Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

% Koldeubuttel, 28. Mai. Milchkontrolle 
«lrd eingeführt. In einer Reihe von Kolden- 
outtcler Betrieben wurde seit vielen Jahren, 
SMn Teil seit bereits 15 Jahren, die Milch- 
vtttrolle durchgeführt. Die Besitzer hatten sich 
lreiwillig einem Kontrollbezirk angeschlossen, 
»o die damit erzielten Ergebnisse waren sehr 
Mt. Nunmehr wird die Pflichtkontrolle im 
-oezrrk der Meierei Friedrichstadt zu Kolöen- 
"Uttel eingeführt. Es werden drei Kontroll 
marke mit je einem Kontrolleur gebildet. Zur 
Durchführung der Kontrolle wurde ein Kon- 
"ollverein gegründet, dessen Leitung der 
^rtsbauernführer Willi Schmiüt-Tychsen hat. 
Schriftführer ist Detlef Jacobs-Hörnhof. Fer- 
uer gehören dem Vorstand noch vier Ob- 
Uanner an. Die Kontrolleure werden an der 
säuerlichen Werkschule in Garding ausgebil- 
"rt, und zwar vier Wochen. Die Milch- 
telstungsprüfung, die in neun Meierei- 
gebieten im Kreise Eiöerstedt in 29 Kontroll- 
durchgeführt wird, tritt am 1. Juli 
"-.<1- in Kraft. Die Kosten stellen sich auf 30 
*tg. ie Kuh im Monat. 
Aus Hocdļdesiand 
ÎS. Breüftedt, 27. Mai. Vierfacher mitz- 
ötückter Selbstmordversuch! Ein etwa 28jähri- 
ttkr Handwerksgeselle aus Holstein, der in 
tlesiger Gegend gearbeitet hatte, unternahm 
"ln Montag in einer benachbarten Ortschaft 
^uren Selbstmordversuch durch Erhängen 
Mittels seines Selbstbinders an einem Busch. 
Meser Vorfall wurde rechtzeitig von einem 
Pmfeinwohner bemerkt und der Lebensmüde 
Urs Leben zurückgerufen. Kaum war er wie- 
"kr zu sich, so unternahm er kurz darauf drei 
"eitere Selbstmordversuche in der benachbar 
ten Marsch, wo er stets in eine Wasserkuhle 
Toeing. Auch diese Versuche des hartnäckigen 
f°elbstmordkandidatcn mißglückten. Jedesmal 
Uhleppten beherzte Männer ihn unter den 
Mußten Anstrengungen ans rettende Ufer. 
Beweggrund dieser traurigen Tat ist 
ņîcht bekannt. Die Landjägerei nahm sich des 
^bensmüden an und brachte ihn in Gewahr 
en. — Wenn der Teertopf überkocht. . . 
großes Pech hatte dieser Tage ein hiesiger 
Einwohner, der einen Tecrtopf auf den war 
fen Herd setzte und sich für kurze Zeit ent 
tarnte. Nach seiner Rückkehr war leider der 
^eertopf übergekocht und die mit einem neuen 
"starbencn Anstrich versehene Küche glich 
^ner Räucherkammer. Die Gardinen hingen 
! n Fetzen von den Fenstern. Das die Säu 
erung gemeinsam durchführende Ehepaar 
Ech in diesen aufregenden Minuten Schorn 
neinfegern. Wirklich ein ärgerlicher Vorfall. 
wo. Insel Sylt, 26. Mai. Der Hornfischfang 
""r Hörnum war in der letzten Nacht beson 
ders ergiebig. Es wurden etwa 900 Pfund 
M Land gebracht, die bei Liebhabern dieses 
Mches mit den grünen Gräten Absatz fanden. 
tPUüeie&säsn 
eg. Flensburg, 27. Mai. Eine ehrenvolle 
Auszeichnung wurde dem Flensburger Bild- 
Muer Thomsen zuteil, dessen Arbeit bei dem 
^eichswettbewerb „Jnnungsladen" mit dem 
. Preis ausgezeichnet wurde und vom Reichs- 
^uungsverbanö für das Bildhauer- und 
^einmetzhandwerk Berlin augekauft wurde, 
insgesamt waren 140 Arbeiten eingegangen. 
Am Holstein 
^ireckenumbauten Altona—Neumünster—Kiel. 
