Dev Tag in Wovt rm-Vilö
Unglücklicher Himmelfahrtsausflug
Autobus mit Schülern am Arlberg umgekippt — Eine große Zahl beim
Sturz über die Böschung schwer verletzt; eiuer starb nachts
DNB. Innsbruck, 22. Mai. (Eig. Funkmldg.)
Am Himmelfahrtstag unternahmen 28 Schüler
der landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz
im Unterinntal gemeinsam mit ihren Lehrern
einen Ausflug im Autobus. Als der Autobus
auf der Heimfahrt von St. Christoph am Arl
berg gegen St. Anton herabfuhr, brach an einer
besonders steilen Stelle die Bremsvorrichtung,
so daß der Wagen mit ungeheurer Schnelligkeit
in eine S-Kurve einfuhr. Es gelang zwar dem
geistesgegenwärtigen Lenker, den Sturz über
den Straßenrand zu verhindern. Der Autobus
kippte jedoch nm und sämtliche Fahrgäste wur
den ans dem Wagen geschleudert, wobei sie
über eine steile Böschung stürzten. Bon den 26
Schülern wurden die meisten schwer verletzt.
Einer von ihnen ist in der Nacht gestorben. Der
Zustand von 3 anderen Verletzten ist sehr be
denklich. Ans dem Transport der Verletzten in
das Krankenhaus ereignete sich ein weiterer
Unglücksfall. Ein Motorradfahrer aus Prutz
stieß mit einem Rettungswagen zusammen. Er
erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
LoolsungM in der Schweiz.
DNB. Bern, 22. Mai. sEig. Fuukmeldg.) Am
Himmelfahrtstage kenterte aus dem Neuen
burger See ein mit 4 Personen besetztes Boot.
Drei Insassen ertranken.
,Hiude»b»rg'auf der Rückfahrt
von Nordamerika
DNB. Lakehurst, 21. Mai. Das Luftschiff
„Hindenburg" ist am Mittwoch um 23,05 Uhr
Newyorker Zeit (4,05 Uhr MEZ.) zum Rück
flug aufgestiegen und befand sich eine Stunde
später über der Stadt Newyork. Der Abflug
ging bei günstigem Wetter glatt vor sich, und
zwar direkt vom Ankermast weg. Kapitän
Lehmann erklärte, daß er sich zu dieser Metho
de des Abfluges entschlossen habe, weil dabei
eine weniger starke Bodenmannschaft benötigt
werde. Um 22 Uhr, eine Stunde vor Abfahrt,
waren alle 52 Passagiere an Bord.
Die Newyorker Presse weist darauf hin, daß
die zweite Ozeanüberquerung des Luftschiffes
„Hindenburg" trotz stürmischen Wetters im
merhin noch 114 Tage schneller gewesen sei als
der schnellste Ozeandampfer, und daß die
Dampfer bei entsprechenden Wetterverhältnis
sen oft ein bis zwei Tage Verspätung haben.
„Hindenburg" hat für seine zweite Fahrt von
Frankfurt nach Lakehurst eine Flugzeit von
78 Stunden 27 Minuten gebraucht.
158 Klm. die Stunde.
DNB. Newyork, 22. Mai (Eig. Funkmeldg.)
Um 24 Uhr stand der „Hindenburg" 612 Klm.
östlich von Neufundland. Es hatte bis dahin
seit seinem Start in Lakehurst 2500 Klm. zu
rückgelegt. In einem Funkspruch von Bord
wird mitgeteilt, daß sich alles'wohl befinde
und das Luftschiff mit einer Stundengeschwin-
üigkeit von 150 Klm. fahre.
Annäherung ans europäische Festland.
DNB. Hamburg, 22. Mai. Luftschiff „Hinden
burg" stand nach Mitteilung der Deutschen
Seewarte um 7 Uhr MEZ. auf 6514 Grad Nord
und 30 Grad West, ungefähr in der Mitte des
Atlantischen Ozeans. Um die günstigen Winde
auszunutzen, fährt das Luftschiff auf weit nörd
lichem Kurs. Es hat schon fast zwei Drittel
seines Weges zurückgelegt.
„Graf Zeppelin" von Südamerika zurück
DNB. Frankfurt a. M., 21. Mai. Das Luft
schiff „Graf Zeppelin" ist am Donnerstag um
20,35 Uhr auf dem Flughafen Rhein-Main bei
Frankfurt, von Südamerika kommend, glatt
gelandet. Wegen ungünstigen Wetters hatte es
den Kurs über Brüssel genommen.
