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Las Berliner Einsturzunglück vor Ģenchl
29. Tag.
DNB. Berlin, 3. Juni. Im Baugrubenun-
glücksprozeß wurde am Mittwoch eine Reihe
von Zeugen gehört, die in der Unglücksgrube
gearbeitet haben.
_ Der Zeuge Apelt sagt u. a., daß zuerst die
Steifen an den beiden Mittelwänöen heraus-
gesprnngen seien. Im Verlauf der Vorunter
suchung hatte er diese Bekundung nicht gemacht.
Der Vorarbeiter P a u e r s sei zwar kein Leute
schinder gewesen, doch habe er die Arbeiter sehr
gehetzt und angetrieben.
Ein weiterer Zeuge namens W i l l y Goti
sch a l k arbeitete während des Einsturzes an
der Voßstraße. Ueber den Einsturz selbst kann
er also keine Bekundungen machen. Dagegen
teilte er mit, daß nach den starken Regenfällen
vor dem Einsturzunglück jeder Rammträger,
nachdem er eingeschlagen war, ein 1—2 Meter
tiefes Loch hinterlassen hatte. Er habe auch den
Angeklagten Noth darauf aufmerksam gemacht,
der dieser Angelegenheit aber keine Bedeutung
beigemessen habe, weil er glaubte, daß diese
Löcher durch das Umlegen des großen Wasser
rohrs verursacht würden. In seiner weiteren
Aussage gibt der Zeuge an, daß der Angeklagte
Noth immer sehr darauf bedacht gewesen sei,
daß kein Unglück passierte. Die Frage des Vor
sitzenden, ob sich auch der Angeklagte Hoff
mann des öfteren auf der Baustelle sehen
ließ, bejahte der Zeuge.
VEZgerichlshof wird ordentliches
Gericht.
DNB. Berlin, 3.Juni. Im Großen Sitzungs
saal des Volksgerichtshofes wurden mit einer
schlichten Feier der Präsident und die übrigen
neuernannten Mitglieder des zum ordentlichen
Gericht erhobenen Volksgerichtshofes sowie der
Staatsanwaltschaft beim Volksgerichtshof ein
geführt.
Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r betont
in seiner Rede, daß der Grundsatz der national
sozialistischen Staatsauffassung, daß Treubruch
am eigenen Volk das ruchloseste und fluchwür
digste Verbrechen ist, in Rechtsgrundsätze ge
fügt wurde.
Absturz in einen Kanal.
4 Tote.
DNB. Kairo, 3. Juni. Auf der Straße von
Kairo nach Zagazig ereignete sich am
Mittwoch ein furchtbares Autounglück. Ein
Autobus raste in voller Fahrt gegen einen
Baum und stürzte nach der Explosion des Ben
zintanks in Flammen gehüllt in einen Kanal.
Vier ägyptische Insassen ertranken, vier wei
tere Personen, darunter zwei Regierungsbe
amte wurden schwer verletzt geborgen.
Flugzeugimfiille
Absturz eines Sportslugzenges.
Generaldirektor von Hengel tödlich
verunglückt.
DNB. Amsterdam, 3. Juni. Am Mittwoch
abend stürzte über dem Amsterdamer Flug
hafen ein österreichisches Sportflugzeug bei der
Landung ab. Die beiden Insassen, der Gene
raldirektor der Oesterreichischen Kreditanstalt
von Hengel und der Flugzeugführer, der be
kannte österreichische Sportflieger Hauptmann
Brunowski, fanden dabei den Tod.
Müemsches Bombenflugzeug
abgestürzt.
Drei Tote.
DNB. Rom, 3. Juni. Bei einem Uebungs
flug über dem Ligurischen Apennin kam ein
Bombenflugzeug in 8090 Meter Höhe in einen
furchtbaren Gewittersturm, wobei der Pilot
die Kontrolle über das Flugzeug verlor. Die
aus fünf Mann bestehende Besatzung ver
suchte sich mit dem Fallschirm zu retten, wobei
jedoch drei Mann den Tod fanden.
^ #
VerhMgmsvoller Familienstreit.
