Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Schleswig-Holsteinischer WirLschastsdienst 
Ģrmftîges SLerrer 
mrfksMMen im April 1836 
DNB. Berlin, 28. Mai. Nach Mitteilung des 
Nceichsfinanzministeriums betrugen die Einnahmen 
-v Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Ab- 
saben im April 1986 bei den Besitz- und Berkehrs- 
Neuern 488,3 Mill. Mott gegen 394,0 Mill. MM im 
"Nril 1935 und bei den Zöllen und Verbrauchs 
neuern 824,8 bzw. 290,9 Mill. MM, zusammen also 
^' 9 -6 bzw. 684,9 Mill. MM. Im ganzen sind im 
. pril iggg an Besitz- und Verkehrssteuern 61,3 
^"ll. mm mehr aufgekommen als im April 1935; 
c °n diesem Mehraufkommen entfallen 26,9 Milli- 
vnen mm auf die Einkommensteuer und 27,9 Mill. 
'/ Jl auf die Umsatzsteuer. Die Zölle und Ver- 
brauchssteuern ergaben im April 1936 zusammen 
^-4 Millionen Mott mehr als im April 1935. Das 
Wirkliche Mehraufkommen im April 1986 gegenüber 
em gleichen Vorjahrsmonat stellt sich bei den 
Steuern, Zöllen und Abgaben auf 91,1 Mill. MM. 
Einfuhrverbot auch für Scheidemünzen 
Durch eine 5. Durchführungsverordnung zum Ge- 
atz über die Devisenbewirtschaftung ist mit Wir 
ing vom 1. Juni 1936 ein Scheidemünzen-Einfuhr- 
Annahmeverbot für verbotswidrig aus dem Aus 
übe eingehende Scheidemünzen ausgesprochen, 
gleichzeitig sind einige Vorschriften, die mit der 
Durchführung des - Reichsmarknoten-Einfuhrverbo- 
bs zusammenhängen, geändert worden. 
Mit Rücksicht auf die angespannte Devisenlage ist 
,'e deutsche Wirtschaft mehr denn je darauf angewie- 
für ihre Exporte und ihre Dienstleistungen an 
°as Ausland in Devisen und nicht in Reichsmark- 
ņoten oder Scheidemünzen bezahlt zu werden. Aus 
tesem Grunde ist bereits in den Anfängen der De 
visenbewirtschaftung ein Verbot zur Ausfuhr von 
-teichsmarknoten und Scheidemünzen erlassen. 
Dänemarks LanÄrvirtschnstsnussuhr 
und Deutschlands Anteil daran 
Das Statistische Departement gibt bekannt, daß 
der letzten Woche die Ausfuhr Dänemarks an 
ltandwirtschaftsprodukten sich wie folgt stellte: Aut 
or: 3 083400 Kg., davon nach Deutschland 713 500, 
»ach England 2 338 100, nach Norwegen und Schwe 
den 100, nach Belgien 20 500, nach Frankreich 7000, 
Uach Uebersee 7600 Kg. — Eier: 1415100 Stieg, da- 
t>on nach Deutschland 445100, nach England 906 500, 
^ach Spanien 18 800, nach der Schweiz 24 700, nach 
Sowjet-Rußland 19 600 Stieg. — Bacon: 3 738100 
Ķg. nach England. — Anderes Schweinefleisch: 
Ņ 400 Kg., davon nach Deutschland 32 500 Kg. — 
Rindfleisch: 106 200 Kg., davon nach Deutschland 
r* 6 °0, nach Belgien 50 700 Kg. — Schlachterei-Ab- 
îàļle iDärme, Magen usw.): 418 800 Kg., davon nach 
Deutschland 351200, nach England 31000, nach Nor 
wegen und Schweden 300, nach Holland 900, nach 
Frankreich 12 100, nach Uebersee 23 300 Kg. — Ge 
schlachtetes Geflügel: 38 300 Kg., davon nach Deutsch- 
latrd 33 700, nach der Schweiz 4600 Kg. — Schweine 
schmalz: 168 700 Kg., davon nach Deutschland 142 300, 
nach England 21900, nach Sowjet-Rußland 4500 Kg. 
