Freude auf Pfingsten
Auf Pfingsten freuen sich so viele. Es ist
oas Fest am Eingang des Sommers. Man
Seht hin und stellt Maien aus Birken oder
suchen an die Türen der Häuser. Der Sinn
oer Menschen ist in die Natur gerichtet, die
letzt Erfüllung dessen ist, was Ostern noch im
Ei der Hoffnung lag. Ringsum hat man sich
"r der Wirtewelt auf großen Besuch vor
bereitet. Daß ein gutes Pfingstgeschäft die
Pacht einbringen solle, hört man bisweilen,-
es ist etwas Wahres daran.
Was ist nicht alles vorgesehen! Frühkonzerte
Und Nachmittags-Gartenkonzerte, Ausflügler-
kränzchen und Pfingstbälle verheißen Genüsse.
Eine romantische Mühle im schattigen Grund
verspricht geruhigen Aufenthalt, eine Omni
busfahrt lockt in die Ferne, und eine Dampfer
partie hat das freundlich-behäbige Bild eines
alten Gutsgartens zum Ziel. Die Baumblüte
winkt mit zartesten Reizen, ein Muschelsaal
verspricht Gemütlichkeit, und beim „Mädchen
bier" warten tanzlustige Deerns. Auf dem
Ringreiterfest kann man Reitergeschicklichkeit
bestaunen. Und wer's süddeutsch haben will,
hat Gelegenheit, an einem Ort in weiterer
Umgebung die Schuhplattler zu sehen und zu
hören. Das ist nur ein Ausschnitt aus der
Pfingst-Kurzweil. Kosten sind nicht gescheut.
Doch nun darf auch der Besuch nicht aus
bleiben, der die Kosten decken soll. Den Ver
anstaltern ist, allein schon wegen ihres Unter
nehmungsgeistes, ein einträgliches Geschäft zu
wünschen.
Die Frage nach dem P f i n g st w e t t e r ist
Nach alledem von Bedeutung. Wohl jeder wird
sich vornehmen, an den Pfingstfreuden teil
zunehmen. Zimperlich wird man der Witte
rung gegenüber nicht sein wollen. Allerdings
soll diese sich wenigstens einigermaßen brav
verhalten. #
Die Sendung „Skagerrak"
bie es gestern abend zum Gedenken an den
'U. Mai vor zwanzig Jahren im Rundfunk
gegeben hat, war eine Darbietung ganz beson
drer Art. Skagerrakkämpfer vom Admiral
bis zu jenem Heizer, der der einzige Ueber-
ļebende der „Wiesbaden" ist, ließen in schlich
en Berichten — das übrige besorgte der eherne
Ņļund der Geschütze — den Hörer die gewal
tigste Seeschlacht aller Zeiten glühenden Her
ons miterleben. Der Atem stockte einen
Augenblick, wenn es „Klar zum Gefecht!"
hieß, und als schließlich zwei Minuten Funk
stille eintraten, war man stumm und ergrif
fen. In Gedanken senkte man einen Kranz in
>ene grauen, ewig bewegten Wogen, in denen
vamals fast zehntausend Seeleute, Freund
Und Feind zusammengerechnet, blieben. Von
bor wiedererstandenen deutschen Flotte, die
honte, am Tage der Einweihung des Marine-
ehrenmals am Strande von Laboe, vor Kiel
Eegt, sagte Vizeadmiral von Trotha zum
Schluß, daß sie ein Friedensfaktor im Dienst
bor Menschheit sei. Ja, das deutsche Volk will
ben Frieden, solange man ihm diesen läßt.
^ie „Skagerrak"-Sendung wird zu den großen
Rundfunk-Erinnerungen gehören. #
Störung der Stromlieferung
.Wie wir erfahren, ist die Störung in der
^sromlieferung am Freitagnachmittag auf
^Nen Kurzschluß in einem städtischen
Rabel zurückzuführen. Die schnelle Behebung
er Störung war durch die vielen telefonischen
Aufragen bei den Städtischen Werken stark
Gehindert. Die Telefonanlage war dauernd
,osetzt, so daß es zeitweilig nicht möglich war,
Engende Dienstgespräche zu erledigen. Die
jîondsburger Bürger werden gebeten, bei
brartigen Anlässen die Städtischen Werke
Möglichst nicht anzurufen.
