be ich stehen oder jetzt laufe ich ein bißchen."
Das geht nun nicht.
Du bist jetzt mit einem Male ein kleines
Glied geworben. Ein kleines Glied in einer
großen Kette. Du bist mit einem Male nicht
mehr öer Passant Müller ober Meier, ber ge
hen kann, wohin er will. Du bist Vordermann
und Hintermann und Nebenmann. Und des
halb mußt du marschieren. Marschieren, bis
alle laufen oder stillstehen.
Wenn man auf dem Kasernenhof steht, mit
ten in der Kompagnie, dann sucht man sich den
berühmten Punkt im Gelände und starrt ihn
an. Und wenn es dann länger dauert, dann
beginnt man vielleicht ein bißchen zu denken.
Es sind manchmal komische Gedanken. Man
überlegt sich vielleicht ernsthaft, was jetzt wohl
geschehen würde, wenn . . .
Wenn man etwa jetzt einen Schritt nach
vorn machen würde und noch einen und so
ganz langsam aus dem Glied heraus über den
Kasernenhof schritte. Ganz allein über den
Kasernenhof, als ob nichts wäre. Ohne nach
rechts oder links zu blicken.
Etwas nie Dagewesenes würde dann gesche
hen. Sicher würde der Himmel einstürzen oder
man würde plötzlich nicht mehr da sein. Ein
fach weg würde man sicher sein.
Und in diese zugleich lächerlichen und
furchtbaren Gedanken klingt dann glücklicher
weise das beschwörende: „Stehen, Kerls, ste
hen!" des Mannes vor öer Front, das uns
längst liebliche Morgenmusik geworden ist,
von der wir manchmal nachts sogar träumen.
Dann sind die komischen Gedanken weg, und
ein Auge schielt mißtrauisch auf den Haupt
mann. Der Hauptmann ist gottlob kein Ge
dankenleser.
Und nun hat man wieder den „Punkt im
Gelände" fest im Auge.
Man soll nicht denken.
Wir sitzen auf unseren Schemeln in öer
Stube und pfeifen das Lied von den Regen
tropfen. Der Telegraphenarbeiter, öer Pastor,
öer Friseur, der Student, der Bauer, der
Schlosser, öer Schriftleiter und die anderen
Kameraden. Draußen dürfen wir das Lied
von den Regentropfen nicht hören lassen,' der
Wachtmeister kann es nicht leiden. Aber Sol
dat und Gesang gehören zusammen. Ohne ein
Lied marschiert öer Soldat nur halb so gut,
und wer nicht singen kann, der brummt, so
gut es eben geht.
Ohne Lieder, fröhliche Lieder, traurige Lie
der geht es nicht. Das Lied ist der große und
gute Kamerad. Ein Kamerad, öer immer mit
marschiert.
Wir stolpern über den großen Anger, durch
Grüben und über Hügel. Die Füße sind schon
zentnerschwer, und der Schweiß liegt salzig
auf den Lippen. Mehr als einmal erhebt sich
die Hand, um die Gasmaske, die man jetzt
haßt wie den Teufel, vom Gesicht zu reißen:
aber die Hand sinkt wieder herab, und man
stolpert weiter.
Das Kommando „Gasmasken ab" klingt wie
Himmelsmusik. Wir sehen uns an und lachen
schon wieder ein bißchen. Aber als dann der
Hauptmann zu sprechen beginnt, werden wir
ernst.
„Das, was ihr eben eine halbe Stunde
durchmachen mußtet, erlebten eure Väter tau
sendmal. Aber sie erwarteten dann nicht eine
warme Stube und ein warmes Essen. Um sie
herum krachten die Einschläge der Granaten,
und neben ihnen brach der Kamerad zusam
men . . ."
Das waren Worte, die wir behalten haben.
Er war uns näher gerückt der unbekannte
graue Mann des Großen Krieges, der schwei
gend seine Pflicht tat, immer wieder.
In diesen Augenblick stand er wie ein
Schatten vor uns, und seine Leistungen er
schienen uns jetzt übermenschlich.
Wir kannten uns jetzt alle. Wir kannten un
sere schlechten und unsere guten Seiten. Wir
hatten uns die Bilder unserer Eltern gezeigt
und unserer Mädchen.
Und als wir im Zivilanzug noch einen letz
ten Blick in die Stube warfen, die längst un
sere Heimat war — wirklich unsere Heimat
— haben wir kein lautes Wort gesprochen.
Wir standen da jetzt alle ein wenig hilflos
und konnten uns gar nicht freuen, daß wir
jetzt wieder ins Leben zurück mußten.
