ScUtcsu/ity-HolstcUi
Heels Rendsöueg.
Fockbek, 8. Juni. Samariterkursus. Das
Deutsche Note Kreuz, Vaterländischer Frau
enverein, Zweigverein Fockbek, hatte einen
Samariterkursus eingerichtet, der Anfang
dieses Monats beendet wurde. Die Leitung
des Kurses lag in Händen von Dr. Dreßler
und der Gemeindeschwester von Fockbek. Die
Prüfung wurde von dem Kreiskolonnenarzt
Dr. Lennartz und der Kreisgruppenleiterin
Frau Loepthien, Rendsburg, vorgenommen.
Alle Prüflinge bestanden und verpflichteten
sich, im Bereitschaftsdienst des Deutschen
Roten Kreuzes Dienst zu machen. Die Prü
fung endete mit einem gemütlichen Beisam
mensein.
r. Nortorf, 9. Juni. Heimgang. Am Sonntag
in der Frühe verschied im 83. Lebensjahre nach
kurzem, schwerem Leiden der frühere Toten
gräber Claus Heinrich Butenschön. Mit ihm
ging der Sproß einer alten Nortorfer Bauern-
und Handwerkerfamilie heim, deren Geschichte
sich über 200 Jahre zurückverfolgen läßt. Vom
1. April 1891 bis zum 1. Juli 1930 hat der
Entschlafene seines Amtes als Totengräber
unserer Kirchengemeinde gewaltet und in die
sen fast vier Jahrzehnten über 5300 Menschen
kindern das letzte Beit auf unseren Friedhöfen
bereitet, ein Fall, der sich kaum wiederholen
dürfte.
R. Nortorf, 10. Juni. Kindervogelschietzen.
Der Monat Juni ist wohl der Monat der
Kindervogelschietzen. In einigen Orten unse
res Kirchspiels hat dieses Kindervergnügcn
schon stattgefunden. Am Freitag, dem 12. Juni,
findet das Kindervogelschießen in Thienbüttel
statt und voraussichtlich am 7. Juli in Nortorf.
liceis ScMtmuj.
Familientag der Schütten,
cs. Brodersby, 10. Juni. Für die Nachkom
men des Bauern Johann Christian Friedrich
Schütt (1778—1830) wurde dieser Tage in Bro
dersby (Kreis Schleswig) ein Familientag
veranstaltet. Aus allen Teilen der Provinz
waren etwa 70 Volksgenossen gekommen, um
an der Stätte, wo der Urahn der Schütten ge
lebt und gearbeitet hat, einige ernste und frohe
Stunden zu verleben. Der Familientag begann
am Vormittag in der neuhergerichteten und
festlich geschmückten Dorfkirche mit einem Got
tesdienst, bei dem Propst Schütt-Altona die
Predigt hielt. Anschließend wurde am Grabe
des Urahnen auf dem Vroöersbyer Friedhof
ein Kranz niedergelegt. Nach einem gemeinsa
men Mittagessen im Missunöer Fährhaus
sprach Propst Schütt an Hand einer übersicht
lichen Zeichnung über die einzelnen Zweige
des Stammbaumes der Schütten. Im Verlaufe
des Zusammenseins wurde u. a. der Zweig
eines Bruders des Urahnen, des Bauern
Claus Hinrich Schütt, erläutert und vervoll
ständigt Jetzt fehlen noch die Stammbäume
der sieben anderen Söhne des Schmiedes Claus
Schütt aus Stampe. — Der nächste Sippcntag
der Schütten soll im Jahre 1938 in Brodersby
in einem größeren Rahmen abgehalten wer
den.
gv. Friedrichsau, 10. Juni. Der Mergelver
band Friedrichsau und Umgegend hielt seine
ordentliche Sitzung in der Wirtschaft von
Frahm ab. Die angeschlossenen Gemeinden wa
ren durch ihre Bürgermeister vertreten. Eben
falls anwesend war der Kreiskulturbaumeister
Braach-Schleswig. Der Vorsitzende Bürger
meister Wamser-Gammellund legte die Jah
resrechnung vor, die geprüft und in Ordnung
befunden wurde. Dann wurde der Haushalts
plan für das neue Geschäftsjahr aufgestellt.
