Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

MmnNMslsU m Graz. 
Schwere Schlägerei zwischen Soldaten 
vvd Schutzkorpsleuten. 
DNB. Wien, 31. März. Am Dienstagabend 
ram es m Graz zwischen Soldaten des Bun 
desheeres, die dem sogenannten Militärassi- 
stenzkorps zugeteilt sind, und Angehörigen des 
„şlwilligen-Schutzkorps — Oesterreichischer 
Hermatschutz" zu schweren Zusammenstößen. 
^ schon seit einigen Tagen herrschte unter den 
«oldaten der Garnison Graz große Mißstim 
mung darüber, daß zahlreiche Soldaten ent 
lassen und an ihrer Stelle Angehörige des 
Freiwilligen Schutzkorps in Dienst gestellt 
werden sollten. Nach einer Versammlung zo 
gen nun am Dienstagabend demonstrierende 
Soldaten aus den Dollfuß-Platz, wo sie mit 
Schutzkorpsleuten zusammenstießen. Bald 
schlossen sich den Soldaten auch Passanten an 
und es entwickelte sich eine allgemeine Schlä 
gerei. Die Erregung steigerte sich immer mehr 
und die Menge brach auch in regierungsfeind 
liche Rufe aus. Erst nach Heranziehung größe 
rer Polizeiverstärkungen gelang es, die Ruhe 
wieder herzustellen. 
* * 
Ein neuer Zwischenfall. 
Zwei sowjetrussische Dampfer beschlagnahmt. 
*— Die Besatzung und 343 Fahrgäste verhaftet. 
DNB. Moskau, 31. März. Nach einer Taß- 
Meldung aus Tokio ist es zwischen Sowjetruß 
land und Japan zu einem neuen ernsten 
Zwischenfall gekommen. Nach Moskauer Dar 
stellung sind zwei sowjctrussische Dampfer, die 
mit 343 Fahrgästen von Petropawlowsk auf 
Kamtschatka nach Wladiwostok unterwegs wa 
ren, von den Japanern beschlagnahmt worden. 
Einer der beiden Dampfer war in schweren 
Sturm geraten. Er hatte einen so erheblichen 
Brennstoffverlust, daß auf seine Hilferufe ein 
zweiter Dampfer mit Kohlen entsandt wurde. 
Auf offener See sei jedoch das Kohlen unmög 
lich gewesen, deshalb habe man sich um die Ge 
nehmigung Japans zum Anlaufen eines ja 
panischen Hafens bemüht. Diese sei angeblich 
auch vom japanischen Generalkonsul in Wla- 
öiwostock erteilt worden, jedoch seien dann die 
beiden Schiffe von den japanischen Behörden 
im Hafen Minmai unter der Anschuldigung 
beschlagnahmt worden, ihre Besatzungen hätte« 
Spionage getrieben. Die Kapitäne der beiden 
Schiffe seien verhaftet und nach Aomori ge 
bracht worden. 
Der sowjetrussische Botschafter in Tokio hat 
gegen die Beschlagnahme der Schiffe protestiert 
und ihre Freigabe verlangt. Von japanischer - 
Seite wurde darauf hingewiesen, daß es sich 
bei Minmai um einen geschlossenen Hafen han 
dele, daß die Sowjetrussen die Bestimmungen 
für die befestigten Zone» verletzt hätten und 
daß die Kapitäne, die Besatzung der Schiffe und 
die 345 Fahrgäste als verhaftet gelten. Der 
Zwischenfall hat sich bereits vor zehn Tagen 
abgespielt. 
* 
Geheime Zusamnienarbett Nankings 
mit Moskau? 
Die japanische Presse znm sowjetrussischcn 
Militärbündnis mit der Außenmongolei. 
DNB. Tokio, 31. März. Die ganze japani 
sche Presse bezeichnet den Abschluß des Mili 
tärbündnisses zwischen der Sowjetunion und 
der Außenmongolei als einen Vorgang von 
größter internationaler Bedeutung. Japan 
werde besonders in Mandschukuo betroffen, 
das die engsten Beziehungen zur Außenmon 
golei unterhalte. Besondere Beachtung findet 
das Verhalten Nankings, das anscheinend 
gegen die tatsächliche Besitzergreifung der 
Außenmongolei durch die Sowjets nichts ein 
zuwenden habe. Nanking habe seinerzeit wegen 
Mandschukuo Klage beim Völkerbund einge 
reicht. Es habe Mandschukuo bis heute auch 
noch nicht anerkannt. Die Presse glaubt dar 
aus schließen zu können, daß Nanking im Ge 
heimen im Einverständnis mit Moskau han 
dele und daß Nanking sich der Front gegen 
Japan angeschlossen habe. 
