1S9. Jahrgang
129. Jahrgang
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Gedanken zur Zeitgeschichte
beherrschen, nachdem der erste ums Kap da
durch stark entwertet worden war. Es ist ein
Zeichen für die Weitsichtigkeit der englischen
Außenpolitik, daß schon vor Eröffnung des
Kanals der Einfluß Englands im Mittelmeer
überragend war.
Im Ausbau der zweiten britischen Lebens
ader nach Indien über Gibraltar, Suez, Aden
nach Bombay fehlte seit dem Durchstich bei
Port-Said,nur, noch die Herrschaft über den
Kanal. Eine Herrschaft darüber war aber auf
Der Kampf um das Mittelmeer zwischen
Italien und England, der sich im abessini-
schcn Konflikt zwar noch nicht zu einer
Kriegshandlung verdichtete aber doch als
Problem deutlich abzeichnete, brachte die
Verlagerung der Stützpunkte der eng
lischen Machtstellung von Malta nach
Alexandrien und Haifa. Welche Bedeutung
Aegypten über seine Stellung als End
punkt der Mittclmeerposition Englands
hinaus im Gefüge des britischen Empire
als Brückenkopf besitzt, mögen die Aus
führungen von Assessor Kummer zeigen,
deren ersten Teil wir heute veröffent
lichen. Erst in Beachtung der Gesamt
situation des britischen Reiches kann eine
treffende Urteilsbildung des Lesers über
hat. Es ist in dem um den Indischen Ozean
gelagerten Kolonialreich durch seine Verbin-
öungsstellung zu Südafrika und Indien zu
einem strategischen Mittelpunkt, zum politi
schen Brückenkopf geworden. Ein unabhängi
ges oder von einer anderen Macht beherrsch
tes Aegypten würde die Durchführung des
Territorialprogramms verhindern und die
erste britische Lebensader Kapstadt—Kairo-
Bombay in Kairo durchschneiden.
Durch die Eröffnung des Suezkanals (17.
11. 1869) hatte Aegypten eine weitere uner
hörte Wertsteigerung erfahren. Denn über das
Mittelmeer durch den Suezkanal führte die
kürzeste Verbindung auf dem Seeweg nach
Indien. Auch diesen Seeweg mußte England
(Fortsetzung siehe nächste Seite.)
Den Töten MM Gedenken, den LeHerrden eine Mahnung
îôoe im Werfern der Führerschaft von Wehrmacht, Staat und Partei
berg, dem Schiff des Befehlshabers der Auf- Ankunft in Laboe,
klarungsstreitkrafte, Konteradmiral Böhm, , . , 0 , r±
vorbei, weiter an den Kreuzern Leipzig, Köln, kleine Fischerdorf Laboe stel
5° SS- *SS ÄS" 5 'ts wSTS
ääsä
oem Aviso Grille. zum Ehrenmal. Ehrenstürme der
Die Flotte hat am Morgen mit Flaggen- auf beiden Seiten des Strandweges
parade großen Flaggenfchmnck angelegt und rigen Häuser des Bade-und Fischer
auf Befehl des Führers und Obersten Befehls- mit rührender Liebe ausgeschmückt.
Habers der Wehrmacht die Kriegsflagge des hörlicher Folge läuft Schiff auf Sch
Weltkrieges im Großtopp gesetzt. Am Achter- ergießt die Massen der Teilnehmer
mast der Grille leuchtet der Stander des Füh- scheröorf. Endlos ist der Zug der K
rers, der sich an Bord des Schiffes befindet, kolonnen, die auf dem Landwege
Bei bedecktem Himmel heben die Leiber der Rundverkehr die Teilnehmer aus a
Kriegsschiffe sich bläulichschimmernd von dem ^r’ Reiches heranbringen. Wohin
Graugrün des Wassers ab. Auch auf dem Kom- ""ckt, bietet sich ein prachtvoll festl
mandogebüude der Marinestation weht wie Run steh m wir am Fuße des
auf allen anderen Gebäuden der Kriegsmarine Î7 cr , ütm f " er stuê ìst einsäe
öic alte Flagge neben der jetzigen Reichskriegs'- 'EîûïlS 11
Einzelentscheidungen der englischen Politik
gewonnen werden.
Aufbau und Umfang des „British Empire"
Md einzigartig. Es gibt in der europäischen
^raatengeschichte keinen Staat, der in Ver
gangenheit und Gegenwart auch nur an
nähernd diese weltpolitische Vormachtstellung
^reicht hat. Englands kolonialer Anteil be
legt seit dem Ende des Weltkrieges rund 40
'Rillionen qkm mit etwa 460 Millionen Men
gen. Innerhalb dieses, alle Erdteile umspan-
nendeu Reiches ist ein Gebietsblvck — wirt
schaftlich wie politisch — von besonderer Be
hütung. Er umfaßt Südafrika, Aegypten, In
sert und Australien. Diese Länder sind die
Fäulen, die das britische Weltreich tragen, und
er indische Ozean ist damit trotz seiner un
endlichen Weiten ausschließlich in den briti
schen Herrschaftsbereich eingezogen, ist ein
»britisches Meer" geworden.
England ist dadurch aus Europa herausge
wachsen. Sein politisches Schwergewicht hat sich
°ii Europa nach diesem indischen Pol ver-
bgert. Diese Erkenntnis ist Voraussetzung
»Um Verständnis der Ziele der englischen
Außenpolitik in Europa und in Uebersee.
