Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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■^wrôe seitens des Amtsgerichts in Heide ge- 
8en den Bauern Th. aus Büsum am Sonn- 
abeuü Haftbefehl erlassen. 
Jp- Tellingstcdt, 6. April. Vermißt wird seit 
einigen Tagen der Landmann E. aus Telling- 
nedt. E. ist angeblich am Mittwochnachmittag 
aus seiner Wohnung fortgegangen und bis 
AUm heutigen Tage noch nicht zurückgekehrt, 
^-ie Feuerwehr wurde alarmiert, um nach dem 
verbleib des E. zu forschen. 
mm. Wrohm, 3. April. Der landwirtschaft 
liche Bezugsverein von Wrohm und Umgegend 
Melt in Agges Gasthof seine diesjährige or 
dentliche Mitgliederversammlung ab. Bauer 
Carl Peters, Neuenfähre, erteilte dem Ge 
schäftsführer der Hauptgenossenschaft Heide, R. 
^llmer, das Wort. Dieser gab den Geschäfts 
bericht und die Vermögensübersicht bekannt. 
Cs wurden 444 233.— JiJl umgesetzt. Im Be- 
Zugsgeschüft wurden von der Genossenschaft 
geliefert: 10 873 Ztr. Düngemittel, 3 224 Ztr. 
Futtermittel, 61 Ztr. Saatgut, 1720 Ztr. Koh 
len. Abgesetzt durch die Genossenschaft wurden: 
3 807 Ztr. Wintergctreide und 1689 Ztr. Som 
mergetreide. Die Aufwendungen betrugen 
4 646,30 ffiJi. Nach Abzug aller Unkosten wurde 
kin Reingewinn von 420.— JlJl erzielt. Unter 
-.Wahlen" schied das Aufsichtsratsmitglied 
Carl Peters aus, durch Zuruf wurde er wie 
dergewählt. Punkt „Sonstiges" ergab eine leb 
hafte Aussprache. Es wurde beschlossen, zwei 
lleue Kartoffelroder anzuschaffen. Das weitere 
Mll dem Vorstand überlassen bleiben. Nach 
Schluß der Versammlung fand aus Mitteln 
bes Reingewinns eine Verlosung von nütz 
lichen Gegenständen statt. 
.SP. Pahihude, 6.April. Standesamtliche Näch 
sten. Die Ehe wollen miteinander eingehen: 
ber Schäfer Ferdinand Evers-Brüggeholz und 
bie Hausgehilfin Wilhelmine Magaretha Böll 
aus Schalkholz,' der Stellmacher Hans Otto 
Ģademann aus Döllstedt und die Haustochter 
Crna Friedrichs-Dörpling,' der Tischler Rudolf 
Hinrich Marsuch-Dörpling mit der Hausge 
hilfin Erna Magdalena Stamp aus Dörpling. 
Brunsbiittelkoog, 4. April. Tot im Stall 
aufgefunden. Ein hiesiger Einwohner wurde 
Morgens in dem zu seinem Hause gehörenden 
Stall tot aufgefunden. Die Todesursache koun- 
ie noch nicht festgestellt werden. 
Zum Schleusenbau der Kamp-Rheder Schleuse. 
Wilster, 4. April. Vor einigen Wochen ist 
ber Neubau der Kamp-Nheder Schleuse in 
Angriff genommen worden und die Erdarbei 
ten sind bereits soweit fortgeschritten, daß man 
die Ausmaße der im Entstehen begriffenen 
Schleuse erkennen kann. Zunächst wird die 
Baugrube ausgehoben, die eine Erdbewegung 
von etwa 5000 Kubikmeter erfordert und in 
der die vier Dieter breite und fünf Meter tiefe 
Schleuse liegen wird. Während der Schutz 
damm nach der Störseite fertiggestellt ist, ist 
man zur Zeit mit dem Abtragen des Stördei 
ches beschäftigt. Beim Ausheben der Baugrube 
nach der Störseite ist man auf eine Reihe ein 
gerammter Baumstämme gestoßen, die darauf 
schließen lassen, daß an derselben Stelle be 
reits früher eine Schleuse gestanden hat oder 
daß dort in alter Zeit ein Deichbruch beseitigt 
worden ist. Beim neu zu schaffenden Außen 
fleth sind ebenfalls die Arbeiten in Angriff 
genommen und die Seitenwälle fertiggestellt 
worden. Nach dem bisherigen Stand der Ar 
beiten kann damit gerechnet werden, daß im 
Laufe von zwei bis drei Wochen die Baugrube 
soweit fertiggestellt ist, daß mit den Betonie- 
rungsarbeiten begonnen werden kann. Ins 
gesamt sind beim Vau der Schleuse etwa 40 000 
Kubikmeter Erde zu bewegen. 
