Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Weidedungrmgsversrrch bei Claus Hebbeln 
Von meiner Wirtschaftsberatungsstelle bin 
ly ausgefordert worden, im Rahmen der Er- 
Ķgungsschlacht einige Ausführungen über 
Erfahrungen mit der neuzeitlichen 
-Weidetechnik zu machen. 
â Frühjahr 1934 wurde non der landw. 
Beratungsstelle der I. G. Farbenindustrie, 
erter Herr Dr. Heinrich, ein Weidedüngungs- 
ersuch Mt Weideeinteilung auf meiner 7,20 
veftar großen Dauerweidefläche eingerichtet. 
Die 
ganze Weide wurde in acht Koppeln ein- 
öeteilt. Fünf davon sind je 93 Ar, zwei sind 73 
à die achte Koppel war 1,03 Hektar groß. 
J;, 5 wurde zu der letzten Koppel noch eine 
^lesenfläche von 55 Ar hinzugenommen und 
an« geteilt, um die Weidekoppeln in ein 
Meres Größenverhältnis zu bringen. Die 
sMiöefläche umfaßt jetzt also 7,75 Hektar und 
şl in neun Koppeln eingeteilt. Da die Trink 
wasserversorgung etwas Schwierigkeiten 
^acht, ist die Weidenutzung nur durch zwei 
Gruppen möglich. Erste Gruppe: Milchkühe, 
«Weite Gruppe: Jungvieh und Pferde. Mein 
^lehbestand setzte sich im Frühjahr 1935 wie 
Wlgt zusammen: 16 Milchkühe, 18 Stück Jung- 
Weh, 11 Kälber, 1 Bulle, 3 Pferde, 2 Fohlen, 
Holstenthor bei Habemarschen 
der so gefürchteten Grasseuche verhütet wer 
den kann. Im zweiten Weideabschnitt erwei 
terte sich die Weidefläche je Stück Großvieh auf 
0,51 Hektar dadurch, daß die anfangs gemäh 
ten Weidekoppeln und die Wiesen hinzuge 
nommen wurden. Im dritten Weideabschnitt 
von Anfang September ab kam dann noch der 
junge Stoppelklee als Ausweide dazu. 
Bedauerlicherweise lassen die Trinkwasser 
verhältnisse und die zerstreute Lage der Weide- 
koppeln es nicht immer zu, die moderne Wei- 
decinteilung durchzuführen. Wo es aber mög- 
i>as 
macht auf 1 Stück Großvieh je 10 Zentner 
r •■'nvy *. mt ļ -L wiuu I V p vay j v J.U 
fl re .^ net 31,8 Stück aus. Im ersten Weideab- 
ghnitt, bis etwa Anfang Juli, entfiel auf ein 
^tück Großvieh eine Weideflüche von 21 Ar. 
mne der Koppeln konnte jedes Jahr im ersten 
^Weideabschnitt gemäht und ein hochwertiges 
gewonnen werden. Der Austrieb konnte 
Ichon recht früh erfolgen. Die Kühe wurden 
p 1 17. 4. und das Jungvieh am 20. 4. ausge 
geben. Sie konnten das Gras denn auch von 
güfang an recht kurz halten, haben aber recht 
Ņe Leistungen gebracht,' ich habe im Mai 
D 15 Kühen 8188 Liter Milch an die Meierei 
geliefert, und das Jungvieh hat sich auch gut 
Ntwickelt, trotzdem es ja nur die Nachweide 
^tte. Das Jungvieh hat im Sommer eine 
Durchschnittliche Gewichtszunahme von 253 
ä?uud gehabt, die Kühe eine solche von 158 
şşund, und die Gesamtleistung der ganzen 
gerde an Milch im Sommerhalbjahr war 
Wut Kontrollergebnis bis 42 823 Liter. 
