Full text: Von Kieler Professoren

für den kleinsten Theil dessen , was Sie der Universität sein würden , einen gewissen wenigstens äußerlichen Ersatz zu geben hätte , immer würde doch jener Gedanke mir entgegentreten ; und ich weiß mich mit ihm nicht anders Hinzuslüchten als zu Ihnen selber , überzeugt , daß Sie mich nicht verstehen , mir darum nicht zürnen werden . 
Wie so sehr wollte ich auch um meinetwillen , daß Sie nach Kiel gingen ! Freilich die Freunde , die Sie in Berlin zu haben so sehnlich , so bestimmt hofften , würden damit nicht zufrieden [ sein ] ; und fast könnte es als Eigennutz aussehen , daß ich nun da in dem freundlichen Kreise zu bleiben wünschte . Denn gewünscht habe ich das in der That sehr . Und nur die Uberzeugung , daß ich die Aufforderung , in eine solche Thätigkeit , wie sie mir in Kiel geboten würde , überzugehen nicht ablehnen durfte um meiner eigenen Ausbildung und Entwicklung willen , konnte mich am Ende bestimmen , die liebe Verbindung mit Pertz und den Monumenten zugeben . Ich lasse mich gern in solchen Dingen von den Ereignissen selber leiten . Da es nun so ganz ohne mein Zuthun an mich kam , schien es mir eine Fügung , der ich mich nicht entgegenstellen durfte . Gott hat mich bisher wunderbar geleitet . Er wird ja auch dies wie es gut ist hinausführen l 
Pertz's lassen aufs herzlichste und beste grüßen . Sie hoffen mit mir , daß diese Angelegenheit ganz wie wir es wünschen — oder richtiger wie Sie es selber wünschen — sich entscheiden möge . Ich kenne die Verhältnisse ja zum Theil aus Ihrer eigenen freundlichen Mittheilung und sehe leider so manche Verdrießlichkeiten und Hindernisse , die sich in den Weg stellen wollen , aber ich sehe doch auch , daß nur ein edler , ich möchte sagen , und ein klarer Gedanke dazu gehört , um Alles zu beseitigen und Sie — wenn Sie dem zustimmen — unserem Holstein wiederzugeben . 
129 . Michelsen an Dahlmann . 
23 . Januar 1842 . 
Wir ( d . h . der akademische Senat ) haben mit letzter Post eine kräftige , sehr gut abgefaßte Vorstellung und Bitte um Ihre Berufung als fessor der Geschichte und Staatswissenschaft hierher , an den König nach Kopenhagen abgehen lassen . Ich vermuthe , daß Falck Ihnen schon darüber geschrieben haben wird . Die Umstände sind durch meinen und Professor Hanssens gleichzeitigen Abgang in allerhöchstem Maaße dafür , sowohl in Ansehung der Lehrfächer als des Gehalts . Die Stimmung fordert so stark , wie möglich , jetzt etwas ganz Besonderes für die Universität . Und aus - gemacht ist , so wie die Sachen hier stehen , daß Ihre Berufung hierher jetzt geschehen muß , von Seiten der Regierung die Lage der Dinge aufgefaßt , 
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