Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

renpräsiöenten unseres Marine-Bundes, Ao- 
miral Scheer. 
Das Mahnwort, das er nach der Grundstein 
legung an die Kameraden des Bundes gerich 
tet hat: „Zum Wollen gehört das Vollbringen, 
zur Seemannsehr' muß es gelingen", ist be 
herzigt worden. Treue, opferbereite Kamerad 
schaft, gebefreudige Liebe zu ihrer alten Waffe, 
zur Kriegsmarine, unerschütterlicher Glaube 
an die Wiederkehr deutscher schwimmender 
Wehr haben vom Wollen zum Vollbringen ge 
führt. So, wie es geplant war, steht zum 20. 
Jahrestage der Skagerrakschlacht öas Deutsche 
Marine-Ehrenmal zur Weihe bereit. 
Dankbar und stolz sind wir, daß unser Ma 
rine-Ehrenmal diese Weihe heute in diesem 
Staatsakt vor dem Führer empfangen soll, 
daß Sie, mein Führer, selbst den ersten Kranz 
in der Weihehalle vor dem Ehrenbuche der 
deutschen Kriegsmarine im Namen des deut 
schen Volkes niederlegen wollen. 
34 836 Namen, die Namen aller im Welt 
kriege 1914-18 gebliebenen Angehörigen der 
deutschen Kriegsmarine stehen in diesem Buch. 
Irgendwo draußen im Weltmeer, viele einge 
sargt im Körper des Schiffes, auf dem sie für 
Deutschland kämpfend gefallen sind, ruhen die 
einen. Auf den großen Ehrenfriedhöfen in 
Kiel, in Wilhelmshaven, in Flandern und zer 
streut auf zahllosen Begräbnisstätten an allen 
Küsten der Nordsee und Ostsee und des Welt 
meeres ruhen die anderen. Hier im Ehrenbuch 
in der Weihehalle hat treue Kameradschaft 
ihnen allen eine gemeinsame Gedächtnisstätte 
gegeben. Hier sind sie zu einer großen Marine- 
Kameradschaft wieder vereint. 
In der Ehrenhalle, die den Ring dieses 
Ehrenhofes landwärts abschließt, geben Dar 
stellungen der Skagerrakschlacht, der Flandern 
front, der Nord- und Ostsee, de» Weltmeere 
Zeugnis von den Kümpfen und Opfern der 
Kriegsmarine. Wo immer ihre Offiziere, Deck- 
offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften zu 
Angriff oder Abwehr auf diesem die Welt um 
spannenden Kriegsschauplatz angetreten sind, 
auf Großkampfschiffen und Unterseebooten, auf 
Kreuzern und Torpedobooten, auf Minenle 
gern und Minensuchern, auf Marineluftschif- 
fcn und Marineflugzeugen, auf Hilfskreuzern 
und Vorpostenbooten, an den Landfronten in 
Flandern, an den Dardanellen, auf den Bal 
tischen Inseln, in Kiautschou und in Ostafrika, 
überall haben sie ihren Mann gestanden, im 
mer die Ehre der deutschen Kriegsflagge rein 
und fleckenlos erhalten. 
In den Seekämpfen fast immer starker ma 
terieller Uebermacht gegenüberstehend, stets 
haben sich die deutschen Seestreitkrüste dem 
Gegner mindestens ebenbürtig, meist überle 
gen erwiesen. Wahrlich Beweis genug, daß der 
Deutsche nicht nur auf dem Lande, wie es, das 
unvergleichliche feldgraue Heer treu seiner 
alten Tradition in unzähligen Kämpfen im 
Weltkriege erwiesen hat, sonder» auch auf der 
See berechtigt und fähig ist, gestützt auf seine 
eigene Kraft für Deutschlands Gleichberechti 
gung unter den Großmächten der Welt einzu 
treten und seinen Anteil an der Freiheit des 
Meeres zu fordern. [( 
Weithin war in Deutschlandei nach dem 
Kriege der Glaube an dieses deutsche Recht, an 
diese deutsche Fähigkeit verloren gegangen. 
