und schafften ihm hier ebenso willige Ohren
wie beim Kriegsende in den Reihen der Alli
ierten. Jetzt war aus dem Führer der dänischen
Minderheit in Deutschland der Vollführer der
Lostrennung des nördlichen Gebietes gewor
den, und hier traten die bedeutsamsten politi
schen Entscheidungen an ihn heran. Sein Ent
schluß, Flensburg — nach kurzem Schwanken
— aufzugeben, trug ihm den Haß, ja die Ver
achtung großer dänischer Bevölkerungskreise
ein, „Hans Peter Tysker" wurde ein Schimpf
name, von den ihn erst eine spätere Zeit wach
sender Erkenntnis befreite. Eine vorüber
gehende Epoche als „Minister für nordschles-
wigsche Angelegenheiten" im dänischen Kabi
nett Zahle hinterließ nur geringe Spuren.
Heute wird dem Vater der „Wiedervereini
gung" lwie die Angliederung des schleswig-
schen Landesteiles an Dänemark stereotyp im
dänischen Schrifttum genannt wird) in der
ganzen dänischen Presse ein Kranz aus Lor
beeren und Eichenlaub gewunden, einige
Brennesseln werden zwar mit hineingesloch-
ten,^ — aber er war schon eine geschichtliche
Persönlichkeit in Dänemark geworden, die bei
Lebzeiten ihren Ruhm dahinhatte.
Die Deutschen Nordschleswigs, deren Aus
löschung als nationaler Bestandteil sein ein
gestandenes Endziel war, behalten ihre eige
nen Gedanken über den Verstorbenen, — aber
auch sie werden dem großen Gegner nicht die
Achtung versagen, die einer, von der Kraft der
eigenen Ueberzeugung geleiteten, starken
Persönlichkeit, geboren aus dem gemeinsamen
Heimatboden Nordschleswig mit seiner um
strittenen Geschichte, gebührt.
Hanns Schröder - Kopenhagen.
Trübe AusWen für Blutn!
Am Mittwochabend spielten sich in den Wer
ken dieselben Szenen ab wie am Vortage.
Kraftwagen der kommunistischen Partei brach
ten Musikinstrumente, Nahrungsmittel, Wein
und Decken zu den Streikposten, die dann die
Verteilung an die Belegschaften übernahmen.
Musik und Gesang ertönten aus den sonst lär
menden Maschinenhallen bis spät in die Nacht.
Tie kommunistische Humanitö frohlockt.
Man müsse sich wundern, so meint das Blatt,
daß die Werksleitungen die Arbeiterschaft noch
immer auf eine Antwort auf die „gerechten
Forderungen" warten ließen. Die Erfahrung
habe gelehrt, daß ein Streik an den Maschinen
meist schneller zu einem Erfolg führe, als ein
einfacher Ausstand. Die Kommunistische Par
tei billige die Haltung der Pariser Vorort
arbeiter voll und ganz. Es gebe in Frankreich
jedoch noch große Gebiete, in denen die Not
weit größer sei. Die Partei sehe es daher als
ihre Pflicht an, auch in diesen Gebiete» die
notwendige» Aktionen zu eröffnen.
Der diensttuende Polizeibeamte eines
Streikgebiets hat dem Vertreter des „Ami du
Peuple" erklärt, die Streikenden würden, falls
sich bewaffnete Polizei oder Mobilgarde blik-
ken ließen, sofort die Maschinen zertrümmern
und die Fabriken in Brand stecken. Die Ruhe,
in der der Streik augenblicklich verlaufe,
würde durch ein polizeiliches Eingreifen „nur
gestört" (!) werden.
* * *
Aalten wünsch! Entspannung.
DNB. Rom, 27. Mai. Zu gewissen Befürch
tungen der Auslandspresse über die inter
nationale Lage wird in zuständigen italieni
schen Kreisen mit einiger Betonung auf den
guten, ernsthaften Willen Italiens hingewie
sen, zu einer Entspannung mit Großbritan
nien zu kommen. Man erinnert in diesem
Zusammenhang an die wiederholten Erklä
rungen Mussolinis aus der letzten Zeit, wo
nach Italien keine Angriffsabsichten, weder
auf Kenia, noch auf den Sudan und Aegypten,
noch auf andere Gebrete habe. Aus dieser Ein
stellung heraus könne Italien auch der Hal
tung Großbritanniens in der Frage der Zu
rückziehung der indischen Truppen aus Addis
Abeba keine besondere Bedeutung beimessen.
