Der frühere Auslandsminister Hoare wieder im Kabinett
Aus dem Wege Zur euMch-ttalieuischeu BerftàhigMg?
„Zer Ermordete ist schuldig!"
Aufschlußreiche Materialsammlung zum Fall
Gustloff.
Im September wird im Kanton Graubün
den der Prozeß gegen den jüdischen Mörder
David Frankfurter stattfinden, der in Davos
den Landesleiter der NSDAP, in der Schweiz,
Wilhelm Gustloff, meuchlerisch erschoß. Diese
Untat hat seiner Zeit in Deutschland Schmerz
und Trauer, aber auch Abscheu und Empörung
ausgelöst. Auch in der Schweiz wurden diese
Gefühle von allen anständig denkenden Men
schen geteilt — nur nicht von den Emigranten
und Marxisten, die aus dem Mörder einen
„neuen Wilhelm Tell" zu machen versuchten.
Diese jämmerliche Tendenz soll in dem Prozeß
vor dem Schwurgericht ihre Fortsetzung finden.
Zu diesem Zweck sind Gelder für die Verteidi
gung des Mörders aufgebracht und sind Aus
schüsse tätig, die in verschiedenen Hauptstädten
Unterschriften zugunsten des Angeklagten sam
meln sollen. Der Zweck besteht natürlich darin,
die Hetze gegen das Deutschtum fortzusetzen
und womöglich ein Verbot der Auslands-Or
ganisationen der NSDAP, zu erreichen, wie es
in der Schweiz teilweise gelungen ist. Daß
hinter allen diesen Treibereien das Weltjuden
tum steht, versteht sich von selbst.
Es war deshalb angebracht, diesem Feldzug
durch eine Materialsammlung entgegenzuwir
ken, die in der Schrift von Wolfgang Diewerge
„Der Fall Gustloff" (erschienen im Eher-Ver-
lag) vorliegt. Hier wird in sachlicher Weise
alles gesagt, was zu dem Morde an Gustloff
und zu dem Verhalten gewisser Kreise in der
Schweiz festgestellt werden mußte. Das Buch
richtet sich nicht gegen die Schweiz, mit der wir
weiter in Freundschaft und guter Nachbarschaft
leben wollen, sondern gegen solche Elemente,
die den neutralen Boden dieses Landes miß
braucht haben und weiter mißbrauchen wollen,
um aus sicherem Hinterhalt ihren üblen Ver
leumdungsfeldzug gegen das neue Deutsch
land zu führen.
Tie Behörden haben seiner Zeit erkannt, daß
gegen Gustloff nicht der geringste Vorwurf zu
erheben war, daß er seine Tätigkeit streng
auf die im Lande wohnhaften Reichsdeutschen
beschränkt hat und sich niemals tn die inne
ren Angelegenheiten der Schweiz einmischte.
Trotzdem haben die marxistischen Blätter ihren
Kampf gegen diesen Mann geführt, haben ihre
Spalten den Emigranten zur Verfügung ge
stellt, haben Versammlungen gegen Deutsch
land stattgefunden und Theaterstücke mit einer
ausschließlich gegen den Nationalsozialismus
gerichteten Tendenz aufgeführt werden kön
nen. Auf dem Boden dieser Hetze ist die Un
tat des Juden Frankfurter entstanden, die
heute noch von marxistischen Agitatoren ge
feiert und die durch einen groß aufgemachten
politischen Prozeß weiterhin gegen das Reich
ausgemünzt werden'soll. Sonst hätte es kei
nen Sinn, daß große Geldsummen für die
kommende Verhandlung aufgebracht werden
und daß sich die führenden jüdischen Juristen
in Paris und Kairo dafür interessieren. Gust
loff hat den Frieden des Gastlandes gewollt,
in dem er sich aufhielt, die Drahtzieher der
Weltliga gegen den Antisemitismus und das
Komitee zur Verteidigung Frankfurters wol
len das Gegenteil. Sie sind nichts anderes als
die Vorkämpfer des Bolschewismus, der jede
staatliche Ordnung zerstören will, und die den
traurigen Mut besitzen, der Welt weismachen
zu wollen, daß der Mörder eine heroische Ge
stalt, der Ermordete aber der eigentliche Schul
dige sei.
* * *
Anlerredimg Mussolini-Schuschnigg.
DNB. Rom, 8. Juni. Der italienische Re
gierungschef Mussolini hat am Freitagvor
mittag in Forli den österreichischen Bundes
kanzler Schuschnigg empfangen.
