Siegeszuversicht in Italien
In einem Leitartikel der „Tribuna" legt
Davanzati die Friedensforöerungen Italiens
fest. Der Frieden mit Abessinien könne auch
nicht annähernd auf den verwesten Vorschlä
gen des Fünferausschusses aufgebaut werden.
Er müsse der Tatsache der italienischen Siege
entsprechen. Auch dürfe er nichts mit Vor
schlägen zu tun haben, die eng mit der miß
günstigen Ueberzeugung verbunden seien,
Italien sei zu einem militärischen Siege un
fähig. Die nackte Wahrheit schließe auf das
entschiedenste jede Art einer mittelbaren oder
unmittelbaren Einmischung des Völkerbundes
in die mögliche Streitlösung aus. Damit
seien auch die Vorschlüge des Fünferausschus
ses und des Laval-Hoare-Planes undurch
führbar. Der Völkerbund habe zu berücksich
tigen, daß sich die Stämme ganz Abessiniens,
angefangen von den Bewohnern Tigres und
Somalis bis zu denen von Amhara und
Haussa, selbst der italienischen Herrschaft an
vertrauten.
Diese Tatsache füge dem Recht Italiens eine
Pflicht hinzu. Italien steht von jetzt ab an
Abessiniens Stelle als Angreiferstaat am Su
dan, an Kenya und an Britisch-Somaliland.
Zur Forderung der „Morning Post", Ita
lien freie Hand zu geben, damit es an der
Aufrechterhaltung des europäischen Friedens
Anteil habe, erklärt die „Tribuna", daß Ita
lien dies durchaus könne, da es geeint, ge
schlossen und stark sei, und um so freier, da es
sein afrikanisches Unternehmen durchführe,
gewinne und dabei gleichzeitig die europäische
Koalition bezwinge.
Italien ruft neue Mannschaften ein.
Schweizerische Blätter melden, daß im ita
lienischen Rundfunk die Reueinbcrufungen
für Mai bis Juli bekanntgegeben wurden.
Die Neueinberufungen umfaßten etwa 160 000
Mann.
Der Tagesanzeiger meldet aus Neapel, daß
am Sonntag weitere 9500 Mann und viel
Kriegsmaterial, besonders Flugzeuge in gro
ßer Anzahl, auf dem Dampfer Vittorino nach
Ostafrika abgegangen sind.
Englische Spannung über Abessinien.
Die englischen Kabinettsberatungen über
die Lage in Abessinien gehen weiter.
„Daily Mail" schreibt, daß die englischen
Konsulen in Abessinien besondere Anweisun
gen des Auswärtigen Amtes erhalten hätten,
und daß Englands Stellungnahme zum Tana
seekonflikt noch durchaus nicht feststehe.
„Wir bitten auf keinen Fall um Frieden".
Wegen der zahlreichen italienischen Sicges-
nachrichten, deren Richtigkeit von abessinischcr
Seite immer noch bestritten wird, hat Kaiser
Haile Selassie einen Aufruf erlassen, in dem
festgestellt wird, daß die abessinischen Streit-
kräfte keineswegs entscheidend geschlagen wor
den seien, und daß Abessinien keine Veran
lassung habe, um Friedensverhandlungen zu
bitten. „Wir sind noch nicht besiegt", heißt es
in dem Aufruf des Negus. „Unsere Armeen
sind entschlossen, bis zum äußersten zu kämp
fe» und nicht eher zu ruhen, bis der letzte
Italiener unser Vaterland wieder verlassen
hat. Wir bitte» auf keinen Fall um Frieden."
Aus dem italienischen Hauptquartier wird
gemeldet, daß Eingeborenentruppen die Ver
folgung der flüchtenden Abessinier aufgenom
men haben. Unter der Kriegsbeute befinde sich
auch ein Luxuskraftwagen, der aus dem Pri
vatbesitz des Negus zu stammen scheine.
Xrift Bül&imn zurück?
