Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst 
Durchführungsbeftim- 
Utungen zum LierzuchLgefetz 
Nach der Reichsgesetzblatt soeben veröfsent- 
lchten 1. Verordnung zur Förderung der Tierzucht 
ürfen Hengste und Bullen, Eber, Schaf- und 
olegenböcke erst dann zum Decken verwendet wer- 
Ctt > wenn sie angekört sind. Damit wird der für 
Obrere Länder und für einige Tierarten schon 
stehende Körungszwang auf fünf wichtige Haus 
warten ausgedehnt und für das gesamte Reichs- 
êebiet einheitlich geregelt. Künftig wird im Bezirk 
^àer Landcsbauernschast ein Köramt mit fünf Ab 
düngen gebildet, das vom Landesbaucrnführer 
Leitet wirb und für die Gesamtdurchsührung der 
wrungen im Bereich der Landesbauernschaft ver 
antwortlich ist. In den Bezirken der übrigen Ver 
waltungsbehörden werden entsprechende Körstellcn 
^bildet. Die Verordnung bestimmt, das; zu Leitern 
^ Mitgliedern der Körstellen die besten mit den 
glichen Verhältnissen in der Tierzucht vertrauten 
Sachverständigen zu bestellen sind. Es soll ange 
hebt werden, die Körstellen bei den schon bestehen- 
/ņ Einrichtungen zur Förderung der Tierzucht 
5u bilden. Bezahlte Arbeitskräfte dürfen nur unter 
besonderen Verhältnissen eingestellt werden. 
Für jede Ticrgattung werden nur einmal im 
Hhr Hauptkörungen veranstaltet, denen die Vater- 
we in einem bestimmten Mindestalter zuzuführen 
hb. Reu eingeführt werden Sonderkörungen, 
^'kse sollen auf Verkaufsveranstaltungen und 
. Usstellungen anerkannter Züchtervereinigungen 
httfinden, um den Bauern und Landwirten Ge 
reichest zu bieten, gekörte Batertiere zu erwer- 
dü. Als Leistungsnachweis soll bei den Körungen 
ausreichender Abstammungsnachweis über 
Pistungen des Batertieres und seiner Vorfahren 
^bracht werden. Bei der Körung stellt das Kör- 
°wt oder die Körstelle dem Halter des VatertiereS 
^J tt Körbuch aus. In diesem Körbuch werden zwei 
^ten der Deckerlaubnis für die Zuchtklassen A 
^der B unterschieden. Vatertiere mit Dcckerlaubnis 
r die Znchtklasse A dürfen auch zum Decken 
sh 
fürder Tiere verwendet werden, während die 
^ckerlaubnis der Znchtklasse B nur das Decken im 
Szenen Betrieb des Halters gestattet. Wichtig ist, 
diese Tiere zum Decken fremder Tiere auch 
hcht unentgeltlich verwendet werden dürfen. Die 
kosten der Ankörung werden vom Reichsnährstand 
^tragen, dem auch die Gebühren zufließen, die 
hr die Anmeldung zur Körung und für die Er- 
'rllung der Deckerlaubnis erhoben werden können. 
Die Verpflichtung zur öffentlichen Haltung von 
^«tertieren wird den örtlichen Verhältnissen au 
fpaßt. Ziel dabei ist, daß für alle Viehzüchter 
?ügekörte Vatertiere zum Decken zur Verfügung 
?îhen. Als Maßstab gilt, daß für eine Zahl bis zu 
hveils hundert deckbaren Rindern, sechzig Sauen, 
^Ģzig Schafen oder achtzig Ziegen in jeder Ge 
hende wenigstens je ein angckörtes Vatertier mit 
^rckerlaubnis A 1 vorhanden sein muß. Als Deck- 
hlaubnis A 1 gilt eine Deckcrlaubnis A, bei der 
^4 der Halter des VatertiereS gegenübr dem Kör- 
hnt verpflichtet, das Vatertiere uneingeschränkt zum 
^cken fremder Tiere zur Verfügung zu stellen, 
hîese Bestimmung bedeutet im übrigen für mehrere 
hinder keine wesentliche Aenderung der bisherigen 
Urschriften. In kleineren Gemeinden als den hier 
hnannten, braucht kein besonderes Vatertier gehal- 
cu zu wrden, falls ein entsprchcndcs Vatertier 
einer anderen Gemeinde auch für die weiblichen 
^we der kleineren Gemeinden zur Verfügung 
^stellt wird, oder wenn die Vatertierhaltung auf 
hnossenschaftlichem Wege geregelt wird. Ist dies 
HĢt möglich, so können allerdings die Gemeinden 
öffentlichen Haltung der erforderlichen Vater- 
gezwungen werden. Die Kosten müssen in 
hsem Falle auf die Halter der weiblichen Tiere 
^gelegt werden. 
