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Jahrgang. / Nr. 81. / Sechstes Blatt.
Lanbesroitung
Rends vurvrr Tagedla«
Sonnabend, den 4. April 1986.
Lluer durchs Mittelmeer/
(Schluß.)
Vor den unzähligen arabischen Kaffeehäu-
lern sitzen Eingeborene und Fremde einträchtig
beisammen und spielen Domino oder sie wür
gst. Das geht vom frühen Morgen bis in die
'Pate Nacht, und nur die größte Mittagshitze
vertreibt die Spieler für einige Stunden in die
suhlen Häuser. Grammophone, durch Laut
sprecher unnatürlich verstärkt, heulen ihre ein
zigen arabischen Gesänge. Händler, meist
Knaben, bieten Früchte, Eis, Zitronemvasser
ppb Palmenwein an und versuchen durch lau-
Rufen oder vielmehr Schreien, diese schreck-
^chen Mißtöne noch zu überbieten. Aber die
Spieler rührt dies alles nicht: Sie würfeln
pstb spielen Domino. Einmal habe ich mitge
spielt. Wir waren zu viert. Ein Türke, zwei
Araber und meine Wenigkeit. Sechs Stunden
Aelt ich es aus, dann hatte ich genug und au-
»^rdem 6 Lira verloren.
Eine andere Leidenschaft haben sie noch. Die
Wasserpfeife. Sie sieht aus wie eine alte Pe
troleumlampe ohne Schirm. Am oberen Ende
befindet sich ein etwa 1—2 Meter langer
schlauch mit einem kunstvoll verzierten
Mundstück aus Elfenbein oder Horn. Auf das,
t^as nach ihren Begriffen Tabak sein soll, wird
^Ne glühende Kohle gelegt, die nach Erkalten
ausgewechselt wird. Das Rauchen soll erfri
schend wirken.
Einen krassen Gegensatz zum alten Tripolis
brlöet der neue Stadtteil. Gebäude wie bas
Erand Hotel, die Banken von Italien und
Neapel, der Palast des Gouverneurs, das
şistamt, die Bauten der Jnterafrikanischen
Ķesse und die noch im Bau befindliche Spar
kasse sind zwar zweckmäßig, nach unseren Be-
ôrifşen jedoch viel zu prunkhaft. Die am Hafen
entlang führende Lungomare Conte Bolpi ist
esne breite, mit herrlichen Anlagen verzierte
Straße. Großartige Beleuchtungsanlagen ma
chen die Nacht zum Tag. Wenn dann am späten
Vbend auf diesen modernen Asphaltstraßen
n^üde Kamelkarawanen entlangziehen, die Ka
bele bepackt mit schweren Tonwaren und
ärmlichem Hausgerät, die Männer und Frauen
tu zerlumpten Gewändern, dann versteht man
ben Haß dieses Volkes gegen die Eindring-
.Bon Theodor Oberg
linge, die das Gesicht ihrer Heimat so grund
legend geändert und sich zu Herren gemacht
haben.
Schon in den nächsten Tagen konnte ich mei
nen Plan, in das Innere des Landes vorzu
dringen, verwirklichen. Ein Landsmann, ein
Professor der Archäologie, hatte dafür gesorgt,
daß der Führer des Lastautos, welches ein
mal wöchentlich die Reise nach dem etwa 730
Klm. im Innern gelegenen Gadames macht,
mich kostenlos mitnehmen würde. Dieses Auto
versorgt die kleine an der algerischen Grenze
gelegene Stadt mit Lebensmitteln und bringt
in der Erntezeit Datteln und Bananen mit
zurück. Eine Fahrt dauert etwa 2^ Tage. Da
die Genehmigung für diese Reise erst nach der
Abfahrt des Autos in meine Hände gelangte,
mußte ich bis Garian die bis hierher verkeh
rende Eisenbahn benutzen. Garian ist von Trt-
polis aus in etwa 5 Stunden Fahrzeit zu er
reichen. Natürlich war der Bahnhof in Tri
polis wieder einmal ein übertriebener Pracht
bau. Schon lange vor der Abfahrt des Zuges,
oder vielmehr des Zügleins, wartete eine
Menge Eingeborener auf dem Bahnsteig. Sie
hatten in der Stadt auf dem Markt Waren
verkauft und eingekauft und kehrten nun in
ihre Dörfer zurück. Stolz zeigten mir einige
Alte ihre neuerworbenen Laternen mit der
Aufschrift: „Made in Germany". Und wollten
nun natürlich wissen, ob solche Lampen gur
sind und ob ich sie selbst gemacht hatte. Wieder
andere waren auf dem Viehmarkt gewesen und
hatten Esel oder Kamele verkauft. Ein altes,
blindes Mütterlein, das von einem kleinen
Jungen geführt wurde, war schwer bepackt mit
Tonwaren aller Art. Sicherlich hatte sie ihre
Ware nicht verkaufen können, denn auch auf
den afrikanischen Märkten herrscht Ueberan-
gebot.
