'Wem wsaei Minti, 
iiir JittMäs elftes Jiertil 
- 
Mittwoch, den 20. Mai 1936. 
Die schwere Artillerie der Engländer erzielte 
auf den deutschen Schiffen 100 Treffer, wäh 
rend unsere Artillerie 120 schwere Treffer auf 
den englischen Schiffen hatte. Mit drei Schlacht 
kreuzern, drei Panzerkreuzern, einem kleinen 
Kreuzer, sieben Zerstörern und Torpedobooten 
von insgesamt 115 000 Tonnen Wasserverdrän 
gung fanden 6 945 englische Seeleute, darunter 
2 Konteradmirale mit ihrem ganzen Stabe, 
den Seemannstod, während auf deutscher Seite 
mit einem Schlachtkreuzer, einem älteren 
Linienschiff, vier kleinen Kreuzern und fünf 
Torpedobooten von insgesamt 61000 Tonnen 
Wasserverdrängung 2 551 Kameraden fielen. 
Um 3,32 Uhr eröffnete der kleine Kreuzer 
„Elbing" die Schlacht, die bis in die späten 
Abendstunden hinein tobte und noch in der 
Nacht verschiedentlich aufflackerte. 20 Jahre 
sind seitdem vergangen. Aber immer lebt in 
denen, die diese Schlacht mitgemacht haben, das 
Erinnern an jene Stunden. 
Verhütung von Feuersgefahr 
Im Amtsblatt der Regierung zu Schleswig 
gibt der Regierungspräsident zur Verhütung 
von Feuersgefahr im Haushalt folgende 
Winke: 
1. Man vertraue niemals Kindern unter 
sieben Jahren und unzurechnungsfähigen 
Personen offenes Licht oder Feuerzeug an) 
auch lasse man solche Personen nie ohne Auf 
sicht in Räumen, in denen Feuer oder Licht 
vorhanden ist. 
2. Man bewahre Streichhölzer stets so auf, 
daß sie nicht von Kindern unter sieben Jahren 
und unzurechnungsfähigen Personen erreicht 
werden können. 
3. Man mache Feuer stets nur in den vor 
handenen Feuerstätten und entnehme nie 
brennende Gegenstände (glühende Kohlen) den 
Feuerstätten, um sie zur Anzündung von 
Feuer im Herd oder in Oefen zu verwenden. 
4. Man gieße nie Petroleum, Spiritus, Ter 
pentin oder öergl. zum Anmachen oder An 
fachen des Feuers in die Feuerstätten oder in 
brennende Lampen. 
6. Man benutze nie Benzin und Aether in 
Räumen, in welchen offenes Licht oder Feuer 
sich befindet, und verwahre sie nur in dicht 
verschlossenen Gefäßen. 
6. Man lagere nicht in unmittelbarer Nähe 
von Oefen und Herden Holz znm Trocknen. 
7. Man hänge nicht Kleider, Betten, Lap 
pen, Tücher, Wäsche und ähnliche Gegenstände 
zum Trocknen in unmittelbare Nähe von 
Feuerungsanlagen auf. Die Entfernung von 
der Feuerstätte muß mindestens 14 Meter 
betragen. 
8. Fettige Putzlappen neigen zur Selbstent 
zündung, man verbrenne sie daher sofort nach 
dem Gebrauch oder bewahre sie in feuerhem 
menden Behältern auf. 
9. Man lagere nicht unter hölzernen Trep 
pen Holz, Papier, Lumpen, Gerümpel und 
anderes im Falle eines Brandes Qualm ver 
ursachendes Material. 
10. Man übergieße stets frische Asche mit 
Wasser, wenn besonders dazu hergerich 
tete, mit unverbrennlichem Deckel versehene 
Gruben nicht vorhanden sind und man genö 
tigt ist, sie auf Höfen oder Dunghaufen aus 
zuschütten. 
11. Man unterrichte sich bei der Einrichtung 
elektrischer Anlagen über die damit verbun 
denen Gefahren und beachte bei der Handha 
bung von elektrischen Apparaten (Licht-, 
Wärme- und Trockenapparaten und üergl.) 
genau die für jeden Apparat gegebenen An 
weisungen. 
Alkoholmißbrauch und Führerflucht. 
In der „Deutschen Justiz" wird eine amt 
liche Warnung aus dem Reichsjustizministe 
rium an Kraftfahrzeugführer vor Alkoholmiß 
brauch und Führerflucht veröffentlicht. Wir 
entnehmen dieser Warnung: Die Fülle, in 
denen Alkoholmißbrauch nachweisbar die Ur 
sache von meist sehr schweren Verkehrsunfällen 
ist, sind leider nur zu häufig, und die Fälle 
der Führerflucht haben in letzter Zeit so er 
heblich zugenommen, daß auch hier eine deut 
liche Warnung am Platze ist. Der moderne 
Verkehr wird immer seine Opfer fordern. Um 
so weniger wird man sich damit abfinden kön 
nen, daß die Zahl der Unfälle und ihrer Opfer 
dadurch vermehrt wird, daß sich Kraftfahrzeug 
führer in einen Zustand versetzen, der es ihnen 
von vornherein unmöglich macht, den hohen 
Anforderungen des Verkehrs zu genügen und 
sich sicher im Verkehr zu bewegen. 
Wer in einem Zustande der Alkoholbeein 
flussung ein Kraftfahrzeug führt, gefährdet 
den Verkehr auf das allerschwerste. Auch der 
jenige, den sonst das Urteil der anderen als 
leicht angetrunken, als nur angeheitert be 
zeichnet, wird bei der ärztlichen Diagnose stetsNo full text available for this image
	        
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