Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

... > I .■! — 
Ein Menschenleben. 
über ßem nicht bas Dort: Lwigßelt 
geschrieben steht, ist wie 
eine Blüte ohne îrnchtansntz. 
Gedanke» zum Pfingstfeste 
-lm ersten Pfingsttage erfüllte Jesus Chri 
stus Seine vor dem Abschluß Seiner irdischen 
Lebensaufgabe gegebene Verheißung in der 
Endung des Heiligen Geistes. Diese höchste 
"ottesgabe an die Menschheit wurde zunächst 
seinem engsten irdischen Vertrauenskreise zu- 
stN. Cr erwies sich damit nach Seiner Himmel- 
als der Lebendige auf einer höheren 
^tufe Seiner Wirksamkeit für das Heil der 
Menschheit. 
Wer ist nun der Heilige Geist? Wozu wurde 
gesandt und worin offenbart Er sich? 
Nach den göttlichen Urkunden der heiligen 
Schrift ist Er die dritte Person in der gött- 
"chen Dreieinigkeit, dem Vater und dem Sohne 
âļiûch in der Majestät und Souveränität Sei 
nes Willens, unterschieden in der Wesenheit 
.Einer göttlichen Natur. Das Geheimnis der 
göttlichen Einheit in dieser Dreiheit ist das, 
gaß trotz dieser Wesensunterschiedlichkeit alles 
handeln in der vollkommenen Harmonie in 
Zollen und Ausführung aller göttlichen Pla- 
Unngen von Ewigkeit her geschieht. Die 
Menschliche Ebenbildlichkeit in der 
Dreieinigkeit nach Leib, Seele und Geist zu der 
gleichen Harmonie zu führen, ist e i n Ziel des 
göttlichen Ratschlusses mit Seinem vornehm 
en Geschöpfe, dem Menschen. 
. Wozu wurde Er gesandt? Um die mit der 
Erlösung und der Versöhnung der Menschheit 
vurch den menschgewordenen Sohn Gottes an 
gefangene Wiedergeburt der Menschheit in ihr 
fortzusetzen und dereinst zu vollenden. 
Worin offenbart Er sich? Daß Er aus dem 
gtten aüamitischen einen neuen Men 
schen macht. Wo diese Frucht fehlt, fehlt 
Er selbst! 
Die Jünger Jesu, die ersten Empfänger die 
ter Gabe, waren die lebendigsten Zeugen eines 
ueuen Menschentums. Aus zaghaften, feigen, 
un Dunkel der Erkenntnis göttlicher Dinge 
tappenden, selbstsüchtigen, in fleischlichen Hoff 
nungen auf Ehre, Ansehen und Macht in die- 
trr Welt befangenen Menschen wurden in 
l-iebe, Wahrheit und Opferbereitschaft bis in 
Das Kätzchen von Barowen 
Eine Pfingstgeschichte von Thea Rose. 
Peter Brügel ist ein richtiger Bauernsohn. 
Er faßt die Arbeit hart an, und jede geht ihm 
nonstatten wie kaum einem zweiten. Er ist in 
allen Dingen geschickt, und die Mutter, die 
Mi in der Führung der Wirtschaft ganz auf 
An verlassen muß, dankt jeden Tag Gott, daß 
"er Junge nach dem Vater kommt und so 
gut einschlägt. Ja, der Peter wird einmal hier 
Herr sein und ganz im Sinne des Vaters 
wirken. 
. Peter ist jetzt im einundzwanzigsten Lebens 
lahre. Die Mutter hat die rasche Entwicklung 
ein Knaben zum Jüngling gesehen, und fast 
eil es ihr scheinen, als wäre Peter schon ein 
Ķann. Denn die Kusine Erika, die seit drei 
Wochen zu Besuch ist, sieht ihn so merkwürdig 
au, und der Peter lächelt ein nicht mehr kind 
liches Lächeln. 
