Blühende Welt
Auch den Stumpfesten muß es hochreißen in
dieser Zeit des Blühens. Und es gibt wohl kei
nen, den es nicht drängte, teilzuhaben an dem
Wunder des Werdens, das sich seinem Blicke
beglückend offenbart.
Da trügt der Zug durch ein Stück Heimat.
Eine andere Heimat ist es, als sie in all den
Monaten war, die hinter uns liegen. Nicht
mehr recken die Baume ihre kahlen Wipfel wie
anklagend gegen grauen Himmel, nicht mehr
breitet sich eintönig die Flur zu farbloser
Fläche. Lichte Blütenbäume grüßt der schwei
fende Blick, und hinter ihnen verstecken sich die
Häuser, das kleine Holzhaus mit dem maleri
schen Giebel, die prunkvolle Villa mit dem
breiten Aufgang. Das leuchtende Gelb eines
Rapsfeldes steht, ein aufdringlicher Farbfleck,
in der Landschaft. Und alles ist Freude gewor
den. Ein süßer Rhythmus schwingt in den
Linien von Wald und Feld, von Tal und Hü
gel, schwingt hinüber bis zu der blauen Ferne
am Horizont, über dem es schwebt wie ein zar
ter Schleier, den die Natur niederfallen ließ,
um mit zärtlicher Geste der Fülle einen Ab
schluß zu geben.
Und man schreitet durch ein Tal. Da grüßen
sie alle, die Kinder des Lenzes, das ' kleine
Veilchen und der vordringende Löwenzahn.
Man möchte sich niederbeugen und mit zärt
licher Hand alles berühren, daß man stärker
den ewigen Pulsschlag der Natur fühlte. Man
lauscht dem Rauschen des Wassers, das im
Frühlingsregen anschwoll und über die Steine
hinwegströmt, aufbraust an ihnen, sich an die
Ufer stürzt und immer weitereilt. Man lauscht
dem Ruf des Vogels, der aus irgendeinem
der Wipfel dringt, durch die der leise Wind
zieht, man sucht den kleinen Sänger, aber er
hält sich verborgen hinter dem lichten Blätter
gewirr. Man schreitet unter der Birke hin, mit
deren zarten Zweigen der Wind spielt. Und
das alles fällt in die Seele als Beglückung, daß
das Herz rascheren, froheren Schlag tut, daß
das Auge leuchtet im Glanz reiner Freude.
Ein neuer Mensch geht durch solche Welt. Ein
Mensch, der neues Hoffen, neue Zuversicht in
sich trägt, neuen Lebensmut, wenn ihm das
Schicksal aus der Hand geschlagen hat, was ihm
lieb. Er sieht die weite blühende Welt vor sich
und es fällt in ihm das frohe Wissen, daß sie
unendlich schön ist auch dann, wenn einmal die
Sonne hinter Wolken tritt, mrd daß das Leben
so reich und mannigfaltig, so unerschöpflich ist,
daß es nur eine freudige Bejahung braucht,
um immer auch die Erneuerung bereitzu
halten.
Wußten Sie schon:
daß die Kastanie ihren Namen von der
griechischen Stadt Kastana, die im Peloponnes
gelegen ist, hat? In dieser Gegend wurde der
schöne Baum zuerst angepflanzt und dann auch
in andere Länder gebracht.
*
daß Rehe und Hirsche nicht durch die Nase,
sondern auch durch die Augen atmen? Dieses
geschieht vermittels eines Luftganges, der sich
unter den Augenlidern befindet.
*
daß man in den Krankenhäusern von Ma
drid die Sitte eingeführt hat, daß die Kran
kenpflegerinnen den Kranken Geschichten vor
lesen? Besonders humoristische Geschichten sol
len einen sehr belebenden und damit heilenden
Einfluß ausüben.
*
daß schon die alten Assyrer eine künstliche
Bestäubung der Pflanzen kannten?
Geheimnisse um Seen
Die Wasser wallen ans «nd nieder
Von A. T u r a t.
Sanft und friedlich liegt bei Rheinsberg der
Stechlin-See. Ein harmloses Wässerchen, wie
deren Dutzende im „Streusand" Brandenburgs
zu finden sind. Findet aber irgendwo in der
Welt und namentlich in Europa ein Erdbeben
statt, wird der Stechlin-See wild. Sein Wasser
trübt sich, selbst bei stillster Luft entsteht ein
heftiger Wellenschlag, und an mehreren Stellen
bilden sich wirbelnde Strudel, die trichterför
mig gurgeln und nach unten ziehen. Es läßt
sich denken, daß aus dieser seltsamen Natur
erscheinung allerhand Sagen bei den Fischern
des Sees entstanden sind.
