Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Devifenftage — Hasssrsu 
Und sicher konnten gegen diese Lebensmittel heblichkeit haben, unsere Haushalte als Kon 
deutsche Fertigfabrikate, z. V. Maschinen, im trollstelle«" der staatlichen Devisenpolitik zi 
Ausland abgesetzt werden, bei deren Her- betrachten. Aber wir werden «ns immer be 
stellung deutsche Arbeiter zu Arbeit und Brot mutzt sein, datz ein guter Teil der Veraut 
gekommen sind. mortung für Deutschlands Nahrungssicherhei 
Aber niemand, auch kein Importeur, der aus unseren Schultern liegt, und datz dieß 
unter Umständen einmal einen Schaden da- Verantwortung eine Leistungsforderung ai 
von haben kann, wird einer deutschen Haus- alle deutschen Hausfrauen bedeutet zu wirk 
srau einen Borwurf daraus machen können, lich guter deutscher Haushaltsführung, 
wenn sie im Falle der Auswahl lieber deutsche Dr. Else Vorwerck. 
NS.-Frauenschaft ging uns nach- 
'Ņder Aufsatz zu: 
Sn«! ^H^er Zeit wurden hier und dort 
itpbül men ļaut, die — wir dürfen wohl an- 
unbewußt — sich zum einseitigen 
Sprecher des auswärtigen Handels machen 
gfpc Ş Argumenten arbeiten, die eine gewisse 
^ynllchkeit mit alter liberalistischer Weisheit 
H.,N' Ziel ihres Angriffs ist die „denkende" 
^ussrau, der sie den guten Rat geben, das 
Ş^lrtschastlichc Denken und Planen den 
Iv^erenden Stellen und den zuständigen 
schaftsstellen zu überlassen und ibre Ein 
ländischen Nahrungs- und Genußmittel swic 
Kaffee, Tee, Kakao, Apfelsinen, Bananen usw.) 
durch irgendwelche Erzeugnisse deutschen 
Bodens, sondern es heißt die Sicherstellung 
der für die gesunde Volksernährung unbedingt 
notwendigen Nahrungsmittel in genügender 
Menge, also der hauptsächlichsten pflanzlichen 
und tierischen Nahrungsmittel in einer Zu 
sammenstellung, die alle für die Volksernüh- 
rung lebenswichtigen Nährstoffe enthält. 
Gewiß, diese Zielsetzung verlangt in erster 
Linie die äußerste Leistungssteigerung des 
Nährstandes, der ja auf dem Wege der plan 
mäßig geleiteten Erzeugungsschlachten, der 
Marktordnung und jeweilig marktregelnüer 
Eingriffe diesem Ziele zusteuert. Was aber 
mären alle diese Maßnahmen ohne die ganz 
bewußte „Gleichschaltung" der Küchenzettel 
unserer 17,8 Millionen deutscher Familicu- 
haushalte? Was bedeutet die schönste stati 
stische Errechnung der notwendigen Fettmcnge 
und deren Bereitstellung, wenn ein großer 
Teil der Hausfrauen verschwenderisch damit 
umgeht und in Unkenntnis gesunder Ernäh 
rungsweise viel zu viel Fett für die Herstel 
lung der Speisen verbraucht? Was bedeutet 
die Tatsache einer auf den Jahresdurchschnitt 
berechneten genügend großen Gesamtproduk 
tion an Eiern, wenn die Hausfrau — durch 
unsachgemäßes Einlegen von Eiern in der 
Zeit der Eierschwemme — die verdorbenen 
Eier hinterher fortwerfen muß und damit in 
der Zeit der Eierknappheit zu einer über 
höhten Nachfrage nach ausländischen Eiern 
Anlaß gibt? Was bedeuten schließlich alle 
sauer erarbeiteten Verbesserungen im Obst 
bau, wenn dieses deutsche Obst umkommt, weil 
die Hausfrau von Einmachen und Vorrats 
wirtschaft nichts wissen will, oder auch weil sie 
um der Bequemlichkeit und des Geschmacks 
willen Bananen und Apfelsinen beispielsweise 
den deutschen Aepfeln vorzieht! Der Nähr 
stand wird dann mangels Zusammenarbeit 
mit der Verbraucher-schaft nur unendlich viel 
schwerer und restlos niemals zum Ziele der 
Nahrungssicherheit gelangen. 
Es ist falsch, einen Menschen als Volks 
verräter hinzustellen, weil er Apfelsinen kauft. 
Es ist deshalb falsch, weil ja der Nührstand 
heute noch nicht in der Lage ist, den deutschen 
Obstbedarf voll zu decken. Es ist auch deshalb 
falsch, weil der Staat sich heute oft in der Lage 
befindet, gewisse vielleicht für die Ernährung 
nicht unbedingt notwendige Lebensmittel ein 
führen zu müssen ans Grund eines für unsere 
Devisenlage günstigen Handelsvertrages. 
Immer wenn cs sich um die Einfuhr von 
Lebensmitteln handelt, wird ja auch der 
Nährstand vor Abschluß des Vertrages befragt. 
Aepfel kauft statt Apfelsinen, selbst auf die 
Gefahr hin, daß einmal Apfelsinen verfaulen 
könnten. Alles, was an einheimischen Er 
zeugnissen in guter Qualität und preiswert 
angeboten wird, soll und muß in erster Linie 
seinen Absatz finden. Kein deutsches Nah 
rungsmittel darf umkommen oder durch falsche 
Aufbewahrung und Zubereitung im Haushalt 
entwertet werden. Deutsche Hauswirtschaft 
und deutscher Nährstand sind gleichgeschaltet 
ans das gemeinsame Ziel der Nahrungssicher 
heit. 