— Pferde: 140 Stück, davon nach Deutschland 118, 
nach Frankreich 11 Stück. — Schlachtrinder: 4940 
Stück, davon nach Deutschland 4690, nach Belgien 
250 Stück. — Lebende Schweine: 2884 Stück, davon 
nach Deutschland 2085, nach Oesterreich 79 Stück. — 
Käse: 166 900 Kg., davon nach Deutschland 98 000, 
nach Norwegen und Schweden 6100, nach Belgien 
3800, nach Frankreich 13 800, nach Uebersee 18 400 Kg. 
Ernten sinnlos vernichtet 
Brasilien, das kaffeereichste Land der Erde, kämpft 
immer noch einen verzweifelten Kampf um die Si 
cherung der Lebensgrundlage seiner Kaffeefarmer. 
Die Methoden, die dabei angewandt werden, zeigen 
die ganze Hilflosigkeit einer Wirtschaftsform, die 
mit Mitteln der Vernichtung die Befferung eines 
unhaltbaren Zustandes herbeizuführen versucht. Die 
Ziffern, die gerade jetzt über die in den letzten Mo 
naten in Brasilien durchgeführten Kaffeeverbren 
nungen vorliegen, sind dafür ein erschütternder 
Beweis. Während im Januar 148 287 Sack soge 
nannter Opferkaffee — d. h. Kaffee, der von der 
Regierung aufgekauft worden ist — zur Stützung 
des Kasfeepreises vernichtet wurde, stieg diese Zahl 
im Februar auf 152 871 Sack und erreichte im Mo 
nat März sogar 272 871 Sack Kaffee. Man kann sich 
einen Begriff von der Größe der vernichteten 
Menge machen, wenn man bedenkt, daß die Gesamt 
vorräte an Kaffee am 81. März 1936 3 448 453 Sack 
betrugen. Im ganzen sollen nicht weniger als 
4 Millionen Sack „Opferkaffee" vernichtet werden 
und vom Markt verschwinden, weil sonst der Preis 
wohl nicht einmal durch Börsenmanöver zu halten 
ist. Das sind die Erfolge einer „freien Wirtschaft". 
Man ringt dem Boden Ernten ab, um sie, wenn sie 
in mühseliger Arbeit eingebracht worden sind wie 
der zu vernichten! 
Die Schiedsgerichtsbarkeit für die Marktordnung 
Nachdem durch die 4. Verordnung über den vor 
lausigen Aufbau des Reichsnährstandes die Markt 
ordnung des Reichsnährstandes vereinheitlicht und 
in den Gesamtaufbau des Reichsnährstandes einbe 
zogen worden war, wurde eine Vereinheitlichung 
der Schiedsgerichtsbarkeit auf dem Gebiete der 
Marktordnung eine geradezu zwangsläufige Not 
wendigkeit. Diese notivenöige Ergänzung der gan 
zen Marktordnung erfolgte durch die Verordnung 
über die Bildung von Schiedsgerichten für die land 
wirtschaftliche Marktregelung vom 26. Februar 1935. 