Als Europäer fuhr ich in der zweiten Klasse.
Die dritte Klasse ist nur für Eingeborene be
stimmt und befindet sich auf den Dächern der
Wagen. Fahrplanmäßig passieren wir etwa lü
Ortschaften. Tatsächlich hält jedesmal der Zug,
von einem Bahnhof, geschweige einer Ortschaft
ist jedoch meistens nichts zu sehen. Einmal ha
ben wir eine ganze Zeit Aufenthalt. Ich
glaube, der Ort hieß Azizia. Hier sollten einige
Wagen abgehängt werden. Um nicht erst lange
mit der Lokomotive herumzufahren, müssen die
Fahrgäste der dritten Klasse aussteigen und
die Wagen einzeln fortschieben. Warum soll
man sich Mühe machen, wenn soviel billige Ar
beitskraft vorhanden ist! Kurz vor der Abfahrt
bekommen wir noch neue Gäste. Diesmal ist es
eine feldmarschmäßig ausgerüstete Zuaven-
kompagnie, die zu den hinter Garian stattfin
denden Manövern eilt. Die Kompagnie wird
von zwei weißen Offizieren geführt. Die
nächstgrößte Rolle spielt der eingeborene Feld
webel. Seine Rangabzeichen in Form eines
riesigen Dreiecks hat er mit Sicherheitsnadeln
an den linken Arm gesteckt. Ein Gewehr trägt
er nicht) dafür hat er aber einen langen Rohr-
stock, den er zu gerne auf den Rücken seiner
untergebenen Glaubensgenossen sausen läßt.
In Henscir el Abird, der letzten Station vor
der Stadt Garian, heißt es aussteigen. Das
Züglein wird hier von einem wackligen Reise
omnibus abgelöst, da die Steigung zu steil
wird. Die Eingeborenen und Zuaven werden
in große Lastautos verfrachtet. Jetzt geht es
auf schmaler, in die Felsen geschnittener
Straße in kühnen Windungen bergan. Ich
bin einmal mit dem Fahrrad durch die wilden
Abruzzen und die calabrischen Berge gefah
ren, und dachte damals, es könnte kaum ge
fährlichere Straßen geben, aber hier wurde ich
eines Besseren belehrt. Oben verändert sich die
Landschaft zusehends. Während unten in der
furchtbaren trocken-heißen Ebene nur selten
Kakteengruppen oder eine verkümmerte Palme
zu sehen war, tauchen hier bald Olivenhaine
und bebaute Felder auf. Bon hier oben hat
man eine wunderbare Sicht über die bisher
durchquerte ungeheuer große Ebene. So errei
chen wir Garian, die größte auf diesem Ge
birgszug sich befindende Niederlassung. Neben
den modernen Gebäuden des Militärkomman
dos und des Kommissariats befinden sich hier
in einiger Entfernung die Behausungen der
Höhlenbewohner, die überall auf diesem Hö
henzug zu finden sind. Einige konnte ich be
sichtigen. Zunächst gelangte ich in einen engen
gewundenen Gang, der direkt in den Felsen
hineingebaut worden war. Dann kam ich in
einen kleinen Hof mit hohen vertikalen Wän
den, in welche wiederum Löcher, oder vielmehr
Türen in die dahinterliegenden ebenfalls in
Felsen gehauenen Wohnungen führten. In
einem dieser Räume hausen nun ganze Fa
milien bis zu 25 und mehr Personen. Man
kann sich kaum vorstellen, daß unter diesen
Verhältnissen Menschen leben können. Und
doch haben diese Höhlen einen sehr wichtigen
Vorteil. Es ist nämlich in diesen Wohnungen
im Gegensatz zu der draußen brütenden Hitze
kühl, eine Tatsache, die nicht hoch genug ge
wertet werden kann. Natürlich ist die Beschaf
fenheit der Räume, durch die europäische Brille
betrachtet, höchst ungesund, zumal fast gar kein
Licht ins Innere dringt, ganz abgesehen von
der hier herrschenden Unsauberkeit.