2er Bolschewismus in Spanien.
Madrider Nachrichten melden, daß bis Ende
April 1936 in Spanien 106 Kirchen durch bol
schewistische Hetzer in Brand gesteckt und 66
vollkommen zerstört wurden. Von denselben
Elementen wurden zur „Feier" des 1. Mai
verschiedene Kirchen gewaltsam geöffnet und
geschändet.
Die Lage in Palästina.
Ultimatum des Bürgermeisters von Haifa.
DNB. Jerusalem, 6. Juni. Die Lage in
Palästina ist nach wie vor äußerst gespannt.
Eine Anzahl arabischer Dörfer wurden von
der Manöatsverwaltung neuerlich mit kollek
tiven Geldstrafen belegt. Zahlreiche Fern
sprechleitungen wurden zerschnitten. Die jü
dischen Siedlungen in der Umgebung von
Gaza wurden durch die Zerstörung von 2400
Bäumen schwer geschädigt. Die Regierung
von Transjordanien hat Reservisten einbe
rufen, um die Bewachung der Grenze gegen
Palästina zu verstärken.
Der Bürgermeister von Haifa, Hassan Bey
Shukri, hat gemeinsam mit dem arabischen
Stadtverordneten an den britischen Ober
kommissar einen Brief gerichtet, in dem er
mit seinem und der arabischen Stadtverord
neten Rücktritt droht, falls nicht innerhalb
von zehn Tagen die Forderungen der Ara
ber erfüllt werden sollten. Die Araber wen
den nunmehr auch der Propaganda ihre Auf
merksamkeit zu. So wurde bei Mufti ein Pro
pagandabüro errichtet und arabische Propa
gandaabordnungen nach Aegypten und dem
Irak entsandt.
Die Ernennung des früheren Auslands
ministers Hoare zum Lord der Admiralität
bedeutet in Verbindung mit der italienischen
Stellungnahme ein erstes Anzeichen dafür,
wohin die elastische englische Politik jetzt zielt.
Auch der Besuch Edens beim Negus und des
sen Kommentierung in der englischen Presse
lassen darauf schließen, daß man sich durch
den Exkaiser zum mindeste» nicht das englische
Konzept verderben lassen will. Wir stehen also
zweifellos vor einer Wendung in der engli
schen Politik. Hoare ist eine zu stark ausge
prägte Persönlichkeit, um in der weiteren eng
lischen Willensbildung unbeachtet bleiben zu
können.
Wir verzeichnen die folgenden Meldungen:
DNB. London, 8. Juni. Der frühere Außen
minister Sir Samuel Hoare ist an Stelle von
Lord Monsell zum Ersten Lord der Admira
lität ernannt worden.
Hoare trat bekanntlich vor sechs Monaten
als Außenminister zurück, da der von ihm
gemeinsam mit dem französischen Minister
präsidenten Laval ausgearbeitete Plan zur
Regelung des abessinischen Streites in Eng
land auf schärfsten Widerspruch stieß. Er steht
jetzt im 66. Lebensjahr und gilt als eine der
fähigsten Persönlichkeiten der Konservativen.
Seit 1922 ist er fast ununterbrochen im Kabi
nett gewesen. Als sein Hauptwerk gilt die
neue Verfassung für Indien, die er im Jahre
1934 im Parlament einbrachte. Mit seiner Er
nennung zum Ersten Lord der Admiralität
wurde bereits seit längerer Zeit gerechnet.
In den Berichten ans London, die von den
römischen Abendblättern veröffentlicht wer
den, macht sich ein unverkennbar optimistischer
Ton geltend, der mit der Rückkehr Hoares in
das Kabinett in Zusammenhang zu bringen
ist. Der Londoner Vertreter der „Tribuna"
erklärt, diese Rückkehr sei ein symbolischer Akt.
Sie erfolge, da sich Hoares Anschauung inzwi
schen auch bei seinen Kollegen durchgesetzt habe.
Ferner herrsche eine ausgesprochene Tendenz
vor, den Boden für eine Verständigung mit
Italien zu suchen. Hoare werde der Wunsch
zugeschrieben, die englische Flotte aus dem
Mittelmeer zurückzuziehen. Bei den anderen
Mitgliedern des Kabinetts werde dieser
Wunsch wohl nicht mehr auf allzu starken
Widerstand stoßen, wenn, wie es die Presse
informationen verstehen ließen, die Möglich
keit eines Mittelmeerpaktes am Horizont auf
tauche. Dieser Pakt, von dem auch in einem
„Times"-Artikel zwischen den Zeilen zu lesen
gewesen sei, werde von einflußreichen politi
schen Kreisen Londons gewünscht. Falls mit
einem solchen Pakt Garantien für den freien
Trotz eingeleiteter Besprechungen, trotz der
Erklärung des neuen Ministerpräsidenten,
geht die Zahl der Streikenden nicht zurück.