Der Reichs- und Preußische Minister für Er 
nährung und Landwirtschaft hat unter dem 2. März 
1936 auf Grund dieser Verordnung auf Vorschlag 
des Reichsnährstandes die Obmänner und stellver 
tretenden Obmänner der Schiedsgerichte der Wirt- 
schaftsverbände und der Schiedsgerichte des Reichs 
nährstandes berufen. Damit sind sämtliche Schieds 
gerichte innerhalb der landwirtschaftlichen Markt 
regelung mit Obmännern und stellvertretenden 
Obmännern in ausreichendem Maße besetzt. Da be 
kanntlich die Beisitzer (Schiedsrichter) bei den 
Marktschiedsgerichten von den Parteien frei gewählt 
werden und die eingereichten Vorschlagslisten den 
Parteien hier nur die Auswahl erleichtern sollten, 
können die Schiedsgerichte jetzt allenthalben ihre 
Arbeit aufnehmen und die inzwischen eingereichten 
Schiedsklagen mit tunlichster Beschleunigung zum 
Abschluß bringen. Die Abberufung der Obmänner 
und stellvertretenden Obmänner der bei den frühe 
ren Eierverwertungsverbänden gebildeten Schieds 
gerichte ist nicht erfolgt, weil die dort noch laufen 
den SchiedsgerichtSsachen von den bisherigen Ob 
männern zu erledigen sind und neu eingehende 
Schiedsgerichtssachen zur Zuständigkeit der Schieds 
gerichte bei den neu gebildeten Eierwirtschaftsver- 
bänden gehören. Sotveit bei den Milchmirtschafts- 
verbänden Neubestellungen und Abberufungen nicht 
erfolgt sind, verbleibt es einstweilen bei der bis 
herigen Besetzung. Die Neubesetzung bzw. Ver 
längerung der Amtsbauer der Obmänner wird 
rechtzeitig erfolgen. 
* 
Es bestehen nun innerhalb der landwirtschaft 
lichen Marktregelung — abgesehen von den Schieds 
gerichten für Lieferungsstreitigkeiten bei den Lan 
desbauernschaften und dem Oberschiedsgericht für 
Lieferstreitigkeiten — folgende Schiedsgerichte: 
1. Die Schiedsgerichte bei den einzelnen Wirt 
schaftsverbänden,- 
2. die Schiedsgerichte bei den einzelnen Haupt- 
vereinigungen und Wirtschaftlichen Vereini 
gungen,- 
3. die Schiedsgerichte des Reichsnährstandes ge 
mäß § 2 Abs. 1 Ziffer 2 der Verordnung vom 
26. Februar 1935, die am Sitz einer jeden 
Landesbauernschaft errichtet werden: 
4. das Oberschiedsgericht für die landwirtschaft 
liche Marktregelung mit dem Sitz in Berlin. 
Das Oberschiedsgericht bildet die Spitze der einheit 
lichen Schiedsgerichtsbarkeit und ist Berufungsge 
richt für alle Entscheidungen der vorher genannten 
Schiedsgerichte, in erster Linie für Fälle von be 
sonderer Tragweite oder besonders einschneidender 
Natur. 
Die Einrichtung und örtliche Zuständigkeit der 
Schiedsgerichte des Reichsnährstandes (vorstehend 
zu 3), die in den Fällen angerufen werden können, 
in denen der Reichsnährstand als solcher auf Grund 
des 8 2 des Reichsnährstandsgesetzes eine Ermäch 
tigung zur Marktregelung erhalten hat, ist durch 
die Anordnung des Reichsbauernführers vom 
16. April 1936 geregelt worden. Es handelt sich jetzt 
darum, eine nach einheitlichen Gesichtspunkten aus 
gerichtete, gut, billig und ohne Verzögerung arbei 
tende Marktrechtsprechung herbeizuführen. Nach 
dem für die einzelnen am Sitz jeder Landesbauern- 
schast gebildeten Marktschiedsgerichte jeweils der 
gleiche Obmann bei sämtlichen Verbänden bestellt 
ist, der nebenher in den meisten Fällen zugleich der 
Obmann des Schiedsgerichtes für Lieferstreitigkeiten 
ist, sind die Vorbedingungen für die Erfüllung der 
gestellten Aufgabe geschaffen. Die Geschäftsstellen 
aller Marktschiedsgerichte, die am Sitz einer Lan- 
desbauernschast für die einzelnen Wirtschaftsver- 
bände gebildet sind, werden in einer Geschäftsstelle 
vereinigt. Damit eine Uebersicht über die Rechtspre 
chung gewonnen und eine einheitliche Linie gewahrt 
wird, erstatten die Landesbauernschaften Berichte 
über erstinstanzliche Urteile von grundsätzlicher Be 
deutung nach Eintritt der Rechtskraft an die Reichs 
hauptabteilung III des Reichsnährstandes. 