Polizei verhaftet 23 Glücksspicler. 
Wandsbek, 4. April. Der hiesigen Kriminal 
polizei war bekannt geworden, daß in der 
Straße Am Küsterkamp und in der Hochstraße 
seit einiger Zeit regelmäßig Glücksspiele ver 
anstaltet wurden. In der vergangenen Nacht 
nahm die Kriminalpolizei eine Durchsuchung 
der betreffenden Wohnungen vor und über 
raschte in der einen Wohnung sechzehn Per 
sonen, in der anderen Wohnung sieben Per 
sonen bei dem verbotenen Kartenspiel „Meine 
Tante, deine Tante". Sämtliche Spieler wur 
den festgenommen. 
Schrveres AstoimgliiS 
bei Neustadt 
Drei Todesopfer. 
Neustadt, 5. April. Ein schweres Autoun 
glück ereignete sich am heutigen Sonntag bei 
Neustadt, das drei Todesopfer forderte. Als 
am Morgen einige Autos die Chaussee auf der 
Strecke Süsclerbaum—Neustadt passierten, be 
merkten die Fahrer einen DKW.-Kleinwagen, 
der offensichtlich in erheblicher Geschwindigkeit 
gegen einen Baum gerast war. Den Fahrern 
bot sich ein entsetzliches Bild. In dem Wagen 
lagen drei Personen, von denen nur eine, ein 
Mädchen, noch schwache Lebenszeichen von sich 
gab, während die beiden anderen bereits tot 
waren. Aus dem Transport in das Oldenbur 
ger Krankenhaus ist auch das Mädchen seinen 
schweren Verletzungen erlegen. Bei den Toten 
handelt es sich um einen Eisenwarenhändler 
Meinert und dessen kaufmännischen Gehilfen, 
sowie um die Tochter des Maurermeisters 
Botz, sämtlich aus Neustadt. Die drei Personen 
hatten sich ans dem Wege von Lübeck nach Neu 
stadt befunden. Das Unglück muß sich morgens 
gegen 4 Uhr zugetragen haben. 
x. Ncumnnster, 5. April. Motorraddiebstahl. 
Einem landwirtschaftlichen Arbeiter aus der 
Umgebung wurde sein Motorrad, als er es in 
einem hiesigen Lokal abgestellt hatte, beschä 
digt, indem die Zündkerzenschnur durchschnit 
ten wurde. Der 28jährige landwirtschaftliche 
Helfer Bernhard Koslowski aus Gelsenkirchen, 
der gleichfalls aus Busdorf nach Neumünschr 
gekommen war, erbot sich, die Maschine am an 
dern Tage wieder gebrauchsfertig zu machen. 
Der Besitzer des Rades war damit einverstan 
den, wartete jedoch vergeblich auf Koslowski, 
der mit dem Motorrad, Marke Dürkopp, Er 
kennungszeichen 10 63 307, Motornummer 
121861 und Fahrgestellnummer 1471296, auf 
Nimmerwiedersehen verschwunden ist. Per 
sonen, die Koslowski mit dem Rade beobachten, 
werden ersucht, dies der nächstgelegenen Poli 
zei- bezw. Landjägerdienststelle sofort zur 
Kenntnis zu geben. — Großes Reit- und Fahr 
turnier vom 3.-5. Juli. — Der hiesige Reiter- 
verein veranstaltet in der Zeit vom 3.—5. Juli 
d. I. auf dem Turnierplatz im Stadtpark ein 
großes Reit- und Fahrturnier, an dem be 
kannte Reiter und Turnierpferde teilnehmen 
werden. Mit dem Bau eurer großen Tribüne, 
die anläßlich des Turniers eingeweiht werden 
wird, soll in den nächsten Tagen begonnen 
werden. 