Dann hat einer ganz leise die Tür zuge
macht und zum letzten Mal den Schlüssel ans
Brett gehängt.
Und wir nahmen Abschied von der Kaserne,
wie man von einem guten Freunde Abschied
nimmt . , .
Lepra durch Bananengcnuß.
Man begegnet noch häufig der Behauptung,
daß Lepra durch den Genuß von Bananen
übertragen werden-könne. Das Hamburger
Tropeninstitut erklärt hierzu, daß seit Jahr
zehnten kein einziger in Deutschland entstan
dener Leprafall festgestellt worden und daß
eine Uebertragung der Lepra durch Bananen
auch im Ausland nicht bekannt sei.
Die Irrfahrt einer Bibelhandschrift
Das Schicksal des Codex von Sinai.
Von D. Adolf Deißmann, Professor der Universität Berlin.
Eines öer kostbarsten Besitzstücke des Briti
schen Museums und zugleich eine der wertvoll
sten frühchristlichen Urkunden für den For
scher ist die Sinai-Bibel. 100 000 Pfund zahlte
das Britische Museum vor Jahresfrist für
diese Handschrift an die Sowjet-Regierung.
Vor mir liegt ein englischer Bildbericht: die
Aushändigung öer aus Petersburg auf dem
Luftweg nach London gebrachten Bibel an den
Direktor und Ersten Bibliothekar des Briti
schen Museums, Sir George Hill. Mit beiden
Händen hat der oberste Hüter des Museums
von den kostbaren Pergamenten Besitz ergrif
fen.^ Neben ihm stehen, die stolze Freude eines
großen Tages auf ihrem Antlitz, zwei britische
Sachverständige höchsten Ranges für antike
und frühchristliche Handschriftenknnde: Sir
Frederick Kenyon, Sir Georges berühmter
Vorgänger, und öer Vorsteher der Handschrif
tenabteilung, öer bekannte Papyrologe Mr.
H. Idris Bell...
Das britische Museum besaß bereits seit
1763 einen dem Sinaiticus gleichwertigen,
wenn auch etwas jüngeren Bibel-Codex, den
Alexandrinus. Er war schon im Jahre 1628
als Geschenk des Patriarchen von Konstantt-
nopel, Kyrillos Lukaris, an König Karl I. von
England gekommen. Durch die Erwerbung
des Sinaiticus hat das Britische Museum
nunmehr eine geradezu einzigartige Bedeu
tung für die Bibelwissenschaft erhalten.
Wer England kennt, hatte von vornherein
keinen Zweifel, daß die aus privaten Quellen
erbetene Hälfte der Kaufsumme, 50 000 Pfund
Sterling (die andere Hälfte hat die Regierung
übernommen), bald zustandekommen würde.
In kleinen und großen Beitrügen (wie der
sofort gemeldeten Tausend-Pfund-Spende des
Lord Wakefield) konnte sich die alte britische
Verehrung der Bibel und die Achtung vor der
Wissenschaft und ihren Pflegestütten tatkräftig
offenbaren.
Der durch Detektive scharf behütete Einzug
des Sinaiticus in das Britische Museum be
deutet wohl das Schlußkapitel einer wunder
vollen Odyssee. Im vierten Jahrhundert, bald
nach dem Siege des Christentums über den
heidnischen Staat, im Osten vierspaltig auf
feinstes Antilopenpergament geschrieben, gilt
der Codex bei vielen Forschern als eine der
50 kostbaren von dem Kaiser Konstantin für
die Kirchen Konstantinopels in Auftrag gege
benen Bibeln. Seine ferneren Schicksale sind
unbekannt. Vielleicht führten sie ihn zunächst
nach Palästina, in die berühmte Bibliothek
zu Caesarea, bis er dann für lange Jahrhun
derte ein völlig verborgenes Asyl auf dem
Berge Sinai fand, in dem in frühbyzantini
scher Zeit gegründeten Kloster der Heiligen
Katharina.
