Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Propst Bade-Apcnrade f 
Apenrade verstarb der Kirchenpropst 
a ' û ö e im Alter von 68 Jahren, nachdem ein 
M in der letzten Zeit bemerkbar machendes 
<e,den ihn seit Ostern an der Ausübung sei 
nes Amts gehindert und zumeist ans Bett ge- 
niselt hatte. Marcus Bade war 1871 in Schlu 
mp bei Lübeck geboren. Nach vollendetem Stu- 
'sttii, bei dem er sich auch die Kenntnis der 
attischen Sprache erwarb, wurde dem jungen 
geistlichen im Jahre 1897 das Kompastorat 
gs Sundewitter Kirchspiels Ulderup anver- 
^aut, und hier bewährte er sich bestens und 
Erstand es, in ein gutes Verhältnis zu der 
aberwiegend dänischgesinnten Bevölkerung 
^3 Kirchspiels zu gelangen. Seine hervor 
ragende musikalische Begabung kam auch der 
ņahen Kreisstadt Sonderburg zugute, wo er 
ms Pianist bei Kammermusikdarbietungen 
Lausiger mitwirkte. Im Jahre 1903 wurde der 
^erstorbene zum Pastor in Augustenburg er 
sannt, und das dortige Lehrerinnenseminar 
'chätzte seine Predigten besonders. Bereits 
wog erfolgte dann seine Ernennung zum 
Hauptpastor und Propst in Apenrade, wo er 
auch seine zweite Gattin fand, nachdem die 
Me Ehe durch den Tod gelöst war. Nach der 
Uaatsrechtlichen Aenderung wurde Propst Ba- 
ve die Betreuung der deutschen Gemeinde in 
äpenrade und der deutsche kirchliche Dienst 
M Nachbargemeinde Nies übertragen. Der 
Dahingeschiedene nahm regen Anteil an dem 
putschen Kulturleben und hat sich auch um 
"as Musikleben in Apenrade sehr verdient ge 
macht. 
5inü Sie gestern abend ausgegangen? 
Wenn Sie mehr als sonst geraucht 
und getrunken haben, schnell die 
Zähne mit Nivea-Zahnpasta put 
zen! Die ganze Mundhöhle nimmt 
das frische, angenehm wirkende 
Aroma der Nivea-Zahnpasta auf, 
und Ihr Atem wird wieder rein und 
natürlich. Das erfrischt ungemein. 
Aus DähmueseUeu 
Tragödie in der Vogelwelt. 
Eddelak, 29. Mai. An den steilen Abhängen 
Kiesgruben am nahen Geestrande haben 
Zausende von Hausschwalben ihre Höhlen- 
?Ģer gebaut. In den letzten Tagen stiirzte 
bsiolge der Niederschläge eine der Wände zu- 
laiumen ulld begrub zahlreiche Schwalben mit 
Men Nestern, in denen sich teilweise bereits 
^unge befanden, unter sich. 
Urnenfnnd ans der älteren Steinzeit. 
St. Michaelisdonn, 29. Mai. In einer Sand- 
àsibe wurde eine Urne gefunden, die in einer 
"einen Steinkammer beigesetzt war. Der Jn- 
Mlt dieser Urne wies außer Knochen und 
Steinkohle mehrere etwa zehn Zentimeter 
«nge Eisennadeln auf, so daß angenommen 
Werden mutz, daß der Fund aus der älteren 
Steinzeit stammt. 
Mahnte rechtfertigen können, daß ich nicht ari 
der Abstammung bin oder daß einer meiner 
Elti 
stiern oder Großelternteile zu irgendeiner 
Ģit der jüdischen Religion angehört haben." 
kl. Geistige oder körperliche Gebrechen. 
Die Tatsache, daß keiner der Antragsteller 
?tt dergleichen behaftet ist, wird durch die 
Mtliche Gesundheitsbescheingung nachgewic- 
?ņ (Staat!. Gesundheitsamts. Die Untcr- 
M)ung veranlaßt die Gemeindebehörde (nicht 
Mer ohne weiteres aus dem Gesundheitsamt 
"ch stellen). 