Die „Daily Mail" hat soeben die sensationelle
Nachricht gebracht, daß Baldwin zurücktreten
wolle und der jetzige Finanzminister Neville
Chamberlain an seine Stelle treten solle. Hoare
soll Finanzminister werden, Eden Minister
für Indien. Sein Posten soll durch Lord Hali
fax besetzt werden, der auch bei den letzten Ver
handlungen mit ihm zusammen aufgetreten ist.
Nun muß man wissen, daß der Besitzer der
„Daily Mail" Lord Rothermere einer der
schärfsten persönlichen Feinde Baldwins ist,
um den Kabinettsumbildungsplan dieser Zei
tung mit gebührender Vorsicht zu behandeln.
Andererseits leidet Baldwin immer stärker
unter Schwerhörigkeit, ist jetzt 68 Jahre alt und
hat in den letzten Wochen stark an Prestige ver
loren. Neville Chamberlain gilt schon lange als
sein Nachfolger, auch im Vorsitz der konserva
tiven Partei, die so stark unter dem Mangel
Die erste Bereeguungsanlage i« Schleswig-Holstein
NN: Schleswig, 6. April. Aus Einladung
des Oberpräsiöenten der Provinz Schleswig-
Holstein (Verwaltung des Provinzialverban
des) fand am Montagnachmittag eine Besichti
gung der ersten Verregnungsanlage Nord-
deutschlands, die auf dem Gelände der Lan-
des-Heil- und Pflegeanstalt Schleswig-Stadt-
feld hergestellt wurde, statt. In wirtschaft
licher Form ist hier die Abwässerungsbeseiti
gung in geradezu idealer Weise erreicht.
Der Einladung waren mehr als 100 Ver
treter der Behörden, der Partei und der Presse
gefolgt. Nach kurzer Begrüßung durch Landes
hauptmann Roer wurden in kurzen Vor
trägen mit Lichtbildern die volkswirtschaftliche
Bedeutung einer solchen Verregnungsanlage
vor Augen geführt. Zunächst sprach der Fach-
bearbeiter der Provinzialverwaltung, Diplom
ingenieur Stet n-Kiel, über Bedeutung und
Zweck einer solchen Anlage. Nach einleitenden
Ausführungen über die Vorgänge der Ber-
regnungsanlage, machte er nähere Mitteilun
gen über die Anlage in Schleswig-Stadtfeld.
Mit einem Kostenaufwand von 70 000 RM.
ist eine Pumpanlage und eine 2700 Meter
lange Rohrleitung hergestellt worden, die
durch das gesamte 125 Hektar umfassende Ge
lände der Landes-Heil- und Pflegeanstalt
führt. Durch die Pumpenanlage werden die ge
samten Abwässer der Anstalt durch die Rohr
leitung geführt und durch sogenannte fließen
de Leitungen und unter Benutzung von Dreh-
strahlern den Ländereien zugeführt. Durch
diese Verregnungsanlage kann die Regenab
gabe dem jeweiligen Bedarf der Pflanzen an
gepaßt werden. Damit ist die dankbar günstig
ste Ausnutzung der Dungstoffc gewährleistet.
Zusammenfassend wurde betont, daß die Ver
regnungsanlage einen erheblichen Fortschritt
bedeutet auf dem Wege, die Dungwerte in den
Abwässern zu erfassen.
Ueber den Betrieb und die Auswertung der
Abwässerverregnung in der Landwirtschaft
sprach sodann der Landwirtschafts-Inspektor
L o r e n z e n-Schleswig.
Anschließend zeigte Jngnieur Dierkes-
Königsberg, nach dessen Plänen die Anlage
erbaut worden ist, einen sehr interessanten
und aufschlußreichen Film über eine ähnliche
Anlage auf der ostpreußischen Landesheil
anstalt Riesenburg.
Nach dem Vortrag begaben sich die Teilneh
mer von der Landestaubstummen-Anstalt nach
dem Gelände der Lanöesheilanstalt Stadtfeld.
Hier wurde zunächst das Pumpenhaus und spä
ter die Verregnungsanlage selbst in Augen
schein genommen, die praktisch vorgeführt
wurde. Seit rund vier Wochen im Betrieb,
zeigte sich auf einigen Landstrichen heute be
reits der Erfolg.
