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Der Ehrentag der dentschen Familie in Köln
Rudolf Hetz: Das Denken um das Volk
Ueber 50 000 Frauen und Männer aus allen
Teilen des Reiches waren zum Bundestag des
Reichsbundes der Kinderreichen nach Köln ge
eilt, um in einer großen Kundgebung für die
deutsche Familie, die Trägerin der Nation und
des Staates, ihren Willen zum Kind kunözu-
tun. Der Ehrentag der deutschen Familie in
Köln unterstreicht die hohe Bedeutung und die
großen Ziele, die der Reichsbund der Kinder
reichen verfolgt. Diese Bedeutung wird noch
erhöht durch die Tatsache, daß führende Per
sönlichkeiten des deutschen Volkes in der vor
dersten Linie des Bundes stehen und der
Stellvertreter des Führers, Reichsminister
Rudolf Heß, an dem Bundestag teilnahm.
Ueber der Stadt flatterten die Fahnen. Son
derzug um Sonderzug lief auf den Bahnhöfen
ein. Am Rheinufer legten die ersten Sonöer-
öampfer mit Teilnehmern aus Süddeutsch
land und den oberen Rheingauen an, die zum
großen Teil in ihren Trachten erschienen.
Die offiziellen Veranstaltungen wurden ein
geleitet mit einem Presseempfang im Gürze
nich. Nach der Begrüßung durch die Stadt
verwaltung nahm der Bundesleiter des RdK.
Stüwe Gelegenheit, einige Worte an die Pres
se zu richten. Der Reichsbund, der einen
schweren Kampf um die Erhaltung des deut
schen Volkes führe, rufe in erster Linie die
Presse auf, die Bestrebungen des Bundes zu
Nutz und Frommen des deutschen Volkes nach
besten Krüfen zu unterstützen.
Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für
die deutsche Familie gestaltete sich die Amts-
trägertagung des RdK. in der großen Fest
halle der Kölner Messe. Kurz nach 18 Uhr
traf der Stellvertreter des Führers, Rudolf
Heß, ein. Reichsbundesleiter Stüwe dankte
unter begeistertem Beifall dem Stellvertreter
des Führers für seine Teilnahme an der Ta
gung, der damit eine besondere Bedeutung
gegeben werde. Der Reichsbund der Kinder
reichen, so führte er unter anderem aus, viel
fach mißverstanden und verkannt, sei kein Un-
terstützungs- oder Wohlfahrtsverband, son
dern ein bevölkerungspolitischer Kampfbund,
eine Auslese erbgesunder deutscher Vollfami
lien. Angesichts der erschreckenden Schädigun
gen unseres Volksbestanöes durch den Gebur
tenschwund ringe der RdK. um Erkenntnis
und Besinung für die Erhaltung des Deutsch
tums. Die Geburtenzahl von 1933 sei gegen
über der Vorkriegszeit auf weniger als die
Hälfte gesunken. Der geringe, aber unzurei
chende Geburtenanstieg 1931/35 sei zwar ein
erfreuliches Zeichen der Zuversicht und Be
sinnung, er habe aber die Tatsache nichl
grundlegend ändern können, daß die Eltern
generation seit 20 Jahren durch die Kinderge
neration fortlaufend nur zu 60 v. H. ersetzt
werde. Die Folgen seien Sinken des wirt
schaftlichen Umsatzes und damit weitere Er
schwerung der Arbeitsbeschaffung. Kulturell
führe die Einschränkung der Kinderzahl er
fahrungsgemäß zu einem Aussterben der Füh
rerschicht. Durch Zwei- und Einkindersystem
seien der Familiensinn und Familienbegriff
schwer erschüttert worden. Nicht zuletzt sei es
Naturgesetz, daß schwindende Völker durch
wachsende verdrängt und auf dem eigenen Bo
den unterwandert würden. In Erkenntnis
dieser Gefahren für unser Volk fühlen die
Kinderreichen die Verpflichtung, sich als War
ner und Mahner für die deutsche Zukunft, die
Zukunft unserer Kinder, einzusetzen. Unter
dem stürmischen Beifall der Versammelten
betonte der Redner, die Kinderreichen wüßten,
daß der nationalsozialistische Staat schützend
hinter ihnen stehe.