12. Vorleben und Leumund. 
>im allgemeinen — in kleinen Gemeinden — 
^rd die Gemeindebehörde selbst ihre Gemein- 
Mttgehörigen kennen. Sonst wird sie einen 
Mafregisterauszug anfordern oder Erkundi- 
ìş bgen bei der zuständigen Polizeibehörde an- 
! E Üen. Evtl. Ermittelungen durch die Für- 
sv 
rgge (gewohnheitsmäßige Trinker, Gewohn- 
Msverbrecher, als arbeitsscheu bekannte Per- 
!jktt, Landstreicher usw. scheiden für die Ge 
hrung eines Ehestandsdarlehens aus) 
Verlegung des Wohnsitzes in das Ausland. 
Werden der Gemeindebehörde irgendwelche 
ļ Mmstände bekannt, die die Annahme recht- 
süu-ben, daß die Eheleute nach der Ehe- 
^."eßung in das Ausland ziehen wollen — 
yMmaun bewirbt sich um eine Stellung im 
Island, er besorgt sich Auslandspässe —, so 
u ŗ ?as Ehestandsdarlehen verweigert. 
' Einkommens- und Vermögensvcrhältnisse. 
^.Die Gemeindebehörde wird prüfen, ob die 
^ Uragsteller einen einigermaßen gesicherten 
djMhalt führen können,' einen Anhalt bietet 
^ Höhe des Verdienstes des Ehemannes. Sie 
A's .erforderlichenfalls eine Bescheinigung des 
Üeu ìtgebers über den Verdienst des Antrag- 
^rs anfordern, falls Bedenken gegen die 
Verlegung der Kreisgartcnbauanstellung 
im Mcldorf. 
Meldorf, 30. Mai. Die Kreisfachgruppe der 
Gärtner hielt in Meldorf eine Versammlung 
ab, auf der bekanntgegeben wurde, daß die für 
den Herbst vorgesehenen große Gartenbauaus 
stellung nunmehr auf das Jahr 1937 verschoben 
wird, da die Zeit für einen großzügigen Auf 
bau bereits zu weit vorgeschritten ist. 
60 Jahre Wesselbureuer Bürgergilde. 
Wesselburcn, 30. Mai. Die hiesige Bürger 
gilde kann in diesem Jahr auf ein 60jähriges 
Bestehen zurückblicken. Das Gildefest wird auch 
in diesem Jahr in der althergebrachten Weise 
am 22. Juni gefeiert werden. 
Fischerboot gesunken. 
Büsum, 1. Juni. Im Büsumer Hafen sank 
ein in Wöhrden beheimatetes Fischerboot. Das 
Fahrzeug hatte sich bei der Ebbe zur Seite ge 
neigt und war bei aufkommender. Flut voll 
Wasser gelaufen. 
Aus Heistern 
Neue dänische Kaserne in Nordschleswig. 
, Apenrade, 30. Mai. Auf dem Gute Seegaard, 
7?s zwischen Flensburg und Apenrade gelegen 
Msoll eine große Kaserne mit einem Kvsten- 
Mfwand von 300 000 Kronen errichtet werden. 
dem Gelände, das vom Militärfiskus ge 
lüst worden ist, hat man bereits Militär un- 
^rgebracht. 
Kranzniederlegung 
in der Wcihehallc des Marine-Ehrenmals. 
DNB. Kiel, 1. Juni. Im Auftrage und im 
Namen des Stabschefs wurde am 31. Mai für 
die gesamte SA. des Reiches in der Weihehalle 
des Marine-Ehrenmals in Laboe zu Ehren 
der im Weltkrieg Gefallenen der Kriegsma 
rine durch den Führer der SA.-Gruppc Nord- 
mark, Gruppenführer Meyer-Quade, in An 
wesenheit einer Abordnung des Stabes der 
Gruppe Norömark und der Marine-SA. ein 
Kranz niedergelegt. 
Stapellauf 
eines modernen Hochseefischdampfers. 
Kiel, 29. Mai. Am Dienstag lief auf den Ho- 
waldt-Werken AG. ein für die Hochseefischerei 
N. Ebeling erbauter Hochseesischdampser glück 
lich vom Stapel. 