Im Heimathafen.
DNB. Friedrichshafen, 22. Mai (Eig. Funk
meldung). Nach Beendigung der dritten dies
jährigen Südamerikafahrt ist das Luftschiff
„Graf Zeppelin" von Frankfurt aus nach Frie
drichshafen, in seinen Heimathafen, zurückge
kehrt. Die Landung erfolgte heute um 8,58 Uhr
auf dem Werftgelände ohne Zwischenfall. Die
bewährte Haltemannschaft brachte das Schiff
in kurzer Zeit sicher in die Halle ein. Hier wird
„Graf Zeppelin" bis zum 8. Juni zwecks Ueber-
holung bleiben. Der Besatzung wird nach sechs
wöchigem anstrengendem Dienst während drei
aufeinanderfolgender Südamerikafahrten eine
längere Ruhepause gewährt. Die „Hindenburg"
übernimmt die nächste Süöamerikasahrt am 25.
Mai von Frankfurt aus.
Neuschnee in ZbàMn.
DNB. Kempten (Allgäu), 22. Mai. (Erg.
Fnnkm.) Der starke Temperaturrückgang, der
am Donnerstag eingetreten ist, hat in den
Bergen Neuschnee zur Folge gehabt. Bis zn
1588 Meter hinab sind die Berge mit Nenschnee
bedeckt.
» » »
2er Naschsee in Hannover.
DNB. Hannover, 21. Mai. Am Himmel
fahrtstag fand die Verkehrsübergabe des
Maschsees statt, der in etwa zweijähriger Ar
beit durch die Stadt Hannover errichtet wurde.
Der Uebergabe wohnten Reichsminister Gau
leiter Rust und der Oberpräsident, Stabschef
Lutze, Vertreter der Wehrmacht und zahlreiche
Abordnungen der NSDAP, bei. Oberbürger
meister Dr. Menge begrüßte die Gäste. In
einer Ansprache nannte Rust den Bau des
Maschsees eine völkische Tat.
Mutiger Sippenkampf.
DNB. Belgrad, 21. Mai. In einem monte
negrinischen Dorf in der Nähe der Stadt Dani-
lowgrad kam es wegen eines Streits um die
Benutzung eines Brunnens zu einer blutigen
Auseinandersetzung zwischen den Mitgliedern
zweier montenegrinischer Sippen. Das Ergeb
nis der Auseinandersetzung waren drei Tote,
acht Schwerverletzte und eine größere Anzahl
leichtverletzter Männer und Frauen. Der
Streit um das Benutzungsrecht des Brunnens
datiert zwischen den Sippen noch aus der Vor
kriegszeit. Anlaß zu der jetzigen Auseinander
setzung gab ein behördlicher Ortsaugenschein
zur Feststellung des Nutzungsrechtes. Im Ver
lauf des Augenscheins kam es zuerst zu hefti-
Eine neue Rheinbrücke.
Am 22. Mai wird die neue „Admiral-Graf-Spee-Brücke" über den
Rhein bei Duisburg eingeweiht, die sich dem Hafenbild vorzüglich
anpaßt. (Presscphoto, K.)
Bayreuths Schlsßbrunneu in der Weltmitte
Ueber die Frage, wo sich der Mittelpunkt
der Welt befindet, kann man gewiß sehr ver
schiedener Ansicht sein. In der Tat ist ihre
Beantwortung ja ganz davon abhängig, ob
man sie geographisch, wirtschaftlich oder kul
turell gestellt denkt. Für uns Deutsche aber
wird es nicht uninteressant sein, zu erfahren,
an welchem Ort schon vor 200 Jahren ein
deutscher Fürst den Mittelpunkt der Welt ge
funden zu haben glaubte, womit er zugleich
einen Beitrag zum höheren Ruhme seines
Landes und seiner eigenen Herrschaft lieferte.
Es war dies ein Land, das schon damals wie
heute die Brücke zwischen dem deutschen Süden
und Norden bildete, nämlich die Markgraf
schaft Bayreuth, und sein Herrscher hieß Mark
graf Christian Ernst, der Schwiegervater jener
berühmten Wilhelmine von Preußen, der
Lieblingsschwester Friedrichs des Großen.
