Schleswig-Holstein, das Land der gesalzenen Markenbutter
Ern Bericht über den Preisbewerb fLr Milch und Milcherzeugniffe auf der 3. Meichsnährftandsaussts!!n«g in Frankfurt
, Wie alljährlich fand anläßlich der Reichsnühr-
standsschau ein umfangreicher Preisbewerb für
Milch- und Molkereierzeugnisse statt. Wir beschrän
ken uns in der Berichterstattung auf eine Wieder
gabe der Schlußergebnisse. Soweit unsere Provinz
an dem Ergebnis eine ausschlaggebende Rolle
spielt, was nicht selten der Fall war. veröffent
lichen wir auch die 1. Preisträger. In dem
Prüfungsbericht für Butter
heißt es u. a.: Zur Butterprüfung wurden insge
samt 2106 Butterproben gemeldet, von denen 2073
eingeliefert wurden. 33 Molkereien (1,6 vH) nahmen
von der Einsendung Abstand. Die Anzahl der Pro
ben wurde im Verhältnis zum Vorjahre um 103
Proben gesteigert. Auffällig war die Zunahme der
gesalzenen Butter mit 128 Proben, der eine Ab
nahme von 25 Proben ungesalzener gegenübersteht.
Die Zunahme der gesalzenen Butter ist hauptsäch
lich auf die stärkere Beschickung aus den norddeut
schen Milchwirtschaftsgebieten zurückzuführen, wo
die Markenbutterbcwegung, insbesondere in den
reinen Buttereigebieten, ziemlich rasch vorwärts
schreitet. Wenn bei der Vutterprüfung in Leipzig
wiederum eine Reihe von Bntterfehlern in den
Listen verzeichnet wurden, so konnte trotzdem fest
gestellt werden, daß sich die Qualität der Deutschen
Markenbutter und auch der Deutschen Feinen
Molkereibutter allgemein etwas verbessert hat. Die
Qualität war ausgeglichener als im Vorjahre, was
von den Richtern angenehm empfunden wurde. Die
einheitliche Durchführung der Prüfungen nach den
Weisungen der Hauptvereinigung als auch der
Preisrichteraustausch bei den Pflichtbutterprüfun
gen haben ihre Wirkung nicht verfehlt.
Durch die Einführung von Standardiarben
wurde der größte Teil der Molkereien zur Her
stellung von Butter mit einheitlicher Farbe erzo
gen. Im Ansehen der Butter war gegenüber dem
Vorjahre eine wesentliche Besserung zu verzeich
nen. Wie aus den Prüfungslisten zu ersehen war,
sind nachstehende Fehler am häufigsten ansgetretcn:
ölig, alt, unrein, hefig, sauer, metallisch.
Die Art und auch die Anzahl dieser ausgetretenen
Fehler lassen zweifellos erkennen, daß in der
Qnalitätsfördcrung bei Butter noch eine Menge
Kleinarbeit zu leisten ist. Die erzielten Erfolge
sprechen aber auch dafür, daß in der Qualitäts
erzeugung im letzten Jahre wiederum weitere
Fortschritte erzielt wurden.
Das Gesamtergebnis war gut, vor allem, wenn
man berücksichtigt, daß die Anforderungen an die
Qualität immer höher geschraubt werden.
Nachdem in diesem Jahre zum ersten Male die
Ergebnisse der Pflicht-Butterprüfungcu vom Jahre
1935 bei der Prämiierung mit in Anrechnung ge
bracht wurden, muß bei der Gegenüberstellung der
Ergebnisse vom Jahre 1935 und 1936 auf diesen
Umstand Rücksicht genommen werden.