An der gigantischen Größe dieses Reiches
"egen zugleich auch die Gefahren für den
unftigen Bestand und Zusammenhalt. Seit
er Gründung des „Greater Britain" (in den
'"er Jahren des 19. Jahrhunderts), dem neu-
,b.en britischen Imperialismus, steht die eng-
"sche Außenpolitik im Zeichen einer „über
wiegend angriffsweisen Verteidigung des
uupire", sowohl in Europa als auch außer
halb Europas.
Die europäische Sicherungspolitik Englands
« llrebt mit den „balance of power", dem cu-
iß Maischen Gleichgewicht, die Bindung jeder
ê künftig gefährlich werdenden europäischen
iacht. Diesem Ziel diente früher seine Bünd-
wpolitik gegen den jeweils stärksten Staat
tevj bcm europäischen Festland. Seit dem
^ we des Krieges ist dazu der „Völkerbund"
*,, 0 Garant ausersehen. Nur dadurch ist das
anetarische Uebergewicht Englands von Eu-
"bu aus gesichert.
UhV C Ņerteidigung seines Kolonialreiches
j ļ bannt des Zusammenhangs mit dem Mut-
s and wurde weiter zugleich durch die unein-
lchrünkte Herrschaft über die Weltmeere, den
sau ^ti^nen Bindegliedern, gesichert — Grund-
^ber „naval supremacy".
Ņ^îesx beiden Grundsätze der englischen
sina "Politik wurden seit dem Ende des 19.
^ayrhunderts ergänzt durch den Gedanken
kJ territorialen Verbindung der wichtigsten
dj wüialen Reiche Südafrika—Aegypten—Jn-
hci? untereinander — „Plan der zusammen-
tzlWenden Einheiten" — zur größtmöglichsten
ì'ung der Kolonialreiche, namentlich des
weis im englischen Weltreich, Indiens,
tx w ^ Sicherung Indiens (Erwerb 1757) bau-
NtzF 3lanö den damals allein möglichen Weg
ìît Indien ums Kap zu einer britischen
aAsstraße aus (Abschluß 1843). Seit 1870
eiv^tete die englische Diplomatie am Ausbau
Von Kiel nach Laboe.
Als der Morgen graut, kommt Bewegung in
die Kriegsmarinestadt Kiel. Während noch die
Sonderzüge Teilnehmer am Ehrentag brin
gen, sammeln sich auf dcu Plätzen die For
mationen des NSD.-Marinebundes. der SS.,
SA., Marine-SA., der HI., des Jungvolks
und BDM. und anderer Verbände zum Ab
transport nach Laboe. Besonders lebhaft ist der
Hochbetrieb im Hafenviertel und vor den Lau
dungsbrücken,' den» seit 5 Uhr morgens be
fördern dort bereitstchende Personendampfer
die Masse» nach Laboe.
Bei der Ansfahrt aus dem Hafen gleiten wir
an dem an Bojen festgemachten Kreuzer Nürn-
flagge.
Nach etwa dreiviertelstündiger Fahrt nähern
wir uns dem kleinen Fischerdorf Lavoe, das
jetzt durch die Ehrentage der Kriegsmarine in
den Blickwinkel allgemeiner Teilnahme rückt.
Kurz nach 10 Uhr ist der Führer voy der
„Grille" mit dem Boot „Nixe" abgefahren. Um
10.45 Uhr trifft er unter dem lauten, begei
sterten Jubel der unübersehbaren Menge in
dem kleinen Hafen von Laboe ein. Nach allen
Seiten grüßend, betritt der Führer das Land,
um dann die Front eines Ehrensturmes der
SS. abzuschreiten. Unter dem Getön von Fan
faren erreicht der Führer das Ehrenmal und
schreitet die Abordnungen des NS.-Marine-
bundes ab. Der Festungskommandant meldet
ihm die angetretenen Truppenteile. Der Füh
rer schreitet unter den Klängen des Präsen
tiermarsches die schnurgerade ausgerichteten
Fronten ab. Dann breitet sich weihevolle Stille
aus. Das Sanctus von Schubert mit seinen
erhabenen, feierlichen Klängen klingt auf. Es
folgt der Sprechchor, den wir an anderer Stelle
wiedergeben. Dann übergibt der Schöpfer des
Denkmals, Architekt Münzer, sein ausdrucks
volles Werk. Nach ihm ergreift Fregattenkapi
tän Hintzmann das Wort.
Rede des Ireg.-Mpl. a. D. Hmtzmann
Im Namen des Nationalsozialistischen Deut
schen Marine-Bundes, des Bauherrn dieses
Werkes, übernehme ich das Deutsche Marine-
Ehrenmal von seinem Erbauer, dem Architek
ten Gustav Münzer. Ihm und seinen Mit
arbeitern, den Künstlern, den Bauunterneh
mern, den Handwerksmeistern, ihren Ange
stellten und Arbeitern, ihren Gesellen und
Lehrlingen, allen, die mit Kopf oder Hand mit
geschaffen, mitgearbeitet haben an diesem Bau,
gilt heute unser Dank.
Besonderer Dank gilt denen, die vor einem
Jahrzehnt trotz aller damals entgegenstehen
den Hemmungen den Entschluß faßten, ihren
im Weltkrieg gebliebenen Marinekameraden
ein gemeinsames Ehrenmal zu errichten,
^eippenliuie auf dem Landwege Kap-
gi'a^Ķairo—Bombay (sog. „Territorialpro-
eifpv ") und verfolgte dieses Ziel seither mit
işi e? Konsequenz.
-
Ģrn Denkmal des deurcherr Heldentums zur See
Auf».: TH. Thomsen, Flensburg.
îst klar, daß Aegypten dadurch für Eng
eine entscheidende Bedeutung gewonnen
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