Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Mit zwei Zentnern durch den Weltkrieg 
Gefährt. An der nächsten Biegung folgte der 
dritte, und als letzter landete ich in dem Schau 
fenster einer kleinen Bäckerei und mit mir 
das ganze Hintere Fahrgestell des Wagens. 
Das Vorderteil aber mit dem Kutscher kam 
kurz darauf in einem Weinberg, der liebevoll 
mit Drähten durchzogen war, zum Stehen. 
Nachdem ich meine Knochen gesammelt und 
mich überzeugt hatte, daß nichts passiert war, 
sauste ich mit leicht benommenem Kopf mei 
nem halben Geführt nach. Ich war überzeugt, 
daß man die Pferde erschießen müsse, weil sie 
doch wohl so verletzt wären, daß man sie wei 
terhin nicht mehr gebrauchen könne. Aber wir 
hatten, wie immer, Glück gehabt und weder 
den Kameraden noch den Pferden war das ge 
ringste passiert. Ein anderer Wagen wurde 
rasch aufgetrieben, und es war später ein pos 
sierliches Schauspiel, zu sehen, wie die steilen 
Bergstraßen hinab die Pferde den Wagen nach 
vorne, die vier Offiziere aber mit einem kräf 
tigen Seil bremsend nach hinten zogen. Mci-- 
nen Freund in Feltre habe ich dann freilich' 
nicht mehr getroffen. 
Die feindlichen Flieger wurden immer un 
angenehmer. Fast jede Nacht warfen sie Bom 
ben über uns ab, von denen auch einige, ohne 
zu explodieren, in einer Sumpfwiese vor unse 
rem Quartier steckenblieben. Bei einem Ritt 
bemerkten wir die halb aus dem Boden ragen 
den Ungetüme, die wir nun durch Scheiben 
schießen aus überaus angemessener Entfer 
nung zur Explosion brachten. 
Langsam kam das Frühjahr. Die Oester 
reicher hatten uns in unserer Stellung abge 
löst, und wir sollten herausgezogen und an die 
Westfront als Tankabwehrbatterien gebracht 
werden. Es war ein wehmütiger Heimweg 
durch die schon frühlingshaft blühenden Ge 
filde Venetiens. Es ging beinahe den gleichen 
Weg zurück, den wir gekommen waren, aber 
die frohe Stimmung, wie sie beim siegreichen 
Vormarsch geherrscht hatte, war verschwunden. 
Die Verpflegung war nicht mehr befriedigend, 
denn die Etappe hatte sich unterdessen des Lan- 
des bemächtigt, und selten gelang es uns, ein 
mageres Rind oder Schwein zu ergattern. Nur 
einmal lächelte uns noch das Glück, und das 
kam so: In einem Dorf, durch das wir zogen, 
und durch das eine Hauptstraße führte, war 
uns die rechte Hälfte als Quartier zugeteilt, 
die linke gehörte österreichischen Truppen, die 
auf dem Vormarsch waren. Es war uns streng 
stens verboten, auf öer linken Seite zu requi 
rieren, und die Oesterreicher durften auch nicht 
auf unsere Seite herüberkommen. Die Herren 
Bundesbrüder hatten — weiß öer Teufel, wo 
— eine fette, große Sau aufgetrieben, und wir 
schauten neidvoll von unserem Quartier hin 
über zu den Glücklichen, die eben darangingen, 
ihr Schwein zu schlachten. Diesem aber wurde 
die Sache unangenehm, es ritz sich los und sauste 
herüber über die Straße in den deutschen Teil. 
Nach kurzer Jagd wurde es eingefangen und 
mußte nun bei uns den Tod erleiden. Ehe man 
gedacht hatte, war das Schwein zerlegt und in 
einzelnen, nicht gerade kleinen Portionen in 
unseren Feldkesseln verschwunden. Durch diese 
eigenartige Geschichte entstand nun ein juristi 
scher Streit, den selbst der alte Salomo nicht 
hätte schlichten können. Stundenlang wurde 
von einem gemischten Gerichtshof beraten, 
wem die Sau eigentlich gehöre. Die Oesterrei 
cher nahmen sie für sich in Anspruch, weil sie 
sie vorher besessen und sie ihnen nur durchge 
gangen sei- wir deutschen Brüder beriefen uns 
aber darauf, daß wir sie in unserem Ortsteil 
requiriert, daß sie nicht als österreichisches 
Heeresgut deklariert gewesen sei und daß sie, 
wie die Freunde von jenseits öer Straße selbst 
zugeben mußten, aus italienischem Privatbesitz 
stamme. Die Verhandlungen zogen sich noch 
lange hin. 
Fortsetzung folgt. — , 
Erinnerungen eines Optimisten 
Von Karl Borromäus Gröber. 
Ihre Verlobung geben bekannt 
Hertha Tams 
Willi Stockfisch 
Vaasbüttel 
Im Mai 1936 
ba kommt ein 
—Scfomufc heraus!. 
Mit Henko eingeweicht ist halb gewaschen! 
Kiel-Ellerbek 
Cathrine Arpe 
Hermann Rubink 
Verlobte 
Gnutz, im Mai 1936. 
Sein Abrackern, kein Vorwäschen, kein Reiben, kein 
Bürsten? Dagegen ļeichreo waschen, billiges 
waschen? Ein Horrschritk, den Sie nutzen müssen? 
Henkels wasch- und Bleichsoda — Die Waschhilfe für 13 Pfg. 
Am Sonntagabend entschlief 
unsere liebe Mutter. Schwie 
germutter und Grobmutter, 
die Ww. 
Wer gibt einem jung. Mann 
(Deutsch-Amerikan.) wöchent 
lich 2—3 Stunden 
Unterricht in Zeutsch 
(Lesen u. Schreiben)? 
D. Koll, Hohn. 
Verein der Haus-«. Grundeigentümer Tapete» 
Heute abend, 8 Uhr, im Deutschen Haus 
MiLgliederserfaMMluAg 
Tagesordnung: 
1. Jahres-, Kassen-, Revisionsberichte. Entlastung des Vereinsleiters 
2. Voranschlag für 1936. Wahl von Kassenprüfern 
3. Gedanken zum Mietrecht — Vereinsleiter Jsennecker 
4. Aussprache 
Es spielt der Musikzug der Marine-SA.-Standarte Nr. 55 
Der Vereinsleiter 
im 78. Lebensjahre. 
In stiller Trauer 
Jürgen Frabm 
nebst Angehörigen. 
Holzbunge. den 25. 5. 1936. 
Die Beerdigung findet am 
Donnerstag, dem 28. 5.1936, 
nachm. V/11 Uhr. vom Sterbe 
hause aus statt. 
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machen, Rat bei manchen 
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Sohnes Friedrich sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. 
Im Namen der Familie 
Friedrich Begier, Sohenwektedt. 
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fahrten bei mäßigen Freisen. 
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Mittwoch, dem 27. d. M. 
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den öffentlichen Verkehr 
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Sehestedt. 
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Karl Franzen, Sehestedt 
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C. Dunkel, Jnnie» 
Fr. Schumacher, Kropp 
Rudolf Etruoe, Wacken 
H I. Wieben, SNudors 
Rendsburg, Mai 1936,
	        
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