^Eratzenbauarbeiten
Ausschreidungsergebnis
.Die Ausführung der Kleinpflasterdecke einer
tz.Rlstrecke der K a i s e r st r a ß e und die Um-
llasterung einer Teilstrecke der Kreis-
Ņ?' o n st r a ß e in Rendsburg einschließlich
^teriallieferung war vom Kreisbauamt in
^Udsburg öffentlich ausgeschrieben worden,
r b Deffnung der eingegangenen 9 Angebote
stau om Freitagvormittag int Kreisbauamt
à . Das Ergebnis a) für die Ausführung der
^îņpflasterdecke der Kaiserstraße und b) für
ha? .^Pflasterung einer Teilstrecke der Kreis-
q„^vstraße einschl. Materiallieferung ist fol-
vov.oes:
'ņ- Claus Schlothfeldt, Rendsburg aj 8036,81
bO bj 3047,80 JUi; 2. Claus Wieben, Rends-
10 733,25 JUL, b) —; 3. Karl Schröder,
4 Osburg aj 10 766,10 JUL, b) 3191,40 JUi)
' Rrch. Ditting, Rendsburg aj 11011,— 'JLJI,
Rendsburg, den 30. Mai 1936.
bj 2304,— r JUl; 5. Arbeitsgemeinschaft Wer
nicke und Schulz, Rendsburg aj 11443,56 JUL,
b) 3084,14 JUl; 6. Max Rohwer, Rendsburg
aj 12 208,— JUL, bj 3534,30 JUL] 7. Claus
Hansen, Büdelsdorf aj 13 469,05 JUL, bj 3659,40
JUL] 8. Krambeck u. Rohwer, Rendsburg aj
14128,60 JIJL, bj 3938,70 JUl] 9. Heinrich
Brandt, Rendsburg 14 665,40, bj 4056,— JUl,
* « *
* Straßensperrung. Die Wegestrecke am Ka
nal von der Kolonialen Frauenschule Rends
burg bis Fähre Nüsterbergen ist während der
Zeit vom 3. bis 27. Juni wegen Instandsetzung
für den Fuhrwerks- und Autoverkehr gesperrt.
Die Umleitung erfolgt über Westerrönfeld-
Schülp.
* Die bronzene Ehrennadel des Deutschen
Reichskriegerbundes (Kyffhäuscrbundesj für
gute Schießleistungen erlangten folgende Ka
meraden des Kyffhäuserbundes: von der Re
serve- und Landwehr-Kameradschaft in Rends
burg Joh. Folster mit 122 Ringen, von der
Militärischen Kameradschaft Schülldorf und
Umgegend Emil Becker mit 128, Heinrich Kühl
mit 127, Willy Wiese mit 124 und Kamerad
schaftsführer Hans Röpstorff mit 123 Ringen.
* Ins Bayrische Allgäu fährt Kraft durch
Freude vom 5. bis 16. Juni. Der Preis beträgt
für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung
52,10 RM. Außerdem ist in diesem Preis eine
Fahrt zum Nebelhorn enthalten. Das Auf
nahmegebiet Sonthofen ist eine der schönsten
Gegenden des Allgäus. Ausflüge nach den
Königsschlössern „Neuschwanstein" und
„Hohenschwangau", nach der höchsten Burg
ruine „Falkenstein", machen diese Fahrt zu
einem besonderem Genuß. Anmeldungen sind
sofort zu richten an die Deutsche Arbeitsfront
in Rendsburg, Adolf-Hitler-Haus, Teles. 2670.
* Die Altstädter Vogelschützengilde hält am
Dienstag (3. P fing st tags ihr Hauptschießen
nach dem Vogel ab. Aus- und Einmarsch finden
nicht statt.
* Militärkonzerte sind für die Feiertage vom
Schützenhof angezeigt. Es spielt das Trom
peterkorps der Artillerie.
3«m Ehrentag der Kinderreichen nach Köln
Zehn Mitgliedern der Ortsgruppe Rends
burg des Reichsbundes der Kinderreichen ist
es ermöglicht, zum Ehrentag des Bundes zu
reisen, der acht Tage nach Pfingsten in Köln
stattfindet. Mit ihnen fährt auch der Landes
leiter des Bundes für Schleswig-Holstein,
Rektor Neinke, Rendsburg.
*
Am 7. Juni wird der Reichsbund der Kin
derreichen den Ehrentag kinderreicher Eltern
in der Metropole am Rhein veranstalten.
Schon jetzt haben über 40 000 Teilnehmer sich
gemeldet, die sich nicht durchweg aus Mitglie
dern des Reichsbunöes der Kinderreichen, ja,
nicht einmal ausschließlich aus Kinderreichen
zusammensetzen, sondern aus Volksgenossen,
welche die Bedeutung der kinderreichen Fami
lie für Deutschland erkannt haben. Die deut
sche kinderreiche Familie hat seit der Macht
übernahme einen gewaltigen Schritt vorwärts
getan. In der vergangenen Zeit befand sie sich
völlig in der Defensive. Die Lehre von der
Uebervölkerung Deutschlands als Ursache der
Wohnungs- und Arbeitsnot herrichte vor.