Am dem ĢeädiMGûcd 
eg. Flensburg, 6. April. Wegen Vornahme 
unzüchtiger Handlungen hatte sich der 30 Jahre 
alte jetzt in Haft befindliche Walter V. aus 
Noröstrand vor der 1. Großen Strafkammer 
des Flensburger Landgerichts zu verantwor 
ten. V. ist geständig, an einem Mädchen unter 
14 Jahren unerlaubte Handlungen vorgenom 
men zu haben. Der Staatsanwalt beantragte 
eine Zuchthausstrafe von einem Jahr, da V. 
als vorbestrafter Mensch keine mildernden 
Umstände beanspruchen könne. Das Gericht 
billigt dem Angeklagten mildernde Umstände 
zu, da es sich hier um einen besonders leichten 
Fall handele und verurteilte ihn zu einer Ge 
fängnisstrafe von 9 Monaten. — Zwei Jahre 
Zuchthaus und Euimaunnng. Der 65 Jahre 
alte August I. aus Bosüüll ist bereits zwei 
Mal mit Gefängnis und Zuchthaus bestraft. 
Nach Verbüßung seiner letzten Strafe fand er 
in dem Hause seines Bruders Aufnahme und 
dankte ihm das dadurch, daß er sich fortgesetzt 
an seiner Nichte in sittlicher Beziehung ver 
ging. Wegen dieses Verbrechens hatte I. sich 
vor der 1. Großen Strafkammer des Flens 
burger Landgerichts zu verantworten. Der 
Kreisarzt als Sachverständiger erklärt, daß der 
Angeklagte zwar kein intelligenter Mensch sei, 
doch liege ein geistiger Defekt bei ihm nicht vor 
und der § 61 könne keine Anwendung finden. 
Auch sprach er sich für die Entmannung des 
Angeklagten aus, damit er nach Verbüßung 
seiner Strafe nicht wieder rückfällig wird. Das 
Gericht verurteilte I. zu zwei Jahren Zucht 
haus und erkannte ihm außerdem wegen der 
ehrlosen Gesinnung die bürgerlichen Ehren 
rechte auf die Dauer von drei Jahren ab. 
Außerdem wurde die Entmannung angeord 
net. 
x. Neumünster, 4. April. Verworfene Be 
rufung. Bor der Großen Strafkammer fand die 
Berufungsverhandlung gegen den 61jährigen 
Karl Scha. aus Hade Marschen statt, der 
wegen unzüchtiger Handlungen an zwei Land 
helfern im Sinne des Paragraphen 175 zu 9 
Monaten Gefängnis verurteilt worden war, 
statt. Der Angeklagte konnte auch jetzt nicht die 
ihm zur Last gelegten verwerflichen Handlun 
gen entkräften. Bei der nochmaligen Beweis 
aufnahme ergab sich, daß die Behauptungen 
des Scha., die betreffenden Landhelfer hätten 
ihn zu seinem Vergehen veranlaßt, völlig ge 
genstandslos waren. Obwohl er seine Unschuld 
beteuerte, schenkte ihm auch die Berufungsin 
stanz keinen Glauben. Das Urteil von 9 Mo 
naten Gefängnis wurde somit aufrechterhalten. 
Wetterausskchten für Dienstag, den 7. März, in 
Nordwestdentschlarrd: Schwache bis mäßige Winde 
aus nördlichen Richtungen, später auf West riick- 
ürehcnö, wechselnd wolkig, keine wesentlichen Nie 
derschläge, wenig Temperaturünderung. 
Ser gifte DEsr Rübezahl 
Roman von Anton Schwab 
Copyright by: Romanver!. Greiser, Karlsruhe. 
40) Nachdruck verboten. 
Langsam kam der Mann zu sich, starrte die 
beiden anderen Männer an und begriff nicht. 
„Was . . . was ist . . . ?" fragte er stöhnend. 
„Man hat Sie niedergeschlagen!" schrie der 
èzt. „Ein Verbrecher will das Werk ver 
nichten! Zeigen Sie mir den Weg zum großen 
Oellager!" 
Da kam Leben in die Gestalt des Halbbe- 
^ußtloscn, mit einem heiseren Schrei richtete 
kr sich auf, knickte wieder zusammen. 
Dann aber taumelte er vorweg und auf eine 
treppe, die scheinbar in einen Keller führte. 
Feldhammer lief die Treppe hinunter. Sie 
führte im Kreise und wollte kein Ende nehmen. 
Cr hatte die Taschenlampe aufflammen lassen 
Und sah im matten Lichte die Stufen. 
Endlich waren sie unten. 
Sie standen in einer kleinen Halle, gespen 
stig fuhr der Lichtkegel durch den Raum. 