DD. Alleustein, 3. Juni. Zwischen dem 17-
jährigen H e r m a n s k i und seinem 38jähri-
gen Schwiegersohn Grünenberg kam es
in Allenstein, wo sich Grunenberg mit seiner
Frau besuchsweise aufhielt, zu eiuer tätlichen
Auseinandersetzung. Hermanski stürzte bei
der Rauferei zu Boden und wurde hier von
Grunenberg gewürgt, wobei bald darnach der
Tod eintrat. Es wird noch untersucht, ob der
Tod durch Ersticken eingetreten ist oder ob
Hermanski infolge der Rauferei einen Herz
schlag erlitten hat.
Flucht aus der Hölle.
DD. Paris, 3. Juni. Der „Matin" läßt sich
aus La Rochelle berichten, daß während
der Zeit vom 7. November bis 27. Dezember
vergangenen Jahres nicht weniger als 14
Sträflinge aus der Verbrecherkolonie von
Cayenne geflüchtet sind. Sie konnten nicht wie
der. gefatzt Möte
Es lohnt sich, Fünflinge oder Vierlinge zu fein
Die Niagarafälle sind unter den Natur
wundern Nordamerikas an die zweite Stelle
gerückt, an erster Stelle stehen heute die Di-
onne-Fünslinge im Staate Ontario (Kanada).
Am 28. Mai konnten sie ihren zweiten Ge
burtstag feiern, und zwar um ein gutes Stück
reicher als am Tage ihrer Geburt- Die ge
samte Presse Nordamerikas widmete dem bis
herigen Lebenslauf der Fünflinge Raum, täg
lich erschienen in den Blättern Abbildungen
der Fünflinge in allen nur möglichen Stel
lungen.
In den zwei Jahren ihres vielgerühmten
Daseins haben die fünf Töchter des armen
Farmerehepaares Dionne aus allen Teile»
der Welt Geschenke erhalten. Die Zeitungen
berechnen, daß die Fünflinge seit ihrer Ge
burt etwa eine halbe Million Dollar „ver
dient" haben. Dabei haben sie Aussicht, ein
noch viel größeres Vermögen zu erwerben,
wenn sie erst einmal erwachsen sind und voll
zählig beisammen bleiben. Film- und Variete
kontrakte sind ihnen in Menge in Aussicht ge
stellt. Außer einem früheren Filmkontrakt ist
jetzt ein neuer mit einer Gage von 250 000
Dollar für im Jahre 1938 fertigzustellende
Filmbilder unterzeichnet worden. Falls alle
Fünflinge Ende des Jahres 1938 noch leben,
erhalten sie weitere 60 000 Dollar sowie 10 v.
H. der Filmeinnahmen. So groß das Vermö
gen dieser fünf Zweijährigen auch erscheinen
mag, so sind doch die Zinsen davon beinahe
restlos für Krankenschwestern, für den Land-
doktor Dafoe, der die Fünflinge vom Tage
ihrer Geburt an beinahe unausgesetzt beob
achtet hat, für den Bau der kleinen Klinik, in
der sie untergebracht sind, und unzählige an
dere Dinge verbraucht. Zur Zeit betragen die
laufenden monatlichen Unkosten ungefähr
1000 Dollar.
Wie schon im vorigen Jahre, haben die
Eltern die Einladung zur Geburtstagsfeier
auch diesmal abgelehnt, da sie etwas ver
schnupft darüber sind, daß die Obhut ihrer
Kinder beinahe ganz in die Hände der Regie
rung übergegangen ist. Sie glauben, daß sie
selbst genau so gut für ihre Fünflinge sorgen
könnten, und wollen nicht einsehen, warum
Annette, Emilie, Marie, Yvonne und Cecilie
nur, weil sie am gleichen Tage auf die Welt
gekommen sind, ein so großes Vermögen be
sitzen sollen, während ihre anderen fünf Kin
der keinen Pfennig davon erhalten. Alle fünf
sind bei strotzender Gesundheit. Jeden Som
mer strömen aus allen Teilen Amerikas
Leute nach Callanda, um die fünf hoffnungs
vollen Sprößlinge zu bewundern. Im ver
gangenen Jahre schrieben sich über 75 000 Be
sucher in das Fremdenbuch ein, in diesem
Jahre dürften es wesentlich mehr werden.
