Jahrgang.
SchleswLg-HollìeLnîschL
129. Jahrgang.
mtun
Renbsburger DrgebloL
eis: Ausgabe A Reichsmark 1.75 monatlich; Ausgabe B einschl. Illustrierte Wochenbeilage
k 2.00, zuzügl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Rpfg.. auswärts 15 Rpfg., Sonnabends 15 Rpfg.
itung und Geschäftsstelle: Rendsburg, Haus der Landeszeitung. Fernsprecher Nr. 2551.
srift: „Landeszcitung". Postscheck: Hamburg 16278. Banken: Reichsbank: Westholsteinische
ar- und Leib-Kaffe; Schleswig-Holsteinische Bank: Landkreditbank; sämtlich In Rendsburg
Anzeigenpreise: Im Anzeigenteil Grundpreis für dl« 46 mm breite Millimekerzeile 14
im Textteil Grundpreis für die 77 mm breite Millimeterzeile 34 Ermäßigte Grundpreise.
Aufschläge sowie Nachlässe laut Preisliste Nr. 7. Nachlaßstaffel A. Geschäftsbedingungen nach Maß.
gäbe der Bestimmungen des Werberats. Keine Ersatzansprüche bei Nichterscheinen der Zeitung wegen
höherer Gewalt. Für unverlangt eingehend« Beiträge übernimmt die Schriftleitung keine Gewähr.
Nr. 78
Mttkmch, to 1. April
1038
Bedenkliche Einleitung
Die englisch-franzöfische „Borbereitung" für den
M. Mürz
Wir haben hier bereits beim Abschluß der
beiden Londoner Konferenzen darauf hinge
wiesen. daß die gegenwärtige englische Regie
rung die Frage der Generalstabsbesprechungen
mit Frankreich sowohl dem Inhalt wie dem
Termin des Beginns nach zweifellos mit voller
Absicht so unklar wie möglich behandelt hat.
Aus der Berliner Wahlrede Adolf Hitlers
wußte man in Paris und London, daß am
81. März, also gestern, ein diplomatisches Do
kument mit deutschen Vorschlägen in London
übergeben werden würde. Die englische und
die französische Regierung haben eine höchst
sonderbare Art gefunden, die Stimmung für
den hochbedeutsamen Vorgang der Ueber-
reichung der Vorschläge der Reichsregierung
vorzubereiten. In London hat man für richtig
gehalten, ausgerechnet am Tag vorher einen
Regierungsbeschluß herbeizuführen, wonach
die Generalstabsbesprechungen unter allen Um
ständen, und zwar sofort einzuleiten seien. Der
Beschluß wurde gefaßt ohne Rücksicht auf den
Inhalt der deutschen Vorschlüge, deren Kennt
nisnahme man nicht einmal abgewartet hat.
Es wäre schon ein absonderliches Verfahren,
weitn die englische Regierung der französischen
eine so offenkundige Hilfsstcllung für die
Aprilwahlen in Frankreich geben würde, für
die die französische Regierung selbst gerade die
Generalstabsbesprechungen zu Zwecken des
Stimmfangs in einer nicht eben günstigen Si-
tuation offen benutzt. Aber die Londoner Maß-
nahme geht zu einem guten Teil auch darauf
zurück, daß man Frankreich dafür zu „entschä
digen" wünscht, daß man die Pariser Sankti-
onsforderung nicht mitgemacht hat.
Frankreich seinerseits hat mit der hetzerischen
Flandinrede vom Sonntag, die wieder ein
Uebermaß von Ueberheblichkeit zeigte und auch
nicht mit einer Nuance dem Gedanken der
Gleichberechtigung Rechnung trug, einen
neuen Propagandafeldzug gegen Deutschland
entfesselt. Es hätte nicht erst der Kommentare
der französischen Presse bedurft, um zu wissen,
daß der französische Außenminister mit voller
Ueberlegung so gänzlich abseitige Probleme
wie Memel oder Danzig oder Oesterreich u. a.
in die Debatte geworfen hat, um einmal die
bevorstehenden Verhandlungen von vornher
ein zu komplizieren und zweitens die Klärung
solcher Nebenprobleme als Vorbedingung für
den Eintritt in die Hauptdiskussion aufzustel
len.
Mit anderen Worten, Frankreich will, nach
dem es seit 1926 eine Ausgleichskonferenz nach
der anderen und jede diplomatische Aktion zur
Befriedung Europas zu Fall gebracht hat, auch
die neuen Verhandlungen von vornherein un
ter den Druck französischer Bedingungen
stellen!