Amsķess 
Bauwirtschaft ohne Arbeitslose 
In seinem neuesten Wochenbericht stellt das In 
stitut für Konjunkturforschung fest, daß allein in 
den Monaten März und April annähernd 290 000 
Baufach- und Bauhilfsarbeiter wieder eingestellt 
werden konnten. Die Zahl der bei den Arbeitsäm 
tern gemeldeten arbeitslosen Bauarbeiter nahm 
von 503 000 auf 214 000 ab (Ende April 1935 betrug 
die Arbeitslosigkeit 284 00). Im Mai hat die Ar 
beitslosigkeit weiter abgenommen. Die Arbeitslosig 
keit ist damit nur noch ungefähr ebenso hoch wie lm 
Durchschnitt der Jahre 1828 und 1929. Nun sank da 
mals und auch im Jahre 1936 von Ende April bis 
zum Höhepunkt der Saison die Arbeitslosigkeit im 
Baugewerbe um etwa 125 000. Werden in diesem 
Jahr in den kommenden drei bis vier Monaten 
etwa ebensoviel Bauarbeiter eingestellt wie im letz 
ten Jahr — die Wahrscheinlichkeit hierfür ist groß—, 
so dürfte der tiefste Stand der Arbeitslosigkeit seit 
der Währungsstabilisierung wieder erreicht sein. 
Damit wären praktisch alle noch verfügbaren ar 
beitslosen Kräfte der Bauwirtschaft beschäftigt. 
Preisfestsetzung für Speisckartoffel« 
Auf Grund des 8 4 Ziffer 4 der Verordnung 
über den Zusammenschluß der Kartoffelwirtschaft 
wird angeordnet: Die in der Anordnung Nr. 47 
der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirt 
schaft für Lieferungen im Mai 1936 festgesetzte« 
Erzeugerpreise und Zuschlüge für Speisekartoffcln 
bleiben bis auf weiteres iu Kraft. 
Hamburger Börse 
Amtliche Notierung in MM für 100 MM Nennwert 
(Ohne Gewhäri 
28.5. 
^«sbant 189.25 
94.50 
^sbn. Bank 95.25 
"«einsbetti l 15.00 
«ant 124 00 
°chl..tz. Bant 77.00 
Ņerķrhrr.Ait. 
S b B- Hochbahn 90,00 
Jtfa-Oftaftiïo 39.00 
x°vag 15.87 
vdg.^Stwamer. 31.75 
Ardd. Lloyd 17.75 
^etau-Uinte 39.00 
27.5. 
189.25 
94.50 
95 25 
115 00 
124.00 
77.00 
90 00 
39 00 
15 87 
31.75 
17 75 
39 00 
Indus«..«». 28 5. 27.5 
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Deutsche Erdöl 
ID.-Farden 
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37.00 
158.00 
156.00 
112.50 
151.75 
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142.25 
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142.25 
185.25 
173.12 
21.50 
111.75 
Handel WnS 
Amtliche Währungskurse. 28.5. 27 5. 
I Ņşund Sterling ....... 12.385 12.385 
Dollar 2.487 2.487 
Istn Kr . . . 5530 55.30 
Sc, àanz. Frank. ....... 16.365 16.365 
ņ.'kta . 33 92 33.92 
lï ° ............ 19.48 19 48 
(Ohne Gewähr!) Geldkurs 
Detail. Elektrolytkupfer per 100 Kg. 28 5 27.5. 
"wvt cif Hbg. ob. Brem. Rotterd. 52 25 52.25 
Berliner Schlachtvieh markt 
29, Mai Wordericht) (Ohne Gewähr 
-^lltgeteilt von der Reichsviebwertungsgesellschaft. 
