Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

be ich stehen oder jetzt laufe ich ein bißchen." 
Das geht nun nicht. 
Du bist jetzt mit einem Male ein kleines 
Glied geworben. Ein kleines Glied in einer 
großen Kette. Du bist mit einem Male nicht 
mehr öer Passant Müller ober Meier, ber ge 
hen kann, wohin er will. Du bist Vordermann 
und Hintermann und Nebenmann. Und des 
halb mußt du marschieren. Marschieren, bis 
alle laufen oder stillstehen. 
Wenn man auf dem Kasernenhof steht, mit 
ten in der Kompagnie, dann sucht man sich den 
berühmten Punkt im Gelände und starrt ihn 
an. Und wenn es dann länger dauert, dann 
beginnt man vielleicht ein bißchen zu denken. 
Es sind manchmal komische Gedanken. Man 
überlegt sich vielleicht ernsthaft, was jetzt wohl 
geschehen würde, wenn . . . 
Wenn man etwa jetzt einen Schritt nach 
vorn machen würde und noch einen und so 
ganz langsam aus dem Glied heraus über den 
Kasernenhof schritte. Ganz allein über den 
Kasernenhof, als ob nichts wäre. Ohne nach 
rechts oder links zu blicken. 
Etwas nie Dagewesenes würde dann gesche 
hen. Sicher würde der Himmel einstürzen oder 
man würde plötzlich nicht mehr da sein. Ein 
fach weg würde man sicher sein. 
Und in diese zugleich lächerlichen und 
furchtbaren Gedanken klingt dann glücklicher 
weise das beschwörende: „Stehen, Kerls, ste 
hen!" des Mannes vor öer Front, das uns 
längst liebliche Morgenmusik geworden ist, 
von der wir manchmal nachts sogar träumen. 
Dann sind die komischen Gedanken weg, und 
ein Auge schielt mißtrauisch auf den Haupt 
mann. Der Hauptmann ist gottlob kein Ge 
dankenleser. 
Und nun hat man wieder den „Punkt im 
Gelände" fest im Auge. 
Man soll nicht denken. 
Wir sitzen auf unseren Schemeln in öer 
Stube und pfeifen das Lied von den Regen 
tropfen. Der Telegraphenarbeiter, öer Pastor, 
öer Friseur, der Student, der Bauer, der 
Schlosser, öer Schriftleiter und die anderen 
Kameraden. Draußen dürfen wir das Lied 
von den Regentropfen nicht hören lassen,' der 
Wachtmeister kann es nicht leiden. Aber Sol 
dat und Gesang gehören zusammen. Ohne ein 
Lied marschiert öer Soldat nur halb so gut, 
und wer nicht singen kann, der brummt, so 
gut es eben geht. 
Ohne Lieder, fröhliche Lieder, traurige Lie 
der geht es nicht. Das Lied ist der große und 
gute Kamerad. Ein Kamerad, öer immer mit 
marschiert. 
Wir stolpern über den großen Anger, durch 
Grüben und über Hügel. Die Füße sind schon 
zentnerschwer, und der Schweiß liegt salzig 
auf den Lippen. Mehr als einmal erhebt sich 
die Hand, um die Gasmaske, die man jetzt 
haßt wie den Teufel, vom Gesicht zu reißen: 
aber die Hand sinkt wieder herab, und man 
stolpert weiter. 
Das Kommando „Gasmasken ab" klingt wie 
Himmelsmusik. Wir sehen uns an und lachen 
schon wieder ein bißchen. Aber als dann der 
Hauptmann zu sprechen beginnt, werden wir 
ernst. 
„Das, was ihr eben eine halbe Stunde 
durchmachen mußtet, erlebten eure Väter tau 
sendmal. Aber sie erwarteten dann nicht eine 
warme Stube und ein warmes Essen. Um sie 
herum krachten die Einschläge der Granaten, 
und neben ihnen brach der Kamerad zusam 
men . . ." 
Das waren Worte, die wir behalten haben. 
