Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst
Durchführungsbeftim-
Utungen zum LierzuchLgefetz
Nach der Reichsgesetzblatt soeben veröfsent-
lchten 1. Verordnung zur Förderung der Tierzucht
ürfen Hengste und Bullen, Eber, Schaf- und
olegenböcke erst dann zum Decken verwendet wer-
Ctt > wenn sie angekört sind. Damit wird der für
Obrere Länder und für einige Tierarten schon
stehende Körungszwang auf fünf wichtige Haus
warten ausgedehnt und für das gesamte Reichs-
êebiet einheitlich geregelt. Künftig wird im Bezirk
^àer Landcsbauernschast ein Köramt mit fünf Ab
düngen gebildet, das vom Landesbaucrnführer
Leitet wirb und für die Gesamtdurchsührung der
wrungen im Bereich der Landesbauernschaft ver
antwortlich ist. In den Bezirken der übrigen Ver
waltungsbehörden werden entsprechende Körstellcn
^bildet. Die Verordnung bestimmt, das; zu Leitern
^ Mitgliedern der Körstellen die besten mit den
glichen Verhältnissen in der Tierzucht vertrauten
Sachverständigen zu bestellen sind. Es soll ange
hebt werden, die Körstellen bei den schon bestehen-
/ņ Einrichtungen zur Förderung der Tierzucht
5u bilden. Bezahlte Arbeitskräfte dürfen nur unter
besonderen Verhältnissen eingestellt werden.
Für jede Ticrgattung werden nur einmal im
Hhr Hauptkörungen veranstaltet, denen die Vater-
we in einem bestimmten Mindestalter zuzuführen
hb. Reu eingeführt werden Sonderkörungen,
^'kse sollen auf Verkaufsveranstaltungen und
. Usstellungen anerkannter Züchtervereinigungen
httfinden, um den Bauern und Landwirten Ge
reichest zu bieten, gekörte Batertiere zu erwer-
dü. Als Leistungsnachweis soll bei den Körungen
ausreichender Abstammungsnachweis über
Pistungen des Batertieres und seiner Vorfahren
^bracht werden. Bei der Körung stellt das Kör-
°wt oder die Körstelle dem Halter des VatertiereS
^J tt Körbuch aus. In diesem Körbuch werden zwei
^ten der Deckerlaubnis für die Zuchtklassen A
^der B unterschieden. Vatertiere mit Dcckerlaubnis
r die Znchtklasse A dürfen auch zum Decken
sh
fürder Tiere verwendet werden, während die
^ckerlaubnis der Znchtklasse B nur das Decken im
Szenen Betrieb des Halters gestattet. Wichtig ist,
diese Tiere zum Decken fremder Tiere auch
hcht unentgeltlich verwendet werden dürfen. Die
kosten der Ankörung werden vom Reichsnährstand
^tragen, dem auch die Gebühren zufließen, die
hr die Anmeldung zur Körung und für die Er-
'rllung der Deckerlaubnis erhoben werden können.
Die Verpflichtung zur öffentlichen Haltung von
^«tertieren wird den örtlichen Verhältnissen au
fpaßt. Ziel dabei ist, daß für alle Viehzüchter
?ügekörte Vatertiere zum Decken zur Verfügung
?îhen. Als Maßstab gilt, daß für eine Zahl bis zu
hveils hundert deckbaren Rindern, sechzig Sauen,
^Ģzig Schafen oder achtzig Ziegen in jeder Ge
hende wenigstens je ein angckörtes Vatertier mit
^rckerlaubnis A 1 vorhanden sein muß. Als Deck-
hlaubnis A 1 gilt eine Deckcrlaubnis A, bei der
^4 der Halter des VatertiereS gegenübr dem Kör-
hnt verpflichtet, das Vatertiere uneingeschränkt zum
^cken fremder Tiere zur Verfügung zu stellen,
hîese Bestimmung bedeutet im übrigen für mehrere
hinder keine wesentliche Aenderung der bisherigen
Urschriften. In kleineren Gemeinden als den hier
hnannten, braucht kein besonderes Vatertier gehal-
cu zu wrden, falls ein entsprchcndcs Vatertier
einer anderen Gemeinde auch für die weiblichen
^we der kleineren Gemeinden zur Verfügung
^stellt wird, oder wenn die Vatertierhaltung auf
hnossenschaftlichem Wege geregelt wird. Ist dies
HĢt möglich, so können allerdings die Gemeinden
öffentlichen Haltung der erforderlichen Vater-
gezwungen werden. Die Kosten müssen in
hsem Falle auf die Halter der weiblichen Tiere
^gelegt werden.
