Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst
Die ftadLischen
Kreditgenossenschaften
Entwicklung u. Stand Anfang Marz 3«
Bom Deutschen Genossenschaftsverband e. V.,
Bert
Ergeb
>n, wird unS geschrieben: Die vorliegenden
Nisse der städtischen Kreditgenossenschaften in
ersten Monaten des Jahres 1986 zeigen im
aintüild eine weitere Aufwärtsentwicklung. Die
ìlanzsumme ist Anfang Marz 1986 im Vergleich
ä^>n gleichen Stichtag des Vorjahres um 133 auf
ö Mill. MJl und einschließlich der weiterbegebe-
ņ,en Wechsel auf 2015 Mill. MJl gestiegen. Damit
!’ erstmalig wieder die 2-Milliardengrenze Über
tritten. Die Einlagen (Spar- und Kontokorrent-
tlilagen) erreichten einen Stand von etwas über
Millrd. Moll. Die Zunahme im Vergleich zu
Demselben Stichtag de» Vorjahres beträgt 138
ill. .JUl, Im Gegensatz dazu haben sich die Ver-
wdlichkeiten weiter verringert, und zwar auf knapp
vH der Bilanzsumme. Damit hat sich die Eut-
t'cklung der Kreditgenossenschaften den gesunden
^vrkricgsverhältnissen angeglichen.
Einschließlich der weiterbegebcnen Wechsel haben
^ städtischen Kreditgenossenschaften rd. 1,5 Millrd.
njchZmark lgenau 1488 Mill. MJl) Kredite an den
titschen Mittelstand ausgeliehen. Die Stückzahl
er ausgeliehenen Kredite dürste sich zwischen 909 000
"vd 1000 000 bewegen. Insgesamt hat sich der
tgene Wertpapierbestand einschließlich Schatzwechsel
^uf 122 Mill. MJl gegen 88 Mill. Moll i. V. erhöht,
^vinit haben die Kreditgenossenschaften bereits eine
iivhere Wcrtpapieranlage als im letzten Vorkriegs-
lahr erreicht.
. Die Reichsrichtzahl der
Lebenshaltungskosten im Mai 1936
. Die Neichsrichtzahl der Lebenshaltungskosten ist
î»r den Durchschnitt des Monats Mai 1986 mit
(1913=14 gleich 100) gegenüber dem Vormonat
^verändert geblieben. Die Richtzahl für Ernäh-
>0 betrügt — wie im Vormonat — 122,4. Eine
^Höhung der Preise für Kartoffeln ist durch einen
Rückgang der Preise hauptsächlich für Gemüse aus
glichen worden. Die Richtzahl für Heizung und
^'leuchtung ist infolge teilweisen Rückganges der
^vhlenpreise auf 125,1 (um 1,0 vH) zurückgegangen,
'vie Richtzahl für Bekleidung ist um 0,3 vH ans
l8'0 gestiegen. Die Nichtzahlen für Wohnung (121,3)
^d für „Verschiedenes" (141,3) blieben unver
mindert.
*
Die Kennziffer der Großhandelspreise für den
Mai stellt sich auf 103,8 (1913 gleich 100). Sie ist
^genüber der Vorwoche (103,7) nur wenig ver-'
gert. Die Kennziffern der Hauptgruppcn lauten:
grarstoffe 105,4 (unverändert), industrielle Roh
öle und Halbwaren 98,1 (unverändert) und indu-
îirielle Fertigwaren 120,6 (plus 0,1).
^»tsch-niederländische Vereinbarungen
îìber Erneucrnng der Transfer- und Reise-
verkehrsabkommcn paraphiert.
.Die deutsch-niederländischen Vereinbarungen über
ge Erneuerung des Transferabkommens und
e§ Reisevcrkehrsabkommens sind, nachdem sie die
Zustimmung beider Regierungen gesunden haben,
)eit te zwischen den beiden Abordnungen paraphiert
worden.