Donauwasser in den Rhein fließen zu lassen,
wäre für die Technik gewiß ein ebenso ver
wickeltes wie kostspieliges Problem. Die Na
tur löst es mit einem einfachen Trick. Im würt-
tembergischen Schwarzwaldkreis zwischen den
badischen Orten Möhringen und Jmmendin-
gen liegen im Douaubett die sogenannten
Donaulöcher, bei denen die Donau über einen
Streifen Kalksteitttuff fließt. Er verschluckt in
seinen Klüften das Flußwasser bei niederem
Wasserstande ganz, bei mittlerem größtenteils.
Das verschluckte Donauwasser tritt zwölf Kilo
meter südöstlich bei dem Städtchen Aach als
„Aachtopf" (Aachquelle) wieder an das Tages
licht. Mit siebentausend Litern in der Sekunde
bildet es die größte Quelle Europas und rinnt
als Hegauer Aach bei Radolfzell in den Unter-
see und von dort in den Rhein, so daß tatsäch
lich eine unterirdische Verbindung zwischen
Donau und Rhein besteht.
Eine Gruppe der Karstseen füllt in bestimm
ten Zeitabstünöen ihre ziemlich weiten Becken
aus, um dann ebenso regelmäßig wieder zu
verschwinden. Die seltsame Erscheinung nimmt
sich so aus, als ob diese Karstlöcher Wasser aus-
und einatmeten. Auf ihrem Grunde gedeihen
herrliche Wiesen, aus denen die Besitzer in der
wasserlosen Zeit eine reiche Heuernte halten.
Ein solches Auftreten und Verschwinden von
Wasser ist auch bei anderen reinen Kalkstein
gebirgen zu beobachten, aber nirgends in der
Menge und Regelmäßigkeit wie im Karst. Nicht
minder seltsam verhalten sich einige Karst
flüsse, die in ihrem Lauf senkrecht gegen eine
Felsenwand stoßen, aber vor ihr nicht seitlich
abbiegen, sondern in die Tiefe versinken, um
jenseits des Hindernisses wieder aufzutauchen.
Im Salzkammergut der Alpen liegen im
kreis- oder eirunden Felsenlöchern klare Seen,
die der Volksmund wegen ihrer herrlichen
Farbe „Augen Gottes" nennt. Man erzählt
sich von ihnen, daß sie in der Mitte bodenlos
sind und dort jeden in die Tiefe ziehen, der
hinuntertaucht. Da diese Seen wassergefüllte
Krater ehemaliger Vulkane sind, hat der
Volksmund in gewissem Sinne recht, weil
keine sichtbaren Abflüsse vorhanden sind und
daher der Ueberschuß an Regen- und Schnee
schmelzwasser nur durch Boöensickerung ab
rinnen kann.
Bodensickerungen erklären wohl auch das
Rätsel des persischen Urmia-Sees. Er bedeckt
fast viertausend Quadratkilometer, ist stark
salzhaltig, nimmt große Wassermengen durch
Niederschlag und Zuflüsse auf und geht trotz
dem von Jahr zu Jahr an Umfang zurück.
Dämonische Sagen knüpfen sich an einige
bösartige Seen im Gebiet der indischen Insel-
vulkane. Sie entsenden so starke Giftdümpfe,
daß die Forscher nur mit Gasmasken heran
kommen können. Einige enthalten verhältnis
mäßig viel Radium. Das wird von den einge
borenen Malayen praktisch ausgenützt, indem
einem solchen Zug, in welchem eine hochwohl
löbliche Waggonfabrik einfach den Ort — ein
Meter im Quadrat — vergesse:: hatte, einzu
bauen. Selbst in der Polsterklasse nicht. Ta
saß nur ein Honvcdoffizier imd sagte freund
lich „Servus". Ich stürzte weiter und hörte
ihn nur noch brummen: „No, alsdvan nit."
Das hätte mir auch gerade noch gefehlt, so ein
kleiner Schwatz.
Wie es weiterging? Es wurde nicht so tra
gisch, wie man annehmen könnte. Links und
rechts vom Bahngleis wächst das hohe Pußla-
gras — und die Bahn fährt langsam. Der
Hoppser war nicht gefährlich, und ich fiel weich.
