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Schleswig-Holsteinischer WirLschastsdienst
Ģrmftîges SLerrer
mrfksMMen im April 1836
DNB. Berlin, 28. Mai. Nach Mitteilung des
Nceichsfinanzministeriums betrugen die Einnahmen
-v Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Ab-
saben im April 1986 bei den Besitz- und Berkehrs-
Neuern 488,3 Mill. Mott gegen 394,0 Mill. MM im
"Nril 1935 und bei den Zöllen und Verbrauchs
neuern 824,8 bzw. 290,9 Mill. MM, zusammen also
^' 9 -6 bzw. 684,9 Mill. MM. Im ganzen sind im
. pril iggg an Besitz- und Verkehrssteuern 61,3
^"ll. mm mehr aufgekommen als im April 1935;
c °n diesem Mehraufkommen entfallen 26,9 Milli-
vnen mm auf die Einkommensteuer und 27,9 Mill.
'/ Jl auf die Umsatzsteuer. Die Zölle und Ver-
brauchssteuern ergaben im April 1936 zusammen
^-4 Millionen Mott mehr als im April 1935. Das
Wirkliche Mehraufkommen im April 1986 gegenüber
em gleichen Vorjahrsmonat stellt sich bei den
Steuern, Zöllen und Abgaben auf 91,1 Mill. MM.
Einfuhrverbot auch für Scheidemünzen
Durch eine 5. Durchführungsverordnung zum Ge-
atz über die Devisenbewirtschaftung ist mit Wir
ing vom 1. Juni 1936 ein Scheidemünzen-Einfuhr-
Annahmeverbot für verbotswidrig aus dem Aus
übe eingehende Scheidemünzen ausgesprochen,
gleichzeitig sind einige Vorschriften, die mit der
Durchführung des - Reichsmarknoten-Einfuhrverbo-
bs zusammenhängen, geändert worden.
Mit Rücksicht auf die angespannte Devisenlage ist
,'e deutsche Wirtschaft mehr denn je darauf angewie-
für ihre Exporte und ihre Dienstleistungen an
°as Ausland in Devisen und nicht in Reichsmark-
ņoten oder Scheidemünzen bezahlt zu werden. Aus
tesem Grunde ist bereits in den Anfängen der De
visenbewirtschaftung ein Verbot zur Ausfuhr von
-teichsmarknoten und Scheidemünzen erlassen.
Dänemarks LanÄrvirtschnstsnussuhr
und Deutschlands Anteil daran
Das Statistische Departement gibt bekannt, daß
der letzten Woche die Ausfuhr Dänemarks an
ltandwirtschaftsprodukten sich wie folgt stellte: Aut
or: 3 083400 Kg., davon nach Deutschland 713 500,
»ach England 2 338 100, nach Norwegen und Schwe
den 100, nach Belgien 20 500, nach Frankreich 7000,
Uach Uebersee 7600 Kg. — Eier: 1415100 Stieg, da-
t>on nach Deutschland 445100, nach England 906 500,
^ach Spanien 18 800, nach der Schweiz 24 700, nach
Sowjet-Rußland 19 600 Stieg. — Bacon: 3 738100
Ķg. nach England. — Anderes Schweinefleisch:
Ņ 400 Kg., davon nach Deutschland 32 500 Kg. —
Rindfleisch: 106 200 Kg., davon nach Deutschland
r* 6 °0, nach Belgien 50 700 Kg. — Schlachterei-Ab-
îàļle iDärme, Magen usw.): 418 800 Kg., davon nach
Deutschland 351200, nach England 31000, nach Nor
wegen und Schweden 300, nach Holland 900, nach
Frankreich 12 100, nach Uebersee 23 300 Kg. — Ge
schlachtetes Geflügel: 38 300 Kg., davon nach Deutsch-
latrd 33 700, nach der Schweiz 4600 Kg. — Schweine
schmalz: 168 700 Kg., davon nach Deutschland 142 300,
nach England 21900, nach Sowjet-Rußland 4500 Kg.
— Pferde: 140 Stück, davon nach Deutschland 118,
nach Frankreich 11 Stück. — Schlachtrinder: 4940
Stück, davon nach Deutschland 4690, nach Belgien
250 Stück. — Lebende Schweine: 2884 Stück, davon
nach Deutschland 2085, nach Oesterreich 79 Stück. —
Käse: 166 900 Kg., davon nach Deutschland 98 000,
nach Norwegen und Schweden 6100, nach Belgien
3800, nach Frankreich 13 800, nach Uebersee 18 400 Kg.
