Dev Tag in Wort und Bild
Ļ Z. Htndenburg" Wieder daheim
AeSerraschrmg in einem englischen Städtchen
DNV. Frankfurt a. M., 23. Mai. (Eigene
Funkmeldg.) Das Luftschiff „Hindcnburg" ist,
von seiner zweiten Nordatlantikfahrt heim
kehrend, heute früh um 4.14 Uhr ans dem
Flughafen Rhein-Main glatt gelandet.
Wie die Deutsche Zeppelin-Reederei mit
teilt, wird das Luftschiff schon am Montag,
oem 23. Mai, zu einer weiteren Ueberseesahrt
Harten, und zwar nach Rio de Janeiro,
lvo es am 29. Mai eintrifft. Dadurch wird dem
altbewährten „Graf Zeppelin" und seiner Be
iatzung eine wohlverdiente Ruhepause auf der
Werft Friedrichshafen ermöglicht. Auch diese
diesjährige Südamerikafahrt ist bereits fast
ausverkauft.
. Am 19. Juni wird Luftschiff „Hindcnburg"
"r Frankfurt seine dritte Nordamerikafahrt
beginnen.
*
Den Einwohnern des englischen Städtchens
Keighley in der Grafschaft Aork wurde
gestern abend eine Ueberraschung durch den
»Hindcnburg" bereitet, der auf seinem Rück
weg von Amerika über Mittelengland flog.
Als „Hinöenburg" herannahte, versammelten
şich die Einwohner auf den Straßen. Sie be
obachteten, wie daS Luftschiff über dem nahe
gelegenen Morton-Banks-Fricdhof, wo 40
deutsche in der Gefangenschaft gestorbene
Offiziere begraben liegen, seinen Bug senkte.
Das Luftschiff flog dann langsam in geringer
Höhe über das Zentrum der Stadt, wo es ein
Paket abwarf, das von zwei Knaben aufge
hoben wurde. Es enthielt einen Strauß sri-
icher Nelken, dem ein von Johann Schulte,
dem „Fliegenden Pater", unterzeichneter
Aries beigefügt war. In dem Schreiben wurde
der Finder gebeten, die Blumen auf dem
deutschen Soldatcngrab in Morton Banks
niederzulegen, in dem auch Franz Schulte, der
Bruder des Paters, bestattet ist. Die Blumen
wurden von den Findern sofort nach dem
Friedhof gebracht und auf dem Grabe nieder
gelegt.
AdrmrklşrşHMe-Mà
Mit der feierlichen Einweihung der „Admi-
lal-Graf-Spee-Brücke", die Duisburg mit
Rheinhausen verbindet und damit eine neue
Verbindung zwischen dem Ruhrgcbict und
dem uicderrheinifchen Lande schafft, erlebte
das Volk am Niederrhein einen Tag von be
sondere Bedeutung. Festlichen Schmuck tru
gen beide Städte. Schiff um Schiff zog mit
schwerer Last stromauf stromab, ein eindrucks
volles Bild dieser größten Industrie- und
Binnenhafenstadt Deutschlands und Europas.
Herzlich begrüßt traf um die Mittagsstunde
Reichsminister Dr. Goebbels am Brücken
kopf ein. Oberbürgermeister Dillgardt gab
seiner Freude Ausdruck, den Minister als
Sohn des niederrheinischen Landes und als
ersten Gauleiter des Nieüerrhein-Bergischen
Gebietes begrüßen zu können. Ferner begrüß
te er u. a. Vertreter der Kriegsmarine, zu de
ren Besten stets jener Mann des niederrhei-
üischen Geschlechtes zähle, dessen Name die
üeue Brücke tragen werde: Admiral Graf
Opee. Seine Name sei weitab vom deutschen
Vaterland, bei den Falklandsinseln, zum
Symbol deutschen Heldentums geworden, zum
Symbol einsatzbereiten Opferwillens zum
Wvhle der gesamten deutschen Volksgemein
schaft. Der besondere Willkommen des Ober
bürgermeisters galt dem Vizeadmiral Schultze
Und den anwesenden Mitgliedern der Familie
Spee. Dr. Goebbels hielt dann eine Ansprache,
^'r fuhr als erster über die neue Brücke zum
underen Ufer.
* . *
ZlratzenbahnlmgM m MWhà
2 Tote und 28 Verletzte.
DNB. Mannheim, 22. Mai. In der Nähe
"er über den Rhein führenden Schlageter-
Brücke hat sich am Freitagnachmittag ein
schweres Verkehrsunglück ereignet. Ein von
^uüwigshafen die Rheinbrückcnauffahrt her
unterkommender Straßenbahnwagen geriet in
U'uer Kurve samt dem Anhänger aus den
schienen. Beide Fahrzeuge, die stark besetzt
waren, rollten über die Straße hinweg und
Kürzten dann über eine etwa zwei Meter
^uhe Böschung. Ein Oberleitungsmast wurde
hierbei angeknickt und eine Straßenpassantin
0on einem der umstürzenden Fahrzeuge 61°
schlagen. Ferner wurden zahlreiche Fahrgäste
der beiden Wagen teils schwer, teils leichter
verletzt.
