ààà.
129. Jahrgang.
129. Jahrgang
Renösdurger Drgeblott
Bezugspreis: Ausgabe A Reichsmark 1.75 monatlich; Ausgabe B einschl. Illustrierte Wochenbeilage
Reichsmark 2.00, zuzügl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Rpfg.. auswärts 15 Rpfg., Sonnabends 15 Rpfg.
Schriftleitung und Geschäftsstelle: Rendsburg. Haus der Landeszeitung. Fernsprecher Nr. 2551.
Drahtanschrift: „Landeszeitung", Postscheck: Hamburg 16278. Danken: Reichsbank: Westholsteinische
Bank; Spar- und Leib-Kasse: Schleswig-Holsteinische Dank: Landkreditbank: sämtlich in Rendsburg
Anzeigenpreise: Im Anzeigenteil Grundpreis für die 46 mm breite Mllllmekerzelle 14
im Textteil Grundpreis für die 77 mm breite Millimeterzeile 34 Ermäßigte Grundpreise'
Aufschläge sowie Nachlässe laut Preisliste Nr. 7. Nachlaßstaffel A. Geschäftsbedingungen nach Maß-'
gäbe der Bestimmungen des Werberats. Keine Ersatzansprüche bei Nichterscheinen der Zeitung wegen
höherer Gewalt. Für unverlangt eingehende Beiträge übernimmt die Schriftleitung keine Gewähr.
Außenpolitische Wochenübersicht
Eine Munîļionslaèunģ, die niemand will
DNB. Loudon, 28. Mai. jEig. Funkm.) Der
Dampfer „La Sainte Marie" irrt seit mehre
ren Tagen mit einer Waffen- und Munitions
ladung, die ursprünglich für Abessinic« be
stimmt war, in den englischen Gewässern um
her. Es soll sich um ein englisches Schiff han
deln, das angeblich von Finnland aus eine
Fahrt nach Abessinien angetreten hatte. Als es
auf dem Wege über verschiedene europäische
Häfen in Gibraltar eingetroffen war, erfuhr
der Kapitän, daß der abessinische Krieg zu Ende
sei. Er beschloß daher, nach England zu fah
ren, um seine Waffenlaöung wieder los zu
werden. Die Durchführung dieser Absicht ist
ihm jedoch bisher nicht gelungen. Von Dunge-
neß, das er zuerst anlief, wurde er zunächst
nach der Insel Guernsey im Kanal verwiesen.
Aber sowohl die Behörden von Guernsey als
auch die der Insel Lundy im Bristolkanal ver
weigerten die Ausladung der Waffen. Die Ste.
Marie versuchte darauf gestern, ihre gefährliche
Ladung auf der im Verwaltungsgebiet von
Guernsey liegenden Insel Sark auszuschiffen.
Das königliche Gericht in Guernsey schritt je
doch ein und verhinderte das Vorhaben. Man
nimmt an, daß sich das Schiff nunmehr nach
London begeben wird. Die Ladung besteht aus
Gewehren und Granaten, Brandbomben und
Munition.
Spannungen in und um Britannien
Tanks und Tote in Palästina — Churchill und Chamberlain, die Unzufriedenen
Frankreich zwischen Italien und England
Seit einer geraumen Zeit macht sich unter digung mit Deutschland ein und fordert ein
Eine Aeberraschuug in Belgien
Entscheidungen doch bis zum Herst vertagen
werde. Zn diesen Entscheidungen gehört u. a.
die Rolle, die Italien in Zukunft in der euro
päischen Politik spielen soll. Italien hat sich
bereits zu der Wiederzusammenarbeit mit
England und Frankreich bereit erklärt, natür
lich unter der Voraussetzung, daß die Sank
tionen aufgehoben werden. Dazu besteht aber
zunächst weder in England noch in Frankreich
besondere Neigung.
britischen Konservativen eine starke Oppo-
Ütion gegen die Politik Baldwins bemerkbar.