Er war uns näher gerückt der unbekannte 
graue Mann des Großen Krieges, der schwei 
gend seine Pflicht tat, immer wieder. 
In diesen Augenblick stand er wie ein 
Schatten vor uns, und seine Leistungen er 
schienen uns jetzt übermenschlich. 
Wir kannten uns jetzt alle. Wir kannten un 
sere schlechten und unsere guten Seiten. Wir 
hatten uns die Bilder unserer Eltern gezeigt 
und unserer Mädchen. 
Und als wir im Zivilanzug noch einen letz 
ten Blick in die Stube warfen, die längst un 
sere Heimat war — wirklich unsere Heimat 
— haben wir kein lautes Wort gesprochen. 
Wir standen da jetzt alle ein wenig hilflos 
und konnten uns gar nicht freuen, daß wir 
jetzt wieder ins Leben zurück mußten. 
Dann hat einer ganz leise die Tür zuge 
macht und zum letzten Mal den Schlüssel ans 
Brett gehängt. 
Und wir nahmen Abschied von der Kaserne, 
wie man von einem guten Freunde Abschied 
nimmt . , . 
Lepra durch Bananengcnuß. 
Man begegnet noch häufig der Behauptung, 
daß Lepra durch den Genuß von Bananen 
übertragen werden-könne. Das Hamburger 
Tropeninstitut erklärt hierzu, daß seit Jahr 
zehnten kein einziger in Deutschland entstan 
dener Leprafall festgestellt worden und daß 
eine Uebertragung der Lepra durch Bananen 
auch im Ausland nicht bekannt sei. 
Die Irrfahrt einer Bibelhandschrift 
Das Schicksal des Codex von Sinai. 
Von D. Adolf Deißmann, Professor der Universität Berlin. 
Eines öer kostbarsten Besitzstücke des Briti 
schen Museums und zugleich eine der wertvoll 
sten frühchristlichen Urkunden für den For 
scher ist die Sinai-Bibel. 100 000 Pfund zahlte 
das Britische Museum vor Jahresfrist für 
diese Handschrift an die Sowjet-Regierung. 
Vor mir liegt ein englischer Bildbericht: die 
Aushändigung öer aus Petersburg auf dem 
Luftweg nach London gebrachten Bibel an den 
Direktor und Ersten Bibliothekar des Briti 
schen Museums, Sir George Hill. Mit beiden 
Händen hat der oberste Hüter des Museums 
von den kostbaren Pergamenten Besitz ergrif 
fen.^ Neben ihm stehen, die stolze Freude eines 
großen Tages auf ihrem Antlitz, zwei britische 
Sachverständige höchsten Ranges für antike 
und frühchristliche Handschriftenknnde: Sir 
Frederick Kenyon, Sir Georges berühmter 
Vorgänger, und öer Vorsteher der Handschrif 
tenabteilung, öer bekannte Papyrologe Mr. 
H. Idris Bell... 
Das britische Museum besaß bereits seit 
1763 einen dem Sinaiticus gleichwertigen, 
wenn auch etwas jüngeren Bibel-Codex, den 
Alexandrinus. Er war schon im Jahre 1628 
als Geschenk des Patriarchen von Konstantt- 
nopel, Kyrillos Lukaris, an König Karl I. von 
England gekommen. Durch die Erwerbung 
des Sinaiticus hat das Britische Museum 
nunmehr eine geradezu einzigartige Bedeu 
tung für die Bibelwissenschaft erhalten. 
Wer England kennt, hatte von vornherein 
keinen Zweifel, daß die aus privaten Quellen 
erbetene Hälfte der Kaufsumme, 50 000 Pfund 
Sterling (die andere Hälfte hat die Regierung 
übernommen), bald zustandekommen würde. 
In kleinen und großen Beitrügen (wie der 
sofort gemeldeten Tausend-Pfund-Spende des 
Lord Wakefield) konnte sich die alte britische 
Verehrung der Bibel und die Achtung vor der 
Wissenschaft und ihren Pflegestütten tatkräftig 
offenbaren. 
