Der Ferne Osten in Bewegung v
Die Entscheidung über China
Einigung zwischen Süd und Nord oder Preisgabe an Japan
Morgan als Weltkriegs-Manager.
Vie Azyerika in den Krieg gegen
ZMtfchlMd gezogen wurde.
Washington, 8. Juni. Ter Munitionsaus
schuß des Senats legte jetzt dem Senat einen
endgültigen Bericht über das Ergebnis seiner
letztjährigen Untersuchungen vor, die sich mit
den Gründen zum Eintritt der Vereinigten
Staaten in den Weltkrieg befassen.
Aus diesem Bericht geht hervor, daß die um
fangreichen finanziellen und wirtschaftlichen
Verbindungen mit den Alliierten der Grund
waren, daß die Politik der Vereinigten Staa
ten von der anfänglich eingenommenen Neu
tralität zum Kampf aus Seiten der Alliierten
umschlug! Der I. P.. Myrgan-Bank, die als
hauptsächlicher Einkaufs- und Finanzierungs-
Agent für Großbritannien und Frankreich tä=
tig war, wird sogar „Böswilligkeit" vorgewor
fen. Im Verein mit Großbritannien und
Frankreich hat Morgan es geschafft, aus den
Vereinigten Staaten eiu „Arsenal" für die
beiden Länder zu schaffen.
Hierdurch werden die von Morgan früher
aufgestellten Behauptungen, daß äußere Um
stände, z. B. der Einsatz deutscher U-Boote,
Amerika in den Krieg geführt hätten, wohl in
jedem Punkte widerlegt. Der Munitiousaus-
schuß erwähnt in seinem Bericht, daß noch wäh
rend der amerikanischen Neutralität von 2,5
Milliarden Dollar der alliierten Finanzierun
gen 1,9 Milliarden Dollar davon durch Morgan
in den Vereinigten Staaten untergebracht wor
den sind! Solche Anleihen an kriegführende
Staaten hätten besonders dadurch dem Gedan
ken der Neutralität widersprochen, weil sie
Amerika in ein Hilfsarsenal für die Kriegs
staaten umwandelten und es zwangsläufig in
die strategischen Pläne der kriegführenden
Mädche hereinbrachten.
* * *
Zu schweren Znssmmenstöhen
zwischen streikenden Arbeitern und Polizisten
kam cs am Montag in Thorn. Ein amtlicher
Bericht, der herausgegeben wurde, besagt, daß
bei der Auflösung eines Demonstrationszuges
einige Teilnehmer verwundet wurden. Ein
Mann, der schwere Verletzungen davongetra-
geir hatte, ist gestorben. 4 Personen sind ver
haftet. Die Untersuchung wird streng durch
geführt, um die Aufwiegler festzustellen, die
Unruhe unter die mit öffentlichen Arbeiten
Beschäftigten zu tragen versuchen.
Aus Privatmeldungen geht Hervor, daß die
Polizisten, die diesen Demvnsträtionszug auf
lösen wollten, mit Steinwürfen empfangen
wurden und von der Schußwaffe Gebrauch
machen mußten. Nach Mitteilung von dieser
Seite seien auch Polizeibeamte verletzt wurden.
Die Straßen sind jetzt durch verstärkte Pa
trouillen gesichert. Die Ruhe scheint wieder
hergestellt zu sein.
* * *
Mimischer Mlesl gegen das Mjļreļen
des Negus in London.
DNB. London, 8. Juni. Wie der „Star"
meldet, hat der italienische Botschafter Granöi
im Foreign Office Vorstellungen gegen die
Empfänge erhoben, die Haile Selassie als Kai
ser von Abessinien in London veranstaltet.
Granöi habe auf die Tatsache hingewiesen, daß
der König von Italien nunmehr Kaiser von
Abessinien sei und daß Jtalienisch-Abessinien
am Hose von St. James von dem italienischen
Botschafter diplomatisch vertreten werde. Fer
ner habe er darauf aufmerksam gemacht, daß
der abessinische Gesandte in London, Dr. Mar
tin, nicht mehr als diplomatischer Vertreter
anzusehen sei.
' =S « Sü
Dänemark und England.
VerlobungsgeriW demMîierļ.
DD. London, 8. Juni. Der „Sunday Expreß"
bringt eine Erklärung des Prinzen Harald
von Dänemark, die Gerüchte über eine bevor
stehende Verlobung seiner Tochter Alexan-
drine-Luise mit König Eduard vm. als erfun
den bezeichnet. Er habe auch nicht die Absicht,
zum Sommer nach Cannes zu reisen, wo der
englische König möglicherweise seinen Som
meraufenthalt verbringen werde.
