Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

mit A » 
' 0tt Internationale GcmeinLckongretz. 
Bon Berlin n§ch München. 
Berlin, 10. Juni. Im Mittelpunkt 
* oritten Tages öes Internationalen Ge- 
c ^ndekongresses, mit öem die Berliner Ver- 
i ndlungen zu dem ersten Thema der Be- 
»'pfung der Arbeitslosigkeit durch die Ge 
bilden abgeschlossen wurden, stand eine 
Kotze Rede des Leipziger Oberbürgermeisters 
. r. Gördeler über die Finanzierung der deut 
en Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (Siche 
Ņtschaftsteil). 
^Ņach beņr Bericht des britischen Vertreters 
Gwylin Gibbon erstatteten der Oberbür- 
Krmeister der Hauptstadt der Bewegung, 
aÖchsleiter Fiehler-München, und Professor 
^iton (Cambridge) die Schlußberichte. Damit 
ar der Berliner Teil der Verhandlungen ab 
schlössen. Der Nachmittag sah eine Besichti- 
«ng her Berliner Umgebung vor. Am Don- 
,bîstag werden die Teilnehmer des Kongres- 
^ Potsdam besuchen und am Abend nach 
mnchen abreisen, wo der zweite Teil des 
Ingresses durchgeführt wird, dessen Thema 
,e kulturpolitische Arbeit der Gemeinden ist. 
•î' ;ļc »I* 
Vreisausschrezden her Hel^spteffe- 
kammer. 
Ņuf der Jahresversammlung 1935 der Reichs- 
Gegensätze im eigerreu Lager i» Spasies 
. bchaft des deutschen Zeitungs- und Zeit- 
Mifteneinzelhandels hat der Geschäftsführer 
Cï Reichspressekammer die Absicht der Kam- 
zum Ausdruck gebracht, einen zweckmäßi- 
und dabei formcnschönen Zeitungskiosk 
^schaffen. Dieser seit langem bestehende Plan 
nunmehr unter Heranziehung der der 
^ichskammer der bildenden Künste angehö- 
^ņden Architekten seine Verwirklichung fin- 
^Die Reichspressekammer ruft deshalb zur 
Heiligung an einem Wettbewerb auf, der die 
ņignetsten Entwürfe für je einen fahrbaren 
ņd einen feststehenden Zeitungskiosk erbrin- 
soll. Für die besten Entwürfe werden 
Agende Preise ausgesetzt: 
. Erster Preis 1000 RM., zweiter Preis 
RM., dritter Preis 300 RM., vierter und 
Mfter Preis je 200 RM., sechster bis zehnter 
ņeis je 100 RM. 
j. letzte Frist zur Einreichung der Entwürfe 
1,1 der 30. Juni 1936, mittags 12 Uhr. 
H * 
* 
Hilfe für Hochwassergeschädigte. 
DRB. Bayreuth, 10. Juipi. Nachdem Gau 
nter Wächtler eine Hilfsaktion für die Hoch- 
^ssergeschädigten in der Bayerischen Ostmark 
^geleitet hat, die schon beachtliche Erfolge 
Mfweisen kann, richtet die Gauleitung Baye- 
A'che Ostmark nun an alle übrigen deutschen 
^°lksgenossen die Bitte, sich an diesem Hilfs- 
^rx durch Geldspenden zu beteiligen, um zu 
^hindern, daß zahlreiche Bauernhöfe in 
şhwere wirtschaftliche Not geraten. 
, Bauleiter Wächtler besuchte das Ueber- 
Ņemmungsgebiet bei Straubing. Er 
M aus Regensburg. Auf dem Wege nach 
Mnach mußte sein Kraftwagen über völlig 
^erflutete Wege fahren. Die Straße von 
"rnstorf nach Sossau, die hart an der Donau 
ņtlangfûhrt, stand ebenfalls ziemlich tief un- 
}* Wasser. Im Straubinger Ueberschwem- 
ft^ngsgebiet wurden rund 21000 Tagwerk 
Mtz, Wiesen und Felder überschwemmt. Die 
Lernte ist so gut wie vernichtet. 
In Malaga wurde heute vormittag der 
kommunistische Abgeordnete Rodriguez, Mit 
glied des Gemeinderats, auf offener Straße 
überfallen und durch mehrere Schüsse nieder 
gestreckt. Kurz darauf wurde ein Anschlag 
auf den Führer der Anarcho-Syndikaljjten 
verübt. Dieser wurde von sechs Kugeln getrof 
fen und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. 
Man vermutet, daß cs sich um einen Racheakt 
der Kommunisten wegen des Ueberfalles auf 
Rodriguez handelt. 
