Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

îîîonïag, den 25. Mm 
Nordmark voran! 
Politische Soldaten des Führers 
in Einheit und Geschlossenheit 
3«m zweiten Male Nordmark-Treffe» in Kiel - Stabschef Lutze spricht zu den Männern der Nordmark - Das Wunder des Hilfszugs Bayern 
SA.-Ruf und der große Fatkelzug am Sonnabend vor dem Stabschef — Wettrudern der Marine-SA. trotz Regenböen 
Der Gefamteindruķk: Diszipliniertheit der Nordmark und ständige Einsatzbereitschaft 
Der neue 
Das Nordmark-Treffen ist heute schon 
Tradition geworden. Einmal im Jahr wird 
mer auf einer Großkundgebung Zeugnis ab 
gelegt von dem Geist der Kameradschaft und 
ger Zusammenarbeit, der alle politischen Sol 
daten Adolf Hitlers in der Nordmark vom 
ersten bis zum letzten Mann beherrscht. Ein- 
wal im Jahr messen sich die Stürme und For 
mationen im friedlichen Wettkampf, um dann 
beim Aufmarsch und beim Vorbeimarsch die 
durch nichts zu erschütternde Einheit der Män 
ner der SA., SS., des NSKK. und der Poli 
tischen Leiter vor aller Oeffentlichkeit zu do 
kumentieren. Und die fahnengeschmückte Stadt 
Kiel gibt den äußeren Rahmen für dieses har 
monische Bild. 
* 
Als wir uns Sonnabend abend der Kriegs- 
Marinestadt Kiel nähern, in der das Nord- 
Mark-Treffen bereits seinen Anfang genom 
men hat, steht ein Heller Schein am Himmel. 
Auf irgendeinem der großen Plätze flammen 
sausende von Fackeln auf für den großen 
àckelzug und den „SA.-Ruf", der dem Stabs 
chef Lutze gebracht wird. Wir haben noch 
^nen Augenblick Zeit, fahren am Rande der 
^tadt entlang zum Sport- und Spielplatz. 
Hrer hat auf einer Nebenkoppel der Hilfszng 
Payern Aufstellung genommen. Ein phcinta- 
Ulsches Bild, die grauen Wagenkolonnen, die 
Launen und weißen Zelte im Lichte der eige 
nen Lampen und Scheinwerfer. Der Wagen- 
şşrk führt alles mit sich, eigene Lichtanlage, 
Ijprte Lautsprecheranlage, Tankwagen für 
Passer und Del für die Motoren, einen großen 
^perationswagen, Werkzeugwagen, Schlafwa 
gen für die Mannschaft und nicht zuletzt die 
Erreichen Großküchenwagen. Blendendes 
^eiß überall in den Küchen, Sauberkeit und 
Ordnung, wohin man sieht. Alles ist so sinn- 
elch angeordnet und mit allen Möglichkeiten 
Urchdacht, daß rund 200 000 Mann in kürze- 
! er Zeit verpflegt werden können. Dann sind 
m auch die 30 000 Essenportionen, die auf dem 
'fordmarktreffen ausgegeben werden sollen, 
Me „Kleinigkeit". 30 000 Menschen verpflegen, 
Meinhalbmal soviel als unsere Stadt Rends- 
Urg Einwohner hat, und das alles in einer 
verhältnismäßig kurzen Zeit, ist eine „Klei- 
stzreit", die uns zu größter Bewunderung 
Mlgt. Allerdings wird auch die Nacht hindurch 
Krocht, denn auch das erste Frühstück wird 
orn Hilfszug Bayern geliefert. Die fertigen 
s besten werden in großen Essenträgern in be- 
u'nderen Zelten zum Warmhalten bis zur 
da? age aufgestellt, fast 48 Stunden hält sich 
ŗ, s ^îfen so warm. Wir kommen aus dem 
munen nicht heraus, und als wir den Platz 
h fassen, blicken wir immer wieder zurück auf 
tos bellbeleuchtete Lager, auf die silbergrauen 
gģenkolonnen, auf dieses Wunder deutscher 
Ņik und deutscher Organisationskunst. 