* * *
Kreuzer „Şmden" und Kreuzer
„Karlsruhe" auf Schilligreede.
DNB. Wilhelmshaven, 8. Juni. Die beiden
Auslanöskreuzer „Emden" und „Karlsruhe"
kehren in diesen Tagen in ihre Heimathäfen
zurück. Am Montag sind sie bereits auf Schil
ligreede vor Anker gegangen, wo in den näch
sten Tagen die Besichtigung durch den Inspek
teur des Bildungswesens der Marine stattfin
det. Kreuzer „Emden" wird voraussichtlich am
Donnerstag gegen Abend in Wilhelmshaven
einlaufen, während „Karlsruhe" nach Kiel
weiterfährt.
* * »
Gilt schöner Sieg Eupen-Malmcdys. Wäh
rend noch die eindrucksvolle Demonstration
der Eupen-Malmeöyer Heimattreuen zu den
belgischen Kammcrwahlen vom 24. Mai in
allgemeiner Erinnerung ist, verzeichnen diese
treuen Kämpfer für ihr Volkstum einen greif
baren Sieg, indem sie auf Grund der Wahlen
zum Provinzialrat vom 7. Juni nicht nur 2,
sondern sogar 3 der Ihren nach Lüttich ent
senden können.
Nanking, 8. Juni. In einer längeren Rede, i
während der er scharf die von japanischer Seite
verbreiteten Gerüchte von einem Zerwürfnis
zwischen Nanking und Kanton als eigennützi
ges Mittel, China zum Bürgerkrieg aufzu
hetzen, zurückwies, gab Tschiang Kaischek be
kannt, daß die Regierung einen Antrag an den
ständigen Ausschuß des Zentralvollzugsaus
schusses vorbereite, die Zweite Plenarsitzung
einzuberufen. Dabei soll verfassungsgemäß
die Außenpolitik des Landes unter Mitwir
kung des Südwestens entschieden werden.
Mit der Aufforderung an das chinesische
Volk, in Treue und Einigkeit zur Regierung
zu stehen, um das gemeinsame Schicksal in
schwerer Zeit zu meistern, erklärte der Gene
ralissimus, die Regierung habe sich als Haupt
aufgabe gestellt, den Bestand der Nation zu
sichern. Seine feste Ueberzeugung sei, daß der
Südwesten sich nicht gegen die Einheit des
Landes mit einseitigen Aktionen versündigen
werde.
Heute sind in Nanking Besprechungen von
Vertretern des Südwest-Militärs mit der Re
gierung eröffnet worden.
Der japanische Militärattache Generalmajor
Kita reiste zu einer Konferenz mit Tschiang
Kaischek ab. Die japanische Botschaft demen
tiert die Gerüchte von einer Protesterhebung
wegen der Südwestvorgänge.
Die Verwicklung in China erweckt in Eng
land ernste Sorgen. Das britische Oberkom
mando in China hat deshalb für alle Truppen
Alarmbereitschaft angeordnet, und eine beson-
Jn der festlich geschmückten Krolloper in
Berlin wurde am Montag durch den Vor
sitzenden des Kongreß-Ehrenausschusses, den
Reichs- und preußischen Minister des Innern
Dr. Frick und den Präsidenten des Inter
nationalen Gemeindeverbandes, G. Montagu
Harris (Großbritannien), der vi. Inter
nationale Gemeindekongrcß feierlich eröffnet.
An den Plätzen aller Tagungsteilnehmer ist
eine Siemens-Uebersetzungseiurichtung ange
bracht, die es ermöglicht, den Verhandlungen
in nicht, .weniger als sieben Sprachen zu fol
gen. ■ ^ \
Reichsinnenminister DA Frick, begleitet von
dem Präsidenten des Internationalen Ge-'
meindeverbandes, Harris, dem Generalsekre
tär und Direktor des Verbandes, E. Vinck
(Belgien), dem Vizepräsidenten des Verbau-;
des, D. Jeserich (Deutschland), und H. Sellier
(Frankreich), ein. Harris begrüßte die Dele
gierten der 36 am Kongreß teilnehmenden
Staaten. Er betonte, daß das Interesse an der
lokalen Verwaltung in der ganzen Welt zu
nehme. Bei einem kurzen Ueberblick über die
Lokalverwaltungen in Europa und außerhalb s
Europas teilte er mit, daß die Vereinigten
Staaten dem Internationalen Gemeindever
band beigetreten seien, und daß auch Japan
in Kürze Mitglied, des Verbandes, werde. Der
Internationale Gemeindeverband sei sich sehr
wohl der Tatsache bewußt, daß die Idee der
Selbstverwaltung in den verschiedenen Län
dern einen verschiedenen Sinn habe. Es sei
nicht Aufgabe des Verbandes, Kritik zu üben
an dieser oder jener einzelnen Einrichtung,
sondern es sei seine Pflicht, als eine auf wis
senschaftliche Untersuchung gerichtete Körper
schaft sein Bestes zu tun, die tatsächlichen ge
setzlichen Einrichtungen und deren praktisches
Funktionieren in den verschiedenen Ländern
festzustellen und die Ergebnisse zu vergleichen.