Die Mutter ahnt, daß sich da etwas an 
spinnt, und es ist ihr recht. Die Erika ist ein 
lEhr braves Mädel, die ihr kräftig in der 
gliche und im Hause zur Hand geht. Zwar 
Eine studierte Dame, aber wenn die Studier 
en alle so natürlich und arbeitsam sind, dann 
lann man sie sich schon gefallen lassen. Peters 
Mutter spricht einmal mit dem Jungen dar 
über: 
»Wie gefällt dir denn die Erika?" 
»Gut." 
»Sonst nichts?" 
»Was denn noch, Mutter?" 
»Sie ist doch so hübsch und eine studierte 
Dame." 
»Na ja." 
Die Mutter weiß nicht, daß sie da einen 
funden Punkt berührt hat, denn der Peter 
!>l bis über beide Ohren in die Erika ver 
ebt und sagt sich immer wieder, daß er ja 
Uur ein einfacher Bauer ist. Wenn er der 
Erika etwas davon sagen würde, wie er über 
Ue denkt, würde sie ihn nicht etwa auslachen? 
End das vertrüge sein Stolz nicht. 
. Eines Tages, es ist Mitte Mai, gehen die 
Heiden durch die Felder. Es ist ein herrlicher 
şşug. Der Peter sagt keinen Ton, aber er 
llEht immer nur die Erika von der Seite an. 
Die tut, als merke sie es nicht. Und da wagt 
er Peter ganz sacht, seine Hand um ihre 
Echulter zu legen. Sie duldet es. So gehen sie 
den leiblichen Tod hinein, in Verfolgung und 
Trübsal treueste Zeugen Gottes. Man braucht 
nur die Jünger Jesu nach den auch in dieser 
Beziehung sehr deutlichen Zeugnissen der hei 
ligen Schrift vor und nach dem ersten Pfingsten 
zu vergleichen, um die wesenhafte Unterschied 
lichkeit ihrer Geisteshaltung sowohl in Wor 
ten als auch in Taten zu erkennen. 
Steht nun die Christenheit in der Gegenwart 
in ihrer Gesamtheit auf der gleichen Höhe der 
Zeugenschaft der Jünger? Diese Frage aus 
werfen heißt sie verneinen. Hat sich nun 
der Heilige Geist in der Kraft und dem Wollen 
Seiner Wirksamkeit der Menschheit gegenüber 
geändert oder hat die Haltung der Christenheit 
Tue Ausgießung des Heiligen Geistes. 
dem Heiligen Geiste gegenüber in ihrer fast 
zweitausendjährigen Geschichte sich gewandelt? 
Die Antwort auf diese Fragen ist der Zu 
stand der Kirche in der Gegenwart 
in ihrer Gesamtheit. Die heilige Schrift 
hat nach Ursache und Wirkung diese Ent 
wicklung bis in ihre letzten Folgerungen auf 
gezeigt und zwar bezüglich der Ursache in 
der M i n a ch t u n g oder gar Verwerfung 
der organisch wirkenden G n a d e n w i r - 
kungen des Heiligen Gei st es, bezl. 
der Wirku n g in der Preisgabe an die Ein 
flußnahme nicht göttlicher Geisteskräfte, die 
Verfall und Zersetzung zeitigen. Die zweitau 
sendjährige Kirchengeschichte ist in jeder Gene 
ration die Beweisführung für die 
Warnungen oder Feststellungen der heiligen 
Schrift. 
Gibt es diesem Zustande gegenüber ein Heil 
mittel? Nach den göttlichen Urkunden j a! 
Und zwar die uneingeschränkte Umkehr zu dem 
lebendigen Gott in den von Ihm gestellten 
Ansprüchen. Die Gegenwart ist mehr wie die 
Jahrzehnte vorher erfüllt mit dem Suchen nach 
Wahrheit auch bezüglich der Dinge, die über 
diese Welt hinaus zielen. Der G e i st der 
P s i n g st e n kann Antwort geben, wenn wir 
Ihn von Herzen suchen. Gemäß göttlicher Ver 
heißung ist Er cs, der in alle Wahrheit 
leitet. ©+ 
Girr Pfingftbrauch 
in MeÄerdeirtschland 
Der Tauschlepper. 