Uebrigens ist den Fünflingen durch die
kürzliche Geburt von Vierlingen, drei Knaben
und ein Mädchen, sächsischer Eltern namens
Kasper in der Weberstadt Passaic (New Jer
sey) eine gewisse Konkurrenz erwachsen. Der
Bürgermeister der Stadt hat den Posten
eines „Geschäftsführers" für die Vierlinge
übernommen und verwaltet das Vermögen
der Säuglinge, die mit Geschenken und Geld
spenden aus allen Teilen des Landes über
häuft werden. Für die Erziehung der Kinder
wurde von den deutschen Zeitungen Newyorks
ein besonderer Kasper-Fonds gegründet, auf
den ebenfalls schon lebhaft gezeichnet wird.
Der SüZexpreß keimt
DNB. Paris, 3. Juni. Der Süd expreß, der
die Verbindung zwischen Paris über Bor
deaux nach Spanien versieht, ist am Mittwoch
nachmittag zwischen den Stationen von Saint
Maure und Port de Piles im Departement
Jndre-et-Loire in Brand geraten.
Der Zug, der zur Zeit des Unglücksfalles
mit etwa 120 Stundenkilometer dahinraste,
konnte rechtzeitig zum Stehen gebracht und
die wenigen Reisenden in einen noch nicht
von den Flammen ergriffenen Wagen geschafft
werden, der zusammen mit dem Packwagen
nach Poitiers geleitet wurde. Der Rest des
Zuges steht aus den Schienen in Brand. Nie
mand von den Reisenden ist zu Schaden ge
kommen.
Der Löwe vsu Brzeziny zur letzten Ruhe bestattet
Das Staatsbegräbnis für General Litzmann in Neu-Globsow.
Der Trauerzug auf dem Wege von der Kowno-Höhe zur Familiengruft. Dem
Sarge folgen der Führer mit Generalfeldmarschall v. Blomberg und Rudolf Heß,
die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels und die Befehlshaber der drei Wehr
machtsteile Generaloberst Göring, Generaloberst von Fritsch und Generaladmiral
Raeöer. (Weltbild, K.)
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Der Nachruf des Oberbefehlshabers der Wehrmacht.
Generalfeldmarschall v. Blomberg spricht am Grabe des Generals
Litzmann. In der ersten Reihe der Trauergäste die leitenden Männer
von Sàch Partei ruck WchrrnaA mit dem WMer M WÄŞ.
ZeppMnüberWrungsfahrlen
ausverkauft.
DNB. Berlin, 3. Juni Als die Deutsche Zep
pelin-Reederei vor wenigen Wochen Luftschloß
reisen zwischen Frankfurt a. M. und Fu» *
richshafen zum Preise von 100 Reichsmark an
kündigte, um damit weitesten Kreisen oa
einzigartige Erlebnis einer Zeppelinreise i
ermöglichen, war vorauszusehen, daß öt
Fahrten bei einem so niedrig angesetzt»
Fahrpreis bald ausverkauft sein würden. J
der Tat ist die Nachfrage nach Plätzen aM
derart stark geworden, daß nach einer Mitten
lung der Deutschen Zeppelin-Reederei vor
läufig keine Plätze auf diesen Ueberführungm-
fahrten Frankfurt—Friedrichshafen vi»»
verfügbar sind.
Schnelle Fahr! des „LZ. Hmdenbmg"
Das Luftschiff „Hindenburg" erreichte aM
seiner zweiten Südamerikareise eine Duşş
schnittsgeschwindigkeit von 114 Stundenkilo
meter. Es legte 10 301 Kilometer in 93 Stnn-
den 17 Minuten zurück.
Hohe Geldstrafen.
Weil im £üktfer SchimWlerprozeß.
Seit einer Woche wurde in Lübeck in ein»p[
Schmuggler-Prozeß verhandelt, in dem sķ
sagen die gesamte Mannschaft eines Stettin»
Dampfers eine Rolle spielte. Auf dieses
Dampfer wurde unendlich viel geschmuggelt'
und zwar vom Kapitän angefangen bis zķ
Heizer.