Abschließend fand noch eine Zusammenkunft
im kleinen Festsaal der Anstalt statt.
Wir werden morgen ausführlicher aus die
neuen Anlage- die auch für andere Orte der
Provinz Bedeutung gewinnen kann, zurück
kommen. *
an einer wirklichen Führerpersönlichkeit leidet
Auch Chamberlain zählt bereits 67 Lenze. Ir»'
mer stärker macht sich darum unter der eķ
lischcn Frontkämpfergeneration eine gewiss
Unzufriedenheit mit der Leitung der kon
servativen Partei bemerkbar. Die Jugend sieht
in dem neuen König den besten Anwalt ihrek
Gefühle. Möglich, daß auf der großen Reichs
konferenz 1937 — die letzte fand 1930 in London
statt — anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten
Eduards VIII. dieses Gesamtgefühl stärker in
Erscheinung tritt, da der Träger der Krone
heute als Bindeglied des Empires eine weid
aus stärkere politische Bedeutung hat für die
Haltung der britischen Welt und die Festlegung
der großen Züge ihrer Politik als jemals vor
her.
Z» WLArgSN FäSA
Paris. Der Vorsitzende des Auswärtigen
Ausschusses der Kammer, Bastid, beschäftigt sich
in der Ere Nouvelle mit dem deutschen Frie
densplan und mit der Einstellung der fran
zösischen Oeffentlichkeit zu den deutschen Vor
schlägen. Bastid richtet dabei die Mahnung an
Frankreich, die deutschen Anregungen zu einer
Befriedung nicht mit Prozedureinwänden P
beantworten.
Die Pariser Morgenpresse veröffentlicht
zahlreiche Voraussagen und Vermutungen
über den Inhalt des von der französischen Re
gierung vorbereiteten Gegenplans.
Wien. Im Bahnhof von Linz wurde ein
Güterwagen beschlagnahmt, der eine aus
Finnland kommende Gewehrsendung für un
garische Kommunisten enthielt.
Der frühere österreichische Vizekanzler
Hartleb wurde auf seinem Gute in Steiermark
wegen angeblicher Betätigung für die natio
nalsozialistische Partei verhaftet.
Anläßlich des orthodoxen Osterfestes unter
zeichnete der bulgarische König Begnadigun
gen 341 durch Zivilgerichte und 142 durch Mi
litärgerichte abgeurteilter Gefangencer. Ihre
Strafen werden ganz oder teilweise aufgeho
ben.
Peramwvrtlicher Hauptschriftlelter unt> Herausgever: Fer
dinand Möller.
«kellocrkreter des Hauptschriitleiters: Herben Puhlmann-
Vecamwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregvrt; für den wirt-
ichaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielteldi: für den provin
ziellen Teil: Karl Müller, alle tn Rendsburg.
Bildveraniwortliche: Ressortleiter.
tierantwortlicher Änzeigeiileitec: Karl Jacobsen, Rendsburg.
Perlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
D*A Echleswig.HoNteinische Landeszeitung fRendsburgei
Tageblatt — Hvhenwefiedter Zeitung / Di« Landpost
Hanerau-Hademarfchen — Eüderbraruper Tageblatts
D.-A. III. 38 18 888 Pl. Nr. 7,
Erfolgreiches Gastspiel des Grenzlandtheaters in Rendsburg
Die Flensburger spielen Mozarts „Don Giovanni"
Das Grenzlandtheater Flensburg
brachte uns am Sonnabend in der Staüthalle
in Rendsburg eine Aufführung von Mozarts
„D o n G i o v a n n i" (Don Juan), die als
Beweis dafür anzusehen ist, daß die Flens
burger mit den ihnen zur Verfügung stehen
den Kräften durchaus im Stande sind, gute
Opernaufführungen zu bieten, so wie
wir es bisher nur von Kiel gewohnt waren.