Ï Nenmünster, 28. Mai. Durch den seit eini 
ge Zeit auf der Eisenbahnstrecke Hamburg- 
u 
ona—Kiel bzw. Neumünster—Rendsburg— 
t sMsburg eingerichteten Schnellverkehr mit 
^chen stark verkürzten Fahrzeiten war ein 
,^Uahe völliger Umbau des ganzen Eisenbahn- 
"rpers bedingt. Nicht nur der Unterbau muß 
ij er wird erheblich verstärkt werden, sondern 
gpĢ, die bisherige Entfernung der beiden 
s ^ise untereinander reicht nunmehr bei den 
^chen Geschwindigkeiten der vielen Eil- und 
^Ucllzüge, mit denen die einzelnen Züge 
y auf freier Strecke begegnen, bei weitem 
h 9Ü mehr aus. Um diese größere Entfernung 
Gleise voneinander zu schaffen, ist es not- 
tz^dig geworden, den ganzen Bahnkörper zu 
Tz eitern und darauf neue Gleise zu legen. 
J' Schienen erhalten durchweg größere Ab- 
tz.Ņngen. Außerdem erhält die Strecke an 
wx ^ bisherigen eisernen Schwellen durch- 
^P.şaļzschwellen, die ein ruhigeres Fahren 
î"àhrleistcn. 
^ŗôffņnng einer Marine-Gemälde-Ausstellung 
r« Gegenwart des Oberbefehlshabers 
der Kriegsmarine. 
itzĶîel, 27. Mai. Am Mittwochnachmittag 
ìn der Kieler Kunsthalle unter der 
bsir Herrschaft des Kommandierenden Ad- 
Äm ^ ^er Marincstation der Ostsee, Admiral 
^ und im Beisein des Obcrbefchls- 
4'J- c - Racder, eine Ausstellung von Ge- 
^te ^ er alten und neuen Kriegsmarine, 
îeì oe* bekannte Maler Claus Bergen schuf, 
Hah "ch eröffnet. Der Leiter der Kieler Kunst- 
s' àiuersitätsprofessor Dr. Hascloff, gab 
^6w- tte . r Begrüßungsansprache einen knappen 
über das Wesen und die Bedeutung der 
dy^îîellnng. Die Bilder stellen den Versuch 
schck?as weltgeschichtliche Ereignis der See- 
"or dem Skagerrak, das sich in diesen 
ae zum 20. Male jährt, in seinen einzelnen 
Teilen dem Beschauer sinnfällig vor Augen zu 
führen. 
In einer Ansprache dankte der Kommandie 
rende Admiral der Marinestation der Ostsee, 
Admiral Albrecht, dem Schleswig-Holsteinischen 
Kunstverein und insonderheit Prof. Dr. Ha 
seloff im Namen der Kriegsmarine für die 
Ausstellung von Bildern unter dem Leitgedan 
ken der Seeschlacht vor dem Skagerrak. Die 
Ausstellung soll zwei Aufgaben erfüllen: sie 
soll erstens den Kämpfern der Skagerrakschlacht 
das große Erlebnis dieses Kampfes noch ein 
mal vor Augen führen, zweitens aber der jün 
geren Generation lebendiges Verständnis der 
Taten derer übermitteln, die vor ihnen waren. 
Srttenverbrecher verhaftet. 
Elmshorn, 27. Mai. Die Polizei verhaftete 
den Karl Sauer, wohnhaft Peterstraße, der sich 
in schwerster Weise an einem Kinde vergangen 
hat. Sein Opfer war ein kleines siebenjähriges 
Mädchen. Das Kind spielte mit seinem Brü 
derchen auf dem Sportplatz an der Besenbeker 
straße. Sauer, der sich in der Nähe aufhielt, 
lockte das Kind an sich, verging sich in schänd 
licher Weise an ihm und machte sich dann aus 
dem Staube. Infolge der gut gegebenen Be 
schreibung konnte die Polizei den Burschen 
schon bald fassen. Sauer hatte vor einigen Mo 
naten schon einmal versucht, sich an einem klei 
nen Mädchen zu vergreisen, wie er jetzt zu 
gegeben hat. 
Neuer Tarif für de« Elmshorner Hafen. 
Elmshorn, 27. Mai. Für den Elmshorner 
Hafen ist ein neuer Tarif erlassen worden, der 
für die Schiffahrt wesentliche Erleichterungen 
bringt. Besonders den sogenannten Oberlän 
der Kähnen, die den Hafen neuerdings mehr als 
sonst anlaufen und durch den alten Tarif sehr 
belastet wurden, wird eine bedeutende Erleich 
terung zuteil. 
* « 
x Neumünster, 27. Mai. Erfolg beim Olym 
pia-Ausscheidungsschießen. Polizei-Obermei 
ster Sonnberg, der an dem in Berlin stattge- 
sundenen Olympiaausscheidungswertungs 
schießen teilgenommen hat, konnte von 14 Teil 
nehmern mit 802 Ringen den 8. Platz belegen. 