— . I I
Hamburger Getreidegroßmarkt
^rühmarkti vom 2. Juni (Ohne Gewähr)
^treibe {MM je 1000 Kg.) Tendenz: ruhig
heizen, Erz.-Pr. Festpr.-Geb w 9 . . . 209.00
setzen. Erz.-Pr Festpr.-Geb. W 12 . . . 216.00
İ0»en. Erz-Pr Festpr.-Geb ll 9 . . . . '75 00
F°ggen Erz. Pr. Festpr.-Geb. ,2 ... 179.00
ģuttergerste Erz.-Pr. Festpr.-Geb. 0 9.. >82.00
Aitergerste Erz.-Pr. Festpr.-Geb 0 12 . . 187.00
'utergerste. ziveizeilig. s. Jndustriezwccke
a- SirEa 70/71 Kg., ab Mecklenburg ... —-~
tz?»nnergerste frei Hamburg 215-20
88/69 Kg. für Jndustriezw. ab Mecklbg 195-99
^"uaugerste kwgşr. verzollt — -~
^ lengerste 63/64 bzw. 64/65 Kg. kwgfr. verz. —
N?er. Erz.-Pr. Festpr.-Geb. H 12 . . . . 173.00
‘’“'et, Erz.-Pr. Festpr.-Geb. H 16 . . . . 178.00
Futtermittel (MJl je 50 Kg.) Tendenz: rubi--
M. Wetzenkleie. Grundpr. sofort V 9. . . 5.77>/e
wU.i- Roggenkleie. Grundpr. sofort R 12 . 5.97 1 /?
^'ģfuttermehl. deutsches 24%ifl, zirka 6 %
î».^?l>şaser ab Fabrik ..... 5.30
^'-ssuttermehl, hell. 24 %. max. 6 % Noh-
tz.-şu.şer, prompt 6.10
y Usuchen, ab Harburg, sofort ».65
'U'uchenmehl. dtsch. Mahlg., prompt. . .
tzì'uskuchen, ab Harburg, sofort ..... 8-70
tzU.Uila-Kokoskuchen. ab Harbg.. prompt. . —
kuchen. dtsch.. ab Harburg, sofort... 7.70
tz^Uußkuchen, ab Harburg, sofort .... —-~
tz,?uußkuchen. 50 %, Bremen 8.45
tz^nußkleie
^»»^ņļuchen. ab Fabr. Hamburg/Harburg 8.05
»suchen, deutsche Saat, sofort .... 7.10
tzo^schrot. deutsche Saat 7.20
T,,s?'/ernschrot deutsch, prompt . « . . .7.80
tz Uaschrot. Harburg, sofort . 7.75
uUtwoll.Saatkuchcnmchl. 48 %, prompt 7.95
tzge (ä je 100 Kg.)
Ezenmehl, 790, W 16 (Jnlandsweizen) . . 28.90
to }äenmef)l, mit 10 % Auslandsweizen . 30.40
itz 'senmehl mit 20 % Auslandsweizen . 31.90
fX„ŅMel,I 790. W 9 28.40
)(,«0enmehl. 997. R 12 22.40
■j^ßenmeM. 997, R 15 22.70
937. ļî 9 , , 22.00
Errichtung einer „KSrsteAe" für den
„Körbezirk" Rendsburg
Maßnahmen zur Förderung der Tierzucht unseres Kretsgcbietes — Durchführung und Art
der Körungen — Die Zahl der männliche» Zuchttiere unseres Körbczirkes
Die Rcichsnährstandsausstellung in Frankfurt
am Main hat wieder einmal mit aller Deutlichkeit
gezeigt, wie wichtig es für den deutschen Viehhalter
und Viehzüchter ist, wenn zur Förderung der
deutschen Tierzucht nur ganz erstklassiges Zucht
material herangezogen wird. Der Reichsminister
für Ernährung und Landwirtschaft hat auf Grund
des Gesetzes zur Förderung der Tierzucht vom
17. Mürz 1986 jetzt die „1. Verordnung zur Förde
rung der Tierzucht" erlassen. Diese Verordnung
ist für jeden Viehzüchter und Viehhalter von au
ßerordentlicher Wichtigkeit, denn sie regelt vor allem
die Nachwuchssrage. Es muß bei jeder Laudes
bauernschaft ein Köramt errichtet werden mit fünf
Abteilungen, und zwar für Hengste, Bullen, Eber,
Schafböcke und Ziegenböcke. Der Leiter des Kör
amtes ist in jedem Fall der Landesbauernführer.
Von diesen Kürämtern wird künftighin eine ge
naue Kontrolle der Körungen durchgeführt.
Landkreis Rendsburg ist „Körbezirk".
