Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Siegeszuversicht in Italien 
In einem Leitartikel der „Tribuna" legt 
Davanzati die Friedensforöerungen Italiens 
fest. Der Frieden mit Abessinien könne auch 
nicht annähernd auf den verwesten Vorschlä 
gen des Fünferausschusses aufgebaut werden. 
Er müsse der Tatsache der italienischen Siege 
entsprechen. Auch dürfe er nichts mit Vor 
schlägen zu tun haben, die eng mit der miß 
günstigen Ueberzeugung verbunden seien, 
Italien sei zu einem militärischen Siege un 
fähig. Die nackte Wahrheit schließe auf das 
entschiedenste jede Art einer mittelbaren oder 
unmittelbaren Einmischung des Völkerbundes 
in die mögliche Streitlösung aus. Damit 
seien auch die Vorschlüge des Fünferausschus 
ses und des Laval-Hoare-Planes undurch 
führbar. Der Völkerbund habe zu berücksich 
tigen, daß sich die Stämme ganz Abessiniens, 
angefangen von den Bewohnern Tigres und 
Somalis bis zu denen von Amhara und 
Haussa, selbst der italienischen Herrschaft an 
vertrauten. 
Diese Tatsache füge dem Recht Italiens eine 
Pflicht hinzu. Italien steht von jetzt ab an 
Abessiniens Stelle als Angreiferstaat am Su 
dan, an Kenya und an Britisch-Somaliland. 
Zur Forderung der „Morning Post", Ita 
lien freie Hand zu geben, damit es an der 
Aufrechterhaltung des europäischen Friedens 
Anteil habe, erklärt die „Tribuna", daß Ita 
lien dies durchaus könne, da es geeint, ge 
schlossen und stark sei, und um so freier, da es 
sein afrikanisches Unternehmen durchführe, 
gewinne und dabei gleichzeitig die europäische 
Koalition bezwinge. 
Italien ruft neue Mannschaften ein. 
Schweizerische Blätter melden, daß im ita 
lienischen Rundfunk die Reueinbcrufungen 
für Mai bis Juli bekanntgegeben wurden. 
Die Neueinberufungen umfaßten etwa 160 000 
Mann. 
Der Tagesanzeiger meldet aus Neapel, daß 
am Sonntag weitere 9500 Mann und viel 
Kriegsmaterial, besonders Flugzeuge in gro 
ßer Anzahl, auf dem Dampfer Vittorino nach 
Ostafrika abgegangen sind. 
Englische Spannung über Abessinien. 
Die englischen Kabinettsberatungen über 
die Lage in Abessinien gehen weiter. 
„Daily Mail" schreibt, daß die englischen 
Konsulen in Abessinien besondere Anweisun 
gen des Auswärtigen Amtes erhalten hätten, 
und daß Englands Stellungnahme zum Tana 
seekonflikt noch durchaus nicht feststehe. 
„Wir bitten auf keinen Fall um Frieden". 
Wegen der zahlreichen italienischen Sicges- 
nachrichten, deren Richtigkeit von abessinischcr 
Seite immer noch bestritten wird, hat Kaiser 
Haile Selassie einen Aufruf erlassen, in dem 
festgestellt wird, daß die abessinischen Streit- 
kräfte keineswegs entscheidend geschlagen wor 
den seien, und daß Abessinien keine Veran 
lassung habe, um Friedensverhandlungen zu 
bitten. „Wir sind noch nicht besiegt", heißt es 
in dem Aufruf des Negus. „Unsere Armeen 
sind entschlossen, bis zum äußersten zu kämp 
fe» und nicht eher zu ruhen, bis der letzte 
Italiener unser Vaterland wieder verlassen 
hat. Wir bitte» auf keinen Fall um Frieden." 
Aus dem italienischen Hauptquartier wird 
gemeldet, daß Eingeborenentruppen die Ver 
folgung der flüchtenden Abessinier aufgenom 
men haben. Unter der Kriegsbeute befinde sich 
auch ein Luxuskraftwagen, der aus dem Pri 
vatbesitz des Negus zu stammen scheine. 
Xrift Bül&imn zurück? 
