Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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aot/? l^panrsche Politik in der inneren Mon- 
.wurde zn einem vollen Erfolg durch die 
ansp'àst^îgkeitserklärung der inneren Mon- 
unşn>.îņî^ ļ>em weiteren Ziel einer Personal- 
«-ià ņnt Mandschukuo. Dadurch wurde zu- 
kint'/e der bisher nur geringe Einfluß Nan- 
ein° ^stşoeschaltet. Außerdem erlitt Rußland 
ietm v et m C empfindliche Schlappe, als ihm 
äi e Möglichkeit genommen war, über die 
J? Mongolei nach Süden vorzustoßen, 
ftp« ° le Mandschurei von Nordwesten und We- 
3v aU umklammern. 
Râ ļp e j û ^ r . eines Zusammenstoßes mit 
hà^ud hat sich nunmehr aufs äußerste er- 
Mn« àumal da Japan auch in der äußeren 
__ ittts * ^ en russischen Einfluß brechen will 
StrpE? äu>ur endgültig. Der jetzt ausgebrochene 
Mon r 18 ?ìe Herrschaft in der äußeren 
riunk^^l stößt auf unvereinbare japanisch- 
umsche Gegensätze. 
öer «n tt haucht dieses Gebiet zur Sicherung 
Ri.^sĶuudschurei und als Riegel zwischen 
stud China zur Verwirklichung des 
^ûhrungşişch^n Reiches unter japanischer 
"stiere Mongolei war seit dem Zusam- 
, wruch der Manüschu-Dynastie (1911) und 
ein- ŗuìt russischer Hilfe erfolgten Bildung 
<\ h , r mongolischen Negierung ausschließlich 
^./^şşengebiet, trotz der formellen Zugehö- 
'â'it zu China. 
Rnbsî Verlust der äußeren Mongolei würde 
sch ņmnd.nicht nur endgültig von China aus- 
,j!"en, sondern auch seine angrenzenden sibi- 
du« ^ Ģebietstcile bedrohen und die Verbin- 
ug nach Ostsibirien abschneiden. 
jn“ 1 * 1 stie gegenwärtige Spannung zwischen 
h. udlchukuo und der äußeren Mongolei ist 
A^chneuö die Erklärung des mandschurischen 
„Wir sehen uns in Zukunft nicht mehr in 
orr Lage, die äußere Mongolei als einen 
normalen Staat zu betrachten. Unter die 
nst Umständen erklären wir hiermit, daß 
Mr die äußere Mongolei lediglich als eine 
un unser Land angrenzende geheime und 
mysteriöse Region ansehen und entschlossen 
Und, alle schwebenden Fragen sowie alle in 
äkunft auftauchenden Streitfälle nach 
Maßgabe unserer eigenen Erwägungen 
und Entschlüsse einer Lösung zuzuführen." 
ständige Zwischenfälle an den Grenzen, na 
utisch das Gefecht zwischen mandschurischen 
J 1 « mongolischen Truppen am Buir-See sind 
s e Vorboten der kommenden Auseinander- 
dung mit Rußland. Nach den Vorbereitungen 
I beiden Seiten ist der Kriegsausbruch eine 
Ņge der Zeit. 
ciuß Ņund unterhält in der Hauptstadt der 
Ņ »eien Mongolei Urga starke Truppenteile, 
von ^em werden die mongolischen Truppen 
ein russischen Offizieren ausgebildet. Nach 
^ ern Geheimvertrag ist der Oberbefehlshaber 
Blc^: «östlichen russischen Armee General 
^.stcher (früher kommunistischer Jnstruktions- 
z>?îzrer und Agitator in Süd-China) zugleich 
^ erbefehishaber der mongolischen Armee. 
^ 1 Bau der Eisenbahn von Tschita (Ost 
sibirien) nach Urga wird aufs äußerste be 
schleunigt. Von beiden Seiten sind erhebliche 
Streitkräfte auf dem Anmarsch zur Grenze. 
Außerdem hat Japan die Verkehrsstraße von 
Kalgan nach Urga besetzt und damit den Ver 
kehr von der äußeren Mongolei nach Nord- 
china unterbrochen. 
Die 2. Gefahrenzone zwischen Rußland und 
Japan ist die mandschurisch-sibirische Grenze. 
Auch dort sind Grenzübertritte und Zusam 
menstöße eine ständige Erscheinung. Der poli 
tische Einfluß Sowjet-Rußlands im Grenz 
gebiet dauert an. Bezeichnend dafür ist der 
Uebertritt geschlossener mandschurischer Trup 
penteile auf sibirisches Gebiet. Auslieferung 
und Schadenersatz hat Rußland abgelehnt. 
Nunmehr hat die mandschurische Regierung 
die Schließung aller russischen Vertretungen 
in Mandschukuo beschlossen, während Rußland 
die Ausweisung der Japaner aus den mili 
tärischen Zonen angeordnet und die Grenzen 
gesperrt hat. 