Die erste Verordnung zur Förderung der Tier
zucht vom 26. Mai 1936 sieht rm 2. Abschnitt im
8 3 die Bildung von Körbezirkcn vor. Hierbei ist
jede untere Verwaltungsbehörde ein Körbezirk
şûr sich. Demnach bildet also auch unser Landkreis
einen eigenen Körbezirk. Mit Zustimmung der
höheren Verwaltungsbehörde kann das Köramt,
dem unser Körbezirk untersteht, mehrere Bezirke
oder Teile davon zu einem Körbezirk vereinigen.
Bildung einer „Körstclle" Rendsburg.
Für jeden Körbezirk ist nach dem Gesetz zur
Förderung der Tierzucht vom 17. März 1936 eine
Körstelle zu bilden. Diese Körstelle gliedert sich
ebenso wie das Köramt in fünf Abteilungen: a)
für Hengste, b) für Bullen, c) für Eber, d) für
Schafböcke und e) für Ziegenböcke. Jeder Abtei
lung der Körstelle sollen zwei Züchter und der zu
ständige Tierzuchtbeamte (Angestellte) des Landes
oder der Landesbauernschaft angehören. Mindestens
einer der Züchter muß Mitglied einer anerkannten
Züchtervereinigung für die betreffende Tierart sein.
Für jedes Mitglied unserer Körstelle muß ein
Stellvertreter bestellt werden. Der Leiter unseres
Landkreises und die beamteten Tierärzte der Be
zirke, die den Körbezirk bilden, sind Mitglieder
der Körstellen. Die Leiter der unteren Verwal
tungsbezirke sollen bei Versammlungen, Sitzungen,
Verteilung von Auszeichnungen und Preisen den
Vorsitz übernehmen: sie können sich im Vorsitz nicht
vertreten lassen. Die Körstelle unseres Kreises muß
also demnächst aus zehn Züchtern, für jede Tier
gattung zwei, bestehen.
Durchführung nnd Art der Körungen
im Körbezirk Rendsburg.
Es gibt nach der 1. Verordnung zur Förderung
der Tierzucht Hauptkörungen, Svnderkörungen und
Nachkörungen. Die Hauptkörungen finden nur
einmal im Jahr als Sammelkörungen statt. Svn
derkörungen können auf Versteigerungen, Ausstel
lungen und anderen Veranstaltungen anerkannter
Züchtervereinigungen oder der Landesbauernschaft
stattfinden. Die Sondcrkörung ist Sache des Kör
amtes, das diese Aufgabe jedoch unserer Körstelle
übertragen kann. Nachkörungen sollen nur in drin
genden Fällen abgehalten werden. Körungen im
Stall sind verboten. Die Vatertiere müssen bei jeder
Körung frei vorgestellt werden. Der Bürgermeister
und der Ortsbauernführer sollen bei Hauptkörnn-
gcn, die für ihre Gemeinde angesetzt sind, anwe
send sein.
Zuchttiere im Landkreisgebiet Rendsburg.
Hengste sollen in der Regel jedes Jahr zur Kö
rung vorgeführt werden, Bullen, Eber und Ziegen
böcke, die einmal auf einer Hauptkörung vorgeführt
worden sind, sollen in der Regel noch ein ziveites
Mal vorgeführt werden, Schafböcke sind nur ein
mal auf einer Körung vorzuführen. Nach der letz
ten amtlichen Viehzählung vom 8. Dezember 1985
gab es in unserem Landkreisgebiet insgesamt 13 702
Pferde. Die Hengste waren leider nicht einzeln
angegeben. In der Gruppe Rindvieh wurden ins
gesamt 630 1 bis noch nicht 2 Jahre alte Bullen
und 532 ältere Bullen gezählt, die zur Zucht be
nutzt wurden. Ueber 'A bis 1 Jahr alte Zuchteber
wurden 841 gezählt und 276 ältere zur Zucht be
nutzte Eber. Bei den Schafen wurden 534 männliche
unter 1 Jahr alte Tiere und 241 über 1 Jahr alte
männliche Tiere gezählt. Von den über ein Jahr
alten Tieren waren 157 Hammel, also zur Zucht
untaugliche Schafbücke. Ebenso wie bei den Schafen
wurden bei den Ziegen die einzelnen zur Zucht
bestimmten Tiere nicht besonders angegeben. Unter
1 Jahr alte männliche Ziegen wurden 13 gezählt
und weitere 38 ältere Ziegenböcke. Nach den neuen
Bestimmungen zur Förderung der Tierzucht müssen
die zur Zucht bestimmten Vatertiere ein Miudest-
alter haben, und zwar bei de» Hengsten 2'A Jahre,
Bullen 12 Monate. Schafböcke 9 Monate, Eber und
Ziegenböcke 6 Monate.
