Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Der frühere Auslandsminister Hoare wieder im Kabinett 
Aus dem Wege Zur euMch-ttalieuischeu BerftàhigMg? 
„Zer Ermordete ist schuldig!" 
Aufschlußreiche Materialsammlung zum Fall 
Gustloff. 
Im September wird im Kanton Graubün 
den der Prozeß gegen den jüdischen Mörder 
David Frankfurter stattfinden, der in Davos 
den Landesleiter der NSDAP, in der Schweiz, 
Wilhelm Gustloff, meuchlerisch erschoß. Diese 
Untat hat seiner Zeit in Deutschland Schmerz 
und Trauer, aber auch Abscheu und Empörung 
ausgelöst. Auch in der Schweiz wurden diese 
Gefühle von allen anständig denkenden Men 
schen geteilt — nur nicht von den Emigranten 
und Marxisten, die aus dem Mörder einen 
„neuen Wilhelm Tell" zu machen versuchten. 
Diese jämmerliche Tendenz soll in dem Prozeß 
vor dem Schwurgericht ihre Fortsetzung finden. 
Zu diesem Zweck sind Gelder für die Verteidi 
gung des Mörders aufgebracht und sind Aus 
schüsse tätig, die in verschiedenen Hauptstädten 
Unterschriften zugunsten des Angeklagten sam 
meln sollen. Der Zweck besteht natürlich darin, 
die Hetze gegen das Deutschtum fortzusetzen 
und womöglich ein Verbot der Auslands-Or 
ganisationen der NSDAP, zu erreichen, wie es 
in der Schweiz teilweise gelungen ist. Daß 
hinter allen diesen Treibereien das Weltjuden 
tum steht, versteht sich von selbst. 
Es war deshalb angebracht, diesem Feldzug 
durch eine Materialsammlung entgegenzuwir 
ken, die in der Schrift von Wolfgang Diewerge 
„Der Fall Gustloff" (erschienen im Eher-Ver- 
lag) vorliegt. Hier wird in sachlicher Weise 
alles gesagt, was zu dem Morde an Gustloff 
und zu dem Verhalten gewisser Kreise in der 
Schweiz festgestellt werden mußte. Das Buch 
richtet sich nicht gegen die Schweiz, mit der wir 
weiter in Freundschaft und guter Nachbarschaft 
leben wollen, sondern gegen solche Elemente, 
die den neutralen Boden dieses Landes miß 
braucht haben und weiter mißbrauchen wollen, 
um aus sicherem Hinterhalt ihren üblen Ver 
leumdungsfeldzug gegen das neue Deutsch 
land zu führen. 
Tie Behörden haben seiner Zeit erkannt, daß 
gegen Gustloff nicht der geringste Vorwurf zu 
erheben war, daß er seine Tätigkeit streng 
auf die im Lande wohnhaften Reichsdeutschen 
beschränkt hat und sich niemals tn die inne 
ren Angelegenheiten der Schweiz einmischte. 
Trotzdem haben die marxistischen Blätter ihren 
Kampf gegen diesen Mann geführt, haben ihre 
Spalten den Emigranten zur Verfügung ge 
stellt, haben Versammlungen gegen Deutsch 
land stattgefunden und Theaterstücke mit einer 
ausschließlich gegen den Nationalsozialismus 
gerichteten Tendenz aufgeführt werden kön 
nen. Auf dem Boden dieser Hetze ist die Un 
tat des Juden Frankfurter entstanden, die 
heute noch von marxistischen Agitatoren ge 
feiert und die durch einen groß aufgemachten 
politischen Prozeß weiterhin gegen das Reich 
ausgemünzt werden'soll. Sonst hätte es kei 
nen Sinn, daß große Geldsummen für die 
kommende Verhandlung aufgebracht werden 
und daß sich die führenden jüdischen Juristen 
in Paris und Kairo dafür interessieren. Gust 
loff hat den Frieden des Gastlandes gewollt, 
in dem er sich aufhielt, die Drahtzieher der 
Weltliga gegen den Antisemitismus und das 
Komitee zur Verteidigung Frankfurters wol 
len das Gegenteil. Sie sind nichts anderes als 
die Vorkämpfer des Bolschewismus, der jede 
staatliche Ordnung zerstören will, und die den 
traurigen Mut besitzen, der Welt weismachen 
zu wollen, daß der Mörder eine heroische Ge 
stalt, der Ermordete aber der eigentliche Schul 
dige sei. 
