Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Dev Tag in Wovt imö Vilö 
^ Aus der Lààêrģer Heide 
Einstige Schätze in Heidebächen — Versuche zur Wiederbelebung der Perlenzucht 
^ Es gab eine Zeit, wo die Flußperlen 
fischerei auch in Deutschland zu einem einträg 
lichen Gewerbezweig zu rechnen war. Neben 
dem sächsischen Vogtlande, dem Rheingebiet 
und dem Steinachtal im Odenwald war es in 
früherer Zeit vor allem die Lüneburger Heide, 
die sich durch reiche Funde von Flußperlen 
auszeichnete. Hier, in den kristallklaren und 
kalkarmen Bächen und Flüssen, fand 
die Flußperlmuschel, aus der die Perle als 
eine Absonderung von kohlensaurem Kalk ent 
steht, besonders günstige Vorbedingungen für 
ihre Entwicklung. Nach überlieferten zeit 
genössischen Berichten muß die Perlenfischerei 
im Lüneburgischen im 17. und 18. Jahrhundert 
in hoher Blüte gestanden haben. Von der 
Perlmuschel bevorzugte Gewässer waren in der 
Lüneburger Heide die Ilmenau, die Gerdau 
mit der Schwienau, die Este, Seve, Luhe, 
Lutter und Lachte. Ein kleiner Nebenfluß der 
Este führt noch heute wegen ihres früheren 
Reichtums an Perlmuscheln den Namen Perl 
bach. 
Bevor die Flußperlmuschel im Lüneburgi 
schen sich eines geregelten staatlichen Schutzes 
erfreute, fuhren in früherer Zeit die Heide 
bauern an den alljährlichen Perlfischtagen mit 
großen Ackerwagen zu den Heideflüssen und 
-büchen, um zu Tausenden die Muscheln zu 
fischen und nach Perlen zu untersuchen. Die 
Perlenfischerei wurde vor allem im Sommer 
bei ruhigem, klarem Wetter betrieben. Die 
Fischer wateten flußaufwärts und konnten in 
den seichten Gewässern die Muscheln mit der 
Hand an die Oberfläche holen. Im 17. Jahr 
hundert artete der Fang zu einem Raubbau 
aus, der die Perlmuschelzucht ernstlich gefähr 
dete. Es fehlte der Perlenfischerei der staat 
liche Schutz, wie ihn ehedem die Jagd und der 
Fischfang schon genossen. Unter den Herzogen 
Christian Ludwig (1622—1665) und Georg 
Wilhelm von Celle (1624—1705) wurde die 
Perlenfischerei den landesherrlichen Hoheits 
rechten einverleibt,' sie durfte nur noch von 
besonders zugelassenen Perlenfischern aus 
geübt werden. Privatpersonen war das Sam 
meln von Perlmuscheln in den Gewässern der 
Lüneburger Heide bei Strafe verboten. 
Im 17. und 18. Jahrhundert muß die Per 
lenfischerei im Lüneburgischen recht ergiebig 
gewesen sein. Damals sowie in späterer Zeit 
sind im Gebiet der Lüneburger Heide zahl 
reiche, allerdings kleinere Perlen gefunden 
worden, die aber deswegen nicht minder wert 
voll waren. Heideperlen gehörten damals zu 
den auserlesenen Geschenken am Celler 
Herzogshof, und wertvolle Perlenketten 
aus dem Besitz der Celler Herzöge legen noch 
heute Zeugnis ab von der Pracht, die einst die 
in den Heidebächen gefundenen Perlen dar 
stellten. Eine wegen der Größe der Perlen be 
sonders kostbare Halskette befindet sich im 
Nachlaß der letzten Herzogin von Celle, Eleo 
nore ö'Olbreuze. In den Heideklöstern zu 
Ebstorf, Isenhagen und Wienhausen können 
wir noch heute wertvolle Altardecken bewun 
dern, die mit Tausenden kleiner Heiöeperlen 
besetzt sind, die aus den Gewässern der Gerdau 
gefischt worden sind. Und die altehrwürdige 
Johanniskirche zu Lüneburg bewahrt in ihrem 
Schatz einen Kelch in gotischen Formen auf, 
der mit wertvollen Heideperlen überreich be 
setzt ist. Die letzten, zu Beginn unseres Jahr 
hunderts in der Schwienau gefundenen Heide 
perlen sind dem Lanöesmuseum Hannover 
überwiesen worden, in dessen naturwissen 
schaftlicher Abteilung sie Zeugnis ablegen von 
den einstigen Schätzen der Lüneburger Heide 
büche. 