Die Mergelrente konnte bedeutend herabgesetzt
werden, da man mit einer Staatsbeihilfe rech
net. Die Beiträge stellen sich auf 0,12 JlJl je
Kubikmeter. Hierzu kommt noch 1 für Un
kosten hinzu, so daß in Zukunft 13 ş/ zu zah
len sind.
gv. Bollingstedt, 10. Juni. Unglückssall. Die
12jährige Tochter des Bauern Johannes Woh-
lert kam bei turnerischen Uebungen so unglück
lich zu Fall, daß sie sich einen schweren Schul-
terbruch zuzog und dem Krankenhaus in
Schleswig zugeführt werden mußte.
Aus StaņdUûlm
in. Südcrstapel, 10. Juni. Goldene Kon
firmation. Am letzten Sonntag fand in der
Kirche zum dritten Male die goldene Konfir
mation statt. Die mit Blumen geschmückte
Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt.
Von 225 in Frage kommenden Konfirmanden
waren schon viele gestorben, auch einige ins
Ausland gewandert, so daß nur 80 Konfir
manden an der Feier teilnehmen konnten. Am
Nachmittag fand im „Gasthof zur Post" eine
gemeinsame Kasseetafel statt, an der über 200
Personen teilnahmen. Der Gesangverein von
Süderstapel und der Posauncnchor aus
Wohlde verschönten durch ihre Lieder und
Musikweisen am Vormittag sowie am Nach
mittag die Feier. — Hausverkauf. Der Bahn
beamte i. R. Stamp verkaufte seiu neu erbau
tes Wohnhaus mit großem Garten an den
Brunnenbohrer Fritz Jwers mit Antritt zum
Herbst. Kaufpreis unbekannt. — Die hiesige
Papagoyengilde feierte dieser Tage in alther
gebrachter Weise ihr Gildefest. Geschossen wird
nach einem Vogel, den Königsschuß gab der
Bauer Johann Dierks (Rumpf), ferner er
hielten Gewinne (Flügel) Bauer Peter Mähl-
mann und Brunnenbohrer Fr. Jwers, (Kopf)
Bauer Joh. Dierk, (Schwanz) Bauer Jürgen
Hansen.
Aus fCceis Husum
Auto stürzt den Deich hinab.
Husum, 9. Juni. Ein Kieler Personenauto
stürzte mit drei Insassen vom Außendeich vor
Husum den steilen und hohen Hang hinab,
wobei sich der Wagen mehrmals überschlug.
Die drei Insassen kamen mit anscheinend
leichteren Verletzungen davon. Das Auto
wurde schwer beschädigt abgeschleppt. Der
Lenker des Autos wie auch die übrigen In
sassen standen noch unter dem Einfluß reichlich
genossenen Alkohols. Der Lenker des Wagens
wurde in Schutzhaft genommen.
Aus êidustedt
20vpfündiger Stör gefangen.
he. St. Peter, 10. Juni. Der hiesige Fischer
Heinrich Schultz fing am Sonnabend einen
Stör, der geschlachtet etwa 100 Kg. wog.
Aus Ylosd^destaud
Ein 2,6 Klm. langer betonierter Fußsteig
zur Hamburger Hallig!
sr. Vredstedt, 10. Juni. Arbeitsöienstler der
Abteilung 1/76 Bredstedt sind zur Zeit im Auf
träge des Domänen-, Rent- und Bauamtes
Husum in der Kiesgrube der hiesigen Bau
firma Johannsen u. Ketelfen auf Stollberg mit
der Anfertigung von Betonplatten beschäftigt.