Auf Grund dieses Ergebnisses ist er aufgefor 
dert worden, an den weiteren, noch folgenden 
Wertungsschießen teilzunehmen. 
x Neumünster, 27. Mai. Ei» schwerer Bcr- 
kehrsunfall ereignete sich auf der Rendsburger 
Landstraße. Ein dänischer Personenkraftwagen, 
der auf der Fahrt nach Hamburg war, wollte 
einer Rinderherde von 16 Jungtieren während 
des Fahrens ausweichen, als plötzlich zwei 
Starken vor das Auto sprangen und dabei ge 
gen den Wagen anprallten. Der Fahrer 
bremste sofort, aber so stark, daß sich der Wa 
gen auf der Stelle herumdrehte und in den 
Chausscegraben stürzte. Die im Wagen sitzen 
den Personen wurden durch das Umschlagen 
schwer verletzt und mußten sofort ins hiesige 
Krankenhaus übergeführt werden. — Groß 
aktion für Unfallverhütung im Baugewerbe. 
In Neumünster findet am 4. Juni eine Groß 
aktion für Unfallverhütung im Baugewerbe 
statt, zu der der Gauredner der DAF., Pg. 
Treguer-Kiel, und ein technischer Aufsichts 
beamter der Baugewerkberufsgenossenschaft 
erscheinen werden. — Gut „Halloh" umgestal 
tet. Das bekannte Gut Halloh ist mit einem 
Kostenaufwand von 100 000 Mark vollkommen 
umgestaltet worden und wird demnächst durch 
eine Chaussee mit der Straße Hcidmühlen-La- 
tendorf verbunden werden. 
Aus dem Ģedddssaal 
eg. Flensburg, 27. Mai. Wegen vorsätzlichen 
Devifenvergehens hatte sich vor dem Flens 
burger Schöffengericht Ernst H. aus Süder- 
lügum zu verantworten. Dem Angeklagten 
wurde zur Last gelegt, in einer ganzen Reihe 
von Fällen Zahlungen an einen Ausländer 
über die jeweils geltende Freigrenze hinaus 
gezahlt zu haben. H. hatte einen Schwager in 
Dänemark wohnen, der in Deutschland land 
wirtschaftliche Maschinen kaufte und sie auch 
in Deutschland weiterverkaufte. Den Kauf 
preis ließ er auf sein Konto bei der Sparkasse 
überweisen, die von dem Angeklagten ver 
waltet wurde, der dann das Geld wieder an die 
Lieferanten überwies. Nach den geltenden 
Bestimmungen muß dafür die Genehmigung 
der Devisenbewirtschaftungsstelle eingeholt 
werden, und das hatte H. nicht getan. Ein 
großer Teil der dem Angeklagten zur Last ge 
legten Vergehen wurde während der Ver 
handlung eingestellt, da die Amnestien von 
1932 und 1934 hierfür maßgebend waren. Im 
merhin blieben noch einige Fälle nach, die zu 
einer Verurteilung ausreichten. Für den 
Staatsanwalt war die Frage von Entschei 
dung, ob der Angeklagte vorsätzlich oder fahr 
lässig gehandelt hat. Wenn die Bestimmungen 
der Devisengesetzgebung für den Laien schwer 
verständlich sind, so weiß ein Mann, der an 
der Grenze wohnt und mit Geldgeschäften 
zu tun hat, darüber Bescheid. Bei der Straf 
zumessung war zu berücksichtigen, daß H. be 
reits einmal wegen eines ähnlichen Falles 
bestraft ist und die verbotswidrig an einen 
Ausländer gezahlte Summe rund 9000 RM. 
beträgt. Der Staatsanwalt bejahte die Vor 
sätzlichkeit und beantragte eine Gefängnis 
strafe von 4 Monaten und eine Geldstrafe von 
6000 RM. Das Gericht stellte sich auf den glei 
chen Standpunkt, wollte aber den Angeklagten, 
der sonst ein ordentlicher Mensch sei, nicht 
ehrenrührig gehandelt habe und auch nicht als 
Devisenschieber im Sinne des Gesetzes zu be 
trachten sei, vor dem Gefängnis bewahren, 
indem es ihn anstelle einer an sich verwirkten 
Gefängnisstrafe von 2 Monaten zu 900 RM. 
Geldstrafe und zu einer weiteren Geldstrafe 
von 3000 RM. evtl. 30 Tagen Gefängnis ver 
urteilte. 
