Frage» des Einzelhandels
e ne Umgehung des Einzelhandelsschutzgesetzes durch Erweiterung -es Warenkreifes. —
Regelung -es Wandergewerbes notwendig. — Barzahlung statt Kreditbewilligung.
Publikums, bas allmählich wieder aus dieser
Schuldenwirtschaft herauskommen muß. Oberste
Richtlinie beim Einkauf muß sein: Barzahlung bei
möglichst billigen Preisen und bei möglichst guter
Qualität. Als besonders verwerflich sieht es die
Einzelhandelsvertretung an, wenn, wie es leider
häufig vorkommt, die Käufer noch dadurch stark
zum Einkauf auf Kredit angelockt werden, daß
ihnen angeboten wird, mit der Abzahlung brauche
erst nach mehreren Wochen oder sogar nach Mo
naten begonnen zu werden. Es liegt auf der Hand,
daß bei einer derartigen Kreditgewährung die
Ware noch besonders verteuert wird, da der Käu
fer hier noch mehr Kreöitkosten zu tragen hat, als
er sonst ohnehin schon zahlen mutz.
Einzelhandelsvertretung der Industrie- und
klammer Köln hielt ihre erste Sitzung im
^Ņungsjahr 1936-87 ab. Im Anschluß an einen
Uj. ra 3 des Geschäftsführers Dr. von Thenen be-
fcea ss- te ş'Ģ der Beirat mit den Bestimmungen
^îņzelhandelsschutzgcsetzes. Die Erfahrungen,
nE dem Einzelhandelsschntzgesetz gemacht
ütt en şiņ^' haben erneut manche Wünsche nach
Uli» Verbesserung der zur Zeit geltenden Bestim-
ii a ..® eit aufkommen lassen. Insbesondere wird
it e ~ cr Klage geführt, daß vielfach versucht wird,
«chutzbestimmungen durch eine Erweiterung deS
Senkreises zu umgehen. Dabei darf nicht über-
i»s^r werden, daß dem tüchtigen Kaufmann und
»ibzĢņdere auch dem leistungsfähigen kaufmän-
Nachwuchs die Möglichkeit erhalten bleiben
gj”' şich zu entfalten und damit wiederum dem
ie.Eianöel selbst und auch den weiten Kreisen
Verbraucherschaft zu nützen.
das Wandergewerbe, insbesondere das
>,,^^rgewerbe auf dem Lande, muß wegen der
kin- Şenthalben auftretenden Unzuträglichkeiten
t* ähnlichen Regelung, wie sie für die Eröff-
"S der Einzelhanbelsgcschäfte besteht, unterstellt
w es geht nicht an, daß solche Personen, de-
j a .Genehmigung zum Betrieb eines Einzel-
^ Esgeschäftes versagt wurde, nunmehr ein
gEķ^?ŗgewcrbe anmelden und dann den Laden-
^aftsinhabern — häufig sogar in sehr übler
; e — Konkurrenz machen,
tz-ìņen breiten Raum in den Verhandlungen der
^Ģsitzung nahm die Frage der Gewährung
ten ^"diten bei Käufen in Einzelhandelsgeschäs-
îin. Bemängelt wurde vor allen Dingen, daß
iyj.Käufern vielfach nicht genügend klar gemacht
äaß sie beim Einkauf von Waren auf Kredit
djx- ş are beachtlich teurer bezahlen müssen, als
!%!■ Bareinkäufen der Fall ist. Es gibt Kredit-
^ ^chtungen, die es sogar peinlichst vermieden
fie s Ņlà' daß den Käufern bekannt wird, daß
àĢndere Aufschläge auf die Varpreise bezahlen
jJ™ und daß die Preise bei Krediteinkäufen
^verständlich höher sind, als dies bei Barzah-
>, ® ^cr Fall ist. Die Industrie- und Handels-
. mnier vertritt mit allem Nachdruck nach wie vor
Grundsatz, daß im Hinblick auf die Mißstände,
,äie Kreditkäufe im Gefolge haben, der Var-
ijj, bevorzugt werden muß,' dies liegt nicht nur
i, Interesse des Einzelhandels, der seine Ware
uuch bar bezahlen und die Vorteile dieser
i»°^ a 6lung seinerseits wiederum dem Käufer
Verbilligung der Verkaufspreise zuwenden
ü, sondern auch im Interesse des kaufenden
Zur Frage eines »«gemessene»
Zinssatzes
nimmt ein Urteil des Amtsgerichtes Westerland
Stellung, das wir auszugsweise aus der „Nord
deutschen Hausbesitzer-Zeitung" entnehmen: Der
beklagte Eigentümer hat für 1038 für eine nachstel
lige zinsgesenkte Hypothek nur 6 vH. jährliche Zin
sen gezahlt, obwohl auf Grund der 4. Notverord
nung die Zinsen von 111 vH. nur auf 7A vH. gesenkt
und in dieser Höhe formell noch begründet waren.