Die 2,6 Klm. lange Strecke vom Sönke-Nissen-
Koog über den neuen Fahrdamm bis zur Ham
burger Hallig soll einen betonierten Fußsteig
erhalten. Die ineinandergreifenden Platten
werden in einer Größe von 80:50:10 Ztm. an
gefertigt. Für diese Arbeit sind 3600 Beton
platten erforderlich.
Bredstedt — „dat brede Sted" —.
sz. Bredstedt, 8. Juni. Vielfach herrschten
und herrschen noch heute verschiedene An
sichten über Ursprung und Bedeutung des
Namens Bredstedt. Nach der seit alten Zeiten
üblichen niederdeutschen Sprache, die bis zur
Mitte des 17. Jahrhunderts die amtliche und
die kirchliche war, liegt es nahe, Bredstedt als
„dat brede Sted", die breite Stelle, zu deuten.
Begründet wird diese Auffassung durch den
Umstand, daß der Ort zu beiden Seiten eines
Baches liegt, der vor seiner Abdämmung zum
Mühlenteich und vor der steinernen Ein
fassung und Regulierung im Unterlauf einen
breiten Morast gebildet haben mag, den Fuhr
werke und Viehtriften in einer Furt durch
schreiten mußten, bis man — und zwar ver
hältnismäßig früh — dazu kam, hier eine
Brücke anzulegen. In seinem Stadtsiegel
führt Bredstedt eine Brücke.
Das erste Siedlcrhaus im Wiedingharder
Neuer Koog gerichtet.
Niebüll, 9. Juni. In diesen Tagen ist im
Wiedingharder Neuer Koog (südlich des Hin-
dcnburgdammes) das erste Siedlungshaus der
Hohenmestcdt, 8. Juni. Der Vaterländische
Frauenverein vom Roten Kreuz hat einen
Samariterkursus durchgeführt, der Ende vori
gen Monats seine Abschlußprüfung fand. Es
wurde eine große Anzahl von Frauen und
Mädchen geprüft, die alle sehr gut bestanden
und sich dem Bereitschaftsdienst verpflichteten.
Die Prüfung wurde von dem Kreiskolonnen
arzt Dr. Lennartz und der Kreisgruppcn-
leiterin Frau Loepthien abgenommen. Die
Leitung des Kurses lag in den Händen von
Dr. Lange und der Gemeindeschwester. — An
schließend prüfte der Kreiskolonnenarzt noch
Teilnehmer der Sanitätskolonne.
Hohenwestedt, 10. Juni. In einem Bericht
über eine Verhandlung des Schöffengerichts
Neumünster gegen den Kaufmann Hans Vo.
von hier, der beschuldigt war, sich widerrecht
lich Vermögensvorteile verschafft zu haben, ist
der Tatbestand von unserem Berichterstatter
anscheinend nicht ganz klar dargestellt worden.
Der Kaufmann Hans Vo. teilt uns zu unserem
Bericht mit, daß es sich um ein Ehestandsdar
lehen von 700 Jl, nicht um 800 Jl handelte, daß
zuerst für 123 Jl Möbel gekauft wurden, später
aber für den Nest des Ehestandsdarlehens in
Höhe von 577 Jl Möbel geliefert worden sind,
so daß der Käufer voll befriedigt worden sei.
Die Darstellung, wonach er 677 Jl einbehalten
haben müßte, sei also irrig. Im übrigen ist es
nach den gesetzlichen Bestimmungen dem Ver
käufer nicht gestattet, Beträge von Ehestands
darlehen in bar auszuzahlen, da es sich nur
um Bedarfsdeckungsscheine handelt, die in
Waren abgenommen werden müssen.
vs. Gribbohm, 10. Juni. Gribbohmer Gill.
Am Montag wurde, wie alljährlich, der dies-
im Rahmen des Sieölungsplanes zu errichken-
den Häuser gerichtet worden.
Sj&rn Yilükelatikeu
Großzügige Bauvorhaben iu Flensburg.
