ScUtcswify-UolsteUi
Enge Zusammenarbeit zwischen
NS.-Kulturgerneinde und
Lêmdêsrmiiserşität
Bedeutsame Gaukulturtagung in Kiel
Kiel, 7. Juni. Die Kulturhauptstclle in der
Gauleitung der NSDAP, eröffnete am Sonn
abend im Kieler Scglerhaus in Düsternbrook
gemeinsam mit der Gaudienststelle der NS.-
Kulturgemeinde ihre 8. Kulturtagung. Nach
Begrüßung der Gäste führte Gaukulturwart
Knolle unter anderem aus: Aus dieser Feier
stunde entwickelt sich der Plan für die Durch
führung der Gaukulturtagung, die im wesent
lichen auf zwei Gesichtspunkte gestellt ist. Im
ersten Teil soll ein Einblick gegeben werden in
die Planung des Veranstaltungswesens, wäh
rend der zweite Teil am Sonntag einer Be
sprechung der rein organisatorischen und tech
nischen Fragen mit den Amtswaltern der NS.-
Kulturgemeinde vorbehalten bleibt. Aus dem
ersten Tag dieser Tagung soll man aber auch
den Eindruck gewinnen, daß es im Veranstal
tungswesen darauf ankommt, die Programm
gestaltung aus einer weltanschaulichen Haltung
heraus vorzunehmen, die jedes Arbeitsgebiet
im Gau Schleswig-Holstein kennzeichnet.
Der Rektor der Kieler Universität wies in
seiner Begrüßungsansprache besonders daraus
hin, daß die Universität lebhaften Anteil an
dieser Tagung und an den Arbeiten der NS.-
Kulturgemeinde nimmt. Die neue Universität
ist die Pflegestätte einer völkischen Wissenschaft.
In ihrem Rahmen vollziehen sich das Ringen
und die Erneuerung des deutschen Rechtes, der
Kampf um eine neue Geschichtsauffassung und
das Bemühen um ein unserer Art entsprechen
des Weltbild. Eine besondere Bedeutung aber
im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit hat
die wissenschaftliche Erforschung des deutschen
Volkstums. Eine Aufgabe, die der Universität
gerade in ihrer Eigenschaft als schleswig-hol
steinische Landesuniversität obliegt und gerade
auf diesem Gebiet berührt sich die Arbeit der
Universität mit der der NS.-Kulturgemeinde,
bei der sie geleistet wird in der Fachgruppe Hei
matforschung. Hier hat sich zwischen der Uni
versität und der NS.-Kulturgemeinde eine Zu
sammenarbeit gebildet, die als vorbildlich be
zeichnet werden kann.
Im Anschluß sprach Prof. Dr. Otto Scheel
über „Schleswig-Holstein in der deutschen und
europäischen Geschichte". Er wies in seinem
außerordentlich aufschlußreichen Vortrag nach,
daß es seit den ersten Anfängen, dem Morgen
grauen der schleswig-holsteinischen Geschichte
bis in die Gegenwart unserer Landesgeschichte
keine Periode gibt, die nicht in weltweite Ver
bindungen führt.
Die Feierstunde fand ihre Ausgestaltung
durch das Löffler-Quartett und die Vortrags
künstlerin Asia Süöhaus-Berlin.
Auf dem sich anschließenden Vortragsabend,
der von den obenstehenden Künstlern sowie
Fried Kieling-Berlin mit heiteren und ernsten
Dichtungen und Tanzvorftthrungen von Elisa
beth Elster und Walter Junk von den städti
schen Bühnen, Kiel, am Flügel Karl Heinz
Straffer, umrahmt war, sprachen die Redner,
die im nächsten Winterhalbjahr für den Gau
Schleswig-Holstein vorgesehen sind, zu ihren
Themen.
Prof. Heinrich Schole-Göttingen hob in sei
nen Ausführungen den Begriff „Weltanschau
ung" klar heraus, der identisch sei mit der
Philosophie. Nach philosophischen Betrachtun
gen wies er nach, daß jeder weltanschaulich
Geschulte Philosoph ist.
Dr. Schneider, Bad Oeynhausen, wird in sei
nen Vorlesungen vom Friedensangebot des
Führers vom 7. März ausgehen und seine Be
deutung im Rahmen der französischen Politik
darlegen.