Es ist Wert darauf zu legen, daß nach jedem 
gmtrieb die Weide mit einem schweren Fla- 
gnverteilcr abgeschleppt wird. Man verhin- 
grt damit die Geilstellenbildung und kann 
ge Grasnarbe bedeutend verbessern. Wenn 
"ann die Beweidung recht kurz und gleich 
mäßig erfolgt, wird auch trotz starker Stick- 
uoffgaben der Kleebestand nicht zurückge- 
gängt. Herr Dr. Heinrich schützte den Anteil 
gs Klees am Bestand zu Anfang des Ber- 
'Uchs 1934 auf 20 Prozent, und er ist eher 
Wehr geworden als weniger. Damit kommen 
Wir auf die Düngung zu sprechen. Im ersten 
smhr war die Stickstoffdüngung gestaffelt zu 
.0, 60, 90 und 120 Kg. rein Stickstoff je Hektar, 
r? ätzten Jahr waren immer zwei und zwei 
Doppeln, wie sie ihrer Lage und Boöenüe- 
Wlaffenheit nach zusammenpassen, mit 40 bzw. 
Kg. je Hektar rein Stickstoff gedüngt, die 
' • Koppel blieb ohne N. Die Kalipyosphatdün- 
WlNg ist 80—90 Kg. rein Kali und 60—70 Kg. 
gine Phosphorsäure pro Hektar. Die Stick- 
iWffdüngung wird in 2 bzw. 4 Gaben nach je 
desmaligem Abweiden gegeben. 
, Denn ich nun noch ein abschließendes Ur- 
über meine Erfahrungen mit der neuen 
-Weideeinteilung machen soll, so möchte ich sie 
als einen Erfolg im Rahmen der Erzeugungs- 
şWlacht bezeichnen. 
Claus Hebbeln, Bauer. 
* 
Stellungnahme der Bäuerlichen Werkschnle 
Hohenwestedt zu dem Artikel von Claus 
Hebbeln, Holstentor. 
Ergänzend ist zu bemerken, daß die Ergeb- 
gsse der Weideeinteilung bei Herrn Hebbeln 
Außerordentlich günstig sind. Eine Weidebe- 
urfsfläche im 1. Weideabschnitt von 0,21 Hekt 
ik ist als ganz besonders günstig anzusehen. 
I uch den Untersuchungen von Landwirtschafts- 
W)rer Rill im Versuchsringbezirk Nortorf wa- 
im Sommer 1933 im 1. Weiöeabschnitt in 
j Betrieben je Kuh 0,42 Hektar erforderlich, 
° t>aß, wenn man auch dieses Verhältnis nicht 
yne weiteres miteinander vergleichen kann, 
W'ch die günstige Wirkung der Weideinteilung 
Jkennbar ist. Ebenfalls trifft das zu für die 
, ftlchleistung der Kühe. In den 44 Betrieben 
es Nortorfer Bezirks betrug die an die Mei- 
jWi gelieferte Milch im Laufe der Weidezcit 
A Durchschnitt 1645 Liter Milch je Kuh. Die 
Zvchstleistung hatte die Ortsbauernschaft 
^.Wrgstetzt mit 1800 Liter, während bei Herrn 
Hobeln sich die Sommerleistung auf 2855 Li- 
, 1 Milch je Kuh beläuft. Auch die Gewichts- 
unahme beim Jungvieh um 253 Pfund ist als 
êchaus günstig zu beurteilen. Mit zurückzu 
cken ist diese günstige Weideleistung auf 
l„ lt frühen Austrieb, den Herr Hebbeln auch 
h 1 şeine Kühe vornimmt. Den Tieren steht 
£. n tt noch nicht so viel Gras zur Verfügung. 
a j. e können noch mit Rüben, Heu und Stroh, 
>o auch ņnt an Kohlehydraten reicher Nah- 
J 111 8 zugefüttert werden, so daß die Eiweiß- 
^ügen des jungen Weidegrases besser ausge- 
die Leistung erhöht und à Auftreten 
93 ar 
40kg N/ha L5 15) 
Kamp jr 
93 ar 
60kg hl/ha (io-zo- 
X'amp ļ 
Ohne Stickstoff 
Komp H 
93 ar 
40 kg N/ha (25-15) 
Komp I 
93 ar 
( Sch weJncweJde) HofrdJJiïl 
Landstraße noch stadem ansehen ■ 
Lange Koppel I 
Sfìcksì offdun Q un q : 
0/4O/Ô0 kg 
fie/n dick Stoff je Hektar 
lich ist, würde die neuzeitliche Weidetechnik die 
Milcherträge ganz erheblich zu steigern ver 
mögen. 