* * * 
Anlerredimg Mussolini-Schuschnigg. 
DNB. Rom, 8. Juni. Der italienische Re 
gierungschef Mussolini hat am Freitagvor 
mittag in Forli den österreichischen Bundes 
kanzler Schuschnigg empfangen. 
2er Bolschewismus in Spanien. 
Madrider Nachrichten melden, daß bis Ende 
April 1936 in Spanien 106 Kirchen durch bol 
schewistische Hetzer in Brand gesteckt und 66 
vollkommen zerstört wurden. Von denselben 
Elementen wurden zur „Feier" des 1. Mai 
verschiedene Kirchen gewaltsam geöffnet und 
geschändet. 
Die Lage in Palästina. 
Ultimatum des Bürgermeisters von Haifa. 
DNB. Jerusalem, 6. Juni. Die Lage in 
Palästina ist nach wie vor äußerst gespannt. 
Eine Anzahl arabischer Dörfer wurden von 
der Manöatsverwaltung neuerlich mit kollek 
tiven Geldstrafen belegt. Zahlreiche Fern 
sprechleitungen wurden zerschnitten. Die jü 
dischen Siedlungen in der Umgebung von 
Gaza wurden durch die Zerstörung von 2400 
Bäumen schwer geschädigt. Die Regierung 
von Transjordanien hat Reservisten einbe 
rufen, um die Bewachung der Grenze gegen 
Palästina zu verstärken. 
Der Bürgermeister von Haifa, Hassan Bey 
Shukri, hat gemeinsam mit dem arabischen 
Stadtverordneten an den britischen Ober 
kommissar einen Brief gerichtet, in dem er 
mit seinem und der arabischen Stadtverord 
neten Rücktritt droht, falls nicht innerhalb 
von zehn Tagen die Forderungen der Ara 
ber erfüllt werden sollten. Die Araber wen 
den nunmehr auch der Propaganda ihre Auf 
merksamkeit zu. So wurde bei Mufti ein Pro 
pagandabüro errichtet und arabische Propa 
gandaabordnungen nach Aegypten und dem 
Irak entsandt. 
Die Ernennung des früheren Auslands 
ministers Hoare zum Lord der Admiralität 
bedeutet in Verbindung mit der italienischen 
Stellungnahme ein erstes Anzeichen dafür, 
wohin die elastische englische Politik jetzt zielt. 
Auch der Besuch Edens beim Negus und des 
sen Kommentierung in der englischen Presse 
lassen darauf schließen, daß man sich durch 
den Exkaiser zum mindeste» nicht das englische 
Konzept verderben lassen will. Wir stehen also 
zweifellos vor einer Wendung in der engli 
schen Politik. Hoare ist eine zu stark ausge 
prägte Persönlichkeit, um in der weiteren eng 
lischen Willensbildung unbeachtet bleiben zu 
können. 
Wir verzeichnen die folgenden Meldungen: 
DNB. London, 8. Juni. Der frühere Außen 
minister Sir Samuel Hoare ist an Stelle von 
Lord Monsell zum Ersten Lord der Admira 
lität ernannt worden. 
Hoare trat bekanntlich vor sechs Monaten 
als Außenminister zurück, da der von ihm 
gemeinsam mit dem französischen Minister 
präsidenten Laval ausgearbeitete Plan zur 
Regelung des abessinischen Streites in Eng 
land auf schärfsten Widerspruch stieß. Er steht 
jetzt im 66. Lebensjahr und gilt als eine der 
fähigsten Persönlichkeiten der Konservativen. 
