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Winterlicher Rückfall in Schlefien
6-10 Grad Mer Hull.
DNB. Breslau, 6. April. Mg. Funk
meldung.) Der Einbruch arktischer Kaltluft-
masseu hat, wie der Reichswetterdienst (Aus-
gabeort Breslau-Krieteru), meldet, in Schle
sien starken Temperaturrückgang gebracht. Im
Flachlande sank die Temperatur in der Nacht
znm Montag meist 6 Grad unter Gefrier
punkt. Heufuderbaude und Reifträgerbaude
8 Grad Kälte, Bad Altheide 9 Grad und Groß-
Jser sogar minus 10 Grad. In der klaren
Luft herrscht außergewöhnlich gute Fernsicht,
sa daß heute morgen z. B. von Breslau aus
der 1VÜ Km. entfernte schneebedeckte Rieseu-
gebirgskamm sehr gut zu sehe« war.
Erschwerte Landung in Rio.
Hindenbmgs" Heimfahrt.
DNB. Rio de Janeiro, 8. April. Das Luft
schiff „Hinöenburg", das, wie gemeldet, gestern
um 7 Uhr MEZ. über der Stadt Rio de Ja
neiro erschienen war und anschließend über
dem Stadtteil Copacabana kreuzte, setzte um
10 Uhr MEZ., wie vorgesehen, im Flughafen
Santa Cruz zur Landung an. Das Landungs
manöver nahm längere Zeit als gewöhnlich in
Anspruch, da ein Kabel am Ankermast ritz, so
daß dieser nicht mehr verwendet werden konn
te. Das Luftschiff mußte daher mit eigener
Kraft in die Halle einfahren, was infolge der
Geschicklichkeit der Luftfchifführung ohne
Schwierigkeiten gelang. Um 11.38 Uhr MEZ.
waren die Landemanöver beendet, und das
Luftschiff lag ruhig in der Halle.
Der brasilianische Verkehrsminister Dos
Reis hat das Luftschiff „Hinöenburg" sofort
nach der Landung besichtigt. Er äußerte sich
begeistert über den Komfort der Einrichtun
gen.
Der „Hinöenburg" wird am Montag von
dem Lufthafen Santa Cruz zur Heimreise
starten.
Die neuen Motoren.
Der Sonderberichterstatter des DNB. hat
der Schiffsführung eine wichtige Frage vor
gelegt, nämlich die nach grundlegenden Ver
besserungen gegenüber dem „Graf Zeppelin"
durch die neuen Gasöl-Motoren. „Es ist noch
zu früh", so wurde dem Berichterstatter er
klärt, „ein endgültiges Urteil über die Ma
schinen abgeben zu wollen. Damit wird man
bis zur Rückkehr nach Friedrichshafen warten
müssen, bis insbesondere die Lager nachgesehen
worden sind. Aber man darf wohl sagen, daß
sich die Maschinen bisher glänzend, ja über
alle Erwartung gut bewährten. Unmittelbar
nach der 75stündigen Deutschlandfahrt ist das
Schiss auf die Reise nach Rio de Janeiro ge
gangen, und die Motoren laufen jetzt schon
mehr als 80 Stunden, ohne daß mehr als eine
einzige geringfügige Störung an einem Mo
tor vorgekommen ist, die aber in Kürze beho
ben werden konnte. Es darf mit gutem Grund
die Hoffnung ausgesprochen werden, daß diese
Motoren sich sehr bald zu absolut betriebs
sicheren Maschinen entwickeln werden. Dann
wird man selbstverständlich bei den Diesel
maschinen bleiben, schon weil der Betriebsstoff
viel ungefährlicher als Benzin ist. Außerdem
ist Rohöl ja auch erheblich billiger. Zu lösen
bleibt allerdings noch die Frage einer Ballast
gewinnung, um das Gewicht des Oelver-
brauchs auszugleichen. Die Versuche in dieser
Richtung befriedigten bisher nicht. In diesem
Problem liegt wohl auch die nächste große Ver
besserung, die man erwarten darf."
„Eine wunderbare Leistung".