Da . . . mit einem Male schoß eine dunkle 
Gestalt vor, warf den Werkpolizisten zu Bo- 
üen und wollte auch an Feldhammer vorbei, 
9ber der stand wie ein Fels und mit der einen 
Hand, die er frei hatte, packte er den Verbre 
cher an der Brust und rang mit ihm. 
Mit aller Gewalt versuchte sich der Verbre 
cher frei zu machen, aber Helmers Eisengriff 
"eß ihn nicht los. 
Mittlerweile hatte sich der Werkpolizist wie 
der erhoben und kam Helmer zu Hilfe. 
„Nehmen Sie die Lampe!" schrie Helmer keu 
chend. „Ich zwinge den Burschen schon." 
Und als er die andere Hand frei hatte, da 
*98 der Verbrecher schon am Boden, und Hel 
ler kniete über ihm. 
Der Lichtkegel der Lampe traf das Gesicht 
des Besiegten. 
Es war Frank. 
„Du Schuft!" stieß der Doktor hervor. „Was 
Zachst du hier unten? Was hast du gemacht?" 
Und seine Hand fuhr Frank an die Kehle und 
Würgte ihn, daß der Verbrecher vor Angst 
röchelte. 
„Rede! Was hast du gemacht?" schrie Feld- 
damm er. 
Mit boshaften Augen sah ihn der Verbrecher 
an. „Hahaha . . . ihr . . . ihr fliegt alle in die 
Luft! Alle . . . ihr Hunde!" 
„Wieder würgten Helmers Hände den Ver 
brecher. 
„Ich erwürge dich, wenn du nicht bekennst!" 
„Würg' mich! Würg' mich!" schrie der Ver 
brecher. „Verrecken sollt ihr alle!" 
„Binden!" befahl Feldhammer mit heiserer 
Stimme. Das geschah in wenigen Augenblicken. 
„Ich lasse Sie jetzt mit dem Schuft im Dun 
keln zurück!" keuchte der Arzt. „Wenn er Wi 
derstand versucht . . . an die Gurgel!" 
Er durchschritt wie ein Gehetzter den Raum 
und kam an eine kleine eiserne Tür. Sie war 
offen, er mußte sich bücken, um hindurchzu 
kommen. 
Eine Treppe führte herab, und abermals 
stand er in einem kleinen leeren Raum. 
Eine eiserne Tür war in den Boden einge 
lassen. 
Sie war offen. Der Verbrecher hatte sich nicht 
die Mühe genommen, sie zu schließen. Der 
Arzt trat in die Tür, Stufen führten in die 
Tiefe. 
Dann war er am Ziel. 
Vor ihm dehnte sich ein Wasserbecken, viel 
leicht sechs Meter im Quadrat. Er stand vor 
dem gefährlichen Lager von Nitroglyzerin. 
Das schwere Oel lag unten am Boden, und 
über dem Oel war zum Schutze eine Wasser- 
decke. 
Der Doktor leuchtete den ganzen Raum ab. 
Nichts war zu entdecken. 
Er überlegte. Was konnte der Verbrecher 
unternommen haben, um das Lager zur ent 
setzlichsten aller Explosionen zu bringen. Er 
dachte an den Kampf mit Frank. 
Waren seine Hände nicht naß gewesen? 
Wie der Blitz kam ihm die Erleuchtung. Si 
cher hatte er irgend eine Zeitbombe oder Höl 
lenmaschine in das Nitroglyzerin versenkt. 
Er überlegte nicht lange. Jede Minute war 
kostbar. 
Ein paar Stufen führten in das Bassin. 
Doktor Feldhammer ging den schwersten 
Gang seines Lebens. Er hatte noch nie mit Ni 
troglyzerin zu tun gehabt, er wußte nur von 
seiner großen Empfindlichkeit, daß es ein 
schwerer Stoß oder Schlag zur Explosion brin 
gen konnte. 
Er stieg in das Bassin. 
Das Wasser war zu Ende, er trat in das Oel. 
Immer tiefer sank er ein. Bis an die Hüften 
ging ihm das Wasser. Ganz vorsichtig schritt 
er. Der Boden war schlüpfrig. 
Nur nicht stürzen, das konnte den Tod für 
Tausende auslösen. 
Darüber war er sich klar: wenn der Verbre 
cher eine Zeitbombe oder Höllenmaschine ver 
senkt hatte, dann war es dicht am Rande, und 
so schritt er das Bassin am Rande durch. 