Verpflichtung zur Haltung von Vatcrtiercn.
Für eine Zahl bis zu jeweils 100 deckfähigen
Rindern, 60 Sauen, 60 Schafen oder 80 Ziegen muß
in jeder Gemeinde wenigstens je ein angckörtes
Vatertier vorhanden sein. Soivcit im Einverneh
men mit der zuständigen unteren Berivaltungs-
behörde Bereinigungen zur Haltung von Vater-
tieren nicht gebildet werden können, können die
Gemeinden zu öffentlicher Haltung der erforder
lichen Bullen, Eber, Schaf- und Ziegenböcke ver
pflichtet iverden! Die Gemeinden können die Hal
tung der von ihnen beschafften Batertiere zuver
lässigen Personen übertragen. Die Gemeinden
werden die Kosten der Batertierhaltung auf die
Halter der in der Gemeinde befindlichen weiblicheu
Tiere umlegen. Züchter, die ein angekörtes Vater
tier halten, können von der Umlage befreit werden.
Die Körstelle unseres Körbezirks stellt dem
Halter des angekörten Vatertieres ein Körbuch
aus. Eintragungen in dieses Blich darf nur die
Körstelle (Köramtj vornehmen. Außerdem iverden
Deckblöcke und Deckscheiue ansgestellt. Die Ergeb
nisse der Ankörnngen sind öffentlich bekannt zu
geben. Die Körstelle unseres Körbezirks muß ein
Verzeichnis der von der Körstelle angekörten Vater
tiere führen. Die Kosten der Ankörungen trägt
der Reichsnährstand.
Die 1. Verordnung zur Förderung der Tier
zucht vom 26. Mai 1936 erhält mit Wirkung vom
1. September 1936 Gesetzeskraft. Zur Vermeidung
wirtschaftlicher Härten wird in den ersten Jahren
nach Inkrafttreten der Verordnung auf die beste
henden örtlichen Verhältnisse weitgehend Rücksicht
genommen. E. C-
Torfvmllvenveaduuz oder IavchegMbe,
Javchegrube oder Gärturm?
Von Dr. Schade.
Man wird zur Zeit viel danach gefragt, ob es
Zuschüsse für den Bau von Jauchegrubcn gibt.
Das ist nicht der Fall.
Eine nicht geringe Anzahl von Bauern wollen
Jauchegruben bauen. Ist das richtig? Gewiß ist
es nachteilig, wenn täglich die Jauche abfließt.
Je Tier und Winter gehen mindestens rund 2000
Liter auf diesem Wege der Wirtschaft verloren. Es
ist daher alles daran zu setzen, solchen Verlust zu
unterbinden. Man ist viel der Meinung gewesen,
daß die getrennte Aufbewahrung von Jauche und
Stalldung das beste Verfahren sei, um die Wirt-
schaftsdünger verlustlos aufzubeivahren und sie in
eine für die Pflanzenernährung wertvolle Form
überzuführen. Ueberall dort, wo kein Torfmull
preiswert zu erstehen ist, ist dies auch sicher richtig
und in jeder Hinsicht zu fördern. Aber wo trifft
dies zu?
Jedoch soll man sich hüten, den Wert der Torf
mullverwendung gegenüber dem Wert einer Jauche
grube zu unterschätzen. Man bedenke, daß die Art,
Jauche sür sich aufzubewahren und zu verwenden,
folgende Anschaffungen der Reihe nach nötig macht:
Jauchegrube — Pumpe — Wagen — Verteiler.
Dazu muß man Jauche fahren, wenn die Grube
voll ist.
Bei der Torfmullverwendung stud dagegen die
Handel nnd Wandel
Oie Ferkelmärkte
in der Woche vom 25. bis 30 Mai 1936
Marktplätze
©nippe I
Leck . . .
Niebüll . .
Dredstedi
Flensburg
Durchschnitt
* Dorn».
©nippe 11
Husum . .
Schleswig .
