Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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129. Jahrgang. 
129. Jahrgang 
Renösdurger Drgeblott 
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Außenpolitische Wochenübersicht 
Eine Munîļionslaèunģ, die niemand will 
DNB. Loudon, 28. Mai. jEig. Funkm.) Der 
Dampfer „La Sainte Marie" irrt seit mehre 
ren Tagen mit einer Waffen- und Munitions 
ladung, die ursprünglich für Abessinic« be 
stimmt war, in den englischen Gewässern um 
her. Es soll sich um ein englisches Schiff han 
deln, das angeblich von Finnland aus eine 
Fahrt nach Abessinien angetreten hatte. Als es 
auf dem Wege über verschiedene europäische 
Häfen in Gibraltar eingetroffen war, erfuhr 
der Kapitän, daß der abessinische Krieg zu Ende 
sei. Er beschloß daher, nach England zu fah 
ren, um seine Waffenlaöung wieder los zu 
werden. Die Durchführung dieser Absicht ist 
ihm jedoch bisher nicht gelungen. Von Dunge- 
neß, das er zuerst anlief, wurde er zunächst 
nach der Insel Guernsey im Kanal verwiesen. 
Aber sowohl die Behörden von Guernsey als 
auch die der Insel Lundy im Bristolkanal ver 
weigerten die Ausladung der Waffen. Die Ste. 
Marie versuchte darauf gestern, ihre gefährliche 
Ladung auf der im Verwaltungsgebiet von 
Guernsey liegenden Insel Sark auszuschiffen. 
Das königliche Gericht in Guernsey schritt je 
doch ein und verhinderte das Vorhaben. Man 
nimmt an, daß sich das Schiff nunmehr nach 
London begeben wird. Die Ladung besteht aus 
Gewehren und Granaten, Brandbomben und 
Munition. 
Spannungen in und um Britannien 
Tanks und Tote in Palästina — Churchill und Chamberlain, die Unzufriedenen 
Frankreich zwischen Italien und England 
Seit einer geraumen Zeit macht sich unter digung mit Deutschland ein und fordert ein 
Eine Aeberraschuug in Belgien 
Entscheidungen doch bis zum Herst vertagen 
werde. Zn diesen Entscheidungen gehört u. a. 
die Rolle, die Italien in Zukunft in der euro 
päischen Politik spielen soll. Italien hat sich 
bereits zu der Wiederzusammenarbeit mit 
England und Frankreich bereit erklärt, natür 
lich unter der Voraussetzung, daß die Sank 
tionen aufgehoben werden. Dazu besteht aber 
zunächst weder in England noch in Frankreich 
besondere Neigung. 
britischen Konservativen eine starke Oppo- 
Ütion gegen die Politik Baldwins bemerkbar. 
v!N der vergangenen Woche fanden sich sogar 
ereits die Führer der Opposition im Regie- 
üngslager, nicht die der offiziellen Opposition 
Unterhaus, zu einer „harmlosen" Teegesell- 
>chaft zusammen, um sich vermutlich über ihre 
unftige Strategie und Taktik klar zu werden, 
^alöwin, der als kühler Kopf bekannt ist und 
üch nicht leicht aus der Ruhe bringen läßt, 
şşt inzwischen erklärt, daß er vor der Krö- 
ņungsfeier nicht die Absicht habe, zurückzutre- 
e tt, und die Krönung findet erst in genau 
'hem Jahre statt. Die innerpolitische Klärung 
Ģlrd also in Großbritannien noch auf sich war- 
en lassen, ebenso übrigens auch die außen 
politische, denn man kann nicht behaupten, daß 
er Kurs der britischen Außenpolitik im 
Augenblick klar ist und man sein Endziel ein 
deutig erkennen läßt. 
Es ist für Deutschland nicht ganz uninter- 
Nant, daß die Führer der konservativen Oppo- 
!"U'n Winston Churchill und Austen Cham- 
erlain sind. Die Haltung beider Politiker 
gegenüber Deutschland hat gerade in der letz- 
Zeit zu einigen kritischen Bemerkungen 
u der britischen Presse Anlaß gegeben. So 
wohl Churchill wie Chamberlain sind beinahe 
ş^uatische Vertreter der frankreichfreundlichen 
î ŗeise, die im Kabinett und insbesondere 
üi Auswärtigen Amt einen bedeutenden Ein- 
Belgien, das sich als Mittler zwischen Deutsch 
land und Frankreich fiihlt. 
* 
Die wenig klare Lage in Großbritannien 
und die Uebergangszeit in Frankreich haben 
die europäische diplomatische Tätigkeit erheb 
lich gelähmt. Der Völkerbundsrat soll zwar 
im Juni zusammentreten, aber in der letzten 
Woche nahm man an, daß er alle wichtigen 
Bei dem Empfang der Reichsführung des 
Winterhilfswerks durch den Führer konnte 
Reichspropagandaminister Dr. Goebbels dem 
Ergebnis des ersten Jahres in Höhe von 368 
Millionen und dem Ergebnis des zweiten 
Jahres in Höhe von 367,6 Millionen mit be 
gründeter Freude das Ergebnis des dritten 
Jahres mit rund 370 Millionen tflJl an Ge 
samtwert der Geld- und Sachspenden gegen 
überstellen. Der Rechenschaftsbericht, der dabei 
vor dem Führer erstattet wurde, ist mit allen 
seinen imponierenden Zahlen und sonstigen 
Angaben ein einziger Ausdruck des Stolzes 
auf diesen neuen Beweis der Friedensarbeit 
eines ganzen Volkes. Dieser Stolz ist um so 
berechtigter, als die von Jahr zu Jahr gestei 
gerten Leistungen des Winterhilfswerkes der 
Opferfreudigkeit der Gesamtheit zu verdanke» 
ist, die wiederum durch die Tat bekundet hat, 
daß der vom Führer geprägte schöne Begriff 
der Volksgemeinschaft längst zum ideellen 
Eigentum der Nation geworden ist. 
Läßt sich ein schrofferer Gegensatz denken 
zwischen diesen achtunggebietenden Opfern, die 
ein von langjährigen Tributzahlungen ausge 
plündertes Volk mitten in seinem Wiederauf 
bau für seine Bedürftigsten bringt, und zwi 
schen den unaufhörlichen Finanzmanipulatio 
nen großen Stils draußen in der Welt, wo 
man selbst in finanziell höchst bedürftigen 
Staaten ungeheure neue Verschuldungen nur 
zu Zwecken der Friedensstörung, ja, der offe 
nen Kriegsvorbcreitung den Völkern aufhalst? 
Freilich ist ein Deutschland, das in so unwider 
leglicher Weise seinen Willen zur wahren 
Friedensarbeit demonstriert, vielleicht ein un 
erträglich schwerer Vorwurf für jene Mächte, 
die selbst die widernatürliche Vereinigung mit 
dem Bolschewismus nicht scheuen, nur damit 
in Europa nicht etwa plötzlich der wahre Völ 
kerfriede ausbricht? 
<?■ Ş'ş 
. • 
Das Mal des deutschen Heldenkampfes zur See. 
Eine Luftaufnahme des Marine-Ehrenmals in Laboe bei Kiel, des Denkmals 
unserer im Weltkriege gefallenen Seehelöen, das am 30. Mai mit einem Staats 
akt feierlich eingeweiht werden wird. — Freigegeben durch R. L. M. 
sUrbahns, KJ
	        
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