Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Der Verlauf des Men Ochsen- oder Heerweges 
in der Nahe der Stadt RendsdNrg 
Ņo ging der „Ochsenweg" oder „Heerweg" 
«klang? Nach dem Vortrag Direktor Lunds, 
er vor einiger Zeit in Rendsburg stattfand, 
der Verlauf des Weges von Jütland bis 
T^rgbrück bekannt. Herr Lund vermutete, daß 
er Weg von dort ab weiter nach SW. ging 
rnd Rendsburg nicht berührte. Eine Skizze 
J* Rendsburger Heimatmuseum, nach dem 
»Gpenhagener Prof. La Court angefertigt, läßt 
en Weg über Brekendorf, Duvenstedt, Borg- 
liedt nach Höbet verlaufen. Im Rendsburger 
vermatbuch steht (Ş. 199), daß die heutige 
^chleswiger Chaussee der alten Landstraße 
Ältona-Kolding folgte. Als Baujahr wird dort 
Ms Jahr 1845—46 angegeben. 
Diese drei Angaben über den Wegelauf sind 
>")r verschieden, wie man sieht. Trotzdem 
Kraucht die eine Möglichkeit die andere nicht 
uszuschließen, denn es ist ja nicht sicher, daß 
.5? Weg im Laufe der Geschichte und Vorge 
richte immer denselben Verlauf gehabt hat. 
^Mes wird allerdings richtunggebend gewesen 
! etrt für alle Wege bis in die, letzte Zeit, und 
ist die Gestalt, die Beschaffenheit und die 
Bewachsung des Bodens. 
Gerade von diesen geographischen Gesichts 
punkten aus ist ein Vergleich der verschiede- 
»du Wegerouten recht anziehend. Je älter der 
^eg, desto mehr ist er an die natürlichen Ge 
gebenheiten gebunden. 
Wenn erst die neue Autostraße zur Tatsache 
geworden ist, dann wird man vier, wenn nicht 
wgar fünf Perioden der Wegeführung verglei- 
Ņ können, u. man wird dabei feststellen, daß 
, c ' der Linienführung die natürlichen Grund 
igen des Bodens usw. immer weniger aus- 
lchlaggebend, dagegen die Geradlinigkeit der 
>luienführung und die Kürze der Verbindung 
lwwer maßgebender werden. 
Es ist daneben auch eine überaus eindring- 
Uche Geschichtsstunde, wenn man ein Stück des 
ulten Heerwegs entlangwandert und sich dabei 
Erstellt, daß dies vor noch nicht allzulanger 
şit die einzige Verbindung des Nordens mit 
dem Süden war! 
Beginnen wir unsere Wanderung bei Klein- 
Dannewerk. In wechselnder Breite zieht sich 
der Weg entlang. Wo er schmäler ist, läßt sich 
Meistens heute noch an alten Wallresten die 
ehemalige Breite erkennen. Auf einer Höhe 
geht der Weg durch den „Kohgraben", einen 
r , ‘~~©. gerichteten hohen Wall mit südlich vor 
gelagertem Graben. Vielleicht handelt es sich 
h^er um eine alte Wegsperre gegen Angriffe 
von Süden? 
Ganz in der Nähe zeugen einige Hünen 
gräber von der vorgeschichtlichen Bedeutung 
des Weges. Hinab geht's ins Tal der oberen 
^rheider Au, die bis vor kurzem durch eine 
Drücke aus. Feldsteinen (Findlingen) Über 
tritten wurde. Heute ist die Au auf eine län 
gere Strecke in Röhren verlegt. Die hier lie 
genden Stellen tragen den Namen „Ochsen 
oger". Ich nehme an, daß hier Viehtränke 
Md Wirtschaft gelegen haben. Wir werden 
uch späterhin noch öfter erinnert werden an 
îe Viehtransporte der alten Zeit. Nach Miel- 
?rrg zu lagern heute große Mergelhaufen in 
Mitte des Weges. Trotzdem ist noch immer 
für je einen Weg an jeder Seite! In 
Nielberg finden wir zweierlei Auffälliges. 