Rendsburg
Eckernsördk
Kiel . . .
Nortors . .
Neumünster
Durchschnitt
* Borw.
©ruppe 111
tzademarsch.
Heide . . .
Meldors . .
Itzehoe. . .
Schnelsen .
Altona. . .
Wandsbek .
Durchschnitt
„ Vorw.
173J
1661
Preise
tn JIM, je Stück
4-6 6-8 Üb. 8
W. W. W.
20 22
18-20
15-17
IN 20
19 2i
19 21
16 20
17 20
17-21
17 19
1620
ie-id
16 1
18-20
22 24
20 23
17 19
>0 23
21 24
21 24
20 25
21 24
21 24
19 22
21-25
24-28
18-22
19 25
21-24
23 25
21
23 25
2 3 25
25 27
25-28
24-26
22 25
26-32
28 36
22 30
25-32
24 30
i.^ie‘/«kg
«eicht !chw
64 68
75 80
75-78
70 80
81-85
58 60
Marktverlau
Handel
langsam
mitre'maß
langsam
Räumung
n geräumt
geräumt
n. geräumt
65 75
68 70
/0-75
65-75
60 70
70-80
78 81
Mittelmaß.
Mittelmaß
gut
flau
Mittelmaß.
Mittelmaß
schlepp,
nie mäß.
flott
langsam
gut
geräumt
l geräumt
geräumt
geräumt
geräumt
geräumt
ş. geräumt
geräumt
geräumt
Die Ferkel- und Läufcrmärkte.
Das Angebot war in der BerichtSmoche unein
heitlich. Die Marktalge schwankte zwischen mittel
mäßig bis gut in Oldenburg, Delmenhorst, Wun
storf. Osnabrück, Kreuzburg, Husum nnd Bismarck.
Im Großhandel des nordwestdeutschen Bezirkes
hat sich die Preislage für Ferkel und Läufer nicht
verändert.
Ordentliche Generalversammlung
der Spar- und Darlehnskaste in Kropp
Am 27. Mai fand bei Gastwirt Kruse in Kropp
die ordentliche Generalversammlung der Spar- und
Darlehnskasse in Kropp statt. Die Versammlung
ivurde von dem Bauern Clans Harder eröffnet,
der anschließend den Geschäftsbericht erstattete. Der
Geschäftsbericht ließ erkennen, daß die Kasse zur
Zufriedenheit aller Genossen gearbeitet hat. Die
Gesamtzahl der Genossen beträgt 126. An Konten
waren 500 zu führen, davon 210 in lfd. Rechnung
und 290 Sparkonten. Der einseitige Umsatz betrug
im verflossenen Geschäftsjahr 2128 485 MM. Das
Jahresergebnis schloß mit einem Verlust von 440,04
Reichsmark ab, der bedingt war durch den Zins
ausfall der E-Konten. Der Unterschuß wird auS
dem Rückstellungskonto gedeckt. Fiir das ausge
schiedene Aussichtsratsmitglied Drogist Max Walk-
ker wurde das Vorstandsmitglied Bauer Claus
Harder einstimmig gewählt. Die satzungsgemäß
ausscheidenden Vorstandsmitglieder Schuhmacher
meister Johann Kruse nnd Landwirt Johann Thie
ßen wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt.
Neu trat in den Aussichtsrat der Gastwirt und
Viehhändler Johann Grimm ein. Auf Vorschlag
deS Herrn Mceves wurde die Zahl der Aufsichts-
ratsinitglieder von 3 auf 4 Mann erhöht. Um nun
die Zusammenarbeit zwischen der Kasse und dem
landwirischaftlichen Bezugsverein enger zu ge
stalten, wurde der Rentner Peter Ions, der dem
Aussichtsrat des Bezugsvereins angehört, einstim
mig in den Aussichtsrat der Spar- und Darlehns
tasse gewählt.
Heider Marktbericht vom 36. Mai
Dem Heider Viehmarkt waren 25 Stück Rindvieh
zugeführt. Der Handel war mittelmäßig. Es ko
steten: Milchkühe 400—450, Kalbkühe 400—500, Kalb-
auien 350—420, Fehrkühe 270—370, 1jährige Ochsen
120—150, 114jähr. Ochsen 150—220, 2 jähr. Ochsen
220—280, Kälber 40—50 MJl je Stück. — Die
Heider Produktenbörse notierte folgende Preise:
Wiesenheu 1.60, Kleehen 2,80. Stroh 0,80—1, Häck
sel 1,80, Kartoffeln 3—4,50 M.M. — Auf dem heuti
gen Wochenmarkt kosteten die Eier 7,5—8 Pfg. das
Stück, die Butter kostete 4.55 MM das Pfund.