Herr Hebbeln besitzt in seiner Wirtschaft 
zwei je 20 Kubikmeter große Gärfutterbehäl 
ter, die genügen, den Viehbestand auch im 
Winter aufs weitgehendste mit wirtschafts 
eigenem Futter zu versorgen. Um die Silos 
füllen zu helfen, wird als Stoppelfrucht zu 
Roggen ein Gemenge von Senf und Sommer 
raps angebaut. Eine zehnte Weidekoppel steht 
als Kälber-Schweineweide zur Verfügung. 
Alles in allem kann gesagt werden, daß die 
Wirtschaft des Herrn Hebbeln darauf einge 
stellt ist, die Forderungen, die die Erzeu 
gungsschlacht an einen bäuerlichen Betrieb 
stellt, zu erfüllen. 
Angaben 
über den Erbhof des Bauern Claus Hebbeln, 
Holstenthor bei Hanerau, soivie über den dort 
durchgeführten Weidedüngungsversuch: 
Größe des Hofes: Insgesamt 29,5 Hektar, da 
von 2 Hektar Moorland. 
Bodenart: Acker: Humoser anlehmiger Sand, 
Dauerweiöen: humoser Sand, teils an 
moorig, Wiesen: Niederungsmoor. 
Anbauverhältnis auf dem Ackerland 1935: 
Weizen 1,0, Roggen 3,0, Hafer 1,6, Ge 
menge lH. u. G.) 3,0, Rüben 1,5, Kar 
toffeln 0,25, Klee 1,5 Hektar, Zusam 
men 11,75 Hektar. 
Fruchtfolge: 1. Rüben, 2. Bohnengemenge, 3. 
Roggen, 4. Hafer mit Klee, 5. Kleegras, 
6. Roggen oder Weizen, 7. Gemenge 
(Hafer und Gerste). 
Stärke der Tierhaltung: 15 Milchkühe (rot 
bunt), 18 Stück Jungvieh, 11 Früyjahrs- 
kälber, 1 Bulle, 3 Pferde, 2 Fohlen. 
Der Viehbestand entsprach im Früh 
jahr 1935 31,8 Stück Großvieh je 10 Ztr. 
Gesamtfutterfläche: Für die 31,8 Stück Groß 
vieh setzt sich die Gesamtfutterfläche wie 
folgt zusammen: 
Dauerweide 7,75, Wiesen 7,23 (2. 
Schnitt Weide), Futterrüben 1,50, Klee 
1,50 Hektar (2 Schnitte gemäht). Zu 
sammen 17,98 Hektar. 
Auf 1 Stück Großvieh entfallen demnach — 
ohne Berücksichtigung der Stoppelfrucht 1935 
0,57 Hektar Gesamtfutterfläche (1934 0,60 Hek 
tar). Im Jahre 1934 entfiel im 1. Weideab 
schnitt (bis ca. Anfang Juli) auf 1 Stück 
Großvieh eine Weidefläche von 0,21 Hektar. 
Im 2. Weideabschnitt erweiterte sich die Wei 
defläche durch Hinzunahme der früh gemähten 
Weidekoppeln und der Wiesen auf 0,51 Hektar. 
Im 3. Weideabschnitt von Anfang Septem 
ber erweiterte sich die Weidefläche um den 
frisch angesäten Klee. Als Stoppelfrucht ist 
nach Roggen ein raschwüchsiges Gemenge von 
Senf und Sommerraps vorgesehen, das wahr 
scheinlich zur Silofüllung dienen wird. Zwei 
Silos von je 20 cbm sollen dazu beitragen, den 
Viehbestand auch im Winter sehr weitgehend 
mit wirtschaftseigenem Futter zu versorgen. 