Das e«Mrjche Kadinett und die Generaļştabsdesprechnngen 
AhlehNeRde HaLtrmg 
der öffentlichen Meinung 
DNB. London, 1. März. (Eig. Funkmeldg.) 
Der politische Mitarbeiter des der Regierung 
nahestehenden Daily Telegraph bestätigt heute, 
daß im englischen Kabinett Meinungsverschie 
denheiten im Zusammenhang mit den geplan 
ten Generalstabsbesprechungen bestehen. 
Diese Meinungsverschiedenheiten, so schreibt 
das Blatt, bezögen sich nicht auf die Vorschläge 
der Locarnomächte als solche, sondern auf die 
Methode, den Locarnoverpflichtungen ange 
sichts der gegenwärtigen europäischen Lage 
Geltung zu verschaffen. Die verschiedenen Ge 
sichtspunkte würden in der Mittwochsitzung des 
Kabinetts besprochen werden. Die vom engli 
schen Volk und von den Abgeordneten aller 
Parteien ausgedrückte Besorgnis über das 
mögliche Ergebnis militärischer Besprechungen 
mit den Generalstäben Frankreichs und Bel 
giens werde vom Kabinett vollauf gewürdigt. 
Angesichts aller Umstände sei es klar, daß 
das Kabinett Entscheidungen über die Zeit, die 
Methode und den Umfang der Stabsbespre 
chungen treffen müsse. Die Regierung werde 
strenge Grenzen für das Ausmaß und das 
Ziel der Besprechungen niederlegen. Sie wer 
de ferner darauf bestehen, jederzeit die genaue 
ste Kontrolle ausüben zu können. 
Das Blatt betont im übrigen, daß von einer 
Kabinettskrise oder von einem Rücktritt irgend 
eines Ministers im Zusammenhang mit der 
internationalen Lage keine Rede sein könne. 
Die übrigen Morgenblätter bleiben jedoch 
weiter dabei, daß die Meinungsverschieden 
heiten im Kabinett ernster Natur seien. So 
meldet Daily Mail, das Kabinett werde heute 
entscheiden, ob es dem Parlament eine um 
fassende Erklärung über die Stabsbesprechun 
gen vor deren Beginn abgeben solle oder nicht. 
Ein großer Teil der Blätter weist erneut dar 
auf hin, daß die öffentliche Meinung Englands 
gegen militärische Verhandlungen mit Frank 
reich und Belgien sei. Diese Stellungnahme 
wird durch zahlreiche Zuschriften aus der Le 
serschaft unterstrichen. 
* 
Führende Engländer warnen 
vor Gcneralstabsbesprcchnngen. 
DNB. London, 1. April. (Eig. Funkmeldg.). 
In einer Zuschrift an die Times nehmen 
führende Persönlichkeiten der Stadt Birming 
ham zur internationalen Lage Stellung. Sie 
protestieren energisch gegen gewisse Punkte 
der Vorschläge der Rest-Locarno-Müchte, die 
nicht ganz frei von dem Geist von Versailles 
seien. Insbesondere verurteilen sie den Plan 
einer neutralen Zone im Rheinland, der das 
Gewissen vieler Engländer verletze und die 
Gefühle der Deutschen beleidige. 
Sie bringen ferner ihre tiefe Besorgnis über 
die geplanten Generalstabsbesprechungen zum 
Ausdruck. Vor dem Kriege hätten ähnliche Be 
sprechungen ernste Verwicklungen und Ver 
pflichtungen für England mit sich gebracht. 
Die Erwähnung dieser unvermeidlichen und 
gefährlichen Parallele müsse Erinnerungen 
der Furcht und Trauer und sogar des 
Schreckens erwecken. Schließlich erklären die 
Verfasser der Zuschrift, daß sie sich nach einem 
Fricdensbeitrag von Deutschland sehnen. 
Die Zuschrift ist vom Bischof von Birming 
ham, Dr. Barnes, dem Universitätsprofessor 
Sir Raymond Beazley, dem Historiker Harbutt 
Dawson, dem Oberpfarrer von Birmingham, 
Roggers, und dem früheren Oberbürgermel 
ster Cadbury unterzeichnet. 
Hilcfftîfî des limffets ohne Geschäfts 
bereich in England. 