Ernten sinnlos vernichtet
Brasilien, das kaffeereichste Land der Erde, kämpft
immer noch einen verzweifelten Kampf um die Si
cherung der Lebensgrundlage seiner Kaffeefarmer.
Die Methoden, die dabei angewandt werden, zeigen
die ganze Hilflosigkeit einer Wirtschaftsform, die
mit Mitteln der Vernichtung die Befferung eines
unhaltbaren Zustandes herbeizuführen versucht. Die
Ziffern, die gerade jetzt über die in den letzten Mo
naten in Brasilien durchgeführten Kaffeeverbren
nungen vorliegen, sind dafür ein erschütternder
Beweis. Während im Januar 148 287 Sack soge
nannter Opferkaffee — d. h. Kaffee, der von der
Regierung aufgekauft worden ist — zur Stützung
des Kasfeepreises vernichtet wurde, stieg diese Zahl
im Februar auf 152 871 Sack und erreichte im Mo
nat März sogar 272 871 Sack Kaffee. Man kann sich
einen Begriff von der Größe der vernichteten
Menge machen, wenn man bedenkt, daß die Gesamt
vorräte an Kaffee am 81. März 1936 3 448 453 Sack
betrugen. Im ganzen sollen nicht weniger als
4 Millionen Sack „Opferkaffee" vernichtet werden
und vom Markt verschwinden, weil sonst der Preis
wohl nicht einmal durch Börsenmanöver zu halten
ist. Das sind die Erfolge einer „freien Wirtschaft".
Man ringt dem Boden Ernten ab, um sie, wenn sie
in mühseliger Arbeit eingebracht worden sind wie
der zu vernichten!
Die Schiedsgerichtsbarkeit für die Marktordnung
Nachdem durch die 4. Verordnung über den vor
lausigen Aufbau des Reichsnährstandes die Markt
ordnung des Reichsnährstandes vereinheitlicht und
in den Gesamtaufbau des Reichsnährstandes einbe
zogen worden war, wurde eine Vereinheitlichung
der Schiedsgerichtsbarkeit auf dem Gebiete der
Marktordnung eine geradezu zwangsläufige Not
wendigkeit. Diese notivenöige Ergänzung der gan
zen Marktordnung erfolgte durch die Verordnung
über die Bildung von Schiedsgerichten für die land
wirtschaftliche Marktregelung vom 26. Februar 1935.
Der Reichs- und Preußische Minister für Er
nährung und Landwirtschaft hat unter dem 2. März
1936 auf Grund dieser Verordnung auf Vorschlag
des Reichsnährstandes die Obmänner und stellver
tretenden Obmänner der Schiedsgerichte der Wirt-
schaftsverbände und der Schiedsgerichte des Reichs
nährstandes berufen. Damit sind sämtliche Schieds
gerichte innerhalb der landwirtschaftlichen Markt
regelung mit Obmännern und stellvertretenden
Obmännern in ausreichendem Maße besetzt. Da be
kanntlich die Beisitzer (Schiedsrichter) bei den
Marktschiedsgerichten von den Parteien frei gewählt
werden und die eingereichten Vorschlagslisten den
Parteien hier nur die Auswahl erleichtern sollten,
können die Schiedsgerichte jetzt allenthalben ihre
Arbeit aufnehmen und die inzwischen eingereichten
Schiedsklagen mit tunlichster Beschleunigung zum
Abschluß bringen. Die Abberufung der Obmänner
und stellvertretenden Obmänner der bei den frühe
ren Eierverwertungsverbänden gebildeten Schieds
gerichte ist nicht erfolgt, weil die dort noch laufen
den SchiedsgerichtSsachen von den bisherigen Ob
männern zu erledigen sind und neu eingehende
Schiedsgerichtssachen zur Zuständigkeit der Schieds
gerichte bei den neu gebildeten Eierwirtschaftsver-
bänden gehören. Sotveit bei den Milchmirtschafts-
verbänden Neubestellungen und Abberufungen nicht
erfolgt sind, verbleibt es einstweilen bei der bis
herigen Besetzung. Die Neubesetzung bzw. Ver
längerung der Amtsbauer der Obmänner wird
rechtzeitig erfolgen.
