Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Julius Schreck zur letzte» Ruhe bestattet. 
Auf dem Friedhof in Gräfelfing bei München wurde der so jäh aus dem Leben ge 
rissene SS.-Brigadeführer Julius Schreck zur letzten Ruhe bestattet. Der Führer 
(lrnks) erwies seinem treuen Begleiter und unerschrockenen Mitkämpfer die letzte 
Ehre. (Weltbild, K.) 
Die Leipziger SA. war die schnellste. 
Der alljährlich in Berlin zum Austrag kommende Hindenburg-Ge- 
päckmarsch hatte auch diesmal eine hervorragende Besetzung durch 
Mannschaften der Wehrmacht, der Polizei und der SA. aufzuweisen. 
Sieger blieb die Mannschaft des Nachrichtensturmes der SA.-Bri- 
gade 33 (Leipzig), die hier durchs Ziel geht. 
(Scherl Bilderdienst, K.)' 
Tie erste italienische Proklamation in Addis Abeba. 
Die erste Proklamation, die der neue Bizekönig von Abessinien, Mar 
schall Badoglio, in den Straßen von Addis Abeba anbringen ließ. 
Sie beginnt mit den italienischen Worten: „Bevölkerung der Stadt, 
höre" und geht dann in amharischer Sprache weiter. 
(Pressephoto, K.) 
Urheberrechtsschutz durch Berlagsanstalt Mauz, 
München. 
13) Nachdruck verboten. 
„Du wirst ihm nix heimzahln. Im Gegenteil, 
du wirst gut und freundlich zu ihm sein müs 
sen." 
„Da wirst aber alt dabei." 
Der Wildschütz rutscht vom Ofen herab und 
stellt sich breit vor den Jäger hin. 
„Willst du uns alle in Gefahr bringen?" 
Auch Büchler springt auf und fuchtelt erregt 
mit den Armen. 
„Ich tu nimmer mit. Macht, was ihr wollt!" 
„Schrei net so, es könnt uns jemand hören. 
Du bist überhaupt recht unvorsichtig. Hast ei 
nen Wildschützen in deiner Hütte und vergißt, 
daß d' Fensterladen zumachst. Wastl, Wastl, du 
darfst dich ändern. Der Winninger ist auch 
nimmer recht zufrieden mit dir. Is ein Glück, 
daß ich für morgen ein paar Böck hab." 
Die Hände auf dem Rücken verschränkt, geht 
Büchler erregt in der Hütte auf und ab. 
„Ihr meint vielleicht, daß ich schon ganz in 
eurer Hand bin. Da brauchst mir gar nimmer 
viel machen, Bartl, dann mag ich nimmer. 
Schon oft hab ich die Stund verflucht, wo ich 
dich laufen hab lassen. Eine Kugel hätt ich dir 
naufbrennen solln, das wär das beste gewe 
sen." 
„Hättst mich net laufen lassen, wenn ö' Mirl 
net gewesen wär. Die hat dir halt in die Augen 
g'stochen, gelt und du hast gemeint, du willst 
ihr dein gutes Herz zeigen, indem du einen 
armen Teufel, der sich in ihrer Hütte versteckt 
hat, laufen laßt. Hast g'meint, sie beißt dann 
eher an? Hahaha! Da bist einmal schön auf den 
Leim gangen. Die Mirl ist mir verschrieben mit 
Leib und Seel. Da kann ein anderer nix ma 
chen." 
„Das wär noch net so schlimm g'wesen. 
Wenn ich mir damals ein Herz g'faßt hätt und 
wär hingetreten vor meinem Herrn und hätt 
-hm g'sagt: So und so steht es. Ich geb es zu, 
daß ich mich schwer gegen meine Dienstvor- 
rchrift vergangen hab, aber ich schwör es, daß 
es nimmer vorkommt. Ich weiß, er hätt mirs 
nachgesehen und meine Schwäche entschuldigt. 
Heut ständ ich da als ehrlicher Kerl und könnt 
meinem Herrn und meinen Kameraden offer: 
in das Gesicht schaun." 
„Auf die Weis' wär dir halt ein schöns Stückl 
Geld ausgekommen. Tausend Markl werden 
nicht mehr reichen, wo du so nebenbei- schon 
verdient hast." 