Die Verordnung regelt schließlich noch die Be-
hndlnng nicht gekörter und aügekörter Vatertiere,
Hengstreiterei, die Kennzeichnung des Aufstel-
hņgsortcs des angekörten Batertieres sowie die
hstsetzung der Deckgelder. Sie enthält ferner Be
zwungen über die Verwendung von weiblichen
ZUchtti
r ? vttieren. Zu erwähnen ist schließlich noch die
. ŗrnächtigung für den Beauftragten des Reichs-
hhrstandes für die deutsche Tierzucht, nach der auf
hhn Anordnung im Gesamtgcbiet oder in Teil-
hieten der einzelnen Landesbauernschaften nicht
^,'ärte und abgekörte Vatertiere innerhalb einer
^gesetzten Frist unfruchtbar zu machen oder zu
Yachten sind.
.^Die Neuregelung tritt am 1. September 1936
J Ķraft. Durch Uebergangsvvrschriften wird aber
^^e allmähliche Ueberleitung aus dem bisherigen
i.htand sichergestellt, so daß Schädigungen durch
^stürzte Maßnahmen verhindert werden.
beginn des Reichshandwerkertags
in Frankfurt
Frankfurt am Main, die Stadt des deutschen
^ ņdwerks, ist wieder einmal zu einem Reichshand
tz ^ertag gerüstet, der diesmal in den Tagen vom
« "ìs zum 10. Juni die Männer des deutschen
p ^dwerks in den Mauern der alten Mainstadt
"ammelt.
yşìn Empfang der in- und ausländischen Presse-
hìs/^ter im festlich geschmückten Bürgersaal des
tz^ischen Römer war am Freitagnachmittag der
9t/î' ntt dieser festlichen Tagung. Nach einer Be-
Nw; "9 der Gäste durch den Leiter des Presse-
der Deutschen Arbeitsfront, Biallas, richtete
Meister Staatsrat Dr. Krebs sah. Reichshandwerks
meister Schmidt richtete herzliche Dankesworte an
die Vertreter der deutschen Presse, die durch ihre
vorbildliche Arbeit in den letzten drei Jahren ein
gut Teil zum Neuaufbau des deutschen Handwerks
beigetragen habe. Das Fundament sei gelegt, das
deutsche Handwerk stehe heute fest in der Bewegung
und in der Deutschen Arbeitsfront. „Arbeit und
Ehre" sei heute wieder der Leitspruch des deutschen
Handwerks und unter diesem Leitspruch stehe auch
der diesjährige Handwerkertag. Das deutsche Hand
werk wisse, daß es mit seiner Arbeit vor allem
dem deutschen Volk zu dienen habe. Es habe keine
neue Forderungen und sei zufrieden. Er habe daher
die Hoffnung, daß die gute Zusammenarbeit zwi
schen Presse und Handwerk auch weiterhin bestehen
bleiben möge.
Am Abend fand dann im Opernhaus eine Fest
vorstellung „Die Meistersinger von Nürnberg"
statt.
Ein neuer Textiles hstoff?