Die „Daily Mail" hat soeben die sensationelle 
Nachricht gebracht, daß Baldwin zurücktreten 
wolle und der jetzige Finanzminister Neville 
Chamberlain an seine Stelle treten solle. Hoare 
soll Finanzminister werden, Eden Minister 
für Indien. Sein Posten soll durch Lord Hali 
fax besetzt werden, der auch bei den letzten Ver 
handlungen mit ihm zusammen aufgetreten ist. 
Nun muß man wissen, daß der Besitzer der 
„Daily Mail" Lord Rothermere einer der 
schärfsten persönlichen Feinde Baldwins ist, 
um den Kabinettsumbildungsplan dieser Zei 
tung mit gebührender Vorsicht zu behandeln. 
Andererseits leidet Baldwin immer stärker 
unter Schwerhörigkeit, ist jetzt 68 Jahre alt und 
hat in den letzten Wochen stark an Prestige ver 
loren. Neville Chamberlain gilt schon lange als 
sein Nachfolger, auch im Vorsitz der konserva 
tiven Partei, die so stark unter dem Mangel 
Die erste Bereeguungsanlage i« Schleswig-Holstein 
NN: Schleswig, 6. April. Aus Einladung 
des Oberpräsiöenten der Provinz Schleswig- 
Holstein (Verwaltung des Provinzialverban 
des) fand am Montagnachmittag eine Besichti 
gung der ersten Verregnungsanlage Nord- 
deutschlands, die auf dem Gelände der Lan- 
des-Heil- und Pflegeanstalt Schleswig-Stadt- 
feld hergestellt wurde, statt. In wirtschaft 
licher Form ist hier die Abwässerungsbeseiti 
gung in geradezu idealer Weise erreicht. 
Der Einladung waren mehr als 100 Ver 
treter der Behörden, der Partei und der Presse 
gefolgt. Nach kurzer Begrüßung durch Landes 
hauptmann Roer wurden in kurzen Vor 
trägen mit Lichtbildern die volkswirtschaftliche 
Bedeutung einer solchen Verregnungsanlage 
vor Augen geführt. Zunächst sprach der Fach- 
bearbeiter der Provinzialverwaltung, Diplom 
ingenieur Stet n-Kiel, über Bedeutung und 
Zweck einer solchen Anlage. Nach einleitenden 
Ausführungen über die Vorgänge der Ber- 
regnungsanlage, machte er nähere Mitteilun 
gen über die Anlage in Schleswig-Stadtfeld. 
Mit einem Kostenaufwand von 70 000 RM. 
ist eine Pumpanlage und eine 2700 Meter 
lange Rohrleitung hergestellt worden, die 
durch das gesamte 125 Hektar umfassende Ge 
lände der Landes-Heil- und Pflegeanstalt 
führt. Durch die Pumpenanlage werden die ge 
samten Abwässer der Anstalt durch die Rohr 
leitung geführt und durch sogenannte fließen 
de Leitungen und unter Benutzung von Dreh- 
strahlern den Ländereien zugeführt. Durch 
diese Verregnungsanlage kann die Regenab 
gabe dem jeweiligen Bedarf der Pflanzen an 
gepaßt werden. Damit ist die dankbar günstig 
ste Ausnutzung der Dungstoffc gewährleistet. 
Zusammenfassend wurde betont, daß die Ver 
regnungsanlage einen erheblichen Fortschritt 
bedeutet auf dem Wege, die Dungwerte in den 
Abwässern zu erfassen. 
Ueber den Betrieb und die Auswertung der 
Abwässerverregnung in der Landwirtschaft 
sprach sodann der Landwirtschafts-Inspektor 
L o r e n z e n-Schleswig. 
Anschließend zeigte Jngnieur Dierkes- 
Königsberg, nach dessen Plänen die Anlage 
erbaut worden ist, einen sehr interessanten 
und aufschlußreichen Film über eine ähnliche 
Anlage auf der ostpreußischen Landesheil 
anstalt Riesenburg. 
Nach dem Vortrag begaben sich die Teilneh 
mer von der Landestaubstummen-Anstalt nach 
dem Gelände der Lanöesheilanstalt Stadtfeld. 