*
Es bestehen nun innerhalb der landwirtschaft
lichen Marktregelung — abgesehen von den Schieds
gerichten für Lieferungsstreitigkeiten bei den Lan
desbauernschaften und dem Oberschiedsgericht für
Lieferstreitigkeiten — folgende Schiedsgerichte:
1. Die Schiedsgerichte bei den einzelnen Wirt
schaftsverbänden,-
2. die Schiedsgerichte bei den einzelnen Haupt-
vereinigungen und Wirtschaftlichen Vereini
gungen,-
3. die Schiedsgerichte des Reichsnährstandes ge
mäß § 2 Abs. 1 Ziffer 2 der Verordnung vom
26. Februar 1935, die am Sitz einer jeden
Landesbauernschaft errichtet werden:
4. das Oberschiedsgericht für die landwirtschaft
liche Marktregelung mit dem Sitz in Berlin.
Das Oberschiedsgericht bildet die Spitze der einheit
lichen Schiedsgerichtsbarkeit und ist Berufungsge
richt für alle Entscheidungen der vorher genannten
Schiedsgerichte, in erster Linie für Fälle von be
sonderer Tragweite oder besonders einschneidender
Natur.
Die Einrichtung und örtliche Zuständigkeit der
Schiedsgerichte des Reichsnährstandes (vorstehend
zu 3), die in den Fällen angerufen werden können,
in denen der Reichsnährstand als solcher auf Grund
des 8 2 des Reichsnährstandsgesetzes eine Ermäch
tigung zur Marktregelung erhalten hat, ist durch
die Anordnung des Reichsbauernführers vom
16. April 1936 geregelt worden. Es handelt sich jetzt
darum, eine nach einheitlichen Gesichtspunkten aus
gerichtete, gut, billig und ohne Verzögerung arbei
tende Marktrechtsprechung herbeizuführen. Nach
dem für die einzelnen am Sitz jeder Landesbauern-
schast gebildeten Marktschiedsgerichte jeweils der
gleiche Obmann bei sämtlichen Verbänden bestellt
ist, der nebenher in den meisten Fällen zugleich der
Obmann des Schiedsgerichtes für Lieferstreitigkeiten
ist, sind die Vorbedingungen für die Erfüllung der
gestellten Aufgabe geschaffen. Die Geschäftsstellen
aller Marktschiedsgerichte, die am Sitz einer Lan-
desbauernschast für die einzelnen Wirtschaftsver-
bände gebildet sind, werden in einer Geschäftsstelle
vereinigt. Damit eine Uebersicht über die Rechtspre
chung gewonnen und eine einheitliche Linie gewahrt
wird, erstatten die Landesbauernschaften Berichte
über erstinstanzliche Urteile von grundsätzlicher Be
deutung nach Eintritt der Rechtskraft an die Reichs
hauptabteilung III des Reichsnährstandes.
Amsķess
Bauwirtschaft ohne Arbeitslose
In seinem neuesten Wochenbericht stellt das In
stitut für Konjunkturforschung fest, daß allein in
den Monaten März und April annähernd 290 000
Baufach- und Bauhilfsarbeiter wieder eingestellt
werden konnten. Die Zahl der bei den Arbeitsäm
tern gemeldeten arbeitslosen Bauarbeiter nahm
von 503 000 auf 214 000 ab (Ende April 1935 betrug
die Arbeitslosigkeit 284 00). Im Mai hat die Ar
beitslosigkeit weiter abgenommen. Die Arbeitslosig
keit ist damit nur noch ungefähr ebenso hoch wie lm
Durchschnitt der Jahre 1828 und 1929. Nun sank da
mals und auch im Jahre 1936 von Ende April bis
zum Höhepunkt der Saison die Arbeitslosigkeit im
Baugewerbe um etwa 125 000. Werden in diesem
Jahr in den kommenden drei bis vier Monaten
etwa ebensoviel Bauarbeiter eingestellt wie im letz
ten Jahr — die Wahrscheinlichkeit hierfür ist groß—,
so dürfte der tiefste Stand der Arbeitslosigkeit seit
der Währungsstabilisierung wieder erreicht sein.
Damit wären praktisch alle noch verfügbaren ar
beitslosen Kräfte der Bauwirtschaft beschäftigt.
