Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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ï29 - Jahrgang / Nr. 128 / Zweites Blatt. 
Länderwertung 
Helft den Helfern! 
Jedes Volk hat helle und trübe Stunden, 
Jetten des Glücks und der Trauer in seiner 
Geschichte. Aus der Kriegsnot und den Lei- 
oen der für ihr Vaterland Verwundeten er 
wuchs das große und schöne Werk wahrer 
Menschlichkeit, das Rote Kreuz. In Iah 
est des Friedens und der Selbstbesinnung 
llählte es sich für seine Aufgaben im Ernstfall 
?ckļd schuf sich einen vollkommenen Bereit- 
'chaftsdienst. In über siebzigjähriger uner 
müdlicher Arbeit ist das Deutsche Rote Kreuz, 
Dessen Schirmherr, der Führer und Reichs 
kanzler Adolf Hitler, diese Arbeit als „Dienst 
Volk und Vaterland" anerkannt hat, so 
hineingewachsen in alles lebendige Geschehen 
^es deutschen Volkes, in seine Mühe mit Un- 
Ķcksfällen und Nöten, aber auch in seine 
èste und Kundgebungen, daß es mit Recht 
klls „Helfer in Freud und Leid" bezeichnet 
werden kann. Die Schwestern, Sanitüts- 
üränner und Samariterinnen, die Männer 
Und Frauen mit dem Zeichen des Roten Kreu 
ts auf der Armbinde, zur Zeit über 360 000 
an der Zahl, sind überall dort, wo es gilt, zu 
helfen, plötzlich Erkrankte und Ohnmächtige zu 
betreuen, Verwundeten den ersten Verband 
anzulegen, Erschöpfte, Hungernde und Dür 
stende zu laben. Ueber eine Million mal 
wurden im vorigen Jahre die Krankenwagen, 
Krankenbahren und Rettungsboote, die Un- 
strllstellen und Rettungswachen des Roten 
Kreuzes in Anspruch genommen. Die Zahl der 
w>n den Sanitätsmännern, Helferinnen und 
Samariterinnen vollbrachten ersten Hilfe 
leistungen betrug 2 910 987, also fast drei Mil 
lionen. Das bedeutet, daß f a st jeder 
Sw an zig sie Deutsche die Hilfe des 
Roten Kreuzes in Anspruch genommen hat, 
uicht mitgerechnet diejenigen, die in den Kran 
kenanstalten, Erholungsheimen usw. die Seg 
nungen des Roten Kreuzes erfuhren. 
Mit Einschluß der fast 800 000 Mitglieder 
öer Frauenvereine vom Deutschen Roten 
Kreuz, die jetzt unter der Leitung der Reichs 
frauenführerin Frau Gertrud Scholtz-Klinck 
kW Reichsfrauenbund zusammengeschlossen 
stud, widmet sich la Million deutscher Volks 
genossen uneigennützig und ehrenamtlich dem 
Hilfs- und Rettungsdienst des Roten Kreu- 
Ses. Mit anderen Worten: jeder 41. Deutsche 
lut Rotkreuz-Arbeit in den vielfältigen Glie 
derungen, Einrichtungen und Anstalten dieser 
Umfassenden Organisation. Die Arbeit erstreckt 
stch weit über den Rahmen der Ersten Hilfe 
hinaus. Sie umfaßt auch noch die Tätigkeit 
kn Kliniken, Heil- und Pflegeanstalten, Müt- 
wr- und Kinderheimen, Volksküchen und 
Altersheimen. 
Die Rotkreuz - Sammlung am 13. und 
l4. Juni 1936 gibt jedem Volksgenossen Gele 
genheit, die Männer und Frauen des Deut 
schen Roten Kreuzes in ihren hohen Aufgaben 
lür das Gemeinwohl und die Volksgemein 
schaft zu unterstützen. Helft den Helfern! 
JņngmSdeļ beim Schmied 
..Seit Adolf Hitler in Deutschland regiert, 
stt auch das Handwerk wieder zu Ehren ge 
kommen. 
