Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Toni AKggLês / 
Urheberrechtsschutz durch Gerlugsanstalt Manz, 
München. 
14) Nachdruck verboten. 
Toni zieht sich in eine geschützte Stellung zu 
rück und wartet. Dunkelheit umhüll: ihn. 
Stunde um Stunde verrinnt, man hört sie 
schlagen vom Dorf herauf. Wie lang doch so 
eine Nacht ist, wie kalt und totenstill. Toni 
verltreibt sich die Zeit damit, auf die Ge 
räusche der Nacht zu horchen. Sie kommen aus 
der Tiefe des Tales, aus dem Wald, aus den 
Schrunden und Schluchten der Berge. Selt 
same, geisterhafte Geräusche, wie sie nur die 
Bergnacht kennt. 
Der Jäger hat seine Hände um das kühle 
Metall der Flintenlüufe geklammert. Die 
Kühle tut ihm wohl, denn alles an ihm ist 
heiß und voll drängender Erwartung auf 
das Große, Ungeheure, das da kommen 
muß. Er sagt sich die Worte vor, die er ru 
fen wird: 
„Halt, Lump, oder es kracht!" 
Und dann wird er ■ ihn vor gespanntem 
Gewehr in das Dorf führen, vielleicht um 
die neunte Stunde, wenn die Glocken zum 
Hochamt läuten. Die Leute können dann 
schauen und Zeuge sein von der ersten kühnen 
Tat eines jungen Jägers. 
Jawohl, er wird hinter ihm gehen, das 
Gewehr unterm Arm, den Hut ein wenig 
keck aufs linke Ohr gedrückt. Schärfe und 
Ernst wird er in seinen Blick legen und 
Breite und Gewicht in seinen Schritt. Viel 
leicht kann man den Weg am Brandlhof vor 
bei nehmen. Dann weiß Monika gleich, warum 
er nicht hat kommen können. 
Stunden verrinnen, der Jäger wartet und 
horcht in die Stille hinein. Plötzlich hört er 
nichts mehr, eine Weile ist alles um ihn her 
versunken und untergetaucht. 
Da fährt er erschrocken von seinem Nicker 
chen auf, öffnet die Augen, just in dem Augen 
blick, als oben am sternbestickten Zelt sich eine 
Schuppe löst und in weitem Bogen, gleich ei 
ner Feuerrute, in den dunklen Wald hinein 
fährt. 
Sich schnell besinnend, daß man sich da etivas 
wünschen müsse, schreit Toni laut und aufge 
regt: „Monika — daß ich mit der Monika zu 
sammenkomm . . 
Er erschrickt vor dem Hellen Klang seiner 
Stimme und denkt sich, wie doch dieser Wunsch 
unnötig war, denn sie haben es sich doch gegen 
seitig schon oft genug versprochen, daß sie zu 
sammenkommen wollen. Wenn er nur erst ein, 
mal fest augestellt ist als Jagdgehilfe. Im 
Mai wird er zwanzig Jahre, bis dahin kommt 
der Graf aus Ungarn zuriick und wird ihn 
sicher befördern. Bis dahin aber muß seine 
Liebe zu Monika geheim bleiben. 
Am östlichen Himmel bekommen die Sterne 
schon einen matteren Glanz. 
Horch, ist da nicht eben ein Geräusch gewe 
sen? 
Jede Muskel im Körger des Jägers ist ange 
spannt. Jetzt sieht er zwischen dem finsteren 
Hochlaudsroma» von Hans Ernst 
Gezweig eine schattenhafte Gestalt vor sich auf 
tauchen. 
„Halt!" Mit jähem Ruck hat Toni die Büchse 
an die Wange gerissen. „Keinen Schritt mehr!" 
„Jesses, der Toni", stammelt Büchler er 
schrocken. Dann versucht er ein heiseres La 
chen. „Sei so gut und brenn mir eine naus." 
Es ist seit jener Szene in der Hütte wieder 
das erste Mal, daß Büchler und Toni sich be 
gegnen. 
Toni läßt das Gewehr sinken. 
„Was willst denn du in meinem ^Revier?" 
Das klingt nicht freundlich. 
„Jetzt will ich nix mehr. Ich seh, daß du auf 
dem Posten bist. Wirst sie ja gesehn hab', die 
Schling." 
Toni bohrt den Blick in das vom Dunkel 
verschleierte Gesicht des andern. 
