renpräsiöenten unseres Marine-Bundes, Ao-
miral Scheer.
Das Mahnwort, das er nach der Grundstein
legung an die Kameraden des Bundes gerich
tet hat: „Zum Wollen gehört das Vollbringen,
zur Seemannsehr' muß es gelingen", ist be
herzigt worden. Treue, opferbereite Kamerad
schaft, gebefreudige Liebe zu ihrer alten Waffe,
zur Kriegsmarine, unerschütterlicher Glaube
an die Wiederkehr deutscher schwimmender
Wehr haben vom Wollen zum Vollbringen ge
führt. So, wie es geplant war, steht zum 20.
Jahrestage der Skagerrakschlacht öas Deutsche
Marine-Ehrenmal zur Weihe bereit.
Dankbar und stolz sind wir, daß unser Ma
rine-Ehrenmal diese Weihe heute in diesem
Staatsakt vor dem Führer empfangen soll,
daß Sie, mein Führer, selbst den ersten Kranz
in der Weihehalle vor dem Ehrenbuche der
deutschen Kriegsmarine im Namen des deut
schen Volkes niederlegen wollen.
34 836 Namen, die Namen aller im Welt
kriege 1914-18 gebliebenen Angehörigen der
deutschen Kriegsmarine stehen in diesem Buch.
Irgendwo draußen im Weltmeer, viele einge
sargt im Körper des Schiffes, auf dem sie für
Deutschland kämpfend gefallen sind, ruhen die
einen. Auf den großen Ehrenfriedhöfen in
Kiel, in Wilhelmshaven, in Flandern und zer
streut auf zahllosen Begräbnisstätten an allen
Küsten der Nordsee und Ostsee und des Welt
meeres ruhen die anderen. Hier im Ehrenbuch
in der Weihehalle hat treue Kameradschaft
ihnen allen eine gemeinsame Gedächtnisstätte
gegeben. Hier sind sie zu einer großen Marine-
Kameradschaft wieder vereint.
In der Ehrenhalle, die den Ring dieses
Ehrenhofes landwärts abschließt, geben Dar
stellungen der Skagerrakschlacht, der Flandern
front, der Nord- und Ostsee, de» Weltmeere
Zeugnis von den Kümpfen und Opfern der
Kriegsmarine. Wo immer ihre Offiziere, Deck-
offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften zu
Angriff oder Abwehr auf diesem die Welt um
spannenden Kriegsschauplatz angetreten sind,
auf Großkampfschiffen und Unterseebooten, auf
Kreuzern und Torpedobooten, auf Minenle
gern und Minensuchern, auf Marineluftschif-
fcn und Marineflugzeugen, auf Hilfskreuzern
und Vorpostenbooten, an den Landfronten in
Flandern, an den Dardanellen, auf den Bal
tischen Inseln, in Kiautschou und in Ostafrika,
überall haben sie ihren Mann gestanden, im
mer die Ehre der deutschen Kriegsflagge rein
und fleckenlos erhalten.
In den Seekämpfen fast immer starker ma
terieller Uebermacht gegenüberstehend, stets
haben sich die deutschen Seestreitkrüste dem
Gegner mindestens ebenbürtig, meist überle
gen erwiesen. Wahrlich Beweis genug, daß der
Deutsche nicht nur auf dem Lande, wie es, das
unvergleichliche feldgraue Heer treu seiner
alten Tradition in unzähligen Kämpfen im
Weltkriege erwiesen hat, sonder» auch auf der
See berechtigt und fähig ist, gestützt auf seine
eigene Kraft für Deutschlands Gleichberechti
gung unter den Großmächten der Welt einzu
treten und seinen Anteil an der Freiheit des
Meeres zu fordern. [(
Weithin war in Deutschlandei nach dem
Kriege der Glaube an dieses deutsche Recht, an
diese deutsche Fähigkeit verloren gegangen.