Es wäre zuviel Ehre bei einem unwürdigen
Anlaß, wenn man sich mit Herrn Flandin über
den höchst ungehörigen Ton unterhalten
wollte, in dem er von dem deutschen Staats
oberhaupt und dessen Erklärungen zu sprechen
sich erlaubte. Aber es ist eine perfide Unver
schämtheit, wenn ein Blatt wie der „Temps"
schreibt: „Für die Berliner Regierung ist die
Stunde gekommen, sich ohne Umwege zu er
klären, und ihre Vorschläge in einer Form
zu unterbreiten, die keine Zweideutigkeiten
zuläßt." Es ist eine mehr als armselige und
schließlich unerträgliche Art der politischen
Verhandlung, wenn man die unzähligen prak
tischen Beweise und Angebote einer fast drei
einhalbjährigen Friedenspolitik einfach Über
sicht, also indirekt leugnet und dann gar noch
der vor aller Welt klaren Politik des Führers
Tendenzen unterstellt, die auf bewußte Ver
leumdungen hinauslaufen.
Wir bedauern auch feststellen zu müssen,
daß es auf demselben Niveau steht, wenn die
Londoner „Times" die nun beginnenden eng
lisch-französischen Generalstabsbesprechungen
bezeichnet als „Beitrag zur Vergütung an
Frankreich und Belgien für den Verlust an
Sicherheit, den diese Länder durch die Wieder
besetzung der Rheinlandzone erlitten haben".
Es ist kein gutes Zeichen für die Reinheit des
englischen Gewissens, wenn es sich in einem
für ganz Europa entscheidenden Augenblick
derartig in Widersprüche verstrickt. Die eng
lische Regierung hat wissen lassen, die Gene
ralstabsbesprechungen seien „lediglich eine
Vorsichtsmaßnahme, da die deutschen Streit-
kräfte im Rhein kerne Bedrohung" seien.
Wenn die paar deutschen Bataillone in den
Friedensgarnisonen also keine Bedrohung
gegenüber der riesigen Angriffsfront des fran
zösischen Festungssystems und der französischen
Stoßarmee sind, wo ist dann der „Verlust au
Sicherheit" für Frankreich und Belgien?
Und ein weiterer Widerspruch in der Hal
tung Englands., Die englische Regierung will
ihre Verpflichtungen gegenüber Frankreich
aufrecht erhalten nur „für den Fall eines un-
prvvozierten Angriffs gegen Frankreich". Dem
gleichen Leitgedanken werden auch die neuen
Generalstabsbesprechungen genau wie die sechs
Wochen langen vom November—Dezember
unterstellt. Wie schon während und nach den
beiden Londoner Konferenzen, wird also stän
dig die Möglichkeit eines deutschen Angriffs
erörtert, als wenn es nichts Selbstverständ
licheres auf der Welt gäbe!
Die englische Regierung kennt sehr genau die
Gründe, aus denen jeder deutsche Angriff aus
geschlossen ist, sie hat gerade zu dem irrsinni
gen Gedanken eines deutschen Angriffs die
feierlichsten bindenden Erklärungen und Auf
klärungen der Reichsregierung auch während
des verflossenen Wahlkampfes wiederum er
halten.
Wenn sie diese Möglichkeit gleichwohl auch in
diesem Augenblick noch erwägt, dann kann man
die wachsende Erregung in England verstehen,
die der Möglichkeit einer neuen verhängnis
vollen Verstrickung der englischen Außenpoli
tik in die Bestrebungen französischer Herrsch
sucht entgegensieht. Erst vor 48 Stunden ist die
englische Regierung von ihrer eigenen Presse
daran erinnert worden, daß die unselige Ver
quickung Englands mit der Hegemoniepolitik
Frankreichs das englische Volk in den letzten
hundert Jahren den grausigen Preis von 3,3
Millionen Toten gekostet hat. Und es entspricht
sicher der Denkweise einer erdrückenden Mehr
heit des englischen Volkes, wenn jetzt die
„Evening News" schrieben: „Warum brüstet
man sich eigentlich mit diesen Generalstabs
besprechungen? Warum fuchtelt man damit
Herrn Hitler vor der Nase herum? Was die
öffentliche Meinung Englands beunruhigt ist
dies, und nicht etwa die Tatsache, daß ein paar
alte Generäle miteinander verhandeln". Wird
man in England nicht endlich einmal einsehen,
daß die ganze herausfordernde Beistandspoli
tik solange eine ständige Friedensbedrohung
ist, als niemand angegriffen werden soll? Und
da jedermann in England weiß, daß ein An
griff gegen Frankreich vom Osten her niemals
von Deutschland, sondern nur vom bolschewisti
schen Moskau kommen kann, dessen Vortrupps
ja bereits in aller Offenheit in Frankreich ar
beiten, wozu braucht man dann neue Verein
barungen zwischen den englischen und französi
schen Generalstäben?