DNB. London, 31. März. Der Minister ohne 
Geschäftsbereich, Lord Eustace Percy, ist 
Dienstag abend zurückgetreten. 
In seinem Rücktrittsschreiben an Minister 
präsident Baldwin erklärt er, bei seiner letzten 
Berufung im letzten Sommer habe man sicher 
lich aus dem neugeschaffenen Posten keine 
Dauerstellung machen wollen. Deshalb könne 
man nach seiner Ansicht auch nur schwer die 
Beibehaltung seines Amtes in einem weiteren 
Finanzjahr rechtfertigen. Folglich bitte er um 
Annahme des Rücktrittsgesuches. In diesem 
Augenblick möchte er aber deutlich zum Aus 
druck bringen, daß er mit der Außenpolitik 
der Regierung völlig übereinstimme. 
In der kurzen Antwort sagt Ministerprä 
sident Baldwin, er habe den Brief Lord Per 
cys mit tiefem Bedauern erhalten, ein Be 
dauern, das von allen seinen Kollegen geteilt 
werde. 
* * * 
Nààrgruppe 
statt AMchrlmsyeMen. 
DNB. Berlin, 1. April. Der „V. B." ver 
öffentlicht folgende Verfügung des Korps 
führers Hühnlein: 
„Das NSKK. gliedert sich in Motorstürme, 
Motorstaffeln, Motorbrigaöen und Motor 
gruppen. 
Ilm auch die Dienststellenbezeichnung der 
Inspektionen anzugleichen, ordne ich hiermit 
an, daß die NSKK.-Kraftfahrtinspektionen 
Nord, Ost, Süd und West ihre bisherige 
Dienststellenbezeichnung mit sofortiger Wir 
kung durch das Wort Motorobergruppe er 
setzen." 
LuflMs „Ģààrg" 
ûîi der spanischen Küste. 
DNB. Hamburg, 1. April (Eig. Funkmelü.). 
Nach Mitteilung der Deutschen Seewartc 
überquerte das Luftschiff „Hindenburg" in der 
letzten Nacht die Biskaya. Es stand Mittwoch 
früh um 8.08 Uhr bei Cap Nilano, an der 
Küste Nordwestspaniens. 
* * * 
Der neue Kommandeur 
der Verliner Schutzpolizei. 
DNB. Berlin, 30. März. Der bisherige Kom 
mandeur der Schutzpolizei Berlin, Oberst i. S. 
Dillenburger, tritt infolge Erreichung der ş 
.Höchstaltersgrenze in den Ruhestand und W 
l auf feinen Antrag bis zu seinem endgükttM« 
Ausscheiden beurlaubt worden. Der Reichs- u. 
preußische Minister des Innern hat als seinen 
Nachfolger den bisherigen Kommandeur der 
Landespolizei - Inspektion Hansa, General 
major Dr. Münchan-Hamburg, mit der vorläu 
figen Führung der Berliner Schutzpolizei be 
auftragt. 
» * 9 
Schulzeugnisse mil SļMbttdern. 
Die Schulen der Stadt Aken (Elbe) haben 
zur Pflege des Heimatgedankens ein neues 
Abgangszeugnis herstellen lassen, das den 
schulentlassenen Jungen und Mädchen ein 
Erinnerungsblatt an ihre Heimat sein soll. 
Das Zeugnis zeigt ein Bild der Stadt und des 
Elbstroms, ein Bild des Rathauses mit der 
Knabenschule und ein Bild des Burgtores mit 
dem Eingang zur Mädchenschule. Außerdem 
trägt das Zeugnis eine Abbildung des Stadt- 
wappens. 
Letzter Fmk 
Moskau, Die „TASS" berichtet über einen 
neuen Zwischenfall an der mandschurisch-mon, 
gotischen Grenze. Danach sollen japanisch- 
mandschurische Abteilungen mit Artillerie, 
Tanks und Flugzeuge bis zu dem 45 Km. von 
der Grenze entfernten mongolischen Ort Tarw- 
syk vorgedrungen sein. 
Moskau. In einer Unterredung Mt dem 
japanischen Botschafter über die Grenzfragen 
im Fernen Osten erklärte der Stellvertretende 
Außenkommissar Stomonjakow, daß am 13. 
März 1936 zwischen der Sowjetunion und der 
äußeren Mongolei ein Protokoll über gegen 
seitige Hilfe unterzeichnet worden sei. 