Nach englischen Nachrichten ist im Frühsahr 
mit dem Ausbruch des Krieges zu rechnen. 
Auf beiden Seiten wird fieberhaft gerüstet. 
Die militärischen Ausgaben Japans betra 
gen etwa 48 vH. des gesamten Haushaltes. 
Rußland beschleunigt die Jndustriealisie- 
rung Sibiriens, namentlich den Ausbau der 
Kriegsindustrien und im Zusammenhang da 
mit die Besiedlung der asiatischen Gebietsteile. 
Durch die fernöstliche Armee ist eine vom 
Westen unabhängige Verteidigung geschaffen 
worden. Ununterbrochen wird am Ausbau der 
sibirischen Verteidigungsstellungen gearbeitet. 
— Die Verteidigungslinie verläuft vom 
Baikalsee bis nach Wladiwostock (2500 Klm.) 
parallel zur Grenze. Dicht dahinter entsteht 
eine zweite Verteidigungsstellung. Die Trans 
portfähigkeit der sibirischen Eisenbahnen wird 
größtmöglichst gesteigert und durch den Bau 
von Schmalspurbahnen vergrößert. Außerdem 
wird eine zweite fernöstliche Bahn vom Bai 
kalsee aus gebaut, sog. „Amurbahn". In Wla 
diwostock — etwa nur 1200 Klm. von den ja 
panischen Industriezentren entfernt — befin 
det sich die stärkste fernöstliche Luftwaffe. 
Außerdem ist Wladiwostock zu einer Land-See- 
festung größten Stiles ausgebaut worden. Da 
die Schlagkraft der fernöstlichen Armee ent 
scheidend von der Versorgung mit Lebens 
rnitteln abhängt, sind den sibirischen Bauern 
weitgehende Unterstützungen und steuerliche 
Erleichterungen zugesagt worden. 
Die öffentliche Meinung in Japan ist durch 
diese Vorbereitungen aufs stärkste beunruhigt, 
zumal der russische Widerstand gegenüber der 
japanischen Expansion sich in letzter Zeit wei 
ter verstärkt hat, offenbar durch die englisch 
russische Annäherung und die westliche Rücken 
deckung. 
Ob es in nächster Zeit zum Kriegsausbruch 
kommen wird, ist trotz vieler Anzeichen noch 
ungewiß. Dazu steht für jeden Staat zu viel 
auf dem Spiel. Auf die Dauer ist aber eine 
andere Lösung nicht denkbar, und einer der 
beiden Rivalen wird dann im Fernen Osten 
als Großmacht ausgelöscht sein. 
In drei Aufmarschgebieten wird um den 
Sieg gerungen werden: in der äußeren Mon 
golei, im norümandschurisch-sibirischen Grenz 
gebiet und an der Ostgrenze in den Küsten 
provinzen. 
Wird dann wieder die Sonnenflagge Japans 
über den Schlachtfeldern wehen und das japa 
nische Rachelied von Nikolajevsk ihre in dieser 
Stadt früher von den Roten ermordeten Ka 
meraden ehren? 
* . * 
ArrfsAchthaee 
Pariser Kritik 
Die Berliner Börsen-Zeitung veröffentlicht 
eine vorläufige Stellungnahme aus halbamt 
lichen Pariser Kreisen zum deutschen Friedens 
plan. 
In dieser Stellungnahme wird die deutsche 
Note als fast vollkommen „negativ" bezeichnet. 
Insbesondere der letzte Teil, der die Friedens- 
Vorschläge des Reichskanzlers Hitler enthält, 
würde zum Ruin der kollektiven Sicherheit, 
des gegenseitigen Beistandssystems und des 
Völkerbundes selbst führen. Der im ersten 
Teil der Note enthaltene Hinweis auf die von 
den Alliierten nicht eingehaltenen 14 Punkte 
Wilsons „müsse zumindest kühn" genannt wer 
den. Diese Begründung gehe recht weit in die 
Vergangenheit zurück, „ihre Schwäche sei offen 
sichtlich". 
Der zweite Teil der deutschen Note, der auf 
die Vorschläge der Locarnomächte antwortet, 
sei „in seiner Gesamtheit vollkommen negativ". 
Im übrigen vertage die deutsche Denkschrift 
die Beschränkung der Rüstungen auf eine un 
bestimmte Zeit. Die deutschen Anregungen be 
zögen sich nur auf Waffen, die das Reich noch 
nicht in ausreichendem Umfange besitze. Die 
deutsche Denkschrift — so heißt es am Schluß 
dieser Stellungnahme — bereite für Europa 
Jahre der Unruhe vor, wobei die Gefahren 
noch dadurch vermehrt würden, daß „die Mög 
lichkeit weiterer und steigender Forderungen 
des Reiches bestünde". 
