bi^^ìchzug der großen Knochenfische keinen
ln Wlt zu bieten.
àx EUUcdcdi
Jubrläum des Hamburger Kinderheims
„Köhlbrand".
Ì) £ Ņordseebad Ording, 3. Juni. Im Juni
n'rnt 'i nô 25 8 st s)re vergangen, seitdem das
iw sn H^urburger Kinderheim „Köhlbrand"
üw-^^dseebad Ording seiner Bestimmung
z meben wurde. Unendlich viel Kinder wur-
fg 1 s lm Laufe dieser Zeit im Heim betreut und
ib ■ Erholung und Gesundung. Das Heim
M jeder Beziehung zu einer vorbildlichen
g "Achtung im Dienste an der deutschen Ju-
.ausgebaut, so daß die Leitung nach Ab-
Î der 25 Jahre mit Freude und Befriedi-
L "g auf ihre Arbeit zurückblicken kann. Der
iw M ^ag des Heims wurde am Pfingstsonntag
, Rahmen einer schlichten Jubiläumsfeier
Zangen. Im festlich geschmückten Heim be-
ļ,J} n ^er Tag mit dem feierlichen Flaggen-
hŅ- Inmitten zahlreicher Ehrengäste aus
ņ ganzen Reiche und der großen Zahl er-
^artungsfroher Kinder hielt Herr Schwand-
ŗ eine warm empfundene Festrede, die von
Erbietungen der Jungen und Mädel um-
g, Ķt war. Bei der folgenden Heimbesichti-
liks - konnten sich die Gäste von der vorbild-
tauberen und praktischen Einrichtung des
Seit mit etwa 150 Kindern besetzten §et=
i'J ö überzeugen. — Ilm Nachmittag fanden
l alle Gäste zu einer Kaffeetafel ein. Der
hi r Vorsitzende des Vereins, Theodor Hintze,
eine Festrede, in der er auf die Geschichte
j, J Heims einging und insbesondere aller de-
gedachte, die zum Gelingen der Arbeit
ientlich beigetragen haben. Nach verschiede-
tz-unausgesprochenen Glückwünschen gaben
> c Zungen und Mädel des Heims mit ver-
vws^enen Darbietungen noch ein eindrucks-
iles Bild von der Art und dem Geist, in
Zchem deutsche Jugend an dieser Pflegestätte
Mgen wird.
^-".dene Hochzeit. Am 4. Juni d. I. feiern
a e Eheleute Hermann Hansen und Frau, geb.
oacobs, in St. Peter ihre goldene Hochzeit.
Jubilar ist 81 Jahre alt und seine Frau
* Jahre, (he.)
Aua Pîacdļdedand
Erlegung der Kreisleitung der NSDAP.
von Leck nach Niebüll.
Wck, 4. Juni. Gestern sind die Kreisleitung
y r NSDAP. Südländern sowie die Kreis-
^üststellen der NS.-Frauenschaft und der
putschen Arbeitsfront nach Niebüll umgezo-
wo sie die Räume im Kreishaus schein.
Uhelmschule) beziehen werden.
92. Geburtstag. Die Witwe Maria Petersen,
Leck, kann heute als älteste Einwohnerin bei
noch guter Gesundheit ihren 92. Geburtstag
feiern. Die Jubilarin betätigt sich im Haus
stand und beschäftigt sich noch täglich mit
Strümpfestricken, (kv.)
Mam MMdakken
Besichtigung der neuen Stratzenbauvorhabeu.
eg. Flensburg, 3. Juni. Heute vormittag
wurde den Vertretern der Presse Gelegenheit
gegeben, unter Führung von Oberbürgermei
ster Dr. Kracht und Diplom-Ingenieur Hey-
doru als Leiter des Tiefbauamtes die neuen
Straßenbauarbeiten in den verschiedenen
Stadtteilen zu besichtigen. Zunächst ging die
Fahrt nach dem Gelände beim „Zob", wo
große Grünanlagen und ein Parkplatz geschaf
fen werden. Die Fahrbahn, die an beiden Sei
ten mit Radfahrwegen versehen wird, erhält
eine Breite von 15 Meter. Es handelt sich
hier um 6400 Tagewerke, bei denen 42 Arbei
ter beschäftigt werden. Mit dem Bau der
Straßenbahn nach dem Kleinbahnhof soll noch
im Laufe des Sommers begonnen werden.