Nachstehende Aufstellung zeigt, welche Bewer
tungen bei der diesjährigen Butterprüfung in Leip
zig gegeben werden konnten: Von 2073 Proben
waren: Markenbutter 1405 (68 vH), davon unge
salzen 710 (51 vH), gesalzen 695 ,49 vH), Feine
Molkereibutter 668 (82 vH), davon unges. 246 (37
vH), ges. 422 (63 vH). Von den eingelieferten Pro
ben erhielten: 359 Proben (17,33 vH) einen ersten
Preis (1935: 16 vH), 1214 Proben (58,56 vH) einen
zweiten Preis (1935: 44 vH), 183 Proben (8,82 vH)
eine Anerkennung (1935: 8 vH), 317 Proben (15,29
vH) mußten ausscheiden (1935: 32 vH).
In diesem Jahr fand zum ersten Mal neben der
allgemeinen Butterprüsung eine
Haltbarkertsprüfung
für Deutsche Markenbutter
statt. Aus diesem Grunde wurden von 43 Marken
butterbetrieben eine Butterprobe (4-Pfd.-Ballen im
Glas) nach Berlin eingefordert Von der gleichen
Butter ging gleichzeitig eine Probe an die For
schungsanstalt Kiel zur wissenschaftlichen Untersu
chung. Zur Teilnahme an dieser Haltbarkeitsprü
fung wurden von jedem Milchwirtschaftsverband
nur die besten Markenbutterbetriebe und vor allem
solche, welche auf Grund der Pflichtbutterprüfungen
vom Jahre 1935 die besten Jahresergebnisse auf
weisen, berücksichtigt.
Mit dieser Haltbarkeitsprüfung soll der Nachweis
erbracht werden, ob cs in allen milchwirtschaftlichen
Erzeugungsgebieten des Reiches trotz der verschie
denen Boden- und Futterverhältnisse möglich ist,
Butter herzustellen, die mehrere Monate in dem
Kühlhaus bei Anwendung von Temperaturen von
unter 0 Grad Celsius markenfühig erhalten werden
kann. Ferner soll dadurch näher geklärt werden, ob
in der Haltbarkeit zwischen gesalzener und ungesal
zener Butter nennenswerte Unterschiede bestehen.
Die eingelieferten Butterprobcn wurden in
Berlin nach einer Lagerzcit von fast drei Monaten
einer Prüfung unterzogen. Das Gesamtergebnis
kann als überraschend gut bezeichnet werben. Von
den eingelieferten 43 Proben waren ihrer Quali
tät nach 24 Proben Markenbutter, 14 Proben Feine
Molkereibutter, 3 Proben Molkereibutter, 2 Pro
ben Landbutter. 6 Proben konnte die höchste Punkt
zahl, also 20 Punkte, verliehen werden. Dieses Er
gebnis läßt zweifellos erkennen, daß für die Ein
lagerung ungesalzene Butter sich besser eignet als
gesalzene. Die Auffassung, die bisher in dieser Hin
sicht vertreten wurde, finden wir durch die erzielten
Ergebnisse wiederum bestätigt. Gesalzene Butter
wird nach einer längeren Lagerung gern ölig, fi
schig und tranig.
Es handelt sich also um Fehler, die bei der un
gesalzenen Butt« nicht in Erjcheimmg treten«
Nachdem bei sämtlichen Proben der Wassergehalt
und Salzgehalt festgestellt wurden und die Unter
suchungsergebnisse vollständig abgeschlossen sind, ist
zu überprüfen, inwieweit diese Ergebnisse mit den
Ergebnissen der Sinnenprüfung in Beziehung ge
bracht werden.
Die Teilnahme an dieser Haltbarkeitsprttfung
bedeutet eine besondere Auszeichnung für die be
treffenden Betriebe und es ist zu erwarten, daß
viele andere Molkereien diesen nacheifern werden.
Von den 43 Proben waren: ungesalzen 27, gesal
zen 14. Es konnten dabei mit einem ersten Preis
28 vH, mit einem zweiten Preis 47 vH und mit
einer Anerkennung 14 vH ausgezeichnet werden,
während 11 vH nicht mehr preisfähig waren.