Hier wurde zunächst das Pumpenhaus und spä 
ter die Verregnungsanlage selbst in Augen 
schein genommen, die praktisch vorgeführt 
wurde. Seit rund vier Wochen im Betrieb, 
zeigte sich auf einigen Landstrichen heute be 
reits der Erfolg. 
Abschließend fand noch eine Zusammenkunft 
im kleinen Festsaal der Anstalt statt. 
Wir werden morgen ausführlicher aus die 
neuen Anlage- die auch für andere Orte der 
Provinz Bedeutung gewinnen kann, zurück 
kommen. * 
an einer wirklichen Führerpersönlichkeit leidet 
Auch Chamberlain zählt bereits 67 Lenze. Ir»' 
mer stärker macht sich darum unter der eķ 
lischcn Frontkämpfergeneration eine gewiss 
Unzufriedenheit mit der Leitung der kon 
servativen Partei bemerkbar. Die Jugend sieht 
in dem neuen König den besten Anwalt ihrek 
Gefühle. Möglich, daß auf der großen Reichs 
konferenz 1937 — die letzte fand 1930 in London 
statt — anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten 
Eduards VIII. dieses Gesamtgefühl stärker in 
Erscheinung tritt, da der Träger der Krone 
heute als Bindeglied des Empires eine weid 
aus stärkere politische Bedeutung hat für die 
Haltung der britischen Welt und die Festlegung 
der großen Züge ihrer Politik als jemals vor 
her. 
Z» WLArgSN FäSA 
Paris. Der Vorsitzende des Auswärtigen 
Ausschusses der Kammer, Bastid, beschäftigt sich 
in der Ere Nouvelle mit dem deutschen Frie 
densplan und mit der Einstellung der fran 
zösischen Oeffentlichkeit zu den deutschen Vor 
schlägen. Bastid richtet dabei die Mahnung an 
Frankreich, die deutschen Anregungen zu einer 
Befriedung nicht mit Prozedureinwänden P 
beantworten. 
Die Pariser Morgenpresse veröffentlicht 
zahlreiche Voraussagen und Vermutungen 
über den Inhalt des von der französischen Re 
gierung vorbereiteten Gegenplans. 
Wien. Im Bahnhof von Linz wurde ein 
Güterwagen beschlagnahmt, der eine aus 
Finnland kommende Gewehrsendung für un 
garische Kommunisten enthielt. 
Der frühere österreichische Vizekanzler 
Hartleb wurde auf seinem Gute in Steiermark 
wegen angeblicher Betätigung für die natio 
nalsozialistische Partei verhaftet. 
Anläßlich des orthodoxen Osterfestes unter 
zeichnete der bulgarische König Begnadigun 
gen 341 durch Zivilgerichte und 142 durch Mi 
litärgerichte abgeurteilter Gefangencer. Ihre 
Strafen werden ganz oder teilweise aufgeho 
ben. 
Peramwvrtlicher Hauptschriftlelter unt> Herausgever: Fer 
dinand Möller. 
«kellocrkreter des Hauptschriitleiters: Herben Puhlmann- 
Vecamwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregvrt; für den wirt- 
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ziellen Teil: Karl Müller, alle tn Rendsburg. 
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D*A Echleswig.HoNteinische Landeszeitung fRendsburgei 
Tageblatt — Hvhenwefiedter Zeitung / Di« Landpost 
Hanerau-Hademarfchen — Eüderbraruper Tageblatts 
D.-A. III. 38 18 888 Pl. Nr. 7, 
Erfolgreiches Gastspiel des Grenzlandtheaters in Rendsburg 
Die Flensburger spielen Mozarts „Don Giovanni" 
Das Grenzlandtheater Flensburg 
brachte uns am Sonnabend in der Staüthalle 
in Rendsburg eine Aufführung von Mozarts 
„D o n G i o v a n n i" (Don Juan), die als 
Beweis dafür anzusehen ist, daß die Flens 
burger mit den ihnen zur Verfügung stehen 
den Kräften durchaus im Stande sind, gute 
Opernaufführungen zu bieten, so wie 
wir es bisher nur von Kiel gewohnt waren. 