* 
19 jüdische Schüler und 16 Schülerinnen der 
Buöapester jüdischen Bürgerschule und des 
jüdischen Mädchen-Gymnasiums wurden am 
Dienstag wegen kommunistischer Umtriebe 
verhaftet. Das Verhör ergab, daß sie einer 
weitverzweigten Organisation der Jungkom-- 
munisten angehörten. In den Sommermona 
ten wollten sie gruppenweise ganz Ungarn be 
reisen und dabei die Kinder der Bauern für 
die kommunistische Idee gewinnen. 
Sie wollen nicht ans Deutsche schießen. Der 
Sheriff von Norwich, Cozens-Hardy (der ober- 
te Beamte der Grafschaft Norfolk), der Schwer- 
kriegsverletzter ist, erklärte in einer Rede, er 
würde lieber von seinem Posten als Sheriff 
zurücktreten, als auch nur ein Kindergewehr 
gegen einen Deutschen abfeuern. Nach seiner 
Ansicht glauben alle, daß Deutschland nicht fair 
behandelt worden sei. Der ehemalige Sheriff 
von Norwich schloß sich ihm in einer Rede an. 
Ueber einen italienisch-ägyptischen Nicht- 
angrlffsvcrtrag sollen z. Zt. nach Pressemel 
dungen aus Kairo Verhandlungen geführt 
werden. Die Meldung ist unbestätigt. 
Die iranische Regierung hat ihre sämtlichen 
diplomatischen Vertretungen in USA. zurück 
gezogen. Der Grund liegt in Verunglimpfun 
gen von iranischen Staatsmännern in der 
amerikanischen Presse. Das Staatsdepartement 
hatte aus Proteste nur immer wieder Mt dem 
Ausdruck des Bedauerns erklärt, daß man 
bei der durch die Verfassung gewährleisteten 
Pressefreiheit hiergegen nicht einschreiten 
könne. 
Die Fra« ist die Mrkste seelische Kraftquelle 
der deutschen Nation" 
WeîchsfrarrsnfchaftsfÄhrerîrr Pgn. Scholtz-Klink spricht auf einer Großkundgebung in Hamburg 
Ausbildung der politischen Letter. 
Dr. Ley musterte in Berlin 38 politische 
Leiter zum Führernachwuchs der Partei aus. 
Dr. Ley hielt eine Ansprache, in der er her 
vorhob, daß die Auserwählten vor- und nach 
her keine Examina abzulegen brauchten, die 
Ordensburg stehe jedem Parteigenossen offen. 
Er müsse im Arbeitsdienst und in der Wehr 
macht seinen Mann gestanden haben und sich 
als politischer Leiter oder in einer Parteiglie- 
öerung betätigt haben, um den Beweis zu er 
bringen, daß er sich nicht gescheut habe, ehren 
amtlich ftir die Gemeinschaft zu arbeiten. 
Wir beginnen damit eine revolutionäre 
Tat. Wir öffnen mit den Ordensburgen das 
Tor zu den höchsten Aemtern, die selbst denen 
nicht offen stehen werden, die durch die Uni 
versitäten gehe«, sondern in Zukunft nur von 
Männern besetzt werden, die ihre Jahre in 
den drei Ordensburgen der NSDAP, gelebt 
und sich geformt haben. 
Die Weltanschauung des Nationasozialismus 
wird dort exerziert werden und daneben wird 
ihnen alles geboten, was sie zur Erfüllung der 
^chen und schweren Ausgaben brauche«. 
DNB. Hamburg, 31. März. Obwohl die letz 
ten Wochen vor dem denkwürdigen 29. März 
viele Versammlungen gebracht haben, waren 
Dienstagabend beide großen Säle bei Sagebiel 
vollbesetzt mit den Amtswalterinnen und Mit 
gliedern der NS.-Frauenschaft, zu denen die 
Reichsfrauenschaftsführerin Pgn. Scholtz- 
Klink in mitreißender Rede von den Auf 
gaben der deutschen Frau im Staate Adolf 
Hitlers sprach. 
Die Reichsfrauenschaftsführerin nahm zur 
Grundlage ihrer Ausführungen den Sinn der 
Familie, wie die Harmonie im Leben der Fa 
milie nicht dadurch hergestellt werden könne, 
daß eine Mutter über seelische, geistige und 
körperliche Unterschiede ihrer Kinder hinweg 
sehe, sondern indem sie gerade den Eigenwert 
jedes einzelnen Familienangehörigen berück 
sichtige. Tue dies eine Mutter nicht, so setze sie 
sich in Widerspruch zur Natur. Dieselben Ge 
setze, die für die Familie im kleinen unab 
dingbar gelten, seien auch maßgebend für die 
Einheit des Volkes. Und auch das Leben der 
Völker untereinander könne nur auf einer glei 
chen Grundlage gesichert und harmonisch gestal 
tet werden, indem man jedem einzelnen Volke 
ermögliche, im eigenen Hause nach seinem Er 
messen zu handeln. 