Die Marxisten und die anarcho-syndikalisti- 
schen Gewerkschaften haben die blutigen Zwi 
schenfälle zum Anlaß genommen, um erneut 
den Generalstreik in Malaga auszurufen. 
In Malaga hat sich heute der Gegensatz 
zwischen den beiden revolutionären Arbeiter 
bewegungen weiter zugespitzt. Anarcho-Syu- 
dikalisten verübten einen geschlossenen Ueber- 
fall auf das Verwaltungsgebäude des Sozial 
demokratischen Arbeiterverbandes UGT., auf 
das sic mehr als 60 Schüsse abgaben. Die 
Marxisten beantworteten diesen llebcrfall mit 
einem Sturm auf das Haus der Auarcho- 
Synöikalisten, das sie anzündeten. Die Feuer 
wehr wurde an der Löscharbeit gehindert. Die 
Marxisten überfielen ferner ein anarcho-syn- 
dikalistisches Bereinslokal und zerstörten die 
Inneneinrichtung. Der Verkehr in der Stadt 
ruht. Die Züge konnten den ganzen Tag über 
nicht in die Bahnhöfe einlaufen. 
Der Bangrubenunglück-Prozeß. 
A. GsM^Z Senge. 
Im Baugrubenunglück-Prozeß hat das Ge 
richt auf Antrag der Staatsanwaltschaft für 
Donnerstag die Ladung von Reichsminister 
Dr. Goebbels, Ministerialrat Hanke, Stan 
dartenführer von Wedell und Major Kettelsky 
beschlossen. Die Ladung erfolgte auf Grund 
der Zeugenaussagen des Arbeiters Sobottka, 
der erklärte, daß Dr. Goebbels mit den ge 
nannten Mitarbeitern nach dem Einsturz an 
der Unglücksstelle erschienen ist und zu einer 
Gruppe von Arbeitern u. a. äußerte, daß er 
vom Fenster seiner Wohnung aus häufig 
Schwankungen der vorübersahrenden Straßen 
bahnen an der Baustelle beobachtet habe. 
Im weiteren Verlauf der Verhandlung, 
wurde eine Reihe Zeugen gehört, die als 
Zementierer in der Baugrube tätig waren. 
Ihre Aussagen ergeben nichts Wesentliches. 
* * * 
Gegen eine» Baum gefahren. 
Drei Tote. 
DNB. Fürstenberg (Mecklenbg.j, 10. Juni. 
Ein furchtbares Verkehrsunglück ereignete sich 
auf der Chaussee Fürstenberg—Gransee un 
weit der Ortschaft Bröge. Ein aus Richtung 
Berlin kommender, mit vier Insassen besetz 
ter Personenkraftwagen der Berliner NSV., 
der sich auf der Fahrt nach Lychen befand, fuhr 
gegen einen Baum und wurde zertrümmert. 
Von den vier Insassen blieb nur der Lenker 
unverletzt. Zwei Insassen waren auf der 
Stelle tot, während der dritte mit schweren 
Verletzungen in das Karvlinenstift nach Neu 
strelitz geschafft wurde. Dort ist auch er bald 
darauf gestorben. 
um Meerwasser — 
ein gescheilerler Versuch. 
Paris, 10. Juni. Vor der Akademie der Wis 
senschaften hielt der Forscher Georges Claude 
einen Vortrag über seine Versuche, Gold aus 
Meerwasser zu gewinnen. Er kam zu dem Er 
gebnis, daß man auf diesen Gedanken verzich 
ten müsse. Auf einer Forschungsreise im Nor 
den des Stillen Ozeans habe er 168 Kbm. Was 
ser dem Meere entnommen und durch eine Ap 
paratur den Goldgehalt dem Wasser entzogen. 
Nach Frankreich zurückgekehrt, habe er eine 
sorgfältige Analyse vorgenommen. Das Ergeb 
nis sei enttäuschend. Man habe nur ein Zehn 
tel Milligramm Gold aus einem Kubikmeter 
Wasser gewonnen. Das sei weniger als 0,2 Cen 
times (0,036 Pfg.). Man tüte daher besser da 
ran, meinte der Gelehrte, Goldbarren aus den 
am Boden des Meeres liegenden Schiffen zu 
bergen. 