Wir hatten den Glauben an die Wiederkehr 
deutscher Seegeltung nicht verloren. Der Turm 
dieses Ehrenmals ist das Zeugnis. Ein 
„Mahnmal" wollten wir errichten, das den 
Blick des ganzen deutschen Volkes hinauslenkt 
auf die See und über die See. Zuerst ist des 
halb der hochragende Turm des Ehrenmals er 
baut worden, der Turm, der, wie der Künstler 
ihn dachte, aus dem zerstörten Boden dieser 
deutschen Stätte, an der einst eine starke Wehr 
stand, in die Zukunft weisend emporgewachsen 
ist, und stolz und trutzig hinausblickt auf das 
Meer: ein Gruß weit über das Meer hin, der 
den Kameraden, die in ihm ruhen, zuruft: Ihr 
seid nicht umsonst gefallen! 
Eine Mahnung an alle Deutschen, so wie der 
Turm stolz und trutzig hinauszublicken auf das 
Meer und in sich neu zu beleben den seemän 
nischen Soldatengeist der Kämpfer des See 
krieges 1914-18, das Wikingertum, das Schiff 
und Schwert zu führen weiß weil es die See 
versteht. 
Für deutsche Seemansehr' 
Für Deutschlands schwimmende Wehr 
Für beider Wiederkehr! 
Mit diesen Worten hat am 8. August 1917 
Admiral Scheer den Grundstein dieses Ehren 
mals geweiht. 
Wir weihen das Teutsche Marine-Ehrenmal 
heute in dem dankbaren Bewußtsein, daß mit 
der deutschen Ehre die deutsche Seemanns 
ehre wiederhergestellt ist, in stolzer Freude, 
daß Deutschlands schwimmende Wehr wieder 
gekehrt ist. 
Unter ihren Schutz, unter den Schutz der 
deutschen Kriegsmarine, soll unser Ehrenmal 
in dieser Weihestunde gestellt werden. Dafür 
danken wir dem Oberbefehlshaber der Kriegs 
marine, und dafür danken wir Ihnen, Herr 
Admiral, daß diese 85 deutschen Kriegsflaggen, 
die im Kampf auf deutschen Kriegsschiffen ge 
weht haben und auf Befehl des Führers mit 
dem Ehrenkreuz des Frontkämpfers geschmückt 
worden sind, als Traditionsflaggen der 
Kriegsmarine ihre bleibende Stätte in der 
Weihehalle unseres Ehrenmales erhalten sol 
len. Dort werden sie schweigend den Gefalle 
nen und all ihren Mitkämpfern, die im Welt 
kriege Deutschland hoch in Ehren gehalten ha 
ben, danken. Dort werden sie schweigend die 
Soldaten der deutschen Kriegsmarine mahnen, 
so wie ihre Kameraden der Vorkriegs- und 
Kriegszeit Deutschland in alle Zukunft hoch in 
Ehren zu halten. 
Anknüpfend an die letzten Worte des Fre 
gattenkapitäns a. Dr. Hintzmann spielte die 
Kapelle das Lied „O Deutschland hoch in 
Ehren", das die alte Kaiserliche Marine so oft 
in ihren festlichen Stunden begleitete. Nun er 
greift Vizeadmiral a. D. Exzellenz von Trotha 
das Wort zu einer kurzen Ansprache über die 
Bedeutung der Skagerrakschlacht, die er als 
Chef des Stabes der Hochseeflotte in der 
Schlacht aus eigenem Miterleben kennt. 
Ansprache von Admiral a. D. von Trotha 
Admiral a. D. v. Trotha erinnerte in seiner 
Ansprache beim Staatsakt an die Heldentaten 
der deutschen Flotte im Weltkriege, die auf 
dem so ungünstigen Helgoländer Winkel die 
ganze weite deutsche Küste gedeckt habe, so daß 
kein feindliches Geschoß je deutsches Gestade 
berührte. Ihre Kraft habe uns den benach 
barten neutralen Staaten gegenüber den nöti 
gen Halt gegeben und einen Einbruch Eng 
lands in die Ostsee verhindert und auf der 
anderen Seite die Russen in Schach gehalten. 
Mit seinen Hammerschlügen habe Admiral 
Scheer den Urstein dieses gewaltigen Bau 
werkes dem deutschen Boden eingefügt. Wir 
alle gedenken heute dieses Mannes, der als 
Sinnbild deutschen Seegeltungswillens vor 
uns steht. Die Kühnheit seines Willens und 
die Stärke seiner Entschlußkraft finden in den 
gewaltigen Linien dieses Bauwerkes ihren 
lebendigen Ausdruck. Sie sind für alle Zu 
kunft ein Wahrzeichen dafür, daß die Einheit 
deutschen Volkstums und der Wille zur See 
untrennbar miteinander verbunden sind. 