Der durch Detektive scharf behütete Einzug 
des Sinaiticus in das Britische Museum be 
deutet wohl das Schlußkapitel einer wunder 
vollen Odyssee. Im vierten Jahrhundert, bald 
nach dem Siege des Christentums über den 
heidnischen Staat, im Osten vierspaltig auf 
feinstes Antilopenpergament geschrieben, gilt 
der Codex bei vielen Forschern als eine der 
50 kostbaren von dem Kaiser Konstantin für 
die Kirchen Konstantinopels in Auftrag gege 
benen Bibeln. Seine ferneren Schicksale sind 
unbekannt. Vielleicht führten sie ihn zunächst 
nach Palästina, in die berühmte Bibliothek 
zu Caesarea, bis er dann für lange Jahrhun 
derte ein völlig verborgenes Asyl auf dem 
Berge Sinai fand, in dem in frühbyzantini 
scher Zeit gegründeten Kloster der Heiligen 
Katharina. 
Dort bewahrten ihn im Frühling 1814 der 
Scharfblick und das Finderglück eines deut 
schen Bibelforschers vor drohender Vernich 
tung. Der Leipziger Privatdozent Lobegott 
Friedrich Konstantin Tischendorf weilte da 
mals auf seiner ersten orientalischen Hand 
schriftenreise auf dem Sinai und bemerkte in 
einem bereits zum Verbrennen weggestellten 
Korb unter einer Fülle von anderen Hand 
schriftenfragmenten viele Blätter eines sehr 
alten Codex öer griechischen Septuaginta-Bibel 
Alten Testamentes. Tischendorf besaß schon 
damals eine Gabe, die nicht allen Privat 
dozenten zuteil geworden ist: sich schöne Dinge 
schenken zu lassen. Sie hat ihn auch später nicht 
verlassen. Als ich vor einigen Jahren die 
Serail-Bibliothek in Istanbul durchforschte, 
konnte ich feststellen, daß ein Widmungsbrief 
des Historikers Kritobulus an Sultan Meh- 
med II., öer bei einem Besuche Tischendorfs 
in Begleitung des russischen Gesandten Für 
sten Alexander Lobanow im Serail daselbst 
noch lag, einige Tage später dem Leipziger 
Gelehrten von dem russischen Diplomaten ge 
schenkt worden ist, nachdem dieser den Brief 
offenbar auch seinerseits zuvor als Geschenk 
erhalten hatte. So schenkten damals die finai- 
tischen Mönche ihrem Gastfreund 43 jener 
Pergamentblätter: 86 andere, die er dann noch 
bemerkte, rückten sie aber nicht heraus. Diese 
43 Blätter wanderten auf dem Rücken eines 
Kamels nach Aegypten: von da zu Schiff nach 
Europa, und wurden von ihrem nunmehri 
gen Besitzer der-Leipziger Universitätsbiblio 
thek übergeben (wo sie sich noch heute befin 
den) und veröffentlicht. 
Dies war der Beginn der europäischen 
Schicksale des Sinaiticus. Es war begreiflich, 
daß Tischendorf in der Folgezeit die größten 
Anstrengungen unternahm, um auch die von 
ihm gesehenen anderen Blätter und womöglich 
den ganzen Rest der Handschrift der Wissen 
schaft zugänglich zu machen. Eine zweite Sinai- 
Reise 1863 blieb, obwohl sie sonst ertragreich 
war, für ihren Hauptzweck erfolglos. Aber die 
dritte Reise 1869, für die öer inzwischen Pro 
fessor gewordene Leipziger Gelehrte die russi 
sche Regierung hatte interessieren können, 
brachte den Erfolg. 
