Allerlei aus aller Welt
Der Elefant im Knopfloch.
Als König Chulalongkorn von Siam nach
England kam, imponierte ihm am meisten
die Küche des englischen Königshauses und
vor allem der Koch, der es meisterhaft ver
stand, echte siamesische Gerichte vorzüglich zu
zubereiten. Der König von Siam ließ also
den Koch zu sich kommen und bemühte sich
zwei Stunden lang, ihn dazu zu bewegen,
einen langfristigen Kontrakt nach Siam anzu
nehmen. Aber der Koch wollte in London blei
ben und winkte ab. Da entschloß sich der Kö
nig von Siam zu einer besonderen Auszeich
nung: „In Anbetracht Ihrer Verdienste um
meinen Magen wurde ich Sie mit dem wei
ßen Elefanten von Siam belohnen!" Als
Fitsch eine halbe Stunde später dem Koch be
gegnete, machte dieser ein todunglückliches Ge
sicht. Er zerbrach sich nun schon 30 Minuten
lang den Kopf, wo er den weißen Elefanten
unterbringen könne. In den Palast könne er
ihn nicht gut nehmen. Man würde ihn sonst
für einen Tierbändiger halten. Schließlich
fragte er vertrauensvoll den Detektiv Fitsch.
ob dieser nicht dem Londoner Zoo den Ele
fanten verkaufen wolle. Er atmete hörbar auf,
als man ihm erklärte, daß der weiße Elefant
von Siam einfach ein Orden sei, den man
bequem im Knopfloch zu tragen vermag.
Schädelopcrationen bei den alten Indianern.
Ter Anthropologe Alex Hrdlicka bereist im
Auftrage der Smithsoian-Jnstitution einen
großen Teil Alaskas. Er stieß hier auf Spu
ren von Indianern, die etwa vor 2000 Jahren
dort gelebt haben dürften. Aus den Schädel
untersuchungen ergab sich, daß sie in äußerst
geschickter Form Schädelaufmeißelungen an
lebendigen Personen vorzunehmen verstan
den und diese Operierten jene gefährlichen
Eingriffe auch wirklich überlebten. Da man
in Peru, Bolivien und Columbia ähnliche
Feststellungen an Jndianerschüdeln machte,
ergeben sich interessante Zusammenhänge für
die Erforschung des Wanderungsweges je
ner Indianer.
Eine Professur für Guitarrespicl.
Vor Wochen verlautete, daß die spanische
Regierung beim National-Konservatorium
einen Lehrstuhl für Guitarrespielen ein
gerichtet habe. Nun ist auch schon der erste
Professor, Don Regino Sainz, ernannt wor
den. Durch diesen Lehrstuhl soll die alte spa
nische Kunst des Guitarrespielens und des
Volkstanzes wieder belebt werden. Man
hatte nämlich in Spanien mit Sorge in letz
ter Zeit beobachtet. — daß — beeinflußt durch
Radio und Filme — die spanische Jugend sich
mehr für die leichten Tänze interessierte, die
in Paris, London und Newyork erdacht wur
den. In Kürze plant man sogar einen Ton
film rein spanischen Ursprungs herzustellen,
der die berühmten katalanischen Schwerttänze
bringen soll, begleitet von jener Guitarrenmu
sik, die hochschulmüßig gelehrt in einzigarti
ger Vollendung Spanien neuen Ruhm ein
tragen soll.
Kleine Eisberge.
Kleine Eisberge sind oft den Walfänger
schiffen in den antarktischen Gewässern sehr
hinderlich. Bisweilen können sie ein Schiff
inehrere Tage lang verfolgen, selbst wenn die
ses den Kurs ändert, um ihnen zu entkommen.
Die Mannschaft nimmt dann oft ein altes
Kabel und bindet die Eisberge an einer
Klippe oder an einem größeren Eisberge ge
wissermaßen fest.
Sonnenbäder in amerikanischen Gefängnissen.