Preisfestsetzung für Speisckartoffel«
Auf Grund des 8 4 Ziffer 4 der Verordnung
über den Zusammenschluß der Kartoffelwirtschaft
wird angeordnet: Die in der Anordnung Nr. 47
der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirt
schaft für Lieferungen im Mai 1936 festgesetzte«
Erzeugerpreise und Zuschlüge für Speisekartoffcln
bleiben bis auf weiteres iu Kraft.
Hamburger Börse
Amtliche Notierung in MM für 100 MM Nennwert
(Ohne Gewhäri
28.5.
^«sbant 189.25
94.50
^sbn. Bank 95.25
"«einsbetti l 15.00
«ant 124 00
°chl..tz. Bant 77.00
Ņerķrhrr.Ait.
S b B- Hochbahn 90,00
Jtfa-Oftaftiïo 39.00
x°vag 15.87
vdg.^Stwamer. 31.75
Ardd. Lloyd 17.75
^etau-Uinte 39.00
27.5.
189.25
94.50
95 25
115 00
124.00
77.00
90 00
39 00
15 87
31.75
17 75
39 00
Indus«..«». 28 5. 27.5
«11g. ®1..®.
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Deutsche Erdöl
ID.-Farden
Neubesttz
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37.00
158.00
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151.75
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173.12
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37 00
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192.75
142.25
185.25
173.12
21.50
111.75
Handel WnS
Amtliche Währungskurse. 28.5. 27 5.
I Ņşund Sterling ....... 12.385 12.385
Dollar 2.487 2.487
Istn Kr . . . 5530 55.30
Sc, àanz. Frank. ....... 16.365 16.365
ņ.'kta . 33 92 33.92
lï ° ............ 19.48 19 48
(Ohne Gewähr!) Geldkurs
Detail. Elektrolytkupfer per 100 Kg. 28 5 27.5.
"wvt cif Hbg. ob. Brem. Rotterd. 52 25 52.25
Berliner Schlachtvieh markt
29, Mai Wordericht) (Ohne Gewähr
-^lltgeteilt von der Reichsviebwertungsgesellschaft.
Es wurde gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht:
t». Preise: Auftrieb: Verlauf:
24-44 1143 glatt
S* 32—75 2010 ruhig
*************** ^—52 3924 glatt
Jflttgftte 9812 ziemlich glatt
Ģweine Klaffe A bis E Ş -Ņ Sauen 50-/--53-«-
Nächster Markt am 3. Juni 1936
Hamburger Schweinemarkt
P, Altona, den 29. Mai 1936
50 W' e: a55 - b 1 54 - b 2 53, c 51. d 49. gl 52-54, g2 49-50
(rS ^bbnem Auftrieb: 3919 si-1466 Beobachtungstiere
""e Gewähr! vanveL zugeteilt
>» Nächster Markt am 3. Juni 1936
Wandsbeker Kleinviehmarkt vom 28. Mai
rund 150 Ferkel und mehrere Schaflämmer
Am ş.stbrt. Der Handel setzte bis zum Zeitpunkt der
stä'îşing dieses Berichtes gut ein und läßt die voU-
P t ‘ļŗ l ge Räumung des Bestandes erwarten. Die
tttic, sielten sich auf der bisherigen Höhe und be-
C*«n für 4-0 Wochen alte Ferkel 16-18 MM,
big -machen alte IS—22 MM, 8—10 Wochen alte 22
die feir Ķ' 10—12 Wochen alte 26—30 MM. Für
.^îĢàmmer wurden je nach dem Alter 18 bis
gefordert.
Butter-Wochenbericht
Der internationale Markt, der eng mit der Ent
wicklung des dänischen Marktes verbunden bleibt,
zeigt nach wie vor ein recht festes Gepräge. Ob
gleich die dänische Produktion bei dem überall herr
schenden fruchtbaren Wetter Zunahmen aufweist,
die nicht günstiger sein können, bleibt die Nachfrage
anhaltend stark, so daß sich nirgends L-chwierigkei-
ten im Absatz zeigen. Es ist kaum anzunehmen, daß
die bevorstehenden Festtage hierfür ausschlaggebend
sind. Man sucht die Erklärung vielmehr in den ver
hältnismäßig kleinen Beständen in England gegen
über den Jahren 1935, insbesondere aber 1934. Je
denfalls ist England nach wie vor sehr kauffretzdig.
