Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Wohnungsbau 
Mit dem Bau neuer Häuser ist am Montag 
«n der Moltkestraße zwischen der Wrangel- 
Ķatze und der Alten Kieler Landstraße be 
gonnen worden. Neben dem Offiziersheim läßt 
^lschlermeister Hinz ein größeres Fünfwoh- 
nungshaus errichten. Daneben werden von 
Bauunternehmer Schlothfeldt vier Vierwoh- 
Nungshäuser und an der Alten Kieler Land- 
nraße zwei Vierwohnungshäuser in der glei 
chen Art wie die dort schon stehenden Häuser 
gebaut. Nach Fertigstellung dieser Häuser wird 
"e Moltkestraße vollständig bebaut sein. Die 
Heiden Lagerhäuser auf dem dortigen Bauge 
lände werden demnächst abgebrochen. Im gan 
zen werden durch den Bau dieser sieben Häu- 
chr 2g neue Wohnungen geschaffen. Eine große 
Anzahl Volksgenossen findet bei dem Bau 
Beschäftigung. Auch in den anderen neueren 
Stadtteilen hat die Bautätigkeit in diesem 
àiihjahr eingesetzt. An der zur Zeit im Bau 
befindlichen Horst-Wessel-Straße entsteht be- 
Mts^das erste Haus. An der neuen Macken- 
>en-Ttraße hinter dem Kleinbahnhof werden 
^eitere Häuser gebaut, ferner u. a. an der Bis- 
^arckstraße zwei Häuser mit zusammen 32 
Wohnungen, an der Neuen Kieler Landstraße, 
ü'vckbeker Chaussee und an der Tonöernstraße. 
Man radelt ums Radsport-Jugend 
abzeichen 
Der Raöfahrverein RBC. von 1894 hielt im 
^ereinslokal „Colosseum" einen gut besuch 
en Kameradschaftsabenö ab, der unter ver 
tretungsweiser Leitung des Diet- und Sport- 
svartes E. Krüger stand. Das Werbesaalsport 
est in Fockbek war erfolgreich. Bekanntgegeben 
eurde, daß zur Fortsetzung des Erwerbes der 
Aaösport-Jugendabzeichen das nächste Ausfah 
ren am Dienstag, dem 9. Juni, nachmittags 
I' 30 .şir, wieder auf der Schleswiger Chaussee 
llattsindet,' es wird von 43 Schülerinnen der 
staatlichen Aufbauschule bestritten. Am Frei 
tag, dem 12. Juni, nachmittags 4.30 Uhr, star 
ten die Schüler der katholischen und Altstüöter 
Mädchenschule. Am 16. Juni werden 43 Schü 
lerinnen des Lyzeums und der Staatlichen 
äufbauschule sich um das Sportabzeichen be 
werben. Vom Gymnasium allein liegen 109 
Meldungen vor. Da auch aus den ländlichen 
schulen Anmeldungen eingegangen sind, wird 
«ie Gesamtzahl der Bewerber auf 500 steigen, 
wir das Sportabzeichen in Bronze sind 15 
Klm. in 55 Minuten und für das silberne 20 
Klm. in 66 Minuten von den Mädchen zu 
lahren, während den Knaben für dieselben 
Auszeichnungen 40 bezw. 45 Minuten zur 
Verfügung stehen. 
Autokarawane 
auf dem Paradeplatz 
Gestern nachmittag beherrschte drei Stunden 
Mg die gelb-weiße Werkflagge der Opelwerke 
M Rüsselsheim den Teil des Paraöeplatzes 
der alten Hauptwache. Von Nortorf kom 
mend, war eine der augenblicklich in Deutsch- 
Md unterwegs befindlichen elf großen Kara 
ganen hier eingetroffen, um durch eine Lei 
tung s schau zu werben für die Erzeugnisse der 
geltbekannten Firma. Opel stellt auf diesen 
g'erbefahrten hauptsächlich seine Personen 
wagen heraus, die er in drei Grundtypen er 
äugt. An Wagenarten waren zu sehen die 
Aormal-Limousine, das Cabriolet (Wagen ge- 
Mossen und offen), die Cabriolet-Limousine, 
^gi der die Seitenwände feststehen und die 
gecke verschiebbar ist, und eine Spezial-Limou- 
Me, die sich durch besondere Schnittigkeit aus- 
àchnet. Kenner und Nichtkenner betrachteten 
"ìcht weniger als zwölf verschiedene Aufbau 
en,überzeugten sich von der Gediegenheit der 
Ausstattung des Wageninnern und ließen sich 
u Steuerung, Anlasser, Motor, Kühler usw. 
