Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Literarisches Echo 
Der Dichter 
von HermannClaudius. 
Ich habe so oft 
nach Licht und Raum begehrt — 
nun bin ich fast erschrocken, 
daß man mich ehrt. 
Daß man vor allem Volke 
mich erhöht. 
Ich falte meine Hände 
wie zum Gebet. 
Daß meine Seele vor Gott 
einsam sei, 
daß sie nicht willig werde 
dem Taggeschrei. 
Es kommt der Abend, es gehen 
Baum und Vogel zur Ruh. 
Der Tag hat ausgesungen. 
Seele, bleibe du! 
Der Heliand 
Das deutsche Christus-Buch. 
Von Dr. JürgenPetersen. 
Die Sammlung altgermanischer Volksdich 
tung: der Heldenlieder und Schlachtgesänge, 
der Zaubersprüche, der Tanz- und Festlieder, 
die auf Veranlassung Karls des Großen er 
folgt war, ging unter der verständnislosen Re 
gierung seines Sohnes und Nachfolgers Lud 
wig zum größten Teil wieder verloren. Dieser 
Frankenkönig sah in der Pflege und Erhaltung 
heidnischer Volksdichtung eine Gefahr für die 
Reinheit der christlichen Lehre. Aber unter dem 
Klerus, vor allem unter den gelehrten Mön 
chen in den Klöstern, gab es nicht wenige, 
welche die unermeßlichen Werte dieser ältesten 
und dichterisch teilweise einzigartigen Aeuße 
rungen eines Volkes zu schätzen wußten und 
sich, trotz des Verbotes, mit Hilfe der in da 
maliger Zeit ja nur ihnen zu Gebote stehenden 
Fähigkeit des Lesens und Schreibens für ihre 
Erhaltung einsetzten. 
Aus solchem Bedürfnis entstand zur Zeit der 
Regierung Ludwigs des Frommen, zwischen 
822 und 840, die älteste Umdichtung der Bibel 
auf germanischem Boden: der „Heliand". Es ist 
die int Stile des antiken Epos gestaltete Er 
zählung vom Leben und Sterben Christi. — 
Der unbekannte Verfasser muß der Sprache 
nach ein Geistlicher aus dem Stamme der Sach 
sen gewesen sein. Es war seine Absicht, dem 
sächsischen Volke, das ja mit besonderer Zähig 
keit am alten Glauben festgehalten hatte eine 
seinem Wesen vertraute Darstellung des 
Christus-Lebens zu geben. Und wir sehen 
staunend, mit welchem Feingefühl der Verfas 
ser es verstanden hat, im „Heliand" eine Brücke 
zwischen germanischen und christlichen Vor 
stellungen zu schlagen. 
Das germanische Heldenlied hat einen ari 
stokratischen Charakter. Die Helden sind fürst 
licher Herkunft, und das Band, das den Herrn 
mit dem Gefolgsmann verbindet, ist nicht 
blinde Unterwerfung, sondern die Treue, jene 
Eigcuschaft des freien Mannes. Deshalb ist es 
auch dem Heliand-Dichter besonders darum zu 
tun, die edle Herkunft seines Helden zu zeigen. 
Dementsprechend sind auch seine Gefolgs- 
mannen, die Jünger des Heliand (Jesus), von 
edler Herkunft. Sie werden als die kühnen 
Degen, die treuhaften Männer, die ihm erge 
ben sind bis zum Tod, geschildert. 
^Die Bergpredigt wandelt sich zum 
Thing, das unter dem Vorsitz Christi als des 
thronenden Fürsten stattfindet. Nordisch ist 
das Landschaftsbild. Die großen, einsamen 
Wälder, von denen die Rede ist, der Wind, der 
von Westen weht, der Frühling, der die 
Knospen aufbrechen läßt... das alles sind keine 
Schilderungen Palästinas, sondern deutschen 
Landes. Ein starkes Naturgefühl spricht auch 
aus jenen Stellen, in denen das Meer und der 
Sturm geschildert werden. 