Unter der Ueberschrift „Eine wunderbare
Leistung" schreibt der Londoner „Observer" zu
der erfolgreichen Jungfernfahrt des deutschen
Luftschiffes „Hinöenburg", das Märchen vom
fliegenden Palast sei Wirklichkeit geworden.
Der „Graf Zeppelin" habe zwar die Reise nach
Brasilien bereits regelmäßig durchgeführt,
aber das neue Luftschiff sei doppelt so groß. Es
besitze luxuriöse Unterkünfte für die Fluggäste
und könne außerdem auf einer gewinnbrin
genden Grundlage Fracht befördern. Vor allen
anderen Ländern habe sich Deutschland auf
dem Gebiet der Verwendung von Luftschiffen
für den Welthandel einen beachtlichen Vor
sprung gesichert. Der erste Fernflug des „Hin-
denburg" verdiene größte Aufmerksamkeit.
Selbstmordversuch vor Gericht.
_ „Ich bin unschuldig!"
DD. Pose«, 5. April. Vom Bezirksgericht
wurde ein Mann namens Stefan Garczynski
wegen Diebstahls zu zwei Monaten Gefäng
nis verurteilt. Nach Verlesung des Urteils
zog der Angeklagte plötzlich ein dolchartiges
Messer aus der Tasche und stieß sich dieses mit
dem Rufe „Ich bin unschuldig!" in die Herz
gegend. Er brach zusammen und wurde in
bedenklichem Zustande ins Krankenhaus ge
bracht.
* * •
Toter Flieger landet mit Fallschirm.
DD. London, 5. April. Bei einem Zusam
menstoß zwischen zwei Uebungsflugzeugen
auf dem Flugplatz in Grantham, bei dem die
Führer der Flugzeuge das Leben verloren,
ereignete sich der ungewöhnliche Fall, daß ei
ner der beiden Toten mit dem Fallschirm lan
dete. Man nimmt an, daß durch den heftigen
Zusammenstoß die Reißschnur des Fallschirms
geöffnet wurde.
Der Reichsknltursenat tagt.
Reichsminister Dr. Goebbels während seiner Begrüßungsansprache bei der Ta
gung des Reichskultursenats im Hotel „Kaiserhof" zu Berlin. Links neben ihm der
Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk. Ferner die Reichs-
kulturwalter: Staatskommissar Hinkel (ganz links) Franz Moraller und
Ministerialrat Schmidt-Leonhardt (rechts).
(Scherl Bilderdienst, K.)
Reichsautobahn Berlin-Stettin
Erster Teilabschnitt
Der erste Teilabschnitt der Reichsautobahn
Berlin—Stettin, die Teilstrecke von Berlin
nach Joachimsthal, wurde durch Ministerprä
sident Hermann Göring feierlich dem Verkehr
übergeben.
Göring erinnerte an die Vorgeschichte des
Baues der Reichsautobahnen, daran, wie der
Führer auch hier seine Idee Tat werden ließ.
Adolf Hitler habe kürzlich mit Recht gesagt, er
suche nicht Siegesruhm im Getümmel der
Schlachten, hier bei seinen großen Bauten habe
er sich ein unauslöschliches Denkmal gesetzt. Ich
glaubte, so sagte der Ministerpräsident, daß
diese Autostraßen einmal das Kernstück sein
werden von allen Taten des Führers auf tech
nischem Gebiet.
Göring ging dann auf den Anteil ein, den
das Werk der Reichsautobahn an der Zurück
führung des Millionenhceres der Arbeitslosen
in Arbeit und damit in Lohn nnd Brot hat.
Auch dieser Kraftstrom, der von dem Bau der
Lord Sempills Ankunft in Berlin.
Dem Lord Sempill, einer der bekanntesten Persönlichkeiten der
britischen Zivilluftfahrt, ist, wie erinnerlich, eine neue Glanzlei
stung gelungen. In 11 Stunden flog er in einem leichten Motor
segler von London nach Berlin und schlug damit den bisher von
einem Franzosen gehaltenen Weltrekord im Streckenflug für Flug
zeuge unter 200 Kilogr. Leergewicht. Auf unserem Bilde erklärt der
Lord Oberst Udet die Steuerung seines Flugzeuges.
. * (Weltbild, K.)