Niemand wird, so war der Geöankengang
dieses Mannes, bezweifeln, daß Europa im
Mittelpunkte aller Erdteile liegt und sich öem-
Vou -er völkischen Schntzarbeit des VDA.
Am 23. und 24. Mai sammelt der Volksbunö für das Deutschtum
im Ausland für seine völkische Schutzarbeit. Wir zeigen eine von
dem VDA. gestiftete deutsche Bücherei in Sao Paulo.
WDA.-Archiv, KJ
nach auch Mitteleuropa in der Mitte der Welt
befindet. Dies Mitteleuropa aber, so folgerte
er weiter, hat seinen geographischen Kern in
dem Gebirgsstock des Fichtelgebirges,
von dem aus sich bekauntlich vier große Ge
birgszüge wie Windmühlenflügel weithin in
das Land erstrecken. In gleicher Weise gehen
von diesem Kerngebirge vier Flüsse zu Tal,
nämlich nach Norden die Saale, nach Westen
der Main, nach Süden die Naab und nach
Osten die Eger und verbinden damit die drei
größten Ströme unseres Erdteiles, die Donau,
die Elbe und den Rhein. Was lag angesichts
dieser Tatsache schon für den damaligen Bay-
reuther Herrscher näher, als ein Symbol zu
schaffen, welches diese zentrale Lage seines
Landes auch bildlich und künstlerisch zum
Ausdruck brachte? Wenn er dann seinen be
rühmten Vier-Flüsse-Brunnen nicht gerade im
Fichtelgebirge, sondern in der lieblichen Land
schaft seiner Bayreuther Residenz zur Aufstel
lung brachte, wer Hütte ihm dies verdenken
wollen!
Alljährlich, wenn der Frühling einzieht und
in den Bayreuther Schloßgärten die hölzernen
Winterdecken von den unter freiem Himmel
stehenden Kunstbauten abgenommen werden,
steht immer wieder auch der Bayreuther Ein
heimische überrascht vor dem wundervollen
Bau des Schloßbrunnens der heutigen Gau
stadt der Bayerischen Ostmark. Zweifellos ist
er ein Juwel der Barockzeit und legt zugleich
davon Zeugnis ab, daß sein Schöpfer alles
andere denn ein Kleinstädter, sondern ein
Mann von großzügiger Auffassung und wei
tem Weltblick gewesen ist. Der Historiker in
gleicher Weise wie der Kunstkenner, findet an
ihm eine Fülle interessanter Einzelheiten.
Auf vier wasserspeienden Reittieren: einem
Löwen, einem Roß, einem Stier und einem
Fabelwesen, stürmen die Verkörperer der da
mals geläufigen vier Erdteile nach allen 4
Himmelsrichtungen hinaus in die Welt. In
prachtvoller Anschaulichkeit sind diese Kraftge
stalten gemeißelt. Hoch über ihnen ragt das
Reiterstandbild des Lanöesfürsten, der sich
1683 als Türkenbesieger an der Vertreibung
der Osmanen vor Wien beteiligte. Unter den
4 Wasserspendern stehen die Namen der vier
Flüsse Sala, Moenus, Naba und Egra und
verlegen damit Bayreuth in den Weltnnttel-
PUĶļt.
gen Beschimpfungen zwischen den Sippen, die
schließlich aufeinander zu schießen und »'*
Messern loszustechen begannen. Im Verlaufe
des Kampfes wurden sogar zwei Bomben ge
worfen. Am Kampf nahmen auch die weibliche«
Sippenmitglieder teil, von denen mehrere Ver
letzungen davontrugen.
Zoomärter von einem Büffel zertrampelt.
In dem Zoologischen Garten von Pose«
ereignete sich ein furchtbarer Vorfall. Während
eines heftigen Gewittersturmes versuchte ei«
Wärter die Tiere, die große Unruhe zeigten, in
ihre Winterstülle zu treiben, damit sie dort vor
dem Unwetter besser geschützt seien. Dabei
stürzte sich ein afrikanischer Büffel auf de«
Wärter und trat ihn nieder. Der Wärter ist
kurz nach dem Vorfall seinen furchtbaren Ver
letzungen erlegen.
Triebwagenunglück in einem Tunnel.