Es wurde gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht: 
t». Preise: Auftrieb: Verlauf: 
24-44 1143 glatt 
S* 32—75 2010 ruhig 
*************** ^—52 3924 glatt 
Jflttgftte 9812 ziemlich glatt 
Ģweine Klaffe A bis E Ş -Ņ Sauen 50-/--53-«- 
Nächster Markt am 3. Juni 1936 
Hamburger Schweinemarkt 
P, Altona, den 29. Mai 1936 
50 W' e: a55 - b 1 54 - b 2 53, c 51. d 49. gl 52-54, g2 49-50 
(rS ^bbnem Auftrieb: 3919 si-1466 Beobachtungstiere 
""e Gewähr! vanveL zugeteilt 
>» Nächster Markt am 3. Juni 1936 
Wandsbeker Kleinviehmarkt vom 28. Mai 
rund 150 Ferkel und mehrere Schaflämmer 
Am ş.stbrt. Der Handel setzte bis zum Zeitpunkt der 
stä'îşing dieses Berichtes gut ein und läßt die voU- 
P t ‘ļŗ l ge Räumung des Bestandes erwarten. Die 
tttic, sielten sich auf der bisherigen Höhe und be- 
C*«n für 4-0 Wochen alte Ferkel 16-18 MM, 
big -machen alte IS—22 MM, 8—10 Wochen alte 22 
die feir Ķ' 10—12 Wochen alte 26—30 MM. Für 
.^îĢàmmer wurden je nach dem Alter 18 bis 
gefordert. 
Butter-Wochenbericht 
Der internationale Markt, der eng mit der Ent 
wicklung des dänischen Marktes verbunden bleibt, 
zeigt nach wie vor ein recht festes Gepräge. Ob 
gleich die dänische Produktion bei dem überall herr 
schenden fruchtbaren Wetter Zunahmen aufweist, 
die nicht günstiger sein können, bleibt die Nachfrage 
anhaltend stark, so daß sich nirgends L-chwierigkei- 
ten im Absatz zeigen. Es ist kaum anzunehmen, daß 
die bevorstehenden Festtage hierfür ausschlaggebend 
sind. Man sucht die Erklärung vielmehr in den ver 
hältnismäßig kleinen Beständen in England gegen 
über den Jahren 1935, insbesondere aber 1934. Je 
denfalls ist England nach wie vor sehr kauffretzdig. 
Man bewilligte gern 1 bis 2 Kr. höhere Preise. 
Dementsprechend ging auch die Kopenhagcner No 
tierung heute nochmals um 2 Kronen auf 185 Kr. 
höher, und man kann kaum beurteilen, wie der 
weitere Verlauf sein wird. — 
Aus den deutschen Erzeuqerqebieten sind die An 
lieferungen ebenfalls bedeutend größer, und es 
scheint, daß wir bei dem üppigen Graswuchs 
auch für den Monat Juni das Veste erwarten kön 
nen. Selbstverständlich ist auch der Bedarf anläßlich 
des bevorstehenden Pfingstfestes beträchtlich gestie 
gen. Der bisher nicht so starke Milchkonsum dürfte, 
wenn die jetzigen Temperaturen anhalten, ebenfalls 
größere Formen annehmen. 
Hamburger Rinder- und Schafmarkt vom 28. Mai 
Der Rinderauftrieb war mit 453 Rindern plus 
50 Beobachtungstieren um ea. 90 Tiere geringer 
als in der Vorwoche. Infolge des geringen Auf 
triebes mußte die heutige Zutcilungsquote etwas 
gekürzt werden. Die Qualität der angelieferten 
Rinder war mittel. — Mit einem Auftrieb von 1781 
Schafen war der heutige Markt um ca. 600 Tiere 
reichlicher beschickt als in der Vorwoche. Der Han 
del verlief am Anfang des Marktes gut, flaute je 
doch später etwas ab, so daß die Preise aus der 
ganzen Linie leicht nachgaben. Die Qualität der 
-riere war zufriedenstellend. Der Markt hielt sich 
leüoch zur Vorwoche unverändert. 