Oberstleutnant Borcherdt-Wernigerode gibt
in seinen Vortragsreihen Gegenüberstellungen
von Schlachten des Altertums und denen des
Mittelalters und der Neuzeit. So wird er ins
besondere die Wirkungen der Schlacht bei
Cannae, der des siebenjährigen und des Welt
krieges behandeln.
Kapitän Lauterbach-Emden (Rostock) bringt
„Erlebnisse im Osten vor und während des
Krieges".
Walter Jerven-Berlin zeigte Teile aus ei
nem Filmvortrag „Glanz und Elend der Flim
merkiste", der wertvolle Ausschnitte aus dem
40jährigen Bestehen des Filmes brachte.
iiceis Uhemßvde
Wiederaufleben eines alten Brauches.
Eckernförde, 7. Juni. Auch in Eckernförde
besinnen sich die Gilden und Verbände auf
Volkstum und Brauch. So beschloß die Eckern-
förder Beliebung (Totenzunft von 1629) in
einer Vorstands- und Zwölfmünnerversamm-
lung, ihre Generalversammlung in altherge
brachter Weise mit Freibier und Rauchen der
langen Kalkpfeifen abzuhalten. Wie in der
Ueberlieferung, soll die Versammlung am
zweiten Mittwoch nach Pfingsten stattfinden.
In entsprechend hergerichteten Versammlun
gen des alten Hauses „Ritterburg" wer
den an diesem Tage die alten Geräte in
Gebrauch genommen, der silberne Willkom
men und die über 200 Jahre alten Zinn
krüge. Und manch eines der ältesten Mitglie
der wird bei der Wiederbelebung dieser sinn
vollen alten Bräuche seiner Jugendzeit ge
denken, als er vor dem Rathaus den aus der
Generalversammlung der Totenzunft zurück
kehrenden Männern mit entgegenlief und in
den zünftigen Ruf der Jugend einstimmte:
„Mann, lat mi de Piep!"
fow Schleswig,
Beim Ueberqueren einer Straße
schwer verunglückt.
cs. Schleswig, 8. Juni. In den Vormittags
stunden des gestrigen Sonntags wollte ein
älterer Einwohner in der Nähe des städtischen
Wasserturmes die Schubystraße überqueren.
Er wurde dabei von einem aus der Altstadt
kommenden Schleswiger Personenkraftwagen
erfaßt und auf das harte Straßenpflaster ge
schleudert. Durch den starken Anprall trug
er eine schwere Gehirnerschütterung davon.
Der Verunglückte wurde sofort dem städtischen
Krankenhaus zugeführt. Sein Zustand ist zur
Zeit nicht besorgniserregend.
Neuer Leiter des Schleswiger Arbeitsamtes.
cs. Schleswig, 8. Juni. Für den kürzlich an
das Arbeitsamt in Hamburg versetzten Regie
rungsrat Dr. Düwel wurde der bisher bei
der Hauptstelle der Reichsanstalt für Arbeits
losenversicherung in Berlin tätige Assessor
Günther mit der kommissarischen Leitung des
Schleswiger Arbeitsamtes beauftragt.
* * *
cs. Schleswig, 8. Juni. Freiwillig aus dem
Leben geschieden. Am Sonnabend wurde der
73jährige Rentner I. aus der Schubystraße
erhängt in seinem Stallgcbäude aufgefunden.
In der Nacht zum gestrigen Sonntag hat dce
46jährige Verkäuferin H. vom Gallberg ihrew
Leben durch Einatmen von Gas ein Ziel 8 e>
setzt. Die Gründe zu den unglückseligen Taten
sind nicht bekannt.
StüfrClUötin
Sein 25jährigcs Jubiläum als Schuldiener
an der Schule in Erfde beging am 1. Ju>u
Christian Freiberg, (id.)
gg. Tönning, 8. Juni. Kirchliches. ~’ c
Pfarrstellen der Kirchengemeinden Tetenbüll
und Katharinenheerd, die mit zu den ältesten
kirchlichen Einrichtungen Eiöerstedts gezählt
werden, sind vor kurzem wieder besetzt worden.
Die alten Pfarrstellen der Gemeinden Kating
und Uelvesbüll sind bisher noch unbesetzt ge-
blieben.