Flensburg, 9. Juni. In Flensburg sollen
noch im Laufe dieses Jahres über 300 neue
Wohnungen im Gesamtwerte von drei Millio
nen Reichsmark errichtet werden. Bei Gewäh
rung von Reichszuschüssen werden sich an die
sem Bauvorhaben sowohl der private Woh
nungsbau als auch die Siedlungs-Genossen
schaften beteiligen. Durch dieses großzügige
Projekt werden einmal wieder unzählige
Volksgenossen in Arbeit und Brot gebracht
und zum anderen werden hier Wohnungen zu
erträglichen Mietpreisen geschaffen, die in
erster Linie für minderbemittelte Volksgenos
sen bestimmt sein sollen.
Weiter ist die Errichtung eines neuen
Dampfschiffspavillons am Hafen geplant sowie
die Fertigstellung eines bereits im Bau be
findlichen Getreidesilos im Freihafen. Schließ
lich beabsichtigt man noch außer der Jnan-
griffnahme weiterer städtischer Neubau
projekte einen gründlichen Umbau des Flens
burger Stadttheaters.
Æ-hmdscMesuiig.
Grotzfeuer in Nordschleswig.
Apenrade, 9. Juni. Auf Arndrup-Mühle im
Westen des Kreises Apenrade entstand ein
Großfeuer, das mehrere Gebäude eines land
wirtschaftlichen Geweses bis auf die Grund
mauern einäscherte. Auch die landwirtschaft
lichen Maschinen sowie das übrige Inventar
wurden durch das Feuer vernichtet. Außer
dem kamen 16 Stück Rindvieh sowie sechs
Schweine in den Flammen um. Die Ent
stehungsursache des Feuers konnte noch nicht
geklärt werden.
Aus ßiMunocscken
Blühende Palme. Bei dem Fabrikanten Her
mann Köster in Heide, Grüner Weg, steht zur
Zeit eine „Mauritiuspalme" in voller Blüte.
Die Palme ist seit 60 Jahren im Besitz der Fa
milie Köster und blühte im vorigen Jahre zum
ersten Male. Da die Palme auch in diesem
Jahre wieder blüht, kann man wohl damit
rechnen, daß es auch in den weiteren Jahren
der Fall sein wird. Später bilden sich pfirsich
artige Früchte. Die Palme ist ungefähr 2'a
Meter hoch, (fp.)
Aus Holstein
Leni Riefenstahl filmt anf der Kieler Förde.
Kiel, 9. Juni. Am Sonntag und Montag
weilte Leni Riefenstahl in Kiel und wohnte
an Bord des Zielschiffes „Undine" auf der
Olympia-Außenbahn der Kieler Förde den
Ausscheidungswettfahrten der deutschen Seg
ler bei. Leni Riefenstahl, die den Auftrag er
halten hat, einen Film von den olympischen
Wettkämpfen in Deutschland zu drehen, war
in Begleitung ihrer Mitarbeiter gekommen
und nahm von Bord des Zielschiffes eine
Reihe von Stimmungsbildern der vorolympi-
schcn Segelwettkämpfe auf.
Japanische Marineoffiziere in Kiel.
Kiel, 9. Juni. Wie erst jetzt bekannt wird,
besuchten iu der vergangenen Woche japani
sche Marineoffiziere, unter denen sich auch der
japanische Marineattachö in Berlin, Fregat-
jährliche Gildetag abgehalten. Die Medardus-
Gilde in Gribbohm, eine gegenseitige Ver
sicherung gegen Feuerschaden, wurde im Jahre
1741 gegründet. Bis 1860 wurden nur Mobi
lien und Roggen, dann auch andere Korn
arten, darauf Heu und Stroh und endlich auch
Vieh zur Versicherung zugelassen. Die Gilde
hat zur Zeit in 61 Distrikten reichlich 4200
Mitglieder. Die Versicherungssumme beläuft
sich augenblicklich auf mehr als 30 Millionen
RM. An Beiträgen wurden in diesem Jahre
erhoben in Klasse 1 — 5 Rpf., in Klasse 2 — 10
Rpf. und in Klasse 3-15 Rpf. a 100 RM.