Das Gericht hat entschieden, daß die Zinsklage in
soweit unbegründet ist, als für die Zeit nach dem
1. 7. 1935 mehr als 6% v. H. Jahreszinsen verlangt
werden und begründet dieses u. a. wie folgt:
Eine weitere gesetzliche Senkung des auf 7^-vH.
herabgesetzten Zinssatzes ist bisher nicht angeordnet.
Dennoch entbehrt in Fällen der fraglichen Art ein
über ß'A vH. hinausgehender Zinssatz seit dem 1.
Juli 1935 um deswillen der rechtlichen Grundlage,
Keine Abschlüsse in Neņgetreide
Die Hauptvereinigung der Deutschen Getreide
wirtschaft teilt folgendes mit: „Nach den in letzter
Zeit eingegangenen Meldungen sind vielfach Kauf
verträge über Getreide der neuen Ernte, insbe
sondere Geschäfte über den Verkauf von Winter
gerste abgeschlossen worden. Es wird darauf hin
gewiesen, daß nach 88 13 ff. der Verordnung zur
Ordnung der Getreidewirtschaft in der Fassung
der Bekanntmachung vom 10. 7. 35 — Rgbl. l S.
1006 — feste Preise bis zu dem jeweils bestimmten
Zeitpunkt vorgeschrieben sind. Die für die spätere
Zeit maßgebenden Festpreise werden noch bekannt
gegeben. Es ist daher weder angebracht noch zu
lässig, bereits heute Getreide der neuen Ernte zu
einem bestimmten Preise zu kaufen oder zu ver
kaufen, da der später gültige Preis noch nicht fest
steht und auch nicht vorausbestimmt werden kann.
Jeder, der schon jetzt vor der Festsetzung der neuen
Preise Getreide zu einein bestimmten Betrag han
delt, läuft Gefahr, im Falle einer Aenderung des
Preises einen erheblichen Schaden zu erleiden. —
Es wird deshalb nachdrücklichst vor dem Abschluß
derartiger Geschäfte gewarnt und empfohlen, Ver
träge über die Lieferung von Getreide der neuen
Ernte erst nach endgültiger Bekanntgabe der ge
setzlichen Festpreise zu schließen."
Die Getrcide-Ablieserungsbcscheinîgnngen 1936-37
erhalten die Eigenschaft von Schlußscheinen. Sie
enthalten jetzt auch Preis, Zu- und Abschläge usw.
Die Stutenkörung
des Verbandes Schlcswiger Pfcrdezuchtvereine 1936
findet innerhalb der nachstehend ausgeführten
Kreisgruppen an folgenden Tagen statt: Dithmar
schen 16. 6.—19. 6., 22. 6.-26. 6. Eiöerstedt 27. 6.
Schleswig 39. 6.-4. 7. Husum 22. 6.-27. 6., 29. 6.
bis 1. 7. Plön 2. 7.-3. 7. Segeberg 4. 7. Rends
burg 22. 6.-25. 6. Eckernförde 26. 6.-27. 6. Süd
ländern 29. 6-4. 7. lFöhr 19. 7.) Einzelheiten über
Körorte und Uhrzeit sind bei den zuständigen
Kreisgruppen- bzw. Körbezirksleitern zu erfragen.