Ein Warschauer Blatt berichtet in großer Auf
machung über die Möglichkeit der Verwendung
eines neuen Textilrohstoffes, der im Inland ange
baut werden könnte. Es handelt sich um den kana
dischen Cotina - Strauch, ein baumwollähnliches
Gewächs, das in Kanada seit einigen Jahren in
der Textilindustrie angewandt wird und dessen An
bau in Polen möglich und lohnend sein soll. Ver
suche in einer Fabrik sollen ergeben haben, daß
Cotina mit gutem Erfolg der Baumwolle beige
mischt werden kann.
Verein der Rotbuntzüchter im Kreise
Rendsburg
Iahresmitgliederversammlung in Hohenwestedt
Die diesjährige Mitgliederversammlung des Ver
eins der Rotbuntzüchter war mit etwa 160 Züch
tern aus den verschiedenen Bezirken des Kreises
recht gut besucht, ein Zeichen, daß der Wille zur
verstärkten züchterischen Arbeit an der im Kreise
bodenständigen Rotbuntzucht lebendig ist. Der
Kreisvereinsleiter, Bauer Hans Lohse, Nindorf,
begrüßte außer den Züchtern insbesondere den
Verbandsleiter Hans Stieper-Brinjahe, Landwirt-
schastsrat Heinrich von der Landwirtschaftlichen
Schule in Hohenwestedt und die Tierzuchtinspek
toren vom Verband „Rotbunte SchleSwig-Holstci-
ner", Dr. Ratjen und Dr. Sell-Neumünster. Aus
dem vom Kreisvereinsleiter Lohse erstatteten Ge
schäftsbericht ging hervor, daß der Kreisverein
einen nennenswerten Zuwachs an Mitgliedern ge
habt hat. Im Besitz der Vereinsmitglieder befinden
sich gegenwärtig 5806 Herdbuchkühe. Lohse ivies
dann weiter auf die im vergangenen Jahre zum
ersten Male durchgeführte Nachzuchtprämiierung
hin, die in Zukunft alljährlich wiederholt werden
soll. Weiter streift er das Rcichstierzuchtgesetz und
die Pflichtkontrolle. Trotz der hemmenden Auswir
kung der Maul- und Klauenseuche, die insbesondere
die Arbeit in einigen der für die Rotbuntzucht
wichtigsten Kreise stark beeinträchtigte, ist das ver
flossene Jahr für die Notbuntzucht nicht ungünstig
gewesen. Besonders erfreulich ist für die Rvtbunt-
züchter, daß die rund 20 000 kontrollierten rotbun
ten Kühe im vergangenen Jahre in der Fettmenge
nicht nur den Provinzdurchschnitt übertreffen, son
dern in der Fettmenge auch vor den übrigen Ras
sen der Provinz die Spitze halten. Diese Tatsache
wiegt um so schivcrer, als im Zuchtziel sowohl
gute Fleischleistung wie gute Milchleistung erstrebt
wird. Der der Zucht eigene gute Fettgehalt der
Milch, der im Durchschnitt der Kontrolljahre etwa
3,10 Proz. beträgt, übertrifft den aller übrigen
bunten Niederungsschläge. Die Leistungsfähigkeit
der Zucht steht außer allem Zweifel.
Aus dem Bericht der Kassenprüser ging hervor,
daß die Kasse ordnungsgemäß geprüft und geführt
worden ist und einen günstigen Stand aufzuweisen
hat. Dem Vorstande wird Entlastung erteilt. Die
bisherigen beiden Rechnungsprüfer Mchrens-Jn-
nien und Sievers-Ninöorf wurden wiedergewählt.
Für Hohenwestedt und Hademarschen sind in die
sem Jahre Bezirksticrschauen vorgesehen und sol
len bei der Lanöesbauernschaft beantragt werden.
Wenn der Kreis Rendsburg weiterhin frei von
Seuche bleibt, ist zu hoffen, daß diese beiden
Schauen durchgeführt werden können.