Fräulein Mahn, die Enkelin des Herrn Ebe 
ling, hielt die Taufrede und brachte unter 
anderem zum Ausdruck, daß das neue Werk, 
als Sinnbild gestärkten und neu aufgerichte 
ten Reiches und in Erinnerung an den Lebens 
willen der Friesen den Namen seiner Heimat 
tragen solle. Mit dem alten Friesenwort „Rüm 
Hart klar Kimming" taufte sie das Schiff auf 
den Namen „Frisia". 
Dieser Neubau ist in kurzer Zeit der vierte 
Auftrag, den die Hochseefischerei Ebeling den 
Howaldkwerken erteilt hat. Das Schiff hat eine 
Länge von 52 Meter, eine Breite von 8,3 Bie 
ter und eine Seitenhöhe von 4,66 Meter. Eine 
dreifache Expansions-Heißdampf-Maschine von 
750 PS. wird dem Schiff eine Geschwindigkeit 
von zwölf Knoten geben. 
Die Zielfahrt des DDAC. znr Kriegsmarine- 
stadt Kiel. 
Die Skagerrak-Zielfahrt des DDAC. zur 
Kriegsmarinestadt Kiel brachte am Sonn 
abendabend die Preisverteilung. Der Gau 
führer des Gaues Vli begrüßte die NSKK.- 
Fahrer, die aus Anlaß der großen Tage, in 
deren Mittelpunkt der Staatsakt in Laboe 
stand, nach Kiel gekommen waren. — Für die 
Kriegsmarine sprach Kapitän zur See Schir 
mer, der die Gäste im Namen des Kommandie 
renden Admirals der Marinestation der Ost 
see willkommen hieß. Die Verbundenheit der 
Kriegsmarine mit den Kraftfahrern könne 
nicht stärker zum Ausdruck kommen, als daß 
der DDAC. seine dritte Skagerrak-Gedenk- 
fahrt zur Kriegsmarinestadt Kiel führte. — 
Generalsyndikus Rechtsanwalt Trendl-Mün- 
chen überbrachte die Grüße des Präsidenten 
des DDAC. Desgleichen übermittelten der 
Führer der Motorbrigade Nordmark, Stan 
dartenführer Bode, die Grüße des Korpsfüh 
rers Hühnlein und Stadtrat Werk die Grüße 
des Kieler Oberbürgermeisters. — Senator 
Bernhardt-Bremen, der Gauführer des Gau 
es XIX des DDAC. — Nordsee — dankte allen 
denen für ihre Unterstützung, die es crmög- 
Die Skagerrak-Gedenkfeier des RS.-Marinedundes 
in Kiel 
DRV. Kiel. 30. Mai. Am Pfingstfonnabend- 
abend fand in der größten Versammlunqshalle 
der Nordmark. der Nordostseehalle in Kiel. 
eine Großkundgebung des Nationalsozialisti- 
schen Deutschen Marinebundes statt, die die 
Halle restlos mit etwa 16 000 Kameraden des 
Bundes aus allen Gauen des Reiches gefüllt 
sah. Nach dem Einmarsch von liber 800 Bundes- 
fahnen nahm der Konnnandierendc Admiral 
der Marinestation d. Ostsee. Admiral Albrecht, 
das''Worst der damit die enge Verbundenheit 
zwischen der jungen Kriegsmarine und den 
Kämpfern der Marine des Weltkrieges zum 
Ausdruck brachte. Er wies auf die große Be 
deutung des Tages und des Marineehrenmals 
hin. Sein Dank galt dem Führer, der den 
Kranz für das deutsche Volk unter dem Salut 
der Flotte in der Weihehalle des Ehrenmals 
niederlegte. 
Nach den Nationalhymnen sprach der stellver 
tretende Bundesführer des Soldatenbundes. 
Oberpräsident Gauleiter Schwede-Coburg. Mit 
der Rede verband sich eine Ehrung all der 
Männer, die von jeher als brave Deutsche ihr 
Leben in die Opferschale zu werfen wußten. 