Autobahnen ausgehe und die Wirtschaft all
seitig belebe, sei ureigenstes Werk des Führers.
Der Ministerpräsident streifte den Kampf, der
früher zwischen Schienenstrang und Straße
herrschte. Auch hier habe dek Führer Einhalt
geboten. Wo früher Kampf herrschte, steht heute
ein gemeinsames Werk. Der Dank des Mini
sterpräsidenten klang aus in ein Siegheil auf
den Führer.
Generalinspektor Dr. Todt bat den Minister
präsidenten, der vor zwei Jahren den ersten
Spatenstich an dieser Strecke tat, die Strecke zu
eröffnen. Göring setzte sich mit seinem Wagen
an die Spitze der großen Kolonne der Ehren
gäste, und in sausender Fahrt ging es zum
ersten Mal über den neu eröffneten, mehr als
19 Kilometer langen Teilabschnitt. An den
Ueberführungen, am Straßenrand, überall
winkten die Menschen, standen die Jugend und
die Formationen der Bewegung mit ihren
Fahnen. Auf der Fahrt durch die Schorfheide
erklangen die Waldhörner der Förster.
Auf der dem Betrieb übergebenen Reichs-
autobahttstrecke Berlin—Joachimsthal herrsch
te sofort nach der offiziellen Freigabe regster
Betrieb. Welcher Beliebtheit sich die Autobah
nen erfreuen, kann man daraus ersehen, daß
am Sonnabend und Sonntag fast 12 000 Fahr
zeuge die weißgrauen Bänder der Teilstrecke
Berlin—Joachimsthal in beiden Richtungen
befuhren.
Heichsauļàhn VraimschMig-Hannover
Eröffnung der Teilstrecke nach Lehrte.
DNB. Braunschweig, 5. April. Nach zwei
jähriger Bauzeit wurde am Sonntag in An
wesenheit des Reichsministers Kerrl, des
Stabschefs Lutze und öe< braunschweigischen
Ministerpräsidenten Klagges die Teilstrecke
Braunschweig-Lehrte der Reichsautobahn
Braunschweig-Hannover vom Generalinspek
teur für das deutsche Straßenbauwesen, Dr.
Todt, für den Verkehr freigegeben.
Zum Muttertag im Mai:
Ehrenkarle in Hlainsranken.
NSK. Würzburg, 5. April. Auf Veranlas
sung des Gauleiters von Mainfranken, Dr.
Hellmuth, wird von den Kreisleitern der
NSDAP, zum deutschen Muttertag im Mai
1936 jeder deutschen Mutter, die zumindest 4
Kindern das Leben geschenkt hat, die „Ehren
karte für die deutsche Mutter" gegeben. Das
Schaffen und Sorgen läßt einer kinderreichen
Mutter bei den notwendigen Besorgungen
außer Haus sehr wenig freie Zeit. Das hat den
Gauleiter von Mainfranken veranlaßt, den
Anspruch der kinderreichen Mutter auf bevor
zugte Behandlung bei allen Behörden, Zahl-
stellen, Dienststellen der Partei und auch in den
Geschäften klar herauszustellen. Es geschieht
dies durch die Ausgabe von Ehrenkarten für
kinderreiche Mütter, die, mit dem Bilde der
Inhaberin versehen, auf Antrag bei dem zu
ständigen Ortsgruppenleiter durch die Kreis
leitung ausgefertigt und am Vorabend des
Muttertages ausgehändigt werden.
Zwischen Dover und Calais:
Es lebe der Friede!
„Die Urlaubsflotte der NS.-Gemeinschaft
„Kraft durch Freude" befand sich Freitagmittag
vor der Einfahrt in die Straße von Calais. Bei
ruhiger See und zeitweiligem Sonnenschein ist
das Befinden der Urlauber ganz vorzüglich-
An Bord der „St. Louis" konzertierte die Ka
pelle der Leibstandarte Adolf Hitler unter Lei
tung von Kapellmeister Müller-John.