Die Form des Heliands-Heldenliedes also ist 
germanisch. Der Inhalt aber ist dessen unge 
achtet christlich. Niemals sind die grund 
legenden christlichen Lehren zugunsten germa 
nischer Begriffe gewandelt. Und Christus ist 
der vollkommene germanische Held. 
Das Heliand-Epos ist nicht das einzige Ge 
dicht von Christus in deutscher Sprache geblie 
ben. Im selben Jahrhundert entstand auf dem 
germanischen Festlande noch eine zweite Um 
dichtung: das Evangelienbuch des Weißenbur 
ger Mönchs Otfried. Dieser ist damit zugleich 
der älteste deutsche Dichter, dessen Namen wir 
kennen. Die wertvollste deutsche Jesus-Dich 
tung ist der „Heliand" geblieben. 
I» memoriam Henrik Ibsen 
Gedanken zu seinem Todestag 
von Dr. HansThielmann. 
Eine Welt hat ihm gehuldigt — überschweng 
lich zu seinem 70. Geburtstag, und diese Welt 
schien dabei vergessen zu haben, daß Ibsen 
stets Mahner und Ankläger war, dessen Werk 
die Lügen und Lasten einer menschlichen Ge 
sellschaft nie geschont hat. Von ihm aus bran 
dete eine neue Aera der Dichtung über 
Europa, von ihm aus konzentrierte sich eine 
neue dramatische Architektur, deren Gedanken 
welt revolutionierend wirkte, revolutionie 
rend auf das Denken seiner Zeit, revolutionie 
rend besonders im deutschen Drama um die 
Jahrhundertwende. Es waren Gedanken einer 
modernen Welt, die ihn beschäftigten: die 
Frauenfrage, das Vererbungsgesetz, der 
dumpfe Jammer kleinmenschlicher Alltags 
gedanken, die in wunderbar feiner Symbolik 
zum Ausdruck gebracht wurden. Erst heute er 
leben wir wieder eine Jbsenrenaissance, erst 
eine Zeit, die gegen jede Halbheit der Men 
schen Front macht, die für veraltetes Denken 
neue Ideen setzt, kann dem „Jde"—alist Ibsen 
wieder Verständnis entgegenbringen. Dieser 
Mensch Ibsen mit der Forderung: Sei ganz 
du selbst — wurde in seiner Heimat, seinem 
Norwegen, das er über alles liebte, nie ver 
standen. Er blieb das Einzelwesen, das gegen 
die Umwelt, gegen eine wurmstichige Gesell 
schaft und gegen das hohle Staatsgebäude an 
kämpft, ohne dabei, wenn er die Welt kriti 
sierte, die scharfe Selbstkritik nie zu vergessen. 
„Gerichtstag halten über sein Volk, Gerichts 
tag über sich selbst" — mit der Forderung: 
„Alles oder Nichts", sonderlich in seinem 
Drama „Brand", das eine Satire gegen Nor 
wegen war, ein zeitloses Drama, dessen Ereig 
nisse sich im Gestern, Heute und Morgen ab 
spielen können. Heute wieder sind Gedanken 
seines Werkes aktuell, jene Gedanken, die um 
den Menschen der Vererbung — und das da 
mit aufkommende Schicksal kreisen. 
In memoriam Henrik Ibsen — kurze 
Striche, längst nicht damit den Jöeenöramati- 
ker erschöpfend erfaßt, nur eines Dichters ge 
denkend, der Adelsmenschen erziehen wollte, 
der frei bleiben wollte trotz mißlicher Bedin 
gungen, eines großen Dichters gedenkend, in 
dessen Werk die Achtung vor der Persönlich 
keit siegt. 
Das Bild der niederdeutschen Dichterirr 
Alma Rogge 
Alma Rogge trägt die Schwere, Bedächtig- ş 
keit, aber auch die unverwüstliche Lebenslust 
des Menschenschlages von der Norüseeküste in 
sich. Ihre Erzählungen „Leute an der Bucht", 
die im Januar 1936 mit dem Literaturpreis 
der Provinz Hannover ausgezeichnet worden 
sind, zeichnen sich durch einen urwüchsigen Hu 
mor aus und sind Meisterwerke der Charakter 
bildung. 