Ein Sprechchor. der der Skagerrakschlacht ge 
widmet war. leitete zur Festrede des Vizead 
mirals a. D. von Trotha über. der darauf hin 
wies, daß man noch unter dem Eindruck der 
erhebenden Feier stehe, mit der das Marine 
ehrenmal durch die Hand des Führer geweiht 
wurde. Dieses gewaltige Bauwerk habe in letz 
ter Stunde seine lebendige Kraft und die in die 
Zukunft hineinreichende Wirkung bekommen. 
Treue Seemannskameradschaft schichte Stein 
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auf Stein. Der Redner wies auf die Kamerad' 
schuft hin. die nirgends tiefer, schöner und son 
niger sich formen könne als in der Enge der 
Bordwände auf der Unendlichkeit des Meeres, 
unter Sternenhimmel der Ewigkeit. Mit einem 
Streifblick auf die Flottenparade erklärte der 
Redner, unser Seemannshcrz ist besonders 
warm geworden und hat höher geschlagen, als 
wir die stolzen Schiffe in der Kieler Bucht 
ziehen sahen. Die Einheit des Volkstums, die. 
uis der Führer geschenkt hat. hat auch das 
weite Tor zum Weltmeer wieder aufqestoßen. 
Für seine Willenskraft wollen wir dem Führer 
in dieser Stunde aus tiefstem Herzen danken. 
Wir. die wir den Weltkrieg erlebten, wissen 
besser als ie eine Generation den Wert des 
Friedens zu schätzen. Wir wissen aber aucb. 
daß. wenn wir den Frieden hüten wollen, auch 
stark sein müssen, um dem Frieden die Achtung 
zu sichern. 
Die Kundgebung klang aus mit einer An 
sprache des Führer des NSD.-Marinebundes. 
Fregattenkapitän a. D. Hintzmann-Bremen. 
der den Dank an alle aussprach, die den Bau 
des Ehrenmals ermöglichten. 
Am Sonnabendabend und in den Feiertagen 
fanden weit über 100 Kameradschaftstreffen 
ehemaliger Marineangehöriger in den Mauern 
der Kriegsmarinestadt Kiel statt, die die Ka 
meraden, die einst Schulter an Schulter stan 
den und jetzt im Reich zerstreut wohnen, in 
alter Freundschaft zusammenführten. 
Richtigkeit der Erklärung des Ehemannes be 
stehen. 
Falls Antragsteller einen freien Beruf aus 
übt, wird die Gemeindebehörde ihm die Füh 
rung des Nachweises über die Höhe seines Ein 
kommens oder seines Vermögens ausgeben 
(z. B. Vorlage der Geschäftsbücher, der Steuer 
bescheide, Hypothekenbriefe, Grundbuchaus- 
züge, Bankbestätigungen und dergl.). . 
18. Vorschlag über die Höhe des Darlehens. 
Um mit den zur Verfügung stehenden Mit 
teln auszukommen, ist die Gemeindebehörde 
gehalten, in bezug aus die Höhe ihres Vorschla 
ges Zurückhaltung zu üben. Die Gemeinde 
behörden haben ihrer Befürwortung nicht ohne 
weiteres den von den Antragstellern bean 
tragten Betrag zu Grunde zu legen, sondern 
haben selbst abzuwägen, welcher Betrag nach 
dem Stande der Antragsteller im einzelnen 
Falle angemessen ist. Falls Antragsteller in 
der Lage sind, bereits aus eigenen Mitteln 
einen Teil des für die Wohnung erforderlichen 
Haushalts zu beschaffen, können sie mit einem 
geringeren Betrage zufriedengestellt werden 
als Antragsteller, denen jegliche Möglichkeit 
zur Beschaffung irgendwelcher Einrichtungs- 
gegenständc für die Wohnung fehlt. Die 
Rückzahlung des Darlehens muß unbe 
dingt gesichert erscheinen. 
Es werden im verhältnismäßig großen Um 
fange Antrüge auf Stundung und sogar auf 
Niederschlagung der Tilgungsraten beim 
Finanzamt angebracht. Diese Beträge gehen 
gegebenenfalls der Volksgemeinschaft ver 
loren. Eine ganz besonders gewissenhafte 
Prüfung der Einkommensverhältnisse ist da 
her geboten. 
16. Ablehnung des Antrages durch die 
Gemeindebehörde. 