„Ja, das verfluchte Geld und du urrd der 
Winninger! Ihr drei habt mich zum Lumpen 
gemacht. Ja, ja, schau mich nur net so an. Ich 
bin der Lump viel größer wie du. Wenn ich 
Hoch!a«dsroMkn von Hans Ernst 
net so gemein wär, hättst du und die andern 
bald ausgewildert und der Winninger müßt 
aufhörn einen Herrn zu spielen." 
„Geh, Wastl! Was hast denn heut auf ein 
mal. Ich glaub dich hat die Ohrfeigen vom 
Toni wirblig g'macht im Kopf. Ich weiß, mor 
gen denkst schon wieder anders. Was Hilsts dir 
denn auch? Du bist verschworen mit uns auf 
Gedeih und Verderb. Und wenn du meinst, du 
willst uns verraten, dann" — der Wildschütz 
blinzelt auf seine Büchse — „du weißt, daß ich 
mein Ziel net verfehl. Und wenn es ich net 
bin, dann eben ein anderer, vielleicht der Win 
ninger selber. Drum schlag dir die Mucken aus 
dem Kopf und reden wir jetzt vom Geschäft. 
Also, übermorgen fahrt der Rööl mit seinem 
Wagen wieder in die Stadt und da muß er 
Wild mitnehmen. Zwei Böck hab ich schon und 
die andern zwei hol ich mir im Weindl sein: 
Revier. Du mußt morgen schaun, daß d' den 
Weindl aufhalten kannst, wenn du ihn auf 
deinem Dienstgang triffst. Am besten is, du 
nimmst ihn in deine Hütte mit. So — und jetzt 
möcht ich was zum Essen." 
Bartl nimmt die Pfanne herunter rmd sticht 
einen Brocken Schmalz aus dem Hafen. 
„Wo hast denn 's Mehl?" 
Gereizt führt der Angeredete herum. 
„Du tust dich ja ganz leicht mit mein Sach!" 
„Tua nur net so. Nächste Woch bring ich dir 
wieder einen Rucksack voll Freßzeug." 
Bartl findet das Mehlsackl von selbst, schüt 
tet einen Teil in eine Schüssel, schlägt ein 
paar Eier dazu und rührt das mit Wasser an. 
„Wird zwar net so gut mit Wasser", meint er. 
„Aber Milch wirst ja keine haben? Js halt 
ein Kreuz im Winter, wenn keine Alm offen 
ist." 
Büchler gibt zu allem keine Antwort. Er sitzt 
auf dem Strohsack und starrt finster vor sich 
hin. Er ist in einer Stimmung, daß er den 
Bartl am liebsten hinausgeworfen hätte. Aber 
dann denkt er an das schöne Geld, das er schon 
verdient hat durch den Bartl. Im Grunde ge 
nommen ist der Wildschütz gar kein so übler 
Kerl. Es hat schon Zeiten gegeben, wo die bei 
den zusammen harmoniert haben wie zwei 
Brüder. Und daß er heute so aufgebracht ist, da 
ist nur der Toni schuld. Eigentlich nicht schön 
von ihm, daß er seine Wut am Bartl auslaßt. 
„Ich hab auch noch net gegessen", sagt er 
plötzlich in versöhnlicherem Tone. 
„Dös langt schon für uns zwei, was ich da 
anrühr." 
Pause, in der man nichts hört, als das Zi 
schen des Teiges, den Bartl in die Pfanne schüt 
tet. 
Vor dem Ofen stehend rührt der Wildschütz 
mit einem eisernen ScharrlöM in die Manne. 
Tie Folgen der blutigen Unruhen in Palästina. 
Eins der ersten Bilder von den blutigen Unruhen in Tel - Aviv, 
der jüdischen Schwesterstadt von Jaffa. Die Araber, die sich bekannt 
lich gegen die fortgesetzte jüdische Einwanderung auflehnen, zerstör 
ten zahlreiche jüdische Häuser und bewarfen ein Gefängnis mit Bom 
ben. Nun patrouillieren in kurzen Abstanden Militärstreifen durch 
das zerstörte Viertel, um die Ruhe wiederherzustellen. 
(Weltbild, K.) 
„Da", sagt er dann ganz unvermittelt, „der 
Schalldämpfer, den mir der Winninger besorgt 
hat, dös is ganz was Praktisches. Da hörst ei 
nen Schuß kaum mehr auf hundert Meter." 