„Die Schling hab ich freilich g'sehn und was 
drin g'fangt war, hab ich auslasten. Aber wie 
weißt du Bescheid in meinem Bezirk — grad 
du?" 
„Ich bin gestern nachmittag von der Handl- 
schlucht rüber und hab hal den Weg abkürzt 
und da hab ich die Schlinge g'sehn.. Ich hab 
g'wußt, daß du samstags allweil heimgehst, so 
hab ich mir halt denkt, schaust einmal nach in 
aller Früh und legst dich auf die Paß, daß er 
dir nimmer auskommt, der Lump, der nieder 
trächtige. Wenn er mit einer Büchse zum Wil 
dern geht, da hab ich noch Achtung. Aber mit 
der Schlinge fangen, das ist gemein." 
Toni wendet sich zurück in das Dickicht und 
nimmt die Schlinge an sich. 
„Für diesmal geb ich das Warten auf. Der 
Lump hat sicher schon was in der Nase." 
„Gehst heim?" fragt Büchler harmlos. 
„Ja, jetzt geh ich heim." 
Toni wirft die Büchse hinter den Rücken und 
nimmt die Richtung gegen den Wald. 
Büchler bleibt zurück, nagt mit den Zähnen 
soll MnbÜLfte schaffen? 
Sie soll jeden winzigen und entlegenen 
Winkel Ihrer Zähne erreichen? Das 
wird sie nicht allein schaffen. Da muß 
schon Nivea-Zahnpasta helfenl 
Die sorgt dafür, daß jedes Eckchen 
gründlich und dabei doch schonend 
gereinigt wird und daß Ihre Zähne 
weiß und gesund erhalten werden. 
an der Unterlippe und nimmt dann plötzlich 
das Gewehr von der Achsel. 
„Wie ich den Kerl haß", zischt er in ohnmäch 
tiger Wut. Er hebt das Gewehr an die Wange, 
nimmt den dunklen Schatten, der da über das 
Geröllfeld hastet, aufs Visier, sein Finger 
krümmt sich. Da raschelt es im Gebüsch. Er 
schrocken läßt Büchler die Waffe sinken und 
starrt dem Steinmüller Bartl ins Gesicht. 
„Bist du verrückt!" zischt der ihm zu. 
„Wo kommst denn du her?" fragt Büchler. 
„Wo werd ich denn Herkommen? Die ganze 
Nacht bin ich da drin in den Koppen und hab 
mit net rühren können. Der Toni paßt auf wie 
ein Luchs." 
„Hättst ihn kalt g'macht." 
„Nein, dös kann ich net. Wenn er mir ein 
mal im off'nen Kampf gegenübersteht, dann 
soll's knallen. Aber auf einen Menschen schie 
ßen, der ahnungslos dahingeht, das kann ich 
net." 
„Den Toni könnt ich zsammschießen wie ein 
Katz." 
„Und ich könnt mich am G'richt umeinander- 
zieh'n lassen wegen dir. Denn daß du auf dei 
nen Kollegen schießt, da dran denkt niemand." 
„Die Schling' hat er auch mitg'nommen, der 
Dreckbua." 
„Was liegt denn an der Schling'! Muß ich 
mir halt den Bock holen, der am Geröllfeld 
wechselt. Such du den Weindl auf und schau, 
daß er wenigstens am Vormittag in der Hütte 
bleibt." 
„Ich glaub, der Weindl ist gestern auch ins 
Dorf." 
Zeppclinbegeisterung in Amerita. 
Bei dem Aufenthalt des Luftschiffes „Hindenburg" in Lakehurst wallfahrten stets 
Tausende nach dem Flugplatz, um den gewaltigen Luftriesen zu sehen. In einer 
endlosen Schlange stellen sich die Besucher vor der Halle in Reih und Glied an. 
(Pressephoto, K.) 
„Na also, dann wär' die Luft rein. Wa-- 
willst denn mehr? Komm, alter Spezi." 
Sie nehmen den Weg zum Geröllberg. 
* 
Unterdessen geht Toni dem Dorf zu. Die 
Sterne sind erloschen. Schwere Nebel steigen 
aus den Gründen und fließen mit dem krei 
senden Gewölk aM Himmel ineinander. Und 
Gedanken, so grau wie der Nebel, wirbeln 
durch Tonis Kopf. 