Heute gehören Funde von Flußperlen in den 
Gewässern der Lüneburger Heide zu den Sel 
tenheiten, und das einstmals in Blüte stehende 
Gewerbe des Flußperlenfischens ist längst aus 
gestorben, zum größten Teil eine Folge des 
früher übermäßig betriebenen Raubbaues. 
Neuerdings sind von amtlichen und privaten 
Stellen Bestrebungen ins Leben gerufen, die 
eine Wiederbelebung der einstmals blühenden 
„Perlenzucht" in der Lüneburger Heide zum 
Ziel haben. 
Einige Funde der letzten Zeit in den Heide 
bächen des Naturschutzgebietes der Lüneburger 
Heide bei Wilsede haben bewiesen, daß tatsäch 
lich die Perlmuschel noch jetzt vorkommt 
und nicht nur, wie man anzunehmen pflegte, 
ihre Lebensbeöingungen in den Gebirgsbächen 
Bayerns und Sachsens findet. Es bleibt abzu 
warten, inwieweit die Erwartungen, die auf 
eine zweckmäßige und einträgliche Wiederbele 
bung der Perlmuschelkultur gesetzt werden, 
hinsichtlich des Gebietes der Lüneburger Heide 
in Erfüllung gehen. Die Möglichkeit, die Per 
lenzucht — etwa nach japanischem Vorbild — 
in den einst reichen Gewässern der Heide an ge 
eigneten Stellen farmmäßig, ähnlich wie die 
Pelztierzucht, zu betreiben, ist nicht von der 
Hand zu weisen. Mit dem Uebergang zu einer 
Neubelebung der alten Perlenkultur der Lüne 
burger Heide, die einst ein planloser Raubbau 
zum Erliegen gebracht hat, dürfte auch ein 
wirtschaftlicher Auftrieb in diesem dünn besie 
delten Gebiet unseres Vaterlandes Hand in 
Hand gehen. 
Sie Forschung über LebensmMel- 
srischhalļung. 
Dank dem Entgegenkommen des Reichs 
ernährungsministeriums und der badischen 
Staatsregierung sowie mit geldlicher Hilfe aus 
den Kreisen der deutschen Industrie konnte 
auf dem Gelände der Technischen Hochschule 
Karlsruhe in Erweiterung des nunmehr 
10 Jahre bestehenden Kältetechnischen Insti 
tuts das Reichsinstitut für Lebensmittelfrisch 
haltung errichtet werden, das für unsere Er 
nährungswirtschaft eine ungeheuer wichtige 
Forschungsstätte sein wird. Ministerialrat 
Weber-Berlin unterstrich, ausgehend von 
dem großen nationalen Ziel der Erreichung 
unserer Nahrungsfreiheit und der Versorgung 
der Bevölkerung zu stabilen Preisen, die Wich 
tigkeit einer geregelten Vorratswirtschaft und 
im Zusammenhang damit die Bedeutung der 
Aufgabe, den Verlust an Lebensmitteln auf 
ein Mindestmaß zu beschränken. Das neue In 
stitut solle die wissenschaftliche Zentrale und 
Sammelstelle sein für alle Bestrebungen zur 
Erforschung der Lebensmittelfrischhaltung. 
Ausländischen Gästen zugewandt, erklärte 
Weber, das Institut solle auch die Beziehun 
gen zu den gleichgerichteten Institutionen des 
Auslandes pflegen. 
Màsenļsûhrung durch Amidfmik 
aufgeklärt. 
Eine merkwürdige Kindesentführung hat 
sich in Halle zugetragen. Vor mehreren Tagen 
verschwand die vierjährige Gerda Fischer, die 
in der Stadt mit anderen Kindern gespielt 
hatte. Die Wiederausfindung des Kindes ge 
lang über den Rundfunk. Ein Mann aus 
Schora meldete sich bei der Halleschen Krimi 
nalpolizei und gab an, daß bei einer Frau in 
Schora, die vor 14 Tagen ihr letztes Kind 
durch den Tod verloren hatte, ein fremdes 
kleines Mädchen weile,' es war die vierjährige 
Gerda Fischer. Das Kind war von der Frau 
auf dem Marktplatz in Halle angesprochen und 
mitgenommen worden. 