Der Gouverneur eines Gefängnisses in
Buffalo hat für seine Gefangenen jetzt Son
nenbäder eingeführt. Ein Teil des Daches
wurde in eine Art Dachgarten umgewandelt,
auf dem sich die Gefangenen im Sommer
bräunen lassen können. Andere Gefängnisse
sind diesem Beispiel bereits gefolgt. Die ame
rikanische Oeffentlichkeit billigt diese Humani
tätsduselei, die die Kriminalität nur zu för
dern geeignet ist, durchaus nicht, zumal na
mentlich die neueren Gefängnisse den Gefan
genen ohnehin einen Komfort bieten, den sich
die meisten amerikanischen Arbeiter, von den
Arbeitslosen ganz zu schweigen, niemals lei
sten können. Außerdem werden für die Mo
dernisierung oder den Neubau von Gefängnis
sen in der letzten Zeit Mittel aus dem Fonds
für Notstanösarbeiten benutzt, und die ameri
kanische Oeffentlichkeit ist im allgemeinen der
Ansicht, daß Notstandsarbeiten nicht unbe
dingt zur Förderung der Bequemlichkeit von
Verbrechern zu dienen brauchen.
Das Fangnctz für die Soune.
In den peruanischen Anden gibt es ein
höchst merkwürdiges Denkmal. Hier stehen
nämlich auf zwei benachbarten Felsspitzen
zwei Türme ziemlich nah beieinander. Die
Türme wurden vor vielen hundert Jahren von
den damaligen Bewohnern der Gegend er
richtet, die ein Riesennetz zwischen diesen Tür
men ausspannten und glaubten, damit die
Sonne fangen zu können.
Eine Giraffe vor dem Tunnel.
Der Holland-Tunnel unter dem Hudson ist
ein Werk der Technik, das viel bewundert
wurde,' und doch hat er sich in einem ganz be
stimmten Fall als unzulänglich erwiesen. Neu
lich mußte eine Giraffe von Jersey City nach
dem Zirkus in Madison Square Garden ge
schafft werden, und der Weg führte durch den
Ein Wüstenerlebnis
Das war in einer kleinen Gesellschaft, die
sich zusammengefunden hatte, um die Heimkehr
der ersten Karl-May-Filmexpedition zu fei
ern. Alle waren wißbegierig,' man hatte sich
in Gruppen aufgeteilt und war im eifrigsten
Gespräch. Nur um Erich Haußmann, den Dar
steller des Abu Seif in dem Syndikat-Film
„Durch die Wüste", war es ganz still. Hauß
mann ist ein wahrer Moltke unter den Schau
spielern. Ein Kunststück, ihn zum Sprechen
zu bringen! Einer aber hat es fertig bekom
men. Er stellte ihm wortlos eine Flasche
Soda auf den Tisch und den Whisky daneben.
Der Schauspieler nickte nur dankbar, goß sich
ein, trank. Und lachte plötzlich, wie aus einer
Erinnerung heraus, laut auf. Alles blickte zu
ihm hin.
„Ich kann diesen alten Löwen nicht verges
sen", sagte Haußmann ohne jede besondere
Aufforderung. „Wir haben viele Löwen ge
sehen und waren ihren Anblick gewöhnt.
Eines Tages überraschte mich so ein alter
Kerl, als ich gerade bei der Morgenwäsche war.
Ich konnte deutlich das Weiße in seinem Auge
sehen, und das störte 'mich. Also nahm ich
meine Waschschüssel und schleuderte ihm die
ganze nasse Ladung ins Gesicht. Das kam ihm
wohl doch etwas unfreundlich vor,' er machte
kehrt und lief im Zuckeltrab davon."
Lauter ungläubige Gesichter waren fragend
auf Haußmann gerichtet, doch wagte es nie
mand, dem allgemeinen Gedanken Ausdruck
zu geben: er flunkert. Haußmann war wieder
in Schweigen versunken und sprach kein
Wort mehr. Er nippte nur behaglich an sei
nem Whisky-Soda.
Da sprang Heinz Evelt, der Darsteller des
Hadschi Halef Omar, auf:
„Also so ist das? Du warst schuld? Und
ich habe mich immer gewundert, wo der alte
Löwe den nassen Vollbart her hatte, als ich
ihm im Vorbeigehen den Kopf kraulte. — So
eine kleine Marotte von mir, allen Löwen die
Mähne zu kraulen," setzte er, zu der Gesell
schaft gewendet, hinzu.