Tierzuchtinspektor Dr. Ratjcn-Neumünster be
richtete über die Stammbnllcnnachzuchtprämiiernng
im Herbst 1985. Nachdem er noch einmal eingehend
die züchterische Bedeutung der Nachzuchtprämiierun
gen dargelegt hatte, unterzog er die vorgestellten
Sammlungen einer Kritik. Der Erfolg der ersten
Veranstaltung dieser Art sei bereits recht gut ge
wesen, jedoch sei eine noch stärkere Beteiligung in
Zukunft wünschenswert. Die anschließende Züch
terversammlung sei besonders interessant und lehr
reich, so daß kein Züchter hier fehlen dürfe.
Tierzuchtinspektor Dr. Sell-Neumünster behan
delte anschließend die Stammbullenschau und Ver
steigerung im April dieses Jahres in Neumünster.
Mit dieser Veranstaltung sei eine Lücke in der
Reihe der züchterischen Veranstaltungen des Ver
bandes „Rotbunte Schleswig-Holsteiner" geschlos
sen. Es sei nunmehr allen Kreisen eine gute Ge
legenheit geschaffen, Stammbullen über die Zahl
der zur Elite-Schau gelangenden Tiere hinaus der
Züchteröffentlichkeit vorzuführen. Für die Bcschik-
kung in Neumünster kämen in erster Linie die
Kreise Rendsburg, Eckcrnförbe und Schleswig in
Frage, außerdem die östlichen Kreise der Provinz.
Die Güte der in diesem Jahr nach Neumünster ent
sandten Stammbullen sei zum Teil recht erfreulich
gewesen. Die Spitzenbullen der Schau seien auf
keiner anderen Stammbullenschau des Verbandes
besser gezeigt worden. Auch die Abstammungs- und
Leistungsnachweise der meisten Stammbullen seien
derart, daß eine gute Vererbung erwartet werden
könne. Die Zahl der in den ausstellenden Kreisen
selbst gezüchteten Bullen sei aber zu klein. Nament
lich im Kreise Rendsburg, der für die Landesrot
buntzucht große Bedeutung habe, müsse man sich an
der Aufzucht guter Bullen noch stärker als bisher
beteiligen.
Alsdann gab Dr. Sell einen ausführlichen Be
richt über die Rotbuntzucht auf der Rcichsnähr-
standsschau in Frankfurt am Main. Er wies dar
auf hin, daß beim Richten in diesem Jahre auch
die Leistung beivertct worden sei. Hierfür sei ein
Punktversahren ausgearbeitet, das im einzelnen
erläutert wurde. Sehr wesentlich auch für die
schleswig-holsteinische Rotbuntzucht ' sei die Neure
gelung der Nichtersragc. Als Preisrichter für Rot
bunte waren in Frankfurt Oekonvmierat Peitzmci-
ner-Lintel i. Wests, und Bauer AlberS-HarmSwöhr-
dcn aus unserer Provinz tätig. Die neue Lösung
der Richterfrage ist vor allem auch im Hinblick auf
die Typfragc von großer Bedeutung. Das Zucht
ziel in der Notbuntzucht bedingt einen eigenen rot
bunten Typ, den die Preisrichter gcnaucstens ken-
Handel und Wandel
Rendsburger Wochenmarkt
am Sonnabend, dem 6. Juni 1936
tPreise zwischen 9 und 10 Uhr. Ohne Gewährn
^ņdmerksmcister Schmidt das Wort an die
'Ņienenen, unter denen man u. a. Oberbürger-
Rindfletich Pfd 85—130
Schwàfk. Psd. 85—110
stwmen Pfd. 95
Ger.hief.SpkN Pfd. 110
Rolbfleitd) Pfd. 90-130
Wurf! Pfd. 80-150
Legehühner Stet. 250 - 300
Schlachthühner 200— 300
Tauben Sttļ. 70 - 80
Kaninchen 6tct. 100—300
Meiereibutt. Pfd. 150
Höfe Pfd. 70—110
Eier Stil. 8
Honig Pfd 110—120
Kartoffeln Ztr. 400
neue Pşd. 16—18
Blumenkohl Etck. 50—60
Wirsingkohl St. 25
Suppenkraut Bd. 15
Kohlrabi Bd. 40—50
Rhabarber Pfd. t0
Salat Kopl 5-10
Radieschen Bd. 5-10
Spargel Pfd. 30—50
Spinat Pfd. >3
Salatgurken St. 45- 50
Belchickung und
Zwiebeln Pfd.