Drei Stunden bin ich dann längs des Bahn
gleises gestolpert mit einigen kleinen „Unter
brechungen". Als der Abend dämmerte, suchte
ich in einem der 600 Weinkeller meine Kame
raden. Das war nicht so einfach, denn
Buda'Oers ist ein beliebter Ausflugsort.
Jrgeudwo hörte ich den Sang vom „rheinischen
Mädel und rheinischen Wein". Die rheinischen
Mädels tanzten gerade einen Czardas und der
rheinische Wein — es war echter Tokayer, das
Liter für 12 Filler (6 Pfennige) — schien mei
nen Kameraden trefflich zu munden. Man hat
sich noch freundlich nach meinem Stuhlgang er
kundigt — und die „Czardastäuzerinnen" ha
ben mich bei dieser höflichen Frage erstaunt
angesehen.
Ich esse nie wieder Kirschen vor einer Bahn
fahrt ohne dieses „Platzerl" — ein Meter im
Quadrat.
Der Kmxs auf dm HmWMMid
Von Arthur von R i h a.
Draußen tobte ein Sturm, der für den Hum
mernfang ungünstig war. Aber Hinrich fuhr
trotzdem schon vor dem Morgengrauen in seine
tranigen Seestiefel, um nach dem Hummern
grund auszufahren.
Er war nach einer besonderen Beute aus.
Seine Ausfahrt galt dem unbekannten Raub
fischer, der heimlich die Fangkörbe entleerte,
bevor morgens die rechtmäßigen Eigentümer
auf den Hummerngrund kamen.
Der Dieb arbeitete so umsichtig, daß man
sein Frevelwerk nur an dem Verschwinden
der verwesenden Heringsstücke erkannte, die
man als Köder für die Hummern in die Fang-
korbe gelegt hatte. Da kein Hummer allein aus
dem Neusenkorb herauskommen konnte, so
bald er einmal — vom Köder angelockt — hin
eingekrochen war, mußte jemand die Panzer
ritter herausgeholt haben, nachdem sie die
Lockbissen aufgefressen hatten.
Das war klar.
Nur den Dieb hatte noch niemand abgefaßt.
Das wollte Hinrich heute gerade an dem
stürmischen Frühmorgen besorgen, an dem der
Hummernräuber keine Störung zu befürchten
brauchte.
Der Hummerngrund lag — einige Seemeilen
vom Dorf entfernt — in der Sichtdeckung eines
felsigen Vorgebirges. Hinrich näherte sich dem
Kap durch Quirlen mit dem langen Notruöer,
um sich nicht beim Gebrauch seines Heck
motors durch dessen Lärm zu verraten.
Deshalb trass er so überraschend aus dem
sie mit dem Uferschlamm ihre Hüttenwände
bewerfen und dadurch alles Ungeziefer abtöten.
Zweimal jährlich, bei den beiden Tag- und
Nachtgleichen, erscheint in der Seine beim
Oertchen Caudebec (fünfundvierzig Kilometer
vom Mündungshafen Havre entfernt) eine
mächtige stromaufrollende Flutwelle (Masca
ret genannt). Sie besteht aus mehreren auf
einanderfolgenden Wogen in zunehmender
Höhe und ist eine Anstauung der eindringen
den Meeresflut, die sich mit dem entgegen-
fließcnden Wasser der Seine begegnet. Im
Kleinen ist diese Erscheinung fast täglich zu
sehen, aber bei den Springfluten der Tag- und
Nachtgleichen erreicht der Mascaret bis sechs
Meter Höhe und stürmt mit der Geschwindig
keit eines galloppierenden Pferdes stromauf.
Schon von fern sieht man die quer zwischen
beiden Ufern gespannte Wasserwoge mit
öumpfdrohendem Grollen Heranrollen und mit
ihren schaumspritzenden Wellen über die
Uferhinöernisse sprühen. Auf den seichten Was
serstellen brandet der Mascaret besonders hef
tig, weshalb der Schiffer ihm besser im tiefsten
Wasser begegnet, wenn er sich nicht hinter eine
schützende Flußkehre oder stromauf davon-
flüchten will.
In das vereinigte Riesendelta des Ganges
und Brahmaputra mündet ganz rechts der
Hugli, durch den man nach Kalkutta gelangt.