Mnmal Hünengräber westlich der Straße und 
is Gegensatz dazu Siedlungsbauten der letz- 
Jahre, die durch ihre Form und die reich- 
iche Verwendung von Blech als seltsame 
Fremdkörper in der Landschaft wirken. Doch 
ll'der zu unserem Weg. Wir müssen ihn jetzt 
erlassen. Er ist nur noch an dem Verlauf der 
Eeldgrenzen zu erkennen. Wir gehen daher 
Mch Osten zu an die heutige Landstraße, die 
ir nach Süden verfolgen bis zur Biegung 
,ven nördlich von Kropp. Hier finden wir wie- 
sr ein Stück des alten Weges, das man noch 
Zcht beackert hat. Ganz vergessen und schein- 
0r zwecklos liegt das kleine Ende Weg vor 
Uns. 
-.^Wir gehen aus der Landstraße weiter nach 
roppcrbusch und biegen dort auf den Weg 
, och Osten ein. Nach einigen 100 Metern tref- 
wir dann wieder den Ochsenweg, der nach 
i> 3n nur ein kleines Stück noch besteht, 
ach Süden zu aber weiterführt. Hier lag die 
^ o Wirtschaft Kropperbusch. Sie ist nach dem 
M der neuen Landstraße abgebrannt und 
ün an der heutigen Stelle wieder aufgebaut 
tz Mden. Jetzt hat der Wirt au seine Durchfahrt 
os weit bekannte Sprichwort angeschrieben: 
Dr Mst Kropperbusch noch nicht vorbi!" Das 
^vrt galt einstmals für die von Norden kom- 
^?nden Reisenden, die im Kropperbusch. einem 
Menwald, oft ausgeplündert wurden. 
^Heute zieht sich ein gleichförmiger Nadel- 
^ld längs des alten Weges hin' und greift 
"weise auf ihn über. 
t.ÀŅi der „Schäferei" sind wir in der 2. Wirt 
est Kropperbusch angekommen. Ochsenkoppel 
^Urde die Stelle früher auch genannt, da der 
Uh* e . r einen Platz für die vorbeiziehenden 
hier oft rastenden Ochsenheröen eingekop- 
. hatte. Der Herr Sierk in der „Schäferei" 
tz Ech noch allerhand vom Vater und Großvater 
* öer Zeit des alten Weges. Unsicher war 
es hier! Einem früheren Besitzer haben Diebe 
einmal die Wand des Hauses eingedrückt und 
zwei ganze Betten gestohlen! Schlecht war der 
Weg, gut ist er ja auch heute nicht, wie der 
Augenschein lehrt. Vier Pferde wurden von Wirt 
schaft zu Wirtschaft ausgeliehen als Vorspann, 
um die Wagen durchzubringen. Groß war der 
Pferdeverbrauch infolgedessen. Um die Wirt 
schaften herum wurde daher so manches Pferd 
verscharrt, dessen Reste man heute findet, oder 
Stellen andersgefärbten Bodens deuten beim 
Pflügen auf solche „Pferdegräber", wie der 
Volksmund sie nennt. 
^Die Postbeförderung geschah bei wichtigen 
Sachen zu Pferde. Bei besonders eiligen Brie 
fen, kenntlich an drei Kreuzen, mußte dauernd 
geritten werden, was Pferd und Reiter her 
gaben, die dann bei der nächsten Wirtschaft 
wechselten. 
Oestlich von diesem „Kropperbusch Nr. 2" 
sehen wir einen großen Grabhügel. Urnen 
und Steinsetzungen sind früher auch beim 
Pflügen gefunden worden. 
Weiter nach Süden zu kommen wir an den 
„Heerwegskoppeln" vorbei. Dieser Flurname 
zeigt uns besser als Ochsenweg die Bedeutung 
der alten Straße. 
In Feldscheide treffen wir eine früher sehr 
bedeutsame ehemalige Wirtschaft, lag sie doch 
an der Abzweigung des alten Weges nach 
Husum, der von hier aus über Heidvunge nach 
Kropp und Rheide führte. Das Vieh der West 
küste bis hinauf nach Tondern ging über die 
sen Weg nach Süden. 