Das Ziel des Verbandes sei das wissenschaft
liche Studium der Methoden der Lokalverwal
tung, das sich nicht nur auf die Vergangenheit
und die Gegenwart, sondern auch auf die Zu
kunft erstrecke.
Der Präsident fand Worte höchster Anerken
nung für die am Sonntag in Berlin eröffnete
Ausstellung „Die deutsche Gemeinde". Er gab
unter dem lebhaften Beifall der Kongreßteil
nehmer der Hoffnung Ausdruck, daß sich aus
der Tätigkeit des Verbandes ein gutes inter
nationales Verständnis entwickeln möge, das
dazu beitrage, ein glückliches und friedliches
Lebe» für alle Völker zu erreichen.
Nach dem Engländer bezeichnete
Reichsinnenminifter Dr. Frick
die auf diesem Kongreß besonders zur Behand
lung kommenden Fragen als die brennend
sten, die je auf einem internationalen Ge
meindekongreß behandelt worden seien. Es sei
eine die ganze Welt bedrückende Sorge, wie es
gelingen soll, die moderne Geißel der Mensch
heit, die Arbeitslosigkeit, zu bekämp
fen und zu überwinden. Desgleichen stehe für
die Gemeinden aller Länder stets die Frage im
Vordergrund, welche Wege sie bei ihrer weit
verzweigten kulturellen Betätigung zu gehen
haben. Wenn cs dem Kongreß gelänge, in die
sen wirklich internationalen Fragen unter der
tätigen Mitarbeit aller vertretenen Länder
neue Erkenntnisse zutage zu fördern und neue
dere Expeditionsabteilung englischer militäri
scher Kräfte steht gerüstet, jederzeit von Hong
kong nach Schanghai transportiert werden
zu können. Landurlaub für die Matrosen der
in Kanton stationierten englischen und ameri
kanischen Kriegsschiffe ist eingestellt worden.
Die chinesischen Südtruppen, die der Kan
ton-Regierung unterstehen, nähern sich dem
Tungtin-See, wo nach englischen Meldungen
zwölf Divisionen der Nanking-Armee ihnen
den Weg nach Norden versperren. Die kom
mandierenden Generale des Südens, Chen Chi
taug und Li Chung jen, haben gemeinsam an
die hauptsächlichsten militärischen Führer der
Provinzen ein Telegramm gerichtet, durch das
diese aufgefordert werden, dem weiteren japa
nischen Vordringen militärischen Widerstand
zu leisten. Die Stunde sei gekommen, China
von dem japanischen Zugriff zu befreien, was
große Opfer verlangen werde. Der Marsch der
Kwangsi-Truppen nach dem Norden gelte nur
den Japanern und richte sich nicht gegen die
chinesische Regierung.
*
Englische und amerikanische Vorsichts
maßnahmen in Ostasien.
DNB. London, 9. Juni. (Eig. Funkm.) Wie
aus Hongkong gemeldet wird, wurde in Anbe
tracht der gespannten Lage in Südchina für die
Besatzungen der in den südchinesischen Ge
wässern liegenden britischen und amerikani
schen Kriegsschiffe eine Sperre des Land
urlaubs verfügt.
Ziele zu weisen, habe er Dienst an der gesam
ten Menschheit geleistet.
Das deutsche Volk blicke nach schwerstem
Zusammenbruch voller Hoffnung in die Zu
kunft und habe nur den einen Wunsch, in
Frieden mit aller Welt seiner Aufbauarbeit
nachzugehen.