Seit 1922 ist er fast ununterbrochen im Kabi 
nett gewesen. Als sein Hauptwerk gilt die 
neue Verfassung für Indien, die er im Jahre 
1934 im Parlament einbrachte. Mit seiner Er 
nennung zum Ersten Lord der Admiralität 
wurde bereits seit längerer Zeit gerechnet. 
In den Berichten ans London, die von den 
römischen Abendblättern veröffentlicht wer 
den, macht sich ein unverkennbar optimistischer 
Ton geltend, der mit der Rückkehr Hoares in 
das Kabinett in Zusammenhang zu bringen 
ist. Der Londoner Vertreter der „Tribuna" 
erklärt, diese Rückkehr sei ein symbolischer Akt. 
Sie erfolge, da sich Hoares Anschauung inzwi 
schen auch bei seinen Kollegen durchgesetzt habe. 
Ferner herrsche eine ausgesprochene Tendenz 
vor, den Boden für eine Verständigung mit 
Italien zu suchen. Hoare werde der Wunsch 
zugeschrieben, die englische Flotte aus dem 
Mittelmeer zurückzuziehen. Bei den anderen 
Mitgliedern des Kabinetts werde dieser 
Wunsch wohl nicht mehr auf allzu starken 
Widerstand stoßen, wenn, wie es die Presse 
informationen verstehen ließen, die Möglich 
keit eines Mittelmeerpaktes am Horizont auf 
tauche. Dieser Pakt, von dem auch in einem 
„Times"-Artikel zwischen den Zeilen zu lesen 
gewesen sei, werde von einflußreichen politi 
schen Kreisen Londons gewünscht. Falls mit 
einem solchen Pakt Garantien für den freien 
Trotz eingeleiteter Besprechungen, trotz der 
Erklärung des neuen Ministerpräsidenten, 
geht die Zahl der Streikenden nicht zurück. 
Ihre Zahl wurde für Paris und Umgbung 
am Freitagabend mit 210 000, die der Strei 
kenden im Norddepartement mit 90 000 (ge 
gen 60 000 am Freitagmorgen) angegeben. In 
der Gegend von Lille wird die Zahl der Strei 
kenden mit 30 000 beziffert. Vor den chemi 
schen Werken Kuhlmann soll es zu verschiede 
nen Zwischenfällen gekommen sein. In Rouen 
soll die Zahl der Streikenden im Laufe des 
Freitags von 3000 auf 12 000 gestiegen sein. 
Weiter wird bekannt, daß der Pariser 
Stadtrat beschlossen hat, den Familien der 
streikenden Arbeiter Beihilfe zu gewähren. 
Der Polizeipräfekt von Paris erklärte in der 
Sitzung des Stadtrates, er werde alle Maß 
nahmen treffen, um gegen die Verbreitung 
falscher Gerüchte und gegen Fälle von Preis 
steigerungen vorzugehen. 
Das Ausbleiben der großen Tagesblätter 
hat eine derartige Beunruhigung in die Be 
völkerung getragen, daß ein immer noch an 
haltender Ansturm des Publikums auf Le 
bensmittelgeschäfte usw. erfolgte und Tau 
sende von Käufern sich sogar mit Broten auf 
viele Tage eindecken. Eine zweite Welle des 
Ansturms richtet sich gegen alle Brennstoff 
quellen. Es ist ein in Paris noch nicht erleb 
ter Vorgang, daß am Donnerstag sämtliche 
Tankstellen im Bannkreis der Hauptstadt völ 
lig geleert und der Autoverkehr auf die 
Hälfte des Normalen gesunken war. Die 
wachsende sorgenvolle Erregung der Bevölke 
rung wird naturgemäß noch gesteigert da 
durch, daß ausgerechnet die roten und knall 
roten Zeitungen nach wie vor erscheinen und 
daß die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern 
und Streikenden infolge der fortgesetzten 
schweren Uebergriffe in das Eigentumsrecht 
sich zerschlagen haben. 