Wir hatten den Glauben an die Wiederkehr
deutscher Seegeltung nicht verloren. Der Turm
dieses Ehrenmals ist das Zeugnis. Ein
„Mahnmal" wollten wir errichten, das den
Blick des ganzen deutschen Volkes hinauslenkt
auf die See und über die See. Zuerst ist des
halb der hochragende Turm des Ehrenmals er
baut worden, der Turm, der, wie der Künstler
ihn dachte, aus dem zerstörten Boden dieser
deutschen Stätte, an der einst eine starke Wehr
stand, in die Zukunft weisend emporgewachsen
ist, und stolz und trutzig hinausblickt auf das
Meer: ein Gruß weit über das Meer hin, der
den Kameraden, die in ihm ruhen, zuruft: Ihr
seid nicht umsonst gefallen!
Eine Mahnung an alle Deutschen, so wie der
Turm stolz und trutzig hinauszublicken auf das
Meer und in sich neu zu beleben den seemän
nischen Soldatengeist der Kämpfer des See
krieges 1914-18, das Wikingertum, das Schiff
und Schwert zu führen weiß weil es die See
versteht.
Für deutsche Seemansehr'
Für Deutschlands schwimmende Wehr
Für beider Wiederkehr!
Mit diesen Worten hat am 8. August 1917
Admiral Scheer den Grundstein dieses Ehren
mals geweiht.
Wir weihen das Teutsche Marine-Ehrenmal
heute in dem dankbaren Bewußtsein, daß mit
der deutschen Ehre die deutsche Seemanns
ehre wiederhergestellt ist, in stolzer Freude,
daß Deutschlands schwimmende Wehr wieder
gekehrt ist.
Unter ihren Schutz, unter den Schutz der
deutschen Kriegsmarine, soll unser Ehrenmal
in dieser Weihestunde gestellt werden. Dafür
danken wir dem Oberbefehlshaber der Kriegs
marine, und dafür danken wir Ihnen, Herr
Admiral, daß diese 85 deutschen Kriegsflaggen,
die im Kampf auf deutschen Kriegsschiffen ge
weht haben und auf Befehl des Führers mit
dem Ehrenkreuz des Frontkämpfers geschmückt
worden sind, als Traditionsflaggen der
Kriegsmarine ihre bleibende Stätte in der
Weihehalle unseres Ehrenmales erhalten sol
len. Dort werden sie schweigend den Gefalle
nen und all ihren Mitkämpfern, die im Welt
kriege Deutschland hoch in Ehren gehalten ha
ben, danken. Dort werden sie schweigend die
Soldaten der deutschen Kriegsmarine mahnen,
so wie ihre Kameraden der Vorkriegs- und
Kriegszeit Deutschland in alle Zukunft hoch in
Ehren zu halten.
Anknüpfend an die letzten Worte des Fre
gattenkapitäns a. Dr. Hintzmann spielte die
Kapelle das Lied „O Deutschland hoch in
Ehren", das die alte Kaiserliche Marine so oft
in ihren festlichen Stunden begleitete. Nun er
greift Vizeadmiral a. D. Exzellenz von Trotha
das Wort zu einer kurzen Ansprache über die
Bedeutung der Skagerrakschlacht, die er als
Chef des Stabes der Hochseeflotte in der
Schlacht aus eigenem Miterleben kennt.
Ansprache von Admiral a. D. von Trotha
Admiral a. D. v. Trotha erinnerte in seiner
Ansprache beim Staatsakt an die Heldentaten
der deutschen Flotte im Weltkriege, die auf
dem so ungünstigen Helgoländer Winkel die
ganze weite deutsche Küste gedeckt habe, so daß
kein feindliches Geschoß je deutsches Gestade
berührte. Ihre Kraft habe uns den benach
barten neutralen Staaten gegenüber den nöti
gen Halt gegeben und einen Einbruch Eng
lands in die Ostsee verhindert und auf der
anderen Seite die Russen in Schach gehalten.
Mit seinen Hammerschlügen habe Admiral
Scheer den Urstein dieses gewaltigen Bau
werkes dem deutschen Boden eingefügt. Wir
alle gedenken heute dieses Mannes, der als
Sinnbild deutschen Seegeltungswillens vor
uns steht. Die Kühnheit seines Willens und
die Stärke seiner Entschlußkraft finden in den
gewaltigen Linien dieses Bauwerkes ihren
lebendigen Ausdruck. Sie sind für alle Zu
kunft ein Wahrzeichen dafür, daß die Einheit
deutschen Volkstums und der Wille zur See
untrennbar miteinander verbunden sind.