Versicherungssumme. Die Beiträge gelangen
alljährlich am 8. Juni, dem Tage des heiligen
Meöardus, Bischofs zu Vermand (465—630),
zur Einzahlung, bei welcher Gelegenheit dann
immer das Gildefest gefeiert wird, das aus
weiten Gegenden, namentlich aus Dithmar
schen, zahlreiche Gäste herbeiführt. Früher
fand dieses Fest abwechselnd in Gribbohm und
Holstenniendorf statt,' jetzt nur noch in Grib
bohm, und zwar seit 1884 im Wirtshause.
Vorher wurde es stets im Hause des jeweili
gen Acltermannes abgehalten. Die Gäste be
wirtete man früher mit Bier und Brannt
wein, das man in großen Zinnkrügen, den
Geschenken früherer Aelterlcute, verabreichte.
Am Gilöetag schießen die Gildebrüder nach der
Scheibe um silberne Löffel. König wurde in
diesem Jahre Thomsen aus Oesterborstel mit
48 Ringen. Nach dem Schießen eröffnet der
Schützenkönig den Tanz, geschmückt um den
Hals mit silbernen Vögeln am seidenen
Bande. Den zweiten Preis erhielt Andreas
Möller, Gribbohm, mit 48 Ringen
Aus HoUenwestedt, Htotuau-Hadenmscken
juttd Umgegend
tenkapitän Kojima befand, die Kriegsmarine-
stadt Kiel. Die Abordnung besichtigte die
Marineanlagen in Kiel und legte in de
Weihehalle des Marine-Ehrenmals in Laboe
einen Kranz nieder. Die japanischen Marine
offiziere befinden sich auf einer Europarerse.
Familientag der Lohse in Itzehoe verlegt.
Itzehoe, 9. Juni. Infolge Erkrankung des
Oberpräsidenten und Gauleiters Lohse ist de
Familientag der Lohse, der am 14. Juni in
Itzehoe abgehalten werden sollte, zunächst am
unbestimmte Zeit verschoben worden.
Familientag des Sippenverbandes
„Tho Collinge" e. V.
Elmshorn, 9. Juni. Am Sonntag, dem
7. Juni 1936 versammelten sich über 500 Mlt-
glieder des Sippcnvcrbandes „Tho Collinge,
die heute den Namen Kölln, Cölln, Köllinge
und Kollinge führen, zu einem Familientag
im Gehölz Wied beim Dorfe Kölln in der
Nachbarschaft von Elmshorn. Hier hatte urn
1239 der Urahn der Sippe, Godescalcus de
Collinge, einen Hof. Und so ist es nicht weiter
verwunderlich, wenn noch zahlreiche Nachkom
men des de Collinge heute noch auf Bauern
höfen unserer schönen schleswig-holsteinischen
Heimat sitzen.
Biele Nachkommen aber, die in der Heimat
keinen Platz fanden, sind ausgewandert. Wir
finden heute Nachkommen in Dänemark und
Estland, in Südamerika und Nordamerika und
in Australien. Groß ist die Nachkommenschaft
besonders in Brasilien. Ueberall haben sir
sich zu einem Familienverbande zusammen
geschlossen.
Der Vorsitzende des Sippenverbandes, Rek
tor Detlef Cölln aus Wesselburcn, konnte in
seiner Begrüßungsansprache nicht nur zahl
reiche aus dem Auslande eingegangene Tele
gramme verlesen, sondern mit offensichtlicher
Freude Butsverwandte aus Dänemark, die zu
diesem Tag herübergekommen waren, be
grüßen.