Etwas abseits der Stadt in westlicher Rich
tung liegt der Araberfriedhof. Ueber dem gan
zen Gelände lag ein Verwesungsgeruch. Die
Araber begraben ihre Angehörigen nur sehr
„oberflächlich". Die Gruft nur nicht zu tief
und nach dem Begräbnis aus herumliegenden
Steinen einen kleinen Hügel geformt, mit der
Richtung nach Osten — damit ist die Sache
schnell erledigt. Auf dem Friedhof steht eine
alte, halbzerfallene kleine Moschee mit einem
Minarett. Um eine bessere Uebersicht über die
Umgebung zu bekommen, bestieg ich nach eini
gen Bedenken den reichlich bröckligen alten
Turm. Eine vollständig abgetretene Wendel
treppe führte nach oben. Einige Stufen hatten
sich vollständig gelöst. Der Blick von hier oben
war prachtvoll. Da Garian etwa 800 Meter
hoch gelegen ist, hat man eine weite Aussicht
über die Hochebene. Unter mir nach Osten deh
nen sich alte Olivenhaine ans, ab und zu un
terbrochen von den Wohnstätten der Einhei
mischen. In südwestlicher Richtung der Hoch
ebene kann ich weithin die Straße verfolgen,
auf der ich in kurzer Zeit bis an den Rand der
trostlosen wasserarmen Hammada el Homra
gelangen sollte. Hier in Garian zeigt das
Thermometer schon über 50 Grad, wie würde
es in Gadames sein?
Leider gehen meine Wünsche nicht ganz in
Erfüllung. Man wittert in jedem Europäer
in diesen krieggewohnten Zeiten einen Spion.
So verweigern die Behörden mir ein weiteres
Vordringen, und auch ich selber trete nicht un
gern die Reise nach unserem kühlen, sauberen
Norden, nach der Heimat Rendsburg, wieder
an, bis ein neues Jahr zu neuen Fahrten ruft.
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Margarete Rohwer-Luhnstedt (Na, wieviel
Ostereier wollt Ihr beide denn verdrücken?
Ueber örei pro Kopf werdet Ihr wohl kaum
hinauskommen.),' Herta Ohm-Hohn (Ge-
U>iß, die Rose duftet fein, aber Dein Schnee
glöckchen hat's auch getan.),' Jngeborg Krö-
8er-Bargstedt (Du lernst die Violin-Harfe
lpielen, schreibst Du. Was ist das denn
Eigentlich für'n Instrument? Habe nie da-
l1 °tt gehört.); Erna Storm-Hohn (Ich
Klaube Dir gern, daß Dir die Lösung nicht
dickst gefallen ist. Aber Deine Mühe war
ȟmindest nicht umsonst.),' Kathrine Bruhn-
Vastenberg b. Breiholz (Was bist Du denn
üir 'ne kleine Krabbe? Stell Dich mal vor.