Dort bewahrten ihn im Frühling 1814 der
Scharfblick und das Finderglück eines deut
schen Bibelforschers vor drohender Vernich
tung. Der Leipziger Privatdozent Lobegott
Friedrich Konstantin Tischendorf weilte da
mals auf seiner ersten orientalischen Hand
schriftenreise auf dem Sinai und bemerkte in
einem bereits zum Verbrennen weggestellten
Korb unter einer Fülle von anderen Hand
schriftenfragmenten viele Blätter eines sehr
alten Codex öer griechischen Septuaginta-Bibel
Alten Testamentes. Tischendorf besaß schon
damals eine Gabe, die nicht allen Privat
dozenten zuteil geworden ist: sich schöne Dinge
schenken zu lassen. Sie hat ihn auch später nicht
verlassen. Als ich vor einigen Jahren die
Serail-Bibliothek in Istanbul durchforschte,
konnte ich feststellen, daß ein Widmungsbrief
des Historikers Kritobulus an Sultan Meh-
med II., öer bei einem Besuche Tischendorfs
in Begleitung des russischen Gesandten Für
sten Alexander Lobanow im Serail daselbst
noch lag, einige Tage später dem Leipziger
Gelehrten von dem russischen Diplomaten ge
schenkt worden ist, nachdem dieser den Brief
offenbar auch seinerseits zuvor als Geschenk
erhalten hatte. So schenkten damals die finai-
tischen Mönche ihrem Gastfreund 43 jener
Pergamentblätter: 86 andere, die er dann noch
bemerkte, rückten sie aber nicht heraus. Diese
43 Blätter wanderten auf dem Rücken eines
Kamels nach Aegypten: von da zu Schiff nach
Europa, und wurden von ihrem nunmehri
gen Besitzer der-Leipziger Universitätsbiblio
thek übergeben (wo sie sich noch heute befin
den) und veröffentlicht.
Dies war der Beginn der europäischen
Schicksale des Sinaiticus. Es war begreiflich,
daß Tischendorf in der Folgezeit die größten
Anstrengungen unternahm, um auch die von
ihm gesehenen anderen Blätter und womöglich
den ganzen Rest der Handschrift der Wissen
schaft zugänglich zu machen. Eine zweite Sinai-
Reise 1863 blieb, obwohl sie sonst ertragreich
war, für ihren Hauptzweck erfolglos. Aber die
dritte Reise 1869, für die öer inzwischen Pro
fessor gewordene Leipziger Gelehrte die russi
sche Regierung hatte interessieren können,
brachte den Erfolg.
Nach mehrtägigem vergeblichem Suchen, als
Tischendorf bereits die Reitkamele zur Abreise
bestellt hatte, zeigte ihm am Abend des 4. Fe
bruar der junge Jkonomos des Klosters die
in einem roten Tuch eingehüllten früher ge
sehenen 86 Blätter des griechischen Alten
Testamentes, dazu weitere 112 alttestament-
liche und die Blätter eines vollständigen
Neuen Testaments, das im Verhältnis zu
unseren heutigen Ausgaben noch vermehrt
war um den Brief des Barnabas und Reste
des Hirten des Hermas. In tiefer Erregung
schrieb der deutsche Gelehrte in der darauf fol
genden schlaflosen Nacht den Barnabasbrief
ab. Er hätte schon damals das Verdienst für
sich in Anspruch nehmen können, eines öer
größten Kleinodien der Bibelüberlieferung
gerettet zu haben: denn jener Fund Tischen
dorfs war für die Mönche die Veranlassung
zu einer sorgfältigen Aufbewahrung öer noch
übrigen Blätter gewesen.
Wieder in Kairo, gelang es Tischendorf, den
dort weilenden Vorsteher des Sinai-Klosters
zu veranlassen, einen Scheich auf einem beson
ders schnellen Dromedar nach dem Sinai zu
senden, um die ganze Handschrift nach Kairo
zu bringen und dem Vorsteher auszuhändigen.
Nach nicht ganz leichten Verhandlungen erhielt
Tischendorf die Erlaubnis, den Codex in
Cairo abzuschreiben. So saß er denn zwei
Monate hindurch im Hotel und schrieb...
Am 28. September I860 wurde ihm dann
in Kairo vor den versammelten Mönchen des
Klosters die Handschrift zur Veröffentlichung
mit dem Aufträge anvertraut, sie im Namen
der Bruderschaft dem russischen Kaiser als dem
Haupte der Orthodoxen Russischen Kirche z«
übergeben. Tischendorf hat diesen Auftrag
ausgeführt. Er konnte im Jahre 1862 seine
große vierbändige Ausgabe in einer der Ur
schrift angenäherten Drucktype vorlegen und
sie dann am 10. November 1862 zusammen mit
den ersten Exemplaren der Ausgabe dem russi
schen Kaiser in Zarskoje Selo übergeben. Die
Handschrift lag alsdann, bis weitere Verhand
lungen über ihr endgültiges Schicksal zu«
Abschluß kamen, im russischen Auswärtigen
Amt. Im Jahre 1869 schließlich schenkten die
Väter vom Berge Sinai den Sinaiticus dein
russischen Kaiser. Als Gegengeschenk über
sandte der Zar dem Kloster eine Summe von
7000 Rubel für die Bibliothek, dazu 2000 Ru
bel für das Kloster auf dem Berge Tabor.