.. An unserem Heimnachmittag sprachen wir 
Uber das Handwerk. Unsere Führerin erzählte 
Uns kurz, daß unsere Vorfahren sich ihre Ge 
rate und Handwerkszeuge selbst hergestellt 
hätten. Nur die Waffen wurden von einem 
Rendsburg, den 4. Juni 1936. 
Schmied gearbeitet, der sein Handwerk ge 
lernt hatte. 
Dann gingen wir alle zu Schmiedemeister 
G r 0 t h ; denn fast kein Jungmäöel von uns 
wußte etwas Genaues über den Schmiede- 
meister und sein Handwerk. Als wir die 
Schmiede betraten, empfing uns ein Mann, 
der einen blauen Arbeitsanzug und eine 
Leöerschürze trug, die Aermel hatte er aufge 
krempelt, und er hatte den Hammer in der 
Hand. Es war der Meister selbst. Gern wollte 
er uns in seiner Schmiede herumführen. Zu 
erst machte er uns auf die kleinen glänzenden 
Kohlen aufmerksam, die für das Schmiede 
feuer gebraucht werden. Herr Groth zeigte 
uns dann, wie aus einem alten Hufeisen ein 
neues gefertigt wird. Bei der Rundung des 
Hufeisens wurde ein Stollen angebracht, der 
dieselbe Bedeutung hat wie bei unserem 
Schuh die Hacke. Die beiden Enden des Huf 
eisens wurden nach unten gebogen, um dem 
Eisen einen Halt zu geben. Dann zeigte uns 
der Schmiedemeister, wie ein Hufnagel herge 
stellt wird. Er nahm eine dünne Stange, 
machte sie glühend und hieb mit dem Hammer 
darauf, daß sie platt wurde. So entsteht ein 
Nagel. Wir gingen weiter und besichtigten 
einen Motor. Der Antrieb war für drei Ma 
schinen, und zwar für eine Bohrmaschine, 
eine Schleifmaschine und den Blasebalg. Der 
Blasebalg dient zum Anfachen des Schmiede- 
feuers. Aus früherer Zeit war auch noch ein 
Handülasebalg vorhanden. 
Der Meister führte uns hierauf zu einer 
alten Maschine, die schon sein Vater gebraucht 
hatte. Sie diente zum Aufziehen des Beschlags 
auf Wagenräder. Als letztes sahen wir eine 
Stauchmaschine, mit der zerbrochene Wagen 
räder ausgebessert werden. Wir bedankten uns 
bei Meister Groth, der uns sein Handwerk so 
gut gezeigt hatte, und freuten uns alle, einmal 
solchen Betrieb gesehen zu haben. Den meisten 
Jungmüdeln war das recht was neues. 
Jungmädelgruppe 11. 
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* Schiffsbeivegungen der Reederei Zerssen 