Die Reichsregierung habe den deutschen Ge
meinden in der Deutschen Gemeindeordnung
vom 30. Januar 1935 ein neues Grundgesetz
gegeben, nach dem sich seitdem ihr Wirken und
ihre Arbeix richteten. Im Ausland habe man
namentlich an dieses Gesetz öfter die Behaup
tung geknüpft, daß damit die Selbstverwaltung
der deutschen Gemeinden beseitigt sei. Der
Minister trat diesen Behauptungen entgegen
und bekannte sich mit innerer Ueberzeugung
zu der deutschen gemeindlichen Selbstverwal
tung. Die Deutsche Gemeindeordnung gehe
von der Erkenntnis aus, daß Selbstverwal
tung nicht an starre Formen und Begriffe ge
bunden sei, und zeige die echten Elemente auf,
die zum Wesen der Selbstverwaltung gehör
ten und aus denen heraus der Wiederaufstieg
der deutschen Gemeinden in überraschendem
Maße fortschreite.
Brandunglück im Erzgebirge.
Ggslnmļ osrbraîmļ.
DNB. Chemnitz, 9. Juni. (Eig. Funkm.) In
den frühen Abendstunden des Montags brach
im Schuppen einer Gastwirtschaft in Augustes
burg (Erzgebirge) Feuer aus, das sich mit
rasender Geschwindigkeit auf das Hauptge
bäude und zwei Nachbargrunöstücke ausbrei
tete. Insgesamt sind zwei Hauptgebäude und
zwei Nebengebäude bis auf die Grundmauern
niedergebrannt. Acht Familien wurden obdach
los. Der Gastwirt Seidel, in dessen Schuppen
der Brand ausgebrochen war, wurde ein Opfer
der Flammen.
Me noàĢeulschen FreißMone
Die sechs in Hannover zur Wettfahrt um
den Wanderpreis der ehemaligen Nordwest
gruppe gestarteten Ballone sind alle glatt ge
landet. Die weitesten Fahrten haben die
Ballone „Düsseldorf II" unter Ballonführer
Götze (332 Kilometer) und Ballon „Nieder
sachsen", der neue Ballon der Ortsgruppe
Hannover, unter Ballonführer Schäffer( eben
falls etwa 332 Kilometer), gemacht. „Düssel
dorf II" und „Düsseldorf III" sind außer Kon
kurrenz gestartet. „Düsseldorf II" ist bei
Bärenstein im Kreis Dippoldiswalde glatt ge
landet. Ballon „Nieöersachsen" ging um 5.25
Uhr am Sonntagvormittag in Tirschenreuth
in der Oberpfalz nieder. Die drittlängste
Strecke hat der Ballon „Nordmark" unter
Führung von Dr. Perlewitz mit einer Strecke
von etwa 280 Kilometer zurückgelegt. Er ist,
wie wir berichteten, am Sonntagvormittag
5.18 Uhr im Erzgebirge bei Antonstal,
10 Kilometer von der tschechischen Grenze, ge
landet. Der Ballon „Roland" aus Bremen
unter Führung von Thulesius ist nach einer
Fahrt von etwa 265 Kilometer morgens 4.40
Uhr 6 Kilometer südlich von Glauchau glatt
gelandet. Der Ballon „Hannover" unter Füh
rung von Rustenbach, fuhr etwa 260 Kilometer
bis Wellersdorf im Kreise Schleiz. Er landest
morgens 4.40 Uhr. Der sechste Ballon „Dşş
selöorf III" ist schließlich nach einer Fahrt vo"
etwa 220 Kilometer westlich von Zeitz um
Uhr früh niedergegangen.
* * *
Brandstiftungen in Newyork.
Bierffotfiges kŞmisches LogmUllS
in IlamMn.
DNB. Newyork, 8. Juni. Nahezu 300 Poli
zisten und Detektive durchsuchen augenblicklich
die nördlichen Stadtteile Newyorks nach einen*
Brandstifter, der am Sonntag nach Mitteilung
der Polizei in acht großen Mietshäuser
Feuer angelegt hat. Dabei sind eine Person
getötet und 13 verletzt worden. Im Stadtten
Bronx haben sich in der letzten Zeit so häufig
Brandstiftungen ereignet, daß dort besondere
Feuerwachen aufgestellt werden mußten.
Im Logierhausviertel von San Francisco
ist ein vierstöckiges Hotel durch Feuer zerstör
worden, wobei sieben Personen umkamen um
etwa 30 Insassen schwere Verletzungen erlit
ten. Auch in diesem Falle wird Brandstiftung
vermutet.