Vielmehr habe Italien die Absicht, den Gang
der Dinge auch in dieser Frage zu erleichtern.
Mussolini gewährte dem Vertreter des
„Daily Telegraph" eine Unterredung über die
internationale Lage. Er erklärte dabei eine
englisch-italienische Annäherung für notwen
dig. Er werde alles tun, was in seinen Kräf
ten stehe, um diese Annäherung herbeizu
führen. — In einem Leitartikel erklärt
„Daily Telegraph" zu der Mussolini-Unter
redung u. a., die Ansicht des Duce, daß eine
englisch-italienische Annäherung notwendig
sei, werde in England mit Verständnis aufge
nommen. Die Aufhebung der Sühnemaßnah-
mem, die Mussolini zur Bedingung mache,
gehe aber den Völkerbund an. Das Blatt un
terstreicht dann die Notwendigkeit eines neuen
Mittelmeerabkommens.
* » *
„Der Reichsbote" verboten.
DNB. Berlin, 27. Mai. Der Reichsmini
ster für Volksaufklärung und Propaganda
hat die Wochenschrift „Der Reichsbote" verbo
ten. „Der Reichsbote" hatte durch unsachliche
Berichterstattung bereits früher Anlaß zu
Beanstandungen gegeben. In seiner letzten
Nummer hat er in seinem Leitartikel rein
kirchliche Fragen auf das staatspolitische Ge
biet herübcrgespielt und zugleich durch un
wahre Angaben das kirchliche Befriedungs
werk gefährdet. Dadurch wurde das Verbot
notwendig.
Ern Winter, in dem niemand hnngerte
Gesteigerte LeistnKg
des WinterhilfSWerkes 18W/M
Retchsamtsleiter Hilgenfeldt gibt den Jahresbericht — Der Fiihrer dankt de« Millionen der freiWilligen Helfer
DNB. Berlin, 27. Mai. Der Führer und
Reichskanzler empfing am Mittwochmittag in
der Reichskanzlei die Gaubeauftragten und
die Mitglieder der Reichsführung des Wiuter-
hilfswerks 1935-38 sowie die Gründungsmit
glieder der NSB., um ihnen den Dank aus
zusprechen für ihre Mühewaltung im Dienste
des deutschen Volkes.
Der Reichsbeauftragte für das WHW.,
Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, stellte dem Füh
rer die anwesenden Amtswalter der NSB. vor.
Nachdem der Führer jeden einzelnen von
ihnen durch Handschlag begrüßt hatte, legte
Reichsminister Dr. Goebbels dem Führer den
Leistungsbericht über das Winterhilfswerk
1935- 36 vor.
Danach steht für das Winterhilfswerk
1936- 36 bis jetzt eine Gesamtleistung von rund
370 Millionen MM fest.
Das Winterhilfswerk 1933-34 hatte eine Ge
samtleistung von 358 Millionen MJl, das
Winterhilfswerk 1934-36 eine Gesamtleistung
von 367 500 000 MJl zu verzeichnen.
Das Winterhilfswerk 1935-36 hat also ge
genüber den Ergebnissen der Vorjahre wieder
eine Steigerung gebracht.
An Geldspenden gingen während des Win
terhilfswerks 1935-36 insgesamt 238 Millionen
MJL ein. Für diesen Betrag wurden zur
Verteilung an die bedürftigen Volksgenossen
Sachwerte eingekauft.
Die Leistungen des Winterhilfswerks 1935-36
betrugen im einzelnen an
Nahrungs- und Genutzmitteln 123 Mill. MJl
wovon für Kartoffeln 45 Mill. MJl
für Brot und Mehl 11 Mill. MJl
für Fleisch und Fleischkonserven 12 Mill. MJl
für Fischfilet . 8 Mill. MJl
verausgabt wurden,'
an Brennmaterialien einschl.
Kohlen 75 Mill. MJl
an Bekleidung 75 Mill. MJl
an Hanshaltungsgegenständen 8 Mill. MJl
an Gutscheinen 48 Mill. MJl
Zum Feierschichtenausgleich für die Berg-!
arbeiter wurden 10 Millionen MJl verwandt.
Die Zahl der durch das Winterhilfswerk
des deutschen Volkes Betreuten betrug durch
schnittlich während des
Winterhilfswerks 1933-34: 16 617 681
Winterhilfswerks, 1634-35-.,'13 866671
' -Winterhilfswerks 1935-30: 12 923247 !