Vist, nach Deiner Schrift zu rechnen, sicher
tein Bangbüx.),' Katrine Schmidt-Brammer
Wenn Du in allen Fächern so gute Fort
schritte machst wie im Schreiben, dann hast
Du Ostern in der Schule gut abgeschnitten.),-
Annemarie Meyer-Neubörm (Sechs Ge
schwister im Alter von drei bis vierzehn
Jahren — das gibt Arbeit, vor allem für
Cutter. Und Du mußt natürlich schon tüch
tig mit anfassen. Ich verstehe Eure Freude
ììber die Ferien. Ich freue mich als Nutz
nießer ja selber.),' Peter Thöming-Hohn
iRa, Peterle, Du hast Deine Sache ja schon
Kauz nett gemacht.)) Anne Marie Greve-
Vlinsdorf (Also Du hast Deinen Preis jetzt
Nach richtig bekommen. Wer hat Dir das
Vuch gesandt? Bei uns treuherzigen Schles
wig-Holsteinern läuft sich eben alles zu
recht.)) Grete Rau-Hademarschen (Ueber
Deinen ausführlichen Brief habe ich mich
Irlich gefreut, denn es spricht ein feiner,
Deutscher, kameradschaftlicher Geist daraus.
Ingrid Hinrichten würde sich sicher riesig
Herren, von Dir einen Brief zu bekommen.
Vielleicht schreiben andere kleine Mädchen
wr auch mal. Darum setze ich ihre Anschrift
hierher: Ingrid Hinrichsen, Carlos Lyon
p6, Valparaiso, Chile.),' mein Heinrich von
èer Kreuzkoppel (Da bin ich doch neugierig,
der Osterhase das Osternest Deiner
Schwester finden und ihr Eier hineinlegen
wird. Sonst spiel Du man mal Osterhase,
Asmit die kleine Deern ihre Freude hat.):
Ņļarret Bohn-Wyk a. F. (Du warst so
Wundlich, mir Ingrid Hinrichsens An-
nhrift mitzuteilen. Nun Du siehst, daß Du
èwnit auch andern einen Dienst erwiesen
hast, wirst Du Dich erst recht freuen, daß
Du Dir die Mühe gemacht hast.),' Thea
Şpieker-Hademarschen (So, Ihr haltet die
ändeszeitung" nicht mehr. Bitte, teile mir
"ei der nächsten Einsendung doch mit, wa
rum Ihr unser Blatt abbestellt habt.),'
Erika Hinz-Luhnstedt (Wo bist Du denn
eigentlich beheimatet, Erika? Deinem Bru
der gefällt es in der Leibstandarte des Füh
rers gewiß fein. Er darf mit Recht stolz
darauf sein, diesem herrlichen Mann un
mittelbar zu dienen.); Marianne Reimer-
Schülldorf (Maler und Bauer — da hat
Vater ja viel um die Ohren. Aber ans diese
Art lauft Ihr 5 Klabaters Euch auch leicht
mit groß.),' Erika Greve-Ascheffel (Ein ge
mütlicher Besuch in Rendsburg — das ist
mal eine angenehme Abwechselung.),' Anne
liese Danullies-Schachterbusch (Nun wird
der Schächter Busch auch wohl so bei klei
nem wieder grün, nicht wahr, Anneliese.),'
Helene Bornhöft-Hohenwestedt (Na, Lütten,
hast das Stück geholt bei der Versetzung?
Wirst gewiß denken: „Wie kann Onkel Ja
kob bloß so dumm fragen?"),' Manfred
Mohr-Fockbek (Hattest Deinen Wohnort
nicht angegeben) habe aber in der Preis-
trügerliste nachgesehen.)) Frauke Stiefel-
Hohn (Wußtest Du Onkel Jakob denn nicht
ein Extrawort zu sagen? Die Lösung allein
hätte gut auf einer Postkarte stehen kön
nen.)) Else Stange-Hohn (Die letzten drei
Rätsel waren leicht. Nur das erste erfor
derte einige Arbeit, die gewisse Kenntnisse
voraussetzen.).
Oft schreibt mir jemand von Euch, ich
möchte ihn zu einer besonderen Gelegenheit
(Geburtstag, Konfirmation oder — Schwei
neschlachten!) oder gelegentlich besuchen.