Man bewilligte gern 1 bis 2 Kr. höhere Preise.
Dementsprechend ging auch die Kopenhagcner No
tierung heute nochmals um 2 Kronen auf 185 Kr.
höher, und man kann kaum beurteilen, wie der
weitere Verlauf sein wird. —
Aus den deutschen Erzeuqerqebieten sind die An
lieferungen ebenfalls bedeutend größer, und es
scheint, daß wir bei dem üppigen Graswuchs
auch für den Monat Juni das Veste erwarten kön
nen. Selbstverständlich ist auch der Bedarf anläßlich
des bevorstehenden Pfingstfestes beträchtlich gestie
gen. Der bisher nicht so starke Milchkonsum dürfte,
wenn die jetzigen Temperaturen anhalten, ebenfalls
größere Formen annehmen.
Hamburger Rinder- und Schafmarkt vom 28. Mai
Der Rinderauftrieb war mit 453 Rindern plus
50 Beobachtungstieren um ea. 90 Tiere geringer
als in der Vorwoche. Infolge des geringen Auf
triebes mußte die heutige Zutcilungsquote etwas
gekürzt werden. Die Qualität der angelieferten
Rinder war mittel. — Mit einem Auftrieb von 1781
Schafen war der heutige Markt um ca. 600 Tiere
reichlicher beschickt als in der Vorwoche. Der Han
del verlief am Anfang des Marktes gut, flaute je
doch später etwas ab, so daß die Preise aus der
ganzen Linie leicht nachgaben. Die Qualität der
-riere war zufriedenstellend. Der Markt hielt sich
leüoch zur Vorwoche unverändert.
Deutsche Schlachtviehmärkte
EammsrnokierunZ Berlin am Markttage. Preise
für 1 Pfd. Lebendgewicht in (Ohne Gewährt
28 Mai 1936
Markt
Pranfelnrt/M.
Leipzig
Stuttgart
Am Beginn der Berichtswoche waren die Bieh-
markte wesentlich stärker beschickt als an den glei
chen Tagen der Vorivoche. Besonders Schweine
waren mit 10187 Tieren sehr stark vertreten. Trotz
dem war der gesamte Anfall schnell vergriffen, zu
mal sich einmal am Dienstagmarkt das erwartete
starke Pfingstgeschäft entwickelte, und zum anderen
waren die Lieferungen in der Vorwoche durch die
zeitweise Unterbrechung der Verladetütigkeit zu
gering gewesen. Die Beschaffenheit der aufgetriebe
nen Tiere entsprach den Bedürfnissen der Käufer-
schaft, die besonders mittelschwere Tiere bevorzugte,
während die oberen Klassen weniger begehrt wa
ren. Am Kälbermarkt verlief das Geschäft weniger
mtgeregt. Die über 2000 dem Markt zugeführten
-riere, d. s. fast 800 Kälber mehr als in der Vor
woche, wurden, obwohl die Qualitäten gut waren,
nur langsam und zu rückläufigen Preisen in den
oberen Klassen verkauft. Leichter abzusetzen waren
abfallende Tiere. Am Donnerstag-Rindermarkt er
wartet man keine größeren Zufuhren. Man rechnet
mit 400 bis 600 Tieren. Dagegen werden Schafe
m der gleichen Zahl wie in der Vorwoche vertre
ten sein, für welche sich der Markt voraussichtlich
aufnahmefähiger zeigen wird.
Am Hamburger Getreidemarkt hat die Umsatz-
tlitigkeit keine Erweiterung erfahren. Roggen und
Weizen zu Mahlzwecken tvaren unverändert stark
begehrt. Jedoch hielt sich das anfallende Material
rn kleinstem Rahmen. Bon Holstein und auch aus
Mitteldeutschland war kaum Material zum Ver
lauf gestellt, während einige Posten aus Schlesien
an den Markt kamen, die ohne Schwierigkeiten atrf-
genvmmen wurden. In gleichem Maße günstig la
gen die Verwertungsmöglichkeiten am Roggen
markt. Hier zeigten die Provinzmühlen wiedernm
Der Marktbeobachter
besonders starke Aufnahmefähigkeit. Größere Um
sätze wurden nicht getätigt:
Am Futtergetreidemarkt waren Futterwetzen
und Futterroggen nach wie vor begehrt. Das ver
fügbare Material war klein. Futterhafer stand, am
Bedarf gemessen, reichlich zur Verfügung. Im all
gemeinen zeigte man sich für den Aufkauf von Ha
fer wenig interessiert. Nur vom Großhandel gin-
gen ab und zu einige Anregungen aus. Auch am
Gerstemarkt trat eine leichte Beruhigung ein, die
sich in einer vergleichsiveise geringeren Äufnahme-
neigung für Gerste mit hohem Naturalgewicht
äußerte. Nach tote vor waren leichte Sorten gut
unterzubringen.