Der erste Teil dieses Weges bis ungefähr 
nach Heidbunge heran ist noch vorhanden und 
wird Beerweg (?) genannt. Im Kropper Forst 
ist der Weg gelegentlich kenntlich an Wällen 
und am schlechten Baumwuchs. Schließlich fin 
det er sich wieder im Wege längs der Krop 
per Anstalten. 
Bei Feldscheide fällt ein Stein auf mit der 
Inschrift: „Los von Dänemark 1864", den der 
frühere Besitzer des Hofes hat anfertigen las 
sen. Ein gleicher Stein soll bei Heidbunge ge 
standen haben. 
Solange die Wirtschaft noch am alten Wege 
lag, gab es beim Kröger immer eine reiche 
Auswahl an Spazierstöcken. Wenn der Po 
stillon auf eiligen Aufbruch der Reisenden 
drängte, blieb eben so manches Stück liegen, 
ähnlich wie es heute vergeßlichen Reisenden 
auf der Eisenbahn geht! 
Bei Sorgbrück führte der Weg früher an 
anderer Stelle über die Sorge, ungefähr dort, 
wo heute das kleine Haus am Nordufer steht. 
Steine im Flußbett sollen die Stelle noch heute 
erkennen lassen. Die Wirtschaft Sorgbrück 
war auf der kurzen Strecke von 6 Klm. bis 
Kropp die vierte! Auch hier hat man beim 
Graben erstaunlich viele Viehknochen gefun 
den um das Haus herum. 
Wie verlief der Weg nun von hieraus wei 
ter nach Süden? Zwei große Gebiete scheiden 
für jeden Weg aus, nämlich das Duvenstedter 
und das Fockbeker Moor. 
Zwischen diesen beiden Gebieten zieht sich 
ein Dünensandstreifen entlang, den ungefähr 
Merrutenberge 
Auf die bäuerlichen Speicherbauten legte die 
Forschung bisher wenig Wert. Und doch stel 
len diese Bauten ein wichtiges Glied in der 
Baugeschichte unseres Bauernhauses und sei 
ner Wirtschaftsräume dar. Zu diesen Bauten 
gehören neben den Bohlscheunen Nordschles 
wigs und den Kornspeichern der Probstei auch 
die Vierrutenberge, die an der Westküste, aber 
auch in Holstein noch vereinzelt zu finden sind. 
„Wie weit die Getreidespeicher mit den Vier 
rutenbergen von der Westküste Schleswig-Hol 
steins zusammengehen, beziehungsweise davon 
abzuleiten sind, will ich dahingestellt sein las 
sen; daß sie sachlich dazu gehören, steht außer 
Frage", schreibt mir Professor Dr. Otto Leh 
mann, der verdienstvolle Erforscher des schles 
wig-holsteinischen Bauernhauses. 
Die ursprüngliche Form des Vierrutenber 
ges hat Professor Dr. Richard Haupt in einem 
Aufsatze „Der Bergfrit oder Bergfried" (Die 
Heimat, 1933) folgendermaßen beschrieben: 
„Es werden vier lange Pfähle, Ruten genannt, 
fest in den Boden gepflanzt, im Viereck auf 
gestellt, so daß man dazwischen die Vorräte 
aufschichten mag, deren Bestand allmählich hoch 
hinauf anwächst. Zur Sicherung gegen die 
Witterung ist oben ein leichtes Dach erforder 
lich. Dafür ist die Einrichtung getroffen, daß 
es beweglich ist, auf- und abwärts verschieb 
bar. Zu solchem Behufe sind die Ruten passend 
durchbohrt, daß man Pflöcke e>nschieben kann, 
gewissermaßen Knöpfe für ihre Knopflöcher." 
Die Vierrutenberge dienten zum Aufbewah 
ren von Heu und frisch geerntetem Getreide, 
also zum Bergen von Erntevorräten. Damit 
ist aus der Bauweise und der Zweckbestim 
mung auch der Name Vierrutenberg erklärt. 