Ist eine der geforderten Voraussetzungen 
nicht vorhanden, so ist die Einbringung des 
Antrages an das Finanzamt zwecklos. Bereits 
die Gemeindebehörde hat den Antrag abzu 
lehnen. Der Antrag darf in diesem Falle an 
den Antragsteller nicht zurückgegeben werden, 
er verbleibt stets bei der Gemeindebehörde. 
Der Antragsteller hat keinen Anspruch aus 
Mitteilung des Grundes der Ablehnung, 
falls die Gemeindebehörde ihn nicht bekannt 
geben will. Der ablehnende Bescheid der Ge 
meindebehörde ist endgültig, ein Rechtsmittel 
ist nicht gegeben. 
17. Ansnahmefälle. 
Anträge, die unter Hinweis auf § 3 der drit 
ten Durchführungsverordnung als Ausnahme 
anträge gestellt werden, sind bei der Gemeinde 
behörde anzubringen und von dieser auf dem 
Dienstwege über das Finanzamt an den 
Reichsminister der Finanzen weitcrzuleiten. 
Eine unmittelbare Antragstellung bei dem 
Reichsminister ist unzulässig. Sie bedeutet nur 
eine Erschwerung und Verzögerung der Bear 
beitung des Antrages. Ohne eine Stellung 
nahme der Gemeindebehörde und des Finanz 
amtes vermag der Reichsminister eine ab 
schließende Entscheidung nicht zu treffen. 
Die Untersuchung wird in diesen Fällen so 
lange zurückgestellt, bis die Entscheidung ein 
gegangen ist, ob trotz der Nichterfüllung der 
fehlenden Voraussetzungen dem Antrage statt 
gegeben werden kann. 
18. Vorlage des Antrags an das Finanzamt. 
Nur diejenigen Fälle, in denen sämtliche 
Voraussetzungen für die Hingabe des Dar 
lehens gegeben sind, ivcrdcn von der Gemein 
debehörde an das Finanzamt weitergegeben. 
Beizufügen sind: die Arbeitgeberbescheinigung, 
die beiden Zeugnisse des Gesundheitsamtes, 
etwaige Ermittelungsergebnisse. Die einge 
reichten Personenstandsurkunden (Familien 
bücher) sind zweckmüßigerweise von den An 
lichten, daß die dritte Skagerrak-Gedenkfahrt 
nach Kiel verlegt werden konnte. Dann nahm 
Gausportleitcr Wessels-Bremen die Preisver 
teilung vor. 
Ein Blntbad im Hühncrftall. 
Kellinghusen, 30. Mai. Auf einem Geflügel 
hof in Hagen richtete ein Fuchs ein grauenhaf 
tes Blutbad an. Der rote Räuber hatte sich 
während der Nacht Zugang zum Hühnerstall 
verschafft und über 20 Legehühner totgebissen. 
Das Federvieh lag völlig zerfleischt im Stall 
und auf dem Hofe umher. Von dem gesamten 
Geflügelbestand wurden nur noch zwei Tiere 
lebend aufgefunden. 
Drei Personen in einer Kies 
grube verschüttet 
Ein Knabe unter den Sandmassen erstickt. 
Nahe, 1. Juni. Ein tragischer Unglücksfall 
ereignete sich am Pfingstsonnabend auf dem 
Düvelsberg. Ein Arbeiter, dessen Sohn sowie 
ein lljährigcr Knabe waren in einer Kies 
grube mit dem Aufladen von Sand beschäftigt. 
Als der Wagen vollgeladen war und die drei 
Personen «die Kiesgrube verlassen wollten, 
stürzte plötzlich die etwa fünf Meter hohe 
Eandwanü ein und begrub die drei unter sich. 
Dem Sohn des Arbeiters gelang es, sich zu be 
freien und Hilfe herbeizuholen. Zunächst wurde 
mit der Bergung des 14jährigen Knaben be 
gonnen, der nach etwa einhalbstündiger Tätig 
keit nur noch als Leiche geborgen werden 
konnte. Wiederbelebungsversuche eines herbei 
gerufenen Arztes waren ohne Erfolg. Der Ar 
beiter, der bis an den Hals verschüttet war, 
konnte befreit werden; er hatte schwere Mus 
kellähmungen davongetragen. Die Mutter des 
Knaben erlitt durch den Schreck einen schweren 
Nerveuchock, so daß sie in hoffnungslosem Zu 
stand einem Krankenhaus zugeführt werden 
mußte. 