Seine Rede wird abgeschlossen durch das 
Lied „Volk ans Gewehr". Es folgt die An 
sprache des Oberbefehlshabers der Kriegs 
marine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder. 
General-Admiral Dr. h. e. Raeder spricht 
Mein Führer! Kameraden! 
Mit freudiger Genugtuung übernehme ich 
das Marine-Ehrenmal in die Obhut der 
Kriegsmarine. Das Ehrenmal, vor dessen ra 
gendem Bau seit langer Zeit bereits die Flag 
gen der passierenden Schiffe in Ehrfurcht sich 
senken. Die Weihestätte, die wie nur wenige 
ihrer Art ein Mahnmal ist nicht nur zum 
bleibenden Gedächtnis an unsere vor dem 
Feinde gebliebenen Schiffe und Kameraden, 
sondern darüber hinaus auch für die lebendige 
Kraft des Geistes und des Willens, der durch 
sie verkörpert wurde. 
In einem freien Deutschland, als freies, auf 
rechtes Volk, das in mannhafter Geschlossenheit 
hinter seinem Führer sich aufs neue die Ach 
tung der Außenwelt erobert hat, dürfen wir 
heute — 20 Jahre nach der Skagerrakschlacht 
— diese Weihestunde begehen. Unter der 
Schirmherrschaft der jungen, erstarkenden 
Kriegsmarine steht dieser Bau. Für alle Zei 
ten ein machtvoller Zeuge, wie in guten und 
schlechten Tagen, wie über Sieg und Unter 
gang, über Schmach und Not nichts auf der 
Welt unseren Soldaten- und Seemannsgeist 
zu erschüttern vermochte. Stets brannte dieser 
Geist am heißesten in unseren Herzen, wenn 
ringsumher das Gefüge einer heute überwun 
denen Epoche der Verirrungen in Trümmern 
zu versinken drohte. Der Allmächtige Gott ist 
uns in unserem harten Ringen zur Seite ge 
standen. So ward uns das Glück beschicden, 
ein hohes Vermächtnis unserer Gefallenen zu 
erfüllen. 
Ein Vermächtnis der Ueberlieferung und ein 
Vermächtnis der befreienden Tat. 
Es lag von jeher im Wesen einer richtig 
verstandenen Ueberlieferung, im Vorwärts- 
und Aufwärtsschreiten nicht hängen zu bleiben 
an Dingen und Zeitströmungen, deren frucht 
lose Vergänglichkeit nur allzuoft in der Ge 
schichte das Leben der Völker mit Stillstand 
zu behalten drohte. So konnte es auch nicht 
dem aufrechten Sinne unserer auf der Wahl 
statt gebliebenen Kameraden entsprechen, starr 
festzuhalten in unversöhnlichem Geiste gegen 
über jenen tapferen Männern und Seeleuten, 
die einst das Schicksal uns zu ehrlichem Kampfe 
entgegenstellte. 
Wo immer wir in offe'ner Schlacht mit der 
englische» Flotte die Klingen gekreuzt haben, 
vor dem Skagerrak, bei Coronel und ander 
wärts, stets haben wir in ihr den stammes- 
ltnd sinnesverwandten Gegner kennen und 
achten gelernt, der treu seiner ruhmreichen 
Ueberlieferung gleich uns nur das eine Ziel 
vor Augen hatte, sein Aeußerstes zu tun in op 
ferbereiter Pflichterfüllung für das Wohl sei 
nes Landes. So vereinen sich heute, bei der 
20. Wiederkehr des Tages vom Skagerrak, die 
Gedanken der deutschen Kriegsmarine, wenn 
sie sich in dieser Weihestunde vor ihren Gefal 
lenen und vor denen der tapferen Bundes 
genossen verneigt, mit denen der britischen 
Flotte in der gemeinsamen Erinnerung an 
jene Männer, die beiderseits im Kanonendon 
ner der größten Seeschlacht aller Zeiten in 
heldenhaftem Seemannstod dahingegangen 
sind, wie die Pflicht, wie die Ehre ihrer Flagge 
es ihnen befahl. Kann es eine stolzere Erfül 
lung des Vermächtnisses einer vielfach einzig 
artigen Ueberlieferung geben, als wenn nach 
her unter dem Donner der Salutgeschütze der 
hier versammelten Seestreitkräfte das Ehren 
mal durch den Führer des deutschen Volkes 
und Obersten Befehlshabers unserer wieder 
erstarkenden Wehrmacht seine Weihe erhalten 
wird? Der Lorbecrkranz aus seiner Hand vor 
dem Ehrenbuch der deutschen Kriegsmarine, 
er sei uns für alle Zeiten das Sinnbild unserer 
unwandelbaren Treue und Dankbarkeit, aber 
auch eine ständige Mahnung, an Pflichtauffas 
sung und Opferbereitschaft jenen gefallenen 
Kameraden nachzueifern, deren Namen nun in 
der Weihehalle ihre bleibende Stätte gefunden 
haben. 