Das Ensemble verfügt über gute Opernkräfte,
darunter Hans-Heinz Hamer und Küte
N i e k e, die zum ersten Male bei einer Auf
führung in Rendsburg mitwirkten und ent
schieden zum Erfolg beitrugen. Außerdem
wirkten zwei Gäste mit, AagaJoesten aus
Köln als Donna Anna und A d o l f H. L o ck e-
manu aus Hamburg als Masetto, so daß
Mozarts Oper eine ihrer Schwierigkeit ent
sprechende außerordentlich gute Besetzung in
allen Rollen erfahren hatte.
Leider war die Aufführung nicht übermäßig
besucht, was darauf zurückzuführen ist, daß die
Veranstaltungen der NS.-Kulturgemeinde in
folge der Ausstellung von „Volk und Rasse"
in der Stadthalle und der politischen Hochspan
nung im März auf einen ungünstigen Termin
verschoben werden mußten. Noch einige kleine
Momente störten außerdem die Stimmung des
Abends, der Kurzschluß in der Lichtleitung
zum Orchesterraum, so daß ein Teil des Or
chesters während der Ouvertüre im Dunkeln
spielen mußte, was erhebliche Unruhe im Zu-
schauerraum verursachte, die versagende Klin
gelleitung während der Pause und die nicht
vorhandenen Erfrischungen. Das letztere
müßte überhaupt einmal gründlich gebessert
werden.
Ueber den Wert der Mozartschen Musik hier
noch etwas zu sagen erübrigt sich. Es ist dem
Textdichter nicht gelungen, seine zwei Akte mit
dramatischer Logik und Konsequenz aufzu
bauen, es fehlt der hinreißende Fluß wie z. B.
im Figaro. Alles fällt in Einzelheiten ausein
ander, und die Charaktere sind zum Teil nur
angedeutet, zum Teil widerspruchsvoll gera
ten. Umso mehr muß man sich daher an die
Musik halten, die ein Meisterwurf Mozarts ist
mit Höhepunkten und einem genialen Schluß
punkt in der letzten Szene, daß wir uns be
wundernd vor der Größe Mozarts beugen.
Eines der berühmtesten Stücke der Weltlite
ratur ist z. B. das „Reich mir die Hand, mein
Leben", das Don Giovanni und Zerline sin
gen, von einer hinreißenden Anmut und Lieb
lichkeit, ebenso das „Champagnerlied" in sei
nem schäumenden Wirbels von unwiderstehli
chem Reiz und einer unfaßbaren Genialität,
glitzernd, wie zauberhaftes Luftgebilde vor
übertanzend. Und dann das Ständchen, welches
Giovanni Elviras Zofe bringt, eine musika
lische Kostbarkeit sondergleichen. Beschränken
wir uns auf diese Einzelheiten, die die Erinne
rung an die gelungene Aufführung in Rends
burg wachhalten werden. Hans-Heinz
Hamer, der den Don Giovanni spielte, ist
ein Künstler von beträchtlichem Format, nicht
nur schauspielerisch, sondern auch stimmlich
der Rolle gewachsen. Schade, wenn es sich be
wahrheiten sollte, daß er Flensburg verlassen
wird. K ä t e N i e k e ist ein liebreizendes Per
sönchen, vom Zauber der Jugend umgeben,
mit einem Schmelz der Stimme, daß man sie
nur ungern an der Seite des Bauernburschen
Masetto sicht. Diese schwierige Rolle des Ma
setto, der bewahre nicht tölpelhaft gegeben
werden soll, der sich aber gegen den Kavalier
nicht durchsetzen-kann, wurde von dem Gast
Adolf H. Lockemann vortrefflich gestaltet.
Das lustige Element in der Oper, die Gestalt
des Dieners Leporello, fand in Hans Hat
te s e n den rechten Interpreten. Ein treuer
Begleiter seines Herrn auf dessen verschlun
genen Liebeswegen, ein angstschlotternder
Feigling, als es ernst wird, alles das wußte
Hans Hattesen in überzeugender Komik zu ge
stalten. A a g a Ioesten, der Gast aus Köln,
bot mit Julius Lichtenberg das rache
nehmende Paar, I r m i n g a r d P a n z e r die
gewiß nicht leichte Rolle der Donna Elvira.