„Immer noch weit genug, wenn der Toni in 
der Nähe ist. Vor dem derfst dich in acht neh 
men, Bartl. Wenn der einmal was in der 
Nas'n hat, hört er 's gehn nimmer auf." 
„Den Buben fürcht ich net. Und dann — 
wenns gar nimmer anders geht, kommts all 
weil noch drauf an, wer die schnellste Hand und 
das sicherste Aug hat." 
Bartl stellt die rauchende Pfanne auf den 
Tisch und nimmt zwei Löffel aus der Schub 
lade. 
Schweigsam löffeln sie eine Weile, dann sagt 
der Bartl nebenbei: 
„Weißt, was sich die Mirl vorige Woche in 
den Kopf gesetzt hat? Heiraten will sie." 
Bartl lacht wie zu einem guten Scherz. 
„Dös halt ich ihr gar net in übel. Js nim 
mer gar so jung." 
„Fünfundzwanzig wirds im März." 
„Mit dem Alter will eben ein Weibsbild un 
ter der Haube sein." 
„Aber mir pressierts noch net." 
„Du heiratest sie überhaupt net, die Mirl?" 
„Da kann man nix G'wißes sagen." 
„Aber einen anderen willst sie auch net ms- 
sen." 
„Vorderhand einmal noch net. Du möchtest 
sie allweil gern, gelt?" 
„Ich tät es wenigstens ehrlich meiner: mit 
ihr." 
„Wer kann sagen, daß ichs net ehrlich mein?" 
„Die Mirl taugt dir halt, weil sie dich den 
ganzen Sommer über durchfuttert. Und s 
Quartier hast auch umsonst." 
„No ja, ich werd mich schon noch dankbarlich 
erweisen — später einmal. Ich mein, das ist 
schön g'nug, wenn ich sie heirat. Aber jetzt will 
ich das lustige, freie Wilöschützenleben noch net 
aufgeben." 
Als die Pfanne geleert ist, stellt sie Bartl 
wieder auf ihren Platz, streift die schweren 
Schuhe von den Füßen und sagt, nachdem er 
den Querbalken vor die Tür gelegt hat: 
„Wo hast denn die Spielkarten. Tun war a 
bisserl Sechsundsechzig." 
Und sie spielen bis weit nach Mitternacht. 
* 
Die letzte Märzwoche bringt brausenden 
Föhnsturrn. Auf allen sonnseitigen Gehängen 
der Berge schmilzt der Schnee und das Hoch 
wild verläßt — für den Jäger das erste Früh 
lingszeichen — die Futterplätze, um zu den 
Almen hinaufzusteigen. 
Toni ist den ganzen Tag auf den Füßen, um 
hoch im Gewänd die Aesungsplätze der GerrEen 
zu überwachen oder tief im Bergwald die Balz 
plätze der Auerhähne aufzusuchen. 
Eines Samstags, als er auf dem Weg ins 
Dorj ist, hört er aus einem Dickicht heraus ein 
als Harnte 
nicht zu schlagen. 
Er hat Kräfte. Er ist gelenkig 
und schnell. Ein wunder ist das nicht» 
wenn einer gesund ernährt wirs 
und Or. Delker-Puddinge übte 
lies liebt. Oas macht stark unb 
^eckt die Lust zu Sport un& 
' Spiel. Btfitung' 
ousjitinsföral 
tfrclsnufflobel 
liebst 10000 prell«» 
jämmerliches Klagen. Er bahnt sich den Weg 
dorthin und findet eine Schmalgeiß in der 
Schlinge. Mit einem raschen Griff befreit er 
das arme Tier aus der würgenden Umklam 
merung und steht eine Weile bis ins Innerste 
getroffen. Es ist das erstemal, daß er in seinem 
Revier eine solche Entdeckung macht. 
Zuerst beginnt er auf das genaueste die 
Spur am Boden zu untersuchen. Es ist ein 
breiter, plumper Schuh, kranzförmig genagelt. 
Aber schon im nahen Geröllfeld verliert sich 
die Spur. 
Unschlüssig steht Toni eine Zeitlang und 
überlegt, was er tun soll. Mit Einbruch der 
Dunkelheit kommt sehr wahrscheinlich der 
Lump, um seinen Raub zu holen. Also auf dre 
Lauer legen und warten! Hinter den Hasel 
nußstauden wird zwar Monika die Minuten 
zählen, bis er komrnt. 
(Fortsetzung folgt.) 
Samsung für völkische
	        
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