Hochbetagte Einwohner. Am 13. Juni be-
geht der Rentner Heinrich Carstens in Tön«
ning, Neustadt 51, bei guter Gesundheit sei
nen 82. Geburtstag. Am 7. Juni konnte die
Witwe Frau P. I. Behrens in Kotzenbüll bei
Tönning bei guter Gesundheit ihren 88. Ge
burtstag feiern, (yy).
Goldenes Ehejubiläum. Am 11. Juni kön
nen der Postsekretär i. R. Eduard Hansen und
Frau in Tönning, Hochsteg 33, das Fest der
goldenen Hochzeit feiern. Beide Ehegatten
erfreuen sich noch einer guten Gesundheit. Der
noch besonders rüstige Jubilar, der mit Ein
schluß seiner Militäröienstpflicht 36 Jahre iin
Staatsdienst tätig war, hat bis ins hohe Alter
mancherlei Ehrenämter bekleidet, (yy.)
Angeln als Mittelpunkt einer Heimattagung
Jahrestagung des Vereins zur Pflege der Natur- und Landeskunde in Nordelbingen
(Eigener Bericht der „Landeszeitung".)
Nachmittags um 4 Uhr folgte
eine geschäftliche Sitzung.
Dem von dem rührigen Vorsitzenden Theodor
Möller-Kiel erstatteten Jahresbericht entneh
men mir folgendes: Die Mitglieöerzahl hat sich
im bisherigen Rahmen gehalten und bewegt
sich um 2000. Es traten über 60 Landjahrheime
körperschaftlich neu bei. Im übrigen muß
mit Bedauern festgestellt werden, daß der Zu
gang von der Jugend her flau ist. Auch
müßten noch weit mehr Schulen Einzelmit
glied werden,, zumal sich der ganze Unterricht
auf heimatlicher Grundlage aufzubauen hat,
wofür die Vereinszeitschrift vortreffliche
Handreichung bietet. Die „Heimat", für deren
inneren Gehalt und äußere Ausgestaltung
dem Schriftleiter bzw. dem Verleger warme
Anerkennung gebühre, soll einstweilen im
bisherigen Format weiter erscheinen, und
Jahrzehnte hindurch hat der Verein zur
Pflege der Natur- und Landeskunde in Nord
elbingen im Sinne seines Namens stille,
fleißige Arbeit geleistet, die nach außen hin
durch die von dem bekannten Kieler Volks
kundler vortrefflich geleitete Monatsschrift
„Die Heimat" vorzugsweise in die Erscheinung
tritt. Einmal im Jahre, und zwar stets am
Sonntag nach Pfingsten, ruft der Verein, der
allgemein kurz nach seiner Zeitschrift „Die
Heimat" genannt wird, seine Mitglieder ab
wechselnd nach einem holsteinischen und schles-
wigschen Orte zu einer Hauptversammlung
auf, die stets eine gediegene, reichhaltige
Tagesordnung aufweist und daher aus allen
Teilen der Provinz und der Nachbargcbiete
zahlreich besucht zu werden pflegt.
Diesmal hatte Süderbrarup ein
geladen, und dadurch, daß die Tagung zu einer
gemeinsamen Veranstaltung der „Heimat" und
des „Heimatbundes Angeln" ausgeweitet
wurde, erhielt sie den Charakter eines wirk
lichen Heimatfestes mit allgemeiner Beteili
gung der Bevölkerung. Wie immer, wurde
wissenschaftliche Volkskunde in volkstümlichem
Gewände geboten, und auch der gesellige Teil
war gehaltvoll und atmete Heimatlust. So
wurden die Süderbraruper Tage für alle Teil
nehmer zu einem rechten Erlebnis.
De« Auftakt der Tagung
bildete in üblicher Weise am Sonnabend
morgen ein Ausflug der Floristen und
Faunisten nach dem Kahlebyer Kirchenholz
unter Führung des Bauern Hans Möller-
Schwensby. Besonderes Interesse auch für
Laien fand der dichte Bürenlauch-Teppich des
Kirchenholzes, der Nase wegen des scharfen
Duftes weniger angenehm, dem Auge aber ein
überwältigendes Bild von Schönheit. Daneben
fesselten die romantischen Reize des verhält
nismäßig tiefen Tales der Loiter Au. Nösch-
mann-Flensburg konnte interessante Aufklä
rungen geben über die an dem alten, das
Herz der Landschaft Angeln mit der Außen
welt verbindenden Heerwege belegenen
Hünengräber, von denen eins aus der Bronze
zeit besonders gut erhalten und aufschlußreich
ist. Zu gleicher Zeit führte Postmeister Peter
sen andere Gäste durch den fahnengeschmückten
freundlichen Ort und seine nächste Umgebung,
wobei ein altes Angler Bauernhaus, das
Frontmuseum, die Kirche und die Heilige
Quelle, der Süderbrarup seine alte Bedeu
tung als Wallfahrtsort verdankt, in Augen
schein genommen wurden.