Weder in London noch in Paris hat man es
verstanden, die Ueberreichung der deutschen
Vorschläge in dem Verantwortungsbewußtsein
vorzubereiten, das man von jedem Staats
mann in der heutigen von Frankreich herauf-
beschworenen Lage Europas verlangen muß.
Es ist die Frage, ob man überhaupt den Willen
gehabt hat, neue Verhandlungen von vorn
herein unter das Zeichen des Friedens zu
stellen.
Edmrö VIII. soll eine Engländerin heiraten
Vorschläge englischer Lords — „Um politische Komplikationen zu vermeiden"!
Von einem Mitarbeiter
London, im Mürz.
Die im Zusammenhang mit den Etatsbera
tungen für das britische königliche Haus ak
tuell gewordenen Heiratsfragen rings um den
neuen König Eduard VIII. werden jetzt durch
Anregungen ergänzt, die aus dem Kreise ein
flußreicher englischer Lords und zahlreicher
Mitglieder des englischen Ober- und Unter
hauses stammen. Bekanntlich wurden in den
letzten Tagen alle noch heiratsfähigen und un
abhängigen Prinzessinnen Europas wenigstens
vorläufig theoretisch in Beziehung gesetzt zu
dem Prinzen von Wales unter gleichzeitiger
Abwägung der möglichen Chancen. Aber es
zeigte sich schon bei einer einfachen Ueber-
leguug, daß fast in allen Fällen unter Umstün
den unangenehme politische oder diplomatische
Komplikationen aus einer solchen Heirat er
wachsen konnten.
Das Unterhaus spricht mit.
Uebrigens hat sich das englische Unterhaus
insofern einen gewissen Einfluß auf die Gat
tinneuwahl des englischen Königs gesichert, als
auf Grund irgend einer verwickelten Bestim
mung eine sogenannte Legalisierung dadurch
erfolgeu muß, daß der König den Namen sei
ner Braut vorher dem Unterhaus mitteilt.
Aeußerlich ist selbstverständlich der englische
König frei in seiner Gattinnenwahl, sofern er
die Verpflichtungen, die ihm die Krone auf
erlegt, berücksichtigt. Aber diese Einflußmög-
lichkeiten des Unterhauses gestatten interes
sante Rückschlüsse auf jene Anregungen, die
dem einstigen Prinzen von Wales und jetzigem
König von England zugeleitet worden sind.
Die Liste der „Möglichen".
Danach soll Eduard VIII. jede außenpolitische
Heirat vermeiden und als Braut eine Eng
länderin wählen. Man hat ihm (streng ver-
rraulich natürlich) 3 Ladies vorgeschlagen, die
sämtlich aus ersten Häusern stammen.
Da ist zuerst Lady Mary Grosvenor, die
26 Jahre alte Tochter des Herzogs von West
minster. Sie würde insofern zum Prinzen von
Wales passen, als sie eine leidenschaftliche Jä
gerin ist und selbst einen Kenya-Film drehte.
An zweiter Stelle kommt Lady Helena Fitz
william, die 29jährige Tochter des Earl Fitz
william. Sie ist eine bekannte Rennreiterin,
die mit einem geradezu phantastischen Glück
aus allen Unfällen, die sie mit Autos und Pfer
den hatte, unverletzt hervorging.
An dritter Stelle nennt man Lady Anne
Hope, die 22jührige Tochter des Marqueß von
Linlithgow, des neuen Vizekönigs von Indien.
Sie ist ein sehr schönes schlankes Mädchen, eine
ausgezeichnete Reiterin und eine leiden
schaftliche Tänzerin.
Endlich spricht man noch von Lady Lettice
Cooper, der 25jährigen Tochter des Earl of
Shaftesbury, und von Lady Angela Montagu-
Douglas-Scott, der Schwester der Herzogin
von Gloucester.
In England würde zweifelsohne die Wahl
einer Engländerin zur Königin stärksten Bei
fall finden. In unterrichteten Kreisen bleibt
man jedoch dabei, daß offenbar der englische
König in der Theorie schon verheiratet ist, ehe
er überhaupt selbst seinen Entschluß gefaßt hat.
Sitzung des Reichskabinetts.
Annahme des Neichshaushatts für 1338.
Ser Dank des Führers.
DNB. Berlin 31. März. Das Rcichskabi-
nett beschäftigte sich in seiner heutige» Sitzung
mit dem Reichshaushalt für 1936. Vorbehalt
lich einiger noch nicht definitiv feststehender
Positionen wurden die Vorschläge des Reichs-
finanzministers, wie sic sich aus Grund der
Verhandlungen mit den einzelnen Ressorts
ergeben haben, angenommen. Gleichzeitig wur
de der Nachtragshaushalt für 1935 genehmigt.