Er hat plötzlich einen schrecklichen Verdacht 
gegen den Büchler. So sehr er sich auch dagegen 
wehrt, er kommt nicht los davon. Seit jenem 
Austritt in der Hütte hat ihn Toni immer 
heimlich beobachtet und dabei festgestellt, daß 
Büchler alles andere eher ist als ein tüchtiger, 
pflichtgetreuer Jäger. Bei schlechter Witterung 
geht er überhaupt nicht aus der Hütte. Und daß 
er nun mitten in der Nacht aufgestanden ist, 
um dem Wilderer aufzupassen, der in einem 
anderen Revier Schlingen legt, das erscheint 
dem Toni höchst verdächtig. Hätte der Büchler 
nicht in seinem eigenen Revier genug zu tun? 
Wird nicht gerade bei ihm am meisten gewil 
dert? 
„Ob ich das alles dem Förster melden soll?" 
Im selben Augenblick verwirft Toni den 
Gedanken wieder und ist wütend auf sich selbst, 
daß er gegen einen Kollegen einen solchen Ver 
dacht hegen kann. Der Weindl ist schon lange 
Jahre mit dem Büchler beisammen und hat 
noch nie ein abfälliges Wort über ihn verlau 
ten lassen. 
Toni nimmt sich vor, zunächst zu schweigen, 
Büchler aber noch um so besser zu beobachten. 
Ein kleiner Traum ist verronnen. Toni geht 
durch das Dorf, aber nicht wie er gemeint hat 
mit dem gespannten Gewehr hinter einem 
Wildschützen, sondern allein. 
So sehr er au chspüht, am Brandlhof kann er 
außer einem Knecht, der unter der Stalltttr 
steht und nach dem Wetter Ausschau hält, nie- 
hand sehen. Ueberall in den Ställen brennt 
Licht und man hört das Scheppern der Melk 
eimer. 
Auch die Zagglerin sitzt gerade beim Melken, 
als Toni heimkommt. Kaum hört sie seinen 
Schritt auf dem Pflaster, stellt sie den Eimer 
beiseite und rennt ihm entgegen. 
„Gott sei Dank, weil du nur da bist. Die 
ganze Nacht hab ich kein Aug zugebracht vor 
Sorge." 
„Aber Mutter, warum denn Sorge? Wegen 
mir? Geh, was soll mir denn passieren?" 
„Kann aber doch sein, daß du einmal mit 
einem Wilderer zusammentriffst." 
Toni nickt. „Hoffentlich recht bald. Aber des 
wegen mußt du keine Sorge haben, Mutter. 
Ich geh schon sicher. Keinen Schritt ohne Dek- 
kung und das Gewehr allweil schußbereit in 
der Hand." 
„Ja, ja, freilich, sei nur recht vorsichtig", 
sagt die Zagglerin erleichtert und setzt sich wie 
der zum Melken. „Geh nur nüber derweil, ich 
komm gleich nach." 
Als Toni in der Stube tritt, ruft der Zagg- 
ler über die Stiege herunter: „Bist du da, 
Toni?" 
„Ja, ich bins. Warum?" 
(Fortsetzung folgt.) 
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Man bilde aus vorstehenden Buchstaben in den waagerechten 
Reihen Wörter von folgender Bedeutung: 1. Teil des Geschützes, 
2. Musikinstrument, 3. Mitarbeiter, 4. hoher Offizier, 5. Fisch, 6. deut 
scher Maler des vorigen Jahrhunderts, 7. Männername, 8. Wein- 
laube, 9. Stadt in Schlesien, 10. Teil der Rundfunkanlage, 11. älterer 
deutscher Maler, 12. Schollensisch, 13. fromme Erzählung. 
. Silbenrätsel. 