Der Angeklagte Kurt Schmidt wurdß
wegen Banöenschmuggels zu einer Geldstraf
von 800 000 Reichsmark, im Nichtbeitreiburş
falle zu einem Jahr Gefängnis und ein»»
weiteren Jahr Gefängnis verurteilt, auß»^
dem wegen einfachen Schmuggels zu 6000 6^'
7000 Reichsmark Geldstrafe, die wieder in I
einen Monat Gefängnis umzuwandeln siĶ
Der Erste Offizier Klinger wurde w»gp
Bandenschmuggels zu 720 000 Reichswas
gleich einem Jahr Gefängnis und einem lv»'ß
teren Jahr Gefängnis verurteilt, der Aiķ
klagte Walter Wittenberg weg»^
Steuerhehlerei zu einer Geldstrafe von 625 0V
Reichsmark gleich einem Jahr Gefängnis uv
weiteren neun Monaten Gefängnis veru^
teilt, wegen Beihilfe außerdem noch zu ein»
Geldstrafe von 8500 Reichsmark gleich ein«p
Monat Gefängnis. Der Angeklagte, der d»
geschmuggelten Tabak mehrere Male in s»[[
nem Auto von Herrenwyk nach Lübeck in ö'
Wohnung des Wittenberg gefahren han['
wurde wegen Beihilfe zum Schmuggel Ķ
einer Geldstrafe von 290 000 Reichsmark gl»E
vier Monaten Gefängnis verurteilt
In der Urteilsbegründung wurde daşş
ul
hingewiesen, daß die hohen Geldstrafen auf l,l [
große Menge des geschmuggelten Tabaks 5^
rückzuführen seien.
Mbchenmub in Anatolien.
Flucht ans der Hölle.
AOD. Istanbul, 3. Juni. Eine aus „
Männern bestehende Bande überfiel im DoU
K e s m e im inneren Anatolien das Haus v»
Geistlichen R e s ch i ö, um die beiden Töckst»
des Hodscha zu entführen. Der Ueberfall o»
Schwerbewaffneten gelang, nachdem Vater u'
Mutter gefesselt worden waren. Die beid»
Töchter im Alter von 8 und 16 Jahren rvs».
den unter den Augen der verängstigten
ler abgeführt und ins Gebirge verschlepp
Einige Tage später ließen die Räuber
Geistlichen wissen, er würde seine Töchter
frovtS S rt rt rvir oSovfofr ort ttiötttt OY ^
bend nur dann wiedersehen, wenn er
Pfund in Gold als Lösegeld bezahlen wu
Inzwischen waren aber die Behörden versts
digt worden und es gelang, das Versteck ^
Bande ausfindig zu machen, die Räuber p
umzingeln und festzunehmen. Zum
machten sie ihre Drohung nicht wahr und 1
ßen die beiden Mädchen am Leben.
Amerikas MistàleM verhaftet-
Ueberraschendes Nachspiel zum Hauptma«
Prozeß. ,
DNB. Newyork, 4. Juni. (Eig. FunkmE,
Wie aus Mount Holly (New Jersey) .p
richtet wird, wurde Ellis H. Parker, 9U 11 p
kas bekannten Meisteröetektiv, der GoU" ^
neur Hoffmanin der privaten Untersuch» t,
des Lindbergh-Falles zur Seite gestanden /
überraschend verhaftet. Seine Ausliefe» ■ ß
an die Strafverfolgungsbehörde des Sw»
Newyork ist beantragt worden. Parker ^
beschuldigt, bei der Entführung des
6)»'
anwaltes Wendel, dessen erzwungenem 0 p
ständnis, er habe das Lindbergh-Kind
det, seinerzeit Hauptmanns Hinrichtung ^
einmal hinausschob, eine führende RoU» st«
spielt zu haben. Parkers Verhaftung
nach Ansicht vieler auch die politische §t»n ^
des Gouverneurs Hoffman erschüttern, ^
wegen der Handhabung des HauptwanNl
I stark angefeindet wird.
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