Versuch: Die Umtriebsweiöe wurde 1934 auf 
einer 7,20 Hektar großen Dauerweidenfläche 
mit 8 Weidekoppeln eingerichtet. Im Jahre 
1935 wurde, um die Weidekoppel Grashof tei 
len und in ein besseres Größenverhältnis 
bringen zu können, eine Wiesenfläche von 0,55 
Hektar hinzugenommen. Die Weiöefläche um 
faßt jetzt 7,75 Hektar und ist in 9 Koppeln ein 
geteilt. Eine zehnte Weidekoppel wird als 
Kälber- und Schweineweide genutzt. Infolge 
der etwas schwierigen Wasserversorgung ist 
die WZdenutzung nur durch zwei Gruppen 
möglich, 1. Gr. Milchkühe, 2. Gr. Jungvieh und 
Pferde. Die Weiden werden verhältnismäßig 
früh beschlagen und ebenso erfolgt frühzeitig 
das Mähen der für die Beweidung im 1. 
Weideabschnitt nicht notwendigen Weidekop 
peln. Es wird Wert darauf gelegt, daß nach 
jedem Umtrieb die Weide abgeschleppt wird. 
Die Beweidung erfolgt so gleichmäßig und 
kurz, daß es zum Abmähen überständigen 
Grases sehr selten kommt. Humuszuführung 
erfolgt recht oft durch Kompost oder Stallmist. 
- Resultate 
Weideteil 
stück 
Nr. 
Kamp II .. 
Kamp III . 
Kamp V .. 
Kamp I... 
Kamp IV . 
Lange II .. 
Koppel I .. 
Grashos.. 
kg je ha 
Rein- 
stickstoff 
0 
40 
60 
90 
120 
40 
90 
120 
Helttarertiäge 
Normal 
weidelage 
insgesamt 
1934: 
410 
468 
523 
568 
513 
460 
718 
483 
Milch 
hg 
2883 
3088 
3369 
4182 
3169 
2815 
2607 
3954 
Heu 
dz 
36,9 
Stärke- 
ins 
gesamt 
2092 
2283 
2556 
2862 
2495 
2252 
3400 
3752 
3u« Verbot der Einführung 
von Scheidemünzen 
Am 1. Dezember v. I. war vom Neichswirtschafts- 
minister und dem Reichsminister der Finanzen ein 
Verbot zur Einführung von Reichsmarknoten er 
lassen worden. Es sollte damit die ungesetzliche Ein 
fuhr von Reichsmark, die vielfach erst nach dem 
Auslande geschmuggelt worden ivar, unterbunden 
werden. Dieses Einfuhrverbot ist durch die jetzt er 
lassene 5. Durchführungsverordnung zum Devisen 
gesetz auf Scheidemünzen ausgedehnt worden. Da 
durch ist mit Wirkung vom 1. Juni 1936 die Ein 
fuhr und Annahme von aus dem Ausland kom 
menden deutschen Scheidemünzen verboten. Die 
Gründe zu diesem Verbot sind dieselben, die zu dem 
Reichsmark-Einfuhrverbot geführt haben. Es soll 
einerseits illegale Vermögensausfuhr unterbunden 
und ferner das Devisenaufkommen aus Export nicht 
beeinflußt werden. Das Einfuhrverbot sieht jedoch 
einige Ausnahmen vor, die mit Rücksicht daraus 
Dîļngurrgs-Uebersicht 
Teilstück 
Nr. 
Kamp I.. 
Kamp II. 
Kamp III 
Kamp IV 
Kamp V . 
Lange I.. 
Koppel II 
Grashos . 
Kamp l.. 
Kamp II. 
Kamp III 
Kamp IV 
Kamp V. 
Lange I . 
Koppel II 
Grashof I 
Grashof II 
Größe 
in 
sr 
93 
93 
93 
93 
93 
75 
75 
105 
93 
93 
93 
93 
93 
75 
75 
80 
80 
Reinnährstoffe 
kg ie Hektar 
kl 
insges. 