Zu erwähnen bleibt noch Fritz Bürg -
mann, der den Komtur spielte. Jeder war
an seinem Platze. Die Besetzung war wohlge
lungen und damit auch das Spiel. Das Or
chester musizierte unter Heinz Schuberts
Leitung wie immer vortrefflich. Die Flens
burger können schon stolz darauf sein, ein sol
ches Orchester ihr eigen zu nennen. Für die
Gesamtaufführung gebührt unser Dank dem
Intendanten Hermann Nissen, für die
herrlichen Bühnenbilder Theo Jensen-
Husby, der es ermöglicht hatte, daß der
Szenenwechsel recht flott erfolgte. Hoffentlich
kann das Grenzlandthcater Flensburg (man
spricht davon, daß neben Julius Lichtenberg
auch Jrmingard Panzer einen Szenenwechsel
vornehmen wollen) im kommenden Winter
wieder mit einer gleichguten Besetzung antre
ten, damit wir nach dieser erfolgreichen Opern
aufführung öfter als bisher die Flensburger
bei uns als Gast sehen.
Der starke Beifall nach dem ersten Akt und
vor allem am Schluß der Aufführung zeigten.
daß wir Rendsburger ein dankbares Publikum
sind.
*
Um die etwas schwierige Handlung nachträg
lich noch verständlicher zu machen, bringen wir
noch einmal kurz eine Inhaltsangabe der
Oper.
Der Text zur Oper wurde von da Ponte
nach einer spanischen Sage geschrieben. Unmit
telbare Vorlage war die Oper von Gazzaniga
(1743—1818) mit Text von Bertati. Die Oper
fängt mit Leporellos Wache (der Diener Don
Giovannis) vor Donna Annas Haus an. Don
Giovanni (Don Juan) tritt, von Donna Anna
gefolgt, auf. Sie ruft um Hilfe, ihr Vater, der
Gouverneur, kommt herbei, kämpft mit Don
Giovanni und wird erstochen. Giovanni und
Leporello fliehen. Anna kommt mit deren Ver
lobten Octavio zurück und läßt ihn feierlich
geloben, den Tod ihres Vaters zu rächen. Die
nächste Szene zeigt uns das unerwartete Zu
sammentreffen mit Elvira, einer verlassenen
Liebsten Giovannis, seine schnelle Flucht und
Leporellos Liebeskatalogerzählung. Die Bau
ern kommen mit Gesang und Tanz zur bevor
stehenden Hochzeit des Masetto und der Zer
line. Giovanni macht ihr den Hof und erweckt
Masettos Eifersucht. Giovanni läßt Zerline zu
seinem Haus geleiten, seine Absichten werden
aber durch das plötzliche Auftreten Elviras
durchkreuzt, die Zerline unter ihre Obhut
nimmt. Octavio und Anna erscheinen und wol
len Giovanni für ihren Rachcplan gewinnen,
da sie beide nicht wissen, daß er selbst der Ge
suchte ist. Elvira kommt zurück und beschuldigt
ihn öffentlich, sie verlassen zu haben. Giovanni
erzählt den anderen, daß sie verrückt sei und
folgt ihr wie zu ihrem Schutze, aber der Arg
wohn Annas und Octavios ist geweckt, und
Anna erkennt nun auch, daß ihr Angreifer der
vergangenen Nacht und Giovanni eine Person
ist. Sie erzählt alles haarklein dem Octavio
und fordert ihn abermals zur Rache auf. Oc
tavio kann ihren Verdacht nicht teilen, ver
spricht aber, die Wahrheit zu entdecken und sie
entweder zu rächen oder ihr Klarheit zu ver
schaffen. Es folgt ein Zwiegespräch zwischen
Leporello und Giovanni. Um Zerlines Ver
führung zu erleichtern, hat Leporello die Bau
ern betrunken gemacht, Masetto, so gut es ging,
versöhnt und alles getan, um Elvira fernzu
halten. Giovanni beschließt, den Bauern ein
Tanzfest zu geben, und rechnet darauf, die Liste
seiner Eroberungen am nächsten Morgen um
mindestens 10 Namen bereichern zu können.