Hennstedt (Kr. Scgeberg), 1. Juni. Ans 
Rene erhängt. Ein junger Mann aus Henn 
stedt hob von dem Bankguthaben seines Va 
ters ohne dessen Erlaubnis eine größere Sum 
me Geldes ab und kaufte sich dafür ein Motor 
rad. Als der Vater ihm wegen seiner Hand 
lung Vorwürfe machte, erhängte sich der junge 
Mann aus Reue. 
Aus dem Ģ&dddssaed 
Tagung des Flensburger Schöffengerichts 
in Schleswig. 
cs. Schleswig, 30. Mai. Unter dem Vorsitz 
von Amtsgerichtsrat Klüver-Flensburg tagte 
das Flensburger Schöffengericht am gestrigen 
Freitag im Schleswiger Amtsgerichtsgebäude. 
In drei Fällen wurden die Strafverfahren 
auf Grund der Amnestiegesetze eingestellt. 
Im weiteren Verlauf der Tagung standen 
vier Einwohner aus Schleswig wegen ver 
botener Eingriffe gegen das keimende Leben 
bzw. Beihilfe zur Abtreibung vor den 
Schranken des Gerichts. Sämtliche Angeklag 
ten gaben die ihnen zur Last gelegten Straf 
taten zu. Die Eheleute L. und der Einwohner 
K. wurden zu je zwei Monaten und zwei 
Wochen Gefängnis verurteilt. Gegen den 
Einwohner Th. wurde eine Gefängnisstrafe 
von zwei Monaten verhängt. 
Wetteranssichten für Nordwestdeutschland am 
Mittwoch, dem 3. Juni: Schwachwindig, wolkig bis 
bedeckt, vorwiegend trocken, zunehmende Erwär 
mung. 
tragstellern bereits von der Gemeindebehörde 
wieder zurückzuerbitten. Diese wird dem An 
trag nach Prüfung der arischen Abstammung 
entsprechen. 
19. Zuständigkeit des Finanzamts. 
Ueber den geprüften und weitergeleiteten 
Antrag hat dasjenige Finanzamt zu entschei 
den, das für den Ort zuständig ist, den die An 
tragsteller in ihrem Antrag als künftigen 
Ehewohnsitz bezeichnet haben. 
20. Nachbewillignng von Ehestandsdarlehen. 
Bei der erstmaligen Bemessung des Ehe 
standsdarlehens wird vom Finanzamt ein 
gehend geprüft, in welcher Höhe ein Darlehn 
im Hinblick auf die Einkommens- und Vermö 
gensverhältnisse der Antragsteller zu vertreten 
wäre, sowie in welcher Höhe die Tilgungsraten 
— monatlich 15« des Darlehnsbetrages — für 
den Antragsteller tragbar sind. 
Bei dieser Sachbehandluug muß im allgemei 
nen ein Antrag auf Gewährung eines Nach 
darlehens grundsätzlich abgelehnt werden. 
Durch vorstehende Darlegungen dürfte für 
die Allgemeinheit der Sinn und Zweck des Ge 
setzes hinreichend erläutert sein. Ich nehme da 
her an, daß bei Beachtung der gegebenen Richt 
linien und meiner eingangs erwähnten Erläu 
terungen vom 16. 3. Rückfragen der Gemeinde 
behörden bei den Antragstellern bzw. eine 
Rückgabe des Antrages seitens des Finanz 
amtes an die Gemeindebehörde zur Vervoll 
ständigung nur noch Ausnahmefälle sein wer 
den. 
Wie hervorgehoben, liegt eine rasche Ent 
scheidung des Finanzamtes im Interesse der 
Volksgemeinschaft. Die Antragstellerin wird 
alsdann bald ihren Arbeitsplatz freimachen, 
und es tritt hierdurch die von der Reichsregie 
rung unentwegt angestrebte weitere Minde 
rung der Arbeitslosigkeit ein. 
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