90 
0 
40 
120 
60 
90 
40 
120 
80 
40 
0 
40 
80 
80 
40 
80 
40 
KZ O 
100 
100 
100 
100 
100 
100 
100 
100 
90 
90 
90 
90 
90 
80 
80 
80 
80 
P2O5 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
70 
60 
60 
60 
60 
kg Stickstoffdüngemittel je Teilst. 
im 
Früh). 
Nachdüngungen 
2. 
45 K 
51 K 
Es bedeuten: 
N — Nitrophoska / kalkhaltig, 
K — Kalkammonsalpeter 
1934: 
269 N 38 N/ 90 K 
192 N 115 N / — 
307 N — / 135 k 
230 N 77 N/ 45 K 
217 N 31 N/ 72 K 
155 N 93 N/ — 
347 N — /152 K 
1935: 
232 N 77 14 / 45 k 
193 N 11614/ — 
193 N 116 N / — 
232 N 77 14 / 45 K 
188 14 62 14 / 36 K. 
156 N 94 N / - 
200 N 66 14,38 ic 
166 N 10014/ — 
Teilung der Stickstoffgaben: 
40 kg 14 / ha — 25/15 
60 kg N / ha = 30/20/10 
90 kg N / ha = 35/25/15/15 
120 kg N / ha =« 40/30/20/20/10 
80 kjg N/ha --- ķll/là 
67 K 
90 K 
45 K 
54 K 
101 K 
67 K 
67 K 
54 K 
58 K 
67 K 
90 K 
54 K 
101 K 
67 K 
67 K 
54 K 
58 K 
-...iff _ ... 
notwendig waren, daß im Reise-, Grenz- und Bin 
nenschiffahrtsverkehr die Mitnahme von Scheide 
münzen auch weiterhin in beschränktem Umfange 
zulässig ist. Um die hierdurch geschaffenen Erleich 
terungen nicht gegenstandslos werden zu lassen, 
mußte dafür gesorgt werden, baß die in diesem 
Rahmen mitgenommenen Scheidemünzen ungehin 
dert ins Inland zurückfließen können. Im Hin 
blick darauf wird angeordnet, daß Scheidemünzen, 
die von einem ausländischen Kreditinstitut oder 
Reisebüro einem inländischen Kreditinstitut einge 
sandt werden und für die der Nachweis geführt 
wird, daß sie auf Grund einer Dringlichkeitsbeschei 
nigung, einer Handelskammerbescheinigung für 
Geschäftsreisen oder auf Grund einer besonderen 
Einzelgenehmigung mitgenommen worden sind, dem 
Einsender auf freiem Reichsmarkkonto gutgeschrie 
ben werden dürfen. Der Rückfluß der so ins Aus 
land gelangten Scheidemünzen ist durch folgende 
Bestimmung gesichert. In- und ausländische Rei 
sende dürfen bei ihrer Einreise nach Deutschland 
Scheidemünzen bis zum Betrage von 60 ins 
Inland einführen. Die für dcvisenrechtliche Aus 
länder bisher geltende Vergünstigung, bei der Ein 
reise 30 in Reichsmarknoten einführen zu dür 
fen, ist aufrechterhalten. 
Diese Reichsmarknoten dürfen aber nur in Stük- 
kelungen bis zu 20 Jf Jt eingebracht werden. Das 
gilt auch dann, wenn diese Vergünstigung gleich 
zeitig von mehreren gemeinsam reisenden Auslän 
dern in Anspruch genommen wird. Im Grenzver 
kehr ist diese Vergünstigung wie bisher ausgeschlos 
sen. Grenzbescheinigungen dürfen für Reichsmark 
noten überhaupt nicht mehr, für inländische Schei 
demünzen nur noch bis zum Betrage von 60 JtJH 
ausgestellt werden. Nach der gleichen Durchfüh 
rungsverordnung ist ferner künftighin die Ausfuhr 
von Gegenständen, die aus Gold oder anderen 
Edelmetallen hergestellt sind, zu deren Herstellung 
üblicherweise Edelmetalle nicht verwendet werden, 
genehmigungspflichtig. 
Ausgabe 
neuer Reichsbankusten 
mit dem Datum vom 24. Juni 1938. 