Tunnel, d. h. er sollte führen,' denn das -r.>er
wollte nicht in die Oeffnung des Tunnels
passen, und nicht einmal den vereinigten An
strengungen der beiden Wärter gelang es, dw
Giraffe zu bewegen, sich in ihrem Transport
wagen niederzulegen. Eine Beförderung über
die nächste Brücke, die einige Meilen entfernt
liegt, hätte Tage in Anspruch genommen, da die
Giraffe mit Rücksicht auf ihre Empfindlichkeit
nur mit einer Geschwindigkeit oder, besser ge
sagt, Langsamkeit, von anderthalb Stunden
kilometern befördert werden darf. Endlich ent
schloß man sich, eine Fähre zu nehmen, und so
gelangte die Giraffe um Mitternacht wohlbe
halten an ihrem Bestimmungsort an.
Kann man ohne Salz leben?
Drei englische Aerzte, die die Bedeutung des
Salzes für den menschlichen Organismus stu
dieren wollten, unterwarfen sich für eine Wo
che einer strengen salzlosen Diät. Ein Arzt
vom Kings College Hospital überwachte ihre
Mahlzeiten. Das Ergebnis dieses Versuchs
war, Schwinden jeden Appetits auf Nahrung
und sogar auf Zigaretten, Uebelkeit, Muskel
krämpfe, starke Müdigkeit,' die drei Aerzte
konnten stundenlang völlig untätig auf einem
Stuhl sitzen. Diese Symptome entsprechen den
Erscheinungsformen einer sehr seltenen Krank
heit der Nieren, der Addison-Krankheit, bei
der das Salz in der Heilbehandlung eine große
Rolle spielt.
Sie Me» zur LlyWiuìe Me»:...
daß Olympia im Peleponnes in der Landschaft
Elis lag,'
daß die Olympischen Spiele der Sage nach von
Herakles gegründet wurden:
daß das Stadion von Olympia 214 Meter lang
und 30 Meter breit war und 50 000 Zuschauer
faßte,'
*
daß das Jahr der ersten Olympischen Spiele
uns unbekannt ist:
daß 776 v. Chr. erstmalig der Name.des Sie
gers im Kurzstreckenlauf aufgezeichnet wurde.
Er hieß Korvibvs aus Elis und war von Be
ruf Koch,'
*
daß das Wort Stadion ursprünglich ein Län
genmaß bezeichnete. Ein Stadion in Olympia
betrug ungefähr 192 Meter.
Toni Zaggler /
Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz,
München.
Nachdruck verboten.
Alle Geräusche dringen nur undeutlich an
das Ohr des Jägers. Nur den dumpfen, schwe
ren Schritt der Tiere vernimmt er deutlich,
und der Boden über ihm ächzt und zittert
manchmal.
Dann geht es fort in rascher Fahrt. Aber
schon nach einer kurzen Weile hält der Wagen
wieder.
Bei Toni spannt sich jeder Nerv. So gut es
geht, richtet er sich auf und zieht beide Hähne
seines Gewehres hoch. Im Fall einer Ent
deckung will er sofort aufs ganze gehen.
Im Rückteil des Wagens öffnet sich ein
meterbreiter Spalt. Es muß also da ein
Mechanismus angebracht sein, den Toni trotz
eifrigen Suchens nicht finden konnte.
Ein Stück wird hereingeworfen, ein zwei
tes und drittes. Dann hört man die Stimme
Rödls.
„Js das alles?"
Eine Atwort kommt. Das ist der Stein
müller Bartl.
„Denk dir, der Graf hat den Büchler zu sich
genommen und der Toni ist im Büchler sein
Revier. Drei Schlingen hat er mir weggenom
men, der Hundling."
„Der Toni hat aber ein paar Tag Urlaub.
Gestern abend war er in Ambach."
„Teusi! Er wird doch nix in der Nas'n
haben."
„War auch mein erster Gedanke. Aber ich
hab ihm den Angerer nachgeschickt, wie er
heim ist. Gelt, Angerer, du bist ihm nach bis
Sintsbach?"
„Ja, bis Sintsbach", antwort der Angere
dete. „Da brauchen wir nix befürchten von
dem. Der schlaft schon lang wie ein Mankerl."
(Murmeltier.)