Nach mehrtägigem vergeblichem Suchen, als 
Tischendorf bereits die Reitkamele zur Abreise 
bestellt hatte, zeigte ihm am Abend des 4. Fe 
bruar der junge Jkonomos des Klosters die 
in einem roten Tuch eingehüllten früher ge 
sehenen 86 Blätter des griechischen Alten 
Testamentes, dazu weitere 112 alttestament- 
liche und die Blätter eines vollständigen 
Neuen Testaments, das im Verhältnis zu 
unseren heutigen Ausgaben noch vermehrt 
war um den Brief des Barnabas und Reste 
des Hirten des Hermas. In tiefer Erregung 
schrieb der deutsche Gelehrte in der darauf fol 
genden schlaflosen Nacht den Barnabasbrief 
ab. Er hätte schon damals das Verdienst für 
sich in Anspruch nehmen können, eines öer 
größten Kleinodien der Bibelüberlieferung 
gerettet zu haben: denn jener Fund Tischen 
dorfs war für die Mönche die Veranlassung 
zu einer sorgfältigen Aufbewahrung öer noch 
übrigen Blätter gewesen. 
Wieder in Kairo, gelang es Tischendorf, den 
dort weilenden Vorsteher des Sinai-Klosters 
zu veranlassen, einen Scheich auf einem beson 
ders schnellen Dromedar nach dem Sinai zu 
senden, um die ganze Handschrift nach Kairo 
zu bringen und dem Vorsteher auszuhändigen. 
Nach nicht ganz leichten Verhandlungen erhielt 
Tischendorf die Erlaubnis, den Codex in 
Cairo abzuschreiben. So saß er denn zwei 
Monate hindurch im Hotel und schrieb... 
Am 28. September I860 wurde ihm dann 
in Kairo vor den versammelten Mönchen des 
Klosters die Handschrift zur Veröffentlichung 
mit dem Aufträge anvertraut, sie im Namen 
der Bruderschaft dem russischen Kaiser als dem 
Haupte der Orthodoxen Russischen Kirche z« 
übergeben. Tischendorf hat diesen Auftrag 
ausgeführt. Er konnte im Jahre 1862 seine 
große vierbändige Ausgabe in einer der Ur 
schrift angenäherten Drucktype vorlegen und 
sie dann am 10. November 1862 zusammen mit 
den ersten Exemplaren der Ausgabe dem russi 
schen Kaiser in Zarskoje Selo übergeben. Die 
Handschrift lag alsdann, bis weitere Verhand 
lungen über ihr endgültiges Schicksal zu« 
Abschluß kamen, im russischen Auswärtigen 
Amt. Im Jahre 1869 schließlich schenkten die 
Väter vom Berge Sinai den Sinaiticus dein 
russischen Kaiser. Als Gegengeschenk über 
sandte der Zar dem Kloster eine Summe von 
7000 Rubel für die Bibliothek, dazu 2000 Ru 
bel für das Kloster auf dem Berge Tabor. 
Dieses Geschenk war begleitet von einer An 
zahl hoher russischer Ördensauszeichnungen 
für die Oberen und Mönche. 
In Petersburg hat der Codex sieben Jahr 
zehnte gelegen. 1911 hat der englische Theologe 
Kirsopp Lake den neutestamentlichen Teil-in 
einer Faksimileausgabe veröffentlicht und 1922 
einen zweiten Band folgen lassen. Die Wirren 
öer russischen Revolution hat öer Codex un 
versehrt überdauert. Daß er jetzt in die Welt 
zentrale des Britischen Museums gelangt ist, 
bedeutet für die Bibelwissenschaft einen Ge 
winn, da er leichter zugänglich geworden ist. 
Die Tatsache, daß auch Deutschland in den 
Leipziger Pergamenten einen nicht unbeträcht 
lichen Teil der sinaitischen Bollbibel besitzt, 
darf uns dabei wieder einmal mit besonderer 
Dankbarkeit gegen den Entdecker, Tischendorf, 
erfüllen. 
Allerlei aus aller Welt 
Neuer Rekordflug um die Welt. 
Jim Mollison, der in Kürze von Australien 
nach England zurückkehren wird, plant einen 
Alleinflug um die Welt in 21 Tagen. Er wird 
England spätestens im August verlassen, um 
nach Australien zu fliegen, und hofft, bei dieser 
Gelegenheit den bestehenden Rekord England- 
Australien, der von H. F. Broadbent im ver 
gangenen November mit 6 Tagen, 21 Stunden 
und 19 Minuten ausgestellt wurde, zu brechen. 