Aus UoUenwsstedl, UuiveuM-HudetncustUeH
jund Umg-eg&td
p. Hademarschen, 6. Juni. Ein Fischen mit
dem Schleppnetz veranstaltete heute der hiesige
Sportangler-Verein in der von ihm gepachte
ten Haaler Aue. Gefangen wurden ca. 25 Pfd.
Fische, meistens Zander, Brassen und Barsche.
p. Haneran, 6. Juni. Verkehrsnnglück. In
folge zu starken Bremsens geriet heute nach
mittag vor dem Postgebäude ein mit 3 Perso
nen besetztes Hamburger Auto ins Schleudern
und kippte um. Die Insassen kamen glück
licherweise mit dem Schrecken davon; der
Kraftwagen wurde an einem Hinterrad stärk
beschädigt.
nh. Wacken, 6. Juni. Plötzlicher Tod. Der
Tierarzt Dr. Micheel, der nach Valermoor ge
rufen wurde, brach während seiner Arbeit
plötzlich zusammen. Mit dem Krankenauto
wurde er nach seiner Wohnung geschafft und
starb nach einigen Stunden.
wenn in einigen Jahren fünfzig ihrer Jahr
gänge vorliegen, wird ein Verzeichnis aller in
ihr veröffentlichten Beiträge herausgegeben.
Eine kurze Uebersicht über die Kassenlage gab
der Rechnungsführer Christiansen-Kiel; es
konnte mit einem Uebcrschuß von reichlich 300
Mark abgeschlossen werden.
In den letzten Jahren wurden neben der
Hauptversammlung Vortragsabende und
Studicnfahrten veranstaltet, die sich ständig
steigender Beteiligung erfreuten. So bildete
u. a. eine Besichtigungsreise durch die Probstei
die praktische Vorbereitung für eine Vortrags
reihe der nationalpolitischen Volksbildungs
stätte. Für Juli ist eine naturkundliche Wan
derung in Eiderstedt durch die Gegend von
St. Peter-Süderhöft geplant.
Zur Eröffnung der Sitzung gedachte der Ver-
einslciter mit ehrenden Worten der verstorbe
nen Mitglieder, insbesondere des Märchen
forschers Professor Wilhelm Wisser und des
Heimatkundlers Ludwig Frahm-Poppcnbüll.
Den Ehrenmitgliedern Geheimrat Haupt,
Gustav Frenssen und Adolf Bartels, sowie
dem Ehrenvorsitzenden Rektor Hans Peters
in Kiel wurden Begrüßungsschreiben gesandt.
Die Hauptversammlung im Angler Hof.
Wie bei der Geschästssitzung der kleine, so
war bei der sich anschließenden Hauptversamm
lung der große Saal des „Angler Hofs" voll
besetzt. Theodor Möller legte einleitend in
klaren, markanten Ausführungen die Grund
linien der Vereinsbestrebungen wie der
Heimatarbeit überhaupt dar, wie sie von der
Gaudienststclle der NS.-Kulturgemeinde, Ab
teilung Heimat und Volkstum, tatkräftig an
gestrebt und zielbewußt gefördert wird.
Heimatarbeit bedeutet volkhafte Erneuerung
aus den Urgründen des Volkes. Es ist warm
zu begrüßen, daß im Dritten Reiche die Riva
lität auf diesem Gebiete unterbunden und an
ihre Stelle ein friedliches Nebeneinander und
Miteinander der Verbände unter einheitlicher
Oberleitung getreten ist. Um fruchtbarer für
die Heimat wirken zu können, muß man sie
wirklich kennen. Diese Kenntnis zu vermit
teln, ist Aufgabe der jetzigen Veranstaltung
und der beiden Vereine, die ihre Träger sind.