Auch hier gibt es eine gewaltige Flutwoge, die
man Bora nennt. Sie kommt flußaufwärts
als ein breiter, schwarzer, weißverbrämter
Wall, der von einem Ufer zum andern reicht-
Schon von weitem kündet sich die Bora durch
ihr grollendes Rollen an, dem taktweise immer
ein Aufklatschen des Wassers auf die Ufer
bänke folgt. Auf den geraden Strecken be
kommt sie eine solche Geschwindigkeit, daß
man ihr mit keinem Ruder- oder Segelboot
entrinnen kann. Kerzengerade steigt der
Nachen an ihr auf, bevor er sich überschlägt-
Die Bootsinsassen könne nnur durch ein Wun
der gerettet werden. Denn der Hugli wimmelt
von Krokodilen und Haien, die aus dem ben
galischen Golf im Kielwasser der Seeschiffe her
einkommen. Da läßt es sich begreifen, daß die
Bora bei den kleinen Huglischiffern gefürchte
ter ist als die Pest.
AĶseLêr Mrs sker Wsîè
Das höchste Hotel der Welt.
Die Sowjetrussen hat der Ehrgeiz gepackt,
das höchste Hotel der Welt zu besitzen. Im
nächsten Jahre werden sie nur wenige hundert
Meter unter dem Gipfel des Elbrus, des höch
sten Berges im Kaukasus, 6629 Meter, eine
Gaststätte errichten, die eine völlig neue
„aerodynamische" Form erhalten wird, um den
Stürmen besser Widerstand leisten zu können.
Sie wird an ein Luftschiff erinnern. Das Hotel
soll 200 Personen beherbergen können. Schon
jetzt hat man mit dem Transport der Bau
materialien begonnen, der sich natürlich bis in
diese Höhe außerordentlich schwierig und lang
wierig gestaltet.
Kind oder Wattebausch.
In manchen Gegenden Chinas ist es üb
lich, vor allem natürlich im Winter, mehrere
dicke wattierte Kleider übereinander zu tra
gen. Auch Kinder bleiben von einer solchen
Verpackung nicht verschont, in der sie wie
kleine Ungeheuer wirken, und Tatsache ist es,
daß so bekleidete Kinder, wenn sie hingefallen
sind, nicht in der Lage sind sich wieder zu er
heben und wie ein Stück Unglück liegen blei
ben, bis sich jemand ihrer erbarmt.
Frankreichs seltsamste Eiche.
Die Sehenswürdigkeit des herrlichen Wal
des von Chizd im Gebiet der Charanto ist ne
ben einer Rieseneiche, dem „Kaiser", eine
Gruppe von Bäumen ,die in Frankreich ein
zigartig ist. Diese „Sieben Eichen" sind aus
einer einzigen Wurzel gewachsen, 18 Meter
hoch und messen 60 Zentimeter im Durchmes
ser.
Der Papagei als Raubvogel.
Die Papageien Neuseelands haben eine selt
same Wandlung ihrer Lebensweise erfahren.
Wie alle Papageien, so war auch der in Neu
seeland vorkommende Kea ursprünglich ein
pflanzenfressender Vogel, bis zu dem Augen
blick, da die Schafzucht Neuseelands einen so
ungeahnten Aufschwung genommen hatte. Aus
dem einst harmlosen im Gebirge hausenden Pa
pagei wurde ein ungemein gefährlicher Raub
vogel, der nunmehr bis zur Ebene herabsteigt
und in schnellem Fluge auf ein von ihm aus-
Hummerngrunde ein, daß er den Dieb in voll
ster Tätigkeit erwischte.
Da gab Hinrich sofort Vollgas und steuerte
auf den Räuber los.
Doch auch der Dieb ließ sogleich seinen
Bootsmotor anspringen, — nicht um zu flüch
ten, sondern um Hinrich durch einen entschlos
senen Angriff zu begegnen.
Während die beiden Boote gegeneinander
rasten, griffen beide Männer zu der Waffe,
die in ihrem Lebenskreise bei Zweikämpfen
üblich war.
Jeder stemmte sein langes Notruder wie eine
eingelegte Turnierlanze gegen seine Sitzbank,
um mit der Unterkante des Ruderblattes den
anfahrenden Gegner an der Brust zu treffen
und so über Bord zu werfen.
Um dabei die Hände für das Richten des
Stoßruders freizubehalten, wickelte jeder die
beiden Handleinen seines Bootssteuers um die
Fußgelenke.
Es war bei diesen Ruderkämpfen eine streng
verpflichtende, uralte Ehrenregel, daß man nur
nach der Brust des Gegners stieß, um ihn nicht
schwer oder gar tödlich zu verletzen. Denn die
breiten Brustkästen der Wassermenschen konn
ten schon einen tüchtigen Puff vertragen, —
zumal, wenn es geübte Kämpen waren, die
den Rammstoß durch das Abbiegen ihres Kör
pers abzuschwächen verstanden, wenn sie ihm
nicht mehr ganz ausweichen konnten.