In der Altmark war es am Pfingstfest 
Sitte, daß Knechte, Pferde- und Ochsenjungen 
mit Gesang auf den Höfen herumzogen und 
den Bauern Maikronen brachten, die aus Blu 
men und Birkenzweigen geflochten waren. 
Diese wurden in den Häusern aufgehängt und 
erst am nächsten Pfingstfest erneuert. Am 
Pfingstmorgen trieben Jungen und Mägde 
ihr Vieh zum ersten Male auf die Brachweide. 
Wer zuerst da war, dessen Tiere wurden mit 
der sogenannten „Dansleipe" geschmückt, das 
heißt, es wurde an den Schwanz ein Maien 
busch gebunden. Wer aber zuletzt erschien, war 
dem Spott der anderen ausgesetzt und sein 
Pferd oder seine Kuh wurde mit Tannenrei 
sern, allerlei Grün und bunten Blumen ge 
putzt, und hieß dann bunte Kuh oder buntes 
Pferd. Der Hütejunge hieß Pfingstkääm oder 
Pfingstküärel. In Havelberg bekam die erste 
Kuh beim Heimtreiben eine Blumenkrone und 
die letzte die Dausleipe. In der Mittelmark, 
wie in Fürstenwald, bekam die zuletzt ausge 
triebene Kuh einen Kranz umgehängt, und die 
Magd, die es traf, mußte an den Hirten Strafe 
zahlen. Ein ganz eigenartiger Brauch herrschte 
in den ehemaligen Wendendörfern. Dort mach 
ten Knechte und Mägde aus Tannenzweigen, 
Stroh und Heu eine große Puppe, putzten sie 
mit bunten Blumen, befestigten sie auf der 
zuletzt ausgetriebenen Kuh und steckten ihr 
eine Pfeife aus Ellernholz in den Mund. Sie 
wurde so vor alle Höfe gejagt, überall wurde 
ihr der Zugang gesperrt, bis endlich die Puppe 
herunterfiel, in Stücke ging und der Eigen 
tümer der Kuh ihr den Stall öffnete. In eini 
gen Dörfern der Altmarkt nannte man den, 
dessen Pferd zuerst auf die Weide kam, Tau 
schlepper. Der sein Pferd zuletzt brachte, hieß 
der Junge, wurde von oben bis unten mit 
Blumen behängt, von Hof zu Hof geführt und 
der Tauschlepper mußte folgende Worte dazu 
sprechen: 
Wie bringen enen bunten Jungen int Hus. 
Wer em sehn will, de kohm herrut; 
De Blomen hebbn wi vörs uns geplückt, 
Do hebben wi em met utgeschmückt; 
Un hödden wi uns noch eher bedacht, 
So hödden wi em noch bäter gemakt,' 
Söß Eier, sötz Dreier, 'neu Stück Speck, 
So gähn wi gliks wedder weg. 
Gesegnete Pfingsten 
Geisteswind aus Himmelshöhen, 
Rauscht mit Macht durch alle Lande, 
Laß uns Glaubenswunder sehn, 
Mach des Feindes Werk zu schänden. 
Führe, Herr, Dein Volk zum Ziele, 
Gib ihm Glaubensfreudigkeit, 
Deinen Namen zu bekennen 
Trotz Verfolgung, Spott und Hohn. 
Nichts soll, Herr, von Dir uns trennen, 
Großer, ewger Gottessohn. 
Wirken laßt uns für den Heiland, 
Treu zur Kreuzesfahne steht, 
Sonst wird, eh' sein Werk vollendet, 
Unsre Sonne untergehn. 
Licht soll's um den Abend werden, 
Sucht die Seelen, die verirrt, 
Bis der ganze Kreis der Erde 
Eine Herde und ein Hirt. 
E. D ö h r i n g. 
weiter. Und auch als er stehen bleibt und sie 
ganz leise an sich zieht, wehrt sie sich nicht. 