In der Gegenüberstellung dieser Zahlen
kommt der wirtschaftliche Aufstieg seit dem
Jahre 1933 klar zum Ausdruck. ;
An Plaketten und Abzeichen wurden bei den
Reichssammlungen des Winterhilfswerks
1936-36 83 181 682 Stück verkauft. In dieser
Zahl sind 10 Millionen Plaketten und Ab
zeichen in Restbeständen aus dem Winter
hilfswerk 1934-35 enthalten, die während des
Winterhilfswerks 1936-36 mit verkauft wur
den, weil die vorhandenen neuen Plaketten
und Abzeichen nicht ausreichten, um die Nach
frage zu befriedigen. Die verkauften Plaketten
und Abzeichen hatten einen Gesamtherstel
lungswert von 4 148 000 MJl. Die Plaketten
und Abzeichen wurden ausschließlich in Not
standsgebieten des Reiches hergestellt, in
denen ganze Städte dadurch für mehrere
Monate Arbeit und Brot fanden. Die Her
stellung erfolgte fast ausschließlich durch Hand
arbeit, der Lohnanteil an dem Herstellungs
wert der Plaketten und Abzeichen beträgt 70
bis 80 Prozent.
Während des Winterhilfswerks 1936-36
wurden zum ersten Male die verschiedenen
Organisationen und Verbände an den Reichs-
sammektagen für das Wintcrhilfswerk ein
gesetzt. Durch diese Maßnahme sind alle
Schichten des deutschen Volkes als Sammler
für das Winterhilfswerk 1935-36 tätig ge
wesen.
Der „Tag der nationale« Solidarität" er
brachte im Jahre 1934: 4 021593 MJl und im
Jahre 1935: 4 084 813
Zu Weihnachten 1935 wurde im ganzen
Reich in 30 000 Volksweihnachtsfeiern den
vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenos
sen und unter ihnen 5 200 000 Kindern eine
besondere Weihnachtsfreude bereitet. Allein
in Berlin betrug die Zahl der auf diesen
Weihnachtsfeiern zur Verteilung gelangten
Pakete 800 000 Stück.
Der Patenschaftsgedanke wurde auch wäh
rend des Winterhilfswerks 1936-36 weiter
Der oberste SA.-Zührer zeichnet
zum Dankspfer der Nation.
Die Liste nunmehr endgültig abgeschlossen.
NSK. Der Führer und Reichskanzler zeich
nete sich am Mittwochnachmittag in die Liste
des Sturmes 5/4 zum Dankopfer der Nation
ein. Der Sturm, dem diese besondere Ehrung
zuteil wurde, liegt im Norden Berlins und
gehört zur Standarte 4, der aus der Zeit des
Kampfes vor der Machtübernahme bekannten
Standarte „Zackig".
Mit der Eintragung des Obersten SA.-
Führers ist die Liste des Dankopfers der
Nation endgültig abgeschlossen.
ausgebaut. Eine große Anzahl wirtschaftlich
bessergestellter Familien hat sich über ihre
regelmäßigen Spenden hinaus besonders kin
derreicher Familien angenommen.
Dr. Goebbels brachte im Anschluß daran
zum Ausdruck, daß die Gaubeauftragten für
das Winterhilfswerk, die hier stünden, nicht
nur die 1259 090 unbekannten Helfer des
WHW. repräsentierten, sondern anch die vom
WHW. betreuten dankbaren Volksgenossen
und schließlich das gesamte deutsche Volk, dem
das WHW. für seine notleidenden Volks
genossen zu einer selbstverständlichen Ehren
pflicht geworden sei.
Zum Schluß erinnerte Reichsminister Dr.
Goebbels daran, daß der Führer zur Eröff
nung dieses Winterhilfswerks davon gespro
chen habe, um wieviel lästiger der Hunger als
das Sammeln sei.
„Sie können stolz sein, mein Führer, in dem
glücklichen Gefühl," so sagte Reichsminister
Dr. Goebbels, „einer der wenigen Staats
männer zu sein, die ein Volk regieren, in
dem wirklich niemand zu hungern braucht."
Der Führer dankte in herzlichen Worte"
den Amtswaltern des WHW. sür die Arbe"
und Mühewaltung des letzten Winters, A
erklärte, daß es für alle das schönste Gefşş
und der erhebendste Dank sei, für ein VoU
arbeiten zu dürfen, das einer solchen Leistung
fähig sei. Nicht nur er sei der einzige Staats
mann, der ein Volk regiere, in dem wirklich
niemand zu hungern brauche, sondern auch
das deutsche Volk fei das einzige Volk, in de>"
ein solches soziales Hilfswerk möglich sei.