An der Eckener-Straße wird auf der einen
Seite die Straße reguliert, um Baugelände
zu schaffen, während auf der anderen Seite
Planierungen vorgenommen werden, um dort
Kleingärten anzulegen. Hier werden 87 Mann
mit 15 000 Tagewerken beschäftigt. Die Wald-
wiese wird ebenfalls zu einer Grünanlage
umgestaltet. Das Pfcrdewasscr wird ebenfalls
verbreitert und mit einer neuen Stützmauer
versehen. In der Stein- und Kiesgewinnungs
anlage am Mühlenteich sind 21 Mann mit
Abgrabungen beschäftigt, und der dort gewon
nene Kies, Grand und Stcinbeschlag findet
bei den Straßenbauten Verwendung. Die An
lagen beim Ostseebad werden aufgeforstet und
neue Grünanlagen geschaffen. An der Tirpitz-
straße wird neues Baugelände für 6 Wohn
häuser mit 24 Wohnungen erschlossen. Auf
dem städtischen Besitz „Mittkoppcl" ist der
Arbeitsdienst damit beschäftigt, 8 Hektar Neu
land herzurichten und neue Wassergräben zu
ziehen. Bei Solitüde ist das Freilichttheater
verbessert und am Strande werden die Buh
nen verlängert. Im Ganzen sind bei diesen
Arbeiten 323 Arbeiter beschäftigt.
Tödliche Verletzung
durch einen wildgewordenen Bullen.
Grotzenwiehe, 4. Juni. Ein auswärtiger
Bauer, der am 29. Mai gegen 11 Uhr in
Kleinwiehe von einem wildgewordcnen Bul
len verletzt wurde, ist im St.-Franziskus-
Krankenhaus an den Folgen der Verletzungen
gestorben.
Einbruch auf dem Satruper Bahnhof.
Satrnp, 2. Juni. Am ersten Pfingsttag
wurde auf dem Schleswiger Kreisbahnhof ein
dreister Einbruch verübt. In der Zeit zwi
schen 18—19 Uhr ist der Täter von dem Flur
aus durch das Schalterfenster in das Dienst
zimmer des Bahnhofsverwalters gestiegen,
hat dort die Kasse geöffnet und sich den In
halt derselben angeeignet. Der Diebstahl
wurde kurz nachdem er ausgeführt war, von
dem Bahnhofsverwalter Clausen entdeckt und
die Polizei benachrichtigt. Der Verdacht rich
tete sich gegen den Jugendlichen Gr., der auch
die Tat eingestanden hat. Der Täter behaup-
Aua UökmwtdeM, Hastemu-UadamMadMH
und Umfyeqcnd
Straßenbau Niendorf—Hohenwestedt.
Hohenwestedt, 6. Juni. Der Straßenbau
Niendorf—Hohenwestedt ist durch Notstands-
arbeiter fertiggestellt worden. Nur noch einige
Nacharbeiten, und die Straße kann dem Ver
kehr übergeben werden. Anläßlich dieser Tat
sache hatten die anliegenden Gemeinden die
beteiligten Arbeiter zu einem Richtfest einge
laden, bei dem alle Teilnehmer in rechter Be
triebsgemeinschaft bewirtet und beköstigt wur
den. Kreisbanmeister Jversen, Rendsburg,
hielt eine Ansprache.
Versetzung. Der Genüarmcriemeistcr Ditt-
mer von Hademarschen wird am 4. d. M. nach
Vaale versetzt,' der Beamte in Vaale wird nach
Süderdeich und der Beamte von Süderdeich
wird nach Hademarschen versetzt.
Beim Ringrciterfest des Ringreitervereins
Vaale, an dem 13 Reiter beteiligt waren,
wurde Eggert Reuß König. Beim Topfwerfen
wurde Frieda Früchtenicht Königin, (vs.)
Beim Kindervergnügen der einklassigcn
Volksschule in Nutteln wurde bei den volks
tümlichen Wettspielen Werner Delfs beim
Schießen König und Anneliese Westphalen
veirn Ringwerfen Königin. Das kleine Kö
nigspaar waren Hans Reimer Schaack (Eier
laufen) und Marianne Peters (Ballwerfen).
Reigen und altdeutsche Volkstänze wechselten
beim Tanz in Ramms Gasthof miteinander
ab. (vs.)
tet allerdings, daß er nur 52,48 RM. gestoh
len habe und über die außerdem noch fehlen
den 48,70 RM. nichts wisse.