Die Verordnung regelt schließlich noch die Be- 
hndlnng nicht gekörter und aügekörter Vatertiere, 
Hengstreiterei, die Kennzeichnung des Aufstel- 
hņgsortcs des angekörten Batertieres sowie die 
hstsetzung der Deckgelder. Sie enthält ferner Be 
zwungen über die Verwendung von weiblichen 
ZUchtti 
r ? vttieren. Zu erwähnen ist schließlich noch die 
. ŗrnächtigung für den Beauftragten des Reichs- 
hhrstandes für die deutsche Tierzucht, nach der auf 
hhn Anordnung im Gesamtgcbiet oder in Teil- 
hieten der einzelnen Landesbauernschaften nicht 
^,'ärte und abgekörte Vatertiere innerhalb einer 
^gesetzten Frist unfruchtbar zu machen oder zu 
Yachten sind. 
.^Die Neuregelung tritt am 1. September 1936 
J Ķraft. Durch Uebergangsvvrschriften wird aber 
^^e allmähliche Ueberleitung aus dem bisherigen 
i.htand sichergestellt, so daß Schädigungen durch 
^stürzte Maßnahmen verhindert werden. 
beginn des Reichshandwerkertags 
in Frankfurt 
Frankfurt am Main, die Stadt des deutschen 
^ ņdwerks, ist wieder einmal zu einem Reichshand 
tz ^ertag gerüstet, der diesmal in den Tagen vom 
« "ìs zum 10. Juni die Männer des deutschen 
p ^dwerks in den Mauern der alten Mainstadt 
"ammelt. 
yşìn Empfang der in- und ausländischen Presse- 
hìs/^ter im festlich geschmückten Bürgersaal des 
tz^ischen Römer war am Freitagnachmittag der 
9t/î' ntt dieser festlichen Tagung. Nach einer Be- 
Nw; "9 der Gäste durch den Leiter des Presse- 
der Deutschen Arbeitsfront, Biallas, richtete 
Meister Staatsrat Dr. Krebs sah. Reichshandwerks 
meister Schmidt richtete herzliche Dankesworte an 
die Vertreter der deutschen Presse, die durch ihre 
vorbildliche Arbeit in den letzten drei Jahren ein 
gut Teil zum Neuaufbau des deutschen Handwerks 
beigetragen habe. Das Fundament sei gelegt, das 
deutsche Handwerk stehe heute fest in der Bewegung 
und in der Deutschen Arbeitsfront. „Arbeit und 
Ehre" sei heute wieder der Leitspruch des deutschen 
Handwerks und unter diesem Leitspruch stehe auch 
der diesjährige Handwerkertag. Das deutsche Hand 
werk wisse, daß es mit seiner Arbeit vor allem 
dem deutschen Volk zu dienen habe. Es habe keine 
neue Forderungen und sei zufrieden. Er habe daher 
die Hoffnung, daß die gute Zusammenarbeit zwi 
schen Presse und Handwerk auch weiterhin bestehen 
bleiben möge. 
Am Abend fand dann im Opernhaus eine Fest 
vorstellung „Die Meistersinger von Nürnberg" 
statt. 
Ein neuer Textiles hstoff? 
