Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

I*f r ft; f 
Trcueverhältnis gegenüber dem Völkerbund 
versucht werden müssen. Der Versuch sei 
jedoch fehlgeschlagen. 
Es sei au der Zeit, daß die Völkerbunds 
mächte der Lage Rechnung trügen und die 
Aufgaben des Bundes, in einer Weise ab 
grenzten, die der tatsächlichen Macht des Bun 
des entsprächen. Das würde das Ansehen des 
Völkerbundes wieder Herstellen. Man dürfe 
es aber dem Völkerbund nicht allein überlas 
sen, für den Weltfrieden zu sorgen. Sanktions 
politik bringe nun einmal das Risiko des Krie 
ges mit sich, und dieses Gefahrenmoment 
wüchse mit der Auswirkung der Sanktionen. 
Darum müsse man die Gefahrenmomente der 
Welt örtlich beschränken und praktischere 
Sicherheitsmethoden auf Grund regionaler 
Vereinbarungen erwägen, die von jenen Völ 
kern garantiert werden müßten, deren Lebens 
interessen mit diesen Gefahrenmomenten in 
enger Verbindung stünden. Bevor aber der 
artige Schlußfolgerungen aus den Ereignissen 
der letzten Zeit verwirklicht werden könnten, 
müsse sich Großbritannien vor allem mit den 
Dominien ins Einvernehmen setzen. 
Welcher Art aber auch immer die britische 
Sicherheitspolitik sein möge, sei sie nun eine 
Politik der Isolierung oder der Bündnisse 
oder der kollektiven Sicherheit, sie sei nur 
möglich, wenn Großbritannien entsprechend 
gerüstet sei. Dieser Ausgabe, so erklärte der 
Minister, widme sich gegenwärtig die Regie 
rung mit aller Energie. Diese Politik müsse 
Großbritannien während der nächsten Jahre 
voll und ganz beschäftigen. Ein Blick auf 
Europa, Afrika und Asien genüge, um klar zu 
erkennen, daß, wenn Großbritannien seine 
Reichsinteressen aufrecht erhalten wolle, die 
sofortige Instandsetzung seiner Machtmittel 
unerläßlich sei. 
Vergleicht man die vorstehende aufsehen 
erregende Rede mit den Kommentaren zu der 
Umbildung der italienischen Regierung ssiehe 
hierzu 2. Seite dieser Nummer), dann wird 
die englisch-italienische Gleichschaltung in der 
Stellungnahme zu der bisherigen Völker 
bundspolitik deutlich sichtbar. Man kann des 
halb auch die Nervosität in Paris verstehen. 
Eine Gleichschaltung in der Stellungnahme 
zu Genf von Rom und London aus vollendet 
den Zusammenbruch einer jahrelang von 
Paris gepflegten „Stresafrontpolitik". Wir 
sehen uns also tatsächlich einer beginnenden 
Neuorientierung gegenüber, deren Auswir 
kungen auch für Deutschland noch nicht abseh 
bar sind. S» 
Geschlossener arMscher Angriss 
auf jüdische NMungen. 
Auch heute wieder liegt eine Fülle von Ein- 
zelmclöungen über Unruhen und Ausschrei 
tungen in ganz Palästina vor. Zum ersten 
Male wurde in der vergangenen Nacht von 
Arabern ein geschlossener Angriff auf jüdische 
Siedlungen in der Ebene von Esdraelon un 
ternommen. Die jüdischen Anwesen wurden 
etwa zwei Stunden lang beschossen, doch zogen 
sich die Angreifer zurück, als britische Verstär 
kungen anrückten. 