Ihre Zahl wurde für Paris und Umgbung
am Freitagabend mit 210 000, die der Strei
kenden im Norddepartement mit 90 000 (ge
gen 60 000 am Freitagmorgen) angegeben. In
der Gegend von Lille wird die Zahl der Strei
kenden mit 30 000 beziffert. Vor den chemi
schen Werken Kuhlmann soll es zu verschiede
nen Zwischenfällen gekommen sein. In Rouen
soll die Zahl der Streikenden im Laufe des
Freitags von 3000 auf 12 000 gestiegen sein.
Weiter wird bekannt, daß der Pariser
Stadtrat beschlossen hat, den Familien der
streikenden Arbeiter Beihilfe zu gewähren.
Der Polizeipräfekt von Paris erklärte in der
Sitzung des Stadtrates, er werde alle Maß
nahmen treffen, um gegen die Verbreitung
falscher Gerüchte und gegen Fälle von Preis
steigerungen vorzugehen.
Das Ausbleiben der großen Tagesblätter
hat eine derartige Beunruhigung in die Be
völkerung getragen, daß ein immer noch an
haltender Ansturm des Publikums auf Le
bensmittelgeschäfte usw. erfolgte und Tau
sende von Käufern sich sogar mit Broten auf
viele Tage eindecken. Eine zweite Welle des
Ansturms richtet sich gegen alle Brennstoff
quellen. Es ist ein in Paris noch nicht erleb
ter Vorgang, daß am Donnerstag sämtliche
Tankstellen im Bannkreis der Hauptstadt völ
lig geleert und der Autoverkehr auf die
Hälfte des Normalen gesunken war. Die
wachsende sorgenvolle Erregung der Bevölke
rung wird naturgemäß noch gesteigert da
durch, daß ausgerechnet die roten und knall
roten Zeitungen nach wie vor erscheinen und
daß die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern
und Streikenden infolge der fortgesetzten
schweren Uebergriffe in das Eigentumsrecht
sich zerschlagen haben.
Zwar hat der neue Innenminister Salengro
eben erst erklärt, das Programm der Volks
front könne nicht die Anarchie sein. Aber die
bisherige völlige Untätigkeit der Behörden ge
genüber den durch den Streik geschaffenen Zu
ständen hat bereits eine fatale Aehnlichkeit mit
Anarchie. Es wird der Regierung der Volks-
Durchgang auf dem Wege nach Indien erlangt
werden könnten, so bestehe nach Meinung
dieser Kreise kein Grund, nicht zu einer voll
ständigen Aussöhnung mit Italien und damit
zugleich zu einer Besserung der gesamteuro
päischen Lage zu kommen.
Der Weg nach Indien bürge für den mate
riellen Zusammenhang des britischen Welt
reiches, während der Völkerbund eine der
Grundfesten seines moralischen Zusammen
haltes sei. Selbst wenn der Völkerbund auch
nur seiner äußeren Form nach gerettet wer
den könnte, werde London nicht so sehr darum
trauern, wenn es London nur gelänge, das
Wesentliche im Mittelmeer zu retten. Die Ge
neigtheit zur Aushebung der Sanktionen sei
in London deshalb noch nicht ausgeprägt, weil
man vorher noch den Wunsch habe, damit das
diplomatische Spiel in Gestalt des Mittelmeer
paktes zu gewinnen. Die vermutlichen Forde
rungen Englands an Italien dürften sein:
Garantien für das Mittelmeer, möglicherweise
ein ähnliches Abkommen sür das Rote Meer,
Nichtbesestigung der Insel Doumcrrah, Nicht
aufstellung eines Farbigenheeres in Ostafrika;
auf dieser Basis sollte es nach zuverlässigen
Londoner Informationen des Berichterstat
ters nicht schwierig sein, eine Wiederannähe
rung zu erreichen, wobei die neue französische
Regierung, die sich hinsichtlich ihrer Außen
politik nicht von ihren Vorgängern unter
scheide, England unterstützen werde.
* * *
8öen besucht den Negus.
DNB. London, 6. Juni. Außenminister
Eden stattete am Freitagnachmittag dem Ne-
gns in der abessinischen Gesandtschaft einen
etwa halbstündigen Besuch ab.