Seine Rede wird abgeschlossen durch das
Lied „Volk ans Gewehr". Es folgt die An
sprache des Oberbefehlshabers der Kriegs
marine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder.
General-Admiral Dr. h. e. Raeder spricht
Mein Führer! Kameraden!
Mit freudiger Genugtuung übernehme ich
das Marine-Ehrenmal in die Obhut der
Kriegsmarine. Das Ehrenmal, vor dessen ra
gendem Bau seit langer Zeit bereits die Flag
gen der passierenden Schiffe in Ehrfurcht sich
senken. Die Weihestätte, die wie nur wenige
ihrer Art ein Mahnmal ist nicht nur zum
bleibenden Gedächtnis an unsere vor dem
Feinde gebliebenen Schiffe und Kameraden,
sondern darüber hinaus auch für die lebendige
Kraft des Geistes und des Willens, der durch
sie verkörpert wurde.
In einem freien Deutschland, als freies, auf
rechtes Volk, das in mannhafter Geschlossenheit
hinter seinem Führer sich aufs neue die Ach
tung der Außenwelt erobert hat, dürfen wir
heute — 20 Jahre nach der Skagerrakschlacht
— diese Weihestunde begehen. Unter der
Schirmherrschaft der jungen, erstarkenden
Kriegsmarine steht dieser Bau. Für alle Zei
ten ein machtvoller Zeuge, wie in guten und
schlechten Tagen, wie über Sieg und Unter
gang, über Schmach und Not nichts auf der
Welt unseren Soldaten- und Seemannsgeist
zu erschüttern vermochte. Stets brannte dieser
Geist am heißesten in unseren Herzen, wenn
ringsumher das Gefüge einer heute überwun
denen Epoche der Verirrungen in Trümmern
zu versinken drohte. Der Allmächtige Gott ist
uns in unserem harten Ringen zur Seite ge
standen. So ward uns das Glück beschicden,
ein hohes Vermächtnis unserer Gefallenen zu
erfüllen.
Ein Vermächtnis der Ueberlieferung und ein
Vermächtnis der befreienden Tat.
Es lag von jeher im Wesen einer richtig
verstandenen Ueberlieferung, im Vorwärts-
und Aufwärtsschreiten nicht hängen zu bleiben
an Dingen und Zeitströmungen, deren frucht
lose Vergänglichkeit nur allzuoft in der Ge
schichte das Leben der Völker mit Stillstand
zu behalten drohte. So konnte es auch nicht
dem aufrechten Sinne unserer auf der Wahl
statt gebliebenen Kameraden entsprechen, starr
festzuhalten in unversöhnlichem Geiste gegen
über jenen tapferen Männern und Seeleuten,
die einst das Schicksal uns zu ehrlichem Kampfe
entgegenstellte.
Wo immer wir in offe'ner Schlacht mit der
englische» Flotte die Klingen gekreuzt haben,
vor dem Skagerrak, bei Coronel und ander
wärts, stets haben wir in ihr den stammes-
ltnd sinnesverwandten Gegner kennen und
achten gelernt, der treu seiner ruhmreichen
Ueberlieferung gleich uns nur das eine Ziel
vor Augen hatte, sein Aeußerstes zu tun in op
ferbereiter Pflichterfüllung für das Wohl sei
nes Landes. So vereinen sich heute, bei der
20. Wiederkehr des Tages vom Skagerrak, die
Gedanken der deutschen Kriegsmarine, wenn
sie sich in dieser Weihestunde vor ihren Gefal
lenen und vor denen der tapferen Bundes
genossen verneigt, mit denen der britischen
Flotte in der gemeinsamen Erinnerung an
jene Männer, die beiderseits im Kanonendon
ner der größten Seeschlacht aller Zeiten in
heldenhaftem Seemannstod dahingegangen
sind, wie die Pflicht, wie die Ehre ihrer Flagge
es ihnen befahl. Kann es eine stolzere Erfül
lung des Vermächtnisses einer vielfach einzig
artigen Ueberlieferung geben, als wenn nach
her unter dem Donner der Salutgeschütze der
hier versammelten Seestreitkräfte das Ehren
mal durch den Führer des deutschen Volkes
und Obersten Befehlshabers unserer wieder
erstarkenden Wehrmacht seine Weihe erhalten
wird? Der Lorbecrkranz aus seiner Hand vor
dem Ehrenbuch der deutschen Kriegsmarine,
er sei uns für alle Zeiten das Sinnbild unserer
unwandelbaren Treue und Dankbarkeit, aber
auch eine ständige Mahnung, an Pflichtauffas
sung und Opferbereitschaft jenen gefallenen
Kameraden nachzueifern, deren Namen nun in
der Weihehalle ihre bleibende Stätte gefunden
haben.