Ein Warschauer Blatt berichtet in großer Auf 
machung über die Möglichkeit der Verwendung 
eines neuen Textilrohstoffes, der im Inland ange 
baut werden könnte. Es handelt sich um den kana 
dischen Cotina - Strauch, ein baumwollähnliches 
Gewächs, das in Kanada seit einigen Jahren in 
der Textilindustrie angewandt wird und dessen An 
bau in Polen möglich und lohnend sein soll. Ver 
suche in einer Fabrik sollen ergeben haben, daß 
Cotina mit gutem Erfolg der Baumwolle beige 
mischt werden kann. 
Verein der Rotbuntzüchter im Kreise 
Rendsburg 
Iahresmitgliederversammlung in Hohenwestedt 
Die diesjährige Mitgliederversammlung des Ver 
eins der Rotbuntzüchter war mit etwa 160 Züch 
tern aus den verschiedenen Bezirken des Kreises 
recht gut besucht, ein Zeichen, daß der Wille zur 
verstärkten züchterischen Arbeit an der im Kreise 
bodenständigen Rotbuntzucht lebendig ist. Der 
Kreisvereinsleiter, Bauer Hans Lohse, Nindorf, 
begrüßte außer den Züchtern insbesondere den 
Verbandsleiter Hans Stieper-Brinjahe, Landwirt- 
schastsrat Heinrich von der Landwirtschaftlichen 
Schule in Hohenwestedt und die Tierzuchtinspek 
toren vom Verband „Rotbunte SchleSwig-Holstci- 
ner", Dr. Ratjen und Dr. Sell-Neumünster. Aus 
dem vom Kreisvereinsleiter Lohse erstatteten Ge 
schäftsbericht ging hervor, daß der Kreisverein 
einen nennenswerten Zuwachs an Mitgliedern ge 
habt hat. Im Besitz der Vereinsmitglieder befinden 
sich gegenwärtig 5806 Herdbuchkühe. Lohse ivies 
dann weiter auf die im vergangenen Jahre zum 
ersten Male durchgeführte Nachzuchtprämiierung 
hin, die in Zukunft alljährlich wiederholt werden 
soll. Weiter streift er das Rcichstierzuchtgesetz und 
die Pflichtkontrolle. Trotz der hemmenden Auswir 
kung der Maul- und Klauenseuche, die insbesondere 
die Arbeit in einigen der für die Rotbuntzucht 
wichtigsten Kreise stark beeinträchtigte, ist das ver 
flossene Jahr für die Notbuntzucht nicht ungünstig 
gewesen. Besonders erfreulich ist für die Rvtbunt- 
züchter, daß die rund 20 000 kontrollierten rotbun 
ten Kühe im vergangenen Jahre in der Fettmenge 
nicht nur den Provinzdurchschnitt übertreffen, son 
dern in der Fettmenge auch vor den übrigen Ras 
sen der Provinz die Spitze halten. Diese Tatsache 
wiegt um so schivcrer, als im Zuchtziel sowohl 
gute Fleischleistung wie gute Milchleistung erstrebt 
wird. Der der Zucht eigene gute Fettgehalt der 
Milch, der im Durchschnitt der Kontrolljahre etwa 
3,10 Proz. beträgt, übertrifft den aller übrigen 
bunten Niederungsschläge. Die Leistungsfähigkeit 
der Zucht steht außer allem Zweifel. 
Aus dem Bericht der Kassenprüser ging hervor, 
daß die Kasse ordnungsgemäß geprüft und geführt 
worden ist und einen günstigen Stand aufzuweisen 
hat. Dem Vorstande wird Entlastung erteilt. Die 
bisherigen beiden Rechnungsprüfer Mchrens-Jn- 
nien und Sievers-Ninöorf wurden wiedergewählt. 
Für Hohenwestedt und Hademarschen sind in die 
sem Jahre Bezirksticrschauen vorgesehen und sol 
len bei der Lanöesbauernschaft beantragt werden. 
Wenn der Kreis Rendsburg weiterhin frei von 
Seuche bleibt, ist zu hoffen, daß diese beiden 
Schauen durchgeführt werden können. 