Amscharr in Ne W§lt 
Hansakogge wird Olympisches Feuer tragen. 
Die historische Hansakogge in Lübeck, auf deren 
mittlerem Mastkorb das Olympische Feuer ent 
zündet wird. Die Kogge wird demnächst in Kiel 
stationiert. (Heinrich Hoffmann (M.). 
Zum Ueberfall im Fahrstuhl. 
Ser Aaub bruchle kein Glück. 
Zu dem Raubüberfall in einem Hamburger 
Kontorhaus werden noch folgende Einzelheiten 
bekannt: Der 21jährige, in der Marckmann- 
straße wohnende Fritz G., der am 22. Mai einer 
Kontoristin in dem Fahrstuhl des „Hubertus"- 
Hauses in der Burchardstraße die Handtasche 
mit 4660 RM. entriß, ist festgenommen wor 
den. Der Räuber gibt zu, die Kontoristin bei 
der Empfangnahme des Geldes beobachtet und 
sie bis zum Kontorhaus verfolgt zu haben. Er 
hat dann gemeinsam mit ihr den Fahrstuhl be 
stiegen, ist im 1. Stockwerk plötzlich aus dem 
Fahrstuhl gesprungen und hat dem Mädchen 
die Handtasche entrissen. Er flüchtete zunächst 
in ein Haus der Hermannstraße und entnahm 
der Tasche das Geld. In einem Hause der 
Fehlandtstraße hat er die Handtasche mit den 
für ihn wertlosen Papieren auf einen 
elektrischen Zähler gelegt. Die Tasche wurde 
dort bald nach der Tat von einem Hausbewoh 
ner gefunden. 
Räuber ging in ein Motorradgeschäft 
und kaufte sich ein Motorrad für 1000 RM. 
Mit dem Motorrad fuhr er planlos durch die 
tadt und hat später in der Hardenstraße für 
sein neues Motorrad eine Garage für ein 
Vierteljahr gemietet und die Miete im voraus 
bezahlt. Weiter kaufte er sich von dem Gelde 
Kleidungsstücke für Motorradfahrer und eine 
Armbanduhr. Nachdem er das Motorrad in 
der gemieteten Garage untergestellt hatte, ging 
er zu seinen Eltern nnd übergab ihnen rund 
1500 Mk. mit dem Bemerken, das; er diese als 
Entschädigung bekommen habe. 
Am Sonnabendnachmittag fuhr G. mit dem 
neuen Motorrad in Richtung Bergedorf und 
verunglückte in der Nähe von Tiefstack. Bei die- 
em Unfall trug er einen Unterschenkelbruch 
davon und wurde in das Krankenhaus 
St. Georg gebracht. G. war nicht im Besitz 
eines Führerscheins. Bei der Einlieferung des 
Verletzten in das Krankenhaus fiel einem 
bcrpfleger auf, daß G. noch 1300 RM. in bar 
bei sich trug. Der Oberpfleger schöpfte Ver 
dacht-und benachrichtigte sofort die Kriminal 
polizei, die feststellte, daß es sich um den gesuch 
ten Räuber handelt. Der Festgenommene, der 
bis jetzt noch unbestraft ist, hat die Tat zuge 
geben. 
\ * * * 
Born Blumenpflüüen in den Tod. 
DNB. Wien, 25. Mai. Am Krumpensee in 
der Nähe von Graz ereignete sich ein furcht 
bares Unglück. Drei Schüler im Alter von 
12 bis 15 Jahren fanden beim Blumenpflücken 
in der Nähe des Sees eine Granate, die offen 
bar noch aus dem Kriege herrührte. Die drei 
dierte. 
fand in 
der Knaben. 
Ein vorbeikommender Werkmeister 
einer Mulde die zerrissenen Körper 
48 Passagiere und 2ÛÛ 000 Briefe 
im „Hinheuüucg" ans Mamerikareise. 