Dieses Geschenk war begleitet von einer An
zahl hoher russischer Ördensauszeichnungen
für die Oberen und Mönche.
In Petersburg hat der Codex sieben Jahr
zehnte gelegen. 1911 hat der englische Theologe
Kirsopp Lake den neutestamentlichen Teil-in
einer Faksimileausgabe veröffentlicht und 1922
einen zweiten Band folgen lassen. Die Wirren
öer russischen Revolution hat öer Codex un
versehrt überdauert. Daß er jetzt in die Welt
zentrale des Britischen Museums gelangt ist,
bedeutet für die Bibelwissenschaft einen Ge
winn, da er leichter zugänglich geworden ist.
Die Tatsache, daß auch Deutschland in den
Leipziger Pergamenten einen nicht unbeträcht
lichen Teil der sinaitischen Bollbibel besitzt,
darf uns dabei wieder einmal mit besonderer
Dankbarkeit gegen den Entdecker, Tischendorf,
erfüllen.
Allerlei aus aller Welt
Neuer Rekordflug um die Welt.
Jim Mollison, der in Kürze von Australien
nach England zurückkehren wird, plant einen
Alleinflug um die Welt in 21 Tagen. Er wird
England spätestens im August verlassen, um
nach Australien zu fliegen, und hofft, bei dieser
Gelegenheit den bestehenden Rekord England-
Australien, der von H. F. Broadbent im ver
gangenen November mit 6 Tagen, 21 Stunden
und 19 Minuten ausgestellt wurde, zu brechen.
Von Brisbane gedenkt Mollison nach Los An
geles zu fliegen und von dort über den ame
rikanischen Kontinent, den Atlantik nach Eng
land. „Ein solcher Flug ist", so erklärt Molli
son, „erst während der letzten sechs Monate, d.
h. mit der Erfindung des Radiokompasses, der
sich als äußerst verläßlich erwiesen hat, ratsam
geworden. Ich werde diesen Kompaß auf mei
nem Pazifik-Flug, der zwischen Suva und Ho
nolulu rund 4600 Kilometer betragen wird.
benutzen."
Wilde Gemsen bedrohen Neuseeland.
Aehnlich wie Kaninchen, Brombeeren und
andere aus dem Ausland eingeführte Tiere
und Pflanzen, wachsen sich jetzt die wilden
Gemsen in Neuseeland zu einer wahren Land
plage aus. Die ersten Tiere, ein Geschenk des
Kaisers Franz Joseph, wurden vor vielen
Jahren nach Australien gebracht und an den
Abhängen des Mount Cook ausgesetzt. Inzwi
schen haben sie sich aber über die ganzen süd
lichen Berge verbreitet und sind größer und
schwerer geworden als in ihren heimatlichen
Bergen. Die Gemsen zerstören die einheimische
Vegetation, und zu bestimmten Zeiten des
Jahres kommen sie bis in die unteren bewal
deten Abhänge herab und verursachen dort gro
ßen Schaden. Nachdem man den Gemsen 25
Jahre allen Schutz hat angcdeihen lassen, schickt
die Regierung jetzt von Zeit zu Zeit Jäger
aus, um auf die Gemsen Jagd zu machen und
ein Ueberhandnehmen zu verhindern.
Bräute für Australien.
In einigen Wochen startet ein neues Bräute
schiff von England nach Australien. Es handelt
sich um Bräute, die sich mit ihren Gatten in
Australien brieflich „gesucht und gefunden"
haben und nun zur Eheschließung in das noch
immer frauenarme Australien einreisen.
Leite« E«e
Schöne Ueberraschung.
Moritz traf seinen Freund Paul, der gerade
zu innig lächelnd die Straße entlang schlender
te. „Warum so fröhlich?" fragte Moritz.
„Weil Grund vorhanden ist", grinste Paul,
„schau mal den Füllfederhalter an! Den kriegt
meine Frau!"
„Aha, vermutlich eine Ueberraschung, wie?"
meinte Moritz.
„Und ob, das wird eine ganz große Ueber
raschung, sie erwartet nämlich ein Auto," ent-
gegnete neuerdings, herrlich grinsend, Freund
Paul.
An der Theaterkasse.
Der Billettverkäufer am Odeon in Pari-
weiß stets allerlei hübsche Geschichten zu be
richten. — In der Zeit, als das Theater öa-
Shakespearsche Stück „Troilus und Cressida"
spielte, wollte eine Dame zwei Parkettplätze
bestellen. Der Billettoerkäufer sagte:
„Jawohl, also zwei Parkettplätze für Sonn
abend für „Troilus und Cressida?"