Die vergessene Birke. 
Bon Alma Rogge. 
Das Fest ist verrauscht. Die Plätze liegen 
verlassen. Um die Häuser beginnt es zu dun 
keln, dicke Wolken ziehen über den grauen 
Himmel, kalt stößt der Wind um die Straßen 
ecken. Der Tag ist müde. Unlustig klingeln die 
elektrischen Bahnen von Haltestelle zu Halte 
stelle. 
Auf dem Pflaster liegt eine Birke, eine 
junge, schön gewachsene Birke. Ihr weißer 
Stamm leuchtet, ihre Zweige recken sich fein- 
gliedrig nach allen Seiten, ihre Blätter sind 
frisch entfaltet, Kätzchen hängen dazwischen. 
Die junge Birke hatte sich gerade gerüstet, mit 
Grünen und Blühen den Frühling festlich zu 
feiern. Jetzt liegt sie hier, verloren, verlassen, 
— niemand achtete auf sie. 
An der Haltestelle der Elektrischen steht eine 
Frau, groß, schlank, in einem dunkelgrauen 
Mantel. Ihr Gesicht ist ernst und schön. Aber 
ihr kleiner Hut ist verwegen. 
Die Frau geht auf und ab, vorbei an der 
jungen Birke. Es ist bitterkalt. Sie klappt 
ihren Mantel vorne am Hals zu. Die Blätter 
der Birke zittern. 
Ein paarmal geht die Frau an der Birke 
vorbei, dann bleibt sie stehen. Sie läßt ihre 
Augen den weißen Stamm hinaufwanöern, 
die schlanken Zweige entlang, über das erste 
zarte Grün der Blätter. Ihr Gesicht ist nach 
denklich, es ist weich. Jetzt beugt sie sich ein 
wenig hinab, läßt einen Zweig über ihre be 
handschuhte Rechte gleiten. Der feine Vlüten- 
staub der Kätzchen legt einen grüngelben 
Schimmer darauf. 
Die Frau richtet sich wieder auf und sieht 
über den Platz, über den kalten, steinernen 
Platz, auf die grauen Wände der Häuser, über 
die berußten Dächer hin in den dunklen Him 
mel. Dann blickt sie wieder auf die Birke, auf 
die verlassene junge Birke mit ihrem abge 
hauenen, verwundeten Stamm. 
Nun zieht sie entschlossen ihren rechten 
Handschuh aus, packt fest den Stamm des Bau 
mes und richtet ihn aus. Die Birke steht vor 
ihr, hoch und schlank, bewundernd sieht sie zu 
ihr auf, geht halb um sie herum. Die Zweige 
strecken sich frei aus, schlagen an ihr Hütchen. 
Die Frau vergißt alles um sich herum und 
wandert um ihre Birke. 
Jetzt kommt die Elektrische. Sie klingelt 
mahnend, die Frau liest die Nummer ihrer 
Linie, zögert. Dann nimmt sie tapfer ihre Birke 
und steigt damit auf die vordere Plattform des 
Anhängers. Die Birke biegt sich geschmeidig, 
ihr Wipfel ragt buschig über das Dach des Wa 
gens vor. 
Der Schaffner sieht mißbilligend auf den 
Baum. „Dat kostet aber Fahrgeld" brummt er. 
„Gerne", sagt die Frau und zählt ihm mit 
einem hellen Gesicht das Geld zu. Die Miene 
des Schaffners klärt sich auf, er streicht sich un 
ter dem Schnauzbart hin, er schmunzelt- 
„Kommen Se gut nach Haus mit ihrem Ş' 
buschen" sagt er. 
Als die Frau aussteigt, sind bereits diê 
Fahrgäste des ganzen Wagens an der Viru 
beteiligt. Einige sprechen darüber, manche lä 
cheln, ein altes Mütterchen nickt der Frau er 
munternd zu. Alle aber haben einen frohes 
Ausdruck im Gesicht und sehen ihr nach, rvie 
sie unter Laub und Zweigen die Straße ent 
lang ihrem Haus zuschreitet. 