Im Anschluß an diese Beratung gab der
Führer und Reichskanzler eine kurze Darstel
lung der außenpolitischen Lage und gedachte
ferner mit Worten tiefgefühlten Dankes des
überwältigenden Bekenntnisses des deutschen
Volkes znr politischen Führung in Staat «nd
Partei. Der Führer und Reichskanzler wür
digte hierbei die einzigartige organisatorische
Leistung des Parteiapparates und die nn-
übertreffliche Arbeit der, R.cichswahlkampf-
leitnng.
Die nächste Kabincttssitzuüg findet nach den
Osterfeiertagen statt.
Tagesbefehl m bk SA.!
NSK. Stabschef Lutze erläßt den folgenden
Tagesbefehl an die SA.:
SA.-Männer! "
Wieder liegt ein Wahlkampf hinter uns, ein
Wahlkampf, dessen Ergebnis einzig in der Ge
schichte der Völker dasteht. Die Welt weiß
heute, daß das deutsche Volk in allen Fragen
wie ein Mann zum Führer steht und auch
künftig stehen wird.
In jahrelangem und opferreichem Kampf
hat die nationalsozialistische Bewegung den
Weg bereitet zu diesem Erfolg. Durch Kampf
und Opfer wurde er errungen. Die SA. als
Stoßtrupp -er Bewegung stand auch jetzt wie
der in vorderster Front, einsatzbereit, opfer
willig und treu, wie in den Jahren des
Kampfes vor der Machtübernahme.
Aber wir wissen auch, daß dieser Wahlkampf
für uns nicht Ende, sondern nur ein Teil
abschnitt unserer Arbeit, unseres Kampfes
war.
Die Aufgaben, die der Bewegung vom Füh
rer gestellt sind, werden die SA. auch in künf
tigen Tagen und Wochen in Anspruch nehmen.
Unseren schönsten Lohn sehen wir in der
Möglichkeit, für den Führer kämpfen und
opfern zu dürfen, unsere höchste Anerkennung
ist der Erfolg!
Eine Schlacht ist geschlagen — der Kampf
geht weiter!
Es lebe der Führer!
* *
Mittwoch vormittag Überreichung
der deutschen Anlworl in London.
v. Ribbentrop wieder in London.
DNB. London, 31. März. Botschafter von
Ribbentrop und die übrigen Mitglieder der
deutschen Abordnung sind am Dienstag um
21.35 Uhr MEZ auf dem Flugplatz Croydon
eingetroffen. Zu ihrer Begrüßung hatten sich
der deutsche Botschafter in London, Dr. von
Hoesch, sowie andere Mitglieder der Botschaft
eingefunden. Sie begaben sich sofort nach ihrer
Ankunft im Kraftwagen nach London.
DNB. London, 31. März. Die deutsche
Antwortnote auf die Vorschläge der Rest-Lo
carnomächte wird im Lause des Mittwochvor
mittags dem englischen Außenminister Eden
dnrch Botschafter von Ribbentrop überreicht
werden.
Reichsinnenminister Dr. Frick veröffentlicht
einen Dankerlaß an die zahlreichen Volks
genossen und Volksgenossinnen, die in den
Wahlvorständcn und sonst bei Durchführung
der Reichstagswahl ehrenamtlich tätig gewesen
sind.
Jerusalem. Zur gleichen Stunde wie die
Glocken in der Heimat läuteten am Dienstag
zur Feier des deutschen Wahlsieges auch die
deutschen Kirchenglocken in Palästina.
M
: st
V V , st - : W
: .st-'stststst ' . ' ; - ;
. ' - ) r :
- st st r ; st st st,
--
- st - - st st . i
■■ stķst st st st st - .st-.
stst st
stst.Erst. stststst ststststst.
mm to
-
■
.
V-
I
I
: ..
■
;
........ ’
- ' . :
S
st : st st st st - -stststst stststst: :
- - :
-
. .-V :
st-"st .
N
stststst I
.
y
i
.
-
-
st : - - . •
.
i
. ...
- .st ; ... ;
■; - :: " ’ ; - . •: :V‘. . :
şşststststķststststst
ststst.
st stst
> st st
- A
■ :
st stst
st st
<M0*
iüKf-
ra* • :
st Ast st .st stst
st
'
M?V
Md'
UpM
i. , ' '..
st
.
st
st \ - % . st -st :
• .. • - st ■-
'
Mst
I.
i
st- -
àtz
m
st stAst. -st -
- - : - ■
- st st st
a X
M
st -
W
Hi
I. '
.
..st.--st - . st. - . st. . - - ' - - .
jķ - - .st ■ ■ - ■ ; . •••'.