Von Brisbane gedenkt Mollison nach Los An 
geles zu fliegen und von dort über den ame 
rikanischen Kontinent, den Atlantik nach Eng 
land. „Ein solcher Flug ist", so erklärt Molli 
son, „erst während der letzten sechs Monate, d. 
h. mit der Erfindung des Radiokompasses, der 
sich als äußerst verläßlich erwiesen hat, ratsam 
geworden. Ich werde diesen Kompaß auf mei 
nem Pazifik-Flug, der zwischen Suva und Ho 
nolulu rund 4600 Kilometer betragen wird. 
benutzen." 
Wilde Gemsen bedrohen Neuseeland. 
Aehnlich wie Kaninchen, Brombeeren und 
andere aus dem Ausland eingeführte Tiere 
und Pflanzen, wachsen sich jetzt die wilden 
Gemsen in Neuseeland zu einer wahren Land 
plage aus. Die ersten Tiere, ein Geschenk des 
Kaisers Franz Joseph, wurden vor vielen 
Jahren nach Australien gebracht und an den 
Abhängen des Mount Cook ausgesetzt. Inzwi 
schen haben sie sich aber über die ganzen süd 
lichen Berge verbreitet und sind größer und 
schwerer geworden als in ihren heimatlichen 
Bergen. Die Gemsen zerstören die einheimische 
Vegetation, und zu bestimmten Zeiten des 
Jahres kommen sie bis in die unteren bewal 
deten Abhänge herab und verursachen dort gro 
ßen Schaden. Nachdem man den Gemsen 25 
Jahre allen Schutz hat angcdeihen lassen, schickt 
die Regierung jetzt von Zeit zu Zeit Jäger 
aus, um auf die Gemsen Jagd zu machen und 
ein Ueberhandnehmen zu verhindern. 
Bräute für Australien. 
In einigen Wochen startet ein neues Bräute 
schiff von England nach Australien. Es handelt 
sich um Bräute, die sich mit ihren Gatten in 
Australien brieflich „gesucht und gefunden" 
haben und nun zur Eheschließung in das noch 
immer frauenarme Australien einreisen. 
Leite« E«e 
Schöne Ueberraschung. 
Moritz traf seinen Freund Paul, der gerade 
zu innig lächelnd die Straße entlang schlender 
te. „Warum so fröhlich?" fragte Moritz. 
„Weil Grund vorhanden ist", grinste Paul, 
„schau mal den Füllfederhalter an! Den kriegt 
meine Frau!" 
„Aha, vermutlich eine Ueberraschung, wie?" 
meinte Moritz. 
„Und ob, das wird eine ganz große Ueber 
raschung, sie erwartet nämlich ein Auto," ent- 
gegnete neuerdings, herrlich grinsend, Freund 
Paul. 
An der Theaterkasse. 
Der Billettverkäufer am Odeon in Pari- 
weiß stets allerlei hübsche Geschichten zu be 
richten. — In der Zeit, als das Theater öa- 
Shakespearsche Stück „Troilus und Cressida" 
spielte, wollte eine Dame zwei Parkettplätze 
bestellen. Der Billettoerkäufer sagte: 
„Jawohl, also zwei Parkettplätze für Sonn 
abend für „Troilus und Cressida?" 
„Nein", entgegnete die Dame, „für mich und 
meinen Mann." 
Schach in Rendsburg 
Geleitet von C. Hinz, Rendsburg. 
Schachnachrichten: Rendsburger Schachklub von 1898. 
Spiellokal: Haus des Arbeitervereins von 1848, Kanzlei» | 
strafte. 
Spieltage: Dienstagabends 20.15 Uhr. Sonntagmorgens 
<ab 9 Uhr freier Schachverkehr), Schachfreunde sind an 
beiden Spieltagen willkommen. 
Am letzten Spiclabend begann das Sommerturnier. 