Schalotten Pfd.
Wurz..rote 3 ..
Wurzeln, neue
Radieschen Bd.
Äepfel Pfd.
Kirschen
Tomaten Pfd.
Weintrauben Pfd.
Zitronen 3 St.
Apfelsinen St.
Bananen Pfd.
Fische:
Äai
Dorsch
Heringe
Burk
Hecht
Makrelen
Rotfedern
Hornstich
Feuerung;
Torf, Fuder,
ca. 8 Ztr.
Holz Sack
Handel gut
Pfd.
Pfd.
Pfd,
Pfd.
Pfd.
15
20
15
25
5
15 5'
50-65
40 50
40—50,
20
3-10
30-35
60-80
20
15
40-50
65
20
20
20
700
100
Heider Ferkelmarkt vom 6. Juni
Auftrieb: 423, Handel mittelmäßig. Markt fast
geräumt. Preise: 17—19, 19—21, 21—23 MM, Fett
schweine 52—60, 48—51 Pfg.
Ferkelmarkt Neumünstcr vom 8. Juni
Austriebe 131, Handel mittel. Preise: 1. 60—65,
2. 65-70, 3. 70—75 Pfg.
Amtlicher Bericht vom Mittelmarkt Flensburg.
Die Zufuhr zum heutigen Rindermarkt betrug 44
Tiere, davon 4 Ochsen, 14 Bullen, 23 Kühe und 3
Färsen. Die Qualität der zum Verkauf gestellten
Tiere war mittel bis gut. Marktverlauf: Sämtliche
Rinder wurden anteilsgemätz zugeteilt. Notierung:
Ochsen: as 43, b-d —, Bullen as 41, b—d —, Kühe:
as 40. bs 34,5—86, cs 30—31, ds 20—23. Färsen: —.
Spitzentiere wurden auch über Notiz bezahlt. <eg.s
Niehmärktc vom 8. Juni
Berlin: Ochsen 44, 40, 36, —, Bullen 42, 38, 33,
—, Kühe 41, 87. 32. 24, Färsen 43, 89, 34. 27, Dop
pellender 97—110, Kälber 77—82, 63—75, 62—62, 45
bis 60, Lämmer und Hammel 54—55, —, 52—53, —,
49—51, 40—48, Schafe 45—47, 42—44, 33—41,
Schweine 54,5, 53,5, 52,5, 50,5, 48,5, —, —, Sauen
53,5, 50,5. Auftrieb: 850 Rinder, 1165 Kälber. 5405
Schafe, 9613 Schweine. Verlauf: Rinder und Kälber
glatt, Schafe lebhaft, Schweine verteilt.
Köln: Schiveine 67, 56, 65, 53, 51, —, —, Sauen
56, —. Auftrieb: 247 Schweine. Verlauf: zugeteilt.
Hamburger Börse
Amtliche Notierung in MM für 100 MM Nennwert
'Ohne (flembär
Bants«
Reichsdanl
DD..«onk
Dresdn. Bank
Beretnsdonk
wefth. Bank
Schl.-H. Bank
Bcrkkyrr-Äkr.
Hdg. Hochbahn
Drich.-Ostofriko
Vapag
Hbg.-EUdamer
Rordd Lloyd
Woerm..Lini«
5 6. 4.6. Industr.-Akt. 5.6. 4 6.