Die ersten Preisträger unserer
Provinz
beim Buttermettbewerb
1. Ungesalzene Markenbutter.
Von etwa 150 vergebenen ersten Preisen entfielen
auf Schleswig-Holstein 10, und zwar auf die Ein
sender: Freie Meierei-Vereinigung Bargen, Meie
reivereinigung a. d. Loiterau Buschau, Meierei-
Genossenschaft Gr.-Danncwerk, Groß-Niendorf, Ha-
vetoft-Hostrup, Klappholz, Medelby, Hansa-Meierei
Oldenburg, RingSberg, Voldewraa, Weddingstedt,
Witzivort.
Unter den etwa 60 Preisträgern der ungesalze
nen Deutschen Feinen Molkereibutter waren die
Molkerei-Gen. Gr.-Wittensee und Westerdeichstrich
vertreten.
Gesalzene Markenbutter.
Mehr als drei Viertel der ersten Preise entfielen
auf unsere Provinz. Wir nennen nur die Orte und
lassen die Unternehmungsform unberücksichtigt:
Almdorf, Alt-Duvenstedt, Rücker-Altgalendorf, Kohl-
hase-Alt-Mühlendorf, Ascheberg, Bargstall, Barg
stedt, Veldorf, Böclschuby, Bokel. Vrekling, Vro-
dersby, Bunsoh-Jmmenstedt-Westerau, Cismar,
Dannau. Erfde 1, Erfde 2, Fockbek, Fredersdorf,
Füsing, Gangerschild, Gönnebck, Grödersöy, Groß-
Klinkraöe, Grube, Haffkrug, Hamweddel, Winderatt,
Hassendorf, Hohenfelde, Hollcnbek-Sterley-Kl.-Ze-
cher, Hollmühle, Kalübbe, Brodersby. Kl.-Vroders-
by. Buchwald, Kl.-Wittensee, Kl.-Wollstrup. Kropp,
Krummbek, Ohrfeld-Lehbek, Lchbek, Lindau, Lindc-
witt, Löstrup. Lütjenwestedt, Malenter Milchzen
trale, Marne, Meldorf, Holzdorf-Söby, Negen-
harrie, Niesgrau. Nindorf, Nübbel, Wittkiel,
Olpenitz, Owschlag, Sachsenbande, Sanöbek, Schene
feld, Schörderup, Silberstedt, Sörup, Steinsteken,
Stenberupau, Süderhastedt, Suterbnllig, Tensbiittel.
haben, Walksfelde, Wallsbüll, Wattenbek, Wessel
buren, Wippenborf, Wittcnwurth, Wohlde,
An etwa 340 zweiten Preisträgern ist die Pro
vinz zu reichlich zwei Drittel beteiligt.
Gesalzene Deutsche Feine Molkereibutter.
Folgende Preisträger unserer Provinz waren
unter den etwa 60 Erststelligen vertreten: Vokhorst,
Gothendorf, Hemmingstedt, Heringsdorf, Kisdorf,
Kittlitz, Lutterbek, Lutzhöft, Nessendorf, Norderhei-
stedt, Padenstcbt, Petersdorf, Sievershütten, Stu
venborn, Tcnsfelö, Vaale.
Unter den reichlich 200 Zweitstelligen waren mehr
als ein Drittel aus unserer Provinz zu finden.
In der Lagerprüsung für Markenbutter konnten
Groß-Solt und Bistoft einen ersten Preis erzielen.