Szenenwechsel: Ein Garten. Zerline schließt
mit Masetto Frieden, Giovanni tritt auf, Ma
setto versteckt sich in einer Laube, wo ihn Gio
vanni beim Versuch, Zerline hineinzuführen,
entdeckt, aber die Situation durch eine Ein
ladung für beide zum Fest in seinem Hause
rettet. Anna, Elvira und Octavio treten mas-
kiert auf, Leporello und Giovanni erblicken sie
und fordern sie auf, einzutreten.
Die Szene verändert sich zu Giovannis Ball
saal, wo die Bauern gerade einen Tanz be
endet haben. Die 3 Masken treten ein, der
Tanz geht weiter. Man hört einen Schrei Zer
lines, Octavio und die anderen eilen ihr zu
Hilfe. Giovanni versucht, die Schuld auf Lepo
rello abzuwälzen, aber die 3 Rächer demas
kieren sich, und Octavio bedroht Giovanni mit
der Pistole. Ein ziemlich langes Ensemble folgt
vor dem Fallen des Vorhangs.
Der zweite Akt beginnt mit einem Zwiege
spräch zwischen Giovanni und Leporello, der
seinem Herrn Vorwürfe macht, aber durch ein
Geldgeschenk bewogen wird, in seinem Dienst
zu bleiben. Giovanni stellt jetzt Elviras Zofe
nach und verkleidet sich mit Leporellos Sachen.
Elvira tritt ans Fenster, er veranlaßt sie,
herunterzukommen. In der Zwischenzeit ent
fernt er sich schnell und läßt Leporello in Edel
mannstracht zurück, um Elvira fortzuschaffen,
so daß er selbst der Zofe ein Ständchen brin
gen kann. Kaum hat er sein Lied gesungen, als
Masetto mit bewaffneten Bauern erscheint, uin
ihn zu suchen. Er gibt sich als Leporello aus
und bietet ihnen seine Hilfe an. Er schickt dann
die Bauern in verschiedenen Richtungen fort,
nimmt dem Masetto die Waffen ab und ver
prügelt ihn tüchtig. Zerline findet Masetto
stöhnend vor Schmerzen und tröstet ihn.
Für die nächste Szene ist ein dunkler Hof in
Donna Annas Hause vorgeschrieben. Leporello
kommt mit Elvira und versucht vergeblich, ihr
in der Finsternis zu entwischen. Octavio und
Anna treten mit Lichtern auf, ebenso Masetto
und Zerline. Leporello wird entdeckt und gibt
sich zu erkennen. Nach seiner Entfernung gibt
Octavio seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß
nur Giovanni der Mörder des Gouverneurs
sein könne. Er bittet die anderen, zu bleiben
und Anna zu trösten, während er selbst geht,
nicht um mit Giovanni zu fechten, sondern —
um die Polizei zu holen.
In der folgenden Szene haben Giovanni und
Leporello sich auf einen Kirchhof geflüchtet. Le
porello erzählt sein Abenteuer mit Elvira, Gio
vanni lacht, wird aber durch die Warnung der
Statue vor seinem baldigen Ende erschreckt.
Erst da entdeckt Giovanni das Denkmal des
Gouverneurs mit seiner Inschrift. Er beauf
tragt Leporello, die Statue zum Souper einzu
laden und wiederholt selbst die Einladung.
Die Szene verwandelt sich in ein Zimmer iw
Hause Giovannis. Hier sehen wir das Souper,
die Tafelmusik und Elviras letzten Versuch,
Giovanni zu bekehren. Es erfolgt der Auftritt
der Statue und Giovannis Höllenfahrt. Danach
kommen die übrigen Personen der Oper, uni
Leporello erzählt Giovannis Ende. ^ i