Tierzuchtinspektor Dr. Ratjcn-Neumünster be 
richtete über die Stammbnllcnnachzuchtprämiiernng 
im Herbst 1985. Nachdem er noch einmal eingehend 
die züchterische Bedeutung der Nachzuchtprämiierun 
gen dargelegt hatte, unterzog er die vorgestellten 
Sammlungen einer Kritik. Der Erfolg der ersten 
Veranstaltung dieser Art sei bereits recht gut ge 
wesen, jedoch sei eine noch stärkere Beteiligung in 
Zukunft wünschenswert. Die anschließende Züch 
terversammlung sei besonders interessant und lehr 
reich, so daß kein Züchter hier fehlen dürfe. 
Tierzuchtinspektor Dr. Sell-Neumünster behan 
delte anschließend die Stammbullenschau und Ver 
steigerung im April dieses Jahres in Neumünster. 
Mit dieser Veranstaltung sei eine Lücke in der 
Reihe der züchterischen Veranstaltungen des Ver 
bandes „Rotbunte Schleswig-Holsteiner" geschlos 
sen. Es sei nunmehr allen Kreisen eine gute Ge 
legenheit geschaffen, Stammbullen über die Zahl 
der zur Elite-Schau gelangenden Tiere hinaus der 
Züchteröffentlichkeit vorzuführen. Für die Bcschik- 
kung in Neumünster kämen in erster Linie die 
Kreise Rendsburg, Eckcrnförbe und Schleswig in 
Frage, außerdem die östlichen Kreise der Provinz. 
Die Güte der in diesem Jahr nach Neumünster ent 
sandten Stammbullen sei zum Teil recht erfreulich 
gewesen. Die Spitzenbullen der Schau seien auf 
keiner anderen Stammbullenschau des Verbandes 
besser gezeigt worden. Auch die Abstammungs- und 
Leistungsnachweise der meisten Stammbullen seien 
derart, daß eine gute Vererbung erwartet werden 
könne. Die Zahl der in den ausstellenden Kreisen 
selbst gezüchteten Bullen sei aber zu klein. Nament 
lich im Kreise Rendsburg, der für die Landesrot 
buntzucht große Bedeutung habe, müsse man sich an 
der Aufzucht guter Bullen noch stärker als bisher 
beteiligen. 
Alsdann gab Dr. Sell einen ausführlichen Be 
richt über die Rotbuntzucht auf der Rcichsnähr- 
standsschau in Frankfurt am Main. Er wies dar 
auf hin, daß beim Richten in diesem Jahre auch 
die Leistung beivertct worden sei. Hierfür sei ein 
Punktversahren ausgearbeitet, das im einzelnen 
erläutert wurde. Sehr wesentlich auch für die 
schleswig-holsteinische Rotbuntzucht ' sei die Neure 
gelung der Nichtersragc. Als Preisrichter für Rot 
bunte waren in Frankfurt Oekonvmierat Peitzmci- 
ner-Lintel i. Wests, und Bauer AlberS-HarmSwöhr- 
dcn aus unserer Provinz tätig. Die neue Lösung 
der Richterfrage ist vor allem auch im Hinblick auf 
die Typfragc von großer Bedeutung. Das Zucht 
ziel in der Notbuntzucht bedingt einen eigenen rot 
bunten Typ, den die Preisrichter gcnaucstens ken- 
Handel und Wandel 
Rendsburger Wochenmarkt 
am Sonnabend, dem 6. Juni 1936 
tPreise zwischen 9 und 10 Uhr. Ohne Gewährn 
^ņdmerksmcister Schmidt das Wort an die 
'Ņienenen, unter denen man u. a. Oberbürger- 
Rindfletich Pfd 85—130 
Schwàfk. Psd. 85—110 
stwmen Pfd. 95 
Ger.hief.SpkN Pfd. 110 
Rolbfleitd) Pfd. 90-130 
Wurf! Pfd. 80-150 
Legehühner Stet. 250 - 300 
Schlachthühner 200— 300 
Tauben Sttļ. 70 - 80 
Kaninchen 6tct. 100—300 
Meiereibutt. Pfd. 150 
Höfe Pfd. 70—110 
Eier Stil. 8 
Honig Pfd 110—120 
Kartoffeln Ztr. 400 
neue Pşd. 16—18 
Blumenkohl Etck. 50—60 
Wirsingkohl St. 25 
Suppenkraut Bd. 15 
Kohlrabi Bd. 40—50 
Rhabarber Pfd. t0 
Salat Kopl 5-10 
Radieschen Bd. 5-10 
Spargel Pfd. 30—50 
Spinat Pfd. >3 
Salatgurken St. 45- 50 
Belchickung und 
Zwiebeln Pfd. 