An Einzelheiten wird bekannt: Zuerst
sprang der Anhänger aus den Schienen und
fuhr in der Kurve zunächst neben dem Gleise,
um dann auf die linke Straßenseite zu rollen,
den Motorwagen mit sich reißend. Hierbei
wurden ein Mast der elektrischen Oberleitung
und ein Gaskandelaber umgestoßen. Eine auf
dem linken Gehweg befindliche Frau wurde
von dem stürzenden Anhängewagen erfaßt
und totgedrückt. Mehrere Abteilungen der
Wehrmacht, die im Augenblick des Unglücks
die Stelle passierten, sorgten zusammen mit
der Berufsfeuerwehr für sofortige Ueberfüh-
rung der zahlreichen Verletzten in drei Kran
kenhäuser. Eine der schwerverletzten Personen,
eine Frau, ist bei der Einlieferung gestorben,
so daß also bisher zwei Todesopfer zu ver
zeichnen sind. In die Krankenhäuser wurden
insgesamt 28 Verletzte übergeführt. Sieben
von ihnen konnten alsbald wieder entlassen
werden, da sie nur geringfügige Schnittwun
den erlitten haben. Die Mehrzahl der schwerer
verletzten Fahrgäste dürfte im Anhängewagen
gefahren sein, der, wie festgestellt ist, am
stärksten beschädigt wurde. Die Aufräumungs
arbeiten nahmen nahezu vier Stunden in
Anspruch.
Im Bstta ZMMgWsprozetz
wurde der Fahrmeister M i ch a l s k i ver
nommen, der eine Ramme geführt und zahl
reiche Rammträger in den Boden geschlagen
hat. Er erklärte, daß die für die Ramm-Au-
ßenwände und -Mittelwände vorgeschriebenen
Abstünde von zwei bzw. sechs Meter zwischen
je zwei Rammträgern nicht immer eingehalten
werden konnten mit Rücksicht auf die im Erd
reich befindlichen Rohr- und Kabelleitungen.
Michalski hat auch die neue Ostwand an den
Ministergärten geschlagen. Er schilderte, wie
er den Standort für deren Träger mit Hilfe
eines Bindfadens bestimmt habe, der von den
Trägern der Tiergartenaußenwand längs der
Steifen über die entsprechenden Träger der al
ten östlichen Außenwand, der späteren östlichen
Mittelwand, geführt wurde. In der Verlänge
rung dieses Bindfadens habe er die Träger
der neuen östlichen Außenwand fluchtgerecht
in den Boden getrieben. Der Sachverständige,
Professor Halter, bemerkt, daß nach dieser
Methode die Träger zwar fluchtgerccht geschla
gen worden seien: wo aber bereits vorhandene
Träger nicht radial standen, fehlte folgerich
tig die erforderliche radiale Anordnung auch
bei den Rammträgern der neuen östlichen
Außenwand.
Damit wurde wieder eine der technischen
Kernfragen des ganzen Prozesses berührt.
Wird doch einer der technischen Hauptmängel
darin erblickt, daß beim Rammen und Aus
steifen dem kurvenartigen Verlauf der im
Bogen unter dem Hause Pariser Platz 1 nach
der Straße Unter den Linden hindurchführen,
den Baugrube nicht Rechnung getragen würd:
Dieser kurvenmäßige Verlauf hätte eine radi
ale Anordnung der Rammträger und Steifer,
erfordert, wie sie vergleichsweise bei de:
Steifen eines Rades zu beobachten ist. Da
Fehlen der radialen Aussteifung hat na
Auffassung der Anklage Längskräfte freìwe'
den lassen, die dann die östliche Mittelwan
eingerissen und deren Träger in Richtn«
Potsdamer Platz umgebogen haben. Dies
Theorie der Anklage ist übrigens bestätig
durch die Aussagen der Mitglieder der Stops
kolonne der BVG., die übereinstimmend be
kundeten, der Einsturz sei von der Ostseite aus
gegangen.
Weiterverhandlung am Dienstag.
Zym Kirchen Angriff
auf dm MM àrêsķ.