Die Käfeprrifung
zeigte mit 1410 Meldungen eine Steigerung gegen
über dem Vorjahr von 31 vH. In den einzelnen
Gruppen war besonders die zahlreiche Beteiligung
mit Ouarg und Sauermilchkäjeprvben hervorzuhe
ben. Aber auch bei Hartkäse war die Anmeldung
von Emmentalerkäse und Käse, nach Holländer Art
wesentlich stärker als im Vorjahr. Die übrigen
Sorten waren annähernd gleichmäßig gestiegen,
wenn auch die Gruppe Weichkäse mit 353 Proben
besonders in Erscheinung trat. Für das Gesamt
gelingen der Käseprüfung war als sehr wesentlich
die Festlegung eines ausreichend großen und zweck
mäßigen Prüfungsraumes zu betrachten. Die feste
Ausstellungshalle in Frankfurt ermöglichte unmit
telbar im Zusammenhang mit der Leistungsschau
der deutschen Milchwirtschaft das Nichten der Käse
proben vorzunehmen. Sowohl die Einlieferung als
auch das Aufstellen ist dadurch bedeutend vereinfacht
worden und ließ eine Reihe von Fehlerquellen ver
meiden. Trotz den wiederholten genauen Hinweisen
und Benachrichtigungen für den Versand konnte
die Kennzeichnung des Verpackungsmaterials nur
als hinlänglich betrachtet werden. Kaum die Hülste
sämtlicher Meldungen hatte wie gefordert in deut
licher Aufmachung auf der Außenseite den Prtt-
sungskase und den Ausstellungskäse getrennt. Es
ließ sich deshalb nicht vermeiden, daß in einzelnen
Fällen Proben vom Preisbewerb ausscheiden muß
ten. Auch das Eintreffen der Käse war zu dem
vorgeschriebenen Termin am 11. 5. nur zu 40 vH
erfolgt.
Das Richten der Hauptgruppen konnte am 16. 5.
kurz vor der Ausstellungseröffnung erfolgen. Die
in sämtlichen Gruppen verzeichnete Besserung so
wohl im Geschmack als auch im Gesamturteil war
die Fortsetzung der in den letzten Jahren wahrzu
nehmenden Qualitätssteigerung auf den Käse
schauen der Reichsnährstandsausstellungen.
In der Gruppe Emmentaler Käse waren sehr
gute Proben vorliegend wenn auch in einzelnen
Fällen eine zu reichliche Lochbildung wahrgenom
men werden mutzte^ SeuiLutsprecheud konnten -IS
vom Hundert erste Preise und 26 vH zweite Preise
sowie 10 vH Anerkennungen vergeben werden. —
Die Gruppe Tilsiter Vollfettkäse zeigte ein erfreu
liches Bild gleichmäßiger und handelsfähiger Quali
tätsware. Gegenüber den Vorjahren war die Be
schaffenheit bedeutend im Steigen und Fehlerzeug
nisse recht selten. Hier konnten 40 vH erste und
36 vH zweite Preise vergeben werden und außer
dem noch 10 vH Anerkennungen. Auch die Tilsiter
Käse mit mit 40, 30 und 20 vH Fett brachten eine
von Ausstellung zu Ausstellung steigende Qualität.
Die Proben waren recht gut, allerdings einige
Magerkäse zu frisch. Das ernste Bestreben der
Molkereien, eine gebrauchsfähige Ware zu schaffen,
kam deutlich in dieser Prüfung zum Ausdruck. Hier
sind ebenfalls 37 vH erste und 27 vH zweite Preise
sowie 13 vH Anerkennungen verteilt worden. —
Der deutsche Käse nach Holländer Art hatte einen
außergewöhnlich großen Erfolg. Beinahe 50 vH
erste Preise waren zu vergeben und 33 vH zweite
Preise, während 7 vH der Proben eine Anerken
nung erhalten konnten. Die Teigbeschaffenheit als
auch das Aeußere der Käse zeigten einen besonders
guten Fortschritt gegenüber dem Vorjahre. Dies
ist als ein Beweis anzusehen, daß man ernstlich
bestrebt ist, diese Küsesorten in Deutschland zu
fördern.