DNB. Frankfurt a. M., 25. Mai. Das Luft 
schiff „Hindenburg" ist unter Führung von 
Kapitän Lehmaun am Montag um 20.40 Uhr 
nach Südamerika gestartet. Es führt diesmal 
eine große Menge Fracht mit, darunter ein 
Sportslugzeug, das für Rio de Janeiro be 
stimmt ist. An Bord befinden sich 40 Passa 
giere. Außerdem werden über 200 000 Briefe 
befördert. 
» * ■ 
MWche FluWUßkaWrophe 
in Kanada. 
DNB. London, 26. Mai. (Eig. Funkm.) In 
der Nacht zum Montag stürzte ein kanadisches 
Flugzeug bei Amos im Staate Quebec ab. 
Unter den fünf Toten befindet sich der Gene 
raldirektor Clark der kanadischen Lustfahrt 
gefellschaft „General Airways". 
* * 
Frau und 3 Kinder umgebracht. 
Ein Eifersuchksnerhrechen? 
DNB. Mindelheim (Schwaben), 25. Mai. 
Am Sonnabend wurde hier ein furchtbares 
Verbrechen entdeckt. Der 38jührige Otto Keh 
rer hat, wie man ursprünglich glaubte in 
geistiger Umnachtung, seine Ehefrau und drei 
seiner Kinder ermordet. Wie nunmehr bekannt 
wird, hat er als Beweggrund angegeben, vor 
einigen Wochen einen anonymen Brief erhal 
ten zu haben, in dem seine Frau ehelicher Un 
treue beschuldigt wurde. Dies habe ihn zu 
dem Mord an seiner Frau veranlaßt. Seine 
Kinder habe er nur deshalb getötet, damit sie 
nicht in Not und Elend allein zurückbleiben 
müßten. Er selbst habe versucht, mit einem 
Hosenträger Selbstmord zu begehen. In der 
Tat wurde au Ort und Stelle ein abgerissener 
Hosenträger gefunden. Die Polizei ist be 
müht, festzustellen, ob die Angaben Kehrers 
stimmen. 
* z - 
Die Schwarze Legion. 
Auch Polizei dabei. 
Die Tätigkeit der aufgedeckten amerikani 
schen Geheimorganisation „Schwarze Legion", 
auf deren Spur man durch die Ermordung 
eines Detroiter Bürgers gekommen ist, scheint 
nach den letzten Ermittelungen der Behörden 
noch weit ausgedehnter zu sein, als man zu 
erst angenommen hat. Gewisse Anzeichen spre 
chen dafür, daß sogar ein Drittel der gesamten 
Geheimbund angehört. Der frühere Polizei" 
Präsident von Pontiac nannte eine leitende 
Persönlichkeit des Staates Michigan, die an 
geblich ebenfalls der „Schwarzen Legion" ange 
hört hat. 
~ * * 
Sie kriminüWizMche Tagung 
in Belgrad. 
DNB. Belgrad, 25. Mai. Am Montag wurde 
hier die Jahrestagung der Internationalen 
Kriminalpolizeilichen Kommission eröffnet. 
Innenminister Dr. Koroschetz wies darauf hin, 
daß es wünschenswert wäre, wenn die inter 
nationale Zusammenarbeit der Polizei, die sich 
bisher hauptsächlich auf das Gebiet der 
Kriminalpolizei erstreckt habe, in Zukunft auch 
die Bekämpfung der umstürzlerischen Be 
wegung ubnd Propaganda umfasse. Diese zer 
störende Tätigkeit, die gegen die gesellschaft 
liche Ordnung gerichtet sei, häufig aber auch 
gegen die bestehende Staatsform, sogar gegen 
das Staatsganze, sei oft viel gefährlicher als 
die Tätigkeit krimineller Verbrecher. Die in 
ternationale Zusammenarbeit der Polizei 
habe gerade in dieser Hinsicht eine große Aus 
gabe vor sich. 