Schalotten Pfd. 
Wurz..rote 3 .. 
Wurzeln, neue 
Radieschen Bd. 
Äepfel Pfd. 
Kirschen 
Tomaten Pfd. 
Weintrauben Pfd. 
Zitronen 3 St. 
Apfelsinen St. 
Bananen Pfd. 
Fische: 
Äai 
Dorsch 
Heringe 
Burk 
Hecht 
Makrelen 
Rotfedern 
Hornstich 
Feuerung; 
Torf, Fuder, 
ca. 8 Ztr. 
Holz Sack 
Handel gut 
Pfd. 
Pfd. 
Pfd, 
Pfd. 
Pfd. 
15 
20 
15 
25 
5 
15 5' 
50-65 
40 50 
40—50, 
20 
3-10 
30-35 
60-80 
20 
15 
40-50 
65 
20 
20 
20 
700 
100 
Heider Ferkelmarkt vom 6. Juni 
Auftrieb: 423, Handel mittelmäßig. Markt fast 
geräumt. Preise: 17—19, 19—21, 21—23 MM, Fett 
schweine 52—60, 48—51 Pfg. 
Ferkelmarkt Neumünstcr vom 8. Juni 
Austriebe 131, Handel mittel. Preise: 1. 60—65, 
2. 65-70, 3. 70—75 Pfg. 
Amtlicher Bericht vom Mittelmarkt Flensburg. 
Die Zufuhr zum heutigen Rindermarkt betrug 44 
Tiere, davon 4 Ochsen, 14 Bullen, 23 Kühe und 3 
Färsen. Die Qualität der zum Verkauf gestellten 
Tiere war mittel bis gut. Marktverlauf: Sämtliche 
Rinder wurden anteilsgemätz zugeteilt. Notierung: 
Ochsen: as 43, b-d —, Bullen as 41, b—d —, Kühe: 
as 40. bs 34,5—86, cs 30—31, ds 20—23. Färsen: —. 
Spitzentiere wurden auch über Notiz bezahlt. <eg.s 
Niehmärktc vom 8. Juni 
Berlin: Ochsen 44, 40, 36, —, Bullen 42, 38, 33, 
—, Kühe 41, 87. 32. 24, Färsen 43, 89, 34. 27, Dop 
pellender 97—110, Kälber 77—82, 63—75, 62—62, 45 
bis 60, Lämmer und Hammel 54—55, —, 52—53, —, 
49—51, 40—48, Schafe 45—47, 42—44, 33—41, 
Schweine 54,5, 53,5, 52,5, 50,5, 48,5, —, —, Sauen 
53,5, 50,5. Auftrieb: 850 Rinder, 1165 Kälber. 5405 
Schafe, 9613 Schweine. Verlauf: Rinder und Kälber 
glatt, Schafe lebhaft, Schweine verteilt. 
Köln: Schiveine 67, 56, 65, 53, 51, —, —, Sauen 
56, —. Auftrieb: 247 Schweine. Verlauf: zugeteilt. 
Hamburger Börse 
Amtliche Notierung in MM für 100 MM Nennwert 
'Ohne (flembär 
Bants« 
Reichsdanl 
DD..«onk 
Dresdn. Bank 
Beretnsdonk 
wefth. Bank 
Schl.-H. Bank 
Bcrkkyrr-Äkr. 
Hdg. Hochbahn 
Drich.-Ostofriko 
Vapag 
Hbg.-EUdamer 
Rordd Lloyd 
Woerm..Lini« 
5 6. 4.6. Industr.-Akt. 5.6. 4 6. 