Aua däUntOMchCto
Das rechte Auge
mit einem Tesching ausgeschosien.
fp. Heide, 4. Juni. Dem 6jährigen Jungen
Johann Hinrich Brammer, der aus Hademar-
schcn stammt und in Dükerswisch zu Besuch
weilte, wurde von einem 12jährigen Jungen
das rechte Auge mit einem Tesching ausge
schossen. Der größere Junge wollte mit dem
Tesching Spatzen schießen, hatte aber nicht be
merkt, daß sich der kleine Hinrich Brammer
näherte und so war das Unglück geschehen.
Der Verletzte wurde dem Krankenhaus in
Heide zugeführt, wo das Auge entfernt wer
den mußte.
Ein Knabe in Flammen.
Eddelak, 4. Juni. Ein schwerer Unfall er
eignete sich in dem Hause des hiesigen Ein
wohners W. L. Die Hausfrau war mit dem
Absengen eines Huhns beschäftigt, als der dazu
benutzte Spirituskocher durch einen unglück
lichen Umstand vom Tisch gerissen wurde und
sich der brennende Inhalt über den am Tisch
stehenden Sohn ergoß. Glücklicherweise gelang
cs, die Flammen alsbald zu löschen, jedoch
hatte der Sohn bereits schwere Brandwunden
am Arm und Oberkörper erlitten, die sofortige
ärztliche Behandlung erforderlich machten.
Das Befinden des Verletzten ist den Umstän
den nach zufriedenstellend.
Aua Haiaiem
Kassenbote unterschlägt 1000 Mark.
Kiel, 3. Juni. Der bei einer hiesigen Schiffs
maklerfirma als Kassenbote beschäftigte
Wilhelm Jünke, gebürtig aus Wolfshagen
im Harz, erhielt, wie erst jetzt bekannt wird,
in der vergangenen Woche den Auftrag, gegen
eiuen Scheck 1000 RM. von einem Kieler
Bankhaus zu holen. Jünke hat den Scheck
eingelöst. Er ist dann aber nicht zu seiner
Firma zurückgegangen, sondern ist seit dieser
Zeit mit dem Gelde flüchtig.
Tödliche Folgen eines Dornstiches.
Burg a. F., Die 18jührige Alma M., eine
Kriegerwaise, die bei einem Bauern in Oster
markelsdorf in Stellung war, verletzte sich
vor einigen Tagen an einem Dorn. Man
legte der Verletzung anfänglich kaum Bedeu
tung bei. Als ein Arzt den Finger schließlich
in Behandlung nahm, war es bereits zu
spät. Eine Blutvergiftung hatte sich eingestellt,
an deren Folgen das junge Mädchen jetzt im
Burger Krankenhaus starb.
, Torrr Zaggler /
^rheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Mauz,
München.
2n
’ Nachdruck verboten.
Jäger bleibt stehen, als wäre ein Sturz
^'kalten Wassers über ihn niedergegangen.
k 11 wilder Haß beginnt in seinen Augen zu
tx^ņņen gegen den Toni Zaggler. Seine zit-
^ nden Finger umkrallen den Schaft der
.j-îchse. Da verschwinden die andern beiden in
'ņer Mulde.
ta ün jähem Entsetzen kommt es Büchler zum
sjs^ußtsein, was er tun wollte. Er schüttelt
in Ekel vor sich selber, irnd fährt sich
{ e er die Stirne. So weit bin ich schon gesun-
Z daß ich morden will, geht es ihm durch
I Kopf.
Zaggler!
kü> ŗhcr war alles gut. Vis Toni Zaggler
şsi?' ^ņd doch, was tut Toni anderes als
e t n . e Pflicht. Er ist ein ganzer Kerl, so wie
^ Eļdst es auch einmal gewesen ist, ehe er
5- Winninger kennenlernte.
îij n lltn geht alles schief. Wenn auch der Win-
h^ller schweigt, der Angerer wird ausplau-
jsî l, War nie ganz sicher, dieser Kerl. Noch
zn Es Zeit, sich aus der Schlinge zu ziehen.