Die Neuausleihung der Rückflüsse aus
Hauszinssteuerhypotheken in Preußen
Für Sie Wiederausleihung der Mittel, die aus
den Rückflüssen der Hauszinssteuerhypotheken in
Preußen zur Förderung der Neubautätigkeit zur
Verfügung stehen, galten bisher die Richtlinien
vom 23. Februar 1931. Diese Richtlinien waren
durch verschiedene Erlasse abgeändert und damit
unübersichtlich geworden. Namentlich hat die Neu
fassung der Reichsgrundsätze für den Kleinwoh
nungsbau durch die Verordnung vom 6. Februar
ö. I. verschiedene Abänderungen der Richtlinien
bedingt. Der Neichsarbeitsminister hat daher un
ter dem 18. Mai 1936 die Richtlinien neu gefaßt
und dadurch eine klare und übersichtliche Rechts
und Sachlage geschaffen. In die Richtlinien ist jetzt
vor allem die Vorschrift hineingearbeitet, daß die
einzelne Hypothek nicht mehr als ivllll bis 160g
je Wohnung betragen darf, und daß der Zins
satz einheitlich wie bei den Reichsdarlehen für
Kleinsiedlungen und Volkswohnungen 4 vH beträgt.
Au Eigenkapital hat der Bewerber um ein Dar
lehen aus den Rückflüssen in der Regel 25 vH
mindestens aber 10 vH der Baukosten nachzuwei
sen. Es dürfen nur einfache und billige Eigen
heime und Mietwohnungen gefördert werden.
weil er der nationalsozialistischen Wirtschaftsaus
fassung widerspricht und seine Geltendmachung für
die Zeit seit dem 1. Juli 1935 mit den Grundsätzen
von Treu und Glauben nach Maßgabe national
sozialistischen Rechtsdenkens unvereinbar ist. Es
wird auf die landwirtschaftliche Zinssenkung, die
Pfandbriefkonversion und anderes verwiesen. Mit
dieser Gesetzesgebung ist es unvereinbar, baß ein
privater Gläubiger im Einzelfalle noch jetzt sein
formalgesetzliches Recht auf Zahlung eines höheren
als den nach den angeführten Gesetzen und Anord
nungen moralisch und wirtschaftlich grundsätzlich
gerechtfertigten Zinssatzes geltend macht. Das Stre
ben nach Senkung des Zinses darf nicht aus formal
juristischen Erwägungen durch das in einem Ver
trage begründete Recht des Gläubigers durchkreuzt
iveröen. Im Hinblick darauf, daß die angeführten
amtlichen Zinssenkungsmaßnahmen z. T. bereits
seit 1934, z. T. seit Anfang 1985 in Geltung stehen,
unterliegt es keinem Bedenken, als Stichtag für die
Senkung des Hypothekenzinses der privaten Gläu
biger den 1. Juli 1935 zugrunde zu legen. Von die
sem Zeitpunkt ab kann auf Grund und nach Maß
gabe der 88 167, 242 BGB. dem Gläubiger einer an
wirtschaftlich absolut sicherer Rangstelle eingetrage
nen Hypothek auch dann, wenn er mit dem Schuld
ner unter der Herrschaft der überholten libcralisti-
schen Auffassung einen höheren Zins vereinbart hat,
grundsätzlich nur ein Zinssatz höchstens von 6-4 vH.
jährlich zugebilligt werden.
Die Behandlung der Zinsfrage seitens maßge
bend beteiligter Stellen in der Zwischenzeit hat er
geben, daß der Höchstzinssatz nur aus 5j4 vH. be
messen worden ist, zumal insbesondere der Reichs
kommissar für das Kreditwesen den Zins für das
private Darlehnskapital auf diese äußerste Höhe be
schränkt hat.
Handelt es sich um nicht an bester Rangstelle ein
getragene Hypotheken, erscheint es billig und an
gemessen, dem Gläubiger neben der im Zins ent
haltenen reinen Kapitalsvergütung noch eine ge
wisse Risikoprämie zuzubilligen. In dieser Sache ist
eme Risikoprämie von 1 vH. nach Lage der Sache
als ausreichend angesehen und zugebilligt.
Auskunft über Außenhandelsfragen.
Die deutschen Transithändler sind vielfach über
die Abmachungen, die Deutschland mit anderen
Ländern hinsichtlich der Dcklarierung von Export
waren, insbes. der nichtdeutschcn (Transit-) Waren
getroffen hat, nicht oder nur ungenau unterrichtet.
Auf Veranlassung der Reichsstelle für Devisenbe
wirtschaftung wird darauf hingewiesen, daß die
Industrie- und Handelskammern in der Lage sind,
über die Vorschriften hinsichtlich der Ursprungs
erzeugnisse sowie der besonderen Bestimmungen über
den Transithaudel erschöpfend Auskunft zu geben.