In den nächsten Tagen werden auf Grund des 
Bankgesetzes vam 30. August 1924 neue Reichs 
banknoten zu 100 MJl in den Verkehr gegeben wer 
den. Sie sind 9 mal 18 Ztm. groß und aus leicht 
bläulich gefärbtem Papier hergestellt. Das Papier 
zeigt in der Durchsicht, von der Vorderseite aus 
gesehen, links auf dem Schaurande ein Kopfwas- 
serzeichen lJustus Liebig) und im gedruckten Teil 
die blaue Wertzahl „100". Ueber dem rechten Teil 
des Schaubilöes, bis in das Druckbilü hinein 
reichend, läuft ein etwa zwei Zentimeter breiter 
Streifen mit orangeroten, kupferbraunen und grü 
nen Fasern. — Der etwa 4,8 Ztm. breite Schau 
rand der Vorderseite ist mit einer das Kopfwasser 
zeichen umschließenden, gemusterten Blindprägung 
versehen, die die Wertzahl „100" — abwechselnd 
lesbar und in Spiegelschrift — und den Kontroll 
stempel enthält. Links unten steht die blaue Wert- 
zahl „100". Das Rückbild der Note ist nach dem 
Schaurand zu durch eine schmale Zierleiste abge 
schlossen. Der Untergrund mit der eingearbeiteten 
kleinen Wertzahl „100" ist als kreuz-iris so aus 
gestattet, daß ein blau-grün-blauer Streifen in der 
waagerechten Richtung verläuft. In der Mitte er 
scheint — in einer aus verschlungenem Linienwerk 
zusammengesetzten zweifarbigen Rosette — ein Ha 
kenkreuz. Im unteren Teil befindet sich der Stem 
pel. — Die rechte Seite der Note zeigt — in Stahl 
druck — auf breiter Zierleiste, von reichem Netz 
linienwerk umgeben, das Kopfbildnis Justus Lie 
bigs in dunkelblauer Farbe. Rechts oben ist, wie 
unten auf dem Schaurand, die Wertzahl „100" an 
gebracht. — In der Mitte der Note ist — ebenfalls 
in dunkelblauem Stahlüruck — folgende Beschrif 
tung in deutschen Buchstaben: 
Reichsbanknote Î 
Hundert 
Reichsmark 
ausgegeben auf Grund des Bank 
gesetzes vom 30. August 1924. 
Zn Nordjütland sollen 3000 ha 
Moor mbar gemacht «erden. 
DNB. Kopenhagen, 29. Mai. Ein in Nordjüt- 
land unmittelbar südlich des Limfjords gelegenes 
Moorgebiet von etwa 4800 Hektar, das unter dem 
Namen „Lille Vildmose" bekannt ist, soll nunmehr 
zum größten Teil urbar gemacht werden. Es han 
delt sich hierbei um eine Fläche von etwa 3000 
Hektar, die der staatliche Bodenausschuß zum Preise 
von 800 000 Kronen zu erwerben gedenkt. Dieses 
Gebiet soll zunächst entwässert werden, worauf die 
eigentliche Kultivierung in Angriff genommen wer 
den soll. Später gedenkt man das urbar gemachte 
Land an die umliegenden Gemeinden als Weide 
land zu verpachten. Wenn das dem Moor entrissene 
Gebiet endgültig bestellt werden kann, sollen darauf 
etwa 200 bis 300 Häuslcrstellen eingerichtet werden. 
Unterbrechung in den dentsch- 
schweizerischen Wirtschastsverhandlnnge». 
DNB. Bern, '29. Mai. In den Verhandlungen 
zwischen Deutschland und der Schweiz wurden am 
28. Mai der deutschen Abordnung die Vorschläge 
der Schweiz. für die Neuregelung des Reise 
abkommens und für gewisse Aenderungen am 
übrigen Verrechnungsabkommen übergeben. Um 
der deutschen Abordnung Gelegenheit zu geben, 
diese Vorschläge zu prüfen und neue Richtlinien 
einzuholen, wurden die Verhandlungen in Bern 
am Donnerstagabend bis auf weiteres unter- 
l broche«
	        
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