So möge ihre Ueberlieferung in der jungen 
deutschen Kriegsmarine lebendig bleiben. So 
sei auch unsere junge Flotte eine Pflegestätte 
ihres Geistes, der auf dem Gipfel höchsten 
Ruhmes, wie in den dunklen Tagen völkischen 
Niederganges seine Früchte getragen hat. Und 
der sich schließlich Bahn brechen sollte in der 
befreienden Tat, die nimmer rastend und sieg 
haft überwindend uns den Weg gewiesen hat 
bis in die jetzige Stunde. 
Vor zwanzig Jahren der Tag vom Skager 
rak. Ein Tag geschichtlichen Ruhms, der den 
deutschen Flottenchef, Admiral Scheer, den 
größten Führern aller Zeiten ebenbürtig zur 
Seite stellte, wie ein englisches Urteil es aner 
kennt. Mit ehrenvollen Wunden bedeckt, kehr 
ten unsere Schiffe nach erfolgreichem Kampf 
in die Heimat zurück, mit ihren Besatzungen 
eine Verkörperung vorwärtsdrängender Kraft, 
soldatischen Geistes und freien, freudigen Ge 
horsams. 
Drei Jahre später die gleiche Flotte ihrer 
Waffen beraubt bei Scapa Flow. Erloschen 
schien der Geist vom Skagerrak, der Geist der 
Mannen des Grafen Spee bei Falkland und 
Coronel, der Geist von der Doggerbank und all 
den vielen anderen Stätten, da kurz zuvor noch 
deutsche Seestreitkrüste sich mannhaft gegen 
eine Welt von Gegnern behauptet hatten. In 
der Heimat ein durch Schicksalsschläge zermürb 
tes, in sich zerrissenes und irregeleitetes Volk, 
das zur entscheidenden Stunde die See und 
ihre Zusammenhänge nicht verstanden hatte. 
Da erwuchs uns, fern dieser Heimat, eine 
rettende Tat. Eine Tat, die sich der Verantwor 
tung für die deutsche Ehre bewußt war. Wie 
nur wenige Ereignisse als historischer Mark 
stein zu werten, als ein erster Wendepunkt 
zum Aufbruch der Nation und als eine mah 
nende Lehre für alle kommenden Geschlechter. 
Es war der Geist vom Skagerrak und Falk 
land, der ungebrochen sich in den gesund geblie 
benen Teilen der Besatzungen erhalten hatte, 
und der den Admiral von Reuter befähigte, 
die Marine und fernerhin unser Vaterland vor 
weiterer Unruhe zu bewahren. Die Tat der 
Versenkung der damaligen Flotte vereinte zum 
ersten Mal nach den dunklen Tagen des Zu? 
sammenbruchs Führer und Geführte zu ge 
meinsamem Handeln und trug einen überra 
genden Sieg über die vermeintlichen „Sieger" 
davon, nachdem die Aussichtslosigkeit einer 
weiteren Erhaltung der Schiffe unter deutscher 
Flagge in ihrem vollen tragischen Umfang 
klar erkannt worden war. Die verantwor- 
tungsbewußte Tat des deutschen Admirals, die 
nach seinem zutreffenden Ausspruch in gleicher 
Lage auch jeder britische Admiral vollbracht 
haben würde, sicherte der deutschen Kriegs 
flotte unter den ihr auferlegten Umstünden, 
nämlich der geforderten bedingungslosen 
Uebergabe, ein Ende, das ihrer Tradition 
würdig war. Unbesiegt ging sie freiwillig da 
hin, in ihrem Sterben ein Vorbild der Ehre 
und des im Unglück bewährten aufrechten 
Stolzes. 