Die Entstehung des Marine-Ehrenmals in Laboe 
Eine Unterredung mit dem Erbauer Architekt G. A. Munser-Diiffeldorf 
Kein anderer als Admiral Scheer, der Chef 
der deutschen Hochseestreitkräfte in der See 
schlacht am Skagerrak, der damalige Ehren- 
führer des Marine-Bundes, war es, der den 
Platz am Eingang der Kieler Förde als den 
für das Marine-Ehrenmal geeignetsten hielt. 
Denn von dort hat der Besucher der Denk 
malsanlage einen selten schönen Rundblick 
nicht nur über die Ostsee — bei sichtigem Wet 
ter bis zu den dänischen Inseln hin — son 
dern auch über das einzigartig schöne schles 
wig-holsteinische Land mit seinen saftigen 
Weideflächen und blauen Seen, über den 
Kriegshafen Kiel, einen der schönsten Natur 
häfen der Welt, und auf den starken inter 
nationalen Schiffsverkehr. Aus dem Wettbe 
werb, dessen beste Lösung zur Ausführung ge 
langen sollte, ging der Düsseldorfer Architekt 
G. A. Münzer als Sieger hervor,' ihm wurde 
die Ausführung übertragen, die er meisterhaft 
löste. 
Der Kieler Vertreter des Deutschen Dienstes 
hatte Gelegenheit, mit dem Erbauer des er 
hebenden Mahn- und Ehrenmals, Architekt 
Münzer, über die Entstehungsgeschichte des 
Ehrenmals und die Gedankengänge des Er 
bauers bei dem Entwurf dieses Baues zu 
sprechen. Am 29. Dezember 1926 fuhr er über 
Kiel nach Laboe, um sich das Gelände anzu 
sehen. Architekt Münzer schilderte den großen 
Gegensatz, den er empfand, als er Kiel, das er 
einstmals blühend gesehen hatte, im Dezember 
1926 wiedersah. Kiel war eine tote Stadt ge 
worden. Leer die Straßen und Plätze von 
Kiel. Ruhig und einsam die Werften. Ein 
kleines Schiff brachte mich nach Laboe zum 
Ehrenmal-Gelände, dem Platz des auf Grund 
des Versailler Vertrages zerstörten Panzer 
turmes auf der Steilküste hinter dem Ostseebad 
Laboe. Der Platz machte erst recht einen er 
schütternden Eindruck. Wirre Zementblöcke, 
ein tiefes Loch im Gelände, Schutt, Geröll und 
Schnee ergaben ein trostloses Bild. Der schnei 
dende Sturmwind, mit Schnee und Hagel ver 
mischt, peitschte die donnernden Wellen hoch 
und schnitt das Gesicht wie mit Messern. Aus 
dieser Stimmung heraus mußten die Gedan 
ken trotzig werden und das Gefühl der Schan 
de über Deutschlands Kriegshafen gebar so 
gleich die Idee vom deutschen Marine-Ehren 
mal. Es mußte ein Bauwerk sein, mit der 
Erde und dem Meere fest verwurzelt und gen 
Himmel ragend wie ein leuchtendes Fanal, 
eine heilige Flamme! Es mußte den gefalle 
nen Helden zur Ehre und zum Andenken, den 
großen unvergleichlichen Taten der Marine 
zur Erinnerung und dein zerrissenen uneini 
gen Deutschland als Mahnung dienen. Dabei 
sollte es den Glauben an eine bessere Zukunft 
auslösen. Deshalb konnte es nur etwas Ein 
maliges, noch nicht Dagewesenes sein, einfach, 
klar und monumental. 
Der Turmbau wird verschieden ausgedeu 
tet. Mancher meint, es sei der Bug eines 
Wikingerschiffes, andere meinen, es sei ein 
steinernes Segel, und wieder andere deuten 
ihn als Seekönig mit wehendem Mantel. Alle 
Sinndeutungen haben recht, weil bei diesem 
Bau jeder seine Phantasie spielen lassen kann. 
Die Sprengstelle, das tiefe Loch im deutschen 
Boden, so erklärte der Architekt Münzer wei 
ter, mußte eine unterirdische Weihestätte für 
die zu ehrenden Gefallenen, der Festplatz zur 
Feier der Lebenden zum heiligen Schwur, die 
den Festplatz umfassende Ehrenhalle zur Erin 
nerung der gewaltigen Taten der Marine 
und der hohe beherrschende Turm sollte ein 
stolzes Bekenntnis und Hoffen auf Deutsch 
lands ersehnte Größe, Freiheit und Ehre 
sein. 