v!N der vergangenen Woche fanden sich sogar
ereits die Führer der Opposition im Regie-
üngslager, nicht die der offiziellen Opposition
Unterhaus, zu einer „harmlosen" Teegesell-
>chaft zusammen, um sich vermutlich über ihre
unftige Strategie und Taktik klar zu werden,
^alöwin, der als kühler Kopf bekannt ist und
üch nicht leicht aus der Ruhe bringen läßt,
şşt inzwischen erklärt, daß er vor der Krö-
ņungsfeier nicht die Absicht habe, zurückzutre-
e tt, und die Krönung findet erst in genau
'hem Jahre statt. Die innerpolitische Klärung
Ģlrd also in Großbritannien noch auf sich war-
en lassen, ebenso übrigens auch die außen
politische, denn man kann nicht behaupten, daß
er Kurs der britischen Außenpolitik im
Augenblick klar ist und man sein Endziel ein
deutig erkennen läßt.
Es ist für Deutschland nicht ganz uninter-
Nant, daß die Führer der konservativen Oppo-
!"U'n Winston Churchill und Austen Cham-
erlain sind. Die Haltung beider Politiker
gegenüber Deutschland hat gerade in der letz-
Zeit zu einigen kritischen Bemerkungen
u der britischen Presse Anlaß gegeben. So
wohl Churchill wie Chamberlain sind beinahe
ş^uatische Vertreter der frankreichfreundlichen
î ŗeise, die im Kabinett und insbesondere
üi Auswärtigen Amt einen bedeutenden Ein-
Belgien, das sich als Mittler zwischen Deutsch
land und Frankreich fiihlt.
*
Die wenig klare Lage in Großbritannien
und die Uebergangszeit in Frankreich haben
die europäische diplomatische Tätigkeit erheb
lich gelähmt. Der Völkerbundsrat soll zwar
im Juni zusammentreten, aber in der letzten
Woche nahm man an, daß er alle wichtigen
Bei dem Empfang der Reichsführung des
Winterhilfswerks durch den Führer konnte
Reichspropagandaminister Dr. Goebbels dem
Ergebnis des ersten Jahres in Höhe von 368
Millionen und dem Ergebnis des zweiten
Jahres in Höhe von 367,6 Millionen mit be
gründeter Freude das Ergebnis des dritten
Jahres mit rund 370 Millionen tflJl an Ge
samtwert der Geld- und Sachspenden gegen
überstellen. Der Rechenschaftsbericht, der dabei
vor dem Führer erstattet wurde, ist mit allen
seinen imponierenden Zahlen und sonstigen
Angaben ein einziger Ausdruck des Stolzes
auf diesen neuen Beweis der Friedensarbeit
eines ganzen Volkes. Dieser Stolz ist um so
berechtigter, als die von Jahr zu Jahr gestei
gerten Leistungen des Winterhilfswerkes der
Opferfreudigkeit der Gesamtheit zu verdanke»
ist, die wiederum durch die Tat bekundet hat,
daß der vom Führer geprägte schöne Begriff
der Volksgemeinschaft längst zum ideellen
Eigentum der Nation geworden ist.
Läßt sich ein schrofferer Gegensatz denken
zwischen diesen achtunggebietenden Opfern, die
ein von langjährigen Tributzahlungen ausge
plündertes Volk mitten in seinem Wiederauf
bau für seine Bedürftigsten bringt, und zwi
schen den unaufhörlichen Finanzmanipulatio
nen großen Stils draußen in der Welt, wo
man selbst in finanziell höchst bedürftigen
Staaten ungeheure neue Verschuldungen nur
zu Zwecken der Friedensstörung, ja, der offe
nen Kriegsvorbcreitung den Völkern aufhalst?
Freilich ist ein Deutschland, das in so unwider
leglicher Weise seinen Willen zur wahren
Friedensarbeit demonstriert, vielleicht ein un
erträglich schwerer Vorwurf für jene Mächte,
die selbst die widernatürliche Vereinigung mit
dem Bolschewismus nicht scheuen, nur damit
in Europa nicht etwa plötzlich der wahre Völ
kerfriede ausbricht?
<?■ Ş'ş
. •
Das Mal des deutschen Heldenkampfes zur See.
Eine Luftaufnahme des Marine-Ehrenmals in Laboe bei Kiel, des Denkmals
unserer im Weltkriege gefallenen Seehelöen, das am 30. Mai mit einem Staats
akt feierlich eingeweiht werden wird. — Freigegeben durch R. L. M.
sUrbahns, KJ