So fand hier zu finsterster Stunde die Kraft 
des heldischen Gedankens einen sichtbaren Aus 
druck des unbeugsamen Lebenswillens der 
deutschen Nation. Zwar wölbte sich in grauer 
Flut ein Grabhügel über zerstörten Hoffnun 
gen. Und dennoch! Das Schicksal, das uns so 
Schweres auferlegte, es wollte nicht und konnte 
nicht wollen, daß all der Heldensinn unserer 
dahingegangenen Kameraden umsonst gewesen. 
Im Rahmen unserer völkischen Gesamt 
sendung führte es uns durch jenes tiefe Tal, 
auf das das Vermächtnis unserer Gefallenen 
getreu ihrem Geiste nur um so reichere Früchte 
tragen sollte. Es wollte, daß aus der Selbst 
überwindung, aus Opferbereitschaft, freiwilli 
gem Gehorsam und hingebendem Führertum 
ein neues entspringe, der Urquell eines zur 
Wiedergeburt gelangten Heldensinns einer er 
wachenden Nation! 
Der Geist der alten Flotte hat diese Probe 
bestanden. Er fand in der Folgezeit seinen 
Ausdruck im Willen zur Wehrhaftigkeit, die 
den alten Heldensinn in den Dienst eines 
neuen Volkstums stellte. So konnte trotz stärk 
ster innen- und außenpolitischer Widrigkeiten 
auf der festen Grundlage der Tat vom Skager 
rak und der Tat von Scapa Flow die junge 
Reichsmarine heranwachsen, die unter der 
Führung und oft entsagungsvollen Hingabe 
eines Trotha, eines Behnkc und eines Zenker 
anfs neue zum reinsten Träger des deutschen 
Einheitsgedankens, der deutschen Ehre und 
der deutschen Freiheit wurde. Auf dem festen 
Fundament einer großen geschichtlichen Ver 
gangenheit wurde hoffnungsfreudig hier ein 
Boden bereitet, der zur Reife gelangt war, als 
Sie, mein Führer, nach langen Jahren zähe 
sten Kampfes und bitterster Not die Geschicke 
der geeinten Nation in ihre starken Hände 
nahmen. 
Die rettende Tat von Scapa Flow hat unse 
rer Marine die Ehre gesichert. Sie, mein Füh 
rer, haben uns die Möglichkeit gegeben, dar 
über hinaus dem Vermächtnis und dem Geist 
der treuesten unseres Getreuen folgend zur be^ 
freienden Tat zu schreiten. Zum Aufbau ecuer 
Kriegsmarine, die stets eine Gewähr sein sb 
für die Sicherheit eiŗs friedliebenden - 
kes unter den gleich geachteten und gleichberecy- 
tigten übrigen Nationen Unter der Obyu 
dieser deutschen Kriegsmarine möge auch oer 
himmelwärtsragende und seewärts schauen 
Bau des Marine-Ehrenmals Allzeit ein Zeug 
sein von deutscher Treue und deutscher Pflich^ 
erfüllung, von deutschem Heldensinn und deut 
scher Opferbereitschaft, von glückhafter dxutsthc 
Seefahrt und verantwortungsfreudiger 
gäbe an die Gemeinschaft des deutschen Volke-' 
und an die geheiligte Sache des Deutsche" 
Vaterlandes. 
Mein Führer! 
Aus nächtlichem Dunkel haben wir uns, U«d 
haben Sie mit der Marine ein ganzes dank 
bares Volk aufwärtsgeführt zur Morgenröte 
einer lichteren Zukunft. Der Segen des All 
mächtigen möge Sie rmd das deutsche Volk ge 
leiten auf dem steilen, dornenvollen Weg des 
Aufstieges, den Sie uns führen. 
Wir aber, die wir hier in Ihrer Gegcnivast 
zu weihevoller Stunde versammelt sind, w>k 
geloben Ihnen im Angesicht dieses nationalen 
Heiligtums aufs neue unmandelbare Treue 
und Gefolgschaft. Wir bringen die Empfindun 
gen, die in diesem für die Marüne historischen 
Augenblick die Herzen erfüllen, jura Ausdruck, 
indem wir rufen: 
Des deutschen Volkes Führer Mols Hitler, 
der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, un 
seres deutschen Volkes und Vaterland: 
Sieg-Heil! 