Vorsichtig, unendlich vorsichtig fühlten seine 
Füße vor, sie tasteten ganz langsam. Ein un 
heimliches Gefühl beschlich ihn. 
Konnte der Tod nicht jeden Augenblick aus 
gelöst werden? 
Plötzlich stockte er. Durch und durch ging es 
ihm. Sein Fuß war an einen festen Gegen 
stand gekommen. 
Er faßte durch das Wasser durch mitten in 
die ölige Masse, und jetzt hatte er einen kleinen 
Gegenstand in der Hand. 
Er entglitt ihm wieder, kalter Schweiß trat 
aus allen Poren. Wenn er auf den Boden auf 
schlug! 
Jetzt faßte er ihn erneut. Unendlich vorsich 
tig zog er ihn an die Oberfläche. Ein Blick sagte 
ihm alles. 
In wasserdichtes Oeltuch war der Gegen 
stand eingenäht. 
Er hielt das Päckchen an das Ohr und lausch 
te, hörte ein feines Ticken. 
Das war die Höllenmaschine. 
Ganz vorsichtig, so sehr es ihn auch drängte, 
aus dem unheimlichen Raume /herauszukom 
men, verließ er das Bassin, schritt die Stufen 
hinauf, immer die Angst im Nacken. 
An seinen Schuhen, an seinen Kleidern haf 
tete der furchtbare Stoff. Er hatte Angst, daß 
ein harter Tritt den Stoff zur Explosion brin 
gen könnte. Oben angelangt, zog er seine 
Schuhe aus, ließ sie zurück und lief in den 
Strümpfen empor. 
Als er zu dem Verbrecher zurückkam, fand 
er ihn im Kampfe mit dem Werkpolizisten. 
Ein einziger Schlag des Arztes warf Frank 
zu Boden. 
„Rasch . . . rasch!" drängte der Arzt. „Pak- 
ken Sie den Kerl, bringen Sie ihn nach oben! 
Mir nach! Keine Sekunde ist zu verlieren!" 
Keuchend transportierten sie den Verbrecher 
nach oben. 
Sie atmeten auf, als sie den Inspektor Krug 
wieder sahen, der sich leidlich erholt hatte. 
„Fesseln!" befahl Feldhammer und stürzte 
aus dem Hause. Als er draußen war, da kam 
ihm Inspektor Schumert mit einer Menge 
Angestellter der Werke entgegen. Sie hatten 
gehört, daß der Doktor nach dem roten Hause 
gezogen war. 
Erstaunt sahen alle, daß der Doktor ohne 
Schuhe war, daß er in der Hand einen Gegen 
stand trug, der wie mit einer Oelschicht überzo 
gen war. 
Die drängten näher heran. 
„Zurück!" schrie der Arzt. „Ist ein Werk- 
chemiker hier?" 
Zwei Männer traten hervor. 
„Ich komme aus dem . . . Oellager!" berich 
tete der Doktor keuchend. „Ich habe die Höllen 
maschine aus dem . . . Oellager geholt. Es ist 
keine Zeit zu verlieren!" 
Die Chemiker hatten sofort begriffen. 
Einer der Chemiker lief fort und kam nach 
ganz kurzer Zeit mit einem Eimer zurück, der 
eine Flüssigkeit enthielt, die wie Essig roch. 
Mit dieser Flüssigkeit bestrich er alle Stel 
len an den Sachen des Arztes, an denen das 
Nitroglyzerin noch klebte, das Päckchen wurde 
in den Eimer geworfen, und nach wenigen Se 
kunden arbeitete das Messer und holte die 
kleine Höllenmaschine hervor. Sie unbrauch 
bar machen, was das Werk von Sekunden. 
„So, Herr Doktor!" sagte der eine Chemiker. 
Jetzt brauchen Sie keine Sorge mehr haben. 
Das Nitroglyzerin ist unschädlich gemacht. Und 
diese raffinierte kleine Höllenmaschine auch." 
Der Doktor lächelte glücklich. 
„Gut . . . gut . . . danke!" stieß er schwer 
atmend hervor. „Der . . . Frank . . . drin . . . 
verhaftet! Wir haben ihn unten im Oellager 
gefaßt. Kollmenbergen . . . fliegt nicht in die 
Luft." 
Er fühlte, wie es ihm mit einem Male 
schwarz vor den Augen wurde, kräftige Händc 
packten zu und stützten ihn. 
Und dann schwand ihm die Besinnung. 
* 
lSchluß folgt.)
	        
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