„Nein", entgegnete die Dame, „für mich und
meinen Mann."
Schach in Rendsburg
Geleitet von C. Hinz, Rendsburg.
Schachnachrichten: Rendsburger Schachklub von 1898.
Spiellokal: Haus des Arbeitervereins von 1848, Kanzlei» |
strafte.
Spieltage: Dienstagabends 20.15 Uhr. Sonntagmorgens
<ab 9 Uhr freier Schachverkehr), Schachfreunde sind an
beiden Spieltagen willkommen.
Am letzten Spiclabend begann das Sommerturnier.
Außer den beiden Gruppenturnieren ist noch ein Neben
turnier für schwächere Spieler eingerichtet.
In der 1. Gruppe kamen drei Spiele zum Austrag.
Der Zufall wollte, daft die drei Aufstiegskandidaten aus
dem Winterturnier ihre Spiele verloren. Zettler verlor
gegen Joerges durch ein grobes Versehen seine Partie
sehr schnell. Die Partie Nölle—Rath stand meistens aus
geglichen, zeitweise stand Rath sogar besser. Durch lasches
Behandeln des Endspiels muftte Rath die Waffen strecken.
In der Partie Hinz—Grcenaae spielte letzterer sehr lang
sam und stellte Weift auf eine schwere Nervenprobe. Hinz
hatte, trotzdem er im Gegensatz zu seinem Gegner sehr
schnell spielte, während des ganzen Kampfes die Führung
der Partie. Nach über vierstündigem Kampfe muftte
Greennaae sich schlieftlich geschlagen bekennen.
In ber 2. Gruppe ging es nicht ganz so dramatisch zu.
Das Ergebnis war folgendes: Möller verlor gegen Ga
briel. Kock gewann seine Partie recht elegant gegen
Brommann. Callesen und Bagge kamen bis zum Spiel-
schluft nicht zu einem Resultat, die Partie hängt.
In der 3. Gruppe gewann Müller gegen Schrum.
Richtige Lösung zu der Endspielstudie Nr. 2, erschienen
am 14. 8. 1938, sandte ein W. Bagge, Rendsburg.
Lösung: 1. Td8—e8I Der entfernte Springer droht nun
das Eckfeld hl zu erobern, Schwarz macht also sofort
neue Dame. 1. — , H2—HID! (wenn Kdl, so Se4>>.
2. Se4ş, Kcl oder c2, 3. Tc8ş, Kbl, 4. Sd2->-, Kal,
5. SS34-, Kbl, 6. Sd2ş, Kal, 7. Tc2I und gewinnt, denn
Sb3ş mit folgendem Turmmatt b2 läßt sich nur mit
Damenverlust decken.
Da die unten gestellte Studie sehr schwer ist, bringen
wir gleich die Lösung. Wir bitten unsere Schachfreunde,
ihr Brett zu nehmen und dieselbe nachzuspielen. Ueber
den Ursprung dieser Studie war man im Zweifel und
hat sich lange gestritten. Besonders schön stellt sich das
feine Duell des Bauern mit dem Turm dar.
Eubspielstubie Sļŗ. ».
Saavedra.
Weift am Zuge gewinnt.
1. cg-c7, Tb5—66+, 2. Kbö! (der König darf weder auf
die a-Neihe noch auf die c-Reihe wegen Tc6 bzw. Tdl!,
auf Kb7 erreicht Td7 sofort Remis), 2. , Td5ş«
3. Kb4, Td4ş, 4. Kb3, Td3-i-, 5. Kc2I, damit scheint die
Sache erledigt, Schwarz hat aber noch einen Giftpfeil i«
Köcher. 5. , TL4! Macht Weift jetzt eine Dame,
wird das Spiel sofort remis durch Tc4ş!, DXc4, Schwarz
ist patt. Weift gewinnt aber doch, indem er 8. c8TI spielt,
Matt auf der a-Reihe drohend. Schwarz hat nur 8, ,
Ta4 zur Deckung, verliert aber nach 7. Kb3I infolge deS
drohenden Turmmatts den Turm. Feine, im praktische»
Spiel gut verwendbare Wendungen.
Zuschriften und Lösungen sind einzusenden an de»
Rendsburger Schachklub, Haus des Arbeitervereins/
Kanzlcistrafte. Lösungsfrist 14 Tage. Lösungsbekanutgab«
in 3 Wochen.
Unter
Ņogelwc
chen, bu
kcitzchen,
Einzug
şiert ner
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