ĢàiàMî 
traft $bctbf fcļteftiifcns K§§W§h§MÄchL 
Im NsàĶMMMàW 
KM Ļ. und M. Zum 1956 
Der MsökrmkfbQ-r unserer Wehrmachļ, den SaS 
deutsche Vä fmism Führer verdankt, hat dem 
Deutschen Nsten Kren; nicht nur die Msn Qrrs- 
saben wieKsrgesrbsu» fsmKsrn ihm auch neue 
Pşièchtên Mr den LêìuitâLÄdļeņft auferlegt. Ihm 
dis WMeķ hierfür zu geben, sind die Natkesu;- 
fKMMstägen am n. und 14. Juni ö. f. bestimmt. 
Mägen sie dank ö§r Unterstützung durch das 
ganze deutsche Vstk ihren Zķneà vast erreichen. 
GerrerslķsISMSķschatt- 
/ 
îfiîSlliif M iķàmschêr TruMNschM. 
Nom, 10. Juni. Von einem schweren Unfall 
berichten die Blätter aus P o l a. Dort fand 
am Sonntag eine große Truppenschau statt, 
bei der zwei schwere Artillerieschlepper zusam 
menstießen. Einer davon raste in die Zu- 
schanermenge, tötete fünf Menschen auf der 
Stelle und verletzte zwanzig schwer. Die Toten 
wurden gestern mit militärischen Ehren be 
stattet. 
Tmnnsķêm, die AM her KŞrsWà 
Traunstein, 10. Juni. Die Stadt Traunstein 
kann eine besonders große Zahl von Sportlern 
mit Spitzenleistungen zu ihren Mitbürgern 
rechnen. Sie hat nun eine Erinnerungs 
medaille geschaffen und dieses Ehrenzeichen 
bei einem feierlichen Akt im Rathaus an neun 
Traunsteiner verliehen, und zwar an Willy 
Merkl, Walter Raechl, Fritz Berchthold und 
Peter Mülritter von der Himalaya-Expedition, 
weiter an den deutschen Skimeister Willy Bog 
ner, an den Sieger im Spezialsprunglauf 
Franz Haselberger, den Turner Oswald Schla 
ger als den Sieger im Zwölfkampf beim Deut 
schen Turnfest in Würzburg und Fünfkampf 
meister in Genua, sowie an den Ringkampf 
sieger beim Deutschen Turnfest in München 
1923, Josef Scharrer, und den Weltschützenmei 
ster 1909 in Hamburg, Emil Pachmayr. 
àrZs ŅĢ 
Alpenweiden unter Schnee. 
DD. Obersdorf, 10. Juni. Dieser Tage 
mußte von der Alpe Söller und von der Lu 
genalpe (Salzkammergut) das Vieh wieder ab 
getrieben werden, da die Weide mit einer 
dicken Schneedecke bedeckt war. So vielverspre 
chend und einladend der Stand der Alpenwei 
den war, die Schneefälle haben nun einen emp 
findlichen Rückschlag gebracht. 
Tödlicher Unfall auf der „Queen Mary". 
DD. London, 9. Juni. An Bord des auf der 
Rückreise nach England befindlichen Ozean 
dampfers „Queen Mary" ereignete sich ein töd 
licher Unglücksfall. Ein Matrose der Schiffs 
besatzung, der offenbar von dem Sonnendeck 
des Schiffes heruntergestürzt war, wurde be 
wußtlos aufgefunden. Trotz aller Bemühungen 
gelang es den Schiffsärzten nicht, den Verun 
glückten am Leben zu erhalten. 
Empfang beim Führer. Der Führer und 
Reichskanzler empfing am Dienstag den bis 
herigen deutschen Gesandten in Bogota, von 
Henting, zur Meldung als kommissarischer Ge 
neralkonsul in Antwerpen, ebenso den deut-i 
schon Generalkonsul in Posen, Dr. Reinebeck. 
Besuch des Panzerschiffs „Deutschland" in 
Kopenhagen. Das Panzerschiff „Deutschland" 
besucht die dänische Hauptstadt Kopenhagen in 
der Zeit von 19. bis 25. Juni 1936. 
Selbstmord des Chefarztes der Vundeskran-» 
kenkasse in Wien. Der Chefarzt der Bundes- 
krankenkasse in Wien, Dr. Otto Schneider, hat 
sich durch einen Herzschuß das Leben genom 
men. Die Ursache soll Gram über den Selbst 
mord seiner Tochter sein. 
Zwei französische Unteroffiziere von einem 
Farbigen erschossen. In Raselauin, einem klei-t 
nen Eingeborenendorf in der Nähe von Con 
stantine (Algerien), wurde am Dienstage 
abend im Biwak des 15. Regiments der Sene 
galschützen plötzlich ein farbiger Soldat irr 
sinnig und erschoß zwei europäische Unter 
offiziere. Darauf jagte er sich selbst eine Kugel 
in den Kopf. 
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