In monatelanger Arbeit am Zeichentisch 
nahm dann das Werk seine endgültige Gestalt 
und klare Form an. Es überraschte mich zwar 
nicht allzusehr, daß mein Entwurf vor dem 
Preisgericht bestand, mit dankbarem Herzen 
aber empfing ich den Auftrag vom Bund 
Deutscher Marine-Vereine, wußte ich doch 
nun, daß auch die Männer der See mich ver 
standen hatten. 
Trotzdem war es ein weiter und dornen 
voller Weg vom Auftrag bis zur feierlichen 
Grundsteinlegung am 8. August 1927 durch 
Admiral Scheer, und weiter bis zum Bau 
beginn des ersten Bauabschnittes, des Turmes 
im Jahre 1929. Auch die großen Mittel muß 
ten erst durch die Marineangehörigen zusam 
mengetragen werden. Es wird für immer ein 
Ruhmesblatt des Bundes deutscher Marine 
vereine bleiben, in einer so trostlosen Zeit, 
Eine Laboe-Plakette. 
Für den Tag der feierlichen Einweihung 
des Marine-Ehrenmals wurde diese wirkungs 
volle Festplakette ausgegeben. (Weltbild, K.) 
wie sie es damals war, dieses gewaltige Werk 
begonnen zu haben. 
Nachdem der Turm im Rohbau Ende 1929 
fertiggestellt worden war, wurde er nicht nur 
in Deutschland, sondern in der ganzen Welt 
bekannt. Ein schönes Erlebnis war für mich 
die Abnahme des Turmes durch die Bankom 
mission. Als die Kommission plaudernd vom 
Hafen am Laboer Strand vorbei zum Ehren 
malgelände ging und vor dem Turm stand, 
verstummte plötzlich jedes Wort, und Mann 
für Mann nahm den.Hut ab und verharrte in 
ehrwürdigem Schweigen. 
Es vergingen trostlose Jahre und es schien 
fast, als sollte das Ehrenmal nie fertig wer 
den. Immer wieder wurden die Pläne für 
die restlichen Bauten, die unterirdische Weihe 
halle, obere Ehrenhalle und Umfassungshalle 
umgeändert, vereinfacht, um mit geringeren 
Baukosten auszukommen. Sollte wirklich die 
wirtschaftliche Not stärker werden als die 
Hoffnung und der Glaube? 
Da kam die siegreiche Revolution des Drit 
ten Reiches: das Ehrenmal konnte endlich fer 
tiggestellt werden, und am 20. Jahrestag der 
gewaltigen Skagerrakschlacht wird das deut 
sche Marine-Ehrenmal in.Laboe an der Kieler 
Förde im geeinten heiligen Deutschland seine 
Weihe empfangen. 
* 
Rundfunkübertragung 
der Einweihung des Marineehrenmals. 
Der deutsche Rundfunk überträgt die Ein 
weihung des Marineehrenmals in Laboe am 
Sonnabend, dem 30. Mai, in der Zeit von 11 
bis 12 Uhr. ' 
* 
Luftspcrre über der Kieler Bucht. 
Das Reichslnftfahrtministerium teilt mit: 
„Anläßlich der Flottenparade wird der Luft 
raum über der Kieler Bucht westlich der Linie 
zehn Grad 30 Minuten Ost am 28. und 29. Mai 
1936 zum Luftsperrgebiet erklärt. Ferner wird 
anläßlich der Einweihungsfeier des Marine- 
ehrenmals bei Laboe der Luftraum über dem 
Gebiet in einem Umkreis von fünf Kilometern 
um das Marineehrenmal am 30. Mai 1936 in 
der Zeit von 10.45 Uhr bis 12.16 Uhr zum Luft- 
sperrgebiet erklärt. Das Ueberfliegen dieses. 
Luftraumes ist daher verboten. Ausnahmen 
von dieser Verordnung kann das Lnftamt 
Hamburg zulassen." 
27 Möi 1936,ahdsjli 
^fest'andslufi 
warme 
10Q5 
Madnsr y ■ —A/ %»Rnm -r-—< 
£FE=r-Ky=^< 
■ 
Wctteraussichtc« für Freitag, den 29. Mai 1836, 
in Nordwcstdentschland: Mäßige Winde uw Nord 
west, wolkig, vorwiegend trocken, nur mäßig warm. 
Warum weilen Sie so leichtsinnig sein 
und Ihre Hau! ungeschützt der Sonne aus 
setzen? Es gibt doch Nivea. Wenn 
man sich vor jeder Sonnen- ^ 
bestrahlung gut mit Nivea 
Creme oder mit Nivea-Öl 
einreibt, dann erhält man ganz 
wunderbar schnell eine herr- 
lich natürliche Hautbräununcļ.
	        
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