a — ab — ak — al — ba — bau — bau — ber — bild — bröt — ediern 
chlor — dank — de — do — dog — dub — e — ei — ei — elv en 
en — em — ez — fer — fest — fest — gau — ge — ge ge gen 
ha — halt — he — hom — ir — ju — kä — kalk — ke — ken — ker 
iat — le — le — lei — li — lin — rna — ma — mach — man — 33a 
na — na — nas — nek — nen — ner — ni — ni — ni — non o 
ok — on — ran — rei — res — ri — ru — schütz — se — sei — Bot 
ta — ta — tar — te — te — ter — ti — ti — to — tur — tysch 
va — ve — wei — wer — wol — za — ze 
Aus vorstehenden 95 Silben sind 30 Wörter zu bilden, deren 
Anfangs- und Endbuchstaben, beide abwärts gelesen, ein Goethe- 
Zitat ergeben. (i|=l Buchstabe.) 1. Bienenkönigin, 2. volkstüm 
liche Veranstaltung, 3. staatliche Einrichtung, 4. Agrikultur, 5. Bleich 
mittel, 6. Grobheit, 7. Huldigung, 8. kleinasiatisches Gebirge, 9. medi 
um,scher Brei, 10. Balkanlandschaft, 11. Sparmaßnahme, 12. Pfirsich- 
art, 13. kirchliches Kunstwerk, 14. Fluß in Spanien, 15. Das ewig 
Alltägliche, 16, alte assyrijche Stadt, 17. Hauptstadt von Irland, 
18. Absonderlichkeit, 19. Sohn des Odysseus, 20. Pension, 21. Stadt 
in Spanien, 22. Voralpenlandschaft, 23. Fluß in Norwegen, 24. Apostel 
der Grönländer, 25. Insekt, 26. Glaubensgesetz, 27. Fluß in Sibirien, 
28. kirchliches Fest, 29. Naturerscheinung, 30. Gerät zum Erstürmen 
eines Schiffes. 
Geographisches AevuS. 
Die in jedem Rebusteil zu erratende geographische Bezeichnung 
ist durch ein Fragezeichen kenntlich gemacht. Nach dem im Mitteltei 
der Figur befindlichen Hinweis werden die Rebusteile verbunden 
GtttŗrŞsel. 
Wie lautet der Text? 
Ringelnatter, 4. Epoche, 
8. Anilin, 9. London, 
13. Fieberthermometer, 
Ser einmal trifft. 
Silbenrätsel: 1. Wespe, 2. Ente, 3. 
5. Ischias. 6. Nikotin, 7. Meerspinnc, 
10. Tessin, 11. Rechen, 12. Iduna, 
14. Futter, 15. Tizian, 16. Igel. — ! 
ist noch kein Schuetze. 
Rache ist süß: Heim — zahlen — heimzahlen. 
Bilderrätsel: Meisterschaft will erlernt sein. 
Wenn auch widerwillig: Linke — klein. 
Lösung der Skataufgabe Nr. 9: 
Vorhand: Mittelhand: Hinterhand: 
1. 0 8, <> König, <> 7, 
2. *fr 9, ❖ König, <fr As, 
3. ❖ 9, 4» 9, 4» König, 
4. O Bube, <> Dame, 4» Bube, 
5. Bube, 4» As, *> Bube. 
Damit hat Vorhand das Spiel verloren, da er die Gegen 
spieler nicht Schneider machen konnte. Vorhand hätte, nachdem 
er den <1? Buben im Skat sand, unter allen Umständen einen 
Grand ohne zwei spielen sollen. Er tat dies nicht, weil er am 
Reizen erkannt hatte, dah Hinterhand die beiden ersten Buben 
hatte. Er fürchtete, daß ihm seine beiden Buben abgezogen und 
er dann nicht mehr so ans Spiel kam, daß er es gewonnen hätte. 
Die Buchstaben: a — b — b — d — d — d — d — e — e — • 
e —e —. e — e — e — e — e — e — e — f ■— f — f — f — g — g 
i — i — 2 — i — i — i — k — k — na — in — n —— n — n — 32 -— ■ 
n — n — n —- n —- n — n — o — o — o — p — p — p — r — ? 
n — u in die Figur richtig eingesetzt, nennen, waagerecht und senkrecht, 
die gleichen Wörter folgender Bedeutung: 1. Stadt im Kreise Gelsen 
kirchen, 2. Kreisstadt in Thüringen, 3. Weinstadt in der Bayerische>t 
Pfalz, 4. Berliner Vorort. 
Geleitet von M. Müller. 
Aufgabe 
4> A,D,6,3 
— 
0 8.7.3,2 
» D,10,7,5,3 
H K,9,7 
V 9,7,4,2 
0 - 
* B.9,8,6.4.2 
ch B,10,8,5 
V 10,8 
0 K,D,B,10,4 
* A,K 
4 4.2 
V A,K,D,B,6,5,3 
0 A,9,6,5 
•fr — 
V M Truagrf, Z maß Lià-Ļctàrn machen, A spielt * 21
	        
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