^"Egen vielleicht schon suchen die Landjäger
4 J ihm. Bleibt nichts als Flucht über die
ENze.
zä't eiligen Schritten hastete er zur Hütte
át>l-fsE' raffte seine Habseligkeiten in einen
und geht in die Dämmerung hinein,
verschwiegenen Pfaden der nahen Grenze
Toni stellt den Wilddieb und —
^ läßt ihn lausen.
ftfw r Jagdherr und sein Jäger eilen mit ra-
Eh ritten der Richtung zu, wo der Schuß
tiefn .• Keiner spricht ein Wort und immer
kstv-şiņkt die Dämmerung. Vom Tal herauf
»lz î. wit vollen Akkorden die Abendglocke,
î'chtk ^ beiden mit schweißüberronnenen Ge-
Ķnd ^ über ein Latschenfclü emporgestiegen
^Z^ort bleibt der Graf stehen. Nach kurzem
Schiläufen flüstert er dem Toni zu:
droben muß es gewesen sein. Jetzt
er uns nicht mehr aus. Du steigst
de;/ hinauf, Toni, und ich rechts. Schau
Gewehr noch nach, daß dir der Schuß
es,, versagt. Halt dir vor Augen, uni was
Tiu ^ Knü nun, Gott befohlen!"
ch Zur Linken wendend, steigt Toni laut-
Hochlandsroman von Hans Ernst
los in die Felsen ein. Als er um die Ecke ist,
öffnet er die Büchse und schiebt zwei Patronen
ein. Die Büchse in der einen Hand, mit der
anderen immer nach einem Halt tastend, klet
tert er hoch.
Bei der Hälfte des Weges, von wo der Auf
stieg schon wieder leichter wird, steht ein klei
nes Marterl. Hier ist einmal einer abge
stürzt, der sich im Nebel verirrt hatte.
Einen Augenblick verharrt Toni und spricht
ein kurzes Gebet. Er weiß, daß der Weg, den
er jetzt betritt, ein Gang auf Leben und Tod
ist. Dann steigt er weiter.
Zwei Meter noch, und er hat die Kuppe er
reicht. Sein Herz klopft aufgeregt und rasch,
als er den letzten Weg zurücklegt. Dann hebt
er vorsichtig den Kopf über den Rand, nimmt
das Gewehr in beide Hände.
In einer kleinen Senkung, drei Meter von
ihm entfernt, kauert eine graue Gestalt am
Boden und hantiert mit einem Messer.
Alle Unruhe ist von dem Jäger wie wegge
flogen. Jede Muskel in seinem Körper strafft
sich. Mit einem Ruck springt er auf, macht ei
lten mächtigen Satz und hat den Wildschützen,
noch ehe der ans Wehren denkt, an der Kehle.
Der Wildschütz reißt noch den Arm mit dem
Messer hoch, maßloses Entsetzen malt sich in
seinem Gesicht, als er den Jäger erkennt.
Dann läßt er tritt einem gurgelnden Laut wie
gelähmt Arm und Messer fallen...
Auch Toni springt mit einem wilden Schrei
zurück. Aus seinem Gesicht ist alle Farbe ge-
wichen. Die Büchse in seinen Händen zittert.
Mit einemmal ist ihn, als stürzten die Felsen
über ihm zusammen. Alles hätte ihm passie
ren dürfen, nur das nicht.
Der Wildschütz richtet sich auf, stellt sich mit
seinem rußigen Gesicht vor den Jäger hin und
sagt mit heiserer Stimme:
„Da hast mich. Gegen dich kann ich mich
net wehren. Vor der Stund hab ich schon lang
Angst g'habt. Tu deine Pflicht und führ mich
ab."
„Ich kann net", stöhnt Toni und deckt die
Hand vor die Augen. Und dann wild auf
schreiend: „Warum mußt du mir das antun,
Vater! Weißt du, daß du dadurch mein ganzes
Leben verpfuscht hast?"
Der Zaggler steht unbeweglich, mit hängen
den Armen. Dann wendet er sich langsam ab
und gleitet lautlos die Felsen hinunter. Und
der Sohn sieht ihm nicht nach. Er steht unbe
weglich. Seine Lippen zucken.
Ein Geräusch von der anderen Seite her
läßt ihn aufhorchen. Graf Bruggstein klettert
über die Kuppe und kommt auf ihn zu, bückt
sich zu der Wildleiche — ein schmächtig aufge
schossener Gemsbock — und hebt dann sein
Gesicht zu dem Jäger auf.
„Was ist denn los, Toni? Ist er dir durch
gegangen?
Toni gibt keine Antwort und blickt starr
zu Boden.
„So red doch, Toni;"
Der Jäger hebt sein bleiches Gesicht.
„Ich hab ihn gestellt, Herr Graf, und hab
ihn wieder laufen lassen."
Schweigen.
Der Wind fährt scharf über die Schneid her.
Die weißen Haare des Grafen flattern. Er
bückt sich nach dem Messer, das am Boden
liegt, betrachtet es nachdenklich, wiegt es
spielend in den Fingern und tritt dann knapp
vor den Jäger hin.