Die auf der „St. Louis" befindlichen Kame
raden des Jagdgeschwaders Richthofen sandten
sowohl an General der Flieger Göring als
auch an Reichsleiter Dr. Ley Begrüßungstele
gramme:
„An General der Flieger Göring. Auf
herrlicher Fahrt an Bord des „KdF."-Schiffes
„St. Louis" gedenkt das alte Jagdgeschwader
Richthofen dankbaren Herzens ihres verehrten
Kriegskommanöeurs und wird auch weiterhin
stets alle Kräfte für Führer, Volk und Vater
land einsetzen. Heil Hitler! Freiherr von Bö
nig k, Major."
„An Reichsleiter Dr. Ley. Die alten Kame
raden des Richthofengeschwaders danken begei
stert, daß es ihnen durch Ihr Geschenk an den
Kriegskommandeur des Jagdgeschwaders, Ge
neral der Flieger Göring, ermöglicht wurde,
herrliche Urlaubstage im Kreise deutscher Ar
beitskameraden verbringen zu dürfen. Heil
Hitler! Freiherr von Bönigk, Major."
Von der Urlaubsflotte wurde an Reichslei
ter Dr. Ley ein Telegramm folgenden Inhalts
gesandt: „4000 deutsche Arbeiter fahren mit
Ihrer herrlichen Kraft-öurch-Freuöe-Flotte
nach Madeira. Zwischen Dover und Calais
grüßen wir dankbaren Herzens den Führer,
unser Volk und Vaterland mit dem begeister
ten Ruf: Es lebe der Friede!"
MM auf der Fghrk
zu einer Konşirnmtwnsfeier.
DNB. Kopenhagen, 6. April. (Eig. Funkm.)
Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich
am Sonntagvormittag auf der an der Ostküstc
Jütlands gelegenen Halbinsel Mols. Eine aus
7 Personen aus Aalborg und Umgegend be
stehende Gesellschaft hatte einen Kraftwagen
gemietet, um zu einer Konfirmationsfeier nach
Abeltoft zu fahren. Als Führer des Wagens
wurde ein arbeitsloser Chauffeur verpflichtet.
Unterwegs fuhr der Wagen mit einer Ge
schwindigkeit von etwa 60 Klm. gegen einen
Baum, überschlug sich und stürzte eine l l A
Meter hohe Böschung hinab. Wie ein Augen
zeuge beobachtete, wurden die Insassen des
Wagens durch das Dach hindurch bis zu 1ü
Meter weit fortgeschleudert. Der Führer des
Wagens und einer der Fahrgäste wurden ans
der Stelle getötet, 4 weitere Personen schwer
verletzt.
Drei Personen durch Gas getötet.
DD. Magdeburg, 5. April. In einer Woh
nung im Schrote-Anger wurden eine Witwe
und ihre beiden 20 und 10 Jahre alten Töch
ter im Bett tot aufgefunden. Der Arzt stellte
Tod durch Gasvergiftung fest. Nach den poli
zeilichen Ermittelungen liegt ein Unglücksfall
vor. Der Schlauchhahn der Gasleitung war
unvorsichtigerweise nicht geschlossen, sondern
nur die Hähne am Gasherd, Da in der Küche
Malerarbeiten ausgeführt werden, war der
Gasherd in die Mitte der Küche gestellt, so
daß der Gasschlauch etwas straff gezogen
wurde und sich in der Nacht vom Schlauchhahn
löste. Auf diese Weise konnte das Gas unge
hindert ausströmen, wodurch die drei Perso
nen den Tod fanden.
Iegußdigk.
Der Führer und Reichskanzler hat die durch
das Urteil des Schwurgerichts Insterburg
vom 1. Oktober 1935 gegen den 33jährigeN
Hans Bacher aus Gr. Ragaunen wegen Mor
des ausgesprochene Todesstrafe im Gnaden
wege in lebenslange Zuchthausstrafe umge
wandelt. Bacher hat sein drei Monate altes
uneheliches Kind unter Mitwirkung der Kin-
öesmutter getötet. Der Führer hat ferner die
durch das Urteil des Schwurgerichts Frankfurt
a. O. vom 2. Oktober 1935 gegen den am 24.
Juni 1892 geborenen Franz Klaus aus Für
stenwald wegen Mordes ausgesprochene To
desstrafe in lebenslange Zuchthausstrafe um
gewandelt.
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