©tffyttfttttltt 
Der «eue Roma«. 
Bücher der Jugend. 
In der Franckhschen Berlagshandlung erschienen in de< 
Reihe ihrer Bastelheftc 2 Hefte, die recht dazu geeignet 
sind, die Bastelarbeit im Haus und Heim ansprechend za 
fördern. 
„Wir bauen Flugzeugmodelle", von Willi Goepferich 
(MM 1,60) mit einer genauen Anleitung des Modell 
flugzeugs „Falke". Dem unerfahrenen Bastler hilft del 
beigelegte Modellbogen in >/, Größe. 
Wir bauen Blinkgeräte" von Willi Goepferich 
(MM 0,80) wird jedem bastelnden Hitlerjungen ein« 
willkommene Anleitung sein. Die instruktiven Zeichnun 
gen wie auch die Erklärungen sind klar und eindeutig. 
Justiz. 
Die Freimaurerei vor Gericht. Neue Tatsachen über 
Weltfreimaurerei, deutsch-christliche Orden und Ge 
heime Hochgrabe. Von Rechtsanwalt Robert Schneider, 
Karlsruhe. 3. ergänzte und neubearbeitetc Auflage- 
Kart. Mk. 2.—. 
bringt ihm in Nase und Mund, es brennt in 
seinen Augen. Wieder beginnt er zu ruşen. 
Zuerst ist es das Rufen eines Mannes, der sich 
in einer Not befindet und der den Mut und die 
Hoffnung noch nicht ganz verloren hat. In 
kurzen Abstünden sendet er seinen Ruf um 
Hilfe über die See, vielleicht, daß ihn die 
Likendeeler auf dem Neuen Werk holen. Er 
weiß, daß er in den Händen der Lilendeeler 
verloren ist, aber die Likendeeler sind Men 
schen von Fleisch und Blut, man kann nach 
ihnen mit den Fäusten schlagen, man kann sie 
sehen und mit ihnen kämpfen. Der Kampf ist 
ungleich, aber er ist offen und nicht so unheim 
lich und so ohne die winzigste Hoffnung wie 
der Kampf mit den unsichtbaren Mächten. 
Aber der Rufer in der großen Not erhält 
keine Antwort, die Wellen rauschen, nicht laut 
und schäumend, sondern sanft und freundlich. 
Wieder schwimmt Sebald eine kurze Strecke 
umher, dann findet er eine Stelle, wo er noch 
mals ausruhen kann. Das Wasser geht ihm 
hier bis an die Brust. 
Vor seinen Augen, die von dem salzigen 
Wasser geschlagen sind, beginnt es zu schwim 
men. Es ist ihm, als ob der Nebel jetzt zerrisse. 
Die Sonne scheint wieder, und ganz in der 
Ferne steht über den kleinen schaumigen Wel 
len, die im Sonnenlichte tausend blendende 
Strahlenpfeile auf Sebald abschießen, der feste 
Turm über dem Neuen Werk. 