Die von Haupt geschilderte Bauart ist wohl 
die ursprünglichste Form des Vierrutenberges 
gewesen. Später ging man daran, den unteren 
Raum zu umkleiden, wie das heute noch bei 
zwei Vierrutenbergen in Dithmarschen, in 
Süderhastedt und Rederstall nämlich, der Fall 
ist. Das verschiebbare Dach hat man hier noch 
beibehalten. Wo man aber Vierrmenberge auf 
Gehöften errichtete, wurde die Verschiebbar 
keit des Daches überflüssig. So trifft man auch 
Formen mit unbeweglichem Dach an. Einen 
völlig umschlossenen Vierrutenberg mit festem, 
allseitig abgeivalmtem Dach zeigt unser Bild. 
Er befindet sich auf dem Gehöft Ferd. Griep in 
Bargstedt und wurde eben nach 1870 errichtet. 
Die Wetterseite ist mit Ziegeln bekleidet, und 
einen Stall hat man hier noch angefügt. Noch 
heute dient dieser Vierrutenberg zur Unter 
bringung von Heu. In Bargstedt gab es frü 
her noch zwei Vierrutenberge mehr. Jedoch 
längst vor dem Weltkriege sind sie ■ abgebro 
chen worden. In Brammcr stand auf dem Ge 
höft Carsten Matthießen (jetzt Sinn) ein Vier 
rutenberg, der einige Jahre vor dem Kriege 
einem größeren Dorfbrande zum Opfer fiel. 
Wünschenswert wäre es, wenn die wenigen 
noch vorhandenen Vierrutenberge als Zeugen 
früherer bäuerlicher Kultur erhalten blieben. 
Denn die Vierrutenberge sind alt; schon in 
frühgeschichtlicher Zeit dienten sie dem gleichen 
Zweck wie auch heute noch. So zeigte die Aus 
stellung „Volk und Rasse" einen Vierruten 
berg auf einem ostgermanischen Gehöft der 
Völkerwanderuugszeit. Verwandt ist er übri 
gens auch mit dem Vierkant des friesischen 
Hauses an der Westküste Schleswig-Holsteins. 
Zum Schluß bitte ich noch, mir von dem 
Vorhandensein weiterer Vierrutenberge 
Kenntnis geben zu wollen, auch von solchen, 
die abgebrochen oder durch Feuer vernichtet 
worden sind. Für freundliche Mitteilungen 
wäre ich dankbar. Anschrift: Rendsburg, 
Bastion 12. Claus Wulf. 
Vierrutenberg i« Bargstedt. 
Lichtbild: Cl. Wulf. 
die heutige Chaussee benutzt und dem auch die 
alte Landstraße um 1800 herum folgte. Nen 
nen wir dies den Weg 1. 
Hart am Westrande des Fockbeker Moores 
entlang durch das Gebiet der Loher Heide las 
sen sich wiederum Wegespuren erkennen bis 
heran an den Weg Lohe—Fvckbek. Nennen wir 
das Weg 2. 
Schließlich ziehen sich Spuren in der Heide 
entlang parallel zum Wege von Lohe nach 
Hohn bis in die Nähe der Garlbeksbrücke: 
Weg 3. 
Eine vierte Linienführung läßt sich feststel 
len, sie ging etwas östlich vom Bahnhof Garl- 
bek zur Westseite Fockbeks: Weg 4. 
Verfolgen wir einmal den Weg 1, den letz 
ten Vorgänger unserer heutigen Chaussee! 
Der Weg führte von Sorgbrück ab dicht an 
der Sorge entlang auf den Koppeln. Erst beim 
Wiederbeginn der Heide bei Hasenknüll ist der 
alte Weg wieder 100 Meter nördlich der 
Chaussee in der alten Gestalt mit seinen vie 
len zerfahrenen Geleisen zu finden. Er führt 
gerade aus die Brandreste einer kleinen Bau 
ernstelle zu. Erst kurz vor dem Hause brechen 
die Wegspuren plötzlich ab. 
Weiter nach Rendsburg zu führt der Weg 
durch die Heide ungefähr parallel zur heutigen 
Straße. Erstaunlich gnt haben sich in der Heide 
an manchen Stellen noch die Wagengeleise er 
halten. Sie zeigen, daß man früher keine ein 
heitliche Spnr eingehalten hat. Ueber unge 
fähr 100 Meter verteilen sich die verschiedenen 
Routen. Daß sie tatsächlich aus früheren Zei 
ten herstammen, kann man schon daraus sehen, 
daß die heutigen Wälle die Spuren durch 
schneiden. 