Die Kundgebung erreichte ihren Höhepunkt,
als der Stellvertreter des Führers,
Reichsminister Rudolf Heß,
die Rednertribüne betrat, um kurze und herz
liche Wort an die deutschen Väter und Mütter
zu richten. Er überbrachte den deutschen Kin
derreichen zu ihrem Ehrentag die Grüße des
Führers und wies darauf hin, wie sehr der
Führer, Partei und Staat das würdigen, was
die kinderreichen Familien für die Nation lei
sten. „Sie sind Vorbild der Nation, sie setzen
sich ein für die Zukunft der Nation, sie kämp
fen in aller Stille, in aller Zurückgezogenheit
einen Kampf für Deutschland, sie haben über
das wirtschaftliche Denken das Denken um das
Volk gesetzt, wie es der Nationalsozialismus
verlangt. Der Stellvertreter des Führers be
kannte sich im weiteren Verlauf seiner kame
radschaftlichen Worte zu der Verpflichtung des
Staates im Sinne eines weitgehenden Ein
tretens für die kinderreiche Familie. Gerade
weil sie nicht materialistisch denke, müsse dafür
gesorgt werden, daß sie nicht wirtschaftlich lei
de. Rudolf Heß verwies dabei insbesondere
auf die gerechte Forderung nach dem Famili
enlastenausgleich. Zum Schluß seiner An
sprache brachte der Stellvertreter des Führers
den Dank zum Ausdruck, den Führer und Na
tion den deutschen Vätern und Müttern sagen,
die die Erhaltung unseres Volkes sichern. „Ich
glaube, daß die Zeit kommen wird, in der ihr
Vorbild von allen in Deutschland so gewür
digt werden wird, wie es gewürdigt werden
muß."
Begeistert dankten die Amtsträger des RdK.
für die zielweisenöen Worte. Wie tief und
herzlich dieser Dank war, erwies sich, als spon
tan eine Schwarzwülöerin in ihrer maleri
schen Tracht einen Blumenstrauß ihrer Heimat
dem Stellvertreter des Führers überreichte.
Als letzter Redner sprach der Leiter des Rasse
politischen Amtes der NSDAP., Reichsamts
leiter Dr. Walter Groß. Er führte aus, daß
es den entgültigen Sieg des Nationalsozialis
mus auf Jahrhunderte hinaus nicht geben
könne ohne kinderreiche Familien, die das,
was heute geschaffen wird, in ihren Kindern
morgen verteidigen und erweitern werden.
Leistungen, die eine tapfere Generation ge
stern und heute vollbringt, müssen morgen
und übermorgen abermals vollbracht und ge
sichert werden. Der Reichsbund der Kinder
reichen ist der Künder und Erzieher zu dieser
neuen Haltung, die gleichermaßen der politi
schen Notwendigkeit wie den ewigen Lebens
gesetzen der Menschheit gerecht wird. Wer be
fürchte, hinter dem Appell an den Kinderreich
tum könne die Absicht eines Angriffes stehen,
dem müsse man sagen, daß das nicht wahr sei
und nicht wahr sein könne. Denn je mehr le
bendige Kinder ein Volk oder eine Familie
ihr eigen nenne, desto heißer wünsche sie, in
Frieden und Ordnung Wachsen und Schaffen
ihrer Kinder erleben und bewahren zu kön
nen. (Lebhafter Beifall.) Die Wurzeln un
serer Kraft liegen da, wo das Leben sich erneu
ert, wo der Bauer die Scholle bricht und die
Mutter ihr Kind stillt.
Als Abschluß der Reichstagung
fand am Sonntag auf der Festwiese des Köl
ner Messegelänöes eine Großkundgebung statt.
Man sah die bunten Trachten aller deutschen
Gaue von Schlesien bis zum Saargebiet, von
den Alpen bis zur Nordsee. Leider setzte eine
Stunde vor dem Beginn der Kundgebung
leichter Regen ein, der sich später verstärkte, so
daß die Kundgebung abgekürzt wurde. Kurz
nach 10 Uhr marschierten die Fahnenabord
nungen zu beiden Seiten des Podiums auf.
Dann zeigte eine Ehrenabteilung des Arbeits
dienstes das chorische Spiel „Mutter und
Kind".
Geisteskranker Mrder.
