Julius Schrecks letzte Fahrt
Der Führer am Grabe seines Fahrers
Um 10 Uhr rücken die Fahnen an: voraus des Friedhofes, sie künden die
die heilige Blutfahne, dann folgen die Fahnen Ankunft des Führers,
der Standarte „Deutschland", der SS.-Standar- der in langsamer Fahrt durch das dichte Spa
ten 1 und 24, der SA., des NSKK., der poli- lier der trauernden Volksgenossen gefahren ist.
tischen Leiter. Vor dem Sarge senken sich die Der Führer tritt mit tiefernsten Zügen an
Fahnen und entbieten dem Toten den letzten das Fußende des Sarges, der vor der Aus-
Gruß. Dann gruppieren sie sich um das offene segnungshalle aufgestellt ist, nnd erhebt die
Grab, das eingefaßt ist von prächtigen Früh- Hand zum letzten Gruß.
lingsblumen. Das Kopfende des Grabes In der Begleitung des Führers befinden sich
schmückt ein großes Hakenkreuz aus dunkel- der Stellvertreter des Führers, Reichsminister
roten Rosen. Rudolf Heß, Reichspressechef Dr. Dietrich,
Die Anfahrt der Leidtragenden. Obergruppenführer Brückner und Brigade-
Wagen um Wagen fährt an dem kleinen führer Schaub.
Friedhof in Gräfelfing vor. Geleitet man einen °oî,. em megger Kranz au» Sorter tntt
der Großen des Reiches zu Grabe? Was hat reißen ^ilren, getragen von zwer «s.-Män-
der Mann für Deutschland getan, den man hier ^ern, der Kranz, den der Führer fernem toten
zur letzten Ruhe trägt? Ein Fahrer ist es, der Kameraden und Mitkämpfer widmet. Er tragt
Fahrer des Führers, ein treuer alter Kämpfer, ™ ļ^ rtC .ļ t ŞĢerfen das Hoheitszeichen und die
einer von denen, die zu allererst zur Bewe- Anschrift: „Meinem alten treuen Mitkämpfer
gung und zum Führer stießen und seither in "?d Eeben Kameraden Julms schreck. Adolf
Reih und Glied hinter ihm marschiert sind ' ^>er Führer stellt sich an den rechten
durch Not und Tod und Gefahr. Ein Fahrer ^ņgel des Fuhrerkorp^ der Partei, auf dem
wird zu Grabe getragen, und an seinem Grabe vor der Aussegnungshalle. Man lieht
stehen die Reichsminister, Reichsleiter und Generaloberst Gormg, die Reichsnnnister Dr.
Gauleiter, Generäle der Wehrmacht und die ^ebbelc und Frick, den Stabschef der SA.,
Führer der nationalsozialistischen Formatio- Ļutze, den Reichvfuhrer EL. Himmler, den
nen, steht ein erheblicher Teil des deutschen Korpsfuhrer^ NL.KK. Huhnkem, die Reichslei-
Führerkorps, und mitten unter ihnen der ^er, den Botschafter von Ribbentrop. Weiter
Führer selbst, der erste Mann des Reiches. befinden sich tn ber Trauergemeinde zahlreiche
Eine Abordnung des Stoßtrupps Hitler ist Gruppenführer und Gauleiter, die bäuerliche
angetreten. Die Männer tragen die feldgraue Landesregierung, wahrend aus der näheren
Mütze, die gleiche, die sie in der ersten Kampf- ^uigebung des ^Führers Obergruppenführer
zeit getragen haben, damals, als Julius ^sprich, die Adjutanten Oberstleutnant
Schreck, der Gründer des Stoßtrupps, noch in ^odenbach und Standartenführer Wiedemann
ihren Reihen stand. Alle tragen den Blut- anwesend waren, sowie ferner LL.-Stanüarten-
orden, die höchste Auszeichnung, die die Partei lmhrer Ministerialrat Berndt, Flugkapitan
zu vergeben hat. Inmitten der Stoßtruppfüh- ^aur und die beiden Aerzte Dr. Brand und
rer steht die einzige Trägerin dieser Auszeich- Halse. , ^ .
nung, Schwester Pia. Neben dem Stoßtrupp . ;^ ie ernstste Bewegung das Flackern der
steht eine Abordnung der Träger des Blut- ädernden Pylonen, der Mustkzug der Ltand-
ordens aus der Reichshauptstadt. Die Forma- barte „Deutschland ipielt feierlich und ernst
tionen der Bewegung, SS.-Verfügungstruppe, beut,Ģ Trauermustk von Dr. Hanfstaengl.
Totenkopfverbände, SA., NSKK., HI., Politi- ^r. Lchott tritt an den Katafalk.
sche Leiter schließen sich an. Viel zu klein ist Seiner Gedächtnisansprache legt er das Wort
der Friedhof, um alle zu fassen, die Abschied Grunde:
nehmen wollen von dem unvergeßlichen Mit- „Lasset kommen die Höllen,
kämpfer. mit mir zu streite»,
Nun krachen zwölf Böllerschüsse in die Stille ich will durch Tod und Teufel reiten."
mühten, ihm jeden Wunsch und jeden Gedai"
ken von den Augen abzulesen und zu erfüllen,
warst einer von denen, die niemals an sich^ge-
dacht haben, und Du bist ein Vorbild an Tap
ferkeit und Kühnheit. So rauh wie Du nach
außen warst, innerlich warst Du ein gütiger
Mensch und warst mit Recht beliebt. Du bist
ein Held unserer Zeit, hast gekämpft und bist
nun Vorbild. Und so sahen wir Dich, und so
nehmen wir von Dir Abschied für die Erden-
zeit, die jeder von uns noch zu leben hat. Wir
wissen es, wir alle treffen uns an einem Ort,
in einem Gedanken, in einem Kampf wieder,
wo wir auch in dem großen Weltall des Herr
gotts sein mögen, und so, wie wir kämpfen,
dienst Du droben in Walhall für Deinen Fê
rer, für die Bewegung und für Deutschland.