„No also, Bartl, dann nütz die Gelegenheit
aus. In letzter Zeit is er nimmer recht zu
frieden."
Die Oeffnung schließt sich wieder, ganz laut
los, ohne jedes Geräusch, und der Wagen
fährt an.
In ein paar Ortschaften wird angehalten und
noch Vieh dazugeladen. Endlich geht es ohne
Aufenthalt weiter.
Toni in seinem dunklen Gefängnis denkt
angestrengt darüber nach, wer dieser „Er" sein
könnte. Im Geist stellt er M die verblüfften
Hochlaudsroman von Hans Ernst
Gesichter des Rödl und des Angerer vor,
wenn er plötzlich vor ihnen steht.
Endlich hält der Wagen im Hof des Schlacht
hauses in München.
Das Vieh wird abgebunden, und es dauert
fast über eine Stunde, bis die Fahrt wieder
weitergeht.
Toni kriecht vor und stemmt sich mit dem
Rücken gegen die Decke über sich. Irgendwo
muß doch die Oeffnung sein, durch die er her
eingestiegen ist. Da ist sie schon!
Als er vorsichtig den Kopf heraussteckt, sieht
er, daß der Wagen stadteinwärts in viele
Seitenstraßen einbiegt und schließlich in ei
nem schmalen, von hohen Häuserfronten um
gebenen Hof endet.
Toni huscht blitzschnell aus seinem Versteck
heraus und springt vom Wagen. Im selben
Augenblick wird ein Schubtor aufgeschoben:
der Winninger kommt mit zwei Männern
zum Vorschein. Rödl und Angerer springen
vom Führersitz.
Rödl erblickt den Jäger zuerst und wechselt
die.Farbe. Jetzt starren zehn Augenpaare den
Jäger an, der das Gewehr hochreißt und
schreit:
„Keiner rührt sich oder es kracht!"
Winninger findet zuerst die Sprache wieder.
Er tut harmlos:
„Was wollen Sie denn eigentlich hier?"
Der Jäger gibt keine Antwort.
„Lassen's mit sich reden, Zaggler", sagt der
Winninger und macht ein paar Schritte vor.
„Halt!" schreit Toni. „Fünf Schritt vom
Leib oder es kracht!"
Der Angerer ist blitzschnell unter den Wa
gen gekrochen. Da gibt Toni einen Schreck
schuß ab.
Im Augenblick öffnen sich fast sämtliche
Fenster und Leute, vom Schlaf aufgeschreckt,
sehen auf das seltsame Bild da unten im Hof.
Sie hören den Pfiff, den Winninger abgibt
und sehen aus einem Keller einen Mann
springen, der den Jäger von hinten ansprin
gen will.
Toni merkt in der letzten Sekunde die Ge
fahr und fährt dem Angreifenden mit dem
Gewehrkolben ins Gesicht, daß er blutüber
strömt zusammenknickt.
Trotzdem ist die Lage jetzt für Toni recht
bedrohlich und es bedarf eines zweiten Schreck
schusses, um sich die Wilderer- und Hehler
bande vom Leib zu halten. Da erscheint der
von einem Hausbewohner herbeigerufene
Schutzmann und fünf Minuten später führt
das Ueberfallkommando vor und bringt Win
ninger und Genossen zur Polizei. Auch Toni
findet sich dort ein.
Rödl und Winninger halten dicht und sind
zu keiner Aussage zu bringen. Sie behaupten,
das Wild rechtmäßig erworben zu haben.
Aber da führt Toni dazwischen:
„Graf Bruggstein verkauft kein Wild an den
Winninger."
„Ich habe nicht gesagt, daß ich das Wild von
Graf Bruggstein habe", beteuerte Winninger.
„Es gibt noch andere Jagden, Bauernjagden,
deren Pächter mir verkaufen."
„Das kann schon sein. Da werden vielleicht
ein Hirsch und ein paar Rehböcke gekauft und
unterwegs wird das in Graf Bruggsteins Re
vier Gewilderte dazugeladen.
Rödl und Winninger wissen für alles eine
Erklärung. Zu ihrem Unglück aber wider
spricht sich der Angerer ein paarmal, als er
ins Kreuzverhör genommen wird und der
Kriminalbeamte erklärt nach einer halben
Stunde Winninger und Genossen für drin
gend verdächtig und ordnet die sofortige Un
terbringung ins Untersuchungsgefängnis an.