# * * 
Islandreise des dänischen Nnigspaares 
DNB. Kopenhagen, IN. Juni. Am Mittwoch- 
vormittag hat das dänische Königspaar in Be 
gleitung des Prinzen Knud und dessen Ge 
mahlin an Bord des Königsschiffes „Dane- 
brog" eine Reise nach Island angetreten, die 
bis Anfang Juli dauern soll. Auf der Hinreise 
wird das Königspaar die Färöer, und zwar 
Trangisvaag, Thorshavn und Bestmanhavn 
besuchen. Die Ankunft in Reykjavik soll am 
18. Juni erfolgen. Nach viertägigem Aufenthalt 
geht die Fahrt nach Akureyri und von da nach 
Hoalfjord weiter, von wo die Rückreise nach 
Kopenhagen angetreten werden soll. 
Im Zeichen 
der „Volksfront-Freundschaft". 
Nassenschlächler Heinz Neumann 
wühlt in Spanien. 
DNB. Madrid, 11. Juni. Die Madrider 
Abendzeitung „Ua" veröffentlicht eine sen 
sationelle Meldung ihres Berichterstatters 
aus Barcelona, wonach zur „Engergestaltung 
der spanisch-französischen Volksfrontfreund 
schaft" unter dem Protektorat der französischen 
Zeitung „Le Populaire" bekannte französische 
Revolutionäre die historischen Stätten der 
„Märtyrerprovinz" Asturien und Katalonien 
besuchen werden. In einer asturischen Waffen 
fabrik soll ein großer Empfang und ein Ban 
kett zu Ehren des spanischen Oktoberrevoluti 
onärs Gonzales Pena stattfinden. 
In spanischen Kreisen verlautet, daß sich 
außer den Franzosen Thvrez, Cachin und 
Auriol auch Dimitroff unter den ausländi 
schen Marxisten befinden soll. In diesem Zu 
sammenhang spricht der genannte Bericht 
erstatter von Umtrieben bekannter inter 
nationaler Juden deutschen Namens, die von 
Barcelona aus, wo sie ihren Stammsitz haben, 
ihre kommunistische Agententätigkeit auch auf 
das übrige Spanien ausdehnen. Unter ihnen 
befinde sich auch der „Masienschlächter" Heinz 
Neumann. 
* * * 
Das Deutsche Zugeudsest vom 20.—23. Zuni 
Vor einigen Tagen haben der Reichsinnen 
minister, der Reichssportführer und der 
Reichsjugendführer zum deutschen Jugendfest 
aufgerufen, das vom 20. bis 23. Juni im gan 
zen Reich als Tag der Sonnenwende mit sport 
lichen Wettkämpfen und Sonnenwendfeiern 
begangen wird. An dem Fest wird sich die 
ganze deutsche Jugend beteiligen, soweit sie 
durch die Hitlerjugend und ihre Formationen 
und die Schulen erfaßt wird. Im vergangenen 
Jahr hatte das Fest eine Gesamtbeteiligung 
von etwa 5—6 Millionen Jugendlicher. In 
diesem Jahre wird damit gerechnet, daß die 
Zahl auf 7—8 Millionen kommt. 
Zweck und Ziel der sportlichen Wettkämpfe 
ist, alljährlich eine große planmäßige Lei 
stungsprüfung durchzuführen,' sie gliedert sich 
in Einzelleistungsprüfungen, die in den Schu 
len vom 9. bis 18. Juni durchgeführt werden, 
und in Mannschaftsmehrkämpfe, die für das 
Deutsche Jungvolk am 20. Juni t Tag des 
Deutschen Jungvolks) und für die Hitler 
jugend am 21. Juni (Tag der Hitlerjugend) 
stattfinden. Vorläufer dieser großen Veran 
staltung sind die Reichsjugendwettkämpfe ge 
wesen, die seinerzeit vom Reichsausschuß für 
Leibesübungen durchgeführt wurden. Während 
damals der Schwerpunkt für die sportlichen 
Wettkämpfe auf die Einzelkümpfe gelegt wor 
den war, (die auch heute noch in den Leistungs 
prüfungen durchgeführt werden), hat sich jetzt 
das Hauptgewicht auf die Mannschaftskämpfe 
der Hitlerjugend verlagert mit dem Ziel, 
innerhalb der Mannschaftsmehrkämpfe die ge 
samte deutsche Jugend zu erfassen, also auch 
diejenigen Jugendlichen, die, da sie nicht be 
sonders sportlich veranlagt sind, sonst nicht die 
Möglichkeit hätten, an sportlichen Kämpfen 
teilzunehmen. 