u. Co., Rendsburg-Kiel. Dampfer „Arnis" am 
2. Juni in Kaskö angekommen. 
Deutschland bietet sich dar ans 
MF.-Arlaubsfahrten 
Weitaus die Mehrzahl der diesjährigen 
Urlaubsreisen steht noch aus. Bisher hat le 
diglich im Januar eine Fahrt in die bayrischen 
Berge stattgefunden, und gegenwärtig ist ein 
Besuch Ser Sächsischen Schweiz im Gange. Auf 
den weiteren sommerlichen und herbstlichen 
Urlaubsfahrten 1936 öffnet sich die landschaft 
liche Schatzkammer sozusagen ganz Deutsch 
lands. Dies ist die Folge der Reisen: 
Zeit Urlaubs-Gebiet Kosten 
6. 6.—12. 6.36 Harz (Goslar, Bad 
Harzburg) 25,10 
5. 6.—16. 6.36 Bayr. Allgäu (Sonthofen) 62,10 
13. 6.—21. 6 36 Rhön (Brückenau) 23,40 
16. 6.—27. 6.36 Bayr. Allgäu (Sonthofen) 62,10 
12. 6.—20. 6.36 Bayr. Alpen (Chiemgau) 42,30 
21.6.-28.6.36 Teutob. Wald (Salzuflen) 30,00 
26. 6.— 7. 7.36 Schwarzwald (Nagold) 46,00 
2. 7.—10. 7.36 Erzgeb. (Schwartenberg) 23,80 
2. 7.— 9. 7.36 Werra-Fulda (Eschwege) 27,70 
7. 7.—18. 7.36 Schwarzwald (Wildbad) 46,00 
10. 7,—17. 7.36 Ostsee (Usedom) 33,70 
10. 7.—19. 7.36 Bayr. Allgäu (Sonthofen) 43,40 
11. 7.—18. 7.36 Harz (Wernigerode) 28,00 
18. 7.-26. 7.36 Bayr. Wald (Zwieselau) 42,00 
23. 7.—31. 7.36 Taunus (Usingen) 38,60 
Donnerstag, den 4. Juni 1936. 
23. 7.— 7. 8.36 Bayr. Alpen (Chiemgau) 69,80 
31. 7.—11. 8.36 Schwarzwald (Elzach) 47,10 
1. 8.— 8. 8.36 Thüringen (Saalfeld) 22,10 
7. 8.—16. 8.36 Schwärzn». (Schramberg) 38,60 
7. 8.—19. 8. 36 Ostpreußen (Masuren) 38,60 
9. 8.—14. 8.36 Harz (Blankenburg) 24,60 
11. 8.—21. 8.36 Schwarzwald (Elzach) 44,60 
14. 8.—30. 8.36 Bayr. Allgäu (Sonthofen) 61,60 
15. 8.-23. 8.36 Weser (Porta Westfalika) 29,90 
15. 8.—22. 8.36 Ostsee (Graal/Müritz) 27,30 
21. 8.—29. 8.36 Sächs.Schwciz (Schandau) 36,30 
19.30 
36.30 
38,60 
37,70 
40,20 
23. 8.—30. 8.36 Harz (Stolberg) 
29. 8.— 6. 9.36 Rhein (Königswinter) 
28. 8.—5. 9.36 Rhein (Oestrichwinkel) 
5. 9.-13. 9.36 Rhein (Bingen) 
5. 9.—13. 9.36 Nahe (Bad Kreuznach) 
11. 9.—19. 9.36 Rhein (St. Goarshausen) 37,60 
15. 9.-24. 9.36 Saargebiet/Pfalz 28,60 
18. 9.-27. 9.36 Mosel (Alf/Bullay) 40,10 
19. 9.-27. 9.36 Rhein (St. Goarshausen) 37,10 
26. 9.— 4.10.36 Mosel (Winningen) 37,70 
2. 10.-11.10.36 Mosel (Bernkastel) 40,90 
Anmeldungen müssen rechtzeitig geschehen. 
Bezahlung der Reisen 14 Tage vor Abfahrt 
des Urlauberzuges. Ausführliches bebildertes 
Urlaubsbuch wird kostenlos bei der Dienst 
stelle der Deutschen Arbeitsfront in Rends 
burg, Adolf-Hitler-Haus, Telefon 2670, an 
jeden Volksgenossen ausgegeben. Der 48seitige 
Taschenatlas ist wieder zu haben. Preis 20 Pfg. 
Die Erhaltung des Nutzholzes 
Jmprägnierwerk Rendsburg 
Draußen, am erhöhten Ufer des Audorfer 
Sees, liegt ein weiter Holzlagerplatz, belegt 
mit Schwellen, Stangen und Masten. Es ist 
eine Gegend, in die der Rendsburger ver 
hältnismäßig selten kommt, aber jeder hat 
schon einmal vom Borgstedter User hinüber 
geblickt ans die langgestreckten, im Jahre 1914 
erbauten Fabrikgebäude mit dem auffallenden 
Schornstein, um den in ziemlicher Höhe rund 
herum ein großer Wasserbehälter läuft. 