So möge ihre Ueberlieferung in der jungen
deutschen Kriegsmarine lebendig bleiben. So
sei auch unsere junge Flotte eine Pflegestätte
ihres Geistes, der auf dem Gipfel höchsten
Ruhmes, wie in den dunklen Tagen völkischen
Niederganges seine Früchte getragen hat. Und
der sich schließlich Bahn brechen sollte in der
befreienden Tat, die nimmer rastend und sieg
haft überwindend uns den Weg gewiesen hat
bis in die jetzige Stunde.
Vor zwanzig Jahren der Tag vom Skager
rak. Ein Tag geschichtlichen Ruhms, der den
deutschen Flottenchef, Admiral Scheer, den
größten Führern aller Zeiten ebenbürtig zur
Seite stellte, wie ein englisches Urteil es aner
kennt. Mit ehrenvollen Wunden bedeckt, kehr
ten unsere Schiffe nach erfolgreichem Kampf
in die Heimat zurück, mit ihren Besatzungen
eine Verkörperung vorwärtsdrängender Kraft,
soldatischen Geistes und freien, freudigen Ge
horsams.
Drei Jahre später die gleiche Flotte ihrer
Waffen beraubt bei Scapa Flow. Erloschen
schien der Geist vom Skagerrak, der Geist der
Mannen des Grafen Spee bei Falkland und
Coronel, der Geist von der Doggerbank und all
den vielen anderen Stätten, da kurz zuvor noch
deutsche Seestreitkrüste sich mannhaft gegen
eine Welt von Gegnern behauptet hatten. In
der Heimat ein durch Schicksalsschläge zermürb
tes, in sich zerrissenes und irregeleitetes Volk,
das zur entscheidenden Stunde die See und
ihre Zusammenhänge nicht verstanden hatte.
Da erwuchs uns, fern dieser Heimat, eine
rettende Tat. Eine Tat, die sich der Verantwor
tung für die deutsche Ehre bewußt war. Wie
nur wenige Ereignisse als historischer Mark
stein zu werten, als ein erster Wendepunkt
zum Aufbruch der Nation und als eine mah
nende Lehre für alle kommenden Geschlechter.
Es war der Geist vom Skagerrak und Falk
land, der ungebrochen sich in den gesund geblie
benen Teilen der Besatzungen erhalten hatte,
und der den Admiral von Reuter befähigte,
die Marine und fernerhin unser Vaterland vor
weiterer Unruhe zu bewahren. Die Tat der
Versenkung der damaligen Flotte vereinte zum
ersten Mal nach den dunklen Tagen des Zu?
sammenbruchs Führer und Geführte zu ge
meinsamem Handeln und trug einen überra
genden Sieg über die vermeintlichen „Sieger"
davon, nachdem die Aussichtslosigkeit einer
weiteren Erhaltung der Schiffe unter deutscher
Flagge in ihrem vollen tragischen Umfang
klar erkannt worden war. Die verantwor-
tungsbewußte Tat des deutschen Admirals, die
nach seinem zutreffenden Ausspruch in gleicher
Lage auch jeder britische Admiral vollbracht
haben würde, sicherte der deutschen Kriegs
flotte unter den ihr auferlegten Umstünden,
nämlich der geforderten bedingungslosen
Uebergabe, ein Ende, das ihrer Tradition
würdig war. Unbesiegt ging sie freiwillig da
hin, in ihrem Sterben ein Vorbild der Ehre
und des im Unglück bewährten aufrechten
Stolzes.