Der ruhige Geschäftsverlauf am Futtermittel
markt hielt in dieser Woche unverändert an. In den
hauptsächlichsten Futtermitteln wurden Umsätze nicht
getätigt, da hierfür von seiten der Landivirtschaft
tu der Zeit günstiger Futterverhältnisse sehr be
schränkte Aufnahmeneigung bestand. Nur Kleie und
Futterzucker waren weiterhin begehrt.
Der Hamburger Eiermarkt war in dieser Woche
nicht immer zufriedenstellend beschickt, da infolge
der vorgeschrittenen Jahreszeit die Eiereinkühlung
ettens der Reichsstelle in größerem Umfange be
trieben wird. Die starken Anforderungen, die der
Großhandel angesichts der kommenden Pfingst-
ferertage an den Markt stellte, konnten nur teil
weise befriedigt werden. Die von der Reichsstette
gegenwärtig tvährend der Eierschwemme zur Dnrch-
fnhrnng kommenden Maßnahmen sind erforderlich,
um auch in der eierknappen Zeit die Bersorgnngs-
lage zu sichern. Trotz tveiter angestiegener Erzeu
gung ist mit einer umfangreicherett Beschickung des
Marktes vorerst noch nicht zu rechne«.
1. Kälber ...
2. „ ...
1. Schafe....
2. „ ....
1. Schweine.
2. „
3- „ •
1. Sauen....
Au strich
Kälber
Schafe .....
Schweine...
Kälber .....
Schale
Schweine...
73—76
66-72
40
35-36
57
55—56
53
48—56
62—70
55-60
56
54—55
52
52-54
70—74
65-68
und Handel aul
56-/2
54—55
52-/2
52-/2
den Märkten
Dresden
69—75
60—68
56
54-55
52
935
38
1449
rege
ruhig
zugeteilt
1041
275
2803
schlecht
gut
zugeteilt
208
1125
langsam
zugeteilt
1321
154
1466
mittel
belanglos
verteilt
Zmiral-zerkelmM
der Provinz Schleswig-HoWn
am Donnerstag, dem 28. Mai 1936.
in der städtischen Viehmarkthalle zu Rendsburg
Die Zufuhr zum heutigen Markt betrug 479
Stück gegen 461 Stück in der Vorwoche, mithitt eine
Mehrzufuhr von 18 Stück. Es wurden gezahlt für
schwere Ware (20—26 Kg.) 0,68—0,70 Mott
mittelschwere Ware (15—20 Kg.) 0,72—0,75 MM
leichte Ware (12/4—15 Kg.) 0,75—0,80 MM
für V2 Kg. Lebendgewicht. Für allerbeste Ferkel
wurde auch über Notiz, für abfallende Ware auch
unter Notiz bezahlt. Jungschweine (über 25 Kg.)
waren nur wenige am Markt.
Zum heutigen Zentralferkelmarkt war die Zu
fuhr etwas höher als in der Vorwoche. Der
Handel war gut, der Markt wurde geräumt.
Ausgeführt wurden, soweit wir feststellen konn
ten, größere und kleinere Partien nach Borgstedt
feld, Duten, Westerrönfeld, Nortorf, Quarnbek,
Hohenwestedt, Bad Segeberg, Bad Bramstedt,
Horst, Elmshorn, Kremperheiöe, Oldenburg i. H_
Görlttz.
Fette Schweine waren nicht am Markt. Für ge»
lieferte fette Schweine werden 43—51 Pfg. für &
Kg. Lebendgewicht gezahlt.
Die Zahl der dem Kälbermarkt zngeführten
Trere betrug 8 Stück gegen 10 Stück in der Vor-
ivoche. Es wurden gezahlt für nüchterne Kälber 25
bis M Pfg., für Fresser 30-85 Pfg., für ältere
Kälber brs 50 Pfg. das % Kg. Lebendgewicht.