Die siegenden Mannschaften in den Mehr 
kämpfen werden mit einer Ehrenurkunde mit 
der Unterschrift des Führers ausgezeichnet. 
Diese hohe Auszeichnung können also nur die 
Jungenschaften, Kameradschaften und Mädel- 
schaften der Hitlerjugend erhalten. Den Ein 
zelsiegern wird bei der Erreichung einer 
Punktzahl von 180 eine Plakette und Sieger- 
nadel überreicht. Es sind drei Wettkampf 
übungen vorgesehen: 60- bzw. 100-Meter-Lauf, 
Weitsprung, Schlagball- bzw. Keulenweitwurf. 
Jede Wertung geht bis zu 100 Punkten. Um 
Sieger zu werden, müssen also in jeder Wett 
kampfart mindestens 65 Punkte erreicht wer 
den. 
An der S o n n e n w e n ü f e i e r, die im 
Aufträge der Partei von der Hitlerjugend 
durchgeführt wird, nehmen alle Schulpflichti 
gen teil,' sie bedeutet den Abschluß des deut 
schen Jugendfestes. 
Die Umbildung der italienischen Negierung 
im Arteil der Westmächte 
Eure mm 8We der Außenpolitik 
Englisch-italienische Annäherung — Meform, nicht Verlassen des Völkerbundes 
als Fiel — Ciano, der neue Außenminister, ein Bewunderer Deutschlands 
Der - Personalveränderung im italienischen 
Außenministerium wird von der Pariser 
Presse erhebliche Bedeutung beigemessen. 
Das „Journal" erklärt, Italien befinde sich 
an einem Wendepunkt. Die Veränderung im 
Außenministerium sei keine theatralische 
Geste, sondern bedeute eine völlige Umfor 
mung der außenpolitischen Leitung und der 
Propaganda. Bemerkenswert sei ebenfalls 
die Ersetzung Suvichs durch den italienischen 
Botschafter in Warschau. Eine Aktion großen 
Umfanges sei in Sicht. Wenn die Sanktionen 
andauerten, werde Italien seinen Platz nicht 
mehr in Genf haben, sondern in der ersten 
Reihe der Unzufriedenen. 
„Matin" schreibt: „Das ministerielle Revire 
ment ist so erfolgt, daß die italienische Regie 
rung ausgezeichnet für eine eventuelle Politik 
gerüstet ist, deren Schwergewicht sich vom 
Westen nach dem Osten verlegt. Der heute zum 
Ausdruck kommende Wunsch Roms ist der 
eklatanteste Beweis für die Gefahr, die sich in 
folge des ungelösten Genfer Problems für die 
europäische Zusammenarbeit stellt." „Oeuvre": 
„Das Foreign Office und der Quai d'Orsay 
geben den Veränderungen in Rom einen be 
sonderen politischen Charakter. Suvich war 
ein Mann von Genf. Er stand Deutschland 
nicht übertrieben günstig gegenüber und 
konnte sehr wohl die Gefahren unterscheiden, 
die Europa und selbst Italien drohen, wenn 
sich dieses nicht mit der Kleinen Entente ver 
trügt." 
„Le Jour" weist auf die Tatsache hin, daß 
Graf Ciano ein Bewunderer Deutschlands 
sei, daß sich seine Frau gegenwärtig in Berlin 
aufhält und der neue Titelträger im Palazzo 
Chigi mehrmals während seines afrikanischen 
Aufenthalts die Notwendigkeit der Rückgabe 
der Kolonien an Deutschland betont habe. 