Erst als seine Lippen auf den ihren brennen, 
macht sie sich von ihm frei. 
„Was ist denn, Peter?" fragt sie. ' 
„Nichts", sagt er, „was soll denn sein? Lieb 
habe ich dich." 
„So", sagt sic, „und wohin soll das führen?" 
Er überlegt ein bißchen. Sein junges Blut 
brennt, aber wenn einer wie der Peter eine 
Frau lieb hat, dann weiß er ganz genau, 
wohin das führen soll. Er lächelt ein bißchen, 
als er ihr nun auseinandersetzt, wohin das 
führen wird. 
„Einmal wird eine Frau, die genau so aus 
sieht wie du, tu meinem Haus in Barowen 
sein, und diese Frau wird alles haben, was 
ihr Herz begehrt: Land und Garten und Tiere 
und volle Schränke. Und der Mann wird da 
für sorgen, daß sie glücklich ist." 
„Schön ist das", sagt die Erika, „die Frau, 
glaube ich, kann wirklich glücklich sein." 
Dann gehen sie Arm in Arm auf den Hof 
zu und sprechen nicht mehr davon. 
Peter aber denkt in dieser Nacht immer nur 
an das Mädel. Er denkt an die Zukunft und 
rechnet sich schon aus, wo die Erika wohnen 
und wie sie die Arbeit im Hause mit der Mut 
ter teilen wird. Am Morgen bringt er der 
Erika einen Strauß Maiblumen. Sie dankt 
und zeigt ihm einen Brief. Da schreibt ein 
Herr aus der Stadt, daß er die Erika gern 
sprechen würde, und die Erika fragt den Pe 
ter, ob er und seine Mutter etwas dagegen 
hätten, wenn sie den Herrn, der ein Kollege 
von ihr sei, hierher kommen ließe. 
Der Peter hat nichts dagegen, und die Mut 
ter blinzelt nur ein bißchen, als sie von dem 
kommenden Besuch hört. Erika dankt und 
spielt ein bißchen mit dem kleinen Kätzchen, 
dem Liebling von Barowen, das so lustig und 
ausgelassen ist. 
Peter aber denkt sich etwas. Wer ist der 
Mann, der kommen soll? Sie hat nie etwas 
von ihm gesagt, und es muß schon ein sehr 
guter Freund von ihr sein, wenn er so ohne 
weiteres zu ihr kommen kann. 
Man sieht es seinem Gesicht an, daß ihn 
solche Gedanken quälen. Die Erika sieht es 
und fragt ihn danach. 
„Was über die Leber gekrochen, Peter?" 
„Warum?" 
„Siehst so aus." 
„Bist du eine Gedankenleserin?" 
„Jetzt ohne Scherz, Peter, was hast du?" 
„Ich dachte, wir seien verlobt?" 
„Ja", sagte die Erika, „das dachte ich auch." 
„Und jetzt kommt da einer, den ich nicht 
kenne und besucht dich hier." 
Erika lacht laut hinaus. 
„Peter ist eifersüchtig." 
Peter wird ganz rot, aber dann faßt er sich 
schnell und seine Antwort ist so rührend und 
so entwaffnend, daß sie ihm die Wange strei 
chelt. 
„Du mußt entschuldigen, Erika, aber ich 
habe mit Frauen noch so wenig Erfahrung." 
Und dann lachen sie wie die Kinder, und die 
Sache scheint beigelegt. 
Der Herr, der die Erika besuchen kommt, 
sieht sehr gut aus. Er ist groß, tiefschwarz und 
stark und hat blendend weiße Zähne. Er be 
dankt sich bei Peter und bei der Mutter, daß 
er kommen durfte und erzählt Peter so neben 
bei, daß er die Erika sehr hoch schütze. Sie 
hätten beide zusammen studiert, und er sec 
jetzt hierher gekommen, um sich Auskünfte von 
ihr über ein Spezialgebiet zu holen, weil er 
für sein Examen eine Arbeit darüber schreibe. 
Die Erika habe sich gerade darin große Er 
fahrung angeeignet. 