Das WHW. sei eine einmalige geschichtliche
Leistung der sozialen Arbeit und die Ga"'
beauftragten des WHW. könnten stolz sei",
an diesem einzigartigen Werk an hervor
ragender Stelle mitarbeiten zu können. Der
Führer dankte insbesondere Reichsminister
Dr. Goebbels dafür, daß er auch im letzte"
Winter wieder seine Arbeitskraft, feine
Genialität und seine Erfindungsgabe in de"
Dienst dieser großen Aufgabe gestellt habe.
Der Führer lud sodann die Amtswalter dee
Winterhilfswerks ein, zum Mittagessen seine
Gäste zu sein.
Was fettst Nsch Im der Politik
Idylle aus dem heiligen Land.
Es verdient immerhin verzeichnet zu wer
den, wenn jetzt selbst in großen englischen
Blättern offen für die berechtigten Beschwerden
der Araber gesprochen sowie an ihre älteren
Rechte an das Land und an „gewisse Garan
tien" durch England aus der Kriegszeit her
erinnert wird. Ja, der „Daily Mail" erklärt
offen heraus, die Interessen des Empire lägen
bei den Arabern und nicht bei den Juden.
Diese Stellungnahmen sind schon deshalb be
sonders bemerkenswert, weil alle Meldungen
aus Palästina erkennen lassen, daß die bisher
dort stehenden 4000 Mann, verstreut über ein
weites Gebiet, mehr und mehr in die Defen
sive gedrängt werden. Der Sonderberichterstat
ter des „Daily Telegraph" gibt ein knappes
anschauliches Bild von der Aktivität der krieg
führenden Araber, wenn er schreibt: „Die
Straße von Jerusalem nach Haifa war durch
zahllose Steinbarrikaden, durch Flatterminen
und durch plötzliche Feuerüberfälle der Araber
kaum passierbar. Alle halbe Stunde Halt. Die
englischen Begleitmannschaften des Kraft
wagengeleitzuges schwärmen links und rechts
der Straße aus. Gleichzeitig müssen die Rei
senden die Steinbarrikaden beseitigen, um
überhaupt weiterzukommen. Auf einer Strecke
von 15 Klm. war die Straße immer wieder un
terminiert. Nur mit Hilfe von Pionierofsizie-
ren konnte sie wieder passierbar gemacht wer
den."
Jedenfalls hat sich jetzt bei den maßgeblichen
englischen Stellen die Erkenntnis durchgesetzt,
daß von irgendwelchen irregulären Zwischen
fällen gar keine Rede mehr sein kann, sondern
daß die Araber nach einem von zentraler Stelle
aus geleiteten Aufstandsplan vorgehen. Selbst
die schweren Unruhen vom Jahre 1929 haben
die britische Mandatsregierung keinen Augen
blick vor eine derart ernste Lage gestellt wie
dieser kriegsmäßig durchgeführte offene Auf
ruhr.
Noch ein Bataillon nach Palästina.