Jtzehoer Ferkelmarkt vom 2. Jnni
Auftrieb: 97, Handel sehr langsam, Markt vor
aussichtlich nicht geräumt. Preise: 80—85. 75—80,
68—75, 50—68.
genannten Anschaffungen unnötig, man ist mit dem
Ausfahren an keine Zeit gebunden, und dazu
kommt, daß die getrennte Aufbewahrung von
Jauche und Mist eine ungünstige Mistvergärung
als Folge zu haben pflegt. Die richtige Mistver
gärung (Verrottung) ist aber ebenso nötig für die
Bodenbakterien — den Nahrnngszubereitern der
Pflanzen —, ivie das Durchschwitzen des Heus für
die Gesundheit des Viehs unbedingt erforderlich ist.
Es ist alsö die gemeinsame Aufbewahrung von
Jauche und Stallmist der getrennten vorzuziehen,
vorausgesetzt, daß dafür gesorgt wird, daß keine
größeren Mengen Jauche aus dem Misthaufen aus
fließen. Oft ist aber zu wenig Stroh vorhanden, um
den Harn der Tiere festzuhalten. Man baute daher
die Jauchegruben und erzielte damit das beste da
mals bekannte Verfahren, indem man die über
schüssige Flüssigkeit dem Dunghaufen entzog, sorgte
aber nebenbei für genügende Feuchtigkeit des Mistes.
Dieses Verfahren ist insofern noch recht' nachtei
lig als die nicht im Dung zu verwendende über
flüssige Jauche bei der Aufbewahrung in Gruben
und beim Ausfahren auf das Land größeren Stick
stoffverlusten unterliegt. Verluste entstehen, ehe die
Jauche in den Behälter gelangt, ferner im Behäl
ter und beim Ausspritzen auf den Acker oder die
Grünlanbsläche. Auch der Zusatz an chemischen Stof
fen wie Gips und anderen Stoffen ändert an die
ser Tatsache nichts. Wohl aber der Torfzusatz.
(Schluß fclßt.)
Der Bedarf an Klein- nnd
Mittelwohnnnge«
Weitere Reichsmittel sür Wohnungsumbau
Der Reichsarbeitsminister hat für die Tei
lung von Wohnungen und den Umbau sonsti
ger Räume zu Wohnungen einen weiteren Be
trag von 5,7 Millionen MJl zur Verfügung
gestellt. Er hat dabei darauf hingewiesen, daß
bei der Verteilung der Mittel die allgemeinen
Grundsätze der Wohnungspvlitik berücksichtigt
werden müssen. Danach ist ausschließlich die
Erstellung von Klein- und Mittelwohnungen
zu fördern, die für die minderbemittel-
ten Schichten des Volkes in Frage kommen.
Eine Zuschußgewührung, durch die große Woh
nungen geschaffen iverden, würde diesem
Grundsatz widersprechen. Andererseits dürfen
aber auch nicht Primitivwohnungen gefördert
werden, die vom wohnungspolitischen Stand
punkt aus abzulehnen sind. Bei der starken
Nachfrage nach mittleren und kleinen Woh
nungen sollen Reichszuschüsse für die Teilung
solcher Wohnungen nicht gegeben werden.
Zu dem Zusammenschluß Ford-Stoewer
Die Verhandlungen Ford-Stoewer werden noch
längere Zeit in Anspruch nehmen. Im Gegensatz
zu vereinzelt zutage getretenen Auffassungen hören
wir, daß Ford nicht beabsichtigt, in Stettin eine
neue Massenproduktion aufzuziehen. Vielmehr war
für die Jnteressennahme Ford's die technisch außer-
ordentlich fortschrittliche Entwicklung des Stettiner
Werkes maßgebend, um aus diese Weise die Vor
teile amerikanischer Herstellnngsmethoden durch die
wertvollen Leistungen des in Stettin entwickelten
und die deutschen Errungenschaften verwertende:,
Automobilbaues zu ergänzen.