Peter weiß, daß dieser Mann sehr sympa- 
tisch ist. Aber für ihn nicht. Der kann ihm 
viel erzählen, er glaubt ihm einfach nicht. 
Und er hat em scharfes Auge auf den Frem 
den. 
Die Mutter dagegen ist sehr freundlich zu 
dem Herrn, und schließlich zeigt sie ihm sein 
Schlafzimmer, das neben dem Peters liegt. 
Peter hat in der Nacht — es ist die letzte 
vor dem ersten Pfingstfeiertag, und der frem 
de Herr hat gesagt, daß der Feiertag ihm sehr 
zunntzen komme — einen schweren Traum. 
Er kämpft mit einem Drachen um Erika und 
unterliegt. In Schweiß gebadet wacht er auf 
und hört ganz leise Geräusche aus dem Zim 
mer Erikas. Ein großer Schreck befällt ihn. 
Was ist mit Erika und dem fremden Mann? 
Er liegt ganz still, um festzustellen, ob er viel 
leicht immer noch träumt. Aber nein, er hört 
das Geräusch ganz deutlich. 
Es muß jemand in Erikas Zimmer sein 
und sich dort bemerkbar machen. Sein Stolz 
bäumt sich hoch.-Da wagt es jemand, ihn in 
seinem eigenen Hause zu brüskieren. Peter 
fühlt, wie eine kalte, grausame Wut über ihn 
kommt. Und das Geräusch will nicht ver 
stummen. 
„Sie machen dich lächerlich", pocht es in ihm. 
Und langsam steht der Peter auf und greift 
nach dem kurzen Gewehr. Wehe dem, den 
er da oben finden wird. 
Peter zieht sich an, er ist ganz ruhig. Dann 
geht er leise die Stiege hinauf und öffnet 
lautlos die Tür zu Erikas Zimmer. Er lugt 
hinein. Das Zimmer liegt im Dunkeln. Nur 
ewas Weißes bewegt sich graziös hin und her, 
und Peter erkennt, daß es das Kätzchen ist. 
Es hat auch das Geräusch verursacht. Wahr 
scheinlich hat Erika das niedliche Geschöpf mit 
genommen. Das Tierchen blickt einen Augen 
blick auf den Eindringling, dann widmet es 
sich wieder dem Spiel. Es hat ein Buch vom 
Tisch auf den Boden gerissen und ist dabei, 
es zu zerfetzen. Mit einem raschen Schritt 
nimmt Peter es an sich, dann wirft er noch 
einen Blick auf die schlafende Erika und geht 
mit dem Gefühl, ein schlechter Kerl zu sein, der 
andern Leuten Schlechtes zutraut, wieder in 
sein Zimmer. 
Er denkt lange nach. Wie konnte er nur auf 
den Gedanken kommen, daß Erika, seine Eri 
ka, ein falsches Spiel treiben würde! Sie war 
soviel besser als er. Aber er wollte es gut 
machen, er wollte ein Mann sein und es ihr 
erzählen. 
Als Peter Licht macht, fällt sein Blick auf 
das Buch. 
„Tagebuch" steht darauf. Er schlägt die letzte 
Seite auf und liest: 
„Peter ist noch ein halbes Kind, aber ich 
fühle es, wie dieser Junge mein Schicksal 
wird. Ich bin zwei Jahre älter als er, aber 
in seiner Gegenwart fühle ich mich geborgen. 
Ist das die Liebe? Ich weiß es noch nicht ge 
nau, aber fast möchte ich es wünschen . . ." 
Peter ist so bewegt, daß er ans Fenster 
tritt und es aufstößt. Die ersten Strahlen des 
kommenden Morgens dringen herein, und 
Peter empfindet den Pfingstfeiertag, den we 
nig später volltönend die Glocken einläuten, 
zutiefst, er fühlt, daß das Schicksal ihn geführt 
hat. Denn der Himmel öffnet sich uns erst 
häufig, nachdem er uns am Abgrund vorbei 
geführt hat.
	        
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