Als sie abgeführt werden, wirft der Win
ninger dem Toni einen Blick zu voll Haß und
Wut.
Toni lächelt ihm kalt ins Gesicht und sagt:
„Der Bartl wird auch bald nachkommen."
Der Rödl will darauf noch etwas antwor
ten, doch der Polizist schiebt ihn unsanft über
die Schwelle und die Tür schnappt ins Schloß.
Toni aber telegraphiert voll Stolz an Graf
Bruggstein auf Schloß Wandeck bei Sints
bach: '
„Winninger mit Bande verhaftet. Näheres
mündlich. Toni."
„Und jetzt geht's dem Bartl an den Kragen."
Mit diesem Vorsatz steigt der Toni zwei
Stunden später in den Zug, der ihn wieder
nach Hause bringt.
Graf Bruggstein ist mit Büchler soeben von
der Pirsch zurückgekommen, als der Diener
Wilhelm schwitzend den Waldweg herauf
kommt und ein Telegramm überreicht.
Hastig greift der Graf danach und sein er
ster Gedanke ist, daß mit Juta etwas gesche
hen sein könnte.
Aber dann springt er wie elektrisiert auf die
Füße.
Was war denn da geschehen? Wie kam denn
Toni nach München? Wie mag er es nur zu
wege gebracht haben? Er, der Jüngste von
seinen Jägern!
Am liebsten wäre er in die Hütte gestürzt
und hätte dem Büchler das Telegramm unter
die Nase gehalten und ihm gesagt: „Da schau
her, was der Toni fertiggebracht hat!" Aber
noch sind die Zusammenhänge unklar. Er will
lieber warten, bis Toni zurückkommt.
Und er wartet mit Ungeduld.
Die Sonne verbrennt an den Felsen. Alles
versinkt in Ruhe und wundersamen Frieden-
Büchler sitzt vor der Hütte und schmiert die
Jagdschuhe seines Herrn, der neben ihm sitzt
und sein Pfeiflein raucht.
Da werden vom Steig herauf Schritte hör
bar. Gleich darauf taucht Toni zwischen de»
Latschen auf, tritt vor seinen Herrn hin und
meldet in dienstlich knappem Ton den Verlaus
seiner Aktion.
Graf Bruggstein schüttelt ihm kräftig die
Hand.
„Toni, du bist ein ganzer Kerl. Darum hast
du mich also um Urlaub gebeten."
Er wendet das Gesicht noch Büchler, der in
fassungslosem Schreck vor sich hinstarrt.
„Büchler, da nimm dir ein Beispiel an dein-
Ein Jahr ist er im Dienst und hat mehr fcï*
tig gebracht wie du in drei."
Toni wirft einen kurzen Blick auf den Kol'
legen. Dann sagt er:
„Das ist erst der Anfang, Herr Graf. Nach''
dem nun der Winninger, das Haupt der Bam
de, hinter Schloß und Riegel sitzt, sind die an
deren leicht zu fassen. Wenn auch der Rost
und der Winninger nichts ausreden, der Am
gerer ist net so sicher, und wenn er richtig im
Kreuzverhör g'nommen wird, dann gibt cï
die anderen auch noch an."
Büchler steht mit aschfahlem Gesicht. Es zu^
um seine Augen und um seinen Mund.
Da sagt der Graf: ,
„Toni, den Tag wollen wir feiern. Ist noşş
Bier im Keller, Büchler?"
Der nickt nur. Seine Kehle ist wie zug^
schnürt.
Im selben Augenblick, als Graf Bruggst^
in die Hütte will, füllt oben in den Beķ"
ein Schuß.
Alle drei starren zur Höhe hinauf. Da"
stürzt Graf Bruggstein in die Hütte und m
das Gewehr. Ohne Joppe und Hut, nur o
Büchse in der Hand, eilt er davon, die '
den Jäger hinter ihm nach. Einmal dreht
das Gesicht. Seine Augen bleiben am Bücht
haften. Dann sagt er: .
„Du bleib zurück, Büchler. Komm, Toü'
dich brauch ich."
(Fortsetzung folgt-).