Spanischer Vrmz Wird Anlöh'Ädler. ^ 
Der Graf von Cavadonga, der frühere spani 
sche Thronfolger und älteste Sohn Alfons XIII./ 
hat jetzt eine Stellung bei einer großen Nerv 
yorker Autohandelsgesellschaft angenommen- 
Der Graf war Anfang dieses Jahres lebens 
gefährlich erkrankt, und zwar an den Folgen 
seiner ererbten Blutkrankheit,' man fürchtete 
für sein Leben. Auf dem Krankenlager kam 
eine Wiederaussöhnung zwischen Vater und 
Sohn zustande, die sich im Jahre 1933 wegen 
der Heirat des Sohnes mit einer reichen Kuba 
nerin entzweit hatten. Der Sohn hatte damals 
auf seinen Titel als Prinz von Asturien und 
auf seine Ansprüche auf den spanischen Thron 
verzichtet und nur den Titel eines Grafen von 
Cavadonga behalten. 
* * * 
Mädchenmord bei Berlin. 
Ein furchtbares Verbrechen ist in der Wuhc- 
heide bei Oberschöneweide entdeckt worden. 
Bon Spaziergängern wurde unweit des Sta 
dions, etwa drei Meter von einem Fußweg 
entfernt, in einem Gebüsch die Leiche eines 13- 
bis 17jährigen Mädchens gefunden. Wie der 
Gerichtsarzt feststellte, ist das Mädchen er 
würgt worden. Alles deutet darauf hin, daß 
zwischen dem Verbrecher und dem Mädchen 
ein Kampf stattgefunden hat. 
Eunuchen beschweren sich. 
Der türkische Staatsgerichtshof in Ankara 
wird sich demnächst mit einer Beschwerde des 
Jnteressentenverbanöes der Eunuchen befas 
sen, der dagegen Einspruch erhebt, daß die 
Eunuchen aus der Kalifenzeit der Türkei 
Junggesellensteuer zahlen sollen. Im Staat 
des Atatürk sind die Eunuchen ohnehin brot 
los geworden. Sie machen nun geltend, die 
Junggesellensteuer solle doch, abgesehen von 
ihren materiellen Zwecken, auch eine ethische 
Mahnung darstellen, Ehen zu schließen und 
dem Staat Nachkommenschaft zu geben. DazN 
seien aber die Eunuchen nicht in der Lage, und 
sie würden durch das Gesetz für einen Zustand 
bestraft, an dem sie unschuldig seien. 
hantierten mit dem Geschoß, wobei es explo- Polizei des Staates Michigan dem rätselhaften 
Ansklang des BeichsjngeŞhrerlagers 
der HI. 
DNB. Braunschweig, 25. Mai. Den Aus 
klang des Reichsjugendführerlagers der H9- 
bildete am Montagabend eine machtvolle 
Kundgebung auf dem Platz der SS. Die rund 
900 Bann- und Jungbannführer aus dein 
Reich traten zusammen mit ihren Kameraden 
aus der braunschweigischen HI. und dein 
Jungvolk zu einem letzten Appell vor dein 
Stabsführer an. 
Stabsführer Hartmann-Lauterbacher erin 
nerte in seiner Ansprache noch einmal daran, 
daß eine Woche harter aber auch schöner Arbeu 
nun vorüber sei. Die Jugendführer des 
ches hätten bei dieser für die einheitliche Aus 
richtung der HI. so bedeutungsvollen Tagunkl 
das Rüstzeug für die Lösung der ihrer harren 
den großen Aufgaben erhalten. 
Stabsführer Lauterbacher kam im einzeln^ 
auf die Aufgaben der künftigen Jugend-Aka 
demien zu sprechen. Er erklärte, daß die Aka 
demien für Jugenöführung, die in Braun 
schweig und München errichtet würden, niĢ 
die Aufgaben hätten, Nationalsozialisten 3 
erziehen, sondern bereits bewährte Füßft 
durch eine weitere Schulung in Stand 3 
setzen, nicht nur Führer der HI. zu sein,^^ 
dern auch später in der Partei und im Şta' 
ihren Mann zu stehen. 
~ ~ 
Madrid. Im Prozeß gegen die aufstäu^ 
schen Offiziere der Kavallerie-Regimenter N ' 
1 und 2 wurden für einen Reiteroberst d 
Todesstrafe, für einen Oberstleutnant, 
Majore und einen Hauptmann lebenslang 
liche Zuchthausstrafen beantragt.
	        
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