Zwar hat der neue Innenminister Salengro 
eben erst erklärt, das Programm der Volks 
front könne nicht die Anarchie sein. Aber die 
bisherige völlige Untätigkeit der Behörden ge 
genüber den durch den Streik geschaffenen Zu 
ständen hat bereits eine fatale Aehnlichkeit mit 
Anarchie. Es wird der Regierung der Volks- 
Durchgang auf dem Wege nach Indien erlangt 
werden könnten, so bestehe nach Meinung 
dieser Kreise kein Grund, nicht zu einer voll 
ständigen Aussöhnung mit Italien und damit 
zugleich zu einer Besserung der gesamteuro 
päischen Lage zu kommen. 
Der Weg nach Indien bürge für den mate 
riellen Zusammenhang des britischen Welt 
reiches, während der Völkerbund eine der 
Grundfesten seines moralischen Zusammen 
haltes sei. Selbst wenn der Völkerbund auch 
nur seiner äußeren Form nach gerettet wer 
den könnte, werde London nicht so sehr darum 
trauern, wenn es London nur gelänge, das 
Wesentliche im Mittelmeer zu retten. Die Ge 
neigtheit zur Aushebung der Sanktionen sei 
in London deshalb noch nicht ausgeprägt, weil 
man vorher noch den Wunsch habe, damit das 
diplomatische Spiel in Gestalt des Mittelmeer 
paktes zu gewinnen. Die vermutlichen Forde 
rungen Englands an Italien dürften sein: 
Garantien für das Mittelmeer, möglicherweise 
ein ähnliches Abkommen sür das Rote Meer, 
Nichtbesestigung der Insel Doumcrrah, Nicht 
aufstellung eines Farbigenheeres in Ostafrika; 
auf dieser Basis sollte es nach zuverlässigen 
Londoner Informationen des Berichterstat 
ters nicht schwierig sein, eine Wiederannähe 
rung zu erreichen, wobei die neue französische 
Regierung, die sich hinsichtlich ihrer Außen 
politik nicht von ihren Vorgängern unter 
scheide, England unterstützen werde. 
* * * 
8öen besucht den Negus. 
DNB. London, 6. Juni. Außenminister 
Eden stattete am Freitagnachmittag dem Ne- 
gns in der abessinischen Gesandtschaft einen 
etwa halbstündigen Besuch ab. 
Die Unterredung, der man in England eine 
gewisse Bedeutung beimißt, dauerte nahezu 
eine Stunde. Ueber den Inhalt des Gesprächs 
mit den Abessiniern wird noch strengstes Ge 
heimnis beobachtet. Jedoch ist es klar, daß bei 
dieser Gelegenheit dem Negus die Auffassung 
der britischen Regierung über die Grenzen 
der weiteren Aktivität des Exkaisers rückhalt 
los bekanntgegeben worden sind. Der Negus 
hat gestern erklärt, daß er sich in den nächsten 
Tagen nach Lausanne begeben wolle, wo er ein 
Haus für sich und seine Familie gemietet hat. 
Offiziell wird der Abessinischen Botschaft 
nach wie vor von der englischen Regierung der 
volle Rang einer diplomatischen Vertretung 
des Kaiserreichs zugebilligt, und die in Lon 
don akkreditierten Staaten können sich daher 
der Anerkennung dieses Status nicht entzie 
hen. 
front kaum erspart bleiben, sich endlich ener 
gisch gegen die Volksfront zu wenden, wen« 
Frankreich nicht nmsturzreif werden will. 
Das Wichtigste sind aber die folgenden 
schwerwiegenden Erklärungen der Gewerk 
schaftsleitung: 
In der Unterredung, die Leon Blum und 
einige seiner Ministerkollegen mit dem Ge 
neralsekretär des Allgemeinen Gewerkschafts 
bundes, Jouhaux, hatten, wie es der Arbeiter 
führer die Versprechungen Blums als unge 
nügend zurück. Jouhaux erklärte, der Streik 
könne nicht eher abgeblasen werden, bis die 
Unternehmer die Verhandlungen über die 
kollektiven Arbeitsvertrüge wiederaufgenom 
men hätten. 