194.50
95.75
95 50
117 50
126.00
76.12
91.50
41 50
15 25
30 50
>6.00
41.50
>94.50
96.25
11X50
126 00
78.00
92.50
41.50
15.37
30.50
17.00
41.50
«Ug. Sl.-D.
Älien-EkM.
Breitend. Eem
Eldichb-Bc.
Holsten-Br.
Harp. Bgb..D
Echukkert-El.
Siemen«
HSW.
Deutsche Erdöl
ID.-Farben
Reubeşitz
ÄUbesir
37.00
163 00
154.00
114.00
112.00
129 00
151 25
192.75
142.00
131.50
172,00
23 00
37.00
161.50
155.00
114.00
112.00
132.00
152.25
193.50
143.50
132.75
174.25
23 00
111.00
nen und berücksichtigen müssen. Die 3 ausstellenden
Zuchtgebiete, Rheinland, Westfalen und Süd-Olden
burg, haben, wie Dr. Sell weiter ausführte, die
deutsche Rotbuntzucht gut vertreten. Ueberaus be
dauerlich sei aber dennoch das Fehlen des größten
Rotbuntzuchtgebietes, nämlich Schleswig-Holsteins.
Hoffentlich wird Schleswig-Holstein im nächste»
Jahre vertreten sein können. Rotbunte Schleswig-
Holsteiner müßten grundsätzlich auf allen Reichs-
nährstandsschauen vertreten sein, gleich, wo dei
Schauort liege. Die Rvtbuntzüchter aller Provin
zen, auch die schleswig-holsteinische» Rotbuntzüchter,
müßten sich immer mehr auch als deutsche Rotbunt
züchter fühlen. Die Vereinheitlichung in der deut
schen Rotbuntzucht führe zu einer Entwicklung, di<
der Zucht große Möglichkeiten gebe, so daß sie auch
in Zukunft immer eine wesentliche Rolle für di«
Ernährung des deutschen Volkes spielen werde. Iw
übrigen verweisen wir auf die Veröffentlichung
über die deutsche Rotbuntzucht in Frankfurt in der
Ausgabe vom 23. Mai d. I.
Dr. Ratjen-Neumünster sprach nach einer kur
zen Pause über das neue Gesetz zur Förderung der
Tierzucht und gibt Erläuterungen dazu, soweit dies
bereits vor Bekanntwerden der vollständigen Aus
führungsbestimmungen möglich war (inzwischen
sind die Ausführungsbesttmmungen erschienen). Dr.
Ratjen ging ans den Bortrag des Freiherrn von
Gumppenberg in Kiel und weiter auf die bereits
in der Durchführung begriffene Pflichtkontroll«
ein. Der Gedanke der Pflichtkontrolle setzt sich er
freulicher Weise viel schneller und reibungslosei
durch, als ursprünglich erwartet wurde. In Dith
marschen z. B. hat sich eine größere Anzahl Be
triebe mit einer unter der Mindestgrenze liegen
den Kuhzahl freiwillig der Pflichtkontrolle ange
schlossen. Die Pflichtkontrolle wird auch die Züch-
terarbeit in der Rotbuntzucht auf eine noch weiter«
Grundlage stellen.
Ferner sprach Dr. Ratjen über die Notwendig
keit und über den Nutzen von Bullenhaltungs-
genoffenschastcn. Die Zahl der Bullenhaltungs-
Genosscnschaften sei in der schleswig-holsteinischen
Rotbuntzucht noch viel zu klein. Die vorhandenen
Bullenhaltungs-Genosscnschaftcn müßten häufig auf
eine viel breitere Grundlage gestellt werden und
sich auf feste Satzungen gründen. Es sei zweckmäßig,
die Eintragung ins Vereinsregister vorzunehmen.