Die Unterredung, der man in England eine
gewisse Bedeutung beimißt, dauerte nahezu
eine Stunde. Ueber den Inhalt des Gesprächs
mit den Abessiniern wird noch strengstes Ge
heimnis beobachtet. Jedoch ist es klar, daß bei
dieser Gelegenheit dem Negus die Auffassung
der britischen Regierung über die Grenzen
der weiteren Aktivität des Exkaisers rückhalt
los bekanntgegeben worden sind. Der Negus
hat gestern erklärt, daß er sich in den nächsten
Tagen nach Lausanne begeben wolle, wo er ein
Haus für sich und seine Familie gemietet hat.
Offiziell wird der Abessinischen Botschaft
nach wie vor von der englischen Regierung der
volle Rang einer diplomatischen Vertretung
des Kaiserreichs zugebilligt, und die in Lon
don akkreditierten Staaten können sich daher
der Anerkennung dieses Status nicht entzie
hen.
front kaum erspart bleiben, sich endlich ener
gisch gegen die Volksfront zu wenden, wen«
Frankreich nicht nmsturzreif werden will.
Das Wichtigste sind aber die folgenden
schwerwiegenden Erklärungen der Gewerk
schaftsleitung:
In der Unterredung, die Leon Blum und
einige seiner Ministerkollegen mit dem Ge
neralsekretär des Allgemeinen Gewerkschafts
bundes, Jouhaux, hatten, wie es der Arbeiter
führer die Versprechungen Blums als unge
nügend zurück. Jouhaux erklärte, der Streik
könne nicht eher abgeblasen werden, bis die
Unternehmer die Verhandlungen über die
kollektiven Arbeitsvertrüge wiederaufgenom
men hätten.
Wegen der spontanen Natur des Streiks
könnten die Arbeiter nicht aufgefordert wer
den, die Arbeit wiederaufzunehmen, bis die
Unternehmer versprochen hätten, unbedingt
alle Forderungen der Arbeiterschaft zu erfül
len. Die Arbeiter könnten nur durch einen
tatsächlich greifbaren Sieg zufriedengestellt
werden.
Nicht einmal die Tatsache, daß das Regie
rungsprogramm den Streikenden sehr weit
entgegengekommen sei, habe die Arbeiter be
friedigen können. Sie wollten keine gesetz
lichen Maßnahmen, die im Parlament be
schlossen würden, sondern die Beugung vor
ihrem Diktat.
Man sieht also, daß die Lage noch immer
ernst ist.
» Ş ,
Feuerkreuzler wehren sich gegen
Slreikhetzer.
DNB. Paris, 6. Juni. (Eig. Funkm.) Das
Echo de Paris berichtet von einem bemerkens
werten Vorgang in einem Kaufhaus, dessen
Angestellte in größerer Zahl der Bewegung
der Feuerkreuzler angehören. Als die Ange
stellten dieses Warenhauses nach Schluß des
Arbeitstages ihre Arbeitsstätte verließen und
Streikende sie veranlassen wollten, dort zu
bleiben und sich dem Aufstand anzuschließen,
lehnten sie das ab, sangen gemeinschaftlich die
Marseillaise und brachten ein Hoch auf den
Führer der Feuerkreuzler aus.
Ne Forderungen der osimürkischm
Slutmschkreu.
Verstaatlichung der Rüstungsindustrie. —
Ausschaltung der Ostjuden.
DNB. Wien, 5. Juni. Auf einer Führerta
gung der ostmärkischen Sturmscharen tfl
Waidhofen an der Isbbs wurde eine Ent
schließung gefaßt und an den Bundeskanzler
geleitet, in der u. a. folgende Forderungen
aufgestellt wurden: Die Rüstungsindustrie
soll unter staatliche Kontrolle und Monopol
gestellt werden, die gesamte Jugendführung
soll neben dem Elternhaus in die Hände de->
Unterrichtsministeriums gelegt werden, die
Frontmiliz soll eng an das Bnndesheer ange
lehnt und von Berufsoffizieren geführt wer
den. Bei dem kulturellen Neubau Oesterreichs
soll der Einfluß der zugewanderten Ostjuden
zurückgedrängt werden.
* * *
Mgionsplff im Hause Ģaudhi.