Ueber Sebald kommt jetzt eine große und 
feierliche Ruhe, er weiß, daß er verloren ist, 
aber die Furcht vor dem Tode rn der großen 
Der Verfasser dieser aufsehenerregenden Schrift ist io* 
Jahre 1929 aus der Karlsruher Loge „Leopold zur Treue" 
ausgetreten. Daraufhin ergossen sich die üblichen Schmutz 
kübel über ihn, die die internationalen Zusammenhänge 
der Freimaurer aufs neue bewiesen. Im Anschluß daran 
entwickelte sich auch ein Prozeß, in dessen Verlauf es 
Dr. Schneider gelang, einige der bedeutendsten Führer 
der deutschen Freimaurerei zu Zeugenaussagen vor Ge 
richt zu zwingen. Es sind gerade die Leiter der angeblich 
national und christlich geleiteten sogen. Altpreußischen 
Logen gewesen, die hier Rede und Antwort stehen mutz 
ten. Ihr Zeugnis gibt einen erschütternden Einblick in 
die internationalen Beziehungen der Großlogen zueinan 
der, die sich immer gegen das eigene Volk richten müssen, 
selbst wenn der uneingeweihte Freimaurer niederer 
Grade in seiner Harmlosigkeit das Gegenteil glaubt- 
Hochintercssant sind die geschichtlichen Rückblicke, die das 
unheilvolle Wirken der Freimaurerei belege». Man 
braucht hier nur Namen zu nennen wie: Stresemann, 
Dawes, Eduard VII. Diese Schrift reißt den Altpreußi 
schen Logen die völkische Maske vom Gesicht und beweist, 
wie recht unsere Staatsführung hatte, als sie auch diesen 
Großlogen den Weiterbestand nicht gestattete. 
See ist von ihm gewichen. Nur eine Traurig 
keit ist in ihm geblieben. Er Senkt an Sie 
schöne Elsbe, Sie um diese Zeit wohl in Sorge 
um ihn am Strande gehen mag. Er sieht bas 
Fleet in Hans Holters großem Hause, da 
schneiden sie jetzt wohl große Stücke von dem 
schwarzen Brotlaib. Es riecht nach dem Rauch 
des Feuers, über dem der rußige Topf am 
eisernen Kesselhaken hängt. Sie falten die 
Hände und danken dem Herrn für unser täg 
lich Brot. Und Sebald in der großen See hört 
die Worte und spricht sie mit. 
Nach dem Amen ist alles hell und klar. Und 
da ist es ihm, als schwimme ans der See ein 
großes Schiff mit vollen weißen Segeln. Von 
dem großen Schiff stößt ein Kahn ab, darin 
steht die hohe Gestalt eines Mannes mit 
einem weichen und milden Gesicht. Und Se 
bald erinnert sich an das bunte Schnitzwerk an 
der Kanzel der Kirche in Adderndorf. Da ist 
dargestellt, wie der heilige Peter in den Wel 
len der See, über die der Sturmwind geht, zu 
versinken droht, und wie der Herr über die 
Wellen schreitet wie über festes hügliges Land, 
und wie er dem ertrinkenden Jünger die Hand 
reicht und ihn emporzieht. Und Sebald hört 
eine Stimme, vor der alles Brausen des 
Sturmwindes und alles Rauschen der großen 
See und alle Schreie der Möwen schweigen: 
Oh du Kleingläubiger, warum zweifelst du! 
Da reckt Sebald die Hände empor wie der 
versinkende Jünger Peter, der zweifelte, wie 
er, und der doch zum Schutzherrn wurde aller, 
die auf der großen See fahren und den Fi 
schen nachstellen. 
Schach i« Rendsburg 
Geleitet von C. Hinz, Rendsburg. 
Schachnachrichte«: Renbsburger Schachklub von 1898. 
Spiellokal: Haus des Arbeitervereins von 1848, Kanzlei 
straße. 
Spieltage: Dienstagabends 20.18 Uhr. Sonntagmorgens 
lab 9 Uhr freier Schachverkehr), Schachfreunde sind an 
beiden Spieltagen willkommen. 
Der Wettkampf Rendsburg—Neumünster fand am letz 
ten Sonntag im Aukrug in Neumünster statt. Gespielt 
wurde an 10 Brettern. Von unseren Spielern waren 
leider einige verhindert. Um 3.30 Uhr wurde nach einer 
Furzen Begrüßungsansprache durch den Gauleiter Förster 
das Spiel freigegeben. Der Spielverlauf gestaltete sich 
für unsere Renbsburger außerordentlich günstig. Wir wa 
ren nach der Niederlage gegen Eckernförde am Vorsonn 
tag nicht gerade mit allzu großen Hoffnungen auf die 
Reise gegangen. Um so größer war die Freude bei uns, 
als unser Sieg gegen 6 Uhr absolut fest stand. Das 
Resultat war mit 6 1 /* zu 3Vt für uns überraschend hoch. 