Das Ensemble verfügt über gute Opernkräfte, 
darunter Hans-Heinz Hamer und Küte 
N i e k e, die zum ersten Male bei einer Auf 
führung in Rendsburg mitwirkten und ent 
schieden zum Erfolg beitrugen. Außerdem 
wirkten zwei Gäste mit, AagaJoesten aus 
Köln als Donna Anna und A d o l f H. L o ck e- 
manu aus Hamburg als Masetto, so daß 
Mozarts Oper eine ihrer Schwierigkeit ent 
sprechende außerordentlich gute Besetzung in 
allen Rollen erfahren hatte. 
Leider war die Aufführung nicht übermäßig 
besucht, was darauf zurückzuführen ist, daß die 
Veranstaltungen der NS.-Kulturgemeinde in 
folge der Ausstellung von „Volk und Rasse" 
in der Stadthalle und der politischen Hochspan 
nung im März auf einen ungünstigen Termin 
verschoben werden mußten. Noch einige kleine 
Momente störten außerdem die Stimmung des 
Abends, der Kurzschluß in der Lichtleitung 
zum Orchesterraum, so daß ein Teil des Or 
chesters während der Ouvertüre im Dunkeln 
spielen mußte, was erhebliche Unruhe im Zu- 
schauerraum verursachte, die versagende Klin 
gelleitung während der Pause und die nicht 
vorhandenen Erfrischungen. Das letztere 
müßte überhaupt einmal gründlich gebessert 
werden. 
Ueber den Wert der Mozartschen Musik hier 
noch etwas zu sagen erübrigt sich. Es ist dem 
Textdichter nicht gelungen, seine zwei Akte mit 
dramatischer Logik und Konsequenz aufzu 
bauen, es fehlt der hinreißende Fluß wie z. B. 
im Figaro. Alles fällt in Einzelheiten ausein 
ander, und die Charaktere sind zum Teil nur 
angedeutet, zum Teil widerspruchsvoll gera 
ten. Umso mehr muß man sich daher an die 
Musik halten, die ein Meisterwurf Mozarts ist 
mit Höhepunkten und einem genialen Schluß 
punkt in der letzten Szene, daß wir uns be 
wundernd vor der Größe Mozarts beugen. 
Eines der berühmtesten Stücke der Weltlite 
ratur ist z. B. das „Reich mir die Hand, mein 
Leben", das Don Giovanni und Zerline sin 
gen, von einer hinreißenden Anmut und Lieb 
lichkeit, ebenso das „Champagnerlied" in sei 
nem schäumenden Wirbels von unwiderstehli 
chem Reiz und einer unfaßbaren Genialität, 
glitzernd, wie zauberhaftes Luftgebilde vor 
übertanzend. Und dann das Ständchen, welches 
Giovanni Elviras Zofe bringt, eine musika 
lische Kostbarkeit sondergleichen. Beschränken 
wir uns auf diese Einzelheiten, die die Erinne 
rung an die gelungene Aufführung in Rends 
burg wachhalten werden. Hans-Heinz 
Hamer, der den Don Giovanni spielte, ist 
ein Künstler von beträchtlichem Format, nicht 
nur schauspielerisch, sondern auch stimmlich 
der Rolle gewachsen. Schade, wenn es sich be 
wahrheiten sollte, daß er Flensburg verlassen 
wird. K ä t e N i e k e ist ein liebreizendes Per 
sönchen, vom Zauber der Jugend umgeben, 
mit einem Schmelz der Stimme, daß man sie 
nur ungern an der Seite des Bauernburschen 
Masetto sicht. Diese schwierige Rolle des Ma 
setto, der bewahre nicht tölpelhaft gegeben 
werden soll, der sich aber gegen den Kavalier 
nicht durchsetzen-kann, wurde von dem Gast 
Adolf H. Lockemann vortrefflich gestaltet. 
Das lustige Element in der Oper, die Gestalt 
des Dieners Leporello, fand in Hans Hat 
te s e n den rechten Interpreten. Ein treuer 
Begleiter seines Herrn auf dessen verschlun 
genen Liebeswegen, ein angstschlotternder 
Feigling, als es ernst wird, alles das wußte 
Hans Hattesen in überzeugender Komik zu ge 
stalten. A a g a Ioesten, der Gast aus Köln, 
bot mit Julius Lichtenberg das rache 
nehmende Paar, I r m i n g a r d P a n z e r die 
gewiß nicht leichte Rolle der Donna Elvira. 