Die britische Mount Everest-Expedition wur
de in den letzten Tagen von mehreren Rück
schlägen betroffen. Infolge schwerer Schnee-
fälle mußte sich die vorderste Gruppe der Ex
pedition am Montag von dem etwa 7500 Me
ter hoch gelegenen 4. Lager nach Lager 2 zu
rückziehen. Wie nun berichtet wird, ist die ge
samte Expedition nach Lager 1, das etwa 6000
Meter hoch liegt, zurückgekehrt, da die oberen
Hänge des Berges wegen tiefen Schnees un-
besteigbar sind.
Am selben Tage, an dessen Morgen in Stock
holm der Start zum zweitägigen skandinavi
schen Pokalflug stattgefunden hat, ist die däni
sche Luftwaffe von einem neuen Unglück be
troffen worden. Dicht bet Ringsted auf See
land stürzte der junge Fliegerleutnant Erik
Rasmussen bei einem Uebungsflug tödlich ab.
Die Maschine, ein Nimrod-Jäger, ist zerstört.
* * *
Tragischer SpaziergMg.
Einen tragischen Abschluß nahm ein Mai
spaziergang, den zwei junge Leute, ein junger
Mann aus Osnabrück und ein Mädel aus
Lingen-Ems, unternommen hatten. Die beiden
traten von einem Gasthaus in der Nähe von
Osnabrück gegen 10 Uhr abends den Heim
weg an und wühlten dabei den Weg über den
Piesberg, einen Bergrücken vor der Stadt, in
dem früher Kohlen gefördert wurden. In der
Dunkelheit haben sich die beiden verirrt. Plötz
lich stürzte der junge Manu in die Tiefe, und
ratlos stand das Mädel allein in stockfinsterer
Nacht. Sie versuchte, weiterzugehen und dem
Freund Rettung zu bringen. Plötzlich stürzte
auch sie in die Tiefe. Das war gegen 11 Uhr.
Erst zwei Stunden später vernahm der Wacht
posten des in der Nähe befindlichen Arbeits
dienstlagers schwache Hilferufe. Es wurde
sofort eine Suchkolonne des Arbeitsdienstes
ausgeschickt, und als diese in der Dunkelheit
nichts ausrichten konnte, machte sich eine
zweite Kolonne auf den Weg. Gegen 2 Uhr fand
man die beiden Verunglückten in einem über
15 Meter tiefen Steinbruch schwerverletzt auf.
Mit Hilfe von Tragbahren und der Feuer
wehr wurden die beiden aus ihrer furchtbaren
Lage unter großen Schwierigkeiten befreit und
ins Osnabrücker Krankenhaus eingeliefert.
Das Mädchen hat einen Unterschenkelbruch
und innere Verletzungen erlitten, während
der junge Mann mit weit gefährlicheren inne
ren Verletzungen darniederliegt.
* # *
Flammen mim im KammMN.
DNB. Paris, 23. Mai. (Eig. Funkm.j In
einer großen Baumwollspinnerei in Rou
baix brach am Freitagabend Feuer aus, das
sich trotz sofortigen Eingreifens der Feuer
wehr auf sämtliche Fabrikgebäude ausdehnte.
Ueber 70 000 Kg. Kammgarn wurden ein
Raub der Flammen. Die Gebäude brannten
bis auf die Grundmauern nieder. Der Sach
schaden beläuft sich auf etwa 6 Millionen
Francs. 120 Arbeiter sind arbeitslos gewor
den.
Paris. Die gestrige Sitzung des radikalsozi.
listischen Vollzugsausschusses, in der Herrio
bemerkenswerterweise nicht das Wort ergriff
brachte eine Rede Daladiers, in der er au
die Bedeutung der Mitarbeit seiner Parte
hinwies.
Jerusalems Inden auf der Flucht.
Die zwischen Juden und Arabern bestehende Spannung in Palästina hat sich so ver
schärft, daß Jerusalem nunmehr einer belagerten Stadt gleicht. Gleichzeitig ist aus
dem arabischen Viertel eine Massenabwanderung von Juden in den jüdischen Stadt
teil erfolgt, wo sie sich sicherer wähnen. Unser Bild zeigt solche Gruppe von Juden
auf ihrer Flucht. (Pressephoto, K.).
Der größte Bagger der Welt.
Mit dem Neuaufschluß einer Braunkkohlengrube wurde im Nieöerlausitzer
Braunkohlenrevier zwischen Cottbus und Senftenberg dieser Bagger not
wendig. Er hat ein Gesamtgewicht von 1000 Tonnen und sein Betrieb er
fordert eine elektrische Kraftanlage von 2500 PS. Die Tagesdurch
schnittsleistung dieser Meisteranlagc deutscher Jngenieurkunst beträgt
mehr als 30 000 Kubikmeter.
(Weltbild, M.)
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gut angezogen zu sein, der geht zu ilAK 1 I#l 1 ! 13 I
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