Die Genossenschaften dürften nicht zu klein sein. ES
sei besser, wenn die Genossenschaften 3 und 4 Bul-
len halten könnten, als wenn sie sich auf 2 Bullen
beschränken müßten. Erst durch größere Leistungs
fähigkeit der Genossenschaften werde es ermöglicht,
wertvolle Vererber der Zucht so lange zu erhalten,
wie es die Lebenskraft des Bullen erlaubt. Diese
sei aber nicht etwa schon nach 8—4 Jahren, son
dern erst nach 10—12 Jahren, unter Umständen
noch später, verbraucht. Bei der Durchführung einer
entsprechenden tierärztlichen Gesundheitskontrolle
seien Bedenken über Krankheitsverschleppungen
usw. grundlos und könnten im Gegenteil auf diese
Weise wirksam bekämpft werden. Kleine Bedenken
müßten natürlich zurückgestellt werden. Der Segen
gut geleiteter, leistungsfähiger Vullenhaltungs-
Genosscnschaften stehe in keinem Verhältnis zu de«
Schwierigkeiten, die hier und da genannt würden
— Ueber die Frage der Bullenhaltungs-Genosscn-
schäften entspann sich eine lebhafte, anregende Aus
sprache, in der die Vorteile noch einmal herausge
stellt, aber auch alle Bedenken gründlichst bespro
chen und zerstreut wurden. Vom Verband sind
Normalsatzungen für Bullenhaltungs - Genossen
schaften herausgegeben, die von den Züchtern be
zogen werden können.
Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde die
Vermittlung von Zuchtvieh durch die Organisation
behandelt. Als Berkaussvermittler für den Kreis
Rendsburg sind angesetzt:
1. Körbezirk Rendsburg: ClauS Hagge, Hamiveödel;
2. Körbezirk Hohenwestedt: Johs. Thun, Wapelscld,'
3. Körbezirk Hademarschen: Claus Offe, Gribbohm,'
4. Körbczirk Nortorf: E. Stange, Hofseld.
Die Züchter werden aufgefordert, verkäuflich«
Tiere bei den genannten Verkaufsvermittlern an
zumelden und gegebenenfalls, wenn inzwischen die
Tiere freihändig verkauft wurden, wieder abzu
melden. Berkäusliche Bullen, die aus irgendeinem
Grunde nicht über die Versteigerungen verkauft
werden, wie z. B. ältere Stammbullen, sind direkt
als verkäuflich beim Verband anzumelden. Der
Verkaufsvermittler erhebt zur Deckung der Un
kosten usiv. vom Verkäufer eine Gebühr von 2 Pro
zent des Verkaufspreises. Nur durch straffes Auf
ziehen der Verkaufsvermittlung im ganzen Ver-
bandsgcbiet kann der Verband den heute beim An
kauf von Zuchtvieh gestellten Anforderungen genü
gen. Nebenher bleibt natürlich das Ziel, eine weit
größere Anzahl weiblicher Tiere über die Verstei
gerungen abzusetzen.
Der Kreisvereinsleiter Lohse wies in diesem Zu
sammenhange noch besonders aus die am 19. Sep
tember in Hohenwestedt stattfindende Starken-Ver-
steigernng hin und forderte die Züchter auf, fü,
eine genügende Beschickung mit guten Tieren zu
sorgen. Von Dr. Ratjen wurde darauf hingewiesen,
daß die Unkosten für die Beschickung vom Verband
so niedrig wie möglich gehalten seien, um auf alle
Fälle die viel zu spät in Angriff genommenen
Versteigerungen weiblichen Zuchtviehs auszubauen.
Zum Schluß gab Landwirtschastsrat Heinrich sei
ner Zuversicht Ausdruck, daß es bei verstärkter
züchterischer Arbeit, wie sie heute auf allen Gebieten
geplant sei, mit der Rotbuntzucht unbedingt weiter
vorangehen werde. —s—.