ļgllen, mas dem Interessenten irgendwie nahe- 
gg6t. Die Leiter der Karawane, voran Herr 
mtzenbach, oder auch die Fahrer im Tresscn- 
.ack standen bereitwillig Rede und Antwort, 
ļ ņd wenn aus dem Lautsprecherwagen fröh- 
?che Weisen erklangen, dann ließ sich sogar an- 
guehiner über Preise für die schmucken Wa- 
Mn sprechen, bei denen auf Schönheit der Linie 
Zweckmäßigkeit der Ausführung in allen 
.Men Wert gelegt ist. Für jeden Sitzraum- 
Motor- bzw. Zylinderanspruch ist vorge- 
und damit für die verschiedenartige Be 
titelung des Kauflustigen. Die wandernde 
usstellung ist wirklich umfassend, alle gegen 
wärtig von der Adam Opel-A.-G. hergestell- 
tz K Personenwagenmodelle sind zu sehen. Au- 
ben Personenwagen wird noch ein Liefer 
en und ein Lastwagen mitgeführt, 
h Zahlreiche Zuschauer hatten sich im Verlaufe 
h,? Ausstellungsstunden eingefunden. Das 
&ļste in der Politur der verschiedenfarbigen 
è??asierien, von Rädern und Stoßstangen, 
B die Sonne Konkurrenz bekam. Die Freude 
tzw Motor — der Beweglichkeit, Wendigkeit, 
b^ischaftlichkeit und erhöhten Lebensgenuß 
v?Mtet — war, das merkte man, bei vielen 
.^/banden, wenn bei den allermeisten das 
^ Kresse auch beschränkt blieb auf den 
Kusch, einmal in den Besitz eines Autos 
Rendsburg, den 9. Juni 1936. 
zu gelangen. Bald nach 4 Uhr fuhr die Kara 
wane mit einem Marschlied des Lautsprecher 
wagens nach Eckernförde ab, dem Nachbar 
städtchen, in das See und Strand in die 
von nun ab hoffentlich sommerlichere Saison 
locken. Die Karawane, die in Rendsburg war 
und mit ihrem hiesigen Erfolg zufrieden ist, 
wird bis zum 13. Juli im norddeutschen Be 
zirk kreuz und quer herumreisen. Sie befährt 
Schleswig-Holstein, Nordhannover und einen 
Teil von Mecklenburg. Namentlich in kleine 
ren Orten pflegt der Aufzug ungewohnter An 
laß zu volkstümlichem Treiben zu sein. Der 
Besuch kleinerer Plätze ist wesentlich für die 
Tiefenwirkung der Werbung, die sich als un 
mittelbarer Anschauungsunterricht darstellt. 