Der Hauptweg scheint durch die flache Mulde 
geführt zu haben im Nordteil des kleinen 
Fichtenwäldchens, dann immer entlang am 
Südrande des W.—O. gerichteten Sandrük- 
kens. Da hier zu manchen Zeiten wohl die 
Feuchtigkeit zu groß war, ist man auch nörd 
lich des erwähnten Sandrückens in dem ma 
lerischen Tal vor der Krummenorter Düne 
hindurchgefahren, wie manche eingefahrene 
Spur zeigt. Vielleicht verdankt dieses Dünen 
gelände überhaupt seine Entstehung z. T. dem 
Flugsand, der durch den Weg dauernd erzeugt 
wurde? 
Eben nördlich der Wegebiegung bei Ahren- 
stedt geht der alte Weg am Rande des dort 
gelegenen kleinen Waldstücks entlang. Auch 
hier finden wir wieder Sanddünen und alte 
Wälle, die aber wegen der Waldbedcckung 
schlecht zu übersehen sind. Weiter ging es zu, 
Wirtschaft Ahrenstedt, wo früher zwei große 
Scheunen standen, die zur Nächtigung der 
durchziehenden Viehherden dienten. Bis zu 
200 Stück Vieh konnten hier untergebracht 
werden. Von nun ab ist der alte Weg nicht 
mehr festzustellen. Lediglich steiniger Grund 
im Pfluglande deutet darauf hin, daß er strek- 
kenweise dicht neben der heutigen Chaussee ver 
lief. Er wird also dieser wohl von nun ab bis 
Rendsburg gefolgt sein. 
Handelt es sich bei dem eben beschriebenen 
Weg nun tatsächlich um den ältesten Weg? Ich 
vermute, daß der nun zu beschreibende Weg 2 
über die Loher Heide älter ist. Wandern wir 
also einmal diesen Weg entlang. 
Bei der Wirtschaft Sorgbrück wenden wir 
uns genau nach Süden und gehen am Ost 
rande der niederen Kiefern entlang. Daß wir 
dabei einen kleinen Steilhaug überwinden 
müssen, braucht uns nicht stutzig zu machen. 
Er ist der Rand einer früher hier genutzten 
Kiesgrube. Bald gelangen wir in ein Tal, das 
von zwei parallelen Sandrücken begleitet wird. 
Heute benutzt diese Route eine Schneise. Tief 
ausgefahrene Geleise verlaufen im Grunde. 
Kurz vor dem Beginn des Holzes verläßt der 
Weg diese Schneise und wendet sich etwas 
nach Osten ab, um im Holz zu verschwinden, 
wo er schwer zu erkennen ist. In der Verlän 
gerung des bisher durchwanderten Teiles ge 
langen wir dann aber wieder auf das unge 
fähr nach Süden zeigende Wegestück, das den 
Südostrand des Loher Forstes begleitet. Nun 
führen weiterhin eine ganze Reihe Spuren 
über den Heidestreifen zwischen dem Fockbeker 
Moor und dem Loher Weg, dabei dauernd die 
Wälle querend, an die Nordostecke des kleinen 
Wäldchens eben nördlich von Fockbek. Hier 
münden die Spuren in den Loher Weg, und 
ich möchte annehmen, daß der alte Weg dann 
mit diesem Weg zusammenfällt. 
Welche Gründe sprechen nun dafür, daß die 
ser Weg älter ist, als der über Ahrenstedt? 
Dieser letztere Weg führt zum großen Teil 
über Moorboden, worüber der Sand nur in 
einer mehr oder weniger dicken Schicht aufge 
weht ist. Noch heute ist das Gelände nördlich 
von Ahrenstedt recht feucht, und solche Weg 
strecken hat der Heerweg immer gemieden. 
Dagegen führt der Weg über die Loher Heide 
dauernd über festen, trockenen Grund. 
In der Geschichte werden die Schlachten auf 
der Lohheide genannt. Ich möchte nicht anneh 
men, daß die damaligen Kampfgebiete weitab 
von der Heerstraße lagen. 
Schließlich deuten die vielen tiefen Spuren, 
die Flugsandaufwehungen und vielleicht auch
	        
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