Dann wieder kurze Kommandos. Die Kame
raden nehmen den Helm ab, die Musik spielt
das Lied vom guten Kameraden, die Hände
heben sich nochmals zum Gruß, die Fahnen
senken sich. Entblößten Hauptes stehen die vie
len, vielen Hunderte vor dem offenen Grabe,
vor dem Toten, von dem sie jetzt für immer
Abschied nehmen. Dann legt der Führer den
Kranz nieder, den Kranz, den er seinem un
vergeßlichen Julius Schreck widmet. Schwei
gend, in tiefster Ergriffenheit, nimmt der Füh
rer Abschied von diesem seinen Kameraden.
Nachdem dann die übrigen Kränze am Grabe
ihren Platz gefunden hatten, führt der Reichs
führer SS. Himmler fort: „Wir haben uns
nun von Dir verabschiedet. Du lebst in unseren
Reihen so, als wenn Dir noch da wärest. Und
nun habe ich Dir, lieber Kamerad Schreck, eine
Ehre zu verkünden, die Dein Führer für Dich
bestimmt hat.
Als Du die Staffel gründetest, war sie ein
Häuflein von zehn Mann. Von heute ab soll
laut Befehl des Führers die erste Standarte
der SS. in München den Namen „Julius
Schreck" führen. Wir alle wollen bestrebt sein,
daß diese Standarte dem Träger dieses Na
mens, dem Mann, der ein Heros in unseren
Reihen war, Ehre macht."
Das Kampflied der Bewegung, das Horst-
Wessel-Lied, klingt über die offene Gruft.
Während die Kapelle das Sturmlied „Wenn
alle untreu werden" spielt, tritt der Führer
noch einmal vor die Grabstätte des getreue«
Julius Schreck, grüßt noch einmal den Toten,
nnd verläßt dann den Friedhof.
Neun Jahre lang hat er, so sagt der Redner,
den ehrenvollen Posten eines ständigen Be
gleiters am Steuer des Wagens des Führers
ausgefüllt. In dem Bewußtsein, dem Führer
das Teuerste, das wir heute besitzen, durch tau
send Gefahren hindurchgerettet zu haben, durfte
der Verblichene die Augen für immer schließen.
Er war dem Führer aber nicht bloß der absolut
verläßliche Steuermann, er war ihm der Volks
genosse, der mit ihm ein Stück Leben, ein
Lebensschicksal teilen durfte. Dieses Glück iit
ihm bis zuletzt vergönnt gewesen. Das mag
auch für die Hinterbliebenen ein Trost und tief
beglückendes Gefühl sein. Er hat das Vertrau
en des Führers genossen bis in seine letzten
Stunden."
Der Weg zum Grabe.
Ein Mann vom Stoßtrupp Hitler nimmt das
Ordenskissen, ein anderer Mann den Degen.
Sechs SS.-Führer heben den Sarg auf und
tragen die teuere Last zum Grabe. Hinter dem
Sarge folgen als erste die Hinterbliebenen,
dann der Führer mit dem Führerkorps. Unter
den Klängen des Chopinschen Trauermarsches
ist inzwischen der Trauerzug am Grabe einge
troffen. SS.-Führer und Mitglieder des Stoß
trupps Hitler stehen stumm und unbewegt. Sie
setzen den Sarg auf. Unmittelbar vor dem
Grabe, gegenüber der Blutfahne, steht der
Führer.
Kurze, knappe Kommandos ertönen. Mitglie
der des Stoßtrupps Hitler heben den Sarg.
Salven krachen, die Musik spielt den Präsen
tiermarsch. Unter seinen Klängen wird der
Sarg in das Grab gesenkt. Die Fahnen senken
sich, die Hände recken sich zum deutschen Gruß.
Dann tritt Reichsfiihrer SS. Himmler vor
das Grab. Soldatisch kurz und ernst sind seine
Worte: „Nach 20 Jahren Kampf ruht nun
Dein Leib, und Du hast gekämpft und nur an
Kampf und Treue gedacht bis zu Deinem letz
ten Tage. Du warst derjenige, der den Stoß
trupp Hitler gründete, Du warst derjenige, der
im Jahre 1925 di. erste Staffel dieser heute
größten Schutzstaffel in München gegründet
hat. Immer nur warst Du im Dienst, 20 Jahre
Deines Lebens, von dem Augenblick an, als
Du Soldat wurdest. Immer nur warst Du be
dacht, von dem Augenblick an, als Du den
Mann, der unser aller Führer ist, kennen lern
test, lerntest, ihm treu zu sein und ihm zu die
nen. Du warst einer von denen, die sich be-
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