£ 
^Rechtzeitig genug noch treffen wir auf dem 
^Rf-Hitler-Platz ein, der von einer großen 
gņschenmenge umsäumt wird. Scheinwerfer 
d^n den schönen Bau des Rathauses aus 
ïh, Dunkel der Nacht heraus, Fackeln lodern 
um den Platz. Oben auf dem Balkon 
£ u . Rathauses erkennen wir den Stabschef 
Ö e , der sich mit Gruppenführer Meyer- 
e unterhält. Mit Bekannten werden 
ist ausgetauscht, SS.-Oücrführer Moder 
gx,^kommen, wie wir hören auch SA.-Ober- 
bpenführer S ch ö n e, in dessen Begleitung 
sich Oberführer Bötel befindet, unser alter 
Rendsburger SA.-Führer. 
Es ist ein wunderhübsches Bild, als die 
Säule der Fackelträger die Straße herunter 
kommt und am Stabschef vorbeizieht. Kaum 
ist dieses Schauspiel vorüber, da rückt der SA.- 
Ruf heran, geführt von Standartenführer 
Volquardsen. Kurze Meldung beim 
Stabschef, Standartenführer Suhle ergreift 
den Taktstock, und der SA.-Ruf der Norömark 
erklingt zum ersten Male, ausgeführt von 100 
Spielleuten, 120 Hoboisten und einem SA.- 
Chor in Stärke von 1000 Mann. Er ist auf 
gebaut aus den Liedern „Nordmark voran" 
„Der Gott, der Eisen wachsen ließ", „Ich hat? 
einen Kameraden", „Volk ans Gewehr" und 
den Nationalhymnen. Er ist aufrüttelnd un- 
feierlich zugleich, besonders eindringlich das 
Locken der Spielleute und die schmetternden 
Fanfaren zum dumpfen Wirbel der Kessel 
pauken. 
Nur langsam leert sich der Platz nach dem 
Abrücken des SA.-Rufes, alle wollen noch ein 
mal die führenden Männer der Partei bei der 
Abfahrt sehen. Stabschef Lutze wird beson 
ders begeistert begrüßt. Im Auto stehend 
grüßt er herzlich dankend zurück. 
Während auf dem Sport- und Spielplatz 
der große Appell abgehalten wird, auf dem 
Stabschef Lutze sprach, fahren wir zur Seyd- 
litz-Brücke, um die Wettkämpfe der Marine 
SA. zu beobachten. Das Wetter konnte nicht 
ungünstiger sein. Regenböen peitschten über 
die Kieler Förde, und es war eine derart 
kapplige See, daß das Wettsegeln der Kreuzer 
kutter ausfallen mutzte. Bei dem zur selben 
Zeit stattfindenden Wettsegeln der Olympia- 
Jollen machten mehrere Segler eine engere 
Bekanntschaft mit dem Wasser, als vorgesehen 
war. 3 bis 4 Boote mußten von den Hilfs 
fahrzeugen geborgen eingeschleppt werden. 
Die Besatzungen konnten in jedem Falle eben 
falls schnellstens geborgen werden. 
Als einmal für wenige Minuten die Sonne 
durchkam, bot die Förde einen herrlichen An 
blick. Dicht beieinander lagen die großen 
Schiffe der Kriegsmarine, darunter drei Pan 
zerkreuzer, von der Ostsee kam das Schulschiff 
„ G o r ch Fock" unter vollen Segeln herein, 
davor lagen die 16 Kreuzerkutter der Marine- 
SA., darunter 2 unserer Rendsburger Ma- 
rine-SA. Pinasscn jagten hin und her, Seg 
ler liefen in voller Fahrt durch die Bahn, 
weiße Fördedampfer zogen ihren Weg, alles 
aber wartete auf das Erscheinen des Gruppen 
bootes der SA., auf dem sich Stabschef Lutze 
mit Gruppenführer Meyer-Quade und ande 
ren höheren SA.- und SS.-Führern und Gä 
sten befand. Endlich gegen 10.30 Uhr erschien 
das schneidige Boot und nahm die Parade der 
Kutter ab. 
