Full text: Mein Leben

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waren Elise und Marie . Während die andern Geschwister teils sich verheirateten , teils frühzeitig verstarben , sind die genannten beiden von bleibendem und wertvollem Einflüsse auf meine Ent - Wicklung geblieben . Elise zeichnete sich durch einen klaren , kalten Verstand aus , der mich öfter anleitete , die Konsequenzen zu ziehen , wenn ich ratlos und zaudernd stand . Sie war es , welche mir Herbst 1866 , als ich mit der Theologie zerfallen von Tübingen nach Bonn zurückkehrte , den Entschluß einflöhte , trotz des entgegen - stehenden Wunsches der Eltern mich in der philosophischen Fakultät immatrikulieren zu lassen . Im Gegensatze zu ihr war Marie Brüning ganz Gemüt , ganz Herz , ganz Hausmütterchen und hat es an mir bewiesen von dem Tage an , wo sie mich zu Oberdreis als fünfjährigen Knaben in der Badewanne abseifte , bis zu Zeiten , wo wir dieser und anderer Jugenderinnerungen mit fröhlichein Lachen zu gedenken pflegten . Von Brünings aus machten wir unfern Besuch 1856 bei Onkel und Tante Schnabel . Wir wurden hereingeführt und blieben bescheiden an der Tür stehen . Niemand war im Zimmer außer zwei Knaben , welche in der entgegen - gesetzten Ecke des Zimmers spielten . Sie blickten auf . und der eine fragte den andern : „ Kennst du die ? " — „ Nee " , war die Antwort . — „ Ich auch »ich " , sagte der erste wieder , und damit wandten sie sich wieder ihrem Spiele zu , ohne von uns weiter Notiz zu nehmen . Es waren Ernst und Moritz Schnabel , der erste mein Busenfreund bis zu seinem frühen Tode , der andere noch gegenwärtig Chef der von seinem Vater ererbten Vertre - tungen englischer Häuser . Endlich kam der älteste Sohn Heinrich dazu und vermittelte die Bekanntschaft , da er schon vorher zur Stärkung seiner Gesundheit einige Monate in Oberdreis zu - gebracht hatte . Er war von den drei Söhnen der am wenigsten begabte und hat es doch am weitesten in der Welt gebracht . 
Von Elberfeld kehrten wir reich an schönen Erinnerungen auf unser stilles Dorf zurück . Im Laufe des folgenden Jahres 'teilte sich bei dem ewigen Wechsel der Hauslehrer die Notwendig - keit heraus , uns einem Gymnasium zu übergeben , und so wurde geschlossen , uns drei Ältesten zum Herbste 1857 nach Elberfeld zu schicken . Mit Sehnsucht sah ich der Zeit entgegen , wo ich in dem geliebten Elberfeld meinen dauernden Wohnsitz nehmen sollte .
	        
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