Bei der Machtübernahme bildete das deut 
sche Volk in seiner Lebensgemeinschaft keine 
Familie. Es war zerspalten in Klassen, Par 
teien, Verbände und alle möglichen Gruppen. 
In den Parolen dieser Verfallszeit wandte 
man sich nur an einzelne Teile des deutschen 
Volkes. Zudem waren es Parolen, Me den 
Deutschen von seinem Volk wegzogen, wie 
z. B. der Ruf der Marxisten und Kommuni 
sten: „Proletarier aller Länder, vereinigt 
Euch!" Demgegenüber konnte nur eine einzige 
Parole Sinn und Geltung haben: „Deutsche 
Menschen, vereinigt Ihr Euch selbst erst ein 
mal zu einer großen wahrhaften Volksfamilie." 
Die Reichsfrauenschaftsführerin sprach dann 
von dem Werden der deutschen Volksgemein 
schaft, der deutschen Volksfamilie unter der 
einzigartigen Führung Adolf Hitlers, wie es 
darauf ankomme, in dieser vom Führer ge 
schaffenen Volksfamilie mitzuwirken, jeder 
nach seiner Eigenart und jeder an dem Platz, 
ans den er gestellt ist. Für die deutsche Frau 
aber gelte die Parole, als Mütter der Nation 
dem deutschen Volk zu dienen. Von diesem 
Blickpunkt aus zeigte die Rcichsfrauenschafts- 
führerin den Aufgabcnkreis der deutschen 
Frau, nicht so sehr vom organisatorischen 
Standpunkt, als vielmehr von den nicht er 
rechenbaren, aber doch so unendlich wichtigen 
Werten des Vertrauens, des Glaubens und 
der gemeinschaftsbildenöen Kräfte aus. Das, 
was die deutsche Frau und Mutter an seelischen 
Kräften in der Familie betätige, sei auch in 
der Volksgemeinschaft ein kostbares Gut. In 
diesem Sinne sei die deutsche Frau, so rief 
die Reichsfrauenschaftsführerin unter dem 
Beifall der Versammlung aus, die stärkste see 
lische Kraftquelle der deutschen Nation. 
In eindeutiger Weise umriß die Reichs 
frauenschaftsführerin die politische Aufgabe 
der deutschen Frau, wie sie der Nationalsozia 
lismus stellt. So trennt die nationalsozialW- 
sche deutsche Frau eine Welt von der „politisie 
renden" Frau einer überwundenen Zeit. Heute 
ist die politische Ausrichtung der deutschen 
Frau so klar und zielsicher wie nie zuvor,' sie 
findet ihren Prüfstein immer wieder in der 
Frage: „Liegt das, was ich tue, in dem alles 
bestimmenden und überragenden Willen des 
Führers?" Adolf Hitler ist heute Deutschland. 
So muß sich auch jede deutsche Frau bewußt 
sein, daß ihre Haltung das Schicksal des deut 
schen Volkes bestimmt. 
Die Reichsfrauenschastsführerin hatte, in 
nerlich von ihrer Aufgabe erfüllt, zu den 
Frauen Hamburgs gesprochen. Ein begeister 
ter Beifall dankte ihr. 
RendsfaCieg- 
Abschied von Muttern. 
120 junge Leute aus Rendsburg und Um 
gebung verließen heute am 1. April ihre 
engere Heimat um in den Lägern Marne und 
Heide ihrer Arbeitsüienstpflicht nachzukommen. 
Geführt vom Transportkommando, begleitet 
von Verwandten und Freunden, bewaffnet 
mit Koffern und Paketen, zogen sie singend in 
langem Zuge über den Jungfernstieg und die 
Bahnhosstraße zum Bahnhof, voll Freude den 
neuen Erlebnissen entgegensehend. Als der 
Zug 10.45 Uhr, mit dem die jungen Arbeits 
männer fuhren, die Halle verließ, ertönte nach 
altem Brauche das Abschiedslied: „Muß i 
denn, muß i denn zum Städtele hinaus". <«* 
Wir werden morgen näher berichten.
	        
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