DNB. Madrid, 21. Mai. In einem Tunnel
bei Calatayud, südwestlich von Saragossa, fuhr
ein Triebwagen in voller Fahrt auf Fels
blöcke, die sich infolge starker Regengüsse ge
löst hatten und den Schienenweg versperrten-
Von den Rettungsmannschaften, die erst nach
längerer Zeit eintrafen, wurden ein Toter
und drei Schwerverletzte geborgen. Glücklicher
weise befanden sich in dem Triebwagen n«r
zwei Fahrgäste. Die Gegend von Calatayud
war in letzter Zeit von Ueberschwemmunge«
heimgesucht.
Waldbrand bei Bremervörde.
NN. Bremervörde, 21. Mai. Im Sandboste-
ler Holz entstand, wahrscheinlich durch Unvor
sichtigkeit, ein Waldbrand, der sich schnell i«
Richtung auf Dorf Sandborstel zu ausdehnte.
Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften
wurden alarmiert. Sie versuchten das Feuer
abzuriegeln. Doch erst dem Einsatz aller Dorf
bewohner gelang es, das Feuer zu ersticken
und jede Gefahr zu beseitigen. Es sind etwa
zwei Morgen Föhrenwald durch die Flamme«
vernichtet worden.
Rache an einer Treulosen.
In dem Dorfe Kostelan bei Ungarisch-
Hradisch machte eine Bauerntochter vor einiger
Zeit eine Bekanntschaft mit einem Bauern
sohn aus einem Nachbardorfe. Das junge
Mädchen wurde dann dem Burschen untren
und wandte seine Gunst einem anderen Bau
ern zu. Aber auch diese Beziehung währte
nicht lange; denn als eines Sonntags ein ele
ganter junger Mann auf einem Motorrad iw
Dorf erschien, vergaß das Mädchen beide Bur
schen und verliebte sich in den Motorradfahrer.
Die beiden Verschmähten wurden von ihre«
Kameraden so verspottet, daß sie beschlossen
sich an dem Mädchen zu rächen. An diesel
Aktion beteiligten sich auch zwei andere frü
here Liebhaber. Einer der vier „Ehemaligen^
forderte das Mädchen auf, mit ihm eine«
Spaziergang in den nahen Wald zu unter
nehmen. Das Mädchen sagte zu und ging
nichtsahnend mit. An einer verabredeten
Stelle im Walde warteten die drei anderen-
Gemeinsam überfielen sie das Mädchen, steck
ten ihm einen Knebel in den Mund und ban
den es dann mit Stricken an einen starke«
Baum. Die Arme des Mädchens fesselten sie
an die Zweige der nächststehenden Bäume, f«
daß die Treulose gekreuzigt war. Dann über
ließen sie das Mädchen seinem Schicksal. Die
ser Racheakt hätte böse Folgen haben könne«/
wenn es dem Mädchen nicht im Verlaufe einer
Stunde gelungen wäre, nach und nach freizu
kommen. Für die verschmähten Liebhaber
wird diese Selbstjustiz noch ein gerichtliches
Nachspiel haben.
Sport
Heinkel SC. vom Futzballsport ausgeschaltet-
Verwaltttngsmaßnahme des Gaufachamts
leiters.
Der Heinkel Sport-Club e. V., Rostock, wi^
ab sofort aus dem Fußballsportverkehr ausge-
schäftet. Von dieser Ausschaltung ist die I«-
gendabteilung des Vereins ausgenommen. D«
Ausschaltung gilt vorläufig bis zum 15. ÄR
gust 1936. Ob sie dann aufgehoben werde«
kann, hängt davon ab, ob die Frage der F««
rung der Fußballabteilung des Vereins
dahin befriedigend hat gelöst werden können.
Dr. Riebow-
Entscheidung des Gausportmarts.
In den Spielen der Bezirksklasse MeckleR
bürg, Staffel Ost, haben beim Heinkel SC. eX
bzw. zwei Spieler unter Benutzung gefälscht^
Pässe mitgewirkt. Daraufhin sind gemäß, 1 '
Ziffer 14 der Spielordnung die Spiele für de
Heinkel SC. verloren. Die betr. Gegner £l '
halten die Punkte. Durch diese Entscheids|««
wird der Rostocker Sport-Club v. 1895 Meim
der Bezirksliga Mecklenburg, Staffel Ost, « J
übernvmmt die für den Heinkel SC. «u#r
ten Aufstiegsspiele.
Hamburg, den 48. Mai 1936.