Man sah das Heil in der Kldinhaltung der
Familie, in den größeren Familien aber un
nütze Esser, ja Schädlinge. Wer kinderreich
war, mußte sich entschuldigen, und unsere älte
ren kinderreichen Mütter wissen Trauriges zu
erzählen von der Verhöhnung, die sie erleiden
mußten.
Das änderte sich mit einem Schlage nach
der Machtübernahme. Ein Verbot der Ver
spottung der Familie, der Ehe und der Mut
terschaft in Wort, Schrift und Bild, welches
zeitlich mit dem Ende der jüdischen Literaten
herrschaft zusammenfiel, reinigte wie ein Ge
witter die Luft in Presse, Bühne, Kino und
Schrifttum. Eine neue Wertschätzung des
körperlich und sittlich gesunden Menschen lenk
te auch den Blick auf die gesunde Familie.
Darunter aber konnte man nur eine solche
verstehen, die gesundes Erbgut und Lebens
tüchtigkeit in einer ausreichenden Zahl von
Kindern an die nächste Generation weitergab.
Jedoch die Familien mit 4 und mehr Kindern,
die diese Aufgabe erfüllten, waren an Zahl
zu einer unbedeutenden Minderheit unter den
deutschen Familien geworden und hatten alle
Schäden und Lasten einer Minderheit zu tra
gen: Mangel an Ansehen, wirtschaftliche
Schwäche, schlechte Berufsaussichten der Kin
der. Unter diesen Umständen entschlossen sich
Reichsregierung und Partei, aus den noch
vorhandenen erbgesunden kinderreichen Fami
lien eine gemeinsame Front zu bilden, die den
neuen Familiengedanken vertreten sollte. Sie
griffen auf den schon seit 1926 bestehenden
Reichsbund der Kinderreichen zurück und ge
stalteten ihn um zu einem Instrument der
deutschen Rassepolitik. Er wurde berufen, die
geistige Führung im Wiederaufbau der deut
schen Familie zu übernehmen.
Da der „RDK." die materiellen Fragen
ohne ihre Bedeutung für die kinderreiche Fa
milie zu verkennen — in die zweite Linie stell
te, Familienleben und Familienfreuden da
gegen in den Vordergrund rückte, so fand sich
eine immer noch wachsende Zahl von Männern
aus den angesehensten Stellungen des Reiches,
die aus Ueberzeugung sich im Ehrenführer
ring vor den Reichsbund der Kinderreichen
stellten. Dieser Ehrenring, dem 6 Reichsminister
angehören, trat im Dezember vor. Jahres in
Weimar mit einer großen Kundgebung an die
Oeffentlichkeit, in der er die Kinderreichen auf
rief, sich dem RDK. anzuschließen. Seitdem ist
der Reichsbund der Kinderreichen noch gewaltig
gewachsen und wird nun am 7. Juni in Köln
zum ersten Mal in seiner Gesamtheit an die
Oeffentlichkeit treten, um durch eine macht
volle Tagung sich vor dem gesamten Volk zu
seinem Kinderreichtum zu bekennen. Möge er
offene Ohren finden- davon wird viel für die
Zukunft unseres Volkes abhängen.
-p , *
Stan-esLMtliche Nachrichten
Es wollen die Ehe miteinander eingehen:
Kaufmann Willy Karl Hans Kleinschmidt,
Rendsburg, und die Stenotypistin Irma Her
tha Hildegard Heiden, Rostock,' Bezirksfeld
webel Hans Friedrich Trettow, Rendsburg,
und die Haustochter Grete Minna Agnes
Frieda Opütz, Wittenburg,' Filmvorführer
Bruno Ernst Hellwig, Rendsburg, und die
Filialleiterin Clara Dorotha Porazik, Rends
burg,' Maurer Johannes Engellandt, Rends
burg, und die Hausgehilfin Käte Gertruud
Weisheit, Rendsburg,' Schütze Ernst Hinrich
Karl Thode, Rendsburg, und die Haustochter
Margaretha Johanna Schwarz, Büdelsdorf.
Aus den ìleudslhuņet JUMs^idtUesdcm.
Schauburg:
Der Sieg der Maske
Anschlag aus Schwcda.