Die englische Ausfassung. 
Die Veränderungen in der italienischen 
Regierung werden von der Presse im allge 
meinen ohne Betrachtungen verzeichnet. Stel 
lung nimmt vorläufig nur der „Daily Tele 
graph", dessen diplomatischer Mitarbeiter der 
Ueberzeugung Ausdruck gibt, daß die Ernen 
nung des Grasen Ciano zum Außenminister 
als Beitrag zu einer englisch-italienischen 
Annäherung gewertet werde» könne. Das Ver 
schwinden des Unterstaatssekretärs Suvich, 
der, wie das Blatt schreibt, mit dem „alten 
Völkerbund" identisch war, wird dahin aus 
gelegt, daß Mussolini bereit sei, am Aufbau 
eines neuen europäischen Sicherheitssystems 
mitzuarbeiten, aber keine Flickerei an dem 
alten dulden werde. Den Gerüchten, wonach 
im Zuge der erwarteten Veränderungen in der 
Besetzung der italienischen diplomatischen 
Vertretungen der italienische Botschafter 
Grandi aus London abberufen würde, wird 
hier kein Glauben geschenkt. Immerhin meldet 
die „Times" doch aus Rom, daß Grandi wahr 
scheinlich nach Paris versetzt und Suvich nach 
London geschickt werden würde. 
Die neuen italienischen Negierungsmit 
glieder, vor allem der neue Außenminister 
Graf Ciano und sein StaatssekretärBastianini, 
werden in Italien als die Vertreter der neuen 
faschistischen Generation begrüßt, die längst 
zum Stabe der engsten Mitarbeiter Musso 
linis gehören und denen der italienische Re 
gierungschef jetzt in vollem Vertrauen auf 
ihre Schulung Regierungsstellen von größter 
Verantwortung übertragen habe. 
Die Wahl des neuen Außenministers, so 
schreibt „Messagero", konnte nach dem intiu- 
tiven Gefühl der öffentlichen Meinung nicht 
glücklicher und passender getroffen werden. 
Das Mittagsblatt des „Giornale d'Jtalia" 
unterstreicht die im faschistischen Italien zu 
beobachtende Heranbildung des „Generalstabs 
einer durchgcschulten politischen Schicht", ohne 
die jeder Staat, ob groß oder klein, zum siche 
ren Verfall verurteilt sei. 
Schweizer Erklärungen gegen Moskau 
BrrmdfMel m Westerrropa 
Die Schweizer Linksparteien hatten die Wie 
deraufnahme diplomatischer Beziehungen zwi 
schen der Schweiz und Sowjet-Rußland bean 
tragt. Bundesrat Motta begründete die ab 
lehnende Stellungnahme der Regierung und 
wandte sich gegen den Glauben, eine Aner 
kennung würde die wirtschaftlichen Beziehun 
gen fördern. Er führte u. a. aus: Der Anteil 
Rußlands am Weltaußenhandel ist verschwin 
dend klein. Die Schweiz hatte im Jahre 1935 
als kleines Land von 4,5 Millionen Einwoh 
nern einen Außenhandel aufzuweisen, der be 
deutender ist als derjenige des unermeßlichen 
Rußlands mit seiner Bevölkerung von 160 
Millionen . Ueber die Weltziele des Kommu 
nismus äußerte Bundesrat Motta: Es be 
steht zwischen der Sowjet-Regierung und der 
Kommunistischen Partei eine teilweise Identi 
tät der Personen und eine verwirrende Soli 
darität der Ideen und Interessen. Der Ein 
fluß Moskaus ist überall am Werke. Die 
Dritte Internationale schwingt die Brand 
fackel im Westen und feiert dort die Verbün 
dung von Kommunismus und Anarchie. Der 
Kommunist arbeitet dort, wo er kommt, an 
der Bildung von Volksfronten. Er bringt die 
französischen Kommunisten dazu die Militär- 
kredite anzunehmen, und die Schweizer Kom 
munisten, sie abzulehnen. Die kommunistische 
Taktik kennt alle Formen und alle Schattie 
rungen. Sie sucht Revolutionen in Brasilien, 
in Argentinien, in Uruguay und in anderen 
Staaten Südamerikas zu entfachen. Es sei 
für die Schweiz nicht ratsam, die bisherige 
Haltung im jetzigen Augenblick abzuändern. 