Deutsche Schlachtviehmärkte 
EammsrnokierunZ Berlin am Markttage. Preise 
für 1 Pfd. Lebendgewicht in (Ohne Gewährt 
28 Mai 1936 
Markt 
Pranfelnrt/M. 
Leipzig 
Stuttgart 
Am Beginn der Berichtswoche waren die Bieh- 
markte wesentlich stärker beschickt als an den glei 
chen Tagen der Vorivoche. Besonders Schweine 
waren mit 10187 Tieren sehr stark vertreten. Trotz 
dem war der gesamte Anfall schnell vergriffen, zu 
mal sich einmal am Dienstagmarkt das erwartete 
starke Pfingstgeschäft entwickelte, und zum anderen 
waren die Lieferungen in der Vorwoche durch die 
zeitweise Unterbrechung der Verladetütigkeit zu 
gering gewesen. Die Beschaffenheit der aufgetriebe 
nen Tiere entsprach den Bedürfnissen der Käufer- 
schaft, die besonders mittelschwere Tiere bevorzugte, 
während die oberen Klassen weniger begehrt wa 
ren. Am Kälbermarkt verlief das Geschäft weniger 
mtgeregt. Die über 2000 dem Markt zugeführten 
-riere, d. s. fast 800 Kälber mehr als in der Vor 
woche, wurden, obwohl die Qualitäten gut waren, 
nur langsam und zu rückläufigen Preisen in den 
oberen Klassen verkauft. Leichter abzusetzen waren 
abfallende Tiere. Am Donnerstag-Rindermarkt er 
wartet man keine größeren Zufuhren. Man rechnet 
mit 400 bis 600 Tieren. Dagegen werden Schafe 
m der gleichen Zahl wie in der Vorwoche vertre 
ten sein, für welche sich der Markt voraussichtlich 
aufnahmefähiger zeigen wird. 
Am Hamburger Getreidemarkt hat die Umsatz- 
tlitigkeit keine Erweiterung erfahren. Roggen und 
Weizen zu Mahlzwecken tvaren unverändert stark 
begehrt. Jedoch hielt sich das anfallende Material 
rn kleinstem Rahmen. Bon Holstein und auch aus 
Mitteldeutschland war kaum Material zum Ver 
lauf gestellt, während einige Posten aus Schlesien 
an den Markt kamen, die ohne Schwierigkeiten atrf- 
genvmmen wurden. In gleichem Maße günstig la 
gen die Verwertungsmöglichkeiten am Roggen 
markt. Hier zeigten die Provinzmühlen wiedernm 
Der Marktbeobachter 
besonders starke Aufnahmefähigkeit. Größere Um 
sätze wurden nicht getätigt: 
Am Futtergetreidemarkt waren Futterwetzen 
und Futterroggen nach wie vor begehrt. Das ver 
fügbare Material war klein. Futterhafer stand, am 
Bedarf gemessen, reichlich zur Verfügung. Im all 
gemeinen zeigte man sich für den Aufkauf von Ha 
fer wenig interessiert. Nur vom Großhandel gin- 
gen ab und zu einige Anregungen aus. Auch am 
Gerstemarkt trat eine leichte Beruhigung ein, die 
sich in einer vergleichsiveise geringeren Äufnahme- 
neigung für Gerste mit hohem Naturalgewicht 
äußerte. Nach tote vor waren leichte Sorten gut 
unterzubringen. 
Der ruhige Geschäftsverlauf am Futtermittel 
markt hielt in dieser Woche unverändert an. In den 
hauptsächlichsten Futtermitteln wurden Umsätze nicht 
getätigt, da hierfür von seiten der Landivirtschaft 
tu der Zeit günstiger Futterverhältnisse sehr be 
schränkte Aufnahmeneigung bestand. Nur Kleie und 
Futterzucker waren weiterhin begehrt. 