So fand hier zu finsterster Stunde die Kraft
des heldischen Gedankens einen sichtbaren Aus
druck des unbeugsamen Lebenswillens der
deutschen Nation. Zwar wölbte sich in grauer
Flut ein Grabhügel über zerstörten Hoffnun
gen. Und dennoch! Das Schicksal, das uns so
Schweres auferlegte, es wollte nicht und konnte
nicht wollen, daß all der Heldensinn unserer
dahingegangenen Kameraden umsonst gewesen.
Im Rahmen unserer völkischen Gesamt
sendung führte es uns durch jenes tiefe Tal,
auf das das Vermächtnis unserer Gefallenen
getreu ihrem Geiste nur um so reichere Früchte
tragen sollte. Es wollte, daß aus der Selbst
überwindung, aus Opferbereitschaft, freiwilli
gem Gehorsam und hingebendem Führertum
ein neues entspringe, der Urquell eines zur
Wiedergeburt gelangten Heldensinns einer er
wachenden Nation!
Der Geist der alten Flotte hat diese Probe
bestanden. Er fand in der Folgezeit seinen
Ausdruck im Willen zur Wehrhaftigkeit, die
den alten Heldensinn in den Dienst eines
neuen Volkstums stellte. So konnte trotz stärk
ster innen- und außenpolitischer Widrigkeiten
auf der festen Grundlage der Tat vom Skager
rak und der Tat von Scapa Flow die junge
Reichsmarine heranwachsen, die unter der
Führung und oft entsagungsvollen Hingabe
eines Trotha, eines Behnkc und eines Zenker
anfs neue zum reinsten Träger des deutschen
Einheitsgedankens, der deutschen Ehre und
der deutschen Freiheit wurde. Auf dem festen
Fundament einer großen geschichtlichen Ver
gangenheit wurde hoffnungsfreudig hier ein
Boden bereitet, der zur Reife gelangt war, als
Sie, mein Führer, nach langen Jahren zähe
sten Kampfes und bitterster Not die Geschicke
der geeinten Nation in ihre starken Hände
nahmen.
Die rettende Tat von Scapa Flow hat unse
rer Marine die Ehre gesichert. Sie, mein Füh
rer, haben uns die Möglichkeit gegeben, dar
über hinaus dem Vermächtnis und dem Geist
der treuesten unseres Getreuen folgend zur be^
freienden Tat zu schreiten. Zum Aufbau ecuer
Kriegsmarine, die stets eine Gewähr sein sb
für die Sicherheit eiŗs friedliebenden -
kes unter den gleich geachteten und gleichberecy-
tigten übrigen Nationen Unter der Obyu
dieser deutschen Kriegsmarine möge auch oer
himmelwärtsragende und seewärts schauen
Bau des Marine-Ehrenmals Allzeit ein Zeug
sein von deutscher Treue und deutscher Pflich^
erfüllung, von deutschem Heldensinn und deut
scher Opferbereitschaft, von glückhafter dxutsthc
Seefahrt und verantwortungsfreudiger
gäbe an die Gemeinschaft des deutschen Volke-'
und an die geheiligte Sache des Deutsche"
Vaterlandes.
Mein Führer!
Aus nächtlichem Dunkel haben wir uns, U«d
haben Sie mit der Marine ein ganzes dank
bares Volk aufwärtsgeführt zur Morgenröte
einer lichteren Zukunft. Der Segen des All
mächtigen möge Sie rmd das deutsche Volk ge
leiten auf dem steilen, dornenvollen Weg des
Aufstieges, den Sie uns führen.
Wir aber, die wir hier in Ihrer Gegcnivast
zu weihevoller Stunde versammelt sind, w>k
geloben Ihnen im Angesicht dieses nationalen
Heiligtums aufs neue unmandelbare Treue
und Gefolgschaft. Wir bringen die Empfindun
gen, die in diesem für die Marüne historischen
Augenblick die Herzen erfüllen, jura Ausdruck,
indem wir rufen:
Des deutschen Volkes Führer Mols Hitler,
der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, un
seres deutschen Volkes und Vaterland:
Sieg-Heil!