Der Doppelrahmkäse und Jmperialkäse wies
ebenfalls einen beachtlichen Fortschritt gegenüber
dem Vorjahre auf. Auch hier waren 40 vH erste und
50 vH zweite Preise zu verzeichnen. Die Qualität
der Camenbert- und Brie-Käse war ebenfalls im
Vergleich zu den früheren Käseprüfungen zuneh
mend, so daß selbst bei streng durchgeführter Beur
teilung 24 vH einen ersten und 36 vH einen zweiten
Preis erhalten konnten. Bei den Weichkäsen mit
60 vH. insbesondere Rahmkäse und Butterkäse, ist
das Richturteil ebenfalls recht zufriedenstellend
ausgefallen. Es konnten hier 50 vH einen ersten
und 29 vH einen zweiten Preis erhalten. Sowohl
bei den Weichkäsen mit 40 vH und 80 vH Fett als
aber auch bei den typischen Limburger- und Stan
genkäsen mit 20 vH Fett war vielfach ein zu starker
Salzgeschmack aufgefallen. Vereinzelt ließ auch die
Rindenpflege noch zu wünschen übrig. Im Vergleich
zu den früheren Prüfungen ist aber unbedingt ein
Fortschritt zu beachten gewesen, wenn auch vieler
orts noch etwas zu junge Ware eingesandt wurde.
Trotzdem sind 41 vH mit einem ersten und 46 vH
mit einem 2. Preis ausgezeichnet worden.
Die Sauermilchkäse ließen insgesamt bezüglich
Qualität und Aussehen sowie Haltbarkeit einen
Fortschritt feststellen. Die Verpackung war, abgese
hen von einzelnen Beanstandungen, bedeutend besser
als in den früheren Jahren. Insbesondere ist die
ausgeglichene Ware bei den Schimmelkäsen hervor
zuheben. So war es möglich, 38 vH hier mit einem
ersten und 37 vH mit einem zweiten Preis sowie
10 vH mit einer Anerkennung auszuzeichnen. Von
den in der Gruppe Schmelzkäse eingesandten Pro
ben sind insbesondere die Käse nach Emmentaler
Art in ihrer gleichmäßigen, vorzüglichen Qualität
aufgefallen. Aber auch bei Käse nach Limburger
Art mußten nur wenige Proben ausscheiden, wenn
auch bei der endgültigen Beurteilung vereinzelte
Käse nicht bewertet werden konnten, da sie den
Anforderungen bezüglich der neutralen Packung
nicht genügten. Immerhin waren aber 56 vH erste
Preise und 25 vH zweite Preise auszuzeichnen,
währenddem 3 vH noch eine Anerkennung erhielten.
Das Gesamturteil sür die Käscprüsung anläßlich
der Rcichsnährstanösschau ließ 38 vH erste Preise,
87 vH zweite Preise, 11 vH Anerkennungen und
14 vH nicht preisfähige Proben feststellen. Beim
Vergleich zwischen den einzelnen Gruppen ist ins
besondere die gute Qualität der Hartkäse hervor
zuheben, während auch die Weichkäse und Sonder
erzeugnisse recht gut abgeschnitten haben.
Am 2. Mai fand die Prüfung der Sauermilch-
quarg-, Speiscquarg- und Schichtkäseproben in
Seesen am Harz statt. Eingegangen waren 91
Sauermilchquarg-, 129 Speisequarg- und 26 Schicht
käseproben.
Im ganzen konnten folgende Bewertungen ver
geben wrdcn: 1. Beim Sauermilchquarg (kombi
nierte Laboratoriums- und Sinnenprüfung): 19—20
Punkte bei 23 vH der eingesandten Proben, 17—18
Punkte bei 44 vH der eingesandten Proben und
16 Punkte bei 13 vH der eingesandten Proben, wäh
rend 20 vH aller Proben abfallend waren. 2. Beim
Speisequarg: 19—20 Punkte bei 22 vH der einge
sandten Proben, 17—18 Punkte bei 36 vH der ein
gesandten Proben und 16 Punkte bei 19 vH der ein
gesandten Proben, während 23 vH aller Proben
abfallend waren. 3. Beim Schichtkäse: 19—20 Punkte
bei 27 vH der eingesandten Proben, 17—18 Punkte
bei 61 vH der eingesandten Proben und 16 Punkte
bei 12 vH der eingesandten Proben.