Britische und amerikanische Vorkehrungen. 
Die Lage 
im Fernen Osten 
Neue Beschwichtigungsversuche 
Tschiangkaischeks. 
DNB. Nanking, 10. Juni. Die Truppen 
aus Kwantung und Kwangsi haben ihren 
Vormarsch in die Provinz Hunan weiter fort 
gesetzt. Ihr gemeinsames Marschziel sind 
Höngtschou und die Provinzhauptstadt Tschang- 
scha. 
Die aus Südhunan zurückgezogenen Regie 
rungstruppen beziehen augenblicklich Stel 
lung nördlich von Tschangscha, wohin auch 
Verstärkungen von Hankau aus unterwegs 
sind. Meldungen aus Tschangscha besagen, 
daß dort Negierungsflugzeuge in reger Auf 
klärungstätigkeit begriffen sind. Von Hairkau 
aus ist nach Tschangscha das britische Kanonen 
boot „Scarab" abgeschickt worden. Der englr- 
sche Konsul in Tschangscha hat die in Süd 
hunan lebenden Engländer bereits aufgefor 
dert, sich zur Abreise fertigzumachen. Eine 
gleichlautende Aufforderung soll auch vorn 
amerikanischen Konsul an die dort lebenden 
Staatsbürger der USA. gerichtet worden sein. 
In einem neuen Telegramm an den Süd 
westführer Chenchitang verlangt Marschau 
Tschiangkaischek die sofortige Zurückziehung 
der Südwesttruppen aus Hnnan in ihre alte« 
Garnisonen und die Einstellung jeder aggressi 
ven Handlung. Er teilt weiterhin mit, daß er 
den in Hunan stehenden Regierungstruppen 
den Rückzug nach Norden befohlen habe, um 
Zusammenstöße zu vermeiden. Diese Maß 
nahe bedinge aber Verhandlungen über eine 
konkrete Formel zur Lösung der schwierigen 
Lage. Unter Erinnerung an gemeinsame 
schwere Erlebnisse ermahnt Tschiangkaischek 
den Südwestführer Chenchitang dann, von 
allen Maßnahmen abzusehen, die eine Ver 
schärfung der nationalen Krise bewirken könn 
ten. 
Ne litauischen SejNMhlen beendet. 
DNB. Kowno, 10. Juni. Die litauischen 
Sejmwahlen wurden am Mittwoch um 20 Uhr 
beendet. Zwischenfülle sind bisher nicht gemel 
det worden. Nach den vorliegenden Berichten 
war die Wahlbeteiligung außerordentlich un 
gleichmäßig. Im einzelnen schwankte sie zwi 
schen 10 und 70 v. H. Im Suwalki-Gebiet 
liegt die Wahlbeteiligung bei etwa 40 v. H- 
Jm Memelgebiet war sie sogar unter 20 v. H- 
Als Gesamtdurchschnitt erwartet man etwa 
60 v. H. Beteiligung. Die Auszählung der 
Stimmen dürfte mehrere Tage dauern, da das 
litauische Wahlsystem ein sehr umständliches 
Auszählungsverfahren vorsieht. 
Die SlreMnge MMck'nöett. 
DNB. Paris, 10. Juni. Die Streiklage ist in 
ganz Frankreich im wesentlichen unverändert. 