Dann folgte das Wettpullen, bei dem schon 
das gute Abkommen vom Start die Entschei 
dung brachte. Fachmännische Beurteilungen 
schwirrten nur so durch die Luft, das Inter 
esse der zahlreichen Zuschauer, vor allem der 
Kameraden von der Marine-SA., war trotz der 
Regenböen überaus groß. Als die durchnäß 
ten Bootsmannschaften, die seit 7 Uhr auf dem 
Wasser waren, an der Seydlitzbrücke anlegten, 
um sich für das Wettsegeln fertigzumachen, er 
fuhren sie, daß dieses wegen der schlechten See 
ausfallen mußte. Man war bestimmt nicht 
böse deswegen, denn nun winkten der heiße 
Grog und das warme Essen vom Hilfszug 
Bayern. Und als man dazu noch mit trockenem 
Zeug sich wieder einfand im Seemannshaus, 
war alles Ungemütliche vergessen und alles 
freute sich, daß man mit hatte dabei sein 
können. 
Diese Freude, mit dabei sein zu dürfen, be 
herrschte alle Männer, mit denen wir gespro 
chen haben. Gewiß ist Sonnenschein schöner bei 
solchen Aufmärschen, aber selbst die schlimmsten 
Rede des Stabschefs Lutze 
Auf dem Nordmark-Treffen hielt der Stabs 
chef der SA., Lutze, folgende Ansprache: 
„Meine Kameraden! Wir sind zum zweiten 
Male zum Nordmark-Treffen nach Kiel mar 
schiert, um im friedlichem Wettstreit die Besten 
auszuscheiden, und um festzustellen, was im 
Laufe dieses Jahres an körperlicher Ertüchti 
gung erreicht worden ist. Wir sind heute mor 
gen hier auf diesem Platz in Kiel zum Ap 
pell nach diesen Wettkämpfen angetreten und 
haben als erstes unserer gefallenen Kameraden 
gedacht, der Kameraden, die einstmals mit uns 
hier in Schleswig-Holstein in Reih und Glied 
marschierten, der Kameraden, die genau wie 
wir das braune Hemd angezogen hatten, sich 
dem Führer verpflichteten und von da an 
nichts anderes mehr sein wollten als Einsatz 
und Dienst für den Führer, für den National 
sozialismus. 
Und wenn wir dieser Kameraden gedacht 
haben, dann nicht in klagender Trauer, son 
dern in solzer Erinnerung an die Tat und 
an den Opfermut dieser Kameraden, nicht wie 
früher nur trauernd und klagend um unsere 
Toten, sondern in stolzem Gedenken an den 
9. November vorigen Jahres, an dem der 
Führer die ersten Blutzeugen der Bewegung 
auf dem Königlichen Platz in München als 
ewige Wache beisetzte. Seitdem ruhen sie nicht 
mehr in der dunklen Gruft, sondern sie sind 
ewige Wache des Reiches geworden, ewige Wa 
che dafür, daß wir genau wie sie unsere Pflicht 
tun wollen. Das ist auch der Grund dieses 
Appells. 
Der Stabschef führte dann u. a. noch aus: 
Erhaltet den Geist, der uns zusammengeführt 
hat, erhaltet den Geist, in dem die Männer 
starben, bluteten, opferten und jahrzehntelang 
sich freiwillig einsetzten. Diesen Geist zu erhal 
ten, das wollen wir auch in dieser Stunde 
dem Führer geloben. Wir wollen mit diesem 
Siegheil dafür einstehen, daß wir bereit sind, 
so wie diese Kameraden zu arbeiten, zu leben 
und zu kämpfen und wenn es sein muß, auch 
zu sterben. Das bekennen wir mit allen unse- 
ren Kameraden, die dort oben in der Horst- 
Wessel-Standarte marschieren. In diesem 
Sinne grüßen wir auch unseren Führer mit 
einem dreifachen Siegheil. 
Die Rundfunkübertragung wird wiederholt 
Am Montag, dem 28. Mai, 22.20 Uhr, wird 
die Uebertragung der großen Katastrophencin- 
satzübung der SA. „Das Sprengunglück auf 
der chemischen Fabrik Union" noch einmal 
wiederholt. 