In seiner Ansprache, die Rektor Cölln auf
Plattdeutsch hielt, gedachte er auch der im
Kriege gefallenen Helden. Musik- und Ge
sangsvorträge umrahmten die Morgenfeier.
Nach einer gemeinsam eingenommenen Erb
sensuppe folgten verschiedene Vorträge ernster
und heiterer Art. Der Auslandsreferent des
Sippenverbandes, Rechtsanwalt Dr. Hans-
Jürgen Kölln aus Hamburg, sprach in län
geren Ausführungen über die Notwendigkeit
des Zusammenschlusses einer germanischen
Sippe im In- und Auslande. Oberarchin-
sekretär Reimers aus Kiel, der Hauptforscher
der Sippe, über Wappen und Hausmarken der
Sippe „Tho Collinge". P. Kölln, Elmshorn,
sprach über „Gottschalk von Collinge von
1239".
Es folgten Gesangsvorträge, ein paar
Volkstänze, von der jüngeren Generation auf
geführt. Stürmische Heiterkeit erregte aber
das Theaterstück „Camilla ist krank", dar
gestellt von Gefolgschaftsmitgliedern der
Firma Peter Kölln aus Elmshorn.
Der Abend vereinigte die Mitglieder des
Sippenverbandes zu einem Sommerfest mit
Tanz im Kaffeczelt, zu dem auch die Dorf
gemeinde Kölln eingeladen war. Erst spät in
der Nacht wurde das schöne Fest abgeschlossen.
Wieder ein Viehstecher am Werk.
Glückstadt, 9. Juni. Auf einer Weide in der
Nähe der Stadt wurde in der Nacht einem
Pferd ein 30 Zentimeter langer Schnitt ain
rechten Hinterschenkel beigebracht. In dersel
ben Nacht ist auf einer anderen Weide eine
wertvolle Kuh so schwer verletzt worden, daß
das Tier verendete. Bereits in'der verflos
senen Woche wurde auf einer Weide ein un
bekannter Mann am frühen Morgen beob
achtet, der sich gerade an ein Stück Rindvieh
herangemacht hatte, jedoch bei der Ankunst
des Viehbesitzers flüchtete und sein Fahrrad
im Stich ließ. Die polizeilichen Ermittlun
gen wurden sofort aufgenommen.
x. Neumünster, 9. Juli. Ein neuer Gleiß
prozeß. Am 18. Juni wird in Neumünstek
voraussichtlich ein neuer Gleißprozeß zu^
Verhandlung kommen. Dem Angeklagten
wird der Vorwurf der Untreue zur Last ge
legt. Gegen das seinerzeitige Urteil in Hşş
von neun Monaten Gefängnis hat der Be
klagte Berufung eingelegt beim Reichsgerichb
der auch stattgegeben wurde. Ein Freisprusy
war die Folge. Nunmehr hat jedoch kn
Staatsanwaltschaft Revision beantragt, de
gleichfalls stattgegeben worden ist. Die Straf
kammer des Landgerichts Kiel wird numneh
voraussichtlich in dieser Sache am 18. Juni
Schöffensaal des Amtsgerichts Neumünstm
verhandeln. — Ein mysteriöser Autounfall
sich in der bekannten Einfelder Kurve 3^
getragen. Ein aus Richtung Neumünst^
kommender Personenkraftwagen fuhr nn
lautem Knall gegen eine Warntafel, wöbe
einer der Insassen schwere Schnittwunden M
Hals erlitt. Als sich ein hinzugeeilter Bahn
beamter um Hilfe bemühen wollte, war da
Auto unter Zurücklassung einer abgerissene
Tür und zahlreicher Glassplitter bereits ne -
schwunden.
x. Neumünster, 10. Mai. Eine Fami^,
vergiftet. Ein in der 163er-Straße wohnende
Ehepaar und sein neunjähriges Töchterch j
erkrankten plötzlich unter VergiftungsersnNJ
nungen. Sämtliche Erkrankten mußten kuŞ