„Ich weiß, Toni. Du hast nicht anders han
deln können. Ich habe gewußt, daß der Tag
einmal kommen wird. Latz den Kopf nicht
hängen. Du bist deswegen doch mein bester
Jäger. Aber auf den eigenen Vater schießen,
das kann keiner."
Toni blickt seinen Herrn mit nassen Augen
an.
„Diese drei Minuten, in denen sich das vor
hin alles abgespielt hat, die vergeh ich in mei
nem ganzen Leben nicht, Herr Graf. Und nun
muß ich eine Frage stellen. Haben Sie gewußt,
daß mein Vater . . .?"
„Ich habe es schon lange gewußt, Toni."
„Und doch haben Sie mich in Ihren Dienst
genommen?"
„Weil ich mir davon die beste Wirkung
versprach. Ich glaube sicher, daß dein Vater
jetzt kuriert ist. Jedenfalls werde ich ihn
morgen im Holzschlag aufsuchen und ihm ins
Gewissen reden."
„Das ist alles recht, Herr Graf. Aber wenn
mein Vater — was ich jetzt nicht mehr be
zweifle — zu der Bande des Winninger ge
hört, dann wird er eines Tages doch verhaf
tet und man wird mir den Vorwurf machen,
daß ich meinen Vater ins Zuchthaus gebracht
hab."
„Das laß nur meine Sorge sein. Wie ich da
helfe, darüber muß ich mir selber erst schlüs
sig werden. Komm, wir geh'n. Und kein Wort
will ich mehr davon hören."
Sie steigen abwärts zur Luisenhütte.
Bei den Holzfällern.
Am anderen Tag, um die neunte Morgen
stunde, verläßt Graf Bruggstein die Jagd
hütte. Dem Toni gibt er noch den Auftrag,
nach dem Büchler ein wenig Umschau zu hal
ten, gibt aber dabei gleich seiner Vermutung
Ausdruck, daß dieser über die Grenze geflüch
tet sein dürfte.
Die Nacht ist schwül gewesen, der Morgen
hat schweren Regen gebracht. Jetzt sind die
Wolken wieder leichter geworden und es reg
net nur in gewissen Zeiträumen und ganz
leise. Dann drängt die Sonne wieder durch
ein paar zerklüftete Wolken, der Wald beginnt
zu rauchen und die Tropfen an den Zweigen
glänzen wie Perlen.
Graf Bruggstein geht, in tiefe Gedanken
versunken, dahin. Er geht nun einen Weg, der
gar nicht leicht ist, geht zu einem Vater, dessen
Sohn ein Jäger ist, ein guter Jäger sogar,
der aber schlecht und untreu werden könnte,
wenn der Vater, statt mit der Axt zu arbcicn,
ein Gewehr in die Fäuste nimmt und etwas
tut, was ihm nicht zukommt. So wird er nun
mit dem Mann reden, wird cs ihm vor Augen
stellen, wie das wäre, wenn ein Sohn, der
flink ist und ein sicheres Auge hat, gegen sei
nen Vater das Gewehr erheben müßte. Von
der Kugel des Sohnes niedergestreckt zu wer
den: ein entsetzliches Ende für den Vater! Und
für den Sohn ein nagender Wurm und ein
ewig quälender Borwurf. Die Mutter würde
ihm darob fluchen und die Leute einen Vogen
um den Vatermörder machen.
So also wird Graf Bruggstein zu dem
Holzfäller Zaggler reden. Und dann wird man
eine Pfeife rauchen und ihm einen Vorschlag
machen. Vielleicht will er im Park arbeiten.
Es gibt Arbeiten genug im Schloß für einen
Mann, der dem Leutnant Polüi von Brugg-
stein in der Havuleschlucht die Augen zuge
drückt hat.
Und so kommt Graf Bruggstein an den Holz
schlag. Aber merkwürdig still ist hier alles.
Es regnet nicht mehr und die Sonne scheint
warm und golden auf die vielen Stämme, die
kreuz und quer Übereinanderliegen.
Der Graf steigt über die Stämme, vorsich
tig und langsam, denn das Holz ist noch naß
vom Regen und mit Nagelschuhen rutscht man
sehr leicht darauf.
Da liegt ein Baum, frisch gefüllt. Die Aeste
sind noch alle daran. Die Holzfäller werden
wahrscheinlich Brotzeit machen, werden in ih
rem Rindenkobel sitzen und nachher daran
gehen, den Baum auszuästen.
(Fortsetzung folgt.)