Zu erwähnen bleibt noch Fritz Bürg - 
mann, der den Komtur spielte. Jeder war 
an seinem Platze. Die Besetzung war wohlge 
lungen und damit auch das Spiel. Das Or 
chester musizierte unter Heinz Schuberts 
Leitung wie immer vortrefflich. Die Flens 
burger können schon stolz darauf sein, ein sol 
ches Orchester ihr eigen zu nennen. Für die 
Gesamtaufführung gebührt unser Dank dem 
Intendanten Hermann Nissen, für die 
herrlichen Bühnenbilder Theo Jensen- 
Husby, der es ermöglicht hatte, daß der 
Szenenwechsel recht flott erfolgte. Hoffentlich 
kann das Grenzlandthcater Flensburg (man 
spricht davon, daß neben Julius Lichtenberg 
auch Jrmingard Panzer einen Szenenwechsel 
vornehmen wollen) im kommenden Winter 
wieder mit einer gleichguten Besetzung antre 
ten, damit wir nach dieser erfolgreichen Opern 
aufführung öfter als bisher die Flensburger 
bei uns als Gast sehen. 
Der starke Beifall nach dem ersten Akt und 
vor allem am Schluß der Aufführung zeigten. 
daß wir Rendsburger ein dankbares Publikum 
sind. 
* 
Um die etwas schwierige Handlung nachträg 
lich noch verständlicher zu machen, bringen wir 
noch einmal kurz eine Inhaltsangabe der 
Oper. 
Der Text zur Oper wurde von da Ponte 
nach einer spanischen Sage geschrieben. Unmit 
telbare Vorlage war die Oper von Gazzaniga 
(1743—1818) mit Text von Bertati. Die Oper 
fängt mit Leporellos Wache (der Diener Don 
Giovannis) vor Donna Annas Haus an. Don 
Giovanni (Don Juan) tritt, von Donna Anna 
gefolgt, auf. Sie ruft um Hilfe, ihr Vater, der 
Gouverneur, kommt herbei, kämpft mit Don 
Giovanni und wird erstochen. Giovanni und 
Leporello fliehen. Anna kommt mit deren Ver 
lobten Octavio zurück und läßt ihn feierlich 
geloben, den Tod ihres Vaters zu rächen. Die 
nächste Szene zeigt uns das unerwartete Zu 
sammentreffen mit Elvira, einer verlassenen 
Liebsten Giovannis, seine schnelle Flucht und 
Leporellos Liebeskatalogerzählung. Die Bau 
ern kommen mit Gesang und Tanz zur bevor 
stehenden Hochzeit des Masetto und der Zer 
line. Giovanni macht ihr den Hof und erweckt 
Masettos Eifersucht. Giovanni läßt Zerline zu 
seinem Haus geleiten, seine Absichten werden 
aber durch das plötzliche Auftreten Elviras 
durchkreuzt, die Zerline unter ihre Obhut 
nimmt. Octavio und Anna erscheinen und wol 
len Giovanni für ihren Rachcplan gewinnen, 
da sie beide nicht wissen, daß er selbst der Ge 
suchte ist. Elvira kommt zurück und beschuldigt 
ihn öffentlich, sie verlassen zu haben. Giovanni 
erzählt den anderen, daß sie verrückt sei und 
folgt ihr wie zu ihrem Schutze, aber der Arg 
wohn Annas und Octavios ist geweckt, und 
Anna erkennt nun auch, daß ihr Angreifer der 
vergangenen Nacht und Giovanni eine Person 
ist. Sie erzählt alles haarklein dem Octavio 
und fordert ihn abermals zur Rache auf. Oc 
tavio kann ihren Verdacht nicht teilen, ver 
spricht aber, die Wahrheit zu entdecken und sie 
entweder zu rächen oder ihr Klarheit zu ver 
schaffen. Es folgt ein Zwiegespräch zwischen 
Leporello und Giovanni. Um Zerlines Ver 
führung zu erleichtern, hat Leporello die Bau 
ern betrunken gemacht, Masetto, so gut es ging, 
versöhnt und alles getan, um Elvira fernzu 
halten. Giovanni beschließt, den Bauern ein 
Tanzfest zu geben, und rechnet darauf, die Liste 
seiner Eroberungen am nächsten Morgen um 
mindestens 10 Namen bereichern zu können. 