Die Erststelligen unserer Provinz
im Käsemettbemerb
Tilsiter Käse 40 vH, 30 vH, 20 vH, 10 vH F. i. T.,
mager:
Von 80 ersten Preisträgern aus unserer Provinz:
Lütjenburg, Steinberg, Lehrmeierei Kiel, Raben-
kirchen-Faulück, Schwackendorf.
Edamer Käse, Gouda-Käse, Wilstermarsch.
45, 40, 30 und 20 vH.
Von etwa 55 Erststelligen folgende aus der Pro
vinz: In 3 Fällen Büttel und Itzehoe, Wakendorf,
Altgalendorf, Lütjenburg, Wakendorf, Söhren.
Bei Prüfung der Molkerei-Dauerware
kam man zu folgendem Ergebnis: Von den in der
Klaffe 1 „Pulver mit 25 vH Fett i. T." eingesandten
j 26 JJts&Ä An Vvriahr 231 tmMm 35 M Mey
1 Preis (1935 17 vH), 42 vH einen 2. Preis (17 vA
4 vH eine Anerkennung erhalten (22 vH), währet ļ
19 vH nicht mehr preisfühig waren (44 vH). Dü
Qualität der Proben ist in diesem Jahr eindeutig
besser als im vorigen Jahr. 2 Proben mußt^
allerdings wegen zu niedrigen Fettgehalts in del
Trockenmasse vom Preisbewerb ausscheiden.
In der Klasse 2: Pulver aus entrahmter Milch
konnten Preisrichtern 27 Proben vorgesetzt werden
gegenüber 22 Proben im Vorjahr. Die erzielten
Preise verteilen sich wie folgt: 37 vH einen 1. P*"
22 vH einen 2. Pr., 8 vH eine Anerkennung, wÄ'
rend 33 vH nicht mehr preisfähig waren. Auch h>^
ist eine deutliche Qualitätssteigerung (Zunahme del
1. Preise) zu verzeichnen.
In der Klaffe 3a und b: Pulver aus eutrahmtel
Milch für Backzwecke waren 17 Proben eingesandt,
gegenüber 25 Proben im Vorjahr. Es wurden
genöe Ergebnisse erzielt: Einen 1. Preis könn«
keine Probe erhalten (1935 20 vH), 29 vH erhielten
einen 2. Preis, 42 vH eine Anerkennung, während
29 vH nicht mehr preisfühig waren. Bemerkenswert
ist allerdings, daß in diesem Jahr keine 1. Preist
verteilt werden konnten. Die Wertmalabzüge sind
vor allem auf die Beurteilung der Backprüfung
zurückzuführen. Ein weiterer Teil der Wertmaß
abziige ist durch die z. T. sehr geringe Löslichkeit
bedingt.
In der Klasse 4a: „Ungezuckerte eingedickte Milch
in Dosen" konnten den Preisrichtern 22 Proben
vorgestellt werden, gegenüber 21 Dosen im Vor
jahr. 60 vH erhielten einen 1. Preis, 32 vH eine«
2. Preis, 18 vH waren nicht mehr preisfähig.
In der Klasse 6a: „Sterilisierte Kaffeesahne in
Dosen" waren 7 Proben eingesandt, von denen
8 Proben wegen unvorschriftsmäßiger Verpak-
kung (Verstoß gegen die Marktordnung) in 450-Gr.-
bis 750-Gr.-Dosen vom Preisbewerb ausscheiden
mußten. Die restlichen 5 Proben konnten mit eineiN
Preis ausgezeichnet werden, die sich wie folgt ver
teilen: 43 vH erhielten einen 1. Preis, 14 vH einen
2. Preis, 14 vH eine Anerkennung, während 29 vH
nicht preisfähig waren.