Ein neuer kriminalistischer Reißer der
Tobis-Rota. Ein Zeitungsroman liegt diesem
Bildstreifen zu Grunde. Kriminalistische
Romanschule verfolgt immer einseitige Hal
tung. Geheimnisvoller Mord, lückenlose Be
weisführung gegen einen Unschuldigen, un
verhoffte Lösung eines tragischen Geschehens
und zur allgemeinen Befriedigung ein
Happy-end. Liegt die filmische Behandlung
eines solchen Stoffes in den Händen eines
Regisseurs wie Karl Heinz Martin, so sind
einige spannende Stunden dem Besucher
gewiß. Ueber das nun Allgemeine eines
solchen kriminalistischen Reißers hinaus, das
Einmalige, das Neue und' Wertvolle dieses
Films. Eine seelische Atmosphäre durchzittert
das ganze Geschehen. Charaktergestaltung siegt
über menschliche Unwürdigkeit. Dieser Film
arbeitet weniger mit effektischen als vielmehr
mit mimischen Mitteln und wird dadurch von
der psychologischen Seite angepackt. Diesen
Gedanken sieghaft gestaltet zu haben, darf sich
die mimische Kunst Eugen Klöpfers rühmen.
Klöpfer ist nicht mehr der jüngste deutsche
Schauspieler — er feierte am 10. März dieses
Jahres seinen 50. Geburtstag — sicher aber ist
er zur Zeit der größte deutsche Darsteller. Er
ist ein bezeichnender Typ unter den deutschen
Schauspielern: der Darstellungs- und Sprach
stil dieses Künstlers ist in seiner Art so
heimatverbunden, so verinnerlicht deutsch, daß
Psingstliches Eiderlandschaftsbild bei Rendsburg.
Aufn.: Repenning.
cs unmöglich wäre, sich diesen Typ auf einer
italienischen, englischen oder gar französischen
Bühne vorzustellen. In der Rolle des her
untergekommenen Clowns Kavelli gibt er hier
wieder eine unübertreffliche, psychologische
Studie, ein trunkenes Ungeheuer, halb wahn
sinnig, halb anhänglicher Wohltäter. Ihm zur
Seite Marianne Hoppe — eine sehr energische
Regine Keßler, Schwester eines unschuldig
Ueberführten, ebenfalls eine vortreffliche dar
stellerische Leistung, voll verhaltener Empfin
dung. Peter Voß verkörpert einen strengen
und zugleich liebenswürdigen Staatsanwalt,
Walter Ladengast den schwerblütigen Studen
ten, der um das Schicksal seiner Geliebten
(Hanna Waagj verbittert ringt. Auf die
nächsten Filme mit Hanna Waag dürfen wir
gespannt sein. Sie ist ein noch junges Talent,
das erst im vergangenen Jahr im K.-L.-Diehl-
Film „Der grüne Domino" zum ersten Male
herausgestellt wurde. Ueber die schauspiele
rischen Einzelleistungen hinaus — noch zu
rühmen die photographischen Aufnahmen, die
durch großzügige Breitflächigkeit sich auszeich
nen. Dazu ein würdiges Beiprogramm.
Dr. Th.
' ❖
Elektra-Lichtspiöle:
„Durch die Wüste".
Karl May im Film? Das weckt Erinnerun
gen an gefährliche Abenteuer in der Prärie,
auf der Old Shatterhand und Winnetou stets
über alle Fährnisse triumphieren, oder an die
Wüste, wo Kara Ben Nemsi und sein grotesker
Schatten Hadschi Hales Omar, die Gestalt des
Sancho Pansa ins Arabische wandelnd, mit
Findigkeit und Edelmut allen hinierlistigen
Anschlägen des bösen Feindes begegnen. Ein
Fieber ergriff uns Jungens, wenn wir Seite
um Seite der dicken Wälzer des Radebeuler
Schriftstellers verschlangen, ohne ein Ende fin
den zu können. Aber auch würdige Herren, die
längst den Indianer-Mokassins entwachsen
sind, begeben sich gern mit Alt-Schmetterhand
auf den Kriegspfad. Dem Film folgt man mit
wesentlich mehr Gelassenheit,' er schwächt dan
kenswerterweise die manchmal schwer erträg
liche Tugendboldigkeit, die die Helden des Bu
ches zur Schau tragen, ab: aber er schwächt auch
jenes Gefühl des unmittelbaren Miterlebens,
durch das wir uns auf jeder Seite des Buches
mit dem Leiden, Kampf und Sieg des Helden
identifizieren. Nur dann, wenn die Schüsse
krachen, die Gegner sich im Nmgkampf am Bo
den wälzen oder ein Knock-out gegen die feind
liche Schläfe verabfolgt wird. geht hörbare Be
geisterung und ein Stück echten Karl Mays
durch den Zuschauerraum. Die Photographie
des Films ist gut: die echte Wüste bietet einen
eindrucksstarken Hintergrund. 0
*
In der Tonhalle:
„Der Student von Prag".
Dämonische Triebe, heißblütige Liebe, Stu
dentenromantik und eine Aneinanderreihung
von spannenden, prickelnden, aufregenden und
129. Jahrgang. / Nr. 125. / Zweites Blatt.
_ Schksswlg.yoļftàļlch»
LanbeŞitung
Sonnabend, den 30. Mai 1936.
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