Aber im letzten Augenblick erkannte Hinrich,
daß der Hummernräuber tückisch nach seinem
Kopf zielte. Nur durch schnelles Ducken entging
Hinrich dem mörderischen Anschlage. Das ver
riß seinen eigenen Stoß, der sonst unfehlbar
die Brust des Schurken getrogen hätte,
gesuchtes Schaf herniederfällt. Mit seinem
scharfen Schnabel reißt er aus dem Schafkörper
große Stücke Fleisch heraus, und ehe sich die
Hirten versehen, ist das verhaßte Tier wieder
verschwunden. Die Papageien Neuseelands
sind eines der seltsamen Beispiel, wie in kür
zester Zeit eine Tierart ihre Lebensweise
grundlegend verändert.
Die verschleierten Männer.
Bei den Hoggars, einer Unterfamilie des
berühmten Berberstammes der Tuaregs, dür
fen sich die jungen Männer den Frauen nur
verschleiert zeigen, während es für die Frauen
ein Schleiergebot nicht gibt. Sofern die Frauen
Schleier tragen, so tun sie es nicht, um einer
Sitte zu genügen, sondern nur aus dem
Grunde, um die zarte Haut vor den sengen
den Sonnenstrahlen zu schützen.
Washington wußte Bescheid!
Von George Washington, dem großen Natio
nalhelden der Vereinigten Staaten, erzählte
man sich eine Anekdote, die gut in die Gegen
wart hineinpaßt. Eines Tages wurde im Kon
greß über die Aufstellung eines Bunöesheeres
lang und breit verhandelt. Ein Abgeordneter
stellte endlich den Antrag, man möge be
schließen, daß die Bundesarmee nie mehr als
3000 Mann stark sein dürfe. Da erhob sich
General Washington und stellte mit todernster
Miene den Gegenantrag, das hohe Haus möge
beschließen, folgende Botschaft allen Ländern
der Erde feierlich kundzutun: „Keine feindliche
Armee über 2000 Mann darf jemals den ame
rikanischen Boden betreten." Donnernder Bei
fall belohnte diese Schlagfertigkeit.
Alles schon dagewesen!
Ein alter Herr kam nach Heidelberg. Er be
suchte die Wirtin, bei der er vor zwanzig
Jahren gewohnt hatte. Sie zeigte ihm gern die
alten Räume. Der alte Herr wurde sentimen
tal: „Dasselbe alte Zimmer — dieselben alten
Möbel — derselbe alte Blick auf die alten
Dächer von Heidelberg —".
Ein junges Mädchen trat ins Zimmer. Hin
ter ihr ein Student. „Es ist meine Kusine",
sagte er verlegen. Der alte Herr lächelte ver
sonnen: „Derselbe alte Schwindel!"
Ergebnislos schossen die beiden Gegner an
einander vorbei.
Beide wendeten sofort, um erneut aufeinan
der loszugchen.
Der Hummernräuber zielte wieder nach
Hinrichs Kopf. Aber diesmal war Hinrich vor
bereitet. Er ließ plötzlich sein Stoßruder fal
len und packte seinen Bootshaken, mit dem er
nach dem Brustlatz des Gegners langte.
Der Haken faßte und saß. Und Hinrich riß
daran den Raubfischer aus seinem Boot her
aus, während die beiden Boote mit Vollgas
aneinander vorübersausten.
Der Wilderer fiel kopfüber in die See, wobei
er mit den Füßen an seinen Steuerleinen hän
gen blieb.
In dieser wenig erfreulichen Stellung wurde
er von seinem weiterschießenöen Boot mit ein
getauchtem Oberleib mitgeschleift. Da hatte er
beide Hände voll zu tun, um sich durch Klimvr-
züge an seinem Hosenriemen mit dem Gesicht
über Wasser zu halten.
Während er so gegen das Absaufen verzwei
felt ankämpfte, legte Hinrich in voller Fahrt
an seinem Boote an.
Damit war das Schicksal des Wildfischers
entschieden.
Hinrich machte die beiden Boote aneinander
fest und stellte ihre Heckmotoren ab.
Nun zog er den besiegten Gegner an Bors
und fesselte ihn gründlich, bevor er all dw-
unfreiwillig geschluckte Wasser ausgespuckt
hatte und wieder zu Atem kam.
Das weitere erledigte dann die Hafenpolizei,
die Hinrichs Gefangenen mit offenen Armen
empling.