Toni Zaggler /
^hcberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Mauz,
, München.
^ Nachdruck verboten.
Ät schüttelt den Kopf und deutet mit dem
xjNger auf ein kleines, goldenes Kreuz mit
blutroten Rubin in der Mitte. Dazu
er noch eine feingliedrige Silberkette
^ tritt wieder auf die Straße,
ist» tlerweile ist es auch Zeit geworden für
e Abfahrt.
Durch das weiße winterliche Land.
tz^îhûachtsglocken klingen über das weiße
ê ist ein Winter- mit viel Schnee und
killer Kälte. Man sieht die Gartenzäune
tzjşi mehr, und an den Fenstern gehen die
^Mmen nicht mehr weg.
^Ştefanitag ist es, daß Toni der schwär
zt V àîm Kramer begegnet, als er sich
^Rauchzeug für die Woche versorgt.
i>ankt ihm kaum für seinen Gruß und
-Zt sich gleich an die Kramcrin.
f^rei Sträng Woll hätt ich gern!"
verläßt den Laden und wartet auf der
ftejp Mirl aus dem Laden kommt und ihn
tyjj•’L steht, stutzt sie einen Augenblick. Dann
e mit abweisendem Gesicht an ihm vor-
ysi. Toni bleibt aber an ihrer Seite.
"^iirl, bist allweil noch Harb auf mich?"
soll wohl noch recht freundlich sein mit
ich dafür, Mirl, daß der Bartl ge-
«it, hat? Hätt ich ihn net gestellt, so würs
k«^ müderer gewesen. Und wenn er raus-
Cf*; wird er wieder anfangen. Mirl, du
ioJ sorgen, daß du ihn davon abbringst,
üimmts noch amal ein schlechtes End'
tz?hm."
isibt keine Antwort und sie gehen schwei-
Weile nebeneinander her.
-iLibst wieder beim Riedhammer in Dil-
1’ bricht Toni die Stille.
ìch bleib wieder. Warum?"
Vb besser für dich, wenn du fortgingst
tHpr üe tt Bartl nimmer treffen tätft. Du bist
Zu
Bartl nimmer treffen tatst. Du bist
, gut für den."
Vfc. hub ihm versprochen, daß ich wart auf
Hots 8 er rauskommt. Vielleicht hat er sich
. ust? Ich täts dir wünschen, Mirl.
ôļaub net dran. Und so gehen deine
^ »ļ n Jahre dahin in Kummer und Sorg
' Menschen, der es net wert is. Und
"derer, der dich gern hätt, dem geht die
»offnung dahin."
Hochlandsroman von Hans Ernst
„Mich? Einer gern haben? Da müßt ich
schon auch was wissen davon!"
„Wenn ich dir sag. Einer hat dich gern."
„Kennst ihn du?"
„Ja, ein Kamerad von mir ist's, der Horn
berger Michl."
„Der?" Ein kurzes gereiztes Lachen folgt
dem Wort.
„Warum, Mirl? Der Michl hat sich in seiner
Kümmernis mir anvertraut. Sag, warum bist
denn allweil so kurz und abweisend gegen ihn
g'wesen, wenn er in dei Hütt'n kommen is?"
Mit einem Ruck bleibt Mirl stehn.
„Weil ich kein Jager leiden mag. Dich net,
den andern net, keinen. Es hat amal eine
Zeit geben, wo ich anders g'sinnt war gegen
dich. Warum, weiß ich selber net. Dein Jung
sein war schuld. Mitleid hab' ich g'habt und
Angst um dich. Aber von der Stund an, wo
du mir den Barl fort hast, haß ich dich und
alle, die dös silberne Eichenlaub am Joppen
kragen tragen. Und dein Kamerad, der kann
sich bei dir beschwern, wenn ich ihn ungut be
handelt hab. Im übrigen sag ihm, er soll mir
mei' Ruh lassen, und du auch."
Mit diesen Worten geht sie schnell von ihm
weg.
Toni starrt ihr lange nach und denkt: schad
um sie!
Daheim wartet die Mutter schon mit dem
Essen auf ihn.
„Heut bleibst aber doch einmal bei mir da
heim", meint sie.
„Nein, Mutter. Heut geht es nicht. Ich Habs
der Monika versprochen, daß ich mit ihr Ski
lauf heut'."
Die Zagglerin schweigt. So ist das Leben.