194.50 
95.75 
95 50 
117 50 
126.00 
76.12 
91.50 
41 50 
15 25 
30 50 
>6.00 
41.50 
>94.50 
96.25 
11X50 
126 00 
78.00 
92.50 
41.50 
15.37 
30.50 
17.00 
41.50 
«Ug. Sl.-D. 
Älien-EkM. 
Breitend. Eem 
Eldichb-Bc. 
Holsten-Br. 
Harp. Bgb..D 
Echukkert-El. 
Siemen« 
HSW. 
Deutsche Erdöl 
ID.-Farben 
Reubeşitz 
ÄUbesir 
37.00 
163 00 
154.00 
114.00 
112.00 
129 00 
151 25 
192.75 
142.00 
131.50 
172,00 
23 00 
37.00 
161.50 
155.00 
114.00 
112.00 
132.00 
152.25 
193.50 
143.50 
132.75 
174.25 
23 00 
111.00 
nen und berücksichtigen müssen. Die 3 ausstellenden 
Zuchtgebiete, Rheinland, Westfalen und Süd-Olden 
burg, haben, wie Dr. Sell weiter ausführte, die 
deutsche Rotbuntzucht gut vertreten. Ueberaus be 
dauerlich sei aber dennoch das Fehlen des größten 
Rotbuntzuchtgebietes, nämlich Schleswig-Holsteins. 
Hoffentlich wird Schleswig-Holstein im nächste» 
Jahre vertreten sein können. Rotbunte Schleswig- 
Holsteiner müßten grundsätzlich auf allen Reichs- 
nährstandsschauen vertreten sein, gleich, wo dei 
Schauort liege. Die Rvtbuntzüchter aller Provin 
zen, auch die schleswig-holsteinische» Rotbuntzüchter, 
müßten sich immer mehr auch als deutsche Rotbunt 
züchter fühlen. Die Vereinheitlichung in der deut 
schen Rotbuntzucht führe zu einer Entwicklung, di< 
der Zucht große Möglichkeiten gebe, so daß sie auch 
in Zukunft immer eine wesentliche Rolle für di« 
Ernährung des deutschen Volkes spielen werde. Iw 
übrigen verweisen wir auf die Veröffentlichung 
über die deutsche Rotbuntzucht in Frankfurt in der 
Ausgabe vom 23. Mai d. I. 
Dr. Ratjen-Neumünster sprach nach einer kur 
zen Pause über das neue Gesetz zur Förderung der 
Tierzucht und gibt Erläuterungen dazu, soweit dies 
bereits vor Bekanntwerden der vollständigen Aus 
führungsbestimmungen möglich war (inzwischen 
sind die Ausführungsbesttmmungen erschienen). Dr. 
Ratjen ging ans den Bortrag des Freiherrn von 
Gumppenberg in Kiel und weiter auf die bereits 
in der Durchführung begriffene Pflichtkontroll« 
ein. Der Gedanke der Pflichtkontrolle setzt sich er 
freulicher Weise viel schneller und reibungslosei 
durch, als ursprünglich erwartet wurde. In Dith 
marschen z. B. hat sich eine größere Anzahl Be 
triebe mit einer unter der Mindestgrenze liegen 
den Kuhzahl freiwillig der Pflichtkontrolle ange 
schlossen. Die Pflichtkontrolle wird auch die Züch- 
terarbeit in der Rotbuntzucht auf eine noch weiter« 
Grundlage stellen. 
Ferner sprach Dr. Ratjen über die Notwendig 
keit und über den Nutzen von Bullenhaltungs- 
genoffenschastcn. Die Zahl der Bullenhaltungs- 
Genosscnschaften sei in der schleswig-holsteinischen 
Rotbuntzucht noch viel zu klein. Die vorhandenen 
Bullenhaltungs-Genosscnschaftcn müßten häufig auf 
eine viel breitere Grundlage gestellt werden und 
sich auf feste Satzungen gründen. Es sei zweckmäßig, 
die Eintragung ins Vereinsregister vorzunehmen. 