Lediglich in den nordfranzösischen Gruben 
konnte eine Einigung erzielt werden, so daß 
am Donnerstag die Wiederaufnahme der Ar 
beit erfolgen wird. Der Streik in den Versiche 
rungsgesellschaften dauert jedoch noch an, ob 
gleich auch hier bereits eine grundsätzliche 
Einigung erzielt wurde. Die Büroräume sind, 
wie überall, von den Angestellten besetzt. In 
zwischen hat sich die Streikwelle aber auch aus 
zahlreiche Modeschneidereien ausgedehnt. — 
Die Näherinnen der Modehäuser im Zentrum 
der Stadt halten ebenfalls die Ateliers besetzt. 
Die Vorführdamen haben sich ihnen angeschlos 
sen. In den Lebensmittelbetrieben, in der Me 
tallindustrie und bei den großen Warenhäu 
sern ist alles unverändert. In zahlreichen an 
deren Geschäftszweigen, wie bei der Pariser 
Verkehrsgesellschaft und bei den Börsenange 
stellten sind Verhandlungen im Gange, und 
der Streik dürfte wahrscheinlich vermieden 
werden. 
* ö * 
Schnee In IlWslmMN. 
Ein Wettersturz hat in den letzten Tagen 
Schneefülle in den Gebirgen Bosniens und 
Montenegros hervorgerufen. Seit Menschcn- 
gedenken ist so etwas «m diese Jahreszeit nicht 
vorgekommen. In verschiedenen Gebieten Ju 
goslawiens haben Unwetter, Hagel und Gewit 
ter schweren Schaden angerichtet. Auf einzel 
nen Bahnstrecken wurde der Verkehr teilweise 
unterbrochen. 
Zusammenstoß in der Luft. 
DD. London, 10. Juni. In der Nähe von 
Aden stießen zwei britische Kriegsflugzeuge in 
der Luft zusammen. Zwei Flieger wurden ge 
tötet, ein dritter schwer verletzt. 
Innere Mission und vxfordbewegmg. 
Aus N v r d s ch l e s w i g wird uns ge 
schrieben: 
Aus den Kreisen der dänischen Inneren 
Mission ist in letzter Zeit Widerspruch gegen 
die in Dänemark und in Nordschleswig sehr 
verbreitete Oxfordbewegung erhoben worden 
und hat infolgedessen auch zu Unstimmigkeiten 
innerhalb der Mission geführt. Auf einem in 
Randers anläßlich des 75jührigen Bestehens 
der Inneren Mission stattgefundenen Fest 
hielt nun der alte, angesehene Pastor Fibi- 
g e r, früher Pastor in Kopenhagen, eine 
warme Verteidigungsrede für Oxford. Die Be 
wegung habe viele Schlummernde aufgerüt 
telt und manches erreicht, was zu erreichen der 
Inneren Mission nicht gelungen sei, und zwar 
nicht ohne eigene Schuld. Die Innere Mission 
dränge auf Lebenserneuerung, sie dürfe des 
halb, wo solche Erneuerung von Oxford tat 
sächlich komme, dieser Bewegung nicht die kalte 
Schulter zeigen, sondern müsse sie mit offenen 
Armen aufnehmen. 
Verantwortlicher Hauptschriftleiter und Herausgeber: 5**" 
dinond Möller. 
Stellvertreter des Hauptfchriftleiterst Herbert Puhlman«. 
Verantwortlich für Politik: Ferd. Möller; für Sen ört 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Dregvri; für den wirt 
schaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfeldt: für den proşş 
Stellen Teil: Karl Müller, olle tn Rendsburg. 
Bildvcrantwortliche: Ressortleiter. 
Verantwortlicher Anzetgenletter: Karl Jacobsen, Rendsburg. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D.-A- Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Rendsburg- 
Tageblatt — Hohenwestedter Zeitung / Die Landpöv 
Hanerau-Hademarfchen — Süderbraruper Tageblatt/» 
D.-A. V 36 über 13 500 Pl. Nr. 7.
	        
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