Zu dem Doppelmord, der in der Veringstraße
in Wilhelmsburg verübt wurde, meldet die
Polizei ergänzend, daß die Hausbewohner früh
gegen 5 Uhr 30 Schreie und Hilferufe aus der
Wohnung der Familie Schulz gehört haben,
aber nach deren baldigem Verstummen den
Vorgängen keine weitere Bedeutung zugemes
sen haben und deshalb auch keine Anzeige er
statteten. Der Ehemann und Vater der beiden
Ermordeten befindet sich seit 14 Tagen auf einer
Segelfahrt und hat bei dieser Gelegenheit sei
nen Schwager, den Täter.Georg Otto, in K i e l
besucht. Durch diesen Besuch hatte Otto erfah-
*mß sich seine Schwester und Nichte allein
aase aufhielten. Die beiden Frauen zu
wcen, will Otto, der an Verfolgungseinbildun
gen leidet, schon lange vorgehabt haben.
Am ersten Pfingstfeiertag ist er nach Wil-
l). - msburg gefahren. Besuchsweise hat es sich
zunächst in der Wohnung seiner Schwester, an
geblich in bestem Einvernehmen, aufgehalten.
Als seine Rückfahrkarte nach Kiel ablief, sei er
zur Tat geschritten. Seine Schwester, die wegen
der bevorstehenden Abreise früh aufgestanden
war, hat er in der Küche überfallen und mit
einem Hammer niedergeschlagen, die 22jährige
Tochter hat er ebenfalls mit dem Hammer nie
dergeschlagen und dann den auf dem Boden
liegenden Frauen noch tiefe Halsschnitte beige
bracht. Der Täter ist dem Amtsgericht zuge
führt worden. Es hat sich der Eindruck ver
stärkt, daß es sich bei dem Otto, der seiner Tat
gegenüber völlige Teilnahmslosigkeit zeigt, um
einen Geisteskranken handelt.
Im Faltboot über den Kanal.
DD. London, 6. Juni. Zwei junge Deutsche
namens Schumann trafen am Donnerstag
nach abenteuerlicher Fahrt in einem knapp
fünf Meter langen Faltboot im Hafen von
Dover ein. Die beiden hatten Bottrop in
Westfalen vor etwa sieben Wochen verlassen
und waren den Rhein hinunter gepaddelt. Am
Mittwochmorgen trafen sie in Ramagate ein,
von wo sie sich sofort auf die Weiterfahrt nach
Dover machten. Sie gerieten in einen so
starken Wellengang, daß sie am Feuerschiff
„East Goodwin" Schutz suchen mußten.
Der Abschied der Luftwaffe von ihrem Generalstabschef.
Die Trauerfeier für Generalleutnant Wever im Ehrenhof des Reichsluftfahrt
ministeriums. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, spricht
am Sarge des so jäh aus dem Leben Geschiedenen. (Weltbild, K.)
Der Führer erweist dem Toten die letzte Ehre.
Nach der Trauerfeier wird der Sarg mit der sterblichen Hülle des Generalstabs
chefs in den Wagen gehoben, um nach Klein-Machnow übergeführt zu werden. Im
Hofe des Reichsluftfahrtministeriums der Führer mit Generalfeldmarschäll v. Blom
berg, Generaloberst Göring und die Angehörigen des Toten. (Heinr. Hossmann, K-)!
Wesers letzter Erdenweg *
Am Sonnabend fand in Klein-Machnow
Berlin die Beisetzung des GeneralstabschĢ
der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant
Wever, statt, der bekanntlich zusammen un
dem Obergefreiten Kraus am 3. Juni öw
Fliegertod gestorben ist. Vorauf ging eiw
Trauerfeier im Luftfahrtministerium, an web
cher auch der Führer teilnahm. Nach Worten
des Feldbischofs der Wehrmacht, v. Dohrmaiw-
würdigte der Oberbefehlshaber der Luftstreib
krüfte, Generaloberst Göring, noch einşş
den hohen Anteil des Toten an der Wieder
schaffung einer deutschen Luftmacht. Als drt
Lafette der Flakbatterie mit dem Sarg vor dein
Trauerhause in Klein-Machnow angekommen
war, verharrte man in einigen Minuten
Schweigen. Eine Gruppe vom Geschwader
„Hindenburg" entbot den letzten Gruß der
Maschinen. Am offenen Grabe sprach Göring
letzte Worte. „Sei bei uns", sagte er, „wenn
die Not am größten! Stärke uns mit deiner
starken Seele, wie du uns bisher geholfen und
gestärkt hast. Wir aber versprechen dir, dein
Andenken als heiliges Vermächtnis in unser
Herz einzuschließen!"