Die Genossenschaften dürften nicht zu klein sein. ES 
sei besser, wenn die Genossenschaften 3 und 4 Bul- 
len halten könnten, als wenn sie sich auf 2 Bullen 
beschränken müßten. Erst durch größere Leistungs 
fähigkeit der Genossenschaften werde es ermöglicht, 
wertvolle Vererber der Zucht so lange zu erhalten, 
wie es die Lebenskraft des Bullen erlaubt. Diese 
sei aber nicht etwa schon nach 8—4 Jahren, son 
dern erst nach 10—12 Jahren, unter Umständen 
noch später, verbraucht. Bei der Durchführung einer 
entsprechenden tierärztlichen Gesundheitskontrolle 
seien Bedenken über Krankheitsverschleppungen 
usw. grundlos und könnten im Gegenteil auf diese 
Weise wirksam bekämpft werden. Kleine Bedenken 
müßten natürlich zurückgestellt werden. Der Segen 
gut geleiteter, leistungsfähiger Vullenhaltungs- 
Genosscnschaften stehe in keinem Verhältnis zu de« 
Schwierigkeiten, die hier und da genannt würden 
— Ueber die Frage der Bullenhaltungs-Genosscn- 
schäften entspann sich eine lebhafte, anregende Aus 
sprache, in der die Vorteile noch einmal herausge 
stellt, aber auch alle Bedenken gründlichst bespro 
chen und zerstreut wurden. Vom Verband sind 
Normalsatzungen für Bullenhaltungs - Genossen 
schaften herausgegeben, die von den Züchtern be 
zogen werden können. 
Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde die 
Vermittlung von Zuchtvieh durch die Organisation 
behandelt. Als Berkaussvermittler für den Kreis 
Rendsburg sind angesetzt: 
1. Körbezirk Rendsburg: ClauS Hagge, Hamiveödel; 
2. Körbezirk Hohenwestedt: Johs. Thun, Wapelscld,' 
3. Körbezirk Hademarschen: Claus Offe, Gribbohm,' 
4. Körbczirk Nortorf: E. Stange, Hofseld. 
Die Züchter werden aufgefordert, verkäuflich« 
Tiere bei den genannten Verkaufsvermittlern an 
zumelden und gegebenenfalls, wenn inzwischen die 
Tiere freihändig verkauft wurden, wieder abzu 
melden. Berkäusliche Bullen, die aus irgendeinem 
Grunde nicht über die Versteigerungen verkauft 
werden, wie z. B. ältere Stammbullen, sind direkt 
als verkäuflich beim Verband anzumelden. Der 
Verkaufsvermittler erhebt zur Deckung der Un 
kosten usiv. vom Verkäufer eine Gebühr von 2 Pro 
zent des Verkaufspreises. Nur durch straffes Auf 
ziehen der Verkaufsvermittlung im ganzen Ver- 
bandsgcbiet kann der Verband den heute beim An 
kauf von Zuchtvieh gestellten Anforderungen genü 
gen. Nebenher bleibt natürlich das Ziel, eine weit 
größere Anzahl weiblicher Tiere über die Verstei 
gerungen abzusetzen. 
Der Kreisvereinsleiter Lohse wies in diesem Zu 
sammenhange noch besonders aus die am 19. Sep 
tember in Hohenwestedt stattfindende Starken-Ver- 
steigernng hin und forderte die Züchter auf, fü, 
eine genügende Beschickung mit guten Tieren zu 
sorgen. Von Dr. Ratjen wurde darauf hingewiesen, 
daß die Unkosten für die Beschickung vom Verband 
so niedrig wie möglich gehalten seien, um auf alle 
Fälle die viel zu spät in Angriff genommenen 
Versteigerungen weiblichen Zuchtviehs auszubauen. 
Zum Schluß gab Landwirtschastsrat Heinrich sei 
ner Zuversicht Ausdruck, daß es bei verstärkter 
züchterischer Arbeit, wie sie heute auf allen Gebieten 
geplant sei, mit der Rotbuntzucht unbedingt weiter 
vorangehen werde. —s—.
	        
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