Regenböen können einen SA.-Mann nicht 
schrecken, wenn es gilt, dem Gruppenführer 
und dem Stabschef zu zeigen, was man kann 
und was man will. So war das Nordmark- 
Treffen diszipliniert vom Beginn bis zum 
Ende und Stabschef Lutze wird dem Führer 
berichten können von dem guten alten SA.- 
Geist, den er hier in der Gruppe Nordmark 
angetroffen hat. 
* 
Ueber die einzelnen Veranstaltungen fügen 
wir noch folgenden Bericht an: 
Bei bedecktem Himmel begann am Sonn 
abend auf dem Sport- und Spielplatz der Stadt 
Kiel das große Nordmark-Treffen der SA., 
SS. und des NSKK. Der Sonnabendvormittag 
war Mannschaftskümpfen gewidmet. Auf dem 
Schießstand in Kopperpahl wurden die Schieß 
wettkämpfe erledigt. Die überaus große Zahl 
der Meldungen machte es nötig, die Kämpfe 
schon am Freitag beginnen zu lassen. Beson 
deres Interesse erregte die Einsatzübung der 
Motor-Sportschule Nordoe. Nachdem in einem 
schnell erbauten Wäldchen durch Meldefahrer 
das Gelände erkundet worden war, wurde 
durch eine Pionierabteilung innerhalb von 
fünf Minuten eine Brücke geschlagen. Durch 
gegnerische Kräfte wurde sie aber nach kurzer 
Zeit wieder gesprengt, so daß von neuem be 
gonnen werden mußte. Nachdem das Gelände 
durch das Vorgehen der Abteilung von dem 
Gegner gesäubert worden war, konnten sie mit 
Motorrädern und Lastwagen über die Brücke 
hinweg. 
Bei den Vorführungen sah man als Ehren 
gäste den SA.-Obergruppenführer Schoene, 
SA.-Oberführer Sunckel, beide alte SA.- 
Männer der Nordmark. 
Die ersten Schietzergebniffe. 
Im Schießen wurden folgende Ergebnisse 
erzielt: 
Klasse A: 
Marine-Standarte 13/44 
40. SS.-Standarte 
SS.-Motor-Sturm 3/4 A. w. E. 
Klasse B: 
Gauschule Bordesholm 
SA.-Sturm 10/214 
SA.-Sturm 5/163 
Klasse C: 
Schutzpolizei Kiel I 
1. Marine-Artillerie-Abtl. Kiel 
1. Marine-Ergänzungsabteilung 
Fricdrichsort 
1065 Punkte, 
1051 Punkte, 
1032 Punkte. 
913 Punkte, 
809 Punkte, 
796 Punkte. 
1239 Punkte, 
1131 Punkte, 
1108 Punkte. 
Stabschef Lutze in Kiel. 
Stabschef Lutze traf am Sonnabend 14.15 
Uhr, von Berlin kommend, auf dem Flugplatz 
Kiel-Holtenau zum 2. Nordmark-Treffen ein. 
Zu seinem Empfang war SA.-Gruppenführer 
Meyer-Quade auf dem Flugplatz erschie 
nen. Ein SA. - Ehrensturm vom Lockstedter 
Lager hatte mit einem Musikzug Aufstellung 
genommen. Als der Stabschef die Front ab 
schritt, erklang der Badenweiler Marsch. 
Anschließend besichtigte Stabschef Lutze die 
SA.-Führerschule der Nordmark auf Gut Stift 
bei Holtenau und ließ sich eingehend die Ein 
richtungen zeigen. Auch die sportlichen Einrich 
tungen wurden besichtigt. Der Stabschef begab 
sich dann zum Städtischen Sport- und Spiel 
platz, wo die großen sportlichen Wettkämpfe 
des Zweiten Nordmarktrefsens ausgetragen 
wurden. Am Abend nahm Stabschef Lutze an 
129. /vayrzang. 
SchLeswig-Holsternrsthe 
Arnösburger Tageblatt 
128. Zahrgang, 
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