* * *
Ne VeisetzWg h§Z MeMmlZn ANS-
DNB. Passau, 8. Juni. Am Montag wurde
der Obergefreite Ludwig Kraus, der mit dein
Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Gene
ralleutnant Wever, in Dresden tödlich abge
stürzte Borömonteur, zu Grabe getragen. Von
weither war die Bevölkerung in das stattliche
Pfarröorf Ruhstorf gekommen, um an der Bei
setzung teilzunehmen. Die Parteiformationen
des Kreises waren mit Fahnen und Kränzen
erschienen. Das Reichsluftfahrtministeriurn
hatte eine Abordnung entsandt. Eine Kom
pagnie Flieger aus Neubiberg in Oberbayern
gab dem toten Kameraden militärisches Ehren
geleit. Im Auftrag des Reichluftfahrtministers
und Oberbefehlshabers der Luftwaffe legte der
Höhere Fliegerkommanöeur im Luftkreis v '
Generalmajor Felmy, einen Lorbeerkranz aM
Grabe nieder. Er hob dabei hervor, daß man
den Wert des Verstorbenen schon daran erken
nen könne, daß sicher nicht der schlechteste
Soldat dem Chef des Generalstabes der Lust-
waffe als Bordmonteur beigegeben werde.
* * *
Mische Mischehen in Denischlmd.
Der „Weltkampf" bringt eine vorläufige
Zusammenstellung der jüdischen Mischehen in
Deutschland. Es liegen nur Zahlen für solche
Ehen vor, bei denen der eine Partner Voll
jude ist. Von 1901 bis 1933 wurden 42 452 solche
Mischehen geschlossen gegenüber 118 000 voll
jüdischen Ehen. Dabei überwogen die Misch
ehen mit einem jüdischen Mann diejenigen mit
einer Jüdin zur Frau häufig um das Dop
pelte. 1916 kamen auf 100 vvlljüdische Ehen
104 Mischehen, 1933 auf 100 jüdische Ehen 78
Mischehen. Ueber getaufte Juden und Halbju
den liegen keine Zahlen vor. Schätzt man je
doch die Rassejuden im deutschen Volke auf 2
Millionen, so wird die Zahl der Mischehen
zwischen Rassejuden und Dcutschblütigen i#
ganzen etwa 400 000 betragen.
Norwegischer Missionar von chinesischen
Banditen verschleppt.
DNB. Schanghai, 8. Juni. Der Superinten
dent der norwegischen Luthermission, Samset
in Laohokau in Nord-Hupeh, wurde am 6.
Juni von chinesischen Banditen überfallen und
entführt. Er befand sich im Omnibus unter
wegs nach Hankau.
Der König hat den bisherigen Minister
präsidenten van Zeeland mit der Regierungs
bildung beauftragt.
Der neue Präsident von Panama. ZuM
Präsidenten von Panama wurde Dr. Juan
Demostenes Arosemena mit einer Stimmen
mehrheit von rund 4600 gewählt.
Französische Botschafter bei Delbos. Der
französische Außenminister Delbos empfing aM
Montagvormitag die französischen Botschafter
in Rom, Berlin und Prag, mit denen er sick>
ausführlich über die internationale Lage un
terhielt.
Ein zweiter Selbstmord im Kattowitzer
Hochverratsprozeß. Im Zusammenhang mst
dem großen Kattowitzer Hochverratsprozeß
hat am Sonntag der Angeklagte Ignaz Schlap-
pa aus Chorzow Selbstmord verübt. Der 48
Jahre alte Angeklagte wurde am Sonntag
vormittag in seiner Zelle im Kattowitzer Ge-
richtsgefüngnis am Fenstergitter erhängt auf
gefunden. Es ist dies der zweite Selbstmord
eines Angeklagten in diesem Prozeß. Bekannt
lich hat am 10. März 1936 der Gründer und
Leiter des sogenannten Geheimbunöes, Maist-
ura, im Königshütter Gerichtsgefängnis
Selbstmord verübt.
Verantwortlicher Hauptschriftletter uns Herausgeber: Fer
dinand Möller.
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmanw
Verantwortlich für Politik: Feld. Möller,' für den ört
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregori; für den wirt
schaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfeldt: für den provin
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildverantwortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Änzeigenleiter: Karl Jacobsen, RendsvurS-
Berlag und Druck: Heinrich Möller Söhn«, Rendsburg.
D-A- Schlesrvig.Holsteinische Landeszeitung (Rendsburgs
Tageblatt — Hohenivcstedter Zeitung / Die LandpŞ
Hanerau-Hademarschen — Süderbraruper Tageblatt?
D.-A. V 86 über 13 800 Pl. Nr. 7,
Der Internationale GeMeindekongretz in Berlin
Dis BedeutMg eirrer Mterr Gemeindeverwaltung
Minister Dr. Frick über das Ansbaubedrirfnis des deutschen Volkes
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