„Jmprägnierwerk der Rütgerswerke, Ber 
lin" liest man in weithin sichtbaren Buchsta 
ben. Mancher Rendsburger, und besonders 
mancher Handwerker und Holzfachmann, wird 
sich wohl schon gefragt haben, warum und wie 
das Holz hier imprägniert wird. Bei einer 
Besichtigung wurden wir in die Betriebsvor 
gänge dieses Werkes eingeweiht. 
Bekanntlich ist das Holz wegen seiner leich 
ten Bearbeitbarkeit, seines geringen Gewichts 
Die Trauerfeicr für die drei Marine-SA.-Männer in Chemnitz. 
Unter großer Beteiligung aller Gliederungen der Partei und der 
Bevölkerung wurden in Chemnitz die drei Marine-SA.-Männer zu 
Grabe getragen, die bei der Fahrt der sächsischen Marine-SA. nach 
Laboe durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ihren Tod in 
den Wellen fanden. (Pressephoto, K.) 
und verhältnismäßig niedrigen Preises ein 
ausgezeichneter Baustoff. Allerdings hat es 
den großen Nachteil, daß es — der Witterung 
frei ausgesetzt — durch pflanzliche und tierische 
Lebewesen sehr schnell zerstört wird. Eine 
ganze Reihe Pilze, ebenso die verschiedensten 
Käferlarven treten als Zerstörer des unge 
schützten Nutzholzes auf. Seit langer Zeit ist 
man daher bestrebt, das Holz zu schützen und 
seine Lebensdauer zu erhöhen. Zu diesem 
Zweck imprägniert man es mit Stoffen, die 
auf die H 0 l z z e r st ö r e r giftig wirken. Ein 
gutes Tränkmittel muß aber schwer durch 
Regen auswaschbar und auch bei starker 
Sonnenbestrahlung schwer verdunstbar sein 
es darf die Festigkeit des Holzes nicht schwä 
chen und keinesfalls auf Mensch und Tier 
giftig wirken. Nach jahrelangen Untersuchun 
gen hat sich gezeigt, daß das Nutzholz am 
besten durch eine sachgemäße Behandlung mit 
schwerem Steinkohlenteeröl geschützt wird. Es 
genügt aber nicht, das Holz mit Teeröl 
(Karbolineum) anzustreichen oder es in 
Schutzmittel einzutauchen,' vielmehr müssen 
alle überhaupt öurchtränkbaren Teile des 
Holzes mit dem Schutzstvff in genügender 
Menge durchsetzt werden. Bekanntlich halten 
Zaunpfähle, mit Karbolineum gestrichen, wohl 
etwas länger als ungestrichene, werden jedoch 
nach einigen Jahren ebenfalls durch Fäulnis 
zerstört. Entweder sind die Keime der Holz 
zerstörer schon vorher im Holz enthalten und 
durch den oberflächigen Schutzanstrich nicht 
abgetötet, oder sie treten durch später entstan 
dene Luftrisse in das ungeschützte Innere des 
Holzes ein. 
Die rohen Hölzer, die auf dem Audorfer 
Platz günstig auf dem Wasser oder mit der 
Bahn angeliefert werden können, werden erst 
dann imprägniert, wenn das Holz lufttrocken 
ist. Frisches Holz wird bis zur genügenden 
Austrocknung auf dem ausgedehnten Lager 
platz des Jmprügnierwerkes luftig gestapelt. 
Bei dem in Andorf geübten Verfahren wird 
das Holz zur Imprägnierung, ö. h. also zur 
Haltbarmachung, in dem in der Mitte des 
Platzes befindlichen Kesselhaus in 26 Meter 
lange Kessel von 2,20 Meter Durchmesser ein 
gefahren, dann bis auf 4 Atmosphären unter 
Druckluft gesetzt und unter Drucksteigerung 
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