Damit sich aber keiner über die Spielstarke der Neu- 
münsteraner ein falsches Bild macht, muß ich erwähnen, 
daß Herr Förster 3 Kampfmeister und 2 L-Klassenspieler 
nicht mit aufstellte. Immerhin ist die Leistung unserer 
Spieler auch unter Berücksichtigung dieses Umstandes als 
„sehr gut" zu bezeichnen. 
Die Turnierergebnisse der letzten Woche sind recht ma 
ger. In der ersten Gruppe wurden 2 Spiele erle 
digt. Greenaae gewann als Schwarzer gegen Riedel, 
Nölle als Schwarzer gegen Zettler. In der zweiten 
Gruppe konnte Eallcsen als Weißer gegen Müller gewin 
nen, während Brommann von Lavrenz besiegt wurde. 
Lösung der Aufgabe Nr. 7 von H. Greenaae c2—c3. 
Richtige Lösungen sandten ein: Lehrer Matzen, Brek- 
lum,- Bagge, Rendsburg,- Rath, Büdelsdorf. 
Für unsere weniger geübten Löser bringe ich heute 
einen Dreizüger. Nach Auffindung des Schlüfselzugeb 
ist die Aufgabe sehr leicht zu lösen. 
Problem Nr. 9 
von Carl Hinz, Rendsburg. 
k g h 
Weiß zieht und setzt in 3 Zügen matt. 
Zuschriften und Lösungen sind einzusenden an bei» 
Rendsburger Schachklub, Haus des Arbeitervereins, 
Kanzleistraße Lösuugsfrist 14 Tage. Lösungsbekannt- 
gabe in 8 Wochen. 
Die Frau schließt ihre Tür auf und hebt W 
Birke über die Schwelle. Im Treppenhaus 
knipst sie das Licht an und trägt die Birke vor 
sich her die Treppe hinauf. Sie geht unter der 
Krone des Baumes, das Licht fällt von unten 
dagegen, wirft den Schatten der Blätter ver 
größert gegen die helle Wand. Die Zweigs 
wippen, die Kätzchen stäuben, die ganze Warn 
ist voll sich bewegender Blätter, sie wanderst 
von Treppe zu Treppe mit. Die Frau geht be 
schwingt und glücklich in diesem Wundergewirr 
von Blättern und Zweigen, sie geht wie ist 
einem ganzen Wald von Birken. 
Der Wächter. Ein Roman aus der Zeit der VitalieN- 
brüder von Hans Ullrich ,-Adolf Sponholtz Verlag, Haa 
nover. 
Der Dichter, aus dessem neuen Werk wir heute eine« 
Ausschnitt geben, sagte einmal, daß seine Vorbilde» 
Storm, Hamsun und Löns seien. Die stilistische Eigen 
gesetzlichkeit dieser Dichter hat bei dem noch jungen 
Schriftsteller eine glückliche Vereinigung gefundc»- 
Schon dem Erstlingswerk „Der Söldner am Pflug" wurde 
nachgerühmt, daß es neben dem klassischen Werk Löns 
bestehen kann. Der neue Roman, der den Kampf der Han 
se gegen das räubernde Schiffsvolk der Likendeeler schil 
dert, atmet die Stille der blühenden Heide und den Or 
kan der wildbewegten See. Ein historischer Roman, des 
sen Stoff aber nicht in der Historie haften bleibt, son 
dern darüber hinaus den Heroismus der Gegenwart uM 
urwüchsiger Kraft und monumentalen weltanschaulichen 
Perspektiven wiedergibt. Aus dem Zweiklang Meer und 
Heide formt sich das Schicksal des Helden, der in diesen« 
Entwicklungsroman vom Findelkind zum deutschen 
Mann heranwächst, der zum Verfechter wahren Mannes- 
tums, zum Wächter über die Zeit wider einer unsozialen 
Gedankenivelt wird. 
die 
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sin, 
cher 
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bey 
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Not 
Ulst 
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Ers 
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