Im Mittelpunkt steht diesmal die Landschaft
Angeln in der ausgesprochenen Absicht, einen
tieferen Einblick in die Mannigfaltigkeit und
Gediegenheit dieser kulturellen Einheit zu
gewähren. Dazu waren die auf der Tages-
ordnung stehenden Vortrüge denn auch vor
trefflich geeignet.
Zunächst sprach Dr. Jankuhn vom Kielet
Museum vaterländisch. Altertümer über „Der
Moorfund von Thorsberg und seine geschicht
liche Bedeutung". Er führte u. a. folgendes
aus: Das kleine Thorsberger Moor bei Sü
derbrarup erinnert durch seinen Namen an
religiöse Vorstellungen unserer heidnischen
Vorfahren, doch wußte man über die inneren
Zusammenhänge lange nichts. In den Jahren
von 1858 bis 1861 wurden dort dann aber au
ßerordentlich wichtige Funde gemacht, die aus
der Zeit von etwa 100 v. Chr. bis 400 n. Chr-
stammten. Es waren vorzugsweise Gebrauchs/
und SchrNuckgegenstände, wie Tongefäße, Waf
fen, Trachten und Münzen, die einen auf-
schlußreichen Blick in jene altersgrauen Tag§
tun lassen. Die Wissenschaft war sich von
vorherein darüber klar, daß es sich bei diesen
Dingen um Opfergaben für die Götter handle,
nur über den Anlaß zu diesen Opfern gingen
die Meinungen auseinander. Schließlich aber
ist man allgemein zu der Auffassung gekom
men, daß es sich dabei um ein Siegesopfer
handelt, das der Sieger nach einer gewonne
nen Schlacht aus der Beute des Besiegten dar
brachte und an einem heiligen Orte nieder
legte. Da die vorgefundenen Gegenstände aber
aus einem Zeitraum von über 600 JahreU
stammen, mutz als sicher angenommen wer
den, daß sie nicht alle auf einmal niedergelegt
wurden, wofür auch die unterschiedlichen La
gerungen im Moore sprechen. Die Mannig
faltigkeit der Opfergaben erklärt sich zwanglos
aus der Änderung der Opfersitten im Laufe
der Jahrhunderte. Es darf daher mit großer
Wahrscheinlichkeit gesagt werden, daß iw*
Thorsberger Moor nicht eine einmalige Op
ferstelle nach einer großen Schlacht, sondern
ein kultischer Mittelpunkt für eine größere
Landschaft und zwar für das alte Angeln war-
Mit diesem anglischen Heiligtum verbanden
sich vermutlich noch andere Dinge und Bräu
che, wie die jährlichen Volksversammlungen
die später auch zum Ansatzpunkte für die
Märkte wurden. So kann man vielleicht heute
noch „Brarup-Markt" als den letzten Rest je
ner aus Kultfesten entsprungenen Einrichtuu-
gen ansehen, zumal hier die Marktordnung
nicht von der Polizei, sondern von der Kirche
ausgeübt wird, die vermutlich in die Reķ
einer älteren Kulturgemeinschaft eintrat. Red
ner kam zu dem zusammenfassendem Ergeb"
nis, daß das Thorsberger Moor bereits kut-
tischer Mittelpunkt für Angeln u. Schwanse/
war, bevor Opfergaben dort niedergelegt wur
den, und daß vermutlich dort auch auf dcU
Thing der bedeutungsvolle Beschluß gefuß
wurde, den Zug nach England zu unterneh
men, bei dem es sich aber nur um Auswanöc/
rung eines Teiles der Angeln und nicht etw
der ganzen Bevölkerung gehandelt hat.
reiche aufschlußreiche Lichtbilder veransch/."
lichten den Vortrag, der naturgemäß Einher
mische und Fremde stark fesselte.
Bauer Hans Möller-Schwensby, der rührig
Verfechter der kulturellen Belange seiner aub
ler Heimat, der sich auch bei der Vorbereitung
dieser Tagung besonders verdient gemacht Wļ
sprach dann aufschlußreich über die Grün^
die zur Bestandsaufnahme des Satruper ķ' *
res veranlaßten, und über die Wissenschaft! ug,
und wirtschaftliche Bedeutung dieser Arbeite^
Theodor Möller brachte dann durch ausg,.
Zeichnete Lichtbilder die Eigenart und
öl«