Szenenwechsel: Ein Garten. Zerline schließt 
mit Masetto Frieden, Giovanni tritt auf, Ma 
setto versteckt sich in einer Laube, wo ihn Gio 
vanni beim Versuch, Zerline hineinzuführen, 
entdeckt, aber die Situation durch eine Ein 
ladung für beide zum Fest in seinem Hause 
rettet. Anna, Elvira und Octavio treten mas- 
kiert auf, Leporello und Giovanni erblicken sie 
und fordern sie auf, einzutreten. 
Die Szene verändert sich zu Giovannis Ball 
saal, wo die Bauern gerade einen Tanz be 
endet haben. Die 3 Masken treten ein, der 
Tanz geht weiter. Man hört einen Schrei Zer 
lines, Octavio und die anderen eilen ihr zu 
Hilfe. Giovanni versucht, die Schuld auf Lepo 
rello abzuwälzen, aber die 3 Rächer demas 
kieren sich, und Octavio bedroht Giovanni mit 
der Pistole. Ein ziemlich langes Ensemble folgt 
vor dem Fallen des Vorhangs. 
Der zweite Akt beginnt mit einem Zwiege 
spräch zwischen Giovanni und Leporello, der 
seinem Herrn Vorwürfe macht, aber durch ein 
Geldgeschenk bewogen wird, in seinem Dienst 
zu bleiben. Giovanni stellt jetzt Elviras Zofe 
nach und verkleidet sich mit Leporellos Sachen. 
Elvira tritt ans Fenster, er veranlaßt sie, 
herunterzukommen. In der Zwischenzeit ent 
fernt er sich schnell und läßt Leporello in Edel 
mannstracht zurück, um Elvira fortzuschaffen, 
so daß er selbst der Zofe ein Ständchen brin 
gen kann. Kaum hat er sein Lied gesungen, als 
Masetto mit bewaffneten Bauern erscheint, uin 
ihn zu suchen. Er gibt sich als Leporello aus 
und bietet ihnen seine Hilfe an. Er schickt dann 
die Bauern in verschiedenen Richtungen fort, 
nimmt dem Masetto die Waffen ab und ver 
prügelt ihn tüchtig. Zerline findet Masetto 
stöhnend vor Schmerzen und tröstet ihn. 
Für die nächste Szene ist ein dunkler Hof in 
Donna Annas Hause vorgeschrieben. Leporello 
kommt mit Elvira und versucht vergeblich, ihr 
in der Finsternis zu entwischen. Octavio und 
Anna treten mit Lichtern auf, ebenso Masetto 
und Zerline. Leporello wird entdeckt und gibt 
sich zu erkennen. Nach seiner Entfernung gibt 
Octavio seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß 
nur Giovanni der Mörder des Gouverneurs 
sein könne. Er bittet die anderen, zu bleiben 
und Anna zu trösten, während er selbst geht, 
nicht um mit Giovanni zu fechten, sondern — 
um die Polizei zu holen. 
In der folgenden Szene haben Giovanni und 
Leporello sich auf einen Kirchhof geflüchtet. Le 
porello erzählt sein Abenteuer mit Elvira, Gio 
vanni lacht, wird aber durch die Warnung der 
Statue vor seinem baldigen Ende erschreckt. 
Erst da entdeckt Giovanni das Denkmal des 
Gouverneurs mit seiner Inschrift. Er beauf 
tragt Leporello, die Statue zum Souper einzu 
laden und wiederholt selbst die Einladung. 
Die Szene verwandelt sich in ein Zimmer iw 
Hause Giovannis. Hier sehen wir das Souper, 
die Tafelmusik und Elviras letzten Versuch, 
Giovanni zu bekehren. Es erfolgt der Auftritt 
der Statue und Giovannis Höllenfahrt. Danach 
kommen die übrigen Personen der Oper, uni 
Leporello erzählt Giovannis Ende. ^ i
	        
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