Angesichts der unruhigen Lage in Palästina
ist ein weiteres britisches Bataillon von Kairo
nach Palästina entsandt worden. Nach einem
Spaltung der dänische«
nationalsozialistischen Partei
KNS. Wie die dänischen Blätter melden, ist
eine Spaltung innerhalb der von Dr. Fritz
Clausen gegründeten dänischen national
sozialistischen Arbeiterpartei dadurch eingetre
ten, daß Pastor Mailing und mehrere Ge
folgsleute aus der Partei ausgetreten sind und
eine neue Partei unter dem Namen „Dänische
Volksgemeinschaft" gegründet haben. Pastor
Malling begründet seinen Austritt u. a. damit,
daß Fritz Clausen in der letzten Zeit mehrfach
mit deutschen „Grenzrevisionistcn" auf De
monstrationsversammlungen ausgetreten sei
und gestattet habe, daß deutsche Nationalsozia
listen sich in einem besonderen Korps, der
„Standarte Nordschleswig", in die dänische
Partei hätten einmelden können. Malling sieht
darin eine unmögliche Verquickung zwischen
Deutschen und Dänen, die nur zur Folge habe,
daß nationalgesinnte Dänen gehindert würden,
der Partei beizutreten, obwohl sie von der na
tionalsozialistischen Idee ergriffen seien. Wei
ter wirft Malling Fritz Clausen vor, daß er
die Arbeitsmethoden der Organisation ver
schlechtert habe, u. a. daß das Hauptkontor von
Fredericia nach Apenrade verlegt worden sei
und daß Clausen despotisch eine Reihe guter
Mitarbeiter, wie Hauptmann Arrildskov
und Redakteur Björn strup ausgeschlossen
habe. Alle diese Geschehnisse hätten den Sieges'
willen gelähmt und den Glauben genommen
daß Fritz Clausen der Mann sei, in desfe"
Hände man Dänemarks Schicksal legen könnsj
Die neue Partei „Dänische Volksgemeinschaft
wolle einen wirklichen dänischen National'
sozialismus ohne Einmischung deutscher D^e-
thoden und Vorbilder schaffen. -
Dr. Clausen teilt in „Jydske Tidende" a"'
Anfrage mit, daß Pastor Malling und die
deren Ausgetretenen durch ihren Schritt n" 1
einer Ausschließung aus der Partei zuvorge-
kommen seien. Pastor Malling habe seit länge'
rer Zeit seine Partei und seine Arbeit unter-
miniert. Seine Partei werde unverdrossen
Weiterarbeiten.
Verantwortlicher Hauptschriftletter unv Herausgeber: 0**"
dinond Möller. -
Stellvertreter des Hauptfchriftleitersi Herbert Puh'wo"
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den °
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregori; für den
fchaftlichen Teil: Dr. Cl. Btelfeldt; für den prşş
»iellen Teil: Karl Müller, olle in Rendsburg-
Bildvcrantwortliche: Ressortleiter. -j,
Verantwortlicher Anzeigenleiter: Karl Jacobsen, RendsoU«»
.Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhn«. Rendsburg.
/D-*A< Schleswig.Holsteinisch« Londeszeitung (Rendsburg
Tageblatt — Hohenwestebter Zeitung / Die
Hanerau-Hademarschen — Eüderbraruper Tageblo
D,-A. IV 36 13 764 Pl. Nr. 7.
Bericht aus Haifa sollen neue englische Artil-
lerietruppen herbeigeholt werden, um gege"
die bewaffneten Banden vorzugehen, die M
in den Hügeln außerhalb der Städte verstew
halten. Die gegenwärtige Stärke der britische"
Streitkräfte beträgt 6 Jnfanteriebataillone
und eine Kompagnie leichter Tanks und Pa»'
zerwagen.
Wie Reuter meldet, haben die Unruhen seft
dem 29. April 48 Tote und 331 Verwundete
gefordert,' 24 der Toten waren Juden, 22 M"'
hammedaner und 2 Christen. Die Verwunde'
ten setzten sich aus 182 Mohammedanern, Ģ
Juden und 44 Christen zusammen. Aus diese"
Ziffern geht hervor, daß nicht etwa die Jude",
sondern die Araber die größeren Verluste i"
den Unruhen erlitten haben. Hingegen wuk'
den seit dem 19. April 969 Araber und nur 275
Juden verhaftet. 493 Araber find bereits ab
geurteilt worden. Die meisten jüdischen Ve^
hafteten wurden freigesprochen oder sind now
nicht vor Gericht erschienen.
Zrr WKUlgsn Zellern
Wegen Annahme von Bestechungsgelder"
durch den „Klub der Achtzehn", einer Vereinig
gung von japanischen Baufirmen, wurden dret
hohe Beamte des Eisenbahnministeriums u"d
der Eisenbahndirektion Tokio verhaftet. NaĢ
einem Bericht der Agentur Domei sind bereits
in den letzten 6 Monaten 60 Beamte un"
Unternehmer festgenommen worden.
In Rouen kam es zu einer Saalschlacht zrvft
schen Anhängern der faschistischen Partei
Frankreichs und politischen Gegnern. 12 Per
sonen wurden mehr oder weniger schwer ver
letzt.
Die Nanking-Regierung lehnte in einer
Note die kürzlich von Japan gegebenen Erläu
terungen zu dem früheren Protest Chinas ge
gen die Verstärkung der japanischen Trupps"
in Nordchina ab. Der chinesische Botschafter
Tokio ist angewiesen worden, weitere Vorstel
lungen in dieser Sache zu erheben.
Der Galla-Häuptling in Saio in Westabesst-
nien hat sich zum König von Wollega ausge
rufen.