Segelflieger und Möwe».
KunsWge über Kopenhagen.
DNB. Kopenhagen, 7. Juni. Der deutsche
Verkehrsflieger Peter Riedel, der sich zur Zw
mit einer deutschen Segelflugexpedition unter
Führung von Professor Rheinöorf in de"
skandinavischen Ländern aufhält, führte vw
seinem Leistungssegelflugzeug „Sperber" einen
bemerkenswerten Flug über den Sund au«-
Vormittags um 11.26 Uhr ließ sich Riedel über
dem Flugplatz von Malmö hochschleppen um
klinkte nach kurzer Zeit in 400 Meter Hķ
aus. In etwa Inständigem Kurven hatte Rie^
del über Malmö eine Höhe von etwa 1500 Me
ter erreicht. Er nahm dann Kurs über den
Sund in Richtung Kopenhagen, überflog den
Sund verhältnismäßig schnell und führte über
der dänischen Hauptstadt Kunstflüge durch-
Etwa zwei Stunden, bevor Riedel zur Law
dung ansetzte, hatte man in Kopenhagen da§
seltsame Schauspiel, ein Segelflugzeug mit de»
vielen Möwen um die Wette fliegen zu sehen,
was fliegerisch besonders interessant war, dn
die Möwen dem Segelflieger die Aufwinözw
nen zeigten. Um 16.30 Uhr landete Riedel au!
dem Flugplatz Kopenhagen.
* * *
Ballon „Nordmark" auf Wettfahrt.
im Erzgebirge gelandet.
Der Ballon „Norömark" hat an einer Weist
fahrt der Luftsport-Landesgruppe 9, Hannover
teilgenommen. Sonnabend abend um -7 UM
waren vom Waterlooplatz in Hannover sieben
Freiballone gestartet. Als erster wurde «>e
Ballon „Nordmark" gefüllt, der von dem Haws
burger Ballonfahrer Dr. Perlewitz gefķ.
wurde. Es war zur Bedingung gestellt, dal'
weder Küsten noch Meeresarme überfahre«
werden durften. Außerdem durften die Reichs
grenzen nicht verlassen werden. Sieger
derjenige Ballon werden, der vom Startpw-
bis zum Landeort, in gerader Luftlinie gewest
sen, die größte Entfernung zurückgelegt ha''
Ballon „Nordmark" ist nach zehnstündig^
Fahrt im Erzgebirge, 10 Klm. von der Grenö
entfernt, glatt gelandet.
* * *
Ausstellung „A§ deutsche Gemeinde^-
Im Ehrenraum der Berliner Ausstellung^
hallen am Kaiserdamm eröffnete am Sonnte
der Reichs- und Preußische Minister des
nern Dr. Frick die große Ausstellung „D
deutsche Gemeinde", eine Leistungsschau »
über 50 000 deutschen Gemeinden, die «
Deutsche Gemeindetag zusammen mit be
Ausstellungs- und Messeamt der Stadt Bew
aus Anlaß des 6. Internationalen Gemein«
kongresses errichtet hat. Die über 1500 Ehre .
gäste der Eröffnungsfeier, darunter die
6. Internationalen Gemeindekongreß aus
taaten anwesenden Teilnehmer, wurden v
dem Direktor des Messeamtes, Wischek,
Hausherrn empfangen. Unter den Oberbürge^
meistern vieler deutscher Städte sah man
an"
den Regierenden Bürgermeister Krogw-,,
(Hamburg) u. Oberbürgermeister Dr. DreŞ
ler (Lübeck).
* * *
Wirbelstürme in Oklahoma und Kansas«
DNB. Newyork, 7. Juni. Nach Meldung^
aus der Stadt Oklahoma wurden die Staw
Oklahoma und Kansas am Sonnabend *
schweren Wirbelstürmen und WolkenbrnÄ ,
heimgesucht. Neun Personen wurden
und zahlreiche verletzt. Der Sachschaden ist
groß, da viele Häuser umgeweht wurden. „
Burbank in Nord-Oklahoma wurde jedes K
beschädigt.