Zu dieser halbamtlichen französischen Stel 
lungnahme schreibt die „Börsenzeitung" u. a.: 
Es ist nicht allzuschwer, auf diese durchsich 
tige» Behauptungen und Vorwürfe einzu 
gehen und sie zu widerlegen. Die Superlative 
ablehnender Kritik zeigen das taktische Bestre 
ben, vor der Außenwelt in keiner Weise die 
eigene Erkenntnis der praktischen Bedeutung 
des deutschen Friedensplanes zuzugeben. Wenn 
beispielsweise auf den „Ruin der kollektiven 
Sicherheit, des gegenseitigen Beistandssystems 
und des Völkerbundes" als Folge der Frie 
densvorschläge des Führers und Reichskanz 
lers hingewiesen wird, so mag sich das auf eine 
Begriffsübung beziehen, wie sie durch den 
französischen Sprachgebrauch allmählich ent 
standen ist: nämlich die Sicherheit der Vor 
machtstellung einer willkürlich zusammenge 
stellten oder zusammengebauten Staatengrup 
pe, ferner eines Beistandssystems, dessen de 
fensive Ziele durchaus nicht einwandfrei er» 
wiesen sind, und schließlich eines Völkerbun 
des, der nicht im Dienste der Allgemeinheit, 
sondern eben jener fraglichen Staatengruppe 
stehen soll. Solchen Tendenzen gegenüber wird 
Deutschland nicht allein negativ eingestellt sein. 
An einen Ruin, an einer Diskreditierung sol 
cher Begriffe aber im wahren Sinne ihrer Be 
deutung ist Deutschland gewiß nichts gelegen. 
Besonders merkwürdig berühren die Be 
mühungen, die großzügigen deutschen Vor 
schläge auf Beschränkung der Rüstungen zu 
verkleinern. Eine „Vertagung auf unbestimm 
te Zeit" könnte nur von französischer Seite er 
folgen, da Deutschland sich derartigen paritäti 
schen Abmachungen niemals verschlossen hat 
und stets zu sofortigem Abschluß bereit war. 
Wenn der Verzicht auf den Bau schwerer An 
griffswaffen merkwürdig berührt, nur weil sie 
Deutschland bisher noch nicht in ausreichendem 
Maße besitzt, ist das wenig logisch, da es wohl 
niemand gibt, der Deutschland die Möglichkeit 
des Baues derartiger Waffen nicht zutrauen 
würde. Wem es in Wahrheit auf die eigene 
Sicherheit ankommt, der muß letzten Endes mit 
Freuden jede Einschränkung oder jeden Ver 
zicht auf gefährliche Offensivwaffen begrüßen, 
da dies ja seine eigenen Verteidigungsmög 
lichkeiten zwangsläufig stärken muß. 
Die in Frage kommenden französischen 
Kreise werden im übrigen kaum den gewünsch 
ten Widerhall finden, wenn sie von vornherein 
feststellen möchten, daß die deutsche Denkschrift 
für Europa Jahre der Unruhe bringen würde. 
Die deutschen Friedensvorschläge gehen auf 
Kosten keines Staates) sie bedrohen nicht nur 
niemand, sondern bieten durch den Vorschlag 
von Nichtangriffspakten nach allen Richtungen 
hin die Möglichkeit wirklicher Entspannung, 
ohne, vermittels Beistandspakte, die Möglich 
keit für Verschwörungen zu bieten. 
* .* * 
2730 Kandidaten in Frankreich. 
DNB. Paris, 5. April. Wie das Jnnenmini-- 
sterium mitteilt, sind bis zum 4. April 2730 
Kandidaten für die Kammerwahl angemeldet 
worden. Von Montag ab läuft die amtliche 
Frist der Wahlpropaganda, die eine kostenlose 
Anbringung von Wahlplakaten auf besonders 
dazu errichteten hölzernen Gestellen vorsieht. 
Diese Brettertafeln, die schon seit einigen Ta 
gen bereitstehen, werden sich ab Mitternacht 
mit Aufrufen in allen Größen und Farben 
füllen. 
Ministerialdirektor Dr. Dieckhosf nach 
Berlin abgeflogen. 
DNB. London, 4. April. Ministerialdirektor 
Dr. Dieckhosf und der größte Teil der deutschen 
Abordnung ist am Sonnabendnachmittag in 
einem Sonderflugzeug von Croydon nach Ber 
lin abgeflogen. 
Leramworrlicher Haupljchriftleirer unv Herausgever: Fer» 
dtnand Möller. 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmann. 
Berantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den örd. 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Eregori; für den wirk 
Ichaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfeldt; für den provin 
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Vildverantwortliche: Ressortleiter. 
'Verantwortlicher Anzetgenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg, 
Lerlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D--A- Schleswig.Holfteinifche Landeszeitung (Rendsburg» 
Tageblatt — Hohenwestedter Zeitung / Die Landpost 
Hanerau.Hademarschen — Eüderbraruper Tageblatt), 
D.-A. HI. 38 13 888 Pl. Nr. 7 
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