Der Interessent aus Stadt und Land darf 
nicht nur schauen und anfassen, sondern er 
kann auch probefahren oder sich probefahren 
lassen. Letzten Endes kommt der Ruf der ge 
zeigten deutschen Werkarbeit nicht lediglich 
einer bestimmten Marke zustatten, sondern 
dem gesamten deutschen Automobilbau, 
dessen Leistungsfähigkeit durch die jüngsten 
Triumphe im Ausland gleichfalls unter Be 
weis gestellt ist. # 
* $ * 
* Die Hauptgildefeier der Neuwerker Schei 
benschützengilde von 1692 am Montag wurde 
mit einem Weckruf der Kruseschen Kapelle 
eingeleitet. Die Führung hatte der Adjutant 
der Gilde, Wolfs. Mittags um 1 Uhr traten 
die Garde, die beiden ältesten Schaffer und die 
Rechnungsführer vor der Stadthalle unter 
dem Kommando des Gildehauptmanns 
Taplick an. Unter klingendem Spiel wurde 
zunächst die Fahne vom alten Rathaus ab 
geholt, und dann ging es nach einem Um 
marsch durch die Stadt zur Wohnung des alten 
Schützenkönigs Brandenburg in der Ritter 
straße, um ihn zur Gildefeier nach dem 
Schützenhof abzuholen. Im Schützenhof hatte 
inzwischen das Schießen nach der Scheibe be 
gonnen. Am Schießen beteiligten sich rund 50 
Schützen, um 19 Uhr war es beendet. Den 
besten Schuß gab der vorjährige Schützen 
könig, der 72jährige Werkmeister i. R. Bran 
denburg, ab, der damit zum zweiten Male 
Schützenkönig wurde. Es dürfte das erste 
Mal in der Gilde sein, daß ein Gildebruder 
zwei Jahre hintereinander König wurde. Den 
2. Gewinn erzielte Gildehauptmann a. D. 
Reinholö Haß, den 3. Gildeleutnant Paul 
Glismann. Die Ausrufung des Schützen 
königs erfolgte abends um 8 Uhr mit einer 
Ansprache durch den 1. Aeltermann Rüge. Im 
Saal des Schützenhofes war nachmittags Kon 
zert und anschließend Tanz. Um 9.30 lihr fand 
unter Anteilnahme der Einwohnerschaft der 
Einmarsch der Gilde nach dem „Colosseum" 
statt. Dort wurde das Fest mit einem Ball 
beendet. Nur einen Tag dauerte in diesem 
Jahre das Hauptgildefest der Neuwerker 
Scheibenschützengilde,' es hat einen guten Ver 
lauf genommen. 
* Unser Betriebsausflug. Am verflossenen 
Sonnabend, dem 6. Juni, haben Gefolgschaft 
und Betriebsführung unserer Zeitung einen 
Ausflug nach Eckernförde veranstaltet. Es han 
delte sich um ein Gemeinschaftsfest in Nach 
wirkung des 1. Mai, des nationalen Feiertages 
des deutschen Volkes. Das in wunderbarem 
Farbenspiel leuchtende Meer, der gepflegte 
Strand mit seinem ewig jungen Zauber und 
die alte trauliche Stadt, die sich, wie auch un 
sere, nach verschiedenen Seiten hin weitet, ha 
ben es uns allen bei Sonne und sanftem 
Windshauch angetan. Es hat uns sehr gefallen 
dort, und wir nahmen schließlich Abschied mit 
einem herzlichen „Auf Wiedersehen!" Ein 
Eckernförder Kollege schaute ein Weilchen in 
der „Seelust" am Strande, die uns einen hal 
ben Tag lang gastliches Dach war, vor und 
schreibt nun in der „Eckernförder Zeitung" 
folgende freundliche Zeilen, die wir dankend 
quittieren: „Sonnabend traf der Verlag Hein 
rich Möller Söhne aus Rendsburg (Schleswig- 
Holsteinische Landeszeitung) mit der gesamten 
Gefolgschaft in drei Omnibussen hier ein, um 
im Ostseebad Eckernförde das Betriebsfest zu 
feiern. In der „Seeluft" wurde Kaffee ge 
trunken, dann ging es bei herrlichstem Wetter 
nach den Mövenbergen. Unsere Kollegen und 
Arbeitskameraden aus Rendsburg waren be 
geistert von der Schönheit der Heimat. In 
bester Stimmung kehrten sie nach der „Seelust" 
zurück und vergnügten sich nach dem Abendbrot 
bei Spiel und Tanz. Die hiesigen Gäste, die an 
diesem Abend als bescheidene Minderheit bei 
Seite standen, hatten ihre Freude an der harm 
losen Fröhlichkeit der Rendsburger und an 
dem famosen Geist, der unter ihnen herrscht. 
Man darf sagen, daß die lieben Freunde von 
der Eider uns gezeigt haben, wie man lustig 
sein kann, ohne den Rahmen der Wohlerzogen 
heit zu durchbrechen. Das haben wir als Haupt 
eindruck von diesem in schönster Harmonie ver 
laufenen Abend mitgenommen." 
* Preußisch-Süddeutsche Klasseulotterie. Die 
Ziehung der 3. Klasse (47. Lotterie) findet am 
17. und 18. Juni statt. Schluß der Erneuerung 
der Lose ist am 10. Juni.
	        
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