Dazu bedarf es allerdings einer bewußten 
und überlegten Haltung der Frauen, und 
jeder Gleichgültigkeit in Fragen des Einkaufs 
sagt die nationalsozialistische Frau den Kampf 
an. Es tut nicht not, durch lange und breite 
volkswirtschaftliche Abhandlungen die Frauen 
mit theoretischem Wissen zu belasten. Es be 
darf nur einer Kleinigkeit, und diese Kleinig 
keit heißt: Treue zum deutschen Bauerntum. 
Warum sollte die deutsche Frau ausländische 
Mixed Pickles oder Kaviar ablehnen, wenn 
sie weiß, daß wir dagegen deutsche Maschinen 
ans Ausland verkaufen konnten? Aber wer 
soll sie daran hindern, wenn sie ihren Stolz 
darein setzt, bei festlichen Anlässen eine Tisch 
kultur innezuhalten, bei der die besten deut 
schen Fischkvnserven einen entsprechenden 
Raum einnehmen? Auf weite Sicht gesehen, 
wird beim Abschluß von Handelsverträgen 
immer nur so viel an Lebens- oder Genuß 
mitteln eingeführt werden, als auch Nachfrage 
danach vorliegt, und so besteht also doch eine 
wenigstens mittelbare Beziehung zwischen der 
einkaufenden Frau und der Devisenbewirt 
schaftung. 
Besonders aber vermag die Frau durch eine 
gute Vorratswirtschaft dem Staate Devisen 
sparen zu helfen. Je besser sie nämlich durch 
vernünftiges Einmachen von Obst und Ge 
müse, durch sachgemäßes Einlegen von Eiern 
usw. die jahreszeitlich bedingten Knappheits- 
perioüen zu überbrücken versteht, um so gerin 
gere Mengen zusätzlicher Einfuhr brauchen 
wir während dieser Perioden, um so mehr 
Devisen vermag also der Staat zu sparen. 
Wir lassen uns also durch einseitige Argu 
mente nicht beirren. Wir wissen, -atz wir 
mit unserer hauswirtschaftlichen Leistung auch 
einen kleinen Gemeinschaftsdienst tun können. 
Wir werden niemals die rechtlerische Ueber- 
ri,^"chmen, womit nur Störungen des 
ylgen Wirtschaftsablaufs hervorgerufen 
werden könnten. 
«^unsere volkswirtschaftliche Aufklärungs- 
Schulungsarbeit von der nationalsozia- 
osi s n Forderung nach volksbewnßter Ein- 
à^êrung aller deutschen Menschen ausgeht, 
?oir in Uebereinstimmung mit unseren 
tz.?"chaftsführern der Ueberzeugung sind, 
c " irder wirtschaftende Mensch, also auch die 
llUvfrau und Verbraucherin, in Pflicht- 
, oundenheit zum Wirtschaftsganzen steht, 
wlE 11 wir zu jenen verwirrenden Argumen- 
'en Stellung nehmen: 
«şìr wissen, daß wir heute eine gesteuerte 
wn- geordnete Wirtschaftsführung haben, wir 
gen, daß durch die Devisenkontrolle keine 
wx ņtrollierte Einfuhr mehr möglich ist. Es 
«re deshalb sinnlos, irgendeine ausländische 
j r stte ä» boykottieren, sie grundsätzlich abzu- 
s^Nen, nur deshalb, weil sie kein deutsches, 
«üern eben ein ausländisches Erzeugnis ist. 
Hausfrau hat also nicht die Möglichkeit, 
-.^ekt Devisen sparen zu helfen, wie es in der 
arnpfzeit bei freieren Außenhandelsbezie- 
möglich war. 
, Tas bedeutet mm aber nicht, daß sie aus 
g* volkswirtschaftlichen Verantwortung beim 
wkauf in Gnaden entlassen ist und nunmehr 
Me Ueberlegung kaufen soll, was ihr auf 
Markt gerade in die Augen fällt. Ein 
è ^vig Nachdenken nur über die Ziele, die von 
J r nationalsozialistischen Regierung zur 
Lederherstellung einer gesunden und ge 
gierten Volkswirtschaft aufgestellt sind, über- 
^Ugt sofort von der Notwendigkeit einer ver- 
.^wortungsbewutzten Mitwirkung der hans- 
Mltsführendcn Frauen. 
Von der fortschreitenden Besetzung 
Abessiniens. 
Die Inbesitznahme des Landes wird nach Bre 
chung des letzten Widerstandes der abessini- 
schen Streitkräfte von den Italiener eifrigst 
betrieben. Die Hauptstraße nach Addis Abeba 
ist von den Wagenkolonnen der Italiener 
tagtäglich verstopft. Sie wird demnächst ausge» 
baut werden. (Atlantik", K.Y 
«erantworilicher Hauptschriftlelter und Herausgeber: Fer 
dinand Möller. 
Skellverireter des Hruptschriitlelters: Herbert Puhlmann. 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ält 
lichen und allgemeinen Teil: Ädolf Dregort; für den Wirt, 
ichaftlichcn Teil' Dr Ci. Bielscldn für den provin 
ziellen Teil'. Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bildveranrwortliche? Ressortleiter. 
verantwortlicher Änzeigcnleuer: Karl Jacobsen. Rendsburg. 
Perlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D--A. Schleswtg.Hol'ternische Landeszeitung (Rendsburg«» 
Tageblatt — Hohenweftedter Zeitung / Die Landpost 
Hanerau. Hade manchen -- Sllderbrarupsr Tageblatts 
D.-A. IV 88 13 78-1 Pl. Nr 7. : ,i 
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