Wegen der spontanen Natur des Streiks 
könnten die Arbeiter nicht aufgefordert wer 
den, die Arbeit wiederaufzunehmen, bis die 
Unternehmer versprochen hätten, unbedingt 
alle Forderungen der Arbeiterschaft zu erfül 
len. Die Arbeiter könnten nur durch einen 
tatsächlich greifbaren Sieg zufriedengestellt 
werden. 
Nicht einmal die Tatsache, daß das Regie 
rungsprogramm den Streikenden sehr weit 
entgegengekommen sei, habe die Arbeiter be 
friedigen können. Sie wollten keine gesetz 
lichen Maßnahmen, die im Parlament be 
schlossen würden, sondern die Beugung vor 
ihrem Diktat. 
Man sieht also, daß die Lage noch immer 
ernst ist. 
» Ş , 
Feuerkreuzler wehren sich gegen 
Slreikhetzer. 
DNB. Paris, 6. Juni. (Eig. Funkm.) Das 
Echo de Paris berichtet von einem bemerkens 
werten Vorgang in einem Kaufhaus, dessen 
Angestellte in größerer Zahl der Bewegung 
der Feuerkreuzler angehören. Als die Ange 
stellten dieses Warenhauses nach Schluß des 
Arbeitstages ihre Arbeitsstätte verließen und 
Streikende sie veranlassen wollten, dort zu 
bleiben und sich dem Aufstand anzuschließen, 
lehnten sie das ab, sangen gemeinschaftlich die 
Marseillaise und brachten ein Hoch auf den 
Führer der Feuerkreuzler aus. 
Ne Forderungen der osimürkischm 
Slutmschkreu. 
Verstaatlichung der Rüstungsindustrie. — 
Ausschaltung der Ostjuden. 
DNB. Wien, 5. Juni. Auf einer Führerta 
gung der ostmärkischen Sturmscharen tfl 
Waidhofen an der Isbbs wurde eine Ent 
schließung gefaßt und an den Bundeskanzler 
geleitet, in der u. a. folgende Forderungen 
aufgestellt wurden: Die Rüstungsindustrie 
soll unter staatliche Kontrolle und Monopol 
gestellt werden, die gesamte Jugendführung 
soll neben dem Elternhaus in die Hände de-> 
Unterrichtsministeriums gelegt werden, die 
Frontmiliz soll eng an das Bnndesheer ange 
lehnt und von Berufsoffizieren geführt wer 
den. Bei dem kulturellen Neubau Oesterreichs 
soll der Einfluß der zugewanderten Ostjuden 
zurückgedrängt werden. 
* * * 
Mgionsplff im Hause Ģaudhi. 
DD. London, 5. Juni. Vor einigen Tagen 
ist der Sohn des Führers der indischen Un- 
abhängigkeitsbewegung zum Islam überge 
treten. Dieser Schritt hat naturgemäß Auf 
sehen erregt. Man kannte seine Hintergründe 
nicht. Nun meldet „Daily Telegraph" aiw 
Simla, daß der Hinduführer einen offenen 
Brief an die Mohammedaner gesandt hat, der 
schwere Angriffe gegen seinen zum Jslaw 
übergetretenen Sohn enthält. In dem Brief 
erklärte Gandhi u. a., daß sein Sohn — wie 
jedermann wisse — dem Trünke verfallen und 
verschuldet sei. Sein Glaubenswechsel sei kein 
Verlust für den Hinduismus und seine Auf 
nahme in den Islam bedeute eine Schwächung 
dieser Religion. 
* * * 
Geschwader „General Wever". 
Eine Ehrung durch den Führer. 