Eine Mutter hat nur mehr wenig Anteil an
den Kindern, wenn sie groß geworden. Da
gehen sie ihre eigenen Wege. Und die Mutter
kann nur beten und mit heißem Herzen hof
fen, daß dieser Weg zu Glück und Segen füh
ren möchte. Schön und unendlich gut müßte
es sein, von diesen jungen, starken Armen
umfangen zu werden. Aber das ist nichts für
die Mutter. Ihr streicht der Sohn zuweilen über
das graue Haar, zärtlich und leise, eine Ge
bärde der Dankbarkeit. Das, was in seinem
Herzen brennt und glüht, gehört einer ande
ren.
Still sein, Mutterherz. Nicht klagen! Das
Leben will es so.
Toni wartet vor dem Brandlhof auf Mo
nika.
Die anderen Mädchen nehmen es Monika
sehr übel, daß sie Ski läuft und Sport treibt.
Auch der Brandl meint, das passe nicht für
eine Bauerntochter. Nur die Brandlin hält es
Generaloberst v. Secckt in London.
Generaloberst v. Secckt weilt zur Zeit in der englischen Haupt
stadt, um an einer Tagung des deutsch - britisch - französischen Aus
schusses der Internationalen Kriegsgräberfürsorge teilzunehmen. Er
begibt sich hier mit den übrigen Mitgliedern der deutschen Abord
nung zum Grabmal des Unbekannten Soldaten, um einen Kranz
niederzulegen. (Scherl Bilderdienst, K.)
hier mit der Jugend. Am liebsten wäre sie
selber mitgefahren. Aber junge Leute sind am
liebsten allein. Das weiß sie von ihrer Ju
gendzeit noch.
Mit verschränkten Armen steht sie unter der
Tür und blickt den beiden jungen Menschen
nach, wie sie aus dem Hof gleiten.
Ja, ja, der Toni! Ein Kerl ist das schon.
Die ganze Umgebung spricht von ihm und die
Mädchen schauen sich die Augen nach ihm ans.
Aber aus keiner macht er sich was. Nur ihre
Monika zeichnet er aus vor allen.
Die beiden gleiten langsam den verschneiten
Wald hinauf. Es ist ein wonniger Lauf durch
das weiße, winterliche Land.
Auf dem Brandlhof.
Zur gleichen Stunde, da die beiden lachend
und in seligem Uebermut über die verschneiten
Hänge sausen und nicht müde werden, von
ihrem Glück zu reden, sitzt der Brandl in der
kleinen Stube, die er extra für sich eingerichtet
hat, hinter den Wirtschaftsbüchern. Er rechnet
und rechnet, und immer tiefer werden die Fal
ten auf seiner Stirn.
Seine Frau kommt herein und schaut ihm
über die Achsel, als er eben das Buch zu
schlägt mit dem Seufzer:
„Dreitausend Mark haben wir wieder drauf
gezahlt dös Jahr."
„Ui jeggerl! Was tun die dreitausend Mark
einem Hof wie dem unsern."
„Die dreitausend Mark täten ihm nix, wenn
net schon a ganz andere Zahl davor stehn tät.
Der Kerber braucht bloß einmal ungemütlich
zu werden, dann Gnad uns Gott!"
„Du tust grad, wie wen» uns schon gar nix
mehr g'hörn tät."
„Wieviel denn noch? Der halbe Hof gehört
schon dem andern."
„Der Kerber wird aber noch net ungemüt
lich. Js ein netter und gemütlicher Mensch,
der Herr Kerber."
„In Geldsachen, wenn 's einmal ernst wird,
da hört sich die Gemütlichkeit schnell auf. Der
junge Kerber, der unsere Moni gern sieht, ist
sowieso schon kopfscheu gemacht wegen der
dummen Liebelei mit dem Zaggler Toni."
Jetzt hält die Brandlin die Zeit für gekom-,
men, ein energisches Wort zu reden. „So —",
sagt sie, die Arme in die Hüften stemmend,
„glaubst du, daß es dem jungen Kerber ernst
ist? Ich glaub net dran. Aber dem Toni ist
es ernst. Und da möcht ich schon fragen, ist der
Toni net ein richtiger Bursch —?"
„Hab ich über den Toni schon amal
g'schimpft? Ich tu ihm gar nix weg. Aber er
ist kein Bauer."
(Fortsetzung folgt.).No full text available for this image
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