Daraus kann leider ganz selten etwas wer
den. Ihr lest ja oft etwas von mir. Wenn
es Euch Spaß macht, könnt Ihr mich dem
nächst auch mal sprechen hören. Am Mon
tag, dem 20. April (Hitlers Geburtstag!)
bringt der Hamburger Reichssender von
6—5.45 Uhr einen plattdeutschen „Ficr-
abendklöön", in dem u. a. auch ich drollige
Erlebnisse aus der Schule erzählen soll.
Großartig, daß unser Volk sich am 29.
März so geschlossen hinter seinen prächtigen
Führer gestellt hat, nicht wahr! Nun, wir
wären ja auch ein Esel an uns selber, wenn
wir's nicht tüten! Hoffentlich hat, wenn Ihr
in meinem Alter seid, Deutschland auch
einen so guten, tüchtigen Mann an der
Spitze. Aber wenn wir nur danach an sind,
wird der Herrgott uns immer gnädig sein.
Heil Hitler!
-V
.r:
1938
I
feit*
cs
7
M«îk
12. Jahrgang
Rendsvurg, 4. April
12. Jahrgang
D§M Führer Heil!
Wir sind noch jung unö sind noch klein,
doch unsre Herzen brennen)
sie schlagen dem, den wir allein
als Retter Deutschlands kennen.
Er sorgt für Arbeit, sorgt für Brot,
bringt Deutschland neu zu Ehren.
Er wendet ab die bittre Not
und lehrt der Schmach uns wehren.
Heil ihm! — Er brach der Zwietracht Macht,
an der wir fast verkamen,'
er hat uns wieder stolz gemacht
auf unsern deutschen Namen.
„Sieg-Heil!" so hallt's durchs deutsche Land.
Laßt uns die Hände falten:
„Du gabst uns neu das Vaterland)
mög' Gott dich uns erhalten!"
P. Malinowski.
J&
Euer Onkel Jakob.
Wissel und Wühlmaus
An einem Sommernachmttag war meine
Frau im Garten beschäftigt, als unser
Dackel plötzlich heftig bellend ein junges
Wiesel verfolgte, das sich vor Angst in
einen Schuh flüchtete und von da hin und
wieder nach seinem Verfolger ausschaute.
Meine Frau sprang schnell hinzu, schloß
den Schuh unö brachte mir den Gefangenen.
Er wurde in einen geräumigen Käfig ge
sperrt, der ringsum mit Glasscheiben ver
sehen war. Der Boden des Käfigs war mit
Rasen belegt, und eine Steingrotte war
drin errichtet. Der obere Teil war mit
Drahtgaze zugedeckt, so daß an ein Ent
weichen nicht zu denken war. Der Gefan
gene, der sich in seinem neuen Heim recht
wohl fühlte, machte den Kindern viel
Freude. Alle Tage brachte man ihm Lecker
bissen, und wenn auch das Wiesel vollstän
dig satt war, so wurde doch jedes Tier von
ihm sofort getötet.
Eines Tages brachte ihm ein Knabe eine
kräftige Wühlmaus mit, die sich schnell zwi
schen den Steinen im Käsig verbarg und
von dort aus piepend und beißend sich gegen
den blutdürstigen Angreifer mit Erfolg
verteidigte. Zwei Tage lang dauerte dieser
Zustand, und fast stündlich erneuerten sich
die Kampfszenen. Am dritten Tage war
plötzlich Ruhe. Wie erstaunt war ich, als ich
das Wiesel zusammengerollt auf dem Rasen
ruhen und die Wühlmaus, angeschmiegt wie
ein junges Kätzchen, schlafen sah. Von dem
Tage an waren beide Freunde. Sie spielten
wie zwei junge Kätzchen miteinander, und
es gewährte einen drolligen Anblick, wenn
das Wiesel gewandt über seinen Spiel
kameraden sprang und dieser das Wiesel
mit seinen Zähnen zwickte.
Doch bald kamen Nahrungssorgen. Die
Sperlinge und Mäuse wurden seltener, da
die Kinder den Eifer für die Nahrungssuche