Nach dem Hoch auf den Führer un§ das
Deutsche Reich erklingen die Lieder der
Nation. Die Traditionsflaggen marschieren
i ndie Weihehalle, der Führer, gefolgt von den
Ehrengästen, tritt unter gedämpftem Trom
melwirbel ebenfalls den Gang dorthin an-
Während er zu Füßen des Ehrenbuches der
Deutschen Kriegsmarine im Namen des deut
schen Volkes einen Lorbeerkranz niederlegt,
ertönt gedämpft das Lied „Ich hatt' einen
Kameraden", und die Batterien schießen den
Ehrensalut. Wenige Minuten später verläßt
der' Führer das Denkmal durch den Turm
über den Südaufgang, um sich unter bei»
Jubel der Massen auf die „Grille" zurückzu
begeben.
Gedanken zur Zeitgeschichte
Aegyptens Schlüsselstellung
im
(Fortsetzung von der 1. Seite!)
die Dauer nur möglich, wenn die den. SueZ-
kanal flankierende Macht Aegypten ausschließ
lich englisches Interessengebiet geworden war.
Drei britische Reichsstraßen führen zuiu
angloindischen Kaiserreich und nach Ostasien:
1. Der Weg ums Kap,
2. der Landweg von Kapstadt über Aegypten,
Irak nach Indien,
3. der Seeweg über Gibraltar, Malta, Suez,
Aden nach Indien.
Der Mittelpunkt der beiden letzteren Wege
liegt in Aegypten. Dort kreuzen sich die bri
tischen Lebensadern. Aegypten ist damit fuk
England unentbehrlich geworden. Dieses Land
ist wirklich, wie sich Bismarck einmal ausge
drückt hat, der Nerv im Genick, der Rückgrat
und Gehirn verbindet. Ohne Aegypten fehlt
dem englischen Weltreich der Zusammenhang
und damit die letzte und größte Sicherung-
Hinzu kommt noch die wirtschaftliche Bedeu
tung Aegyptens als Baumwollieferant der
englischen Textilindustrie.
Es ist deshalb vom britischen Standpunkte
aus nur folgerichtig, daß dieses Land — „dü
Wachtstube am Kanal zwischen Atlantischest,
und Indischem Ozean, der Brückenkopf am
der Landenge zwischen Asien und Afrika, das
Außcnwerk zu Indien" (Kjellön) in den eng"
lischen Herrschaftsbereich eingegliedert werdcu
mußte. Aegyptens Schicksal ist seine verkehr^
politische Lage für England. Daran wird a»a'
die Zukunft nichts ändern.
Seit dem Uebergang der britischen AußeM
Politik „zur angriffsweisen Verteidigung-^
Politik" richtete sich der Angriff gegen Aegķ
ten. Die Geschichte dieses Landes seit dem
Jahrhundert ist ein einzigartiger außenpolim
scher Kampf zwischen zwei unüberbrückbaren
Lebensinteressen — dem britischen Reick)-'!
interesse und dem ägyptischen Anspruch sll1 '
volle Souveränität.
Abgesehen von seiner Zugehörigkeit
oströmischen Reich war Aegypten uxsprüngu^
eine Provinz des türkischen Reiches und daM
von der „Hohen Pforte" in Konstantinop^
abhängig. Seit dieser Zeit hat der Islam du
ses Land durchdrungen.
(Schluß folgt.)
et tf
Verantwortlicher Hauptschriftleiter unt> Herausgeber: v
dtnand Möller. ^
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert PufMa■
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Dregori; für den n»
fchaftlichen Teil: Dr. El. Bielfelbt: für den pr>""
ztellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildverantwortliche: Ressortleiter. ^
Verantwortlicher Anzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rends»
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. ^
D-*A. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Rendsbur ^
Tageblatt — Hohenwcstedter Zeitung y Die
Hanerau-Hademarschen -- Süderbraruper Taget"
D.-A. IV 88 13 784 PI. Nr. 7.