IM Milchgetrank-Priifurrgsbericht
heißt es: Die außerordentliche Steigerung der
Meldungen von annähernd 100 vH zeigte das all
gemeine Interesse an der Prüfung dieser Getränke,
welche erst seit wenigen Jahren im Preisbewerb
aufgenommen sind. Konnten doch gegenüber 63
Proben im Vorjahre diesmal 118 Einsender zur
Beteiligung in der Gruppe Milchmischgetränke zu
gelassen werden. Bezugnehmend auf die zur Her
stellung verwendeten Grundstoffe haben Kakao
pulver, flüssige Schokoladenmassen und Käba iM
annähernd gleichen Verhältnis gestanden. Außer
dem wurden noch zwei Milchfruchtgetränke und eine
Probe mit Malzkaffee eingesandt. Eine Joghurt-
probe wurde zwar beurteilt, ohne bewertet z»
werden, da nach den Prüfungsbestimmungen diese
in den Klassen nicht vorgesehen ist.
Wenn die Bewertung des Geschmacks, Geruchs
und des Aussehens sowie der Farbe ein recht gutes
und gegenüber dem Vorjahre ein bedeutend ausge
glicheneres Ergebnis zeigte, so ist dies um so mehr
anzuerkennen, als die Proben erst am dritten Tage
nach ihrer Absendung beurteilt wurden. Die sonst
allgemein stark aufgetretenen Beanstandungen, wie
„übersttßt", „Flockenbildung" und „Fettausschci-
dung" sind im viel geringeren Maße diesmal ver
zeichnet worden.
DaS Gesamtergebnis ermöglichte, 19 vH der
Proben mit einem 1. und 43 vH mit einem 2. Preis
auszuzeichnen, während noch 22 vH eine Anerken
nung erhielten und nur 16 vH nicht preisfühig
waren.
MUchprüfung
Von den gemeldeten 1579 Proben sind zur Prü
fung 1647 oder 98 vH (1935 98 vH) eingesandt
worden. Sowohl im einzelnen, so erklärt man, als
auch insgesamt waren die Ergebnisse der Prüfung
recht befriedigend und zeigten eine weitere Besse
rung gegenüber dem Vorjahre. Den in den ver
schiedenen Klassen für Geschmack geforderten Mi»-
destwertmalen konnten 84 Proben nichr genüge»'
am stärksten war dabei der Ausfall in der Marken
milch mit 7 vH der bewerteten Proben. Die bei
der Sinnenprüfung durch die Preisrichter insgesawi
in den einzelnen Klassen angegebenen Fehler
wurden bei der Vorzugsmilch mit 27 vH als ölig
und jeweils 18 vH als seifig, metallisch und schrnik-
gelig sowie je 9 vH als unrein und säuerlich,' & cl
Markenmilch 36 vH als unrein, 29 vH als ölig'
14 vH als ranzig und talgig, je 2 vH als metallisch
und schmirgelig und 3 vH als säuerlich, bei roher
Trinkmilch 67 vH als unrein und 33 vH als seifig
bezeichnet. Bei der Gruppe erhitzte Milch sind
Fehler mit 29 vH als ölig, 25 vH als unrein, 1?
vH als schmirgelig, 12 vH als Kochgeschmack, 7 vH
als Kochgeruch, 5 vH als metallisch, je 2 vH
ranzig, faulig und bitter vermerkt worden. Auffal
lend war dabei das starke Auftreten des schwirge-
ligcn Fehlers in der dauercrhitzten Milch.
Bei dem endgültig abschließenden Ergebnis s tH j’
von sämtlichen Proben 42 vH mit einem 1.
(1935 40 vH), 20 vH mit einem 2. Preis (1985 221'
16 vH mit einer Anerkennung (1935 12) ausgezeşş
net worden, während 22 vH (1935 26) ausschiede».
In den beiden Hauptgruppen war die Verves
tung: rohe Milch: 36 vH 1 Preis, 20 vH 2. Pre>-'
19 vH Anerkennung, 26 vH ausgeschieden,' erhķ
Milch: 62 vH 1. Preis, 19 vH 2. Preis, 13 vH
ertennung, 16 vH ausgeschieden.