DD. London, 5. Juni. Vor einigen Tagen
ist der Sohn des Führers der indischen Un-
abhängigkeitsbewegung zum Islam überge
treten. Dieser Schritt hat naturgemäß Auf
sehen erregt. Man kannte seine Hintergründe
nicht. Nun meldet „Daily Telegraph" aiw
Simla, daß der Hinduführer einen offenen
Brief an die Mohammedaner gesandt hat, der
schwere Angriffe gegen seinen zum Jslaw
übergetretenen Sohn enthält. In dem Brief
erklärte Gandhi u. a., daß sein Sohn — wie
jedermann wisse — dem Trünke verfallen und
verschuldet sei. Sein Glaubenswechsel sei kein
Verlust für den Hinduismus und seine Auf
nahme in den Islam bedeute eine Schwächung
dieser Religion.
* * *
Geschwader „General Wever".
Eine Ehrung durch den Führer.
DNB. Berlin, 6. Juni. (Eig. Funkm.) Der
Führer und Reichskanzler hat folgende Ver
fügung erlassen:
„Der erste Generalstabschef unserer wieder
erstandenen Luftwaffe, Generalleutnant We
ver, ist von uns gegangen. Mitten aus rast
loser Arbeit für seine Waffe ist er, beseelt von
dem festen Willen, auch im fliegerischen Ein
satz voranzugehen, auf dem Felde der Ehre
geblieben. In dankbarer Anerkennung seiner
hohen Verdienste und in dem Wunsch, seinem
leuchtenden Vorbild eine bleibende Stätte iU
der Luftwaffe zu schaffen, befehle ich:
Das Kampfgeschwader 263 führt fortan die
Bezeichnung „Kampfgeschwader General
Wever".
Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaf
ten tragen am Rock ein Erinnerungsband mit
dem Namen: „Geschwader General Wever"
Im Berliner BMuugliick-Brozetz
bekundeten gestern mehrere Zeugen, daß die
einzelnen Bohlen in der Baugrube mit beson
derer Sorgfalt eingezogen wurden. Von Be
deutung ist die Aussage eines Zeugen, der als
Tiefbauarbeiter unten im Schacht beschäftigt
war. Zufällig habe er sich, wie er erzählt, die
Bohlen zwischen den Trägern an der West--
feite des Brandenburger Tors angesehen und
dabei bemerkt, daß die Bohlen durch die Er^
messen eingedrückt waren. Er habe darauf èf
seinem Arbeitskameraden gesagt: „Sieh' nun/
wenn das nachgibt, haben wir hier ein Mas"
sengrab!" Wenige Zeit vor der Katastrophe er
hielt dieser Zeuge vom Schachtmeister den Auf
trag, Zementsücke nach oben zu bringen. ®, sty
war seine Rettung) denn kurz danach ereig-
nete sich der Einsturz.
Ein anderer Zeuge ist dem sicheren Tode da
durch entgangen, daß er eine halbe Stunde »y
dem Einsturz den Auftrag erhielt, einen Kos
legen abzulösen, der an seine Stelle in du
Baugrube hinunter mußte, während er — der
Zeuge — oben eine andere Arbeit verrichtest
sollte. „Der Kamerad, der mich ablöste, ist ststst
meiner in den Tod gegangen") mit diesem
Worten beendete der Zeuge seine Aussagt'
Dem toten Schachtmeister Dümcke und dcM
Angeklagten Noth stellt der Zeuge das best
Zeugnis aus. Beide hätten sich stets hilfsbereu
und kameradschaftlich den Arbeitern gegenübe
gezeigt. Die Verhandlung wurde nach Vernest-
mung weiterer Zeugen, die nichts Wesens
liches aussagen konnten, auf Freitag vertag'
Ein Ende der Beweisaufnahme ist vorerst
noch nicht abzusehen, obwohl bereits 89
gen gehört worden sind) es sollen noch etwa 0
Zeuge« vernommen werden.
Trauerbeflaggung am 6. Juni anläßlich
Beisetzung des Generalleutnants Wever.
Führer und Reichskanzler hat angeordnet, ststst
aus Anlaß der Beisetzung des Chefs des ®'
neralstabes der Luftwaffe, Generalleutna
Wever, sämtliche Dienstgebäuöe der Partei m.
der angeschlossenen Verbände am Sonnabcst '
dem 6. Juni, Trauerbeflaggung zu hisse
haben.
* ui
Der schweizerische Nationalrat hat a .
Freitag die Annahme der neuen Wchrvorlas
mit 159 gegen 11 Stimmen beschlossen.
Die revolutionäre Spannung wächst
Eine bezeichnende Erklärung
der französische» Streikleitung
3
gen
bu,
ent
Lax