DNB. Berlin, 6. Juni. (Eig. Funkm.) Der 
Führer und Reichskanzler hat folgende Ver 
fügung erlassen: 
„Der erste Generalstabschef unserer wieder 
erstandenen Luftwaffe, Generalleutnant We 
ver, ist von uns gegangen. Mitten aus rast 
loser Arbeit für seine Waffe ist er, beseelt von 
dem festen Willen, auch im fliegerischen Ein 
satz voranzugehen, auf dem Felde der Ehre 
geblieben. In dankbarer Anerkennung seiner 
hohen Verdienste und in dem Wunsch, seinem 
leuchtenden Vorbild eine bleibende Stätte iU 
der Luftwaffe zu schaffen, befehle ich: 
Das Kampfgeschwader 263 führt fortan die 
Bezeichnung „Kampfgeschwader General 
Wever". 
Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaf 
ten tragen am Rock ein Erinnerungsband mit 
dem Namen: „Geschwader General Wever" 
Im Berliner BMuugliick-Brozetz 
bekundeten gestern mehrere Zeugen, daß die 
einzelnen Bohlen in der Baugrube mit beson 
derer Sorgfalt eingezogen wurden. Von Be 
deutung ist die Aussage eines Zeugen, der als 
Tiefbauarbeiter unten im Schacht beschäftigt 
war. Zufällig habe er sich, wie er erzählt, die 
Bohlen zwischen den Trägern an der West-- 
feite des Brandenburger Tors angesehen und 
dabei bemerkt, daß die Bohlen durch die Er^ 
messen eingedrückt waren. Er habe darauf èf 
seinem Arbeitskameraden gesagt: „Sieh' nun/ 
wenn das nachgibt, haben wir hier ein Mas" 
sengrab!" Wenige Zeit vor der Katastrophe er 
hielt dieser Zeuge vom Schachtmeister den Auf 
trag, Zementsücke nach oben zu bringen. ®, sty 
war seine Rettung) denn kurz danach ereig- 
nete sich der Einsturz. 
Ein anderer Zeuge ist dem sicheren Tode da 
durch entgangen, daß er eine halbe Stunde »y 
dem Einsturz den Auftrag erhielt, einen Kos 
legen abzulösen, der an seine Stelle in du 
Baugrube hinunter mußte, während er — der 
Zeuge — oben eine andere Arbeit verrichtest 
sollte. „Der Kamerad, der mich ablöste, ist ststst 
meiner in den Tod gegangen") mit diesem 
Worten beendete der Zeuge seine Aussagt' 
Dem toten Schachtmeister Dümcke und dcM 
Angeklagten Noth stellt der Zeuge das best 
Zeugnis aus. Beide hätten sich stets hilfsbereu 
und kameradschaftlich den Arbeitern gegenübe 
gezeigt. Die Verhandlung wurde nach Vernest- 
mung weiterer Zeugen, die nichts Wesens 
liches aussagen konnten, auf Freitag vertag' 
Ein Ende der Beweisaufnahme ist vorerst 
noch nicht abzusehen, obwohl bereits 89 
gen gehört worden sind) es sollen noch etwa 0 
Zeuge« vernommen werden. 
Trauerbeflaggung am 6. Juni anläßlich 
Beisetzung des Generalleutnants Wever. 
Führer und Reichskanzler hat angeordnet, ststst 
aus Anlaß der Beisetzung des Chefs des ®' 
neralstabes der Luftwaffe, Generalleutna 
Wever, sämtliche Dienstgebäuöe der Partei m. 
der angeschlossenen Verbände am Sonnabcst ' 
dem 6. Juni, Trauerbeflaggung zu hisse 
haben. 
* ui 
Der schweizerische Nationalrat hat a . 
Freitag die Annahme der neuen Wchrvorlas 
mit 159 gegen 11 Stimmen beschlossen. 
Die revolutionäre Spannung wächst 
Eine bezeichnende Erklärung 
der französische» Streikleitung 
3 
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Lax
	        
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