Außer den beiden Gruppenturnieren ist noch ein Neben 
turnier für schwächere Spieler eingerichtet. 
In der 1. Gruppe kamen drei Spiele zum Austrag. 
Der Zufall wollte, daft die drei Aufstiegskandidaten aus 
dem Winterturnier ihre Spiele verloren. Zettler verlor 
gegen Joerges durch ein grobes Versehen seine Partie 
sehr schnell. Die Partie Nölle—Rath stand meistens aus 
geglichen, zeitweise stand Rath sogar besser. Durch lasches 
Behandeln des Endspiels muftte Rath die Waffen strecken. 
In der Partie Hinz—Grcenaae spielte letzterer sehr lang 
sam und stellte Weift auf eine schwere Nervenprobe. Hinz 
hatte, trotzdem er im Gegensatz zu seinem Gegner sehr 
schnell spielte, während des ganzen Kampfes die Führung 
der Partie. Nach über vierstündigem Kampfe muftte 
Greennaae sich schlieftlich geschlagen bekennen. 
In ber 2. Gruppe ging es nicht ganz so dramatisch zu. 
Das Ergebnis war folgendes: Möller verlor gegen Ga 
briel. Kock gewann seine Partie recht elegant gegen 
Brommann. Callesen und Bagge kamen bis zum Spiel- 
schluft nicht zu einem Resultat, die Partie hängt. 
In der 3. Gruppe gewann Müller gegen Schrum. 
Richtige Lösung zu der Endspielstudie Nr. 2, erschienen 
am 14. 8. 1938, sandte ein W. Bagge, Rendsburg. 
Lösung: 1. Td8—e8I Der entfernte Springer droht nun 
das Eckfeld hl zu erobern, Schwarz macht also sofort 
neue Dame. 1. — , H2—HID! (wenn Kdl, so Se4>>. 
2. Se4ş, Kcl oder c2, 3. Tc8ş, Kbl, 4. Sd2->-, Kal, 
5. SS34-, Kbl, 6. Sd2ş, Kal, 7. Tc2I und gewinnt, denn 
Sb3ş mit folgendem Turmmatt b2 läßt sich nur mit 
Damenverlust decken. 
Da die unten gestellte Studie sehr schwer ist, bringen 
wir gleich die Lösung. Wir bitten unsere Schachfreunde, 
ihr Brett zu nehmen und dieselbe nachzuspielen. Ueber 
den Ursprung dieser Studie war man im Zweifel und 
hat sich lange gestritten. Besonders schön stellt sich das 
feine Duell des Bauern mit dem Turm dar. 
Eubspielstubie Sļŗ. ». 
Saavedra. 
Weift am Zuge gewinnt. 
1. cg-c7, Tb5—66+, 2. Kbö! (der König darf weder auf 
die a-Neihe noch auf die c-Reihe wegen Tc6 bzw. Tdl!, 
auf Kb7 erreicht Td7 sofort Remis), 2. , Td5ş« 
3. Kb4, Td4ş, 4. Kb3, Td3-i-, 5. Kc2I, damit scheint die 
Sache erledigt, Schwarz hat aber noch einen Giftpfeil i« 
Köcher. 5. , TL4! Macht Weift jetzt eine Dame, 
wird das Spiel sofort remis durch Tc4ş!, DXc4, Schwarz 
ist patt. Weift gewinnt aber doch, indem er 8. c8TI spielt, 
Matt auf der a-Reihe drohend. Schwarz hat nur 8, , 
Ta4 zur Deckung, verliert aber nach 7. Kb3I infolge deS 
drohenden Turmmatts den Turm. Feine, im praktische» 
Spiel gut verwendbare Wendungen. 
Zuschriften und Lösungen sind einzusenden an de» 
Rendsburger Schachklub, Haus des Arbeitervereins/ 
Kanzlcistrafte. Lösungsfrist 14 Tage. Lösungsbekanutgab« 
in 3 Wochen. 
Unter 
Ņogelwc 
chen, bu 
kcitzchen, 
Einzug 
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