Der Hamburger Eiermarkt war in dieser Woche 
nicht immer zufriedenstellend beschickt, da infolge 
der vorgeschrittenen Jahreszeit die Eiereinkühlung 
ettens der Reichsstelle in größerem Umfange be 
trieben wird. Die starken Anforderungen, die der 
Großhandel angesichts der kommenden Pfingst- 
ferertage an den Markt stellte, konnten nur teil 
weise befriedigt werden. Die von der Reichsstette 
gegenwärtig tvährend der Eierschwemme zur Dnrch- 
fnhrnng kommenden Maßnahmen sind erforderlich, 
um auch in der eierknappen Zeit die Bersorgnngs- 
lage zu sichern. Trotz tveiter angestiegener Erzeu 
gung ist mit einer umfangreicherett Beschickung des 
Marktes vorerst noch nicht zu rechne«. 
1. Kälber ... 
2. „ ... 
1. Schafe.... 
2. „ .... 
1. Schweine. 
2. „ 
3- „ • 
1. Sauen.... 
Au strich 
Kälber 
Schafe ..... 
Schweine... 
Kälber ..... 
Schale 
Schweine... 
73—76 
66-72 
40 
35-36 
57 
55—56 
53 
48—56 
62—70 
55-60 
56 
54—55 
52 
52-54 
70—74 
65-68 
und Handel aul 
56-/2 
54—55 
52-/2 
52-/2 
den Märkten 
Dresden 
69—75 
60—68 
56 
54-55 
52 
935 
38 
1449 
rege 
ruhig 
zugeteilt 
1041 
275 
2803 
schlecht 
gut 
zugeteilt 
208 
1125 
langsam 
zugeteilt 
1321 
154 
1466 
mittel 
belanglos 
verteilt 
Zmiral-zerkelmM 
der Provinz Schleswig-HoWn 
am Donnerstag, dem 28. Mai 1936. 
in der städtischen Viehmarkthalle zu Rendsburg 
Die Zufuhr zum heutigen Markt betrug 479 
Stück gegen 461 Stück in der Vorwoche, mithitt eine 
Mehrzufuhr von 18 Stück. Es wurden gezahlt für 
schwere Ware (20—26 Kg.) 0,68—0,70 Mott 
mittelschwere Ware (15—20 Kg.) 0,72—0,75 MM 
leichte Ware (12/4—15 Kg.) 0,75—0,80 MM 
für V2 Kg. Lebendgewicht. Für allerbeste Ferkel 
wurde auch über Notiz, für abfallende Ware auch 
unter Notiz bezahlt. Jungschweine (über 25 Kg.) 
waren nur wenige am Markt. 
Zum heutigen Zentralferkelmarkt war die Zu 
fuhr etwas höher als in der Vorwoche. Der 
Handel war gut, der Markt wurde geräumt. 
Ausgeführt wurden, soweit wir feststellen konn 
ten, größere und kleinere Partien nach Borgstedt 
feld, Duten, Westerrönfeld, Nortorf, Quarnbek, 
Hohenwestedt, Bad Segeberg, Bad Bramstedt, 
Horst, Elmshorn, Kremperheiöe, Oldenburg i. H_ 
Görlttz. 
Fette Schweine waren nicht am Markt. Für ge» 
lieferte fette Schweine werden 43—51 Pfg. für & 
Kg. Lebendgewicht gezahlt. 
Die Zahl der dem Kälbermarkt zngeführten 
Trere betrug 8 Stück gegen 10 Stück in der Vor- 
ivoche. Es wurden gezahlt für nüchterne Kälber 25 
bis M Pfg., für Fresser 30-85 Pfg., für ältere 
Kälber brs 50 Pfg. das % Kg. Lebendgewicht.
	        
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