Nach dem Hoch auf den Führer un§ das 
Deutsche Reich erklingen die Lieder der 
Nation. Die Traditionsflaggen marschieren 
i ndie Weihehalle, der Führer, gefolgt von den 
Ehrengästen, tritt unter gedämpftem Trom 
melwirbel ebenfalls den Gang dorthin an- 
Während er zu Füßen des Ehrenbuches der 
Deutschen Kriegsmarine im Namen des deut 
schen Volkes einen Lorbeerkranz niederlegt, 
ertönt gedämpft das Lied „Ich hatt' einen 
Kameraden", und die Batterien schießen den 
Ehrensalut. Wenige Minuten später verläßt 
der' Führer das Denkmal durch den Turm 
über den Südaufgang, um sich unter bei» 
Jubel der Massen auf die „Grille" zurückzu 
begeben. 
Gedanken zur Zeitgeschichte 
Aegyptens Schlüsselstellung 
im 
(Fortsetzung von der 1. Seite!) 
die Dauer nur möglich, wenn die den. SueZ- 
kanal flankierende Macht Aegypten ausschließ 
lich englisches Interessengebiet geworden war. 
Drei britische Reichsstraßen führen zuiu 
angloindischen Kaiserreich und nach Ostasien: 
1. Der Weg ums Kap, 
2. der Landweg von Kapstadt über Aegypten, 
Irak nach Indien, 
3. der Seeweg über Gibraltar, Malta, Suez, 
Aden nach Indien. 
Der Mittelpunkt der beiden letzteren Wege 
liegt in Aegypten. Dort kreuzen sich die bri 
tischen Lebensadern. Aegypten ist damit fuk 
England unentbehrlich geworden. Dieses Land 
ist wirklich, wie sich Bismarck einmal ausge 
drückt hat, der Nerv im Genick, der Rückgrat 
und Gehirn verbindet. Ohne Aegypten fehlt 
dem englischen Weltreich der Zusammenhang 
und damit die letzte und größte Sicherung- 
Hinzu kommt noch die wirtschaftliche Bedeu 
tung Aegyptens als Baumwollieferant der 
englischen Textilindustrie. 
Es ist deshalb vom britischen Standpunkte 
aus nur folgerichtig, daß dieses Land — „dü 
Wachtstube am Kanal zwischen Atlantischest, 
und Indischem Ozean, der Brückenkopf am 
der Landenge zwischen Asien und Afrika, das 
Außcnwerk zu Indien" (Kjellön) in den eng" 
lischen Herrschaftsbereich eingegliedert werdcu 
mußte. Aegyptens Schicksal ist seine verkehr^ 
politische Lage für England. Daran wird a»a' 
die Zukunft nichts ändern. 
Seit dem Uebergang der britischen AußeM 
Politik „zur angriffsweisen Verteidigung-^ 
Politik" richtete sich der Angriff gegen Aegķ 
ten. Die Geschichte dieses Landes seit dem 
Jahrhundert ist ein einzigartiger außenpolim 
scher Kampf zwischen zwei unüberbrückbaren 
Lebensinteressen — dem britischen Reick)-'! 
interesse und dem ägyptischen Anspruch sll1 ' 
volle Souveränität. 
Abgesehen von seiner Zugehörigkeit 
oströmischen Reich war Aegypten uxsprüngu^ 
eine Provinz des türkischen Reiches und daM 
von der „Hohen Pforte" in Konstantinop^ 
abhängig. Seit dieser Zeit hat der Islam du 
ses Land durchdrungen. 
(Schluß folgt.) 
et tf 
Verantwortlicher Hauptschriftleiter unt> Herausgeber: v 
dtnand Möller. ^ 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert PufMa■ 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Dregori; für den n» 
fchaftlichen Teil: Dr. El. Bielfelbt: für den pr>"" 
ztellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bildverantwortliche: Ressortleiter. ^ 
Verantwortlicher Anzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rends» 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. ^ 
D-*A. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Rendsbur ^ 
Tageblatt — Hohenwcstedter Zeitung y Die 
Hanerau